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Machine Gun Kelly bei Rock am Ring 2023 am Sonntag

Richard Colson Baker aka Machine Gun Kelly (MGK) hat seit 2019 jeweils je ein erfolgreicheres Jahr nach dem anderen hingelegt. Durch sein Mitwirken im Film „Bird Box“ ist er neben Sandra Bullock und John Malkovich seinem Ziel gen Hollywood näher gekommen und als Tommy Lee in der Band-Biographie-Verfilmung von Mötley Crües „The Dirt“ hat er eine überzeugende Rolle gespielt. Der talentierte MGK hat extra dafür Schlagzeug spielen gelernt und sich die typischen Stick-Twirls von Lee drauf geschafft.

MGK, der Mann-der-vielen-Kollaborationen hat darüber hinaus schon mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet, darunter auch Yungblud, Bring me the Horizon, Willow, Travis Barker (Blink 182), Blackbear, Kid Rock, X Ambassadors, Hailee Seinfeld, French Montana, Steve-O, Camila Cabello, Danny Avila, Chief Keef – um nur einige zu nennen. Seit Machine Gun Kelly in 2017 von Sean Combs (P. Diddy) auf der großen Musikmesse SXSW in Austin, Texas entdeckt worden ist, hat er sechs Studioalben herausgebracht – wovon alle sogar zeitweise in den verschiedensten, weltweiten Charts vertreten waren. Und sein Musikstil? Eine Mischung aus Pop, Rap, Metal, Emo und Rock. Die Zuschauer vor der Hauptbühne und das sind dermaßen viele, sind kaum zu halten. Bei diesem Auftritt treffen Melancholie, Aggression und Depression ungebremst aufeinander. Da brechen in Sekundenschnelle die Moshpits auf. Machine Gun Kelly liefert einen absolut authentischen Auftritt, in den er nicht nur viel Herzblut steckt, er zeigt auch einmal mehr, dass ihm das „Bad Motherfucker-Image“ genauso herrlich steht, wie die gefühlvolle Softie-Seite. Und für alle Fans von Bring me the Horizon, die noch am späten Abend auftreten, kommt Sänger Oli Sykes auf die Bühne für eine gemeinsame Performance zum Songs „Maybe“.

Mehr Fotos von Machine Gun Kelly bei Rock am Ring 2023 am Sonntag sowie jeder Menge anderer Künstler und der Atmosphäre, findet ihr auf stagr.de

Volbeat bei Rock am Ring 2022 am Sonntag

Es ist Zeit für den dritten und letzen Festivaltag und das bedeutet, Headliner bei Rock am Ring 2022 am Sonntag sind Volbeat. In 2016, als Rock am Ring zwischenzeitlich in Mendig gastierte, waren Frontmann und Sänger Michael Schøn Poulsen und seine drei Bandkollegen Rob Caggiano, Kaspar Boye Larsen und Jon Larsen schon mal hier. Aber eindeutig zu lange her, finden wir.

Mit ihren Hits aus über 21 Jahren Bandgeschichte gehen die dänischen Rocker genauso an den Start, wie mit Songs ihres aktuellen Albums „Servant of the Mind“. Ihre Show ist ein grandioses Erlebnis, denn Volbeats Stil aus Metal, Rock ’n’ Roll, Punkrock, Country und Blues ist vor allem live auf der Bühne ein echtes Brett! Michael Poulsen zweigt sich in absoluter Bestform und lässt seine Rock’n’Roll-Stimme über das Gelände schallen. Neben ihm Gitarrist Rob Caggiano, der gern mit Grimassen und Posen auf sich aufmerksam macht. Es gibt kraftvollen Sound, ihr Mix aus Metal und Rockabilly hat einfach Charme und Charakter.

Korn bei Rock am Ring 2022 am Sonntag

Auf der Utopia Stage wird das Bühnenbild in mystisches blau gehüllt, welches auch das weltberühmte Logo der Band anstrahlt. Korn lassen es sich nicht nehmen und starten mit einem alten Brecher – „Falling Away From Me!“. Die Band betritt die Stage. Die Besucher sind sichtbar aufgeregt und geben von Sekunde eins an alles.

Nachdem die Nu Metal-Urväter Korn im Februar 2022 „Requiem“ und dazugehörige Deutschlandkonzerte veröffentlichten, war die Begeisterung groß. Nach vielen Experimenten mit verschiedenen Stilrichtungen gehen die Jungs aus Bakersfield damit zurück zu ihren musikalischen Wurzeln und präsentieren sich härter und intensiver als in den letzten Jahren. Jonathan Davis (Gesang), James „Munky“ Shaffer (Gitarre), Reginald „Fieldy“ Arvizu (Bass), Brian „Head“ Welch (Gitarre) und Ray Luzier (Schlagzeug) dürfen auf ein bestens gelauntes Publikum blicken.

Die Combo ist ein eingespieltes Team, kein Wunder nach 29 Jahren Bandgeschichte. Und doch haben sie keinen Funken Spielfreude verloren und schäkern miteinander und auch mit den Fans. Das alles natürlich auf höchstem musikalischen Niveau, ganz wie es langjährige Fans von ihnen gewohnt sind.

Marteria bei Rock am Ring 2022 am Freitag

Am späten Abend geht bei Rock am Ring 2022 am Freitag eine echte Deutsch-Rap-Größe auf die Mandora Stage. Deutsch-Rapper Marten „Marteria“ Lacinys ist nicht zum ersten Mal auf dem Gelände des Nürburgrings. Bereits in 2017 hat der gebürtige Rostocker als Top-Act hier gestanden und in 2019 hat er gemeinsam mit Rap-Kollege Casper hier nahezu die Bühne abgerissen. Den RaR-Fans ist es ein Fest, damals wie heute. Marteria steht für Deutsch-Rap der mitzieht und Headliner-würdig ist, denn er er hat sein Publikum absolut im Griff.

Zusammen mit seiner Liveband und DJ-Unterstützung von Nobody’s Face und Kid Simius wird auf den Putz gehauen und die Zuschauer drehen massenhaft durch. Dazu gibt es Rauchbomben und Bengalos. Marteria steht aber ebenso für geniale Video, Licht- und Laser-Shows wie seine grandiose Musik. Nächtlicher, druckvoller Vollabriss, so wie man das von Marteria kennt.

25. Festivalgeburtstag: Rock im Park feiert mit starkem Line-up

Im Süden Deutschlands findet am Wochenende vom 5. bis 7. Juni 2020 parallel zu Rock am Ring 2020 auf der traditionsreichen Rennstrecke in der Eifel auch wieder das Partner-Festival Rock im Park 2020 statt. Auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg feiert das Open Air-Event sein 25-jähriges Jubiläum, während am Nürburgring der 35. Festivalgeburtstag gefeiert wird.

Veranstalter Live Nation hat mittlerweile jede Menge Bands für drei unvergessliche Festivaltage verkündet. Dabei sind bereits die Headliner Green Day, Volbeat und System of a Down bestätigt, darüber hinaus gehen auch Heaven Shall Burn, Korn, Disturbed, Powerwolf, Alan Walker, August Burns Red, Weezer, Yungblud, Bilderbuch, Billy Talent und viele weitere Künstler an den Start.

Tickets für Rock im Park 2020 könnt ihr in verschiedenen Kategorien kaufen, bei Eventim bekommt ihr das 3-Tages-Festival-Ticket für 201,00 Euro – darin enthalten ist das Camping bzw. Green Camping, ihr könnt aber auch auf VIP upgraden für 442,00 Euro. Viele weitere Informationen, auch zu verschiedensten anderen Festivals in Deutschland, Europa und der Welt, findet ihr natürlich auch in unserer Festival-Datenbank.

Rock am Ring 2020 / RaR 2020

 

 

Rock am Ring 2019 am Sonntag – Unsere Highlights

Am letzten Festivaltag auf der Rennstrecke in der Eifel greift der Wettergott noch ein mal in die Trickkiste und beschert sonnig-warmes Wetter. Was den Abschied am Abend natürlich nicht leichter macht. Nach den beiden windigen, kühleren Tagen, nehmen die 85.000 Festivalbesucher das perfekte Wetter gerne an und präsentieren noch einmal auf der weiblichen Seite die knackigen Hot-Pants und modischen Outfits – auf der Herrenseite gibt es freie Oberkörper und coole Shorts.

Auch an der Musikfront geht es natürlich noch einmal mit Bands der Extraklasse am dritten Festivaltag weiter. An den Start gehen u.a. Atreyu, Alligatoah, Coldrain, Eagles of Death Metal, The BossHoss, Tenacious D, Kontra K und der wohl meist mit Neugierde erwartete Auftritt der Nu-Metal-Legenden und Gruselmaskenträger Slipknot. Sie besetzen die Position des dritten Headliners für den Rock am Ring 2019 am Sonntag. Es ist das dritte Jahr nach ihrem letzten Auftritt zur gleichen Gelegenheit nur an anderer Stelle, denn damals war es der Standort Mendig, an dem die weltberühmte Band um Frontmann Corey Taylor zuletzt aufgetreten ist. Zu guter letzt werden Marteria & Casper mit ihrem gemeinsamen Auftritt das Finale und gleichzeitig Ende des diesjährigen mega Rock-Events am Nürburgring einläuten.

INFOS und Tickets rock am ring 2020

Atreyu

Auf der Volcano Stage startet am Sonntagnachmittag eine Band, die größtenteils im Metalcore verankert ist. Eingeflogen extra aus Kalifornien, zeigen sich die Coreler voller Spiellaune und Energie. Leider hat die Band Sänger Alex Varkatzas aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig durch Drummer Brandon Saller ersetzen müssen – ob die Band dadurch einen Nachteil hat? Keinesfalls. Als wäre diese Besetzung in ihrem eigentlichen Element, holt der heutige Frontmann stimmlich und die restliche Gruppe alles aus ihren Körpern und Instrumenten heraus. Gepaart mit abwechslungsreichen Elementen aus demUS-Mainstream-Rock, wird es hier auf keinen Fall langweilig. Das zeigt sich auch im Publikum. Anfangs noch etwas verschlafen, ist nach wenigen Minuten der Funke auch im Field übergesprungen. Dort wird nach Herzens Lust gegröhlt und gepogt. Aus dem an sich überfüllten Genre Metalcore stechen Atreyu eindeutig heraus, nicht zu letzt wegen ihrer tiefgründigen Texte und der emotionalen, teils melancholischen Gesangsparts die durch die einmaligen Stimme von Schlagzeuger Brandon Saller perfekt verschmelzen.

DVTCH Norris

DVTCH NORRIS alias Fahad Seriki ist ein Rapper aus Antwerpen/Belgien. Anfang 2016 ist DVTCH mit seiner ersten Single „Caught Up“ in Erscheinung getreten und hat mit der Single „Seeking Closure“ seinen Durchbruch erlebt. Diese Zusammenarbeit mit einer der Schlüsselakteure der belgischen Hip-Hop-Szene – Coely – hat DVTCH seine erste goldene Schallplatte eingebracht. „BLESSED“ feat. Yann Gaudeuille ist eine neue Single und die erste Leistung im aktuellen Jahr. Damitbietet DVTCH eine brillante Reise durch Soul, Trap und orientalische Klänge.

Coldrain

Auf der Alterna Stage bietet sich den Zuschauern am frühen Abend moderner Alternative Rock/Post-Hardcore aus Japan. Von melodisch bis hammerhart hat diese Band alles in ihrer Trickkiste. Sie sind nicht umsonst eine der erfolgreichsten Bands aus Japan. Der ein oder andere kennt Coldrain bereits von ihrer Tourbegleitung bei Bullet for my Valentine. Ihr Sound ist eine gesunde Mischung aus Clean-Vocals und Screams, die für eine ausgewogene Rockmischung sorgen. Die Jungs um Frontmann Masato prügeln ein wahrhaftiges Brett auf die Bühne.

brkn

Weiter geht es mit BRKN – dem deutschen Rapper, Sänger und Musikproduzenten mit türkischen Wurzeln. Der 28-jährige heißt mit mit bürgerlichem Namen Andac Berkan Akbiyik und hat der Einfachheit halber daraus den Namen BRKN gemacht. Der Musiker spielt Klavier und Saxophon seit er sechs ist und hat mit 12 dann begonnen zu rappen und zu singen. BRKN lebt in Berlin-Kreuzberg, wo er geboren und aufgewachsen ist. Bevor er seine Solokarriere begonnen hat, ist er bereits als Produzent und gern gesehener Featuregast tätig gewesen, zB bei Künstlern wie RAF 3.0, K.I.Z, Mach One und Said. Seit 2014 wandelt er auf Solopfaden und seit 2016 macht BRKN monatlich die musikalische Live-Latenightshow im Tiyatrom in Kreuzberg, zu der er prominente Persönlichkeiten einlädt.

KC Rebell

Mit seinem aktuellen, seit April 2019 erschienenen Album „Hasso“, ist KC Rebell am Nachmittag auf der Crater Stage. Fans lieben den Deutsch-Rapper mit kurdischer Abstimmung vor allem wegen seiner extravaganten und exzentrischen Texte sowie die ganz eigenen, abwechslungsreichen Beats und die Stimmung, die er darin transportiert. Das neue Album stößt nicht überall auf Gegenliebe, da KC Rebell den derzeitigen Autotune-Trend mitgemacht. An den Erfolg von Vorgänger „Abstand“ kann er nicht anknüpfen. Bei seinem Liveauftritt merkt man natürlich nichts von einem Zwiespalt in der Fangemeinde. Wer hier heute steht um die Raps des 29-jährigen zu sehen und zu hören, der feiert ausgelassen und gröhlt textsicher jede Zeile mit.

Godsmack

Am frühen Nachmittag warten vor allem die männlichen, bärtigen, eingefleischten Godsmack-Fans auf den langersehnten Auftritt der Bostoner bei Rock am Ring 2019 am Sonntag. Gerade im März auch hierzulande auf Tournee, sind Godsmack nun auch bei RaR und RiP. Nachdem ihre Auftritte letzen Jahres aufgrund eines familiären Todesfalles verschoben wurden, sind Godsmack nun endlich wieder hier und bereit, das Infield zum Beben zu bringen. Auch wenn das neue Album „When Legends Rise“ mit den ursprünglichen Alben von Godsmack nichts mehr zu tun hat und eine andere Richtung einschlägt. Irgendwann hat man eben auch mal Lust etwas anderes auszuprobieren. So oder so – die Fans freuen sich heute auf das knapp einstündige Konzert.

Nach kurzem „We will rock you“– Intro, preschen die vier Hard-Rock-Legenden auf die Bühne und legen mit „When legends rise“ einen starken Auftakt hin. Der Euphorie und Feierwilligkeit vor der Bühne kann man sich nicht mehr entziehen. Jeder Song wird textsicher mitgegröhlt, der eine oder andere Besucher zückt die Luftgitarre und eigentlich sind immer tausende Pommesgabeln in der Luft. „Cryin like a bitch“, „Awake“ – die Live-Setlist lässt keine Wünsche offen. Sogar ein Beatles-Cover von „Come together“ werfen Godsmack mit in den Topf. Schweiß, Bier und Testosteron liegen in der Luft.

Amon Amarth

Mit „Berserker“ ist erst seit 3. Mai 2019 das neuste Werk der Melodic-Death-Metal-Band aus Schweden draußen. Und in der Fangemeinde ist natürlich längst klar, hier sind die Amon Amarth-typischen Heavy Metal-Hymnen, die man hören will. Passend zum Album-Release ist die fünfköpfige Band dieses Jahr auch wieder am Nürburgring. Der letzte Auftritt ist gar nicht so lange her, 2016 haben Amon Amarth noch am Standort Mendig ihren Sound zum Besten gegeben. 1992 zogen Frontmann JohannHegg und seine Mannen aus, um den Metal von Stockholms Vorörtchen Tumba in die große weite Welt hinauszutragen. Neben In Flames und At the Gates zählen Amon Amarth zu den Pionierbands dieses Subgenres, und man kann durchaus behaupten, dass sie es maßgeblich geprägt haben. Was die Fans heute erwarten, bietet das Quintett natürlich auch nur allzu willig: eine geile Mischung aus Death Metal und klassischem Metal, in dem lyrisch die nordischen Mythologie und ihre Vorfahren die Wikingern vorkommen. Die Schweden hauen richtig rein und holzen los. Die Herren Mikkonen und Söderberg überzeugen mit erstklassigen Gitarrenspiel. Die Band steht einfach für unwiderstehliche Melodie-Bögen, gewaltige Wut-Ausbrüche und Gänsehaut-Momente.

The BossHoss

Seit über 15 Jahren existiert The BossHoss mit ihrem Pop-Country-Mix bereits. Dabei sind die Mitglieder Boss – Alec Völkel (Gesang), Hoss – Sascha Vollmer (Gesang, Akustikgitarre) sowie die restlichen fünf Mitglieder Russ (Gitarre), Guss (Kontrabass), Frank (Drums), Hank (Mandoline, Mundharmonika, Waschbrett) und Ernesto (Percussion, Melodika). Mit dem aktuellen Album „Black is Beautiful“ (VÖ 10/2018) sind die Berliner Country-Rocker The BossHoss im Frühling bereits auf großer, gleichnamiger Tournee gewesen. Dabei hat die siebenköpfige Band natürlich wieder alle Erwartungen übertroffen. Klar, dass auch am Nürburgring keine Ausnahme gemacht wird. Mit jeder Menge Pyro und gewohnt energiegeladen zeigt die Band eine mitreißende Show aus Cover-Interpretationen und schlagkräftigen Eigenkompositionen. Vor dem neuem Bühnenbild und mit altbekannten Hits sowie auch Songs des neuen Werks, schmettern Boss, Hoss und Co. über Gitarre, Kontrabass, Posaune, Trompete und einige Instrumenten mehr. Im Publikum kocht derweil die Stimmung nach oben und die beiden Frontmänner ziehen ihre lässige Macho-Cowboy-Nummer durch.

KOntra K

Der charismatische Familienvater, Boxer und Coach schreibt in seinen Songs bekanntlich gern über sich selbst und über sein Leben. Dabei gewährt er tiefe Einblicke in seine Persönlichkeit. Und da liegt auch schon das Geheimrezept seines Erfolges: Identifikation. Denn seine rasant wachsende Hörerschaft findet sich problemlos in seinen Texten wieder. Vor der Crater Stage ist es rappelvoll, als am frühen Abend die Silhouette von Maximilian Diehn auf der Bühne zum Vorschein kommt. Im Publikum herrscht sofort absoluter Ausnahmezustand. Das Gekreische der Frauen übertönt fast die Musik und die unendlich vielen Handykameras starren gespannt auf die Bühne. Energiegeladen, gut gelaunt und natürlich gutaussehend, stürmt Kontra K die Bühne und liefert eine unglaubliche Performance. Für die zahlreichen weiblichen Fans zieht Kontra K natürlich wieder einmal blank und rappt sich oberkörperfrei durch sein Set. Wo andere Rapper eher auf unnahbar machen, lässt Kontra K seine Fans lieber an sich heran. Berührungsängste kennt der Berliner nicht, er reicht den ersten Reihen die Hände, lässt sich auf dem vorderen Wellenbrecher umarmen und anfassen und rappt seine Hits gemeinsam mit den begeisterten Fans.

Tenacious D

Die Band und deren Sounds ist absolut nichts für empfindliche Ohren. Das böse F-Word ist hier allgegenwärtig! Fans der komödiantischen Rockband – bestehend aus Schauspieler + Sänger Jack Black sowie Gitarrist und Sänger Kyle Gass – lieben es. Das ist Musik, die Spaß macht. Was man da zu hören (und zu sehen bekommt), ist lustig, selbstironisch und absolut schonungslos. Für viele ist der bekannte Filmschauspieler Jack Black der Einstieg in das hochgelobte Musikprojekt Tenacious D. Wer kann sich schon vorstellen, das er, gemeinsam mit einem anderen musikalisch begabten Menschen und zwei Akustikgitarren, so deftigen Rock zaubern können.  JB and KG schaffen eine instrumentale Bandbreite und Anzahl an Stilrichtungen, die geradezu überwältigend ist. Ihre Texte sind ein Musterbeispiel für kreatives Fluchen und das elegante aber vor allem witzige Verpacken von Obszönitäten. Und dabei hört es sich noch klasse an und rockt, das sich die Balken biegen. Auf der Bühne geben die Jungs samt Bandbegleitung Gas, im wahrsten Sinne. Vor der Bühne tobt die Masse, während Jack den Mob wild antreibt und Saiten-Hexer Kyle das Instrument bearbeitet.

Alligatoah

Crater Stage frei für den Wortkünstler mit Spaßfaktor. Zum Vorschein kommt ein neues Bühnenbild mit verspielten Tapeten und einem 30er Jahre Charme des Filmsets vom „Grand Budapest Hotel“ angeglichen. Während die Band verteilt auf den Balkonen des Hotels „Kalliforniah“ sitze, nehmen Gitarrist und Klarinettist unten vor dem Hotel Platz. Alligatoah selbstverständlich in der Mitte. Lukas Strobel (so sein richtiger Name) und Fan verrückter Auftritte und Verkleidungen, trägt ein komplett gelbes Outfit, bestehend aus Frack, Pluderhose und Hut. Auch seine Musikerkollegen haben sich farblich angepasst, sie alle tragen gelbe Bademäntel und Rapkollege BattleBoi Basti glänzt im gelben Pagenkostüm.

Von der ersten Sekunde an hat der Deutschrapper, Sänger und Produzent seine Fans „im Griff“. Jubelschreie, Fanchöre und jede Menge glückliche Gesichter. Die meiste Zeit gleicht die Liveshow einem unterhaltsamen Theaterstück. Wer Alligatoah und seine Shows kennt, der weiß natürlich, dass es nie langweilig wird. Da lässt sich der Schnautzbart-Träger mal in einer Mülltonne über die Bühne schieben, die Möbel vom „Hotel Kalliforniah“ werden kurzerhand zerschmettert und es gibt jede Menge theatralischer Moderationen zwischen den Songs. Dank der kurzweiligen Elemente und einem brillanten hin und her zwischen Alligaotah und Rapper Basti, gipfelt alles in einer witzig anzusehenden Show.

Bastille

Das Abendprogramm gestaltet die Indie-Rock-Band Bastille mit. Das Londoner Quartett ist der am meisten verkaufte Debüt-Act aus 2013 und längst nicht nur in England erfolgreich, sondern bricht weltweite Chartrekorde. Vor fünf Jahren etwa haben die Vier mit „Pompeii“ ihren ersten internationalen Top-Ten-Hit gelandet. In den USA hat der Song eine fünffache Platinauszeichnung erhalten, in Großbritannien ist er sogar knapp zwei Jahre ununterbrochen in den Charts hoch und runter gelaufen. Das Debüt „Bad Blood“ ist zum absoluten Hitseller geworden. Als absolutes Kontrastprogramm zu dem auf der Hauptbühne – da prügeln Slipknot sich selbst und den tosenden Massen die Energie aus dem Leib – spielen Frontmann und Sänger Dan Smith und seine Bandkollege auf der Crater Stage – und dort bietet Ihnen das Publikum einen gebührenden, euphorischen Empfang. Das Indie-Quartett erschafft sofort ein atmosphärisches Flair, untermalt durch Farben, Effekte und eine riesengroße Stoffwand, die von einem Beamer bespielt wird. Sie bieten live dynamischen Sound, der von den Drums nur so getrieben wird, ihre Texte und Themen sind vielschichtig, die Melodien eingängig – so schenken Bastille heute Gänsehaut und Glücksgefühle. 

Slipknot

Für den letzten Festivaltage bei Rock am Ring 2019 am Sonntag gibt es nun noch genau zwei große Highlights. Nummer eins hiervon sind Slipknot. Die Nu-Metal-/Alternative Metal-Band ist vor allem auch durch ihre Gruselmasken und das wilde Bühnenkonzept bekannt. Etwas, dass an ihrem weltweiten Erfolg mit Sicherheit eine tragende Rolle spielt und weshalb sich vor der Crater Stage heute noch einmal jede Menge (teils maskierte) Zuschauer versammeln. Zuletzt bei RaR auf der Bühne im Jahr 2009 und dann wieder in 2015 gewesen, haben sich sich die deutschen Fans der schwermetallischen Klänge die Truppe um Frontmann Corey Taylor erneut herbeigesehnt. Schließlich sind ihre Liveshows mehr als sehenswert, wenn die Musik auch nicht etwas für jedermann ist. Slipknot lassen von der ersten Sekunde an eine regelrechte Flut aus Licht- und Farbenspiel über die Massen hereinbrechen – damit geht das energische Konzert los. Ein explosiver Abschluss für Rock am Ring 2019! Völlig wildes Treiben herrscht auf der Bühne, ekstatisch fliegen die Finger über die Saiteninstrumente und drumherum geben die Trommler dem Ganzen ihren Takt vor. Diese prügeln jede noch so tiefsitzende Aggression aus ihren Körpern heraus. Slipknot fackeln gleichermaßen ein Hit-Feuerwerk ab und geizen nicht mit Feuereffekten.

Eagles of Death Metal

Death Metal ist ja eher ein ernster, morbider Musikstil. EODM sind das eigentlich gar nicht. (Selbst)ironisch spielt diese Band mit sämtlichen Rock’n’Roll-Klischees und das zieht sich durch alle bisherigen Alben und Songs. Auf der Alterna Stage ist parallel zu Headliner Slipknot nicht so viel los, wie die Eagles es verdient haben. Immerhin, einige Fans wissen, was ihnen hier live geboten wird und sind Feuer und Flamme für diesen Auftritt. Frontmann Jesse Hughes aka „The Devil“, ist Meister der Grimassen und strotzt nur so vor Energie und Charme. Mit Blues, Boogie und Rockabilly ist der Garage-Rock der Eagles verfeinert und obendrauf gibt es Sexappeal und Testosteron – was die einzelnen Bandmitglieder nur so versprühen. Die Liveshow der Eagles Of Death Metal ist mitreißend und sprüht vor Entertainment und Ekstase. Dabei geben sich die drei Herren plus Dame aus den USA wortgewandt witzig.

Marteria & Casper

Dieser Auftritt von „Cas & Mar“ ist der letzte des gesamten Festivals – schade, nun ist es schon wieder soweit. Natürlich nehme die beiden Deutschrapper die vielen willigen Zuschauer nur allzu gern mit auf gemeinsame Zeitreise durch die gemeinsame Künstler-Diskografie. Spätestens seit ihren beiden letzten Solo-Alben „Lang lebe der Tod“ und „Roswell“ haben sich Marteria & Casper endgültig den unantastbaren Status als zwei der größten und erfolgreichsten Rapper und Live-Künstler unsere Landes erkämpft. Dazu sind „Casperia“ ein  Garant für ausgelassene Stimmung, auf der Bühne und davor. Es gehört zu den Stärken beider, dass keiner dem anderen die Show stiehlt, es ist mehr wie eine perfekte Symbiose. Sie harmonieren auf den Beats und liefern auch stimmlich eine gute Balance. Das Rap-Duo hat aber an vorderster Stelle viel Spaß an der Sache. Am Ende sind Publikum und Künstler gleichermaßen schweißgebadet und sehr sehr glücklich.

Marteria & Casper bei Rock am Ring 2019 am Sonntag

Wenn man zwei der besten und beliebtesten Deutsch-Rapper zusammen ins Tonstudio steckt, kommt zu 90 Prozent gutes Material am Ende dabei heraus. Hier scheiden sich vielleicht die Geister, aber man stelle sich einfach die Frage – wer ist dafür die Zielgruppe? Mit dem Collaboalbum „1982“ (VÖ August 2018) haben sich die beiden Freunde und Rap-Kollegen Marteria und Casper vor allem selbst erstmal einen Herzenswunsch erfüllt. Und dass das Werk genügend Anklang findet, zeigt seine 1.-Platzierung in den deutschen Charts für 14 Wochen! Auch die gemeinsame Tournee, die über den ganzen Sommer verteilt liegt, zeigt mit fast komplettem Ausverkauf ebenfalls, die Zielgruppe ist da und schwer begeistert.

Die zwei Rapper wären nicht sie selbst, würden sie nicht „on top“ zur Tour auch noch sieben Liveauftritte bei den Sommerfestivals mit in den Topf werfen. Für die Fans gibt es also dieses Jahr einige Gelegenheiten zum totalen Abfeiern. Bei Rock am Ring 2019 ist der Auftritt von „Cas & Mar“ der letzte des gesamten Festivals und dabei nehmen sie die vielen willigen Zuschauer mit auf gemeinsame Zeitreise durch die gemeinsame Künstler-Diskografie.

Spätestens seit ihren beiden letzten Solo-Alben „Lang lebe der Tod“ und „Roswell“ haben sich Marteria & Casper endgültig den unantastbaren Status als zwei der größten und erfolgreichsten Rapper und Live-Künstler unsere Landes erkämpft. Dazu sind „Casperia“ ein  Garant für ausgelassene Stimmung, auf der Bühne und davor. Es gehört zu den Stärken beider, dass keiner dem anderen die Show stiehlt, es ist mehr wie eine perfekte Symbiose. Sie harmonieren auf den Beats und liefern auch stimmlich eine gute Balance. Das Rap-Duo hat aber an vorderster Stelle viel Spaß an der Sache.

Ihre gemeinsamen Singles SupernovaChampion Sound und Chardonnay & Purple Haze werden live zum Besten gegeben, beim Track Adrenalin veranstaltet das Infield einen riesigen Mosh-Pit und mit Willkommen in der Vorstadt werden auch mal ruhigere Töne angeschlagen. Natürlich gib es im gesamten Liveset auch Platz für das ein oder andere Marteria-/Casper-Original: „Endboss“, „Bengalischer Tiger“ und „Kids“ – oder „Im Ascheregen“, „Sirenen“ und „Jambalaya“. Am Ende sind Publikum und Künstler gleichermaßen schweißgebadet und sehr sehr glücklich.

Noch mehr aktuelle Bilder und Infos zu Rock am Ring 2019 findest du in unserem Live-Blog unter: https://socialwall.stagr.de/

Slipknot bei Rock am Ring 2019 am Sonntag

Die Headliner des letzten Festivaltages Slipknot bei Rock am Ring 2019. Die Nu-Metal-/Alternative Metal-Band wird zu allererst eigentlich immer mit ihren Gruselmasken und dem wilden Bühnenkonzept in Verbindung gebracht wird. Etwas, dass an ihrem weltweiten Erfolg mit Sicherheit eine tragende Rolle spielt und am Sonntagabend noch einmal jede Menge (und teils maskierte) Zuschauer vor die Volcano Stage treibt.

Zuletzt bei Rock am Ring auf der Bühne im Jahr 2009 und danach wieder in 2015, haben sich die deutschen Fans der schwermetallischen Klänge die Truppe um Frontmann Corey Taylor erneut herbeigesehnt. Klar, weder ihre Musik noch das Gruselimage ist was für jedermann, aber ihre Liveshows sind mehr als sehenswert. Die neunköpfige Band lässt von der ersten Sekunde an eine regelrechte Flut aus Licht- und Farbenspiel über die Massen hereinbrechen – damit geht das energische Slipknot-Konzert direkt los. Es ist der explosive Abschluss für Rock am Ring 2019 auf der Volcano Stage!

In den ersten Reihen vor der Bühne blickt man in die gleichen Gesichter, wie schon am frühen Nachmittag. Dort haben natürlich jede Menge Fans auf das bevorstehende Finale mit Slipknot gewartet. „Rock am Ring 2019 with the same german motherfuckers“, das ist Taylors Begrüßung, der sich hinter der wohl gruseligsten Maske verbirgt. Wildes Treiben herrscht auf der Stage, ekstatisch fliegen die Finger der Gitarristen und Bassisten nur so über ihre Saiten. An beiden Bühnenseiten geben die Trommler dem Ganzen den Takt vor. Aufwändig gebaute, hochfahrbare und drehbare Konstruktionen beherbergen dort alte Fässer, die zu Drumsets geschmiedet sind. Darauf thronend prügeln die Drummer jede noch so tiefsitzende Aggression aus ihren Körpern heraus. Während der knapp 1,5 stündigen Show fackeln Slipknot gleichermaßen ein Hit-Feuerwerk ab und geizen nicht mit Feuereffekten. Wenn der Abschied von Rock am Ring auch schwer fällt, jedem Fan sollte hier noch einmal warm ums Herz geworden sein.

Noch mehr aktuelle Bilder zu Slipknot Rock am Ring 2019 findest du in unserem Live-Blog unter: https://socialwall.stagr.de/

Jack Black mit Tenacious D bei Rock am Ring 2019 am Sonntag

Tenacious D bei Rock am Ring 2019 und ihr Sound ist absolut nichts für empfindliche Ohren. Das böse F-Word ist hier allgegenwärtig! Fans der komödiantischen Rockband – bestehend aus Schauspieler + Sänger Jack Black sowie Gitarrist und Sänger Kyle Gass – lieben es. Das ist Musik, die Spaß macht. Was man da zu hören (und zu sehen bekommt), ist lustig, selbstironisch und absolut schonungslos. Für viele ist der bekannte Filmschauspieler Jack Black der Einstieg in das hochgelobte Musikprojekt Tenacious D. Wer kann sich schon vorstellen, das er, gemeinsam mit einem anderen musikalisch begabten Menschen und zwei Akustik-Gitarren, so deftigen Rock zaubern können.

JB and KG schaffen eine instrumentale Bandbreite und Anzahl an Stilrichtungen, die geradezu überwältigend ist. Ihre Texte sind ein Musterbeispiel für kreatives Fluchen und das elegante aber vor allem witzige Verpacken von Obszönitäten. Und dabei hört es sich noch klasse an und rockt, das sich die Balken biegen. Auf der Bühne geben die Jungs samt Bandbegleitung Gas, im wahrsten Sinne. Vor der Bühne tobt die Masse, während Jack den Mob wild antreibt und Saiten-Hexer Kyle das Instrument bearbeitet.

Noch mehr aktuelle Bilder zu Tenacious D bei Rock am Ring 2019 findest du in unserem Live-Blog unter: https://socialwall.stagr.de/

Rock am Ring 2019 am Samstag – Unsere Highlights

Der Freitag am Nürburgring hat schonmal ordentlich gesessen und jede Menge Highlights präsentiert. Die Auftritte von Headliner TOOL, The Smashing Pumpkins, Slash (feat. Myles Kennedy and the Conspirators) sowie SDP und Bonez MC & RAF Camora haben die Festivalbesucher nachhaltig beeindruckt. Bis nachts um 3:00 Uhr haben sich viele der Besucher zur nächtlichen Feierei vor den Bühnen getummelt.

So herrscht am frühen Samstagmittag noch eine idyllische Ruhe auf den Campingplätzen (wenn da da nicht die Ghettoblaster hier und da wären, aus denen blechernd Musik dröhnt). Die Wellenbrecher füllen sich gemächlich. Zu sehen gibt es am Abend jedenfalls zwei große Headliner – Die Ärzte und Slayer. Natürlich stehen auch heute beeindruckende Acts auf dem Programm bei Rock am Ring 2019 Samstag, darunter Sabaton, Bring me The Horizon, Dropkick Murphys, Die Antwoord, Architects, Trivium und viele viele weitere. Als besonderes Schmankerl gibt es für die Nachteulen bis in die frühen Morgenstunden noch Programm u.a. von Erfolgs-DJ Alle Farben.

The fever 333

Erst in 2017 hat sich die Rock-Supergroup aus Los Angeles gegründet. Das Dreier-Gespann um Frontmann Jason Butler (besser bekannt durch sein Mitwirken in der Post-Hardcore Band Letlive) strotzt nur so vor Energie. Das Trio knallt dem willigen Publikum gleich in den frühen Stunden auf dem Nürburgring knirschende Gitarren, gutturale Beats und unverfroren mutige Texte entgegen. Harte Riffs treffen hier auf massive Texte und eine unverkennbare Stimme! Direkt zum Kultstatus hat es die Band binnen kurzer Zeit geschafft – nur mit ihrer in 2018 veröffentlichten EP („Made An America“) und einigen durchgeknallten Liveshows. Ideologisch besetzt die Band eine Lücke, die seit Rage Against The Machine niemand wirklich schließen konnte – zumindest nicht auf einem Level, das Aggressivität dermaßen gekonnt mit Mainstream-Appeal vereint. Und so verwandelt sich das Infield sich binnen kurzer Zeit in ein tosendes Tollhaus, immer angestachelt von Jason Butler. Dieser mit Wut geladenen, politisch aufrührenden Rockband kann man sich nicht entziehen. Ihre revolutionäre Mischung aus Hip-Hop, Punk und Aktivismus ist absolut ansteckend.

i prevail

Das Quartett I Prevail bietet auf der Crater Stage volle Ladung Pop, Post-Hardcore, Modern Metal und Hip-Hop in perfekter Mischung. Die Band hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Vor allem auf ihren sozialen Medien zeigen sie deutlich, dass sie sich nicht vor etablierteren Bands verstecken müssen – im Gegenteil. Ihr wilder Sound besteht aus ebenso brettharten Momenten mit Screams und Growls, wie auch aus Pop-beeinflussten Mitsing-Refrains.

Seiler und Speer

Mit ihrem Debütalbum „ham kummst“ und der dazugehörigen Tournee haben Seiler und Speer einen fantastischen Start hingelegt. Auf der Volcano Stage heißt das gut Laune und handgemachte Musik. Diese Band ist ehrlich – vor allem live. Kein Playback, keine Zeltfest-Hüttengaudi-V.I.P.-Opening-Kasperln und mit zwei grandiosen Künstlern an der Front: Hinter Seiler und Speer stehen Komiker und Schauspieler Christopher Seiler sowie Filmemacher und Musiker Bernhard Speer.

starset

Starset sind ein komplexes Musik-Konzept, an der Front steht Dustin Bates, der dafür gesorgt hat, dass die Gruppe sich innerhalb von wenigen Jahren ihre eigene dystopische Welt geschaffen hat. Mit über 300 Shows haben Bates und seine mit Helmen und Druckanzügen ausgestattete Crew (Bassist Ron DeChant, Gitarrist Brock Richards und Schlagzeuger Adam Gilbert) auf Touren mit Bands wie Breaking Benjamin und In This Moment einen Namen gemacht. Auf der Crater Stage am Nachmittag erfreut sich das Publikum an der gekonnt gemischten Rock- und Elektronicmusic-Mischung

Trivium

Die US-Metalcore-Legenden-Anwärter Trivium haben sich auf dem Weg nach Europa gemacht, um bei Rock am Ring 2019 am Samstag (bei RIP sind sie schon am Freitag aufgetreten) ein paar Riffs auszuteilen. Ab dem Moment, als Frontmann Matthew Heafy und seine drei Bandkollegen die Bühne vereinnahmen, sind die Metal-Fäuste und Gabeln bei jeder Gelegenheit in der Luft – das Publikum hat Bock. Da wird gepost, mit den Fans geschäkert, fleißig die Haarpracht geschüttelt und vor allem mit schnellen Fingern das Saiteninstrument gekitzelt. Aus der gesamten Band-Diskografie präsentieren die Jungs aus Florida eine gekonnt gewählte Mischung aus allen zurückliegenden Alben. Trivium präsentieren alles, was Metal so zu bieten hat: Hohe Geschwindigkeit, Härte, Melodie, Emotionen und technisches Können. Dabei ist die Interaktion zwischen Band und Zuschauern richtig intim. Der Blickkontakt beider ist intensiv und hemmungslos. Beide Parteien schreien sich an und genießen die gemeinsamen Momente, vollgepackt mit Emotionen.

Feine Sahne Fischfilet

Aus Mecklenburg Vorpommern kommt Deutschlands Punkband Nummer 1. Unüberhörbar dröhnt ihr Punksound. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und all das sind auch Themen ihrer Musik. Seit ihrem umstrittenen Auftritt im Münchner Z-Bau sind sie deutschlandweit bekannt geworden und wandern jetzt neben eigenen Headliner-Touren auch über den deutschen Festivaljahrmarkt. Ja, ihre Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi direkte Worte, was er beispielsweise von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird auf der Bühne und davor eine gewaltige Party gefeiert, bei der niemand trocken bleibt. Schweiß- und Biergeruch erfüllt die Luft und Bassist Kai surft im Bananaboot über die Crowd. 

THREE DAYS GRACE

Zeit für die Post-Grunge-Band Three Days Grace aus Kanada. im Jahr 2003 weltweit den Durchbruch mit ihrer Hit-Single „I hate everything about you“. Damals war Adam Gontier noch die Stimme der Band und viele Lieder wurden von ihm geschrieben. Seit seinem Ausstieg 2013 ist Matt Walst, Bruder von Bassisten Brad und Sänger der Band „My Darkest Days“, am Mikrofon. Mittlerweile hat sich die Fangemeinde daran gewöhnt und so zeigt sich auch am Nürburgring, dass eine große Traube von Anhängern vor der Crater Stage auf ihre Lieblingsband wartet. Jedes Bandmitglied wird beim Betreten der Bühne energisch begrüßt und dann gibt es kein Halten mehr. Vor der Bühne bildet sich ein großer Moshpit, den Sänger Matt Walst immer wieder weiter anstachelt. Auf der Bühne zeigt sich neben dem Frontmann vor allem Bassist Brad Walst äußerst energiegeladen. Gitarrist Barry Stock hält sich lieber etwas im Hintergrund, glänzt aber durch seine hervorragenden Gitarrenriffs. Dani Rosenoer unterstützt die Band live am Keyboard und beweist sich im Duett mit Schlagzeuger Neil Sanderson. Der legt im Anschluss ein grandioses Schlagzeug-Solo hin, das mit beachtlichem Applaus gezollt wird. Die Live-Setlist bietet eine ausgewogene Mischung aus bekannten Songs, die immer wieder für Begeisterungsstürme sorgen. Die Energie auf der Bühne ist greifbar und auch das Publikum ist ganz bei der Sache und genießt die gelungene Show.

dropkick murphys

Die irisch-amerikanische Folk-Punk-Band Dropkick Murphys lädt am Abend auf der Volcano Stage zu einer rauschenden Party ein. Das Sextett nimmt die Festivalbesucher mit auf eine Reise durch den großartigen Dropkick Murphys-Katalog. Die Band aus Boston zeigt sich von ihrer besten, musikalisch-handwerklichen Seite. Die Punkrocker schütteln unzählige Hits aus ihren Ärmeln. Dabei befinden sich auch einige Klassiker, durch die sicher einige erst zur richtigen Fangemeinde hinzukamen. Als vor Jahren ein „Dropkick Murphys-Track Pack“ für Guitar Hero 3 auf Xbox-360 und Playstation erschienen ist, haben diesen Song jede Menge Leute hoch- und runtergespielt. Auf der Bühnen präsentiert das Gespann ihren gewohnt-geliebten, irisch angehauchter Straßenpunk der alten Schule. Für die Zuschauer bedeutet das Song für Song intensive Attacken, die einem keine Verschnaufpause lassen. Frontmann Al Barr und seine Bandkollegen stehen dabei für echt rotzig-räudigen Punk, der nur eines auf Publikumsseite zulässt: pogen und mitgröhlen. Hier treffen (punk-)rockige Geschichtenerzähler und auf wilde Partylöwen. Das ruppige Organ Barrs‘ ist unverkennbar und verleiht ihren Texten eine Glaubwürdigkeit, die man bei den meisten „alternativen“ Punkbands nur noch vergeblich sucht. Diesem räudigen Charme man sich nur schwer entziehen.

ARCHITECTS

Im Februar sind die Architects zuletzt konzertseitig in Deutschland gewesen, um mit dem neusten Album „Holy Hell“ die größte Tour seit Bandbestehen zu feiern. Spätestens mit dem neuesten Album sollte das jedem klar sein, auch wenn es nicht immer einfach für die Band war. Entsprechend werden sie vom Publikum ab der ersten Sekunde gefeiert. Ist es auch nur wenige Sekunden zwischen den Songs ruhig, werden diese durch laute „Architects“-Rufe gefüllt. Das Publikum ist mit Leib und Seele bei der Band. Das Lie-Set ist gleichmäßig geprägt von allen Architects-Alben. Überschattet vom Tod von Gründungsmitglied Tom Searle, thematisieren ihre neueren Werke Systemkritik an Umwelt und Politik und verkörpern dabei eine unglaubliche Wut, die selbst Hardcore- und Metalcore-Alben nur selten erreichen. Sänger Samuel David Carter formt diese Wut wortwörtlich in seiner unglaublichen Stimme. Mit harten Growls, die zwischen seinen melodischen Gesängen im Kontrast noch härter und aggressiver wirken, wirft er der Welt und den Besuchern seine ganze Energie entgegen.

bring me the horizon

Endlich ist wieder ein Tonträger der Band aus Sheffield auf dem Markt. Mit „Amo“ (VÖ 1-2019) haben Bring Me The Horizon (BMTH) ein Werk abgeliefert, dass kreativ, verrückt, energievoll und vor allem ungezwungen ist. Erfrischend ist vor allem ihre musikalische Entwicklung mit gewohnt gutem Songwriting. Auch wenn die Fans geteilter Meinung sind. BMTM  fügen sich nicht in ein Schicksal, bei dem sie immer wieder nur die gleichen abgedroschenen Riffs abliefern würden. Beim Auftritt am Samstagabend auf der Hauptbühne zeigt sicher keinerlei Zwiespalt in der Fangemeinde. Vor der Bühne ist es rappelvoll. Auch wenn das wohl kontroverseste Album der Band musikalisch die Setlist dominiert. Alle warten auf Oli Sykes und seine Mannen. Begeisterte Mädels stacheln sich gegenseitig zu neuen Kreisch-Höhen an, während sich die Mitte des Infields direkt in einen großen Moshpit verwandelt, der sich während der gesamten Show fast durchgehend hält. Band und Publikum gehen in der Musik völlig auf, die in perfekter Mischung die gesamte Diskografie von Bring Me the Horizon umfasst. Im Großen und Ganzen gibt es von der Band natürlich den allseits geliebten Metalcore, bei den neueren Songs ist es eben einfach mehr Experimentierfreudigkeit. Live funktionieren BTMH mit all ihren Songs sehr gut und stacheln die Festivalbesucher zu ausgelassener Stimmung an. Für das Rock am Ring-Publikum und uns bleiben BMTH die Kings der aktuellen, alternativen Musiklandschaft.

die ärzte

Sie sind wieder da, Bela, Farin und Rod! Und nicht nur wir haben die drei Herren aus Berlin schmerzlich vermisst. Dass das Punkrock-Trio es noch drauf hat, ist eigentlich keine Frage – dennoch zeigen sie bei ihrem ersten Deutschlandauftritt nach sechs Jahren, sie haben es noch immer drauf! Die zwei neuen Songs „Abschied“ und „Rückkehr“ haben es in sich und versprechen große Vorfreude auf ein baldiges, neues Album. Hoffentlich! Neben den zwei exquisiten Deutschland-Auftritten Rock am Ring und Rock im Park, gibt es lediglich noch je eine Liveshow beim Nova Rock in Österreich und eine beim Open Air St. Gallen in der Schweiz. Ansonsten sind Bela-Farin-Rod gerade erst auf Tour durchs Umland gereist, mit insgesamt 10 Shows.

Die (selbsternannte) beste Band der Welt wird vor der Hauptbühne vom proppenvollen Field empfangen. Die Massen sind hysterisch und sowas von bereit für die meist erwartete Bühnen-Rückkehr der letzten Jahre. Und dann endlich die Erlösung, gealtert aber in Topform präsentieren sie sich. Fast zwei Stunden lang liefern Die Ärzte ihren gewohnt-geliebten Humor, kritisch bis überspitzt und dazu die allseits bekannten, eingängigen Melodien, die sofort bis tief in den willigen Gehörgang kriechen. Das hier IST ein Bäst of der Ärzte! Gespielt werden die fabelhaftesten der bekannten Ärzte-Hymnen (z.B. „1/2 Lovesong“, „Westerland“, „Schunder-Song“, „Deine Schuld“, „Zu spät, „Unrockbar“,) und noch jede Menge feines Beiwerk. Das ist die Medizin, nach denen all die Ärzte-Fan-Herzen verlangen.

Das Konzert wird dank Ton-, Licht- und Gesamterlebnis zum Wunderwerk von guter Laune. Die nie enden wollende Experimentierfreudigkeit der Ärzte während 37 Jahren Bandgeschichte wird mehr als deutlich. Auf die Frage, die sich viele Fans heute vielleicht gestellt haben „Ist das noch Punkrock?“ antworten wir ganz eindeutig mit JA.

slayer

Heute gibt es einen ungewollten Abschied. Nicht vom Festival natürlich, sondern von einer Band, die sich nach 37 Jahren von der Bühne zurückzieht. Damit meinen wir die kalifornischen Urgesteine Slayer! Mit den vier anderen Wegbereitern des Genres, gehören sie zu den „Big Four“ – das sind Metallica, Megadeth und Anthrax. Und nun wollen Tom Araya (Gesang/Bass), Kerry King (Gitarre), Paul Bostaph (Drums) und Gary Holt (Gitarre) verdient mit einem ordentlichen Wumms abtreten. Dafür tun die Metal-Giganten am Samstagabend das, was Sie am Besten können: Sie knallen den nur allzu willigen Besuchern noch ein letztes Mal ihren Todes-Thrash um die Ohren.

Hier gibt es die wohl beste Dröhnung des ganzen Rock am Ring 2019 Samstags. Die Base erschüttert sofort jeden Brustkorb. Gänsehaut vom ersten Ton an. Die Drums sind schnell, die Gitarren-Soli noch schneller, Tom Arraya schreit die „kontroversen“ Slayer-Texte nur so über das Infield und Kerry King bangt so hart, dass man sich wundert, dass sein Glatzkopf nicht abfliegt. Da holt die Vergangenheit viele Besucher ein und sie fühlen sich 25 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Liegt natürlich vor allem daran, dass sich Slayer bei ihrem gut gewählten Live-Set auf ihre allseits bekannten Klassiker stützen, die in absoluter Reinkultur gespielt werden.