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Tourauftakt in der Swiss Life Hall in Hannover: Architects entfesseln ein Metalcore-Inferno

Am 13. Januar 2026 machte die aktuelle Europa-Tour von Architects ihren Auftakt in der Swiss Life Hall Hannover. Unterstützt wurden die Briten von President als Opener, sowie Landmvrks als direktem Support. Schon knapp einen Monat vorher vermeldete der Veranstalter: ausverkauft! Die Halle war prall gefüllt, die Erwartungen entsprechend hoch.

President – Mysteriöse Energie zu Beginn

Den Auftakt übernahmen President, die als erste Vorband “die Halle voll” spielten. Ein lautes Dröhnen kündigte die maskierten Musiker an – ohne großen Schnickschnack, sondern nur mit einem kleinen LED Logo auf der Bühne ging es ohne Ansagen direkt mit “Fearless” in die Vollen. Musikalisch bewegte sich das Set im modernen Metalcore-Bereich mit elektronischen Elementen und klar strukturierten Breakdowns. Die Band agierte – untypisch für eine Truppe, die es noch nicht mal ein Jahr in der Form gibt – konzentriert und routiniert, auch wenn das Publikum zu diesem frühen Zeitpunkt noch eher zurückhaltend reagierte. Dennoch gelang es President, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und einen soliden Einstieg in den Abend zu liefern.

Landmvrks – Französischer Metalcore mit Vollgas

Mit Landmvrks kam nach kurzer Umbaupause spürbar mehr Dynamik in die Halle. Die Franzosen präsentierten ein druckvolles Set, das Härte und eingängige Passagen gut miteinander verband. Frontmann Florent Salfati suchte regelmäßig den Kontakt zum Publikum und sorgte dafür, dass sich die Stimmung weiter aufgelockerte. Erste Moshpits entstanden und wie auf Kommando prallte nach einem an die Menge gerichteten “Are you ready guys?” die erste Wall of Death aufeinander. Auch die ersten Crowdsurfer fanden ihren Weg nach vorn. Immer wieder betonte Sänger Florent, wie froh er doch sei, hier zu sein und forderte die Menge immer stärker auf. Landmvrks bestätigten ihren Ruf als zuverlässiger Live-Act und erwiesen sich als passendes Warm-Up für den Headliner.

Architects – Zerreißende Wucht & Emotion

Architects betraten die Bühne ohne großen Knall und starteten ihr Set fokussiert und präzise. Die Band wirkte eingespielt und präsentierte eine ausgewogene Mischung aus neueren Songs und älterem Material. Sound und Licht waren gut abgestimmt, sodass die einzelnen Songs klar zur Geltung kamen.

Sam Carter zeigte sich stimmlich konstant auf hohem Niveau und suchte immer wieder den Austausch mit dem Publikum, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Direkt zum zweiten Song forderte er das Publikum auf, in die Knie zu gehen – und es funktionierte auf Anhieb. Jeder Song wurde lautstark und textsicher mitgesungen und dabei konnte man fast keinen Unterschied zwischen älteren oder neueren Stücken spüren. Auch hier war die Energie in der Menge direkt greifbar – ein Pit nach dem anderen öffnete sich, und nach Sams Aufforderung gab es direkt eine Crowdsurfer Welle, die nicht mehr so wirklich enden wollte.“It’s leg day today” witzelte Sam, als er das Publikum aufforderte, jemanden auf die Schultern zu nehmen. Nach dem Fast schon Höhepunkt – “Doomsday” gab es eine Erklärung, wie man sich denn bei einer Wall of Death zu verhalten hat – natürlich inklusive Haftungsausschluss mit einem Augenzwinkern, bevor zur “Blackhole” fast der vollständige Innenraum sich in der Mitte teilte und aufeinander zu stürmte. Als Zugabe gab es nach diesem wilden Ritt noch “Seeing Red” und “Animals” auf die Ohren. Letzteres widmete Sam seinem im letzten Jahr verstorbenen Opa, der heute Geburtstag gehabt hätte und ein “cooler Motherfucker“ war. Technisch bewegte sich der Auftritt auf dem Niveau, das man von Architects erwartet: sauber, druckvoll und ohne größere Überraschungen. Dennoch – die Show spielt sich auf einem sehr hohen Niveau ab und das Publikum feierte von der ersten bis zur letzten Note ordentlich mit – wie Sam selbst feststellte – es ist ein Verbrechen, dass diese Band in fast 20 Bandjahren erst das zweite Mal überhaupt in Hannover war – und beide Konzerte innerhalb eines halben Jahres stattfanden.

Der Tourstopp in Hannover erwies sich als runder Konzertabend, bei dem alle drei Bands ihren Platz fanden. President boten einen ordentlichen Einstieg, Landmvrks steigerten die Intensität, und Architects überzeugten mit einer professionellen, gut durchdachten Show. Kein spektakulärer Ausreißer nach oben, aber ein solider und gelungener Auftritt, der alle zufrieden nach Hause schickte.

Entfesselte Macht: Metallica mit explosiver Liveshow in Hamburg

Metallica sind mit ihrem neuen Album “72 Seasons” auf “M72 World Tour”. In 2023 stehen dabei nur zwei Termine in Deutschland an. Im Rahmen des “No Repeat Weekend” am 26. und 28. Mai 2023 in Hamburg. Am ersten Abend waren wir dabei, ebenso wie Architects und Mammoth WVH. Metallica spielen im Rahmen des “No Repeat Weekend” 32 Songs an zwei Abenden. Kein einziger Song wird doppelt gespielt. Das gibt der Metal Band die Möglichkeit Songs vom neuen Album und einige Raritäten mühelos nebeneinander im Set unterzubringen, ohne die großen Hits auslassen zu müssen.

Mammoth WVH

Um 18:00 Uhr beginnen Mammoth WVH den Abend musikalisch. Die Band um Sänger Wolfgang van Halen (Sohn von Eddie) startet mit fetten Gitarrenriffs in den Abend. Im Volksparkstadion ist es noch recht leer. Viele Konzertbesucher:innen stehen noch auf der Straße im Stau, da auch in der Arena nebenan heute eine Veranstaltung stattfindet. Die Anreise findet also unter erschwerten Bedingungen statt. Auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen, ist an diesem Abend eine sinnvolle Alternative. Aber zurück zur Musik. Mammoth WVH spielen eine gute halbe Stunde lang Songs von ihrem Debütalbum, das vor zwei Jahren erschien. Gleichzeitig ließ die Band aber auch einen neuen Song vom Stapel und kündigte an, dass ein Nachfolger zum selbstbetitelten Debütalbum in Arbeit sei. Grundsolider Auftritt ohne große Begeisterungsstürme zu entfachen.

Architects

Ähnlich ist das im Anschluss bei Architects, wobei die Band deutlich mehr dafür in die Waagschale legt, Stimmung und Begeisterung zu kreieren. Sänger Sam fragt die Hamburger:innen immer wieder, ob sie bereit seien für Metallica. Mit zunehmender Dauer des Auftritts scheint Sams Begeisterung auch etwas auf das Publikum überzugehen. Architects haben letztes Jahr ihr aktuelles Album “The Classic Symptoms of a Broken Spirit” veröffentlicht und präsentieren daraus einige Songs. Generell fokussiert sich die Band auf die letzten drei Veröffentlichungen (von insgesamt zehn) und spielt nur Songs ab 2018. Der Sound ist im Vergleich zu Mammoth WVH etwas besser und klarer abgemischt, sodass der Auftritt der Briten richtig gut rüberkommt. Klar ist aber an diesem Abend auch, dass alle nur auf Metallica warten.

Metallica

Gegen 20:45 Uhr hat das Warten dann (endlich) ein Ende. Vom Band kommen, wie immer, “It’s A Long Way To The Top” und “The Ecstasy Of Gold” bevor Metallica mit “Creeping Death” ihr Konzert starten. “Creep into Harvester into Leper. That has to be the heaviest set of songs to ever kick off a gig…“, bringt es ein Kommentar auf Instagram zur Setlist auf den Punkt. Metallica meinen es heute ernst und fahren die schweren Geschütze auf. Nicht nur im Hinblick auf eine atemberaubende Produktion, sondern auch im Hinblick auf die Auswahl der Songs. Die Bühne befindet sich in der Mitte des Stadions. Wiederum in der Mitte der Bühne ist der bereits bekannte Snake Pit. Somit sind James & Co. von beiden Seiten von Fans umgeben und haben in alle Himmelsrichtungen mehrere Mikrofone platziert, sodass jede Seite des Stadions im Laufe des Abends einen guten Blick auf die Bandmitglieder hat. Umrahmt ist die Bühne von 8 Sound- und Leinwandtürmen, die das Geschehen auf der Bühne ins Stadion transportieren. Schlagzeuger Lars sitzt jeweils für vier Songs an einer Ecke der Bühne, sodass auch hier alle Anwesenden einen Blick auf das Geschehen hinter den Drums werfen können.

Nach dem erwähnten harten musikalischen Einstieg spielen Metallica auch drei Songs vom neuen Album: “72 Seasons”, “If Darkness Had a Son” und “You Must Burn!”. Abgesehen von diesen drei Songs und “Moth Into Flame”, das im späteren Verlauf durch Flammenwerfer auf der Bühne begleitet wird, bewegen sich Metallica weit in die Geschichte ihrer Diskografie zurück. Auch das Instrumental-Opus “The Call Of Ktulu” von “Ride The Lightning” findet seinen Platz in der Setlist. Gänsehaut und vielleicht die ein oder andere Träne in den Augenwinkeln gibt es bei den emotionalsten Momenten des Abends: “The Unforgiven” vom “Black Album” und “One” von “…And Justice For All”.

Wenn man sich überlegt, dass viele der Songs inzwischen 20 bis 30 Jahre (oder noch mehr) auf dem Buckel haben, ist es wirklich herausragend, dass die Metal Band immer noch Stadien füllt. Zuletzt war die Band 2019 für Konzerte in Deutschland. Im Vergleich dazu wirkt die Band am heutigen Abend viel lebendiger und viel agiler. Das zeigt sich insbesondere bei “Battery”, das bei Auftritten aus früheren Jahren schon mal langsamer performt wurde. Ohne echte Zugabe verabschieden sich Metallica nach “Enter Sandman” und insgesamt 16 Songs ausgiebig von den Fans in Hamburg. Während “The Ecstasy Of Gold” erneut vom Band gespielt wird, werden auf den Leinwänden Fotos von vergangenen Konzerten und Fantreffen gezeigt.

Metallica sind wieder da und können die große Stadionshow (immer noch) wie kaum eine andere Band aus dem Heavy Music Bereich. James Hetfield macht einen sehr gesunden Eindruck und singt so kraftvoll wie fast nie zuvor, Kirk Hammett bewegt seine Finger noch immer pfeilschnell über die Gitarrensaiten, Robert Trujillo tigert wie in besten Zeiten in unnachahmlicher Manier mit seinem Bass über die Bühne und Lars Ulrich (der oft für sie sein Schlagzeugspiel kritisiert wird) versprüht eine ansteckende Energie wie kaum ein zweiter Schlagzeuger.

Rock am Ring 2019 am Samstag – Unsere Highlights

Der Freitag am Nürburgring hat schonmal ordentlich gesessen und jede Menge Highlights präsentiert. Die Auftritte von Headliner TOOL, The Smashing Pumpkins, Slash (feat. Myles Kennedy and the Conspirators) sowie SDP und Bonez MC & RAF Camora haben die Festivalbesucher nachhaltig beeindruckt. Bis nachts um 3:00 Uhr haben sich viele der Besucher zur nächtlichen Feierei vor den Bühnen getummelt.

So herrscht am frühen Samstagmittag noch eine idyllische Ruhe auf den Campingplätzen (wenn da da nicht die Ghettoblaster hier und da wären, aus denen blechernd Musik dröhnt). Die Wellenbrecher füllen sich gemächlich. Zu sehen gibt es am Abend jedenfalls zwei große Headliner – Die Ärzte und Slayer. Natürlich stehen auch heute beeindruckende Acts auf dem Programm bei Rock am Ring 2019 Samstag, darunter Sabaton, Bring me The Horizon, Dropkick Murphys, Die Antwoord, Architects, Trivium und viele viele weitere. Als besonderes Schmankerl gibt es für die Nachteulen bis in die frühen Morgenstunden noch Programm u.a. von Erfolgs-DJ Alle Farben.

The fever 333

Erst in 2017 hat sich die Rock-Supergroup aus Los Angeles gegründet. Das Dreier-Gespann um Frontmann Jason Butler (besser bekannt durch sein Mitwirken in der Post-Hardcore Band Letlive) strotzt nur so vor Energie. Das Trio knallt dem willigen Publikum gleich in den frühen Stunden auf dem Nürburgring knirschende Gitarren, gutturale Beats und unverfroren mutige Texte entgegen. Harte Riffs treffen hier auf massive Texte und eine unverkennbare Stimme! Direkt zum Kultstatus hat es die Band binnen kurzer Zeit geschafft – nur mit ihrer in 2018 veröffentlichten EP („Made An America“) und einigen durchgeknallten Liveshows. Ideologisch besetzt die Band eine Lücke, die seit Rage Against The Machine niemand wirklich schließen konnte – zumindest nicht auf einem Level, das Aggressivität dermaßen gekonnt mit Mainstream-Appeal vereint. Und so verwandelt sich das Infield sich binnen kurzer Zeit in ein tosendes Tollhaus, immer angestachelt von Jason Butler. Dieser mit Wut geladenen, politisch aufrührenden Rockband kann man sich nicht entziehen. Ihre revolutionäre Mischung aus Hip-Hop, Punk und Aktivismus ist absolut ansteckend.

i prevail

Das Quartett I Prevail bietet auf der Crater Stage volle Ladung Pop, Post-Hardcore, Modern Metal und Hip-Hop in perfekter Mischung. Die Band hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Vor allem auf ihren sozialen Medien zeigen sie deutlich, dass sie sich nicht vor etablierteren Bands verstecken müssen – im Gegenteil. Ihr wilder Sound besteht aus ebenso brettharten Momenten mit Screams und Growls, wie auch aus Pop-beeinflussten Mitsing-Refrains.

Seiler und Speer

Mit ihrem Debütalbum „ham kummst“ und der dazugehörigen Tournee haben Seiler und Speer einen fantastischen Start hingelegt. Auf der Volcano Stage heißt das gut Laune und handgemachte Musik. Diese Band ist ehrlich – vor allem live. Kein Playback, keine Zeltfest-Hüttengaudi-V.I.P.-Opening-Kasperln und mit zwei grandiosen Künstlern an der Front: Hinter Seiler und Speer stehen Komiker und Schauspieler Christopher Seiler sowie Filmemacher und Musiker Bernhard Speer.

starset

Starset sind ein komplexes Musik-Konzept, an der Front steht Dustin Bates, der dafür gesorgt hat, dass die Gruppe sich innerhalb von wenigen Jahren ihre eigene dystopische Welt geschaffen hat. Mit über 300 Shows haben Bates und seine mit Helmen und Druckanzügen ausgestattete Crew (Bassist Ron DeChant, Gitarrist Brock Richards und Schlagzeuger Adam Gilbert) auf Touren mit Bands wie Breaking Benjamin und In This Moment einen Namen gemacht. Auf der Crater Stage am Nachmittag erfreut sich das Publikum an der gekonnt gemischten Rock- und Elektronicmusic-Mischung

Trivium

Die US-Metalcore-Legenden-Anwärter Trivium haben sich auf dem Weg nach Europa gemacht, um bei Rock am Ring 2019 am Samstag (bei RIP sind sie schon am Freitag aufgetreten) ein paar Riffs auszuteilen. Ab dem Moment, als Frontmann Matthew Heafy und seine drei Bandkollegen die Bühne vereinnahmen, sind die Metal-Fäuste und Gabeln bei jeder Gelegenheit in der Luft – das Publikum hat Bock. Da wird gepost, mit den Fans geschäkert, fleißig die Haarpracht geschüttelt und vor allem mit schnellen Fingern das Saiteninstrument gekitzelt. Aus der gesamten Band-Diskografie präsentieren die Jungs aus Florida eine gekonnt gewählte Mischung aus allen zurückliegenden Alben. Trivium präsentieren alles, was Metal so zu bieten hat: Hohe Geschwindigkeit, Härte, Melodie, Emotionen und technisches Können. Dabei ist die Interaktion zwischen Band und Zuschauern richtig intim. Der Blickkontakt beider ist intensiv und hemmungslos. Beide Parteien schreien sich an und genießen die gemeinsamen Momente, vollgepackt mit Emotionen.

Feine Sahne Fischfilet

Aus Mecklenburg Vorpommern kommt Deutschlands Punkband Nummer 1. Unüberhörbar dröhnt ihr Punksound. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und all das sind auch Themen ihrer Musik. Seit ihrem umstrittenen Auftritt im Münchner Z-Bau sind sie deutschlandweit bekannt geworden und wandern jetzt neben eigenen Headliner-Touren auch über den deutschen Festivaljahrmarkt. Ja, ihre Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi direkte Worte, was er beispielsweise von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird auf der Bühne und davor eine gewaltige Party gefeiert, bei der niemand trocken bleibt. Schweiß- und Biergeruch erfüllt die Luft und Bassist Kai surft im Bananaboot über die Crowd. 

THREE DAYS GRACE

Zeit für die Post-Grunge-Band Three Days Grace aus Kanada. im Jahr 2003 weltweit den Durchbruch mit ihrer Hit-Single „I hate everything about you“. Damals war Adam Gontier noch die Stimme der Band und viele Lieder wurden von ihm geschrieben. Seit seinem Ausstieg 2013 ist Matt Walst, Bruder von Bassisten Brad und Sänger der Band „My Darkest Days“, am Mikrofon. Mittlerweile hat sich die Fangemeinde daran gewöhnt und so zeigt sich auch am Nürburgring, dass eine große Traube von Anhängern vor der Crater Stage auf ihre Lieblingsband wartet. Jedes Bandmitglied wird beim Betreten der Bühne energisch begrüßt und dann gibt es kein Halten mehr. Vor der Bühne bildet sich ein großer Moshpit, den Sänger Matt Walst immer wieder weiter anstachelt. Auf der Bühne zeigt sich neben dem Frontmann vor allem Bassist Brad Walst äußerst energiegeladen. Gitarrist Barry Stock hält sich lieber etwas im Hintergrund, glänzt aber durch seine hervorragenden Gitarrenriffs. Dani Rosenoer unterstützt die Band live am Keyboard und beweist sich im Duett mit Schlagzeuger Neil Sanderson. Der legt im Anschluss ein grandioses Schlagzeug-Solo hin, das mit beachtlichem Applaus gezollt wird. Die Live-Setlist bietet eine ausgewogene Mischung aus bekannten Songs, die immer wieder für Begeisterungsstürme sorgen. Die Energie auf der Bühne ist greifbar und auch das Publikum ist ganz bei der Sache und genießt die gelungene Show.

dropkick murphys

Die irisch-amerikanische Folk-Punk-Band Dropkick Murphys lädt am Abend auf der Volcano Stage zu einer rauschenden Party ein. Das Sextett nimmt die Festivalbesucher mit auf eine Reise durch den großartigen Dropkick Murphys-Katalog. Die Band aus Boston zeigt sich von ihrer besten, musikalisch-handwerklichen Seite. Die Punkrocker schütteln unzählige Hits aus ihren Ärmeln. Dabei befinden sich auch einige Klassiker, durch die sicher einige erst zur richtigen Fangemeinde hinzukamen. Als vor Jahren ein „Dropkick Murphys-Track Pack“ für Guitar Hero 3 auf Xbox-360 und Playstation erschienen ist, haben diesen Song jede Menge Leute hoch- und runtergespielt. Auf der Bühnen präsentiert das Gespann ihren gewohnt-geliebten, irisch angehauchter Straßenpunk der alten Schule. Für die Zuschauer bedeutet das Song für Song intensive Attacken, die einem keine Verschnaufpause lassen. Frontmann Al Barr und seine Bandkollegen stehen dabei für echt rotzig-räudigen Punk, der nur eines auf Publikumsseite zulässt: pogen und mitgröhlen. Hier treffen (punk-)rockige Geschichtenerzähler und auf wilde Partylöwen. Das ruppige Organ Barrs‘ ist unverkennbar und verleiht ihren Texten eine Glaubwürdigkeit, die man bei den meisten „alternativen“ Punkbands nur noch vergeblich sucht. Diesem räudigen Charme man sich nur schwer entziehen.

ARCHITECTS

Im Februar sind die Architects zuletzt konzertseitig in Deutschland gewesen, um mit dem neusten Album „Holy Hell“ die größte Tour seit Bandbestehen zu feiern. Spätestens mit dem neuesten Album sollte das jedem klar sein, auch wenn es nicht immer einfach für die Band war. Entsprechend werden sie vom Publikum ab der ersten Sekunde gefeiert. Ist es auch nur wenige Sekunden zwischen den Songs ruhig, werden diese durch laute „Architects“-Rufe gefüllt. Das Publikum ist mit Leib und Seele bei der Band. Das Lie-Set ist gleichmäßig geprägt von allen Architects-Alben. Überschattet vom Tod von Gründungsmitglied Tom Searle, thematisieren ihre neueren Werke Systemkritik an Umwelt und Politik und verkörpern dabei eine unglaubliche Wut, die selbst Hardcore- und Metalcore-Alben nur selten erreichen. Sänger Samuel David Carter formt diese Wut wortwörtlich in seiner unglaublichen Stimme. Mit harten Growls, die zwischen seinen melodischen Gesängen im Kontrast noch härter und aggressiver wirken, wirft er der Welt und den Besuchern seine ganze Energie entgegen.

bring me the horizon

Endlich ist wieder ein Tonträger der Band aus Sheffield auf dem Markt. Mit „Amo“ (VÖ 1-2019) haben Bring Me The Horizon (BMTH) ein Werk abgeliefert, dass kreativ, verrückt, energievoll und vor allem ungezwungen ist. Erfrischend ist vor allem ihre musikalische Entwicklung mit gewohnt gutem Songwriting. Auch wenn die Fans geteilter Meinung sind. BMTM  fügen sich nicht in ein Schicksal, bei dem sie immer wieder nur die gleichen abgedroschenen Riffs abliefern würden. Beim Auftritt am Samstagabend auf der Hauptbühne zeigt sicher keinerlei Zwiespalt in der Fangemeinde. Vor der Bühne ist es rappelvoll. Auch wenn das wohl kontroverseste Album der Band musikalisch die Setlist dominiert. Alle warten auf Oli Sykes und seine Mannen. Begeisterte Mädels stacheln sich gegenseitig zu neuen Kreisch-Höhen an, während sich die Mitte des Infields direkt in einen großen Moshpit verwandelt, der sich während der gesamten Show fast durchgehend hält. Band und Publikum gehen in der Musik völlig auf, die in perfekter Mischung die gesamte Diskografie von Bring Me the Horizon umfasst. Im Großen und Ganzen gibt es von der Band natürlich den allseits geliebten Metalcore, bei den neueren Songs ist es eben einfach mehr Experimentierfreudigkeit. Live funktionieren BTMH mit all ihren Songs sehr gut und stacheln die Festivalbesucher zu ausgelassener Stimmung an. Für das Rock am Ring-Publikum und uns bleiben BMTH die Kings der aktuellen, alternativen Musiklandschaft.

die ärzte

Sie sind wieder da, Bela, Farin und Rod! Und nicht nur wir haben die drei Herren aus Berlin schmerzlich vermisst. Dass das Punkrock-Trio es noch drauf hat, ist eigentlich keine Frage – dennoch zeigen sie bei ihrem ersten Deutschlandauftritt nach sechs Jahren, sie haben es noch immer drauf! Die zwei neuen Songs „Abschied“ und „Rückkehr“ haben es in sich und versprechen große Vorfreude auf ein baldiges, neues Album. Hoffentlich! Neben den zwei exquisiten Deutschland-Auftritten Rock am Ring und Rock im Park, gibt es lediglich noch je eine Liveshow beim Nova Rock in Österreich und eine beim Open Air St. Gallen in der Schweiz. Ansonsten sind Bela-Farin-Rod gerade erst auf Tour durchs Umland gereist, mit insgesamt 10 Shows.

Die (selbsternannte) beste Band der Welt wird vor der Hauptbühne vom proppenvollen Field empfangen. Die Massen sind hysterisch und sowas von bereit für die meist erwartete Bühnen-Rückkehr der letzten Jahre. Und dann endlich die Erlösung, gealtert aber in Topform präsentieren sie sich. Fast zwei Stunden lang liefern Die Ärzte ihren gewohnt-geliebten Humor, kritisch bis überspitzt und dazu die allseits bekannten, eingängigen Melodien, die sofort bis tief in den willigen Gehörgang kriechen. Das hier IST ein Bäst of der Ärzte! Gespielt werden die fabelhaftesten der bekannten Ärzte-Hymnen (z.B. „1/2 Lovesong“, „Westerland“, „Schunder-Song“, „Deine Schuld“, „Zu spät, „Unrockbar“,) und noch jede Menge feines Beiwerk. Das ist die Medizin, nach denen all die Ärzte-Fan-Herzen verlangen.

Das Konzert wird dank Ton-, Licht- und Gesamterlebnis zum Wunderwerk von guter Laune. Die nie enden wollende Experimentierfreudigkeit der Ärzte während 37 Jahren Bandgeschichte wird mehr als deutlich. Auf die Frage, die sich viele Fans heute vielleicht gestellt haben „Ist das noch Punkrock?“ antworten wir ganz eindeutig mit JA.

slayer

Heute gibt es einen ungewollten Abschied. Nicht vom Festival natürlich, sondern von einer Band, die sich nach 37 Jahren von der Bühne zurückzieht. Damit meinen wir die kalifornischen Urgesteine Slayer! Mit den vier anderen Wegbereitern des Genres, gehören sie zu den „Big Four“ – das sind Metallica, Megadeth und Anthrax. Und nun wollen Tom Araya (Gesang/Bass), Kerry King (Gitarre), Paul Bostaph (Drums) und Gary Holt (Gitarre) verdient mit einem ordentlichen Wumms abtreten. Dafür tun die Metal-Giganten am Samstagabend das, was Sie am Besten können: Sie knallen den nur allzu willigen Besuchern noch ein letztes Mal ihren Todes-Thrash um die Ohren.

Hier gibt es die wohl beste Dröhnung des ganzen Rock am Ring 2019 Samstags. Die Base erschüttert sofort jeden Brustkorb. Gänsehaut vom ersten Ton an. Die Drums sind schnell, die Gitarren-Soli noch schneller, Tom Arraya schreit die „kontroversen“ Slayer-Texte nur so über das Infield und Kerry King bangt so hart, dass man sich wundert, dass sein Glatzkopf nicht abfliegt. Da holt die Vergangenheit viele Besucher ein und sie fühlen sich 25 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Liegt natürlich vor allem daran, dass sich Slayer bei ihrem gut gewählten Live-Set auf ihre allseits bekannten Klassiker stützen, die in absoluter Reinkultur gespielt werden.

Abriss nach Plan – Architects in Hamburg

Fast ein ganzes Jahr ist es her, dass es Architects das letzte Mal durch Deutschland getrieben hat. Grund genug, um sich mit dem neuen Album „Holy Hell“ erneut auf die Straßen zu begeben und damit die größte Tour seit Bandbestehen zu feiern. Letzter Halt der aktuellen Tournee ist Hamburg, die nebenbei noch den Rekord für die größte Show außerhalb Londons darstellt. Begleitet werden Architects auf ihrer musikalischen Reise von der US-Hardcore-Band Beartooth und den wohl größten Aufsteigern der Szene der letzten Jahre: Polaris aus Down Under.

POLARIS

Einige Monate vorher noch vor wenigen hundert Leuten und jetzt schon auf den ganz großen Bühnen. Für die Australier geht ein Wunsch in Erfüllung. Aber nicht nur das: „massiv thanks for this. this is a fucking dream come true playing with bands we always looked up to“ kommentiert Sänger Jamie Halls seine Erfahrungen der letzten Wochen. Wie sehr die Band sich freut, kann man ihnen förmlich in den Gesichtern ablesen. Eine wahnsinnige Energie geht von der Bühne aus. Auch wenn es Vorbands oftmals schwer haben den Leuten richtig einzuheizen, hier das nicht der Fall. Mit Beginn der ersten Töne von „The Remedy“ ist die Stimmung genau da, wo sie sein soll, und nimm nicht mehr ab. Es wird geklatscht und gesprungen was das Energiereserven hergeben. Leider ist das Set mit 30 Minuten recht kurz, am Ende sind sich aber alle sicher: Diese Band sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Beartooth

Beartooth zögern nicht lange und geben direkt alles. Kaum sind die Amerikaner auf der Bühne, bleibt nichts mehr da, wo es vorher gewesen ist. Das Publikum ist sofort laut zu hören, aber auch Crowdsurfer sind schnell auf den Köpfen der Massen. Trotzdem zeigt sich Sänger Caleb Shomo noch nicht zufrieden: „Where is my fucking moshpit?“. Wenig später ändert sich das jedoch. „Germany is Beartooths favorite fucking place to play in the world and the reason is you are the craziest motherfuckers!“. Man kann der Band ansehen, dass sie dies nicht nur zum Spaß sagen. Wie auch schon Polaris strahlen Beartooth eine Energie aus, die es unmöglich macht, sich nicht anstecken zu lassen. Dabei präsentieren sie Songs aus sämtlichen Bandjahren, wobei der Fokus mit auf dem neusten Werk „Disease“, liegt, was Ende letzten Jahres erschienen ist. Am Ende bezeichnet Sänger Caleb den Auftritt als den besten der ganzen Tour und damit als perfekten Abschluss.

Architects

Der Titel des ersten Songs des Abends fasst die letzten Jahren von Architects gut zusammen: „Death is not Defeat“. Spätestens mit dem neuesten Album „Holy Hell“ sollte das jedem klar sein, auch wenn es nicht immer einfach für die Band war. Entsprechend werden sie vom Publikum ab der ersten Sekunde gefeiert. Ist es auch nur wenige Sekunden zwischen den Songs ruhig, werden diese durch laute „Architects“-Rufe gefüllt. Das Publikum ist mit Leib und Seele bei der Band. Das passt perfekt zur folgenden Idee, denn zum Song „Holy Hell“ hat die Band den Standort Hamburg für ein Live-Video ausgesucht. So sagt Sänger Sam Carter „we want to show the rest of the world how fucking crazy Hamburg is“. Und sogleich legt das Publikum nochmal einen Zahn zu. Lautes Mitsingen, extra viele Crowdsufer und ein riesengroßer Pit. Architects zeigen sich aber auch immer wieder dankbar gegenüber den Fans. Sam dankt dafür, dass so viele Besucher hier sind und sie nun in größeren Hallen spielen, als sie es sich jemals hätten träumen lassen. Aber der Frontmann kann auch anders. So spornt er die Menge zu „These Colours Don‘t Run“ mit den Worten „we are not here to fuck around, make it bigger“ an. Gespielt wird an diesem Abend das neuste Album in fast kompletter Länge. Aber auch viele Klassiker der vorherigen Alben finden ihren Platz. Die Bühne ist schlicht gehalten. Lediglich eine große Leinwand bedeckt die hintere Bühnenseite, auf der immer wieder Videoausschnitte eingeblendet werden. Abgerundet wird die Show durch gezielt gesetzte Pyro-Effekte. Den Rest macht die Musik.

Architects beenden schließlich ihr Set mit dem letzten Song des Album „A Wasted Hymn“, um das erste Mal die Bühne zu verlassen. Bei der Zugabe steht eine Person klar im Fokus: Tom Searle. Das verstorbene Bandmitglied ist immer noch Dreh- und Angelpunkt der Band. So wird ihm der Song „Gone With The Wind“ gewidmet, auf den das Publikum mit vielen Herzen Richtung Bühne antwortet. „I woud give everything for Tom to see this, all that he created to be played in this venues so thank you very much“, so Sam Carter. Anschließend bedankt er sich auch bei seiner Band und besonders Drummer Dan Searle, ohne den alles nicht möglich gewesen wäre und allen durch die letzten harten Jahre geholfen hat. Ohne ihn hätte es nie ein neues Album gegeben. Mit „Doomsday“ beenden Architects, unter viel Konfetti, schlussendlich ihr großartiges Set.

Architects mit While She Sleeps und Counterparts in Berlin

Kann man Ende Januar 2018 wohl schon von der Tournee des Jahres sprechen? Wenn man Metalcore-Enthusiast ist, sicherlich. Die seit Jahren mit an der Spitze der Szene stehenden Architects haben zusammen mit dem Aufsteiger der letzten Jahre – While She Sleeps – zu einer kleinen Europa-Tour geladen. Mit dabei sind ist auch Counterparts, die im letzten Jahr eines der besten Debütalben des Genres herausgebracht haben. Angesichts dieses Dreier-Line-Ups ist es nicht wunderlich, das viele Locations schon kurz nach Verkaufsstart „Sold out“ melden konnten. Anders war es auch in der Columbia Halle Berlin nicht.

Punkt 19:30 Uhr betreten Counterparts die Bühne, die Menge tobt und somit lassen die ersten Pits auch nur wenige Minuten auf sich warten. Die Jungs aus Ontario spielen einen Kracher-Song nach dem anderen, sodass die Zeit wie im Fluge vergeht. Das Set war mit 30 Minuten aber auch nicht das Längste, aber als Opener durchaus akzeptabel. Leider kamen nicht alle Besucher in den Genuss die Band live zu sehen, denn auch am Ende des Sets war die Schlange am Einlass immernoch recht lang. Schade, denn die Kanadier hätten so viele Menschen wie es geht vor der Bühne verdient.

WHILE SHE SLEEPS

Nach kurzer Umbaupause stürmen While She Sleeps die Bühne. Mit dem Titeltrack des letzten Albums starten die Briten ein Live-Set, bei dem es durchgehend keinen Stimmungsabbruch geben wird. Da es zwischendurch keine wirklichen Ansprachen gibt, sind währenddessen auch keine wirklichen Verschnaufpausen drin. Lediglich bei „Four Walls“ kann man im Intro von einer Pause sprechen, bei dem nur Feuerzeuge in den Himmel ragen. Insgesamt gibt es eine Mischung aus all ihrer Alben, bei dem kein Klassiker fehlt. Leider zeigen sich die Jungs aus Sheffield nicht wirklich in ihrer Bestleistung, was aber die wenigsten Zuschauer stört. Verwirrend lediglich das fehlende Band-Banner, welches dem bereits stehenden Bühnenbild der Architects zu schulden ist. Dies ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt. Am Ende ist kein Fan enttäuscht und die Menge bereit für den Hauptact des Tages.

ARCHITECTS

Die Halle wird dunkel, die Menge tobt und die ersten Screams von Sam Carter erfüllen den Raum. „A Match Made In Heaven“ ist der Opener des Auftritts. Eine sehr gute Wahl, denn für das Publikum gibt es wirklich kein halten mehr. Mit „Downfall“ hat sich dies auch nicht verändert und so startet der Abend zusätzlich auch mit einer politischen Aussage. Wer zwischen dem ganzen Headbangen einen Blick auf die Bühne wagt, wird von dem Bühnenbild regelrecht geflasht. Über die komplette Bühne ist eine LED-Wand aufgebaut, bei der in der Mitte in einem kleinen Kreis Videos oder Bilder zu den entsprechenden Songs angezeigt werden. Wie bei While She Sleeps fallen die Ansprachen eher kurz aus, lediglich über den verstorbenen Tom Searle werden einige Worte von seinem Bruder Dan und Sam Carter verloren. Die Briten machen nochmal deutlich, das dies der Grund ist, warum die Band überhaupt besteht und auch weiterhin bestehen bleibt.

Das Set ist sehr geprägt von den letzten zwei Architects-Alben, sowie dem Song „Doomsday“, der der letzte von Tom geschriebene Song ist, aber vor seinem Tod nicht verwendet wurde. Etwas verwundert sind nur einige Fans bei den ersten Tönen der Zugabe: Das Intro von „Memeto Mori“ ertönt, ein Song der zwar schon vor langer Zeit das Licht der Welt erblickte, aber noch nie live gespielt wurden ist. Der letzte Song des Abends „Gone With The Wind“ ist Tom Searle gewidmet und endet mit einem Funkenregen bei dem ein Herz an die Leinwand geworfen wird. Gefüllt mit den Initialen von Tom verdeutlicht es nochmal die Widmung. Tom hat nicht nur in der Band ein riesiges Loch hinterlassen, sondern auch in der gesamten Metalcore-Szene, die durch seinen Tod nun aber ein echtes Stück näher zusammen gerückt ist.

Ich glaube, wenn man am Nachmittag des Folgetages immer noch heiser und völlig fertig vom Konzert ist, kann man gewiss von einem der besten Konzerte seit langem sprechen. Zumindest war es bei mir so der Fall. Ein Abend, auf den ich noch lange mit einem Lächeln zurückblicken werde und mich jetzt schon auf die nächsten Liveshows von allen drei Bands freue.

Das aktuelle Architects-Album gibt es z. B. bei Amazon:
Audio-CD „All Our Gods Have Abandoned Us“, Vinyl-LP „All Our Gods Have Abandoned Us“
und MP3-Download „All Our Gods Have Abandoned Us“

Britische Metalcore-Invasion der Architects: 3 Shows im Januar 2018

Mit großer Vehemenz, spielerischem Können und einem ausgeprägten Arbeitsethos haben sich Architects aus dem britischen Seebad Brighton innerhalb weniger Jahre eine treue internationale Fangemeinde erspielt. Sieben stilistisch stets neu ausgerichtete Alben untermauern ihre Ausnahmequalitäten als brillante Musiker zwischen Metalcore, Mathcore, Post-Hardcore und Progressive Metal. Zuletzt erschien 2016 das siebte Album „All Our Gods Have Abandoned Us“, ihr bislang erfolgreichstes Werk: In vielen Ländern stieg es in die Top 20 der Charts, in Deutschland und Australien sogar in die Top 10. Trotz des tragischen Todes ihres Gitarristen und Gründungsmitglieds Tom Searle im August 2016, geht die Band erneut auf Tournee und arbeitet auch an neuen Songs. Wann diese erscheinen werden, ist derzeit noch unbestimmt. Zu ihren drei Deutschland-Shows zwischen dem 26. und 30. Januar in Berlin, München und Köln bringen sie als Special Guest While She Sleeps mit.

Die Brüder Tom und Dan Searle drückten noch die Schulbank, als sie 2004 ihre erste Metalcore-Band Inharmonic gründeten. Tomübernahm die Leadgitarre, Dan saß hinter dem Schlagzeug. Schnell fanden sie in Bassist Alex Dean, Gitarrist Tim Hillier-Brook und Frontmann Matt Johnson geeignete Mitstreiter und machten sich in der lokalen Szene, trotz ihrer Jugend, einen Namen als eine außergewöhnlich versierte Metalcore-Band. Vorübergehend spielten sie auch unter dem Namen Counting The Days in lokalen Clubs, bevor sie sich 2006 rund um die Veröffentlichung ihres Debüts „Nightmares“ auf den Namen Architects einigten.

Das aktuelle Architects-Album gibt es z. B. bei Amazon:
Audio-CD „All Our Gods Have Abandoned Us“, Vinyl-LP „All Our Gods Have Abandoned Us“
und MP3-Download „All Our Gods Have Abandoned Us“

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Summer Breeze Open Air 2017 – So war der Donnerstag

Zu den sanften Klängen von Muse, die aus den Lautsprechern vom Summer Breeze Open Air 2017-Geländes dröhnen, geweckt zu werden, ist sicher nicht die schlechteste Art wach zu werden. Erst recht, wenn dies zu einem Zeitpunkt passiert, zu dem sich das Zelt noch nicht in eine Sauna verwandelt hat.

Also auf zum Gelände, denn man konnte endlich den Platz vor der großen Hauptbühne betreten und die wundervolle Summer-und-Breeze-Stage bewundern. Vielfach kam da die Frage auf, wo sich diese „ominöse zweite Bühne“ befindet, die überall in der Running Order stand. Nein! Eine richtige zweite Bühne gab es gar nicht, sondern einen Drehteller, der aus einer Bühne quasi zwei machte und die Umbauzeiten auf 10 Minuten und weniger zu verkürzen vermochte. Zusätzlich war die Bühne optisch genial und wurde von zwei riesenhaften Dämonenstatuen an den Seiten flankiert, die in einem Wort einfach nur der Hammer waren. Ich persönlich war sehr begeistert! Sehr begeistert! Ultimativ begeistert von dieser Bühne!

Summer breeze Open Air 2018 Tickets + Infos:

Summer Breeze Open Air 2018 / Summer-Breeze 2018 / SBOA 2018

Firkin (Breeze Stage)
Als erste Band des Donnerstages spielte Firkin auf. Mit ihrem folkigen Stil haben sich direkt in meine Ohrmuscheln gegraben und mein Tanzbein ganz ordentlich zum Schwingen gebracht. Dabei gefiel mir vor allem der reichliche Einsatz der Pennywhistle, die bei dieser Art von Musik nicht immer extrem geil klingt. Ich war leider zu diesem Zeitpunkt des Tages noch reichlich müde und konnte leider weniger als ich wollte, aber eines meiner Highlights, stellt diese Band auf jeden Fall dar.

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The new Roses (Summer-Stage)
Die „Breakfast Rock’n’Roll Party“ startete mit The new Roses, die als Krankheitsvertretung für Xandria eingesprungen sind und einen perfekten, wenn auch sehr anderen Ersatz boten. Mit ihrem technisch einwandfreien Sound haben sie den Platz vor der Bühne ganz ordentlich gerockt und zumindest einen guten Ansatz gehabt, um die Menschen aus dem Land der Träume heraus zu katapultieren. Dass sie das bei den meisten, aber eben nicht bei jedem schafften, bewiesen die vielen Menschen, die trotz der tollen Musik noch in der gleißenden Sonne liegen und schlafen konnten. Ein bisschen Schade, aber um diese Uhrzeit wohl unvermeidbar, dass das Publikum immer etwas braucht um sich auf eine Band richtig einzustimmen.

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Fit for an Autopsy (T-Stage)
Fit for an Autopsy veranstaltete auf der T-Stage ein absolutes Abrissfest und obwohl Deathcore nicht so ganz arg meinem Geschmack entspricht gefiel mir viel, was mir hier um die Ohren gehauen wurde. Die harten Growls passten wunderbar zu der melodiösen Gitarre und die Menge ließ sich zum Großteil sehr gut auf die frühe Prügelmucke ein. Ein paar Langschläfer in den hinteren Reihen schafften es dennoch leider unverändert lethargisch zu bleiben.

Erdling (Camel Stage)
Erdling ist stiltechnisch irgendwie melodiös in die deutschsprachige Gothikrichtung und dabei sitzen sie so dermaßen tief in der Klischeekiste, dass ich ihnen leider auch nicht viel abgewinnen kann und am liebsten den Deckel zugemacht hätte. Ich muss ihnen zu Gute halten, dass sie für die frühe Uhrzeit ganz ungewöhnlich viele Fans vor die T-Stage gezogen haben, die sie ordentlich feierten und jeden Song mitsingen konnten. Na, dann hilft halt nur Schönsaufen!

While She Sleeps (Breeze Stage)
Eine weitere Band, die durch eine sehr melodiöse Gitarrenführung und tolle Growls besticht ist While She Sleeps mit einem hammerharten Metalcore. Dieser hat schon durch die unglaubliche Bewegungsfreude der Band auf der Breeze Stage wahnsinnig toll gewirkt und Fronter Lawrence versteht es mehr als gut das Publikum durch große Gesten anzuheizen. Zum Lohn gab es eine Wall auf Death, aus der schnell ein ansehnlicher CirclePit wurde, der dann auch bis zum Schluss des Gigs nicht mehr kleiner wurde.

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Oceans ate Alaska (T-Stage)
Bei brütender Hitze war mein nächstes Ziel Oceans Ate Alaska Ich kannte sie bis dato nicht, aber der Metalcore traf mich hier leider nicht wirklich ins Herz. Ihr Gesang mutete eher einem Sprechgesang an und das choralartige Gedudel, das dabei von der Platte kam fügte sich meiner Meinung nach nicht gut in den restlichen Stil ein. Extrem voll war der Bühnenvorplatz leider ebenfalls nicht. Der Platz war nicht einmal bis zum ersten Wellenbrecher gefüllt. Was ich den Fans zu Gute halten mag ist, dass alle, die es zur T-Stage geschafft hatten auch außerordentlich gewillt waren zu feiern und zu moshen, dass sich die Balken bogen.

Elbriot 2017 – Core-Sandwich mit ein bisschen wenig Bass

Im 3. Jahr in Folge besuchte ich erst das Wacken Open Air und dann 2 Wochen später das Elbriot 2017. Im dritten Jahr in Folge könnte ich darüber schreiben, wie sehr ich mich nach Wacken über das Riot freue: Eine einfache Anreise zu Fuß vom Hamburger Hauptbahnhof, ein asphaltierter Boden in dem man nicht versinkt, ein übersichtliches Gelände … Aber dieses Jahr wurden mir – bei aller Liebe – auch die Nachteile des Elbriot bewusst. Wie mein Kollege Ty es ausdrückte: Das Elbriot hat für ein Open-Air-Event etwas „wenig Eier“. Zum ersten Mal erlebte ich, wie der gleiche Headliner auf Wacken und dem Elbriot spielte: Megadeth. Und nachdem ich mit zwei Wochen Abstand dieselbe Band mit einem nahezu identischen Set in zwei Locations hörte, wurde mir ziemlich deutlich, um wie viel besser die Anlage auf dem Wacken Open Air war. Ja, der heilige Acker war größer und die Mainstages brauchten daher mehr Druck, damit man auch am Ende vom Infield hörte, wer der kleine Punkt war der gerade auf der Bühne auf und ab sprang.

Aber es war nicht das Volumen was mich störte, es war der fehlende Bass und vor allem die Tatsache, dass die Anlage mit den tiefen Gitarren-Riffs nicht klar kam. Während die normalen Gitarrensoli und auch das Growling von Architects und der Gesang von Children of Bodom sauber ausgespielt wurden, merkte man bei Hatebreed sofort wie die tiefen, dröhnenden Hardcore-Riffs, die die Anlage überforderten. Schuld daran waren bestimmt irgendwelche Dezibel-Regularien für innerstädtische Veranstaltungen die dafür sorgen, dass man auch auf der Freilichtbühne im Stadtpark wegen Bass-Mangel keine Hip-Hop-Acts mehr genießen konnte. Und bestimmt haben diese Regularien auch Daseinsberechtigungen, weil die zu starken Bässe sonst irgendwelche Schäden an der Kanalisation unter der Eventfläche oder psychischen Stress bei den Ratten in den Kanälen auslösen würden. Aber es war trotzdem schade, denn dadurch blieb ein kleiner Wermutstropfen bei dem sonst so großartig durchorganisierten Festival. Mit trockenen Füßen und einer einfachen Anreise. Und natürlich tollen Acts.

Elbriot 2018 Tickets + Infos:
Elbriot 2018 / Elb-riot 2018

Architects

“All our gods have abandoned us” heist das aktuelle Album der Architects. Überschattet vom Tod von Gründungsmitglied Tom Searle, thematisiert das Album Systemkritik an Umwelt und Politik und verkörpert dabei eine unglaubliche Wut, die selbst Hardcore- und Metalcore-Alben nur selten erreichen. Sänger Samuel David Carter gab auf dem Elbriot 2017 dieser Wut wortwörtlich eine unglaubliche Stimme. Mit harten Growls, die zwischen seinen melodischen Gesängen im Kontrast noch härter und aggressiver wirkten, warf er der Welt und den Besuchern seine ganze Energie entgegen als er mit „Nihilist“ und „Deathwish“ sein Set eröffnete. Dieses Level hielt er durchgehend über sein 45-minütiges Set bis „A match made in heaven“ und „Gone with the wind“, zwei Songs die bei weitem nicht so ruhig und romantisch waren wie der Titel vielleicht vermuten ließ.

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children of bodom

Schweden habe ich in der Vergangenheit immer wieder erwähnt. Schweden bringt gute Metalbands hervor. Und Hardrock, wie ich dieses Jahr in Wacken feststellen durfte. Children of Bodom ist eine finnische Band, die mich meine Theorie überdenken ließ, denn vielleicht war es nicht Schweden an sich, sondern grundsätzlich die kalten nordischen Gefilde mit den langen Sommertagen und den nicht enden wollenden Winternächten, die die Menschen da oben jedes Jahr auf‘s Neue heimsuchen und in ihnen Lieder und Geschichten weckt – die mit einer lauten, verzerrten Gitarre zusammen gesungen werden sollten.

Mit großen Sensenmann als Hintergrundbanner und ihrem jüngsten Album „I worship Chaos“ im Gepäck präsentierten die Finnen eine Mischung aus kurzen melodischen Parts zwischen Sequenzen, die sich keiner Tonleiter zu unterwerfen scheinen. Dabei jaulte zwischen den Gitarren auch das Keyboard von „Warman“ Janne Wirman auf, als wäre es eine weitere Lead-Gitarre und duellierte sich sogar kurz mit Gitarrist Daniel Freyborg. Dazu sang Frontmann Alexi „Wildchild“ Laiho Texte über Tod und Leid und einzig Bassist Henkka „T. Blacksmith“ Seppälä stand wie ein Fels in der Brandung auf der Bühne und gab zusammen mit der Doublebass-Drum den Takt vor, der die Besucher mitriss zum Crowdsurfen, Moshen und Headbangen.

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hatebreed

Hatebreed ist die eine Hardcore-Band, die ich auf der EMP Persistance-Tour im Januar vermisst habe. Neben Suicidal Tendencies und Agnostic Front sind Hatebreed einer der großen Wegbereiter für Hardcore und Metal Core. Umso mehr freue ich mich, als Frontmann Jamy Jasta mit seinem neuen Album „The Concrete Confessional“ im Gepäck, das Mikro in der rechten Hand und seine linke Hand zur Pistole geformt auf die Bühne stürmt und mit „A.D.“ und „Looking down the barrel today“ sein Set eröffnet.

Jamy und Hatebreed haben vielleicht nicht so viel Wut im Bauch wie die Architects, aber man merkt ihnen an, dass sie 10 Jahre mehr Bühnenerfahrung auf noch viel größeren Bühnen als dem Riot haben. Während die Architects ihre Wut geradeheraus rausschrien und dafür vom Publikum mit Anerkennung und Empathie belohnt wurden, fraß die Menge Hatebreed vom ersten knallenden Gitarrenriff bis zum letzten „Thank you so much“ aus der Hand. Heavy Metal, Hardcore, Metal-Core – alles ist „Heavy Music“ fasste Jamy treffend die Stimmung auf dem diesjährigen Elbriot zusammen. Und ließ seine Band kurz „Raining Blood“ von Slayer anspielen als sich ein kurzer Regenschauer auf das Riot ergoss.

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Trivium

“Verrücktester Asiate des Heavy Metal?” Bis vor kurzem hätte ich sofort „Herman Li von Dragonforce“ geantwortet. Und auch nach dem Riot würde ich wahrscheinlich immer noch „Herman Li“ sagen wenn man mir die Frage stellen würde, aber Mathew Heafy, Lead-Gitarrist und Sänger von Trivium, wäre eindeutig mit im Rennen. Der durchtrainierte Asiate mit den tätowierten Armen und dem Kurzhaarschnitt  war im zarten Alter von 14 Jahren bereits Gründungsmitglied von Trivium, wurde mit 15 zum Sänger ernannt und gewann mit 20 den Golden God Award von Metalhammer. Mit 2011 durfte Trivium als Vorband von Iron Maiden auftreten, 2013 produzierte Disturbed-Sänger David Draiman ihr Album „Vengance Fall“ und zeigte der Band – die damals schon auf eine mehr hohen Niveau spielte – wie sie ihren Stil noch ein bisschen besser an ihre Fähigkeiten anpassen konnten.

Auf dem Papier könnte man vermuten dass in Florida gerade ein würdiger Nachfolger von Metallica heranwächst. Und auf dem Riot konnte ich mich endlich davon überzeugen, dass der Hype um diese band mehr als Gerechtfertigt war. Neben Hatebreed war Trivium mein persönliches Highlight auf dem Elbriot 2017 (Megadeth hatte ich ja schon in Wacken gesehen).

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bullet for my valentine

Es gibt Bands, bei denen man denkt dass es sie in Mehrfach-Besetzung geben muss, weil sie gefühlt jedes Jahr auf‘s neue auf jedem einzelnen Festival Antrifft. Letztes Jahr Greenfield, Rock im Park und Wacken, dieses Jahr Elbriot, dazwischen unzählige Auftritte auf der ganzen Welt. Wenn man die Waliser mal live erlebt (und wie gerade erwähnt gibt es dafür mehr als genug Gelegenheiten), versteht man wie die Nachfrage entsteht, die so viele Konzerte rechtfertigt. Ja, es gibt sie, die harten, tiefen Riffs und Doublebass aus dem Metal-Core. Aber die klaren Gesänge von Matthew Tuck, die melodischen Gitarren-Rythmen die eher dem Hardrock zuzuordnen sind, und die doch recht gestylte Inszinierung von Frontmann Matthew und Bassist Jamie Mathews sind ziemlich weit weg von dem harten Metalcore eines Hatebreed oder Architects. Und ziehen ein breiteres, eher jüngeres Publikum mit einer höheren Frauenanteil an.

Dabei liefert BMFV eine tolle Show ab. Doch – ohne respektlos gegenüber der BFMV klingen zu wollen – als Warmup vor Megadeth hätte ich mir als Sub-Headliner doch eine etwas härtere Band gewünscht. Wie Hatebreed. Oder Trivium.

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Megadeth

Was soll ich hier noch über Megadeth schreiben, was ich nicht schon vor zwei Wochen in Wacken geschrieben habe? Dass Dave Mustaine es immer noch drauf hatte hatte ich bereits geschrieben, ebenso dass Megadeth sich nicht wirklich verändert hatte und immernoch eine gelungene Mischung aus Komplexen Riffs und harmonierenden Gitarren in Kombination mit den markant systemkritischen Texten. Wenn man eine Band mit zwei Wochen Abstand noch mal auf einem Festival sieht, bemerkt man die kleinen Unterschiede. Natürlich auch in der Setlist, immerhin hatte Megadeth in Wacken mehr Zeit als auf dem Riot, so dass das Intro kürzer war, und nach dem Eröffnungssong „Hangar 18“ direkt „The threat is real“ folgte. Oder dass am Ende nach „Symphony of Destricuton“ „Mechanix“ weggelassen wurde und sofort „Peace sells“ und „Holy wars“ kam – ohne dass man die Zeit hatte nach einer Zugabe zu schreien.

Die wichtigen Unterschiede merkt man jedoch während der Songs. Wo stehen die Musiker, was machen sie, wie bewegen sie sich aufeinander zu oder voneinander Weg. Und was für Ansagen kommen zwischen den Songs. Was beim ersten Mal noch natürlich wirkte, kann beim zweiten Mal doch inszeniert erscheinen, weil man da erst merkt dass sich alles genau so abspielt wie beim ersten Mal. Dies kann in der Form natürlich beabsichtigt sein, und ist bei Bühnenshows die eine Story erzählen ein muss. Bestes Beispiel dafür ist die Show eines Alice Cooper, die schon fast einer Live-Theater-Aufführung gleicht.

Bei Megadeth gab es beide Male keine großen Ansagen, dafür nahm sich Dave weder in Wacken noch auf dem Riot die Zeit. Viel lieber spielte er mit seiner Band die Songs runter die Megadeth groß gemacht hatten. Keiner von ihnen folgte dabei vorgegebenen Routen oder Griff auf einstudierte Gesten zurück. Dadurch entwickelte das (für mich) zweite Megadeth Konzert eine etwas andere Dynamik auf der Bühne, obwohl Musikalisch alles wie beim ersten Mal war. Schön zu sehen, dass der Spaß und die Energie die die Metal-Legende nach all den Jahren immer noch auf der Bühne abliefern echt ist, und nicht durchchoreografiert wie bei manch anderen.

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Parkway Drive fegen nur so durch Köln und Hamburg

Die Australier von Parkway Drive haben sich längst zum Metalcore-Importschlager etabliert. Das Palladium haben sie zuletzt gemeinsam mit Heaven Shall Burn 2014 voll gemacht. Jetzt sind sie mit neuem Album im Gepäck zurück. „IRE“ heißt der Silberling, der seit 25. September 2015 erhältlich ist. Grund genug die Bretter, die die Welt bedeuten, wieder ordentlich zum Brennen zu bringen. Im Gepäck haben sie dabei Thy Art Is Murder und Architects.

Erstere eröffnen den Samstag Abend im ausverkauften Palladium. Viele Zuschauer sind noch im Vorraum unterwegs, doch der Stimmung im vorderen Hallenteil tut das keinen Abbruch, als die australische Deathcore-Formation die Bühne betritt. Den Platz am Mikrofon hat Nick Arthur (Molotov Solution) übernommen, nachdem Sänger Chris Mcmahon Ende Dezember die Band verlassen hatte. Und so bebt schon in der ersten halben Stunde der Zuschauerraum im Palladium ganz ordentlich. Das Publikum hat Lust zu feiern und so wird kräftig gemosht. So macht es auch wenig aus, dass die Musiker auf der Bühne lediglich als Schatten wahrgenommen werden können, weil sie in einfarbiges, buntes Licht getaucht werden.

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Bildergalerie: THY ART IS MURDER live in Köln:

Im Anschluss war es an den Architects, die Stimmung weiter auszubauen. Die Jungs aus Brighton, England sind in der Domstadt ebenfalls keine Unbekannten. Zuletzt rockten sie im Februar 2015 den ausverkauften WDR Rockpalast in der Live Music Hall. So ist es nicht verwunderlich, dass sich zahlreiche Fans der Künstler im Publikum finden. Die Formation rund um Sänger Sam Carter knüpft nahtlos an die Energie ihrer Vorgänger an und treibt diese zu weiteren Höhepunkten. Der Moshpit in der ersten Hallenhälfte ist beständig und auch im hinteren Teil wird es immer voller und aktiver. Gut 40 Minuten lang fegen Architects über die Bühne und sorgen rundum für gute Laune.

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Bildergalerie: ARCHITECTS live in Köln:

In der Umbaupause sorgt dann vor allem der Soundtechniker dafür, dass die Stimmung in der Halle nicht abreißen kann. Mit „Final Countdown“ lockt er auch die letzten Raucher zurück und 4.000 Zuschauer werden so zu einem großen Chor. „Don’t Stop Believing“ (Journey) und „Bohemian Rhapsody“ (Queen) werden gefeiert, bejubelt und vom übereifrigen Pit sogar zu einer skurrilen Runde moshen genutzt.

Bildergalerie: PARKWAY DRIVE live in Köln:

Und auch optisch wird endlich alles geboten, was eine gute Show hergeben kann. Konfetti, Feuersäulen und Funkenregen sorgen für optische Effekte. Die Bühne ist stilvoll ausgeleuchtet und setzt so die Musiker perfekt in Szene. Und auch beim Sound stimmt alles. Was kann sich der Musikfan mehr wünschen?

So wird der Abend zu einem Feuerwerk für alle Metalcore-Fans in der Halle. Drei hervorragende Bands, die mit viel Leidenschaft, Energie und Begeisterung das Publikum zum Kochen gebracht haben. Dazu ein Publikum, das diese Begeisterung und Energie nur teilen konnte und die Künstler so gebührend zu feiern wusste, wie sie es verdient haben. Was bleibt da noch zu sagen? Bitte mehr davon!

Bildergalerie: PARKWAY DRIVE live in Hamburg:

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Dreier-Gespann in der Berliner Columbiahalle: Parkway Drive | Architects | Thy Art is Murder

Mit der Erwartung, etwas aus der Zeit in der man damit begonnen hat Metalcore oder Hardcore zu hören, beginnt mein Abend. Thy Art Is Murder, aber im besonderen Architects und Parkway Drive sind keine Unbekannten. Jeder der sich ab seiner frühesten Jugend für Metal interessiert hat, hatte entweder ein Parkway Drive-, Suicide Silence- oder Architects-Hoodie von Impericon im Schrank zu hängen. Dementsprechend waren auch meine Erwartungen – professionell, musikalisch herausragend, aber trotzdem noch authentisch. Alle drei Attribute sollten sich an dem Abend bestätigen, jedoch in einer unerwarteten Kombination.

Thy Art is Murder eröffnen den Abend in der gut gefüllten Columbiahalle. Das relativ junge Publikum, welches sich zwischen „Hardcore-Fan“ und „Freizeit-Metaler“ bewegt, reagiert auf die Show von TAIM eher verhalten. Einerseits mag es an der lustlosen Performance der Band gelegen haben, andererseits kann ich dafür auch Verständnis aufbringen. Eine Band, die vor kurzem von ihrem Frontmann verlassen wurde, muss sich erst mit der neuen Situation und ihrem neuen Sänger – Nick Arthur – zusammenraufen. Die ersten zaghaften Versuche, die Meute zu einem Circle-Pit zu motivieren, gelingen dennoch recht passabel. Dennoch kommt in den oberen Reihen keine gute Stimmung auf. Authentisch war hier also nur die „wir spielen das Konzert jetzt einfach mal herunter!“-Einstellung.

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Bildergalerie: So war THY ART IS MURDER live:

Weiter geht es nach einer kurzen Pause mit Architects. In gewohnter Hardcoremanier stimmt Frontmann Sam das Publikum mit vielen Songs des aktuellsten Albums „Lost Forever/Lost Together“ ein. Nachdem der Architects-Lichtmann die ersten drei Songs zu Tisch war, gibt er jetzt bei dem Song„C.A.N.C.E.R“ vom Strobolicht alles. Mit„Naysayer“ erreicht die Stimmung den vorläufigen Höhepunkt. Nahezu die Hälfte des Publikums wandelte die Dynamik des Songs in entfesselte Bewegungsenergie um. Musikalisch gesehen konnten die Briten überzeugen, das Publikum hatte Spaß. Sätze wie: „Verdammt ich bin jetzt schon echt kaputt“ waren nicht selten nach dem Konzert zu hören. An mangelnder Bewegung hat es dem Pit in keinem Fall gefehlt.

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Bildergalerie: So waren die ARCHITECTS live:

Nachdem der Headliner des Abends das Publikum 45 Minuten auf sich warten lässt, knallt es aber gleich im ersten Song! Plötzlich fliegt der Vorhang mit dem aktuellen Albumcover IRE herunter und Konfettikanonen schießen den Metalheads entgegen. An diesem Abend gibt es eine kleine Veränderung in der Konstellation: Gitarrist Andy Marsh von Thy Art Is Murder übernimmt den 4-Saiter auf dieser Tour.

Nachdem nun auch das Personal die letzten Sicherungen wieder gefunden hat, folgt ein infernales Lichtgewitter, als müsste man das Potenzial der beiden Vorbands wieder aufholen. An Tagen einem Tag wie diesem, muss ich an Lemmy denken. Warum kann man als befreundete Band nicht auch PA und Licht teilen? Die Bühne, die nur aus schwarzen Podesten ohne die dazu gehörigen Verstärker besteht, wirkt leer und irreal. Das komplette Set der Australier wirkt fremd. Eventuell ist dies Parkway Drive sogar bewusst, da sie zu Beginn der Show ein wenig lustlos und aufgesetzt wirken. Die mittlerweile zu einer Volks-Metalband herangewachsenen Bandmitglieder, gehen jetzt mit Hemd und Retro-Designershirts auf die Bühne und geben ihre neusten Hits ohne Sound-Flair zum Besten.

Bildergalerie: So war PARKWAY DRIVE live:

Der einst so lebhafte Sound der Australier ist nun digitalisiert und klingt immer etwas nach Steckdose. Musikalisch verdammt professionell, aber leider manchmal etwas zu perfekt und durchgeplant. Trotzdem scheint es den Zuschauern gut zu gefallen. Vor der Bühne werden die Crowdsurfer am Feuer, das in einer Reihe hinter und vor der Bühne hochflammt, von den äußert präzise geschulten Securitys entgegengenommen. Kurz bevor die Formation aus Down Under das gute alte Stück „Romance Is Dead“ zum Besten gibt, hört man schon die wie mit Helium gefüllte Stimme des Sängers. Nach ihrem aktuellen Hit IRE steht Winston mit einer bengalischen Fackel vor seinem Berliner Publikum und zu Ende geht das Konzert dann mit einer gigantischen Funkenwand, die von der Hallendecke herunter rieselt.

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Danke an:
Felix Schulz (Text) und Christoph Eisenmenger (Fotos)