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Zwischen Moshpit und Melancholie: Kraftklub zünden in Braunschweig Indie-Rap-Feuerwerk

Braunschweig, 23. März 2026. Montagabend, Volkswagen Halle – und schon beim Einlass wird klar: Das hier wird kein gemütlicher Wochenstart. Sondern eher ein kollektiver Ausbruch. Kraftklub sind mit ihrer „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Tour 2026 unterwegs und machen Halt in einer rappelvollen Halle mit knapp 7.000 Zuschauern. Und wie so oft bei den Chemnitzern gilt: Wer hier reingeht, kommt nicht unberührt wieder raus.

Kraftklub haben sich nie entscheiden wollen – und genau das macht ihren Sound bis heute aus. Indie-Rock trifft auf Rap, Punk auf Pop-Appeal, dazu Texte zwischen Ironie, Gesellschaftskritik und ehrlicher Melancholie. Live bedeutet das: Tanzbare Hooks, abrissbereite Gitarren, und eine Crowd, die vom ersten Moment an funktioniert wie ein Uhrwerk – nur lauter. Felix Brummer gibt dabei wie gewohnt den Frontmann irgendwo zwischen Kumpel, Provokateur und Dirigent eines Moshpits. Ansagen? Mal schnippisch, mal charmant, oft beides gleichzeitig.

Mia Morgan

Mia Morgan eröffnete den Abend mit einer energiegeladenen Mischung aus düsterem Pop-Punk und ehrlichem Indie-Vibe – und hatte das Publikum schneller auf ihrer Seite, als man „Vorband“ sagen kann. Ihre Songs pendeln gekonnt zwischen roher Emotionalität und eingängigen Hooks, die live überraschend wuchtig funktionieren. Besonders ihre Bühnenpräsenz blieb hängen: ungekünstelt, nahbar und gleichzeitig mit genau der richtigen Portion Attitüde. Ein Support-Act, der nicht nur aufwärmt, sondern zeigt, dass er längst bereit für größere Bühnen ist.

Kraftklub

Setlist mit Ansage: Hits, neue Songs und keine Verschnaufpause

Wer einen Blick auf die Setlist geworfen hat, wusste: Das wird lang – und laut. Der Abend startet mit einem starken Auftakt aus neuen und alten Tracks wie „Marlboro Mann“, „Ein letztes Mal“, „Teil dieser Band“, „Balkon“, „Fahr mit mir (4×4)“ und „So rechts“. Schnell ist die Halle komplett im Modus: Springen, Mitsingen, Bier hoch. Mit den nachfolgenden Songs „Unsterblich sein“, „Halt’s Maul und spiel“,  „Koverversion“ (hier kommt Mia Morgan dazu mit auf die Bühne) und „Wie ich“ zieht die Band das Tempo weiter an – keine Pausen, kein Durchatmen.

B-Stage, Fan-Momente und Eskalation auf zwei Bühnen

Ein typischer Kraftklub-Move: Die Band verlagert Teile der Show auf eine zweite Mini-Bühne mitten im Publikum. Dort wird es etwas intimer – zumindest für Kraftklub-Verhältnisse und es gibt Songs wie „Zeit aus dem Fenster“, „Kein Liebeslied“ oder „Schief in jedem Chor“. Doch lange hält diese Ruhe nicht. Zurück auf der Hauptbühne wird wieder hochgefahren: „Kippenautomat“
„Chemie Chemie Ya“, „Blaues Licht“. „Glücksräder“ und „Fallen in Liebe“ folgen. Und dann natürlich die unvermeidlichen Abrissbirnen: „Schüsse in die Luft“ und „Randale“. Spätestens hier gibt es kein Halten mehr – kollektiver Ausnahmezustand.

Finale mit Herz und Haltung

Zum Ende zeigt sich nochmal, warum Kraftklub mehr sind als nur Partylieferanten wie „500K“, „Wenn ich tot bin“, „Ein Song reicht“ und „Songs für Liam“. Gerade die letzten beiden Tracks funktionieren live wie emotionale Klammern – zwischen Nostalgie, Zusammenhalt und diesem Gefühl, dass man hier gerade Teil von etwas Größerem ist.

Warum dieses Konzert so besonders war

Kraftklub schaffen es auch 2026 noch, das Kunststück hinzubekommen, gleichzeitig: politisch zu sein, ohne belehrend zu wirken, ironisch zu bleiben, ohne beliebig zu werden und vor allem: eine Liveshow abzuliefern, die sich wie ein einziger Rausch anfühlt. Die aktuelle Tour zum fünften Album „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ bringt dabei nicht nur neues Material auf die Bühne, sondern verbindet es nahtlos mit den großen Klassikern der Band. Songs wie „Ich will nicht nach Berlin“, „Songs für Liam“ oder „Schüsse in die Luft“ gehören längst zum festen Kanon deutscher Indie-Hymnen.

Secret Gig: Kraftklub bei Rock am Ring 2025 am Samstag

Am Samstagabend um 18:05 Uhr verwandeln Kraftklub die Umbaupause zwischen Me First and the Gimme Gimmes und Airbourne auf dem Platz vor der Mandora Stage in einen unvergesslichen Secret Gig. Bereits am Vortag ist im Hintergrund das Kraftklub-Logo riesen groß mit einem Kran heraufgezogen wurden, am Samstag zeigt dann ein Countdown den zeitlichen Weg zum Gig.

Mitten im Festivaltrubel, umringt von tausenden überraschten Fans, liefern die Chemnitzer eine energiegeladene Show, die Spontaneität und musikalische Präzision vereint. Die Band, bestehend aus Felix Brummer (Gesang), Karl Schumann (Gitarre), Till Brummer (Bass), Steffen Israel (Gitarre, Keyboard) und Max Marschk (Schlagzeug), präsentiert eine explosive Mischung aus Indie-Rock, Punk und Rap, die sie seit ihrem Debütalbum Mit K aus dem Jahr 2012 auszeichnet. Mit Hits wie „Ich will nicht nach Berlin“ oder „Songs für Liam“  oder auch Songs vom kommenden Album Sterben in Karl-Marx-Stadt (VÖ: 28. November 2025) bringen sie die Menge zum Kochen. Der Überraschungsauftritt untersteicht einmal mehr, warum Kraftklub als eine der spannendsten Live-Bands Deutschlands gelten. Ihre Fähigkeit, politische Statements mit mitreißender Musik zu verbinden, macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Musikszene. Dieser Secret Gig ist nicht nur ein Highlight des Festivals, sondern auch ein Vorgeschmack auf ihre große Tour im Jahr 2026. Wer hier dabei ist, wird diesen Moment so schnell nicht vergessen.

Wiedervereinigung 2 – Casper, Kraftklub und K.I.Z in Berlin

Zitadelle Spandau, eine der besterhaltenen Festungen der Hochrenaissance mitten in der deutschen Landeshauptstadt Berlin. Ende Mai und man erwartet eigentlich Sonnenschein, Pustekuchen. Die Wolken hängen fest, der Wind weht mächtig übers Gelände und zwischendurch nieselt es. Egal, es ist Zeit für das Dreifach-Konzert von Casper, Kraftklub und K.I.Z! Die meisten der Besucher haben zwei Jahre lang sehnsüchtig auf diesen Abend gewartet. Warum ist uns allen ja gut bekannt. Und damit sind die Zuschauer nicht allein, auch die Bands haben Bock. Um 18 Uhr startet der Einlass, dauert aber leider alles etwas länger. Wer früh drin ist, kann es sich gemütlich machen oder noch das Abendessen an einem der zahlreichen Stände einnehmen. Oder sich vorne in die ersten, beliebten Reihen drängeln. Auf 20 Uhr liegt der Startschuss für die erste Show des Abends. Es geht pünktlich los.

Casper

Bohemien Rhapsodie von Queen läuft und anschließend betritt Casper die Bühne. Seine tiefe, raue Stimme braucht nur wenige Sekunden, um bei den Besuchern absolute Abrissstimmung abzurufen. Wildes Gekreische weit und breit. Aufgedreht legt der Deutsch-Rapper los. Seine Songs wie „Im Ascheregen“, „Auf und Davon“, „Hinterland“ und viele mehr werden von den Zuschauern und vor allem den vielen jungen Mädels textsicher mitgegröhlt.

Benjamin Griffey legt an diesem Abend wieder ordentlich Kilometer zurück auf der Bühne. Mit einer Wahnsinns-Power springt und rennt Casper wie gewohnt über die Bühne, damit auch ja kein Fan links oder rechts zu kurz kommt. Was auch immer wieder auffällt: Die grandiose Lichtshow, die den Auftritt perfekt umspielt. Insgesamt ist das Bühnen-Setting gut durchdacht.

Kraftklub

Die Jungs von Kraftklub kommen nach vorne und prompt drehen die Massen durch. Schließlich war einige Jahre Pause, nicht nur wegen Corona, Frontmann Felix Brümmer hat erstmal auf Solopfaden sein Talent ausprobiert – was im Übrigen hervorragend geklappt hat. Nun ist es wie immer eigentlich, wenn Kraftklub irgendwo auftreten. Pure Euphorie, die Jungs haben mega Bock, genau wie ihr Publikum. Auch wenn heute ein Bandmitglied ersatzweise ausgetauscht werden musste, Drummerin Linda ist für den frisch gebackenen Papa Max an Bord und macht ihre Sache großartig. Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band, „Ich will nicht nach Berlin“, „Unsere Fans“ oder „Ein Song reicht“ kann jeder im Publikum mitsingen. Natürlich darf auch das beliebte „Songs für Liam“ nicht fehlen.

Die fünfköpfige Truppe Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und reiht sich daher perfekt in die Dreierkombination mit den anderen Bands des Tages ein. Vor gar nicht so vielen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub inzwischen aber dermaßen gemausert und so ganz noch oben gespielt.

k.i.z

Die Berliner Rüpel-Rapper werden ebenso gebührend empfangen, wie ihre Vorgänger. Als der dritte Vorhang endlich fällt, sind die Fans ganz schön aus dem Häuschen. Hämmernder Bass dröhnt aus den Lautsprechern und schon fegen die K.I.Z-ler über die Bühne. Die eingängigen Texte von K.I.Z sind gespickt mit viel schwarzem Humor und Sarkasmus über das deutsche Vaterland. Das macht Laune. Maxim, Nico, Tarek und DJ Craft haben Deutschland mit ihrem „Charme“ angesteckt und zeigen, dass man auf einem Deutschrap-Konzert auch mal richtig moshen kann.

Es geht den Abend über provkoant zu und in bekannter K.I.Z.-Manier wird alles abgewertet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Baum hin oder her, eigentlich machen die Berliner vor gar nichts Halt. Sie haben damit eindeutig den Zahn der Zeit getroffen. Es gibt jede Menge Hits ihrer Alben, wie das melodische „Urlaub fürs Gehirn“ oder die Klassiker „Ein Affe und ein Pferd“ und „Hurra die Welt geht unter“. In der Menge ist ein solcher Tumult, die Fans springen und pogen, gröhlen und feiern. Die Hip-Hopper liefern eine energiegeladene Show und dazu gibt es immer wieder krachende Effekte.

Wer nach diesem aufregenden Abend mit trockenem T-Shirt oder ohne blaue Flecken seinen Heimweg antritt, der kann sich nur auf dem Klo versteckt haben.

3 in 1 – Casper, K.I.Z und Kraftklub spielen gemeinsames Konzert in Berlin

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie verspricht der Sommer 2022 endlich Lockerungen und wieder Livemusik. Aus diesem Grund und unter dem Motto „Wiedervereinigung 2“ haben sich die deutschen Bands K.I.Z und Kraftklub gemeinsam mit Rapper Casper verabredet, ein ganz besonderes, gemeinsames Konzert in Berlin zu spielen – am Samstag, den 28. Mai 2022 ist es soweit, die Pforten der Zitadelle Spandau öffnen sich.

Die Show ist bereits ausverkauft und der Erlös geht “an die Leute, die sonst an so einem Abend manchmal übersehen werden: Die Crews und Helfer*innen. Die Frauen und Männer, die seit Jahren auf den Bühnen unterwegs sind und dafür sorgen, dass alles reibungslos ablaufen kann.”

Lollapalooza Berlin 2019 am Sonntag: Sonne und Superstars

Das bunte Schaulaufen der kostümierten, extrovertierten und modebewussten Großstädter und Festivaltouristen geht Lollapalooza Berlin 2019 Sonntag genauso weiter, wie am Vortag. Nicht zuletzt, weil sich der Wettergott auch weiterhin als Festivalfan geoutet und sonnig-warmes Wetter beschert hat. Die wohl wichtigsten Accessoires beim diesjährigen Lollapalooza, die Smartphones, liefern im Dauereinsatz Fotos, Videos und vor allem Selfies vom diesjährigen Festivalerlebnis.

Als Top-Acts für den Sonntag hat der Veranstalter einige hochkarätige nationale und internationale Künstler am Start, darunter Martin Garrix, Rita Ora, Kings of Leon (die zuletzt in 2016 beim LollaBerlin zu Gast waren), Khalid, Kraftklub, Hozier, Bausa und viele mehr.

Auf dem Maifeld bietet sich mit den zwei großen Main Stages (North und South) und in der Mitte der Tribüne mit dem Glockenturm eine ganz wunderbare Kulisse – und auch die Perry’s Stage mitten im Olympiastadion erweist sich als phänomenale Location. In diesem Jahr haben sich dort die Einlassbedingungen verbessert, durch die Öffnung der Ränge ringsherum, können mehr Menschen auch über die Seiten und mit Sitzgelegenheiten den Shows beiwohnen. Es strömt so nicht mehr eine ganze Maße an Besuchern durch den Haupteingang und die Treppe nach unten. Leider hat man zum begehrten Hauptact im Stadion – Martin Garrix – dann doch einen Einlassstop erlassen, so dass viele Besucher nicht mehr hinkonnten.

Allie X

Alexandra Ashley Hughes, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Allie X, ist kanadische Sängerin und Songwriterin und spielt gleich ganz früh auf der North Stage. Seit dem Jahr 2000 ist sie mit ihrem kraftvollen Indie-Pop in der Musikwelt unterwegs und hat einiges selbstproduzierte Alben veröffentlicht. Mittlerweile lebt sie am Nabel der Glitzerwelt in Los Angeles und hat sich von dort aus auch gleich einen flotten Style zugelegt. Ihre Bühnenshow ist catchy und energiegeladen – und dank ihrer großartigen Stimme so, wie Popmusik heute klingt: modern.

Granada

Auf der Alternative Stage macht sich eine österreichische Band bereit. Seit ein paar Jahren führt der Austropop-Hype bereits dazu, das Bands wie Bilderbuch oder Wanda auch über die Landesgrenzen heraus erfolgreich sind. Zum Glück schwimmen auch die Wiener von Granada auf dieser Welle mit. Ihr Sound klingt optimistisch und warm. Es reihen sich tolle Melodien an tanzbare Indiepop-Hymnen. So kommt man am Sonntagnachmittag in Berlin in Schwung. Für Freunde der Indie-Rockmusik ist dieser Auftritt ein absolutes Muss. Diese Wiener Schmäh geht direkt in die Herzen der Zuschauer.

Dean Lewis

Aus Down Under kommt der nächste Künstler auf der South Stage. Jede Menge Mädels sind bereits in den vorderen Reihen, um den smarten Australier zu empfangen. Herzlich natürlich und mit jeder Menge Herzballons und Plakaten. Obwohl Dean Lewis mit seinem soften Poprock noch den Newcomerstatus hält, ist er und sind vor allem seine Songs hier durchaus bekannt. Zumindest zeigen sich die lauten Kehlen textsicher und schwer begeistert von diesem charismatischen Auftritt. Kein Zweifel, dass es mit Dean Lewis noch weiter nach oben geht.

Rita Ora

Die britische Star-Sängerin, Model und Schauspielern (u.a. Fifty Shades of Gray) ist am frühen nachmittag der „Renner“ für das musikalische Programm. Wer jetzt auf dem Gelände ist und weiß, was „in“ is, der hält sich nun vor der South Stage auf. Und das sind zumindest jede Menge Menschen, vor allem junge Mädels die die ersten Reihen in Beschlag genommen haben. Ihr Idol soll ja auch gebührend empfangen werden. Rita Ora ist ein perfektes Beispiel für eine traumhafte Karriere: großartige Stimme, sexy Look und natürlich Talent. In 2012 ist die damals in den Startlöchern für eine riesige Karriere stehende Rita Ora mit Coldplay auf Tournee gewesen. Ihre Hits „Hot Right Now“ und „How We Do“ haben u.a. den Weg bereitet, den sie heute geht. Viele Kooperationen haben ihr bislang unzählige weitere Hits beschert, ob mit Calvin Harris, Iggy Azalea, Prince oder Macklemore – nur die ganz Großen Musiker haben mit der Britin zusammengearbeitet. Ein unglaubliches Portfolio! BeiInstagram hat Rita Ora unfassbare 14 Millionen Fans, die sie regelmäßig mit Looks und Schnappschüssen aus ihrem Leben versorgt. Damit avancierte sie zum absoluten Idol vieler junger Mädchen und Frauen.

Ilgen-Nur

Im Weingarten sorgt jetzt erst einmal ein junge deutsche Musikerin mit türkischen Wurzeln, die aus Hamburg und mit ihrer großartigen Stimme hier hergekommen ist. Mit ihrer Debüt-EP „No Emotions“ hat es Ilgen-Nur 2017 praktisch aus dem Nichts geschafft, in aller Munde zu sein. Ihre Songs schreibt sie selbst, beeinflusst sind ihre Melodien und Ideen von Künstlern wie Coutney Barnett oder Kate Nash. Herrlich offen, direkt und authentisch berichtet sie darin von Ängsten, Problemen und Gedanken im Leben einer Anfang 20-jährigen. Das kommt bei den Zuschauern besonders gut an.

loud luxury

Auf der Perry’s Stage wird es jetzt Zeit für Deep House vom Allerfeinsten, da zieht es auf jeden Fall viele Zuschauer auf den Dancefloor. Das kanadische Produktionsduo ist seit 2012 im Musikbusiness und die beiden Gründer – DJs Andrew Fedyk und Joe Depace – haben mit ihrem Remix von Martin Garrix‘ Single „Scared to be Lonely“ erstmals für Aufmerksamkeit gesorgt. 2017/18 ist ihr Song „Body“ in den Charts überall präsent gewesen. Nun zeigen die beiden DJs auch beim Lollapalooza ihr Können und wie man die Massen im Olympiastadion in Schwung bringt.

Hozier

Mit seinem Debüt „Hozier“ hat Andrew Hozier-Byrne 2014 mit seinem selbstbetitelten Longplayer die Musikwelt begeistert. Vor allem die Single „Take Me To Church“ ist aus den Radio Rotations nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gibt jede Menge neues von dem irischen Folkrockmusiker. Mit „Wasteland Baby“ ist ihm ein weiteres musikalischen Wunderwerk gelungen. Und so greift Hozier beim Lollapalooza-Auftritt auch auf deutlich mehr Material zurück, das seine Setlist ziert. Neuen Songs fügen sich dabei mühelos in die Setlist ein und die Fans können sie schon fast so gut mitsingen, wie die großen Hits. Das fordert Hozier auch immer wieder gern ein, schließlich ist ein gemeinsam gesungener Song immer wieder ein ganz besonderes Gefühl. Zwischendurch erzählt er kleine Anekdoten zu den Songs, lässt aber hauptsächlich seine Musik sprechen. Dabei variiert er die Songs live minimal, so dass sie zwar eine frische Note bekommen, sich aber nie so weit ändern, dass die Zuschauer nicht mehr einstimmen könnten. Optisch tut die Lichtsetzung ihr Übriges, um für die richtige Stimmung zu sorgen.

Rex Orange County

Auf die Alternative Stage tritt nun ein 19 Jahre altes Bürschchen, bei dem man zu erst nicht recht weiß, was einen hier erwartet. Schnell wird klar, der musikalische Ideenreichtum übertrifft die meisten Erwartungen. Gesanglich keine Höchstleistungen, dafür authentisch und charmant. Der smarte Australier liefert eine echte Offenbarung bzw. eine Alternative zu dem alltäglich-typischen Hörgewohnheiten, die aus dem Radio auf uns niederprasseln. Wer offen für abwechslungsreichen Sound ist, dem wird dieser Auftritt als echtes Highlight in Erinnerung bleiben. Hoffentlich wird Rex es noch weit bringen.

Khalid

Der US-amerikanischer Sänger und Songwriter Khalid Robinson ist wohl einer der größten Künstler unserer Zeit. Gerade erst hat er sein neues Album „Free Spirit“ veröffentlicht und nun kommt der gefühlvolle US-Sänger nach Deutschland – für insgesamt vier Konzerttermine sowie diesen Auftritt beim Lollapalooza 2019 Sonntag. Sein Debütalbum „American Teen“ ist bereits ein riesiger Erfolg gewesen und die Kollaborationen mit Ed Sheeran, Martin Garrix, Alessia Cara oder Shawn Mendes haben seinen Aufstieg im Musikbusiness nur noch mehr gefördert. Musikalisch lässt Khalid in seine Songs Elemente aus Soul und R’n’B einfließen und schafft mit diesen eine leichte und sehr einfühlsame wohlige Atmosphäre, in der die samtige Stimme und die coolen Rhythmen perfekt eingewoben sind.Vor der North Stage ist es voll, gerappelt voll. Alle wollen Khalid sehen. Ist er live genauso gut, wie auf CD? Ja! Seine Hits, auch die Songs des neuen Album fließen angenehm dahin und zusammen mit der warmen Stimme des Sängers verströmt dieses Konzert rundum positive Vibes und lässt sich einfach gut ansehen und anhören.

Nura

In diesem Jahr ist die ehemalige Mädels-Band SXTN in zwei Teile gespalten und beide Damen sind solo unterwegs. Die eine Hälfte tritt am Sonntag auf der Alternative Stage auf: Nura. Neben der zierlich wirkenden Nura prangt auf der Bühne ein gigantischer Deutscher Reisepass neben dem DJ-Pult, von dem aus der DJ fragt: „Habt ihr Bock auf Nura?“ Haben alle! Als der Fan-Jubel vom DJ als angemessen euphorisch bewertet wird, kommt selbige dann endlich auf die Bühne. Es geht los mit dem Song „Ich bin schwarz“, der natürlich auch von Fans mitgesungen wird, die weiß sind. Und braun, gelb, rot, bunt! Hautfarben interessieren auf dem weltoffenen Lollapaooza Festival 2019 eh niemanden – hier ist jeder willkommen. Schon in der ersten Strophe erklärt Nura auch, was der Deutsche Pass auf der Bühne zu suchen hatte: „Ich fick‘ deine Bitch, hab‘ nen Heidenspaß, und jetzt hab‘ ich einen deutschen Pass!“

Kraftklub

Der Vorhang auf der South Stage fällt und die Massen drehen direkt durch. Wie immer eigentlich, wenn Kraftklub irgendwo auftreten. Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band. Es wird deutlich, bei dieser Band hat Veranstalter Goodlive auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und so gut wie jeden Festivalgänger vor die Bühne. Vor gar nicht so vielen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub inzwischen aber aber wirklich gemausert und ganz noch oben gespielt. Sänger Felix Brümmer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und einen ganzen Haufen junger Mädels, die mit auf der Bühne tanzen dürfen.

Don Diablo

Don Diablo ist niederländischer DJ und Produzent elektronischer Musik und ist vor allem für seinen futuristischen Stil bekannt, der sich mittlerweile als Future House etabliert hat. Der Holländer hat bereits die ganz großen Festivals dieser Welt bereist und dort aufgelegt, darunter natürlich auch beim Tomorrowland (sogar in diesem Jahr), der EDC Las Vegas, World Club Dome und vielen mehr. Beim Lolla Berlin 2019 gibt es sich auf der Perry’s Stage die Ehre. Passender weise zu seinem voll gepackten Terminplan dieses Jahr, veröffentlicht der DJ im Herbst sogar ein ganzes Album. Der 39-Jährige hat jede Menge seiner beliebten Hits wie „Survive“, „Chemicals“oder „Save a little Love“ am Start und wird begeistert von den tanzwilligen Besuchern empfangen.

Bausa

Bausa. Bausa. Bausa. Vor der Alternative Stage ist es rappelvoll. Fans drängten sich bis weit nach hinten. Und schon kommt Bausa auf die Bühne. Zu lautem Jubel geht es los mit dem Song „Intro (Radio)“, gefolgt vom Hit „Casanova“. Alles etwas prollig, aber wer sich mit Bausa und seinen Texten beschäftig, merkt, dass er überraschend reflektiert ist, zum Beispiel im Song „Weiß noch nicht wie“. Die Fans singen jeden Song lauthals mit. In vielen Bausa Songs geht’s – neben den üblichen Angeber-Themen wie Cash, Money und dem täglichen Hustle – auch um Liebe, Herzschmerz und dem Gefühl, hin- und hergerissen zu sein. Und das verpackt in Refrains, die einfach mitzusingen und mitzufühlen sind. Das kommt eben gut an beim überwiegend jungen Publikum.

Kings of Leon

Die Brüder Caleb, Nathan, Jared und Cousin Matthew haben sich 2000 entschlossen, die Bands Kings of Leon ins Leben zu rufen. Das Debütalbum „Youth and Young Manhood“ ist nur drei Jahre später erschienen: ein Riesenhit. Weltweit haben sie dann den großen Durchbruch gefeiert, ihre Alben haben sich mehrere Millionen Mal verkauft. Nun sind die vier US-Musiker als Headliner beim Lollapalooza in Berlin zu Gast und dies nicht das erste Mal (zuletzt waren sie in 2016 im Treptower Park).  Es ist proppenvoll auf dem Infield. Bis in die letzte Ecke drängen sich die Zuschauer. Die Followill-Jungs haben es drauf, die Massen zu begeistern und das ist live natürlich noch einmal ein echtes Schmankerl.

Martin Garrix

Wie sein Landsmann Don Diablo stammt Martin Garrix aus den Niederlanden. im Übrigen scheint Holland ein wahres Nest an Talenten der elektronischen Musik hervorzubringen. Armin Van Buuren und Hardwell sind ebenfalls erfolgreiche Star-DJs und stammen auch von dort. Im  Jahre 2013 hat er mit dem Lied „Animals“ seinen internationalen Durchbruch gefeiert. Seine Genres liegen im Bereich von Progressive House und Electro House sowie Bigroom EDM. In den Folgejahren avancierte Garrix immer weiter zu einem der gefeiertsten DJs unserer Zeit und entsprechend legt er seither auf der ganzen Welt, bei den größten Festivals und Shows auf. Nicht umsonst ist er auch Headliner des Lollapalooza Festivals 2019. Auf der Perry’s Stage geht es jetzt nochmal in die vollen, bevor die Zuschauer schon gleich wieder an den Abschied der diesjährigen Ausgabe denken müssen. Zwei Tage gehen doch immer wie im Flug vorüber. Aber jetzt heißt es erstmal die Hüften schwingenk im Olympiastadion, mit der unglaublichen Kulisse, den Megahits von Martin Garrix wie „Summer Days“, „So far away“, „No Sleep“, „Ocean“ und viele mehr – und natürlich jeder Menge Pyrotechnik.

Unsere Highlights beim Open Flair Festival 2018 Tag 3

Am Freitag öffnete das Hauptgelände des Open Flair am Werdchen und so hatte man nun die Qual der Wahl zwischen Radio BOB-, Frei- und der bereits seit Mittwoch bespielten Seebühne. Hinzu kamen natürlich noch die vielen kleineren Programmpunkte und Bühnen beispielsweise im E-Werk oder Kleinkunstzelt, die man wieder gar nicht alle geschafft hat. Erste Band des Tages auf der Freibühne waren „Noriega Mind“. Die Radio BOB-Bühne wurde von „Schrottgrenze“ beglitzert mit ihrem aktuellen Album „Glitzer auf Beton“.

„Lotte“, die junge Künstlerin aus Ravensburg, überzeugte mit ihrem Singer-Songwriter-Pop. Ihr Debütalbum „Querfeldein“ erschien vor etwas einem Jahr. Die anschließende Clubtour war in vielen Städten ausverkauft. Und so sammelten sich auch etliche Fans in den vorderen Reihen der Freibühne.

Die Show von „Milliarden“‘ fing recht gemächlich an, aber nur, um dann in die Vollen zu gehen. Bei ihrem Lied „Oh Chérie“ holten sie kurzerhand einige Männer und Frauen der Heavy Secure Rocking Crew auf die Bühne. Wer das Open Flair kennt, weiß auch von den verrückten Aktionen im Graben: so wurden vor dem Auftritt von Milliarden hellblaue Jogginganzüge angezogen und blonde Perücken aufgesetzt. Diesen Moment auf der Bühne hatten sich die Securities auch verdient, sorgten sie doch während des ganzen Festivals für Sicherheit und verloren dabei aber dennoch den Spaß nicht aus den Augen.

Die Kanadier von „Silverstein“ spielten eine mitreißende Show. Ihr aktuelles Album „Dead Reflection“ ist letztes Jahr erschienen und wurde vom Metal Hammer, wie folgt, beschrieben: „Auf ihrem achten, überraschend düsteren Album verbinden sich zuckersüße Melodien mit verzweifelt-aggressiven Shouts und Riffs, die sich ordentlich was beim Metalcore abgeschaut haben.“ Und genau diese Abwechslung, dieses Wechselspiel zwischen den musikalischen Welten, sorgte für ein großartiges Konzert.

Infos + Tickets Open Flair Festival 2019Open Flair 2019 / Open Flair Festival 2019

So war das Kosmonaut Festival 2018

Nachdem im vergangenen Jahr der fünfte Geburtstag am Stausee Rabenstein nahe Chemnitz gefeiert wurde, steht in diesem Jahr am letzten Juni-Wochenende nun die sechste Ausgabe vom Kosmonaut Festival an. Bei absolut festivaltauglichen, hochsommerlichen Temperaturen haben sich die meisten Musikfans längst auf den Campingflächen eingerichtet und zwecks Abkühlung ist der Stausee natürlich in Dauernutzung. Wo kann man sonst mitten im See stehen und von dort auf die Hauptbühne schauen? Kraftklub persönlich sowie die Künstler RAF Camora, Milky Chance, Feine Sahne Fischfilet, UFO361, Kat Frankie, Faber, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi, Sofi Tukker, Drunken Masters, Idles und viele weitere Top-Acts zieren als Highlights Wochenend-Line-Up. Das von der Band Kraftklub und Landstreicher Booking liebevoll ins Leben gerufene Festival zeichnet sich in jedem Jahr durch ein junges, frisches Programm aus, dass mit leichtem Hang zur Ekstase immer ein besonderes Sahnehäubchen oben draufsetzt, denn das Konzept des Geheimen Headliners ist auch weiterhin Bestandteil des Kosmonaut Festivals.

freitag beim kosmonaut 2018

Die Festivalorganisatoren haben es mal wieder geschafft den Headliner bis zur letzten Minute geheim zu halten. Kurz vorm Fall des Vorhangs zeigen sich Kraftklub auf der Bühne und kündigen an, dass es sich dieses Mal um eine sehr spezielle Ausgabe des „Geheimen Headliners“ handelt. Nach langen Spekulationen ob K.I.Z oder gar Die Ärzte auftreten würden, lüftet sich dann endlich das Geheimnis: Fünf Top-Acts – darunter Cro, RIN und Bausa sowie Marteria und Casper crashen das diesjährige Kosmonaut Festival als Gesamtpaket. Wobei Letztere ihr neues gemeinsames Album „1982“ ankündigen, das am 31. August 2018 erscheint. Zuhören gibt es aber lediglich die erste Single „Champion Sound“, die die zwei Deutsch-Rapper zum allerersten Mal live auf der Bühne zum Besten geben. Alle anderen Acts präsentieren die besten Hits ihres Live-Repertoires  unter frenetischem Jubel von 15.000 Festivalbesuchern.

HAIYTI

Am frühen Nachmittag ist Deutsch-Rap aus Hamburg angesagt, aber nicht wie die meisten es erwarten würden von der männlichen Fraktion. Stattdessen präsentiert sich die unter bürgerlichem Namen lebende Ronja Zschoche mit ihrem Pseudonym Haiyti. Sie rappt bereits seit vielen Jahren und das im immer populärer werdenden Südstaaten-Style. Bisher hat die innovative Haiyti aka Robbery aka Ovadoze aka Miami (ja, sie hat wirklich so viele Psyeudonyme!) über Hamburgs Grenzen noch nicht so viel Beachtung gefunden, obwohl wir finden, dass sie diese eindeutig verdient. Letzte Woche noch beim Hurricane Festival 2018 und nun ihr Auftritt beim Kosmonaut 2018 – hoffentlich ist das der Grundstein von jeder Menge Aufmerksamkeit.

CRO

Nach drei Jahren musikalischer Pause hat sich Cro aka. Carlo Waibel, der Raop-Rapper und Panda-Maskenträger, im vergangenen Jahr endlich wieder zurückgemeldet. Der Stuttgarter schenkte uns im September sein neues Album „Fake you“, sein bisher persönlichstes Album. 2011 hat die großartige Karriere des Rappers begonnen,  sein Debüt-Mixtape „Meine Musik“ ist noch im selben Jahr erschienenen und er unterschrieb beim independent Label Chimperator. Ohne es zu wollen, prägt er mit seiner Musik und seinem Look eine ganze Generation. Die Panda-Maske ist seither Cro’s Markenzeichen, auch zum Schutz, um im privaten Leben unerkannt zu leben. Der Rapper scheint inzwischen gereift und hat verarbeitet, was in den Jahren alles um ihn herum geschehen ist. Ein Imagewechsel der ihm gut tut und bei dem die Fans ihm vollen Rückhalt geben. Beim Kosmonaut 2018 kann der Panda-Rapper völlig überzeugen, gibt sich fannah und präsentiert einen perfekten Mix quer durch das Cro-Hit-Imperium, inklusive dem neuem Material.

Feine Sahne Fischfilet

Da sind sie wider, Meck-Pomms Punkband Nummer 1, lautstark und unüberhörbar dröhnt ihr Punksound. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und das sind auch die Themen ihrer Musik. Derzeit wandern FSF über den deutschen Festivaljahrmarkt. Und ja, ihre Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi gerne direkte Worte, was er zB. von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird auf der Bühne und natürlich davor eine enorme Party gefeiert, bei der keiner trocken bleiben kann. Schweiß- und Biergeruch erfüllt die Luft, es wird im Bananaboot über die Crowd gesurft, Rauchbomben nebeln in bunten Farben das gesamte Infield ein und der Pfeffi fließt in Strömen. Feine Sahne Fischfilet schaffen es spielend, binnen weniger Sekunden die Massen in Bewegung zu setzen.

Marteria + CAsper

Ein gemeinsames Album von Casper und Marteria – diese Idee steht schon etwas länger im Raum. Nach gemeinsamen Songs auf Samplern und Soloalben ist jetzt aus dem einstigen Aprilscherz endlich die Realität geworden. Ganze neun Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Song „Rock’n’Roll“ stehen Casper und Marteria am 31. August 2018 nun mit ihrem langerwartete Collabo-Album „1982“ in den Startlöchern. Schließlich ist diese Paarung die logische Konsequenz zwei der ruhmreichsten Rap-Karrieren dieses Landes. Spätestens mit ihren beiden letzten Soloalben „Lang Lebe Der Tod“ und „Roswell“ haben sich die zwei Deutschrapper im letzten Jahr endgültig einen unantastbaren Status als zwei der erfolgreichsten Rapper Deutschlands erkämpft. Ihre erste Single „Champion Sound“ ist Einlaufmusik par excellence, ein Big-Band-Bläsersound mit lockerem Basslauf, der auch einem Jay Z gut gestanden hätte. Nicht durch uninspiriertes Aufzählen von Designern und Automarken, sondern mit sympathischen Querverweisen auf geschichtsträchtigen Sportgrößen von Wayne Gretzky bis Walter Frosch. Die Neugierde auf den neuen Sound ist geweckt und der Auftritt der Herren Griffey und Laciny, je auch mit ihren eigenen Livesets, gipfelt als grande finale vom ersten Kosmonaut Festivaltag.

Das neue Marteria + Casper-Album erscheint am 31. August 2018 z. B. auf Amazon:
Audio-CD „1982“ oder Vinyl-LP „1982“

Samstag beim kosmonaut 2018

Hier in Chemnitz sind wirklich alle unglaublich freundlich und hilfsbereit, wie in einem kleinen Dorf. Zudem wird im Vergleich zu anderen Festivals so gut wie gar kein Müll hinterlassen, selbst der Zeltplatz ist zur Abreise fast wie geleckt. Was nicht mehr benötigt wird, landetet entweder ordentlich in der Mülltonne oder wird zum Foodsharing gebracht, wo es an andere Menschen weiterverteilt wird. Großartiges Konzept. Gleich am frühen Morgen wird die Campingplatzidylle von lautem Rumpeln gestört.

Ein großer Truck fährt vor, auf diesem sitzen Marteria und Casper und schlagen Alarm. Binnen weniger Sekunden strömen noch verschlafene, restalkohlisierte und bereits hellwache Menschen heran. Ein ekstatisches Campingplatz-Konzert feiern die zwei Deutschrapper mit den Fans, so nah kommt man sonst nie heran. Die Handykameras laufen heiss und hunderte trockene Kehlen gröhlen jede Textzeile mit. Marteria spricht ein Mädel namens Karo, das am Vorabend ihren 27. Geburtstag gefeiert hat: „Du siehst aber ganz schön müde aus“. Sie daraufhin: „Ja toll, weil Du mich nicht schlafen lässt und hier früh am Morgen ein Konzert spielen musst.“

SIND

Beinahe zufällig wurde die Berliner Gruppe SIND zur interessantesten neuen deutschen Rockband. Das in diesem April erschienene Debütalbum „Irgendwas mit Liebe“ erzählt von gewaltigem Lebenshunger, der Suche nach Liebe und einer großen Freundschaft. Es ist Musik, die nicht nach links oder rechts guckt – und vielleicht gerade deshalb alles über das Hier und Jetzt sagt. Release-Konzerte in Hamburg und Berlin hat es bereits gegeben, nun stehen die Sommerfestivals auf dem Plan und eine Tour im Herbst ist auch schon angekündigt.

Milliarden

Die Rockband aus Berlin besteht im Grund aus Frontmann Ben Hartmann und Johannes Aue. Das Rock-Duo genießt noch den Newcomer-Status, hat aber vor, die deutschsprachige Musiklandschaft so richtig aufzumischen. Sie wollen mit ihrer Musik etwas (er)schaffen, etwas teilen, etwas verändern. Kantige deutsche Lyrics prallen auf eingängige Harmonien und einen rebellischen Punk-Spirit– roh, bittersüß, ungeschönt, leidenschaftlich und vor allem tief berührend. Sie wollen sich nicht zwischen Deutschrock, Liedermachertum und Pop entscheiden, sondern singen stattdessen von Freiheit, Schmerz, Liebe, Sehnsucht, Wut – eben all den Emotionen, die wir alle auch gut kennen.

Olli Schulz

Der Entertainer ist beliebt und bekannt aus dem Fernsehen (Circus Halli Galli) und aus seiner Radio-Show mit Jan Böhmermann. Zwischen poppiger, handgemachter Musik baut Olli immer wieder unterhaltsame Geschichten ins Set ein. Er ist ein wahrer Entertainer und macht sich selbst und seine Backing Band auch gerne mal zum Opfer seiner Witze. Musikalisch wird gespielt, was Olli selbst gut gefällt und dabei schreckt er auch nicht zurück, Ikonen wie U2 charmant zu covern. Oben drauf fliegt Konfetti durch die Menge und die Stimmung ist ausgelassen.

TRETTMANN

Der gebürtige Chemnitzer freut sich heute über ein Heimspiel. Er ist der Lieblingssänger der Deutschrapper: Gzuz, Marteria, Jan Delay, Sido, Samy Deluxe – sie alle zogen öffentlich den Hut vor dem Mann, der klingt wie nichts und niemand sonst. Mit seinen Songs vom neuen Album „#DIY“ setzt er statt auf Gangstergesten lieber  Herzlichkeit. Mit Basecap und Sonnenbrille tritt Trettmann und entgeht so ein kleinen wenig der großen Aufmerksamkeit seiner Persönlichkeit. Die Singstimme verzerrt er konsequent und mutig mit Autotune und klingt dabei fast wie der kiffende Musiker-Kollege Marsimoto, der Sound drum herum versetzt das Infield abwechselnd in Gänsehaut- und Abrissstimmung.

KAT FRANKIE

Kat Frankie singt schöne und eingängige Melodien mit einer Stimme, die so klar und zugleich aufregend rätselhaft ist, so beeindruckend reif und zugleich, dass sie einem schon nach der ersten Strophe nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Sie singt von Liebe und um dem Leiden an eben dieser, vor allem aber über die Freude am Lieben. Ohrwurmpotenzial.

RAF CAMORA

RAF Camora, der Wiener-Berliner ist heute mit seinem Kumpel von der (187ner) Straße Bonez MC am Start. Wer 187 Strassenbande kennt, weiß, dass RAF Camora und Kollege Bonez MC eigentlich kaum noch alleine durch die Lande ziehen. Noch während Bonez MC mit den 187ern in einem Zug Szene und Land übernimmt und RAF Camoras „Ghøst“ durch die Top Fünf geistert, ist das Strassenbanden-Oberhaupt und der Indipendenza-Chef schon wieder ganz woanders: unter Palmen, in der Karibik, weiter „Geschichte“ schreiben. Auf YouTube sorgten die beiden mit „Palmen aus Plastik“ für einen wahren Sturm und das gemeinsame, gleichnamige Album ist ebenfalls von Erfolg gekrönt. Bonez und RAF machen Dancehall auf Deutsch endlich mal cool. Heute begibt sich RAF Camora, der singende Produzent von Reggae-beeinflussten Trap-Brettern auch einfach mal ohne seine bessere Hälfte auf die Bühne – und das funktioniert mindestens genauso gut. Mit Songs von seinem neuesten Werk „Anthrazit“ zeigt er verschiedene Facetten seiner musikalischen Identität.

milky chance

Milky Chance verschachteln Pop, Folk und Reggae wirklich unverschämt gut miteinander. Und dabei sind die zwei Jungs absolut bodenständig. Der große Erfolg hat sich längst eingestellt. Und so zündet der Sound von Milky Chance direkt ein emotionales Feuerwerk in all den Synapsen der Zuschaue. Die Endorphin-Ausschüttung der Mädels in den ersten Reihen tourt auf Maximalleistung. Clemens Rehbeins sexy-soulige Stimme verschmilzt mit seiner Gitarre und dabei klingen die sonnigen Grooves im Hintergrund wie das Rezept zum Glücklich sein.

Kraftklub

Der Vorhang fällt und die Massen drehen durch. Wie immer eigentlich, wenn Kraftklub irgendwo auftreten. Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band. Es wird deutlich, bei dieser Band hat Veranstalter Landsteicher Booking wie immer auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Voller wird es kaum woanders. Vor wenigen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub inzwischen aber aber wirklich gemausert. Sänger Felix Brümmer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und einen ganzen Haufen junger Mädels, die mit auf der Bühne tanzen.

Infos + Tickets Kosmonaut Festival 2019

Kosmonaut 2019 / Kosmonaut Festival 2019

Unsere Highlights: Hurricane Festival 2018 am Sonntag

Tag Drei startet am Eichenring wieder zur Mittagszeit. 65.000 Besucher haben bislang am Wochenende gefeiert. Bislang trocken, lediglich mit kleinen Niesel-Einlagen, haben sich schon einige schlaftrunkene Festivalisten auf das Gelände begeben. Zur frühen Stunde geht es hart und lautstark zur Sache mit Bands wie Basement, Touché Amoré, Swiss & die Andern, Black Rebel Motorcycle Club (BRMC) und weiteren. Das Parallelprogramm bietet im Zelt oder auf der Red Stage aber wieder jede menge Abwechslung mit Rap und Indie-Rock. Der Nachmittag bietet dann weitere Highlights, damit der letzte Tag beim Hurricane Festival nochmal in vollen Zügen genossen werden kann. Chefket, NOFX, Samy Deluxe, Angus & Julia Stone und viele mehr geben instrumental und stimmlich vollen Einsatz. In den Abendstunden geben sich beim Hurricane Festival 2018 Sonntag dann jede Menge Rock-Stars (Softrock, Indierock, Deutschrock) die Klinke in die Hand: James Bay, RIN, Kraftklub, Arcade Fire, Arctic Monkeys uns als glänzendes Schlusslicht noch das Hamburger DJ-Duo Moonbootica. Veranstalter FKP Scorpio sowie Organisatoren und Verbände ziehen ein durchweg positives Feedback, mit wenig Feuerwehr- und Polizeieinsätze, insgesamt sonst wird das Hurricane 2018 als ruhiges Festival bezeichnet. Der Termin für die 23. Ausgabe steht bereits fest für das Wochenende vom 21. bis 23. Juni 2019.

Touché Amoré

Die Truppe um Jeremy Bolm ist schon lange kein Geheimnis mehr, nach drei mehr als erfolgreichen Studioalben gibt es seit 2017mit „Stage Four“ bereits Nummer Vier.Am frühen Mittag finden sich vor der Green Stage vorrangig die  besessenen Post-Hardocre Fans (oder jene Besucher, die schon für einen späteren Programmpunkt auf bester Position warten wollen) – wer da ist, ist von der ersten Sekunde an mit Herzblut dabei. Nicht nur die Songs haben es in sich, sondern auch die Musiker von Touché Amoré selbst. Mit einem unglaublichen Drang zur Leidenschaft schmettern die fünf US-Amerikaner ihre Werke aus der Seele.

mighty oaks

Das aktuelle Mighty Oaks-Album „Dreamers“ ist im März 2017 erschienen und im gleichen Atemzug ist das Trio für einige Termine mit ausverkauften Shows in Deutschland unterwegs gewesen. Natürlich haben die Mighty Oaks auch ein Jahr später noch lange nicht genug. Das Wahl-Berliner Dreigestirn des Alt-Folk begeistert nach zwei Jahren Pause diesen Sommer wieder auf Festivals. So haben Ian Hooper (US-Amerikaner) sowie Italiener Claudio Donzelli und Brite Craig Saunders genügend Material für eine tolle Live-Setlist mitgebracht, die dazu auch Hits vom hochgelobten und erfolgreichen Debüts „Howl“ enthalten. Wer die Band schon kennt, freut sich auf Musik, die sich um Themen wie Freundschaft, Liebe und Erinnerung dreht, und zwar das in Songwriter-Qualität. Für alle Neuhörer der Mighty Oaks, ist die unschlagbare Live-Präsenz des Trios überzeugend, genau wie ihr dreistimmiger Satzgesang, verbunden mit den akustischen Gitarren und Mandolinen und schlichten Drums.

Haiyti

Auf der Red Stage gibt es am frühen Nachmittag Deutsch-Rap aus Hamburg, aber nicht wie die meisten es erwarten würden von der männlichen Fraktion. Stattdessen präsentiert sich die unter bürgerlichem Namen lebende Ronja Zschoche mit ihrem Pseudonym Haiyti. Sie rappt bereits vielen Jahren und das im immer populärer werdenden Südstaaten-Style. Bisher hat die innovative Haiyti aka Robbery aka Ovadoze aka Miami über Hamburgs Grenzen noch nicht so viel Beachtung gefunden, wie sie es verdient, aber mit ihrem Auftritt am Hurricane Festival 2018 Sonntag wird sich das bestimmt schon bald ändern.

wanda

Nein, Bilderbuch sind nicht die einzige, erfolgreiche Popband aus Österreichs Hauptstadt Wien. Da wäre nämlich auch noch die fünfköpfige Band Wanda mit Frontmann und Sänger Michael Marco Wanda zu erwähnen. Seit 2012 musiziert das Quintett, dass mit dem Song „Amore“ (und dann auch gleichnamigen Album) 2014 einen echten Superhit und Ohrwurm gelandet hat. Aktuell ist aber auch etwas Frisches von Wanda am Start, nämlich dass dritte Studioalbum „Niente“ – es ist im Herbst 2017 erschienen. Die heimatverbundene Band hat in diesem Zuge auch den wunderbaren Song „0043“ veröffentlicht, sozusagen als Hommage und Liebeserklärung an ihr Heimatland. Für Freunde poppiger, handgemachter Musik sind hier eingängige Refrains, authentische Jungs, emotionale Themen und vor allem eine Menge Rock’n’Roll auf der Bühne zu erleben.

nofx

Das kleine gelbe Banner mit den vier Buchstaben kündigt die US-Punkrocker an. Einprägsam, humoristisch und absolut schräg – so beschreibt man die Jungs von NOFX. Bevor sie auch nur ansatzweise den ersten Song spielen, quatschen sie erstmal über Gott und die Welt, wie toll sie es finden, beim Hurricane zu spielen zum Beispiel. Aber hey, sie spielen auch wirklich coolen Punkrock, wenn sie dann wollen. Die vier Bandmitglieder Fat Mike (Gesang), Eric Melvin (E-Gitarre), El Hefe (Gitarre) und Erik Sanin (Drums) sind wahre Urgesteine ihres Musikgenres. Fat Mike steht sein letzter Entzug wirklich gut und er zeigt sich gut gelaunt und witzig. Im Duell mit Eric Melvin und El Hefe stellt der Kalifornier heute einige Comedians in den Schatten. Auch die Zuschauer bekommen regelmäßig einen auf den Deckel. NOFX spielen klare Hits wie „Linoleum“, „Idiots Are Taking Over“, „Six Years On Dope“, „Bottles To The Ground“ oder „The Separation Of Church And Skate“ und erheitern das Hurricane 2018 mit selbstironischen Scherzen. So macht Punkrock richtig Spaß!

 

Hurricane Festival 2019 Infos + Tickets

Hurricane 2019 / Hurricane Festival 2019

So war das Nova Rock 2018 am Donnerstag

Einen etwas holprigen Start legte das Nova Rock in diesem Jahr hin. Schon vor Eröffnung des Festivals gab es massive Probleme mit dem Wetter und erste Matschkriesen. Es regnete so stark, dass einige Parkplätze, wie der Caravan-Parkplatz, nicht mehr befahren werden konnten. Und es hörte einfach nicht auf zu regnen. Die sonst so staubigen und brechend trockenen Pannonia Fields waren schlammig und kaum wieder zu erkennen. Doch dank endlichen Tonnen Holzschnitzel wurde dem Matsch der Gar ausgemacht – zumindest großteils. Ebenfalls traurige Nachrichten erreichte die Besucher von Headliner „Die Toten Hosen“, denn auf Grund eines Hörsturzes, den Frontmann Camping erlitt musste sie ihren geplanten Auftritt am Donnerstag Abend absagen. Somit übernahmen an besagtem Abend Parkway Drive auf der Red Stage und Marilyn Manson auf der Blue Stage den Headliner-Status.

Um 13:30 Uhr öffnet dann endlich das Festivalgelände. Zwar noch immer begleiten von Regen, aber das störte hier niemanden. In bunten Ponchos spazierten die ersten Besucher fröhlich zu den Bühnen, wo pünktlich um 14 Uhr auf der Blue Stage „All Them Witches“ und auf der Red Stage „Starcrawler“ den Tag eröffneten. Powervoll ging es weiter mit der US-amerikanischen Rockband Shinedown. Mit viel Power und Energie heizt Frontmann Brent Smith dem Publikum ordentlich ein und schmettert einen Hit nach dem anderen raus. Zwischendurch schüttelt er dann noch den Fotografen vorne im Graben die Hand und begrüßt sie. Sehr sympathisch dieser Brent. Seit kurzem haben Shinedown auch ein neues Album auf dem Markt, dass mittlerweile 7. Studioalbum mit dem Namen „Attention Attention“. Mittlerweile machte sogar der Regen eine kurze Pause. Parallel spielte auf der anderen Bühne die Southern-Rock-Band Black Stone Cherry. Nach „Dead Cross“ und „Meshuggah“ folgte ein etwas schwächliches Set von Hollywood Undead, die anfangs leider mit leichten Tonschwierigkeiten zu kämpfen hatten, das ganze aber gekonnt überspielen konnten. Zeitgleich rockten Asking Alexandria auf der Red Stage. Und ab hier ging es Schlag auch Schlag weiter mit fetten Bands. Angefangen bei Rampensau Corey Taylor, Sänger von Stone Sour und Slipknot. Mit unfassbar viel Freude, Power, Energie und Spaß an der Sache sang sich Corey durch sein Set und begeisterte eigentlich so ziemlich jeden. Nicht weniger energiegeladen ging es neben an bei Skillet zu, der Us-amerikanischen christlichen Rockband aus Tennessee. Mit großen Schritten ging es auf die Headliner zu. Völlige Mädels-Kreisch-Eskalation gab es natürlich bei Schönling Felix Brummer von der deutschen Band Kraftklub.

Ob die Musik oder das Gekreische lauter war, ist in diesem Fall wirklich schwer zu sagen. Was aber eindeutig war: Sie hatten Spaß, alle samt und genoßen die Show sichtlich. Für die alt eingesessenen Metalfans gab es statt deutschem Indie-Punk-Rock eine ordentliche Portion Metal auf die Ohren. Und das von den Jungs der im Jahre 1983 gegründeten, amerikanischen Meterband Megadeth. Die Kollegen um Dave Mustaine lieferten eine solide Show, wenn auch nicht all zu bewegungsfreudig. Nach Megadeth folgte auch schon der erste Headliner des Abends: Parkway Drive. Und die haben den neu zugeschriebenen Headliner-Status mehr als verdient. Mit lautem Knall begannen sie ihr Set. Wie gewohnt wurde es auch wieder heiß – verdammt heiß. Die sympathischen Australier um Frontmann Winston McCall haben gefühlt die Bühne abgerissen. Mit lauter Pyrotechnik eröffneten sie ihr Set, welches durchzogen war von unzähligen Feuersäulen, brennender Bühne und noch mehr Feuer. Nicht zu vergessen, der sich drehende Drummer in seinem Bühnensetting. Hier gab’s nicht nur was auf die Ohren, sondern auch auf die Auge. Dagegen war die Performance von zweitem Headliner Marilyn Manson ganz schön mau aus. Auch soundtechnisch war das nicht der beste Auftritt an diesem Donnerstag-Abend. Leider war es mal wieder mehr ein Trauerspiel als eine gelungene, solide Show. Viele Fans sind das aber von Manson ja durchaus gewohnt. Klarer Gewinner dieses ersten Tages waren in jedem Fall Parkway Drive.

Nova Rock 2019 Infos + Tickets

Nova Rock 2019 / Nova Rock Festival 2019

Highfield Festival 2017 – So war der Samstag

Das Highfield Festival 2017 hatte nochmal Glück. Nach dem starker Regen und Gewitter am Freitagabend zur Unterbrechung führten, konnte am Abend das Programm wieder aufgenommen werden, wenn auch mit einigen Ausfällen wie z.B. dem Headliner-Autritt von Billy Talent oder Casper. Veranstalter Semmel Concerts und FKP Scorpio gaben über Nacht und noch am frühen Morgen mit vereinten Kräften alles, um das Festivalgelände am Störmthaler See wieder begehbar zumachen. Der zweite Tag lockte mit sonnig-warmen Temperaturen und insgesamt 17 Bands und Künstlern, darunter Milky Chance, Biffy Clyro, Kraftklub und Casper.

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highfield Festival 2018 Tickets + Infos:

Highfield Festival 2018 / Highfield 2018 / Highfield18

turbostaat

Im Januar 2016 ist mit „Abalonia“ das 6. Studioalbum der Husumer Band Turbostaat erschienen. In der Ur-Besetzung, die bereits seit über 17 Jahren besteht, sind Turbostatt dem Punkrock und vor allem sich selbst immer treu geblieben. Jan singt, Marten und Rotze spielen Gitarre, Tobert ist Bass und Peter an den Drums. Mit ihren voll-aufgedrehten Amps und der einzigartigen Mischung aus Punk und Melancholie bleiben die Nordlichter eine feste Größe in der deutschsprachigen Alternative-Welt. Das minimalistische Auftreten und die Bescheidenheit der Band überzeugt. Hier gibt es keine ständigen Gitarren oder Bass-Wechsel, sondern nur ein und die selbe Klampfe! Die Turbostaat-Fans haben Bock und sind textsicher. Die Setlist vergeht so schnell, dass man die Zeit komplett vergisst während Bassdrum und Bass so tight sind, dass der Punkrock einem regelrecht um die Ohren knallt.

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sxtn

Nura und Juju sind die Frontfrauen des Hip-Hop-Duos SXTN. Als weiblicher Pendant zu Aggro Berlin haben sich die beiden Berlinerinnen in den letzten beiden Jahren einen Namen gemacht. Sie rappen und nehmen dabei wie ihre männlichen Kollegen Haftbefehl oder Kool Savas eigentlich gar kein Blatt vor den Mund. Mit ihren Texten, die nicht immer frauenfreundlich gehalten sind, finden die selbsternannten Fotzen aber vor allem bei der weiblichen Zuhörschaft Anklang. Dass Frauen bei Texten wie „Hass Frau – du nichts, ich Mann“, der sie als reine Lustobjekte abstempelt lauthals mitgröhlen sieht man wirklich nicht alle Tage. Doch gerade durch diese Provokationen machen sie sich natürlich immer bekannter. Ihre Songs spiegeln das Leben beider Mädels wieder, mal wild, mal nachdenklich – aber ungefiltert und ehrlich. SXTN sind bereits das Sprachrohr einer Generation, die sich keine Gedanken über Morgen machen will und nur den Moment in vollen Zügen auskostet.

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fatoni

Fatoni steht für echtes Multi-Talent – und zwar als (Theater-)Schauspieler, Songwriter und Sänger. Den Wort-Sport betreibt er auf hohem Leistungs-Level! Unter seinem Decknamen, bürgerlich aber Anton Schneider, ist der Münchener mit seinen Songs „32 Grad“ und „Schlafentzug“ schon in den ein oder anderen Gehörgang eingedrungen. Seine Musik ist nicht gerade der typische Rap-Style von der Straße, Fatoni hat seinen ganz eigenen Stil mit originellen, deutschsprachigen Texten und frischen Beats. Im März hat er gerade erst sein Mixtape „Im Modus“ veröffentlich und zieht im Oktober schon wieder nach, mit einem Kollabo-Album mit Sängerin Mine namens Alle Liebe nachträglich“ .

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feine sahne fischfilet

Deutschlands Punkband Nummer 1 aus Mecklenburg Vorpommern spielt Punkrock. Unüberhörbar. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und all das sind auch Themen ihrer Musik. Seit ihrem umstrittenen Auftritt im Münchner Z-Bau sind sie deutschlandweit bekannt geworden. Ja, die Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi genaue Worte, was von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird eine gewaltige Party gefeiert, bei der niemand trocken bleibt. Schweiß- und Biergeruch liegt in der Luft und Bassist Kai surft im Bananaboot über die Crowd. Ein unglaubliches Bild. Manche Bands schaffen es einfach in Sekunden die Massen in Bewegung zu setzen.

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Mad caddies

Die Mad Caddies gibt es seit 1995. Und gerade die Mischung aus Ska-Punk mit Elementen aus Reggae, Dixie, Country, Pop und Swing sorgt für beständigen Erfolg. Hier wird keinesfalls gekuschelt, wenn die US-Band aus Kalifornien auf der Bühne steht. Fröhliche Klänge werden zum ausgelassenen Getöse. Hier wechselt der ganz harte Punk immer wieder zum entspannten Ska-Reggae. Da schwappt die kalifornische Relaxtheit, die Surfer-Attitüde und musikalische Fantasie regelrecht über.

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milky chance

Milky Chance verschachteln Pop, Folk und Reggae wirklich unverschämt gut miteinander. Und dabei sind die zwei Jungs absolut bodenständig. Der große Erfolg hat sich längst eingestellt. Und so zündet der Sound von Milky Chance direkt ein emotionales Feuerwerk in all den Synapsen der Zuschaue. Die Endorphin-Ausschüttung der Mädels in den ersten Reihen tourt auf Maximalleistung. Clemens Rehbeins sexy-soulige Stimme verschmilzt mit seiner Gitarre und dabei klingen die sonnigen Grooves im Hintergrund wie das Rezept zum Glücklich sein.

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sdp

SDP haben wieder einmal die Massen mobilisiert. Das Altersdurchschnitt im Publikum ist deutlich jünger geworden, als noch bei den Bands zuvor. Und dabei gilt Berlin-Spandau nicht gerade als musikalischer In-Bezirk der deutschen Hauptstadt. Aber die beiden Allround-Musiker Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin sind selbstbewusst und wissen genau, wie sie ihren angesagten Deutschrap-Funk ans Publikum rausjagen. Die Texte sind einfach gehalten, gehen ins Ohr und sind leicht zu merken. Hier steht mehr die Party und die Eskalation im Vordergrund, nicht das mit den Songs etwas bewegt wird, bis auf die Körper der Fans. Es geht ordentlich ab! Riesige Ballons werden in die Crowd geworfen, Tshirts werden abgefeuert, CO2-Fontänen und Flammen schießen in die Luft.

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biffy clyro

Nachdem Biffy Clyro in 2016 das aktuelle Album „Ellipsis“ veröffentlicht haben, musste natürlich auch eine Tour her und nun sind sie beim Deichbrand 2017 als Headliner zu sehen. Mit einem gewaltigen Lichtgewitter kommen Biffy Clyro auf die Bühne und zerreißen direkt mit dem ersten Song „Wolves of Winter“ von ihrem aktuellen Album „Ellipsis“ den Laden. Die Röhren der Fender-Amps laufen bei den derben Anschlägen der Saiten-Vergewohltätiger heiß. Sparsam gehen die drei Schotten mit ihrer Energie nicht um. Sie springen, treten in die Luft und holen alles aus ihrem Körper heraus. Vor der Firestage ist es proppenvoll und der stechende Strat-Sound von Frontmann Simon hagelt durch die PA. Mit sanften und harten Progressiv-Rock-Sounds, schmettern Biffy Clyro immer weitere Fetzen Seele in die Herzen der Fans. Die Lieder der drei halbnackten Schotten erinnern an einen guten Highschool Film mit einer schönen Prise schottischer Stahlsaiten zum Nachtisch. Die erfrischende Abwechslung zwischen gepfefferten Rocksongs und ruhigen Balladen, streuen eine große Portion Salz in die Wunde, wenn es heißt, dass das der letzte Song an diesem Abend ist – nach 1,5 Stunden Programm immerhin. Biffy Clyro haben einfach einen großen Vorteil vielen Bands gegenüber, sie sind nämlich eine verdammt gute Live-Band und ihr Repertoire an Hits wird von Album zu Album größer. Biffy’s Sound ist einzigartig und lebendig.

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kraftklub

Der Vorhang fällt und die Meute dreht durch … Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band. Es wird deutlich, bei diesem Headliner hat Veranstalter ESK Events auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Vor wenigen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub nun wirklich gemausert. Sänger Felix Brümmer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und einen ganzen Haufen junger Mädels, die über die gesamte Show hinweg mit auf der Bühne tanzen. Ein wenig politisch wird es aber auch, als Brümmer von seiner Strafanzeige in Verbindung mit einem AfD-Politiker berichtet, denn er habe die Partei als „Vollidioten“ bezeichnet. Das Publikum steht hinter dem KK-Frontmann, tausende Stimmen brüllen „AfD-Vollidioten“.

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casper

Deutschlands Ausnahme-Indie-Rapper Casper als abendlicher Headliner beim Highfield? Und ob! Zuletzt spielte Casper entweder auf den kleineren Stages oder früheren Slots, der Platz für die vielen Fans reichte damals kaum aus. Gut 2 Jahre später ist Benjamin Griffey noch erfolgreicher. Sein angekündigtes neues Album „Lang lebe der Tod!“ (VÖ 9-2017) wird bereits seit 1 Jahr sehnlichst von der Musikwelt erwartet, das Veröffentlichungsdatum verschob sich leider immer wieder. Ein neuer Zyklus im künstlerischen Schaffen von Casper ist bereits eingeläutet. Dunkel und eindringlicher geht es jetzt zu bei dem gebürtigen Extertaler und trotzdem hat er alles in unwiderstehliche Songs verpackt, die am heutigen Sonntag  gemeinsam mit der Bühnen-Pyrotechnik wie Zunder brennen. Mit aller Wucht ist Casper zurück, er sprintet und springt nur so über die Bühne und wird dafür vom Publikum ordentlich gefeiert.

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Hier geht’s lang zum Freitag und Sonntag beim Highfield Festival 2017!