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Deichbrand Festival 2017 – So war der Samstag

Der zweite Festivaltag beim Deichbrand Festival 2017 hält vor allem beim Wetter eine echte Überraschung bereit. Trotz Regenvorhersage und möglicher Unwetter bleibt die Festivalstadt und damit das Zuhause von 55.000 Besuchern auf dem Seeflughafen Nordholz den gesamten Tag über verschont, besser noch: die Sonne zeigt ihre beste Seite. Aber Cuxhaven genießt ja des öfteren den Ruf, dass Schlechtwetter-Gebiete auch mal daran vorbeiziehen. Mit den Donots, Annenmaykantereit, aber vor allem Kraftklub und Marteria ist das Line-Up am Samstag hochkarätig und verspricht viel Bewegung für die Tanzbeine und fordert die Stimmbänder.

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Deichbrand festival 2018 Tickets + Infos:

Deichbrand 2018 / Deichbrand Festival 2018 / #Deichbrand2018

Annett gapstream

Die DJane mit Berliner Akzent verschreibt sich ihrer Musik und ist mit Electro aufgewachsen. Grund genug, von den bescheidenen Wohnzimmerboxen auf kräftige Bar-, Club- und Festivalanlagen umzusteigen. In den letzten drei Jahren hat die ehemalige Leistungssportlerin mit ihren elektronischen Sounds kräftig herumgewirbelt. Am frühen Samstag Nachmittag sind die Regler der Turntables auf der Electronic Island-Bühne zwei Stunden lang in den Händen der jungen Künstlerin.Von Tech House bis Techno, an den treibenden, melodischen Tracks haben die Zuschauer sichtlich genauso viel Spaß wie Annett selbst. Hier könnt ihr mal reinhören: Annett Gapstream bei Soundcloud

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young guns

Mit Deichbrand 2017 Sonntags-Headliner Billy Talent sind Young Guns dicke, denn mit ihnen gemeinsam war die britische Alternative-Rockband aus Buckinghamshire als Support auf Welttournee. Mittlerweile füllt das Quartett selbst die (kleineren) Konzerthallen. Heavy oder hymnisch und mit viel Energie feuert die Band hartherzliche Hooklines direkt ans Deichbrand-Publikum. Sänger Gustav Wood und seine Bandkollegen wecken ohne Gnade das noch etwas verschlafene Publikum vor der Firestage. Melodischer Post Hardcore kracht eben doch ganz schön!

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patrice

Der Reggae-Sänger und Songwriter Patrice Babatunde Bart-Williams aka Patrice mit den afrikanischen Wurzeln ist in der Nähe von Köln aufgewachsen. Schön früh probiert er sich in der hiesigen Hip-Hop-Szene aus – Graffitti, Freestylen, Tanzen, Skaten – und entdeckt dabei die große Leidenschaft für Reggae. Er beginnt, seinen ganz eigenen Musikstil aus verschiedensten Jazz-, Soul-, Funk- und Hip-Hop-Elemente zu erschaffen. Seit seinem Debüt 2000, hat Patrice seinen Ruf als hervorragender Live-Künstler ausgebaut und sich ganz nebenbei einen Namen als Produzent gemacht. Mittlerweile ist sein siebten Studioalbum „Life’s Blood“ (10/2016) auf dem Markt. Der gut gelaunte Sänger bringt die Zuschauermenge am Samstagnachmittag mit seinen beschwingten Melodien und der sinnlichen Stimme zum ausgelassenen Tanzen.

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donots

Dass der Punk noch am Leben ist, beweisen die Ibbenbürener auf ganzer Linie. Sie sind der Garant auf jedem Festival oder bei jedem Konzert, mit ihnen geht einfach die Post ab. Zwischen unzähligen, witzigen Anekdoten, bearbeiten vor allem Frontmann Ingo Donot und sein Bruder Ingo Donot quickfidel die Water Stage. Die Band hat Freude an dem was sie macht und transportiert das zweifelfrei ins hiesige Publikum. Ingo verschwindet im Graben, streckt sein Mikro in die Menge und badet später im Meer der Hände. Nah am Fan – das ist wichtig. Aber auch um die gute Sache ist der Fünfer immer bemüht. Neben Kein Bock Auf Nazis supporten sie Viva con Aqua. Heute ist auch noch ein ganz besonderer Gast mit auf der Bühne (zumindest für einen Song lang), denn die Mama von Ingo und Guido feiert heute ihren 70. Geburtstag. Reinhilde wird aus diesem Anlass gedankt und geherzt und prompt auf einen Stuhl auf die Bühne gesetzt. Emotional und tränenreich, die Festivalbesucher sind sichtlich gerührt und feiern die Knollmann-Mama gebührend. Und weiter geht’s mit einer perfekten Show der zwischen altbekannten Klassikern und Hymnen der Donots und neuem „Karacho“ Material, das dem Deichbrand 2017-Publikum ein unvergesslichen Samstag Abend beschert.

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Kosmonaut Festival 2016 geht mit Casper als erstem Headliner an den Start

Das von der Band Kraftklub, sowie Landstreicher Booking und splash! Entertainment veranstaltete Kosmonaut Festival findet am 24. und 25. Juni 2016 zum vierten Mal am Stausee Oberrabenstein in Chemnitz statt. Mit Casper verkünden die Veranstalter nun den ersten Headliner für 2016. Casper spielt mit seiner Band beim Kosmonaut seine einzige Festivalshow in Deutschland im nächsten Jahr. Weitere erste Bestätigungen: Boy, Feine Sahne Fischfilet, Frittenbude, Turbostaat, SSIO und viele mehr.

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Weitere Informationen

Kraftklub veröffentlichen „Randale“-Live-DVD und kommen 2016 auf Tour

Vor ziemlich genau zwölf Monaten erschien das zweite Kraftklub-Album „In Schwarz“, das ebenso wie das Debüt „Mit K“ auf Anhieb von Null auf Platz Eins in die Charts einstieg. Seitdem ist viel passiert – Kraftklub gewannen den Echo und die 1LIVE Krone, sie fuhren mit dem In-Schwarz-Konvoi quer durch Deutschland und brachten die bereits dritte Ausgabe ihres eigenen Kosmonaut-Festivals erfolgreich über die Bühne. Nicht zuletzt bekam die Band aus Chemnitz Gold für mehr als 100.000 verkaufte Exemplare von„In Schwarz“. Vor allem aber waren Kraftklub viel unterwegs – sie spielten zahlreiche umjubelte Konzerte in den Clubs, Hallen und auf den Festivals in Deutschland.

Und weil so ein Kraftklub-Konzert im Rausch der Gefühle verdammt schnell vorbeigeht, erscheint am 20.November 2015 „Randale“. (Hier DVD bei Amazon vorbestellen) Die DVD setzt sich aus zwei Tour-Dokumentationen und einem kompletten Live-Konzert aus der Berliner Max-Schmeling-Halle vom 6. März 2015 zusammen, passend dazu wird es auch ein Live-Album geben. Und ab Januar 2016 geht’s für die fünf Chemnitzer Jungs wieder auf Tour.

Mehr Informationen unter: www.kraftklub.to oder auf Facebook

So waren KRAFTKLUB live bei Rock am Ring 2015

Chiemsee Summer 2015 – Tag 1: Das ging ab am Mittwoch

Wenn man zwei Festivals wie das Chiemsee Reggae Summer und das Chiemsee Rocks zusammenlegt, dann bekommt man dabei ein riesengroßes Festival mit allen musikalischen Geschmacksrichtungen heraus. Das neue Chiemsee Summer Festival in Übersee bietet für die Festival-Besucher tolle Musik-Acts aus allen Genres – darunter Reggae, Hip Hop, Rock und Elektro. Dazu gibt es die malerische Kulisse des Chiemsee samt Bergpanorama, einfach traumhaft.

Ganze fünf Tage Festival erwarten uns und wir freuen uns riesig auf den „Sommer unseres Lebens“. Gemütlich kommen wir nach langer Anreise am Mittwoch gegen Mittag auf‘ das Gelände, das leider noch recht luftig besucht ist. Kein Wunder, es ist ziemlich kalt und feucht. Wir drehen eine Orientierungsrunde und freuen uns über die kurzen Wege zwischen den Bühnen, über die vielversprechenden Essensstände und besonders über einen tollen Kaffee- und Eisstand.

Hier geht’s zum Bericht „Chiemsee Summer 2015 – Tag 2: Das ging ab am Donnerstag
Hier geht’s zum Bericht „Chiemsee Summer 2015 – Tag 3: Das ging ab am Freitag
Hier geht’s zum Bericht „Chiemsee Summer 2015 – Tag 4: Das ging ab am Samstag
Hier geht’s zum Bericht „Chiemsee Summer 2015 – Tag 4: Das ging ab am Sonntag

THE GASLIGHT ANTHEM

Dann geht’s auch schon los für uns, und zwar mit The Gaslight Anthem. Völlig untypisches Bild: Eine mitfeiernde Securitys im Fotograben. Das sollte sich auch während des gesamten Festivals nicht ändern. Großartige Stimmung bei allen Beteiligten. Und bei den Besuchern sowieso…Wer auf Rock und Gitarrenklänge des Mainstreams steht, ist bei The Gaslight Anthem genau richtig. Auf der Bühne legen Brian Fallon und seine Kollegen eine Stunde lang einen schönen aber eher unauffälligen Auftritt hin. Die New Jersey Combo spielt flotte aber mehr melacholischen Stücke, die arg an Springsteen’s Werke erinnern und ingesamt verbreiten diese beim Hören zu Hause einfach mehr Stimmung. Wir finden die vier Jungs aus den USA aber absolut sympathisch.
Facts: 313.900 Fans bei Facebook · 99.100 Follower bei Twitter · Hits: „Get Hurt“ & „Handwritten“

Bildergalerie: So war THE GASLIGHT ANTHEM live

DROPKICK MURPHYS

Um 20:45 Uhr wacht der Chiemsee langsam auf! Der Grund? Feinster Folk-Punk aus Boston von den Dropkick Murphys! Gegründet 1996 haben sie sich bis heute in der Szene etabliert und viele Anhänger gesammelt. Sie selbst beschreiben ihren Musikstil als Punkrock, gemischt mit Irisch Folk, Rock und Hardcore Punk. Und alle diese musikalischen Einflüsse leben sie auf der Bühne aus. In den vergangenen Jahren gab es leider einige Wechsel der Bandmitglieder, aber geschadet hat es nicht. Mit der jetzigen Besetzung legen die Dropkick Murphys jedenfalls eine komplett unvergessliche Show hin.
Facts: 1.7 Mio. Fans bei Facebook · 117.000 Follower bei Twitter · Hits: „Rose Tattoo“ & „Fields of Athenry“

Bildergalerie: So waren die DROPKICK MURPHYS live

KRAFTKLUB

Dann endlich: Ein erstes riesiges Highlight des Festivals: Kraftklub! Und die Meute dreht durch… Gleich die ersten drei Songs sind Top-Hits der Band. Wir Fotografen werden leider recht schnell von der Security aus dem sehr schmalen Graben gebeten, da ständig Leute aus dem Publikum gezogen werden müssen und einfach nicht genug Platz für uns alle ist. Es wird deutlich, bei diesem Headliner hat der Veranstalter auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Vor fünf Jahren selbst noch als Support Act, haben sich Kraftklub nun wirklich gemausert. Sänger Felix Brummer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen und fliegende Mikros. Aber da kann man auch noch einen draufsetzen und später dann noch mitten im Publikum auf einer kleinen Bühne spielen. Was für ein Einsatz. Zu den letzten Tönen haben wir den Abend ziemlich durchgefroren ausklingen lassen und sind ins warme Bett …
Facts: 517.800 Fans bei Facebook · 138.000 Follower bei Twitter · Hits: „Songs für Liam“ & „Ich will nicht nach Berlin“

Bildergalerie: So war KRAFTKLUB live

Deichbrand Festival 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag

Hier geht’s zum Bericht „Deichbrand Festival 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag
Hier geht’s zum Bericht „Deichbrand Festival 2015 – Tag 1: Das ging ab am Sonntag

EISBRECHER

Nicht nur das perfekte Sommerwetter lockt viele Festivalbesucher an diesem Samstag zur Fire Stage. Harte Rockmusik gepaart mit Elektro-Elementen am Nachmittag. Und wir sehen, das funktioniert. Die Band Eisbrecher ist bekannt für Action auf der Bühne, wirbelnde Instrumente, auch mal ein Mikrofonständer und fliegende Haare. Frontmann Alexander „Alexx“ Wesselsky besticht mit seiner tiefen Stimme und zeigt viel Nähe zu seinen Fans. Ihr aktuelles Album „Schock“ ist frisch auf dem Markt und natürlich gibt es auch einige der neuen Songs auf die Ohren.

Bildergalerie: So waren EISBRECHER live

EMIL BULLS

Wieder deutsch, wieder Rock. Die Emil Bulls aus München sind die nächsten auf der Water Stage. An Bühnenerfahrung mangelt es den fünf Musikern nicht, im Gegenteil. Sie blicken bereits auf eine 16-jährige Künstler-Laufbahn zurück. Ihr Stil ist ungewohnt hart, zumindest für einen Deichbrand-Nachmittag. Sie kennen keine Gnade, wenn die Double-Bass im fliegenden Wechsel mit den Gitarrenriffss erhallen. Dazu die kräftige Stimme von Sänger Christ, der sich seinen Emotionen kniend, bebend und rockend völlig hingibt. Irgendwie ist es mitreißend.

Bildergalerie: So waren EMIL BULLS live

SCHANDMAUL

Es bleibt deutsch. Dafür drehen wir gefühlt die Uhr bis ins Mittelalter zurück, sprachlich und musikalisch. Einerseits kommt die Band Schandmaul klassisch daher, mit den typischen Rockinstrumenten wie Akustik- und E-Gitarre, sowie Bass und Schlagzeug. Auf der anderen Seite bringt das Sextett, bestehend aus vier Männern und 2 Frauen, noch locker zig weitere Instrumente mit auf die Bühne: Violine, Drehleiher, Banjo, Laute, Flöten, Schalmeien, Kontrabass, Dudelsack um nur einige zu nennen. Ein wenig vergleichbar mit der Musik der Mittelalter-Rocker In Extremo. Wir hören märchenhafte Stücke über Gaukler, Narren und Spielleute. Auf jeden Fall sorgen Schandmaul für gute Laune.

Bildergalerie: So waren SCHANDMAUL live

BILDERBUCH

Die österreichische Band Bilderbuch nimmt kein Blatt vor den Mund. Warum auch, kann man doch auf deutsch alle seine Gedanken und Gefühle direkt an seine Fans rausgeben. Ihr Musikstil ist bunt gemischt aus Indie Rock, Punk und Hip Hop. Klingt aber prima, wenn Sänger Maurice Ernst so richtig loslegt. Da steckt viel Leidenschaft in jedem ihrer Songs. Textsicher sind die Fans dabei, wenn der hellblonde Frontmann den Po zum Publikum dreht und losgröhlt „Gib es zu, du bist hinter meinem Hintern her!“.

Bildergalerie: So waren BILDERBUCH live

BOSSE

Bosse, ein Braunschweiger auf der Überholspur. Aber leicht hatte er es eigentlich nicht immer. Der junge Mann, der am frühen Samstag abend das Gelände vor der Fire Stage bis auf den letzten Platz füllt hat sich aber immer wieder nach oben gekämpft und blieb standhaft. Er ist einer unserer deutschen Talente: Sänger, Songwriter, Gitarrist – und natürlich: Frauenschwarm. Sein Musikstil geht in den Indiepop. Er engagiert sich wie viele seiner Musiker-Kollegen für die Wasserinitiative Viva con Agua doch heute lässt er es sich nicht nehmen, zu den Fans mitten ins Field zu steigen und eine Viva con Agua-Fahne zu schwenken. Gemeinsam mit Festivalbesuchern singt er seinen Hit „Schönste Zeit“. Fast 4 Minuten Fannähe und Emotionen. Das hat uns begeistert.

Bildergalerie: So waren BOSSE live

THE KOOKS

Der heutige internationale Ausreißer auf den Deichbrand-Bühnen. Die englische Band The Kooks brachten im letzten Jahr ihr neues Album Listen heraus und waren im Frühjahr auf Deutschland-Tour. Ihr Musikstil ist eine gelungene Mischung aus Funk, Jazz, Soul und Rock. Vor allem die Mädels sind heiß auf The Kooks wie man an den vielen Pappschildern sehen kann. Aber eigentlich liegt das doch an Sänger Luke Pritchard, der mit seiner eindringlichen Stimme und seinem natürlichen Rock’n’Roll-Charme für Begeisterung sorgt. Es gibt lange Gitarrensoli, auch mal lässige Akustik-Grooves. Insgesamt eine wunderbarer, britische Rock-Show.

Bildergalerie: So waren THE KOOKS live

KRAFTKLUB

Auch beim folgenden Headliner hat der Veranstalter auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Vor fünf Jahren selbst noch als Support Act, haben sich Kraftklub nun wirklich gemausert. Schaut man jetzt von oben auf Deichbrand Festival, so findet man zu dieser Prime Time keinen einzigen freien Platz mehr. Sänger Felix Brummer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und Konfettikanonen. Aber da kann man auch noch einen draufsetzen und auf der Bühne direkt Feuerwerk abfackeln – auch musikalisch. Und später wird dann noch mitten im Publikum auf eine kleinere Bühne gespielt. Was für ein Einsatz.

Bildergalerie: So waren KRAFTKLUB live

DEICHKIND

Früher einfach nur durchgeknallt, sind die drei Hamburger Rapper von Deichkind heute aber immer mehr gesellschaftskritisch unterwegs. Sie gelten als absolute Abräumer mit ihren Live-Shows. Wenn bei Ferris MC und Co. der Vorhang fällt, gibts es bunte und leuchtende Kostüme, ausgefeilte Lichteffekte, choreographische Einlagen und jedes fahrbare Gefährt (z. B. Bürostühle, Roller, uvm.), das man sich denken kann. Traditionell geht es dann mit überdimensionalem Fass während der Show zum Song „Roll das Fass rein“ in die Menge. Da ist kein Halten mehr.

Bildergalerie: So waren DEICHKIND live

Rock am Ring 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag

Am Freitag abend setze bereits während der Show vom blassbleichen Marilyn Manson der Regen ein. In der Ferne entstanden erste Blitze, der Wind wurde stärker und riss an der Bühne seitlich das große Rock am Ring-Banner herunter. Alles in allem erschien das aber „passend“ zur Show eher effektvoll und harmlos. Dass es dabei nicht bleiben sollte, zeigte sich kurze Zeit darauf, als Musiker Fritz Kalkbrenner mit seinem DJ-Pult die Bühne für sich einnahm. Regen, Sturm, Gewitter – alles sammelte sich über dem Festival-Gelände, so dass der Veranstalter die Show letztendlich abbrechen musste. Mark Lieberberg betrat in der Nacht noch die Bühne und bat alle Besucher, sich nun lieber Schutz in ihren Behausungen zu suchen.

Erst am Samstag früh sollte das tatsächliche Ausmaß des nächtlichen Unwetters durch eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz des Veranstalters deutlich werden. Fazit: Es gab viele Wasser- und Sturmschäden auf dem Festivalgelände und den Campingplätzen und im Backstage-Bereich ist ein Blitz eingeschlagen, so dass ingesamt 33 Personen mit Verletzungen ins Krankenhaus mussten.

Die Stimmung der Festival-Besucher auf den Campingplätzen oder später auf dem Gelände war davon aber ungetrübt. Das ein oder andere abgesoffene Zelt gab es natürlich, aber Rock am Ring ist eine große Familie und so half jeder jedem und gewährte den Durchnässten Unterschlupf. Der Anblick ist jedenfalls der gleiche, wie bei jedem Festival-Morgen danach: sonnenverbrannte Gesichter und Körper, „Schnapsleichen“ und überall Sonnenbrillen die die Schmach der vergangenen Nacht verdecken sollen. Die ersten Wolken des Tages wichen auch schon bald wieder dem Sonnenschein und Deutschlands größtes Festival konnte in den 2 Tag starten.

Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag
Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

Bildergalerie: Da kommt CAMPING-FEELING auf

ROYAL REPUBLIC

Wer sich eine typische Rock’n’Roll-Band vorstellt, denkt sicher gleich an Dinge wie gegelte Haarlocken und Lederjacken. Einfach den coolen Look eben. Und genau dieses Klischees verkörpern die vier Jungs aus Malmö in Schweden. Sympathisch ist vor allem die gekonnte musikalisch Rock-Mischung – die ein wenig an die Hives erinnert – sogar mit noch mehr Power. Sänger Adam Grahn weiß, dass er aus seiner Gitarre alles rausholen kann und versprüht dabei auch noch unheimlich viel Charme. Die Damen in Publikum sind jedenfalls begeistert. Mit ihrer Musik wollen Royal Republic in erster Linie gute Stimmung verbreiten und auch dieses Ziel ist eindeutig erfüllt, blickt man auf die 90.000 feiernden Menschen vor der Bühne.

Bildergalerie: So war ROYAL REPUBLIC live

ANTIOPLEN GANG

Als absolut heiße Neuware werden die drei deutsch-Hip Hopper gehandelt. Natürlich erfüllen sie dabei auch gern die üblichen Klischees: Tattoos, Caps und ihren eigenen witzigen Sprach-Codex. Sie sind eine typische Gang, wobei Panik Panzer und Danger Dan sogar leibliche Brüder sind. Fragt man Fans nach ihrem bekanntesten Song, so wird sicherlich „Fick die Uni“ genannt. Aber natürlich steckt in ihnen noch viel mehr. Und das ist eindeutig die verrückte aber vor allem ironische Musik mit viel Wumms.

Bildergalerie: So war die ANTILOPEN GANG live

INTERPOL

Die New Yorker Indie-Rock-Band Interpol sind eigentlich absolute Perfektionisten. Mit ihren fünf Studioalben und bisherigen großen Tourneen sind sie im Musikbusiness kein unbeschriebenes Blatt. Musikalisch, stimmlich, hier passt einfach alles bei Sänger Paul Banks und seinem Team. Leider sind die Drei ansonsten schwer zurückhaltend mit ihrer Bühnenperformance und schaffen es nicht, das Publikum richtig mitzureißen. Schade.

Bildergalerie: So war INTERPOL live

SONDASCHULE

Sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten gehen diese sieben Ska-Punk-Jungs aus Mühlheim an der Ruhr auf die Bühne. Ihr Stil: aussagekräftige Texte mit einer geballten Ladung an Rock. Seit 1998 gibt es die Truppe bereits und sie sind heimatverbunden, deshalb spielen sie dann auch ihren Song „Mühlheim Ruhr“ – als musikalische Liebeserklärung. Für gute Stimmung ist auch gesorgt, denn alle Sieben legen sich auf der Bühne mächtig ins Zeug um die Zuschauer anzuheizen.

Bildergalerie: So war SONDASCHULE live

SLASH FEAT. MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATOR

Slash – war der mal nicht Lead-Gitarrist bei Guns’n’Roses? Jawohl, er ist es, der Mann mit den langen schwarzen Locken, dem großen schwarzen Zylinder und den magischen Gitarrenriffs. Saul Hudson, wie Slash mit bürgerlichem Namen heißt, ist übrigens einer der besten Gitarristen der Welt! Weltweit über 100 Millionen Alben wurden verkauft und er schrieb Geschichte mit den Guns’n’Roses. Doch auch seine Solo-Karriere kann sich sehen lassen. Bis heute bleibt er seiner Gibson Les Paul treu und auch sein Image eines Rockhelden pflegt er. Und nebenher produziert Horror-Fan Slash auch noch Filme und was läge da näher, er steuert mal den Soundtrack bei. Mit Alter Bridge-Sänger „Myles Kennedy“ und seiner Begleitband „The Conspirators“ rockt er an diesem Samstag Nachmittag mit viel Energie und wilden Posen über die Bühne.

Bildergalerie: So war SLASH live

TRAILERPARK

Trailerpark sind eine Art rappende Boygroup, die sich aus einem Labelkollektiv zusammengefunden hat. Darunter Newcomer auf der Rock am Ring Bühne 2014 „Alligatoah“ und im Gepäck hat er „Basti DNP“, „Timi Hendrix“ (Pimpulsiv) und „Sudden“. Eine explosive Mischung, wie sich in ihren Texten aber vor allem bei ihrem Live-Auftritt zeigt. Da wird dann direkt mal das Klavier vom „Bleib in der Schule-Intro“ mit Vorschlaghämmern und Äxten von den 4 Rappern zerlegt. Ansonsten sind die Vier in ihren quietschbunten Anzügen schon ein Hingucker und ganz Sprachrohr der jungen Generationen, nehmen sie doch gar kein Blatt vor den Mund. Instrumental findet sich ebenfalls eine wilde Mischung, ob Gitarrensound, Dubstep oder Punk-Rock – bei Trailerpark passt das tatsächlich zusammen.

Bildergalerie: So war TRAILERPARK live

Rock am Ring 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag

KRAFTKLUB

Fünf Musiker aus Chemnitz die in den vergangenen Jahren Festivalbühnen, Konzerthallen und vor allem die Charts besetzten. Ihr Markenzeichen sind die roten Hosenträger und eine aufblasbare, überdimensionale typische Rocker-Hand („w“). Beliebt sind Kraftklub bei jung und alt, denn alle ihre Songs haben Mitsing-Charakter. Auf der Bühne gibt Sänger Felix Brummer ordentlich Gas, er springt und turnt herum und wirbelt das Mikrofon, dass er traditonell am roten Kabel hat, wellenförmig umher.

Bildergalerie: So war KRAFTKLUB live

PRINZ PI

Was hebt Rapper Prinz Pi eigentlich von seinen anderen deutschen Kollegen ab? Also erstmal hieß er früher noch etwas anders: Prinz Porno. Aber vor allem schafft er es, seine Songs mit Themen gesellschaftlicher Relevanz und emotionaler Tiefe, durch seine ehrliche sympathische Art den Zuhörern nahe zu bringen. Charterfolge und Beliebtheit bei den Frauen sind ihm bis heute aber nicht zu Kopf gestiegen. Der Berliner ist durchweg er selbst und auch auf der Bühne nimmt man ihm das ab. Auf dem diesjährigen splash! Festival in Ferropolis wird er übrigens noch einmal als Prinz Porno auftreten, wird sicher ein Kracher. Also nix wie hin!

Bildergalerie: So war PRINZ PI live

K.I.Z

Berliner Rüpel-Rapper im Anmarsch heißt es beim Auftritt von K.I.Z. Für zartbeseitete ist so ein Auftritt nichts. Vulgäre Gemeinheiten, Diskriminierung und ihr abstruser Humor hat ihnen bereits Kultstatus bei den Fans eingebracht, mag aber eben nicht jeder. Dafür haben alle Songs eingängige Melodien und viel viel Bass. Auf der Bühne sind K.I.Z zu Viert: DJ Craft und die drei MCs Tarek, Maxim und Nico. Sie verstehen es perfekt, in ihren Songs musikalische Stile wie Reggae, Rap, Punk und Elektro zu miteinander zu kombinieren. Und natürlich geht auch in Kürze ein neues Album an den Start: „Hurra die Welt geht unter“.

Bildergalerie: So war K.I.Z live

THE PRODIGY

In den 90er Jahren sorgte die englische Band The Prodigy dafür, dass der Musikstil Elektro populär wurde. 25 Jahre, 8 Studioalben und haufenweise Auszeichnungen später, stehen sie zum 6. Mal auf der Rock am Ring-Bühne. Und es hat sich nicht viel verändert. Krachende Bässe und Beats, zuckende Licht- und Lasereffekte und der flippige Frontmann Keith Flint der wie wild geworden über die Bühne fegt. Nicht weniger auffällig ist dabei Partner Keith Palmer (alias Maxim Reality), der erst im Pelzmantel verhüllt bleibt, um später aber ähnlich ausgeflippt und mit Kung Fu-Einlagen herumzuwirbeln. Für Fans ihrer Klassiker, aber auch die des neuen Albums gibt es aller Hand musikalisches Futter. The Prodigy sind einfach ein energiegeladenes Gesamtkunstwerk.

Bildergalerie: So war THE PRODIGY live

DEICHKIND

Die Hip-Hop-Formation aus Hamburg ist unter Festivalbesuchern bereits legendär. Ihre Live-Shows sind einzigartig und ungeschlagen. Was bei einem Auftritt von Deichkind alles zu sehen ist, glaubt man eigentlich nur, wenn man selbst mal Teil dieser Inszenierung wurde. Licht- und Nebeleffekte, fliegend-hüpfende Bandmitglieder, bunte bewegliche Lichtstehlen die sich als Bühnenbild immer wieder neu formieren und beleuchten lassen, unzählbare Kostüme, Gummiboot zum Crowd-Surfen, bewegliche „Fahrzeuge“ (Roller, Bürostühle, Dreiräder, uvm.) und nicht zu vergessen der große silberne „Leider Geil“-Luftballon. Und natürlich geht es zu „Roll das Fass rein“ auch in den direkten Kontakt mit der Menge. Im überdimensionalen Holzfass finden Kryptik Joe, Ferris MC und Porky Platz und lassen sich so durch die feiernden Zuschauer tragen. Alles mit einem großen Augenzwinkern, sehen sich die Sieben neben ihren Rap-Einlagen als regelrechte Entertainer. Mit ihrem neuen Album „Niveau Weshalb Warum“ im Gepäck sind sie aktuell auch auf Konzert-Tournee. Unser Tipp: Termin in eurer Nähe raussuchen und unbedingt anschauen!

Bildergalerie: So war DEICHKIND live

MARSIMOTO

Was ist grün und kifft? Marterias alter Ego Marsimoto. Endlich steht er auch auf Deutschlands Festival- und Konzertbühnen. Und passend zum Album-Release des neuen „Ring der Nebelungen“ zeigt sich der Grünling selbstbewusst. Sonst ganz im Schatten von Marterias Erfolg, schaute er lediglich mal kurz bei seinen Auftritten für 2 oder 3 Songs vorbei. Aber das schreit doch nach mehr. Ungewöhnlich ist Marsimoto alle Mal mit seiner hohen heliumähnlichen Digital-Stimme und den arg marihuana-lastigen Themen in seinen Songs. Aber gleichzeitig stecken so viel Details und Humor in alledem, dass der grünmaskierte viele Fans hat. Bei einem so späten Slot (1:35 Uhr nachts) auf der Rock am Ring-Bühne ist nicht zwingend zu erwarten, dass die „Bude rappelvoll“ ist – und doch. Neue und alte Songs und den typischen grünen Rauch gibt’s als Bonbon noch oben drauf.

Bildergalerie: So war MARSIMOTO live