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Kissin’ Dynamite verabschieden sich in Hannover mit Donner und großem Herz

Hannover, 9. November 2025 – Capitol. Es war laut, es war emotional, und es war ein Abend, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird. Kissin’ Dynamite rockten am Sonntag das Capitol Hannover – und lieferten dabei nicht nur eine makellose Rockshow, sondern auch einen Abend mit Abschiedsschmerz. Denn: Frontmann Hannes Braun verlässt nach dieser Tour die Band. Was bleibt, ist ein Feuerwerk aus Energie, Pathos und purer Rock’n’Roll-Leidenschaft, wie man sie in dieser Dichte selten erlebt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 haben sich die fünf Schwaben vom Geheimtipp zur festen Größe in der europäischen Rocklandschaft entwickelt. Ihr Sound? Stadiontauglicher Hardrock mit modernen Hooks, hymnischen Refrains und einer ordentlichen Portion Glam. Eine Mischung aus Mötley Crüe, Bon Jovi und einem Schuss Neue Deutsche Härte – aber mit ganz eigenem Stil. Mit Hits wie “You’re Not Alone”, “I’ve Got the Fire” oder “Ecstasy” haben sich Kissin’ Dynamite längst ihren festen Platz in den Playlisten der Rockgemeinde erspielt. 2022 legte die Band mit dem Erfolgsalbum Not the End of the Road (Platz 2 der deutschen Charts) nach – und bewies, dass sie nicht nur feiern, sondern auch Gefühle mit Druck verpacken kann.

Brainstorm

Bevor Kissin’ Dynamite die Bühne übernahmen, heizten Brainstorm dem Publikum ordentlich ein. Die schwäbische Power-Metal-Institution präsentierte sich in Bestform: tight, druckvoll und mit charismatischer Bühnenpräsenz. Sänger Andy B. Franck überzeugte mit seiner kraftvollen Stimme, die mühelos zwischen metallischem Biss und melodischem Glanz pendelte. Die Songauswahl ließen Köpfe nicken und Hände fliegen – das Publikum war sofort dabei. Ihr Set war ein Musterbeispiel für musikalische Präzision und Leidenschaft – kein Warm-up, sondern ein echtes Statement. Danach verließ die Band die Bühne unter tosendem Applaus – perfekt vorbereitetes Terrain für das, was danach kam.

Kissin’ Dynamite

Als die Lichter ausgingen und das Intro ertönte, war klar: Hier geht’s nicht um Zurückhaltung. Im gleißenden Licht der Scheinwerfer steht die Band auf der obersten von drei Ebenen der Bühne; bereit, Hannover noch einmal zu zeigen, was diese Band kann. Von Anfang an war der Sound glasklar, druckvoll und perfekt abgestimmt – das Capitol bebte. Die Setlist war ein Best-of der Bandgeschichte – jeder Song saß, jedes Solo zündete.

Die aktuelle „Back with a Bang! World Tour 2025“ trägt ihren Namen zu Recht. Kissin’ Dynamite spielen mit einer Wucht, die keine Sekunde auf Abschiedsstimmung schließen lässt. Statt Wehmut herrscht pure Lebensfreude. Dass Sänger Hannes Braun die Band nach dieser Tour verlässt, hat er mit Blick auf neue, persönliche und musikalische Wege begründet. Nach fast zwei Jahrzehnten Dauerpower möchte er sich neu orientieren – und verabschiedet sich auf dem Zenit seiner Karriere.

Man spürt an diesem Abend: Für Band und Fans ist das mehr als ein Konzert – es ist ein emotionaler Schulterschluss. Die Gitarristen Ande Braun und Jim Müller werfen sich die Riffs zu wie früher, Steffen Haile (Bass) und Sebastian Berg (Drums) treiben die Maschine unerbittlich voran. Alles sitzt, alles fließt – und die Bühne wirkt zu klein für so viel Energie. Ein letztes Mal reckten sich die Fäuste, ein letztes Mal sangen alle gemeinsam. Als Hannes Braun am Ende seine Gitarre zur Seite legte und einfach nur in die Menge blickte, lag in der Luft, was selten passiert: Stille. Dankbarkeit. Respekt.

Thundermother entfesselt Rock-Energie in Hannover: Ein Abend voller Power

Am Samstag, den 5. April 2025, verwandelte sich das Capitol in Hannover in ein pulsierendes Epizentrum des Rock’n’Roll, als Thundermother im Rahmen ihrer „Dirty & Divine 2025“ Tour die Bühne betraten. Die schwedische All-Female-Rockband, bekannt für ihre energiegeladenen Auftritte und kraftvollen Riffs, zog das Publikum mit einer Performance in ihren Bann, die sowohl langjährige Fans als auch Neulinge begeisterte.

Vulvarine

Die aufstrebende Band Vulvarine sorgte als erster von zwei Support-Acts für einen fulminanten Auftakt des Abends. Mit ihrer explosiven Mischung aus Punk und Hardrock setzten sie ein kraftvolles Zeichen und heizten dem Publikum ordentlich ein. Die Musik von Vulvarine ist geprägt von schnellen Gitarrenriffs, treibenden Rhythmen und einer unverwechselbaren, rebellischen Attitüde, die sofort ins Ohr geht. Frontfrau Lena Wild überzeugte mit einer Stimme, die sowohl roh als auch charismatisch ist und die Menge von der ersten Sekunde an mitriss. Besonders beeindruckend war der Song „Rebel Yell“, der mit seinem eingängigen Refrain und einer energiegeladenen Performance die Zuschauer zum Mitsingen animierte. Die gesamte Band strahlte eine unglaubliche Bühnenpräsenz aus, die das Publikum in ihren Bann zog und die Vorfreude auf Thundermother noch weiter anheizte. Wer Vulvarine live erlebt, bekommt nicht nur eine musikalische Darbietung, sondern eine Show voller Energie und Leidenschaft.

cobra spell

Als zweites war die Band Cobra Spell am Start und setzte mit ihrem Auftritt ein musikalisches Ausrufezeichen. Die Gruppe, deren Sound eine dynamische Mischung aus Heavy Metal und Retro-Rock darstellt, zog das Publikum sofort in ihren Bann. Mit donnernden Gitarrenriffs und energiegeladenen Soli versprühten sie den Spirit der 80er Jahre, ohne dabei altbacken zu wirken. Frontfrau Alexx Panza begeisterte mit einer kraftvollen Stimme, die mühelos zwischen hohen Tönen und rauchigen Tiefen wechselte. Besonders der Song „Midnight Venom“ entpuppte sich als Highlight des Sets und brachte die Menge zum Toben. Die Band bestach durch eine leidenschaftliche Bühnenpräsenz, die auch den letzten Zuschauer von den Sitzen riss. Cobra Spell live zu erleben, ist ein Muss für alle, die den klassischen Metal-Sound mit modernem Drive lieben.

Thundermother

Was Thundermother ausmacht, ist ihre Fähigkeit, klassischen Rock-Sound mit modernen Einflüssen zu verbinden. Ihre Musik ist eine Hommage an die großen Rockbands der 70er und 80er Jahre, gepaart mit der Frische und Direktheit einer neuen Generation. Mit Alben wie „Heat Wave“ und „Black and Gold“ haben sie sich in der Rockszene einen festen Platz erarbeitet. Diese Alben sind gespickt mit hymnischen Refrains und kraftvollen Gitarrensoli, die live noch intensiver zur Geltung kommen.

Der Abend begann mit einem lauten Knall, als Thundermother die Bühne mit ihrem Song „Can You Feel It“ betraten. Von der ersten Sekunde an war die Energie im Raum greifbar. Sängerin Linnéa Vikström zog das Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme und charismatischen Bühnenpräsenz in ihren Bann. Besonders beeindruckend war, wie die Band Songs wie „Hellevator“, „Bright Eyes“, „Play VidTake the Power“, „Speaking of the Devil“ oder „Driving in Style“ mit neuen Hits von ihrem aktuellen Album „Dirty & Divine“ nahtlos kombinierte.

Gitarristin und Bandgründerin Fillipa Nässil bewies einmal mehr, warum sie als eine der besten in ihrem Fach gilt. Ihre Soli waren präzise, leidenschaftlich und voller Dynamik. Das Publikum honorierte jeden Song mit lautem Jubel und Applaus, während die Band eine mitreißende Show nach der anderen ablieferte. Die Rhythmussektion, bestehend aus Bassistin Majsan Lindberg (die wieder dabei ist) und Schlagzeugerin Joan Massing verlieh den Songs einen treibenden Groove, der die Menge bis in die letzte Reihe zum Tanzen brachte.

Live schaffen es Thundermother, das Publikum mitzureißen. Kein Schnickschnack, kein Playback – einfach ehrlicher Hard Rock mit starkem AC/DC-Vibe. Das kommt live besonders gut zur Geltung, weil es direkt und ungeschönt rüberkommt. Die Riffs sitzen, das Schlagzeug knallt, und der Gesang ist kraftvoll. Sie bringen die Attitüde klassischer Rockgrößen mit, aber mit einem modernen Twist – Selbstbewusstsein, Lautstärke, und diese „Wir lassen uns nichts sagen“-Mentalität, die live besonders gut zündet. Es fühlt sich oft an wie eine Rockparty, nicht einfach nur ein Konzert.

Die „Dirty & Divine“- Tour von Thundermother ist ein absolutes Muss für jeden Rockfan. Der Auftritt im Capitol in Hannover war ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Rockmusik lebt und gedeiht. Thundermother haben erneut bewiesen, dass sie zu den besten Live-Bands der Szene gehören. Ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird – und ein Beweis dafür, dass guter, alter Rock’n’Roll immer noch die Massen bewegen kann. Wer die Chance hat, diese Band live zu erleben, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Denn wenn Thundermother die Bühne betreten, dann wird es laut, wild und unglaublich unterhaltsam.

Marsimoto in Hannover: Eine grüne Abschiedssinfonie im Capitol

Am Sonntagabend , den 8. Dezember 2024, verwandelte sich das ausverkaufte Capitol in Hannover in ein grünes Universum, als Marsimoto, das berüchtigte Alter Ego von Marten Laciny alias Marteria, im Rahmen seiner Abschiedstour „Die letzte Tour“ die Bühne betrat. Die Show versprach einen Abschied voller Energie und Erinnerungen, und Marsimoto lieferte mit einer Performance, die sowohl alte Fans als auch Neulinge in seinen Bann zog.

Luzey

Aber bevor es richtig losgehen sollte, gab es für die Zuschauer noch einen Überraschungsgast, der das Vorprogramm füllen wollte. Und dieser Gast war kein geringer als Marterias Sohn Louis aka Luzey, der auf aktueller Tour vom Papa den Posten der Vorband ergattern konnte. Der junge Künstler, der als Sohn von Marteria in große Fußstapfen tritt, präsentierte eine Mischung aus frischen Beats und tiefgründigen Texten, die seine ganz eigene musikalische Handschrift tragen. Luzeys Musik zeichnet sich durch eine gelungene Fusion aus Hip-Hop, Elektro und melodischen Elementen aus, die das Publikum sofort in ihren Bann zog. Besonders beeindruckend war seine Bühnenpräsenz, die mit einer Mischung aus jugendlicher Energie und professioneller Gelassenheit überzeugte. Mit Tracks wie „City Lights“ und „Echoes“ zeigte er, dass er nicht nur das Talent seines Vaters geerbt hat, sondern auch seinen eigenen Weg in der Musikszene findet. Die Zuschauer waren begeistert und belohnten Luzey mit tosendem Applaus, was eindrucksvoll bewies, dass er mehr als nur der „Sohn von“ ist. Diese Performance war ein vielversprechender Vorgeschmack auf eine vielversprechende Karriere.

Marsimoto

Marsimoto ist bekannt für seine einzigartige Mischung aus experimentellem Hip-Hop, satirischen Texten und der charakteristischen hohen Stimme, die durch einen Helium-Effekt erzeugt wird. Hinter der grünen Maske verbirgt sich Marten Laciny, der als Marteria bereits zahlreiche Erfolge gefeiert hat. Während Marteria für seine eingängigen Hits und gesellschaftskritischen Texte bekannt ist, verkörpert Marsimoto die künstlerische Freiheit und das Experimentelle. Mit sechs Alben hat Marsimoto eine Nische im deutschen Hip-Hop geschaffen, die sowohl für ihre Kreativität als auch für ihre Provokation geschätzt wird.

Die Bühne hüllte sich binnen Sekunden in dichten Rauch, der natürlich in der typischen grünen Farbe erstrahlte. Die Instrumentalisten betraten die Bühne, und aus dem Hintergrund erklang die helium-ähnliche Digitalstimme von Marsimoto. Energiegeladen bewegte sich der Rapper in seinem Wirkungsbereich, der während der gesamten Liveshow mit Licht, Lasern und dichten Nebelschwaden inszeniert wurde. Die Setlist bot reichlich neues Material, aber auch ältere Hits kamen nicht zu kurz. Für alle Marsi-Fans und die, die es an diesem Abend noch werden wollten, gab es den Sound aus fast zwei Jahrzehnten Marsimoto-Schaffensgeschichte auf die Ohren.

Insgesamt knapp zwei Stunden lang zelebrierte Marsimoto seine Karriere, die vor 18 Jahren mit dem Debütalbum „Halloziehnation“ begann. Weitere Alben wie „Zu zweit allein“, „Grüner Samt“ und „Ring der Nebelungen“ und „Verde“ folgten, jedes davon ein weiterer Schritt in der künstlerischen Evolution. Sein neuestes Werk „Keine Intelligenz“ wurde in diesem Jahr veröffentlicht und fügte der Setlist frische Tracks hinzu, die das Publikum begeisterten.

Was dieses Konzert so besonders machte, war die Mischung aus Nostalgie und Neuerfindung. Marsimoto schaffte es, die Essenz seiner Musik in einer spektakulären Show zu präsentieren, die sowohl visuell als auch akustisch beeindruckte. Die Fans feierten jeden Song, von den psychedelischen Klängen bis zu den kritischen und oft humorvollen Texten, die Marsimoto auszeichnen. Die Licht- und Lasershow verstärkte die surrealen und träumerischen Elemente seiner Musik, während der allgegenwärtige grüne Nebel das Publikum in eine andere Welt entführte.

Marten Laciny hat als Marteria, aber vor allem auch mit seinem Alter Ego zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen für seine Studioalben erhalten und große Hallen sowie Festival-Locations gefüllt. Auch das heimatliche Rostocker Fußballstadion war Teil seiner Erfolge. Doch als Marsimoto zeigte er in Hannover, dass seine experimentelle Seite ebenso viele Fans begeistert.

Der Abschied von Marsimoto ist ein Ende einer Ära, aber auch ein Versprechen, dass die Musik und die Botschaften weiterleben werden. Für die Fans im Capitol war dieser Abend ein unvergessliches Erlebnis, voller Emotionen und Erinnerungen, die noch lange nachhallen werden. Wer die Chance hatte, Marsimoto live zu erleben, wird diesen Abend als einen der Höhepunkte der deutschen Hip-Hop-Geschichte in Erinnerung behalten.

Ehemaliger Marillion-Frontmann Fish begeistert mit Solo-Show im Capitol

Am Dienstag, den 12. November 2024, erlebte das Capitol in Hannover einen Abend voller musikalischer Tiefe und nostalgischer Emotionen, als Fish, der ehemalige Frontmann der legendären Prog-Rock-Band Marillion, die Bühne betrat. Bekannt für seine charismatische Bühnenpräsenz und seine unverwechselbare Stimme, bewies Fish auf der aktuellen Farewell Tour mit dem Namen „Road to the Isles 2024“, warum er seit Jahrzehnten eine herausragende Figur in der Rockszene ist.

Fish, mit bürgerlichem Namen Derek William Dick, stieg in den 1980er Jahren als Sänger von Marillion zu internationalem Ruhm auf. Mit Hits wie „Kayleigh“, „Lavender“ und „Misplaced Childhood“ prägte er eine Ära des Progressive Rock, die bis heute nachhallt. Nach seinem Ausstieg aus der Band im Jahr 1988 schlug er eine erfolgreiche Solokarriere ein, die ihm eine treue Fangemeinde und Kritikerlob einbrachte. Seine Soloalben, darunter „Vigil in a Wilderness of Mirrors“ und „A Feast of Consequences“, sind geprägt von tiefgründigen Texten und komplexen musikalischen Arrangements, die seine Fähigkeit zur Geschichtenerzählung unterstreichen.

Das Konzert im Capitol war nicht nur eine Hommage an seine Vergangenheit mit Marillion, sondern auch eine eindrucksvolle Präsentation seiner Soloarbeit. Die Setlist des Abends war sorgfältig zusammengestellt und bot eine Reise durch seine musikalische Karriere. Fish eröffnete mit dem kraftvollen „Circle Line“, das sofort die Aufmerksamkeit des Publikums fesselte. Seine Stimme, die im Laufe der Jahre nichts von ihrer Intensität verloren hat, erfüllte den Raum mit Leidenschaft und Authentizität.

Ein besonderer Moment des Abends war die Performance von „Kayleigh“, die das Publikum in kollektive Nostalgie versetzte. Die Fans sangen lautstark mit und schufen eine Atmosphäre, die sowohl emotional als auch elektrisierend war. Fish nutzte die Gelegenheit, um zwischen den Songs persönliche Geschichten und Anekdoten zu erzählen, was eine intime Verbindung zu den Zuhörern herstellte. Seine humorvolle und zugleich nachdenkliche Art sorgte für viele Lacher und Applaus im Publikum.

Das Konzert zeichnete sich nicht nur durch musikalische Brillanz, sondern auch durch eine beeindruckende visuelle Inszenierung aus. Die Lichtshow und die Projektionen ergänzten die Musik perfekt und trugen zur dramatischen Wirkung der Darbietung bei. Besonders beeindruckend war die Interpretation von „Vigil“, bei der die Kombination aus Licht und Klang die Zuhörer in eine andere Welt entführte.

Fish verabschiedete sich nach einer mitreißenden Zugabe, die mit dem Klassiker „Fugazi“ endete, von einem restlos begeisterten Publikum. Der Abend im Capitol war mehr als nur ein Konzert; er war eine emotionale Reise durch die Zeit, die die Zuhörer tief berührte und ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Fish zeigte erneut, dass er ein Meister der Melodie und des Erzählens ist und dass seine Musik, sei es mit Marillion oder solo, zeitlos bleibt.

Für die Fans war es ein bewegender Abend, der die Magie von Fishs Musik lebendig hielt und sie mit einem Lächeln und einem Hauch von Wehmut in die kalte hannoversche Nacht entließ.

Ein. Laut. Gedicht. Einstürzende Neubauten in Hannover

Es ist Mittwoch, der 9te Oktober. Der Regen spült das Publikum ins Capitol Hannover. Auftritt Einstürzende Neubauten. Blixa Bargeld, die düstere Eminenz, ein Glitzern in den Wimpernkranz eingewebt, den Schalk im Nacken, die Lässigkeit in Person. Die Rampen so hoch gestapelt wie die Erwartungen des Publikums, das gespannt das Quintett plus eins begrüßt. Um es vorwegzunehmen, sie werden nicht enttäuscht, sie werden übertroffen.

So manche:r hier im Publikum mag sich an Zeiten erinnern, da die Neubauten noch nicht mal einen Proberaum hatten und im hippieesken Friesenhagen im ausgebauten Hühnerstall der Scherben Raum zum Proben finden („Musik ist eine Waffe“ (4/8) Land in Sicht, feat. Blixa Bargeld). Zeiten, die von Chaos und Improvisation auf allen Ebenen geprägt sind.

Zeiten, die präsent sind, wenn Blixa Bargeld über das Bühneninventar scherzt, „Wir hatten lange keinen Einkaufswagen.“ Heute mag man diesen, der hier und heute noch seine akustische Qualität entfalten wird, metaphorisch mit Stichworten wie Konsumkritik überladen. Konkret passt er so gut ins Neubauten-Universum wie Druckluftpistole, Tankkanister, Becherbrummkreisel, KG-Rohre und andere Baumarktutensilien, denen man einen Tonabnehmer verpassen kann.

„Egal welchen Rumpel die Neubauten zusammenbasteln,
der Sound ist auf den Punkt.“

Alles Klangkörper.
Alles Klang, alles Körper
Alles isso, isso.
Echt.
Man darf vermuten, dass das nicht nur für den heutigen Abend im Capitol zutrifft. Das Schlagbohrerchaos ihrer Anfänge hat sich in eine perpetuierte Pedanterie verwandelt, die dabei vollkommen unberechenbar scheint.

Ob Alexander Hackes barfüßiges Bassspiel, Unruhs Industrial Percussions, Arbeits Saitenspiel, all das, was Rudolf Mosers mit seinen Sticks bearbeitet oder was Felix Gebhard an Soundbett an den Keys ausbreitet – alles echt. Echt krass. Diese „alien pop musicans“ , Multiinstrumentalisten und Soundfetischisten möblieren nicht einfach Lieder, die sie auf Tour einfach noch mal durchlüften. Einstürzenden Neubauten zäumen das Komponieren von hinten auf, machen aus ihren Liveimprovisationen – ihren (Abschuss)Rampen – Studioversionen, die auf Platte gepresst ein Oeuvre ergeben, dessen Essenz darin besteht, niemals einen Istzustand zu erreichen. Schwer zu sagen also, ob die Rampen dieser Tour Huhn, Ei oder beides sind. Und dann kreischt Blixa Bargeld sphärisch und kratzt mal eben ein Gänsehäutchen aus dem Moment, erzählt von einem Flickenteppich, einem Stück vom neuen Album, das aus einer Improvisation entstanden, sich an der Unterseite eines extrem hässlichen Teppichs abarbeitet, bevor die Band – im Laufe der Arbeit an diesem Song – gemerkt habe, dass mehr darin stecke. Der Flickenteppich, den wir mit dem leeren Terminus „Identität“ verknüpfen, ist „schlecht verhäkelt auf Verdacht“. Blixa Bargeld hat ihn seinem Kind, seinem gewordenen Sohn zugedacht. So stolz und wahrhaftig.

„Korrigieren wir das Bild
Neu geknüpft nicht neu verhandelt
Wir klinken uns aus der Entwicklung
Wir klinken uns aus der Evolution
Vorwärts rückwärts in allen Schatten
Undenk- und Möglichkeiten
Wir üben das Neue

Als Sintwesen
Vielwesenheiten.
Wo vorher keine Tür war,
Da mache ich dir jetzt auf.“ (Gesundbrunnen)

So achtsam wie Blixa Bargeld seine Gedanken zum vieldeutig klugqueeren Stück „Gesundbrunnen“ in den Abend webt, so leicht und lakonisch kommen die Geschichten zur Expo 86 in Vancouver (Kanada) und einem ungesungenen Duett mit Patricia Kaas daher, die in den ersten Zugaben-Block eingewoben den minimalistischsten Break-Up-Song „besser isses“ ankündigen.

Fassen wir zusammen:
Humor können die.
Authentizität können die.
Dynamik können die.
Klug können die.
Orchestral können die.
Dramaturgie können die.

Alles in allem ein unerwartet diszipliniertes, pointiertes und unanstrengend bombastisches Konzert, mit dem sich die Einstürzenden Neubauten in ein ganz phantastisches RAMPENlicht rücken. Ganz ohne Lametta, ohne ausufernde Lichtshow, ohne Tamtam. Die Neubauten pusten dem norddeutschen Nieselregen ein leichtes Lächeln ins Gesicht und verabschieden sich – wie sollte es in Kurt Schwitters ’ Hannover anders sein – mit etwas Dada.

Southern Rock vom Feinsten: Blackberry Smoke in Hannover

Am Mittwoch, den 18. September 2024, verwandelte sich das Capitol in Hannover in eine brodelnde Southern-Rock-Arena, als Blackberry Smoke die Bühne betraten und knapp 1.400 Besucher mit ihrem unverkennbaren Sound in ihren Bann zogen. Die Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Fahne des Southern Rocks hochhält, besteht aus Charlie Starr (Gesang, Gitarre), Richard Turner (Bass), Paul Jackson (Gitarre) und Brandon Still (Keyboard). Bandkollege und Drummer Brit Turner verstarb leider vor zwei Jahren. Mit einer Mischung aus Country, Blues, Rock und einem Hauch von Soul haben sich Blackberry Smoke eine treue Fangemeinde erspielt und sind bekannt für ihre energiegeladenen Liveshows.

Bones Owens

Bones Owens heizte als Vorprogramm von Blackberry Smoke dem Publikum im Capitol Hannover ordentlich ein. Mit seinem unverwechselbaren Mix aus Rock, Blues und Americana bewies Owens, warum er als aufstrebender Stern in der Musikszene gilt. Hits wie „Keep It Close“ und „Lightning Strike“ ließen die Menge beben, während seine charismatische Bühnenpräsenz und virtuosen Gitarrenriffs für Gänsehaut sorgten. Besonders beeindruckend war die rohe Energie und Authentizität, die Owens in jeden Song legte – ein Auftakt, der die Fans perfekt auf den Hauptact einstimmte.

Blackberry Smoke

Die Setlist des Abends enthielt eine gelungene Mischung aus alten Klassikern und neuen Songs. Hits wie „One Horse Town“ und „Ain’t Much Left of Me“ ließen die Fans jubeln, während neuere Stücke wie „You Hear Georgia“ und „All Rise Again“ bewiesen, dass die Band nichts von ihrer kreativen Energie eingebüßt hat. Besonders beeindruckend war die Virtuosität der Musiker, die in ausgedehnten Jams und Soli ihr Können unter Beweis stellten. Charlie Starrs markante Stimme und seine meisterhaften Gitarrenriffs harmonierten perfekt mit Paul Jacksons kraftvollen Rhythmen und Brandon Stills gefühlvollem Keyboardspiel.

Was dieses Konzert so besonders machte, war die spürbare Chemie zwischen der Band und ihrem Publikum. Die intime Atmosphäre des Capitols verstärkte das Gefühl, Teil eines besonderen Moments zu sein, während die Band mit ihrer authentischen und bodenständigen Art eine Verbindung zu den Fans herstellte, die weit über die Musik hinausging. Die Begeisterung im Raum war förmlich greifbar, als die Band zum Höhepunkt des Abends „Shakin‘ Hands with the Holy Ghost“ spielte und das Publikum in einen kollektiven Rausch versetzte.

Blackberry Smoke haben einmal mehr gezeigt, warum sie als eine der besten Live-Bands im Southern Rock gelten. Ihr Auftritt im Capitol in Hannover war nicht nur eine Hommage an die Wurzeln des Genres, sondern auch ein Beweis dafür, dass echter Rock ’n‘ Roll niemals alt wird. Die Fans verließen das Konzert mit einem Lächeln im Gesicht und dem Gefühl, einen unvergesslichen Abend erlebt zu haben – ein Abend, der die Magie des Southern Rocks in all seinen Facetten lebendig werden ließ.

Rival Sons bringen den Blues-Rock Nach Hannover

Am Mittwoch, den 19. Juni 2024, verwandelten Rival Sons das Capitol Hannover in einen Tempel des Rock ’n‘ Roll. Die kalifornische Band, bestehend aus Jay Buchanan (Gesang), Scott Holiday (Gitarre), Dave Beste (Bass) und Mike Miley (Schlagzeug), eroberte die 900 Zuschauer mit ihrem explosiven Mix aus Blues, Hard Rock und Soul – kein Wunder, denn so erspielten sie sich auch ihren festen Platz in der Rockszene. Mit kraftvollen Riffs, donnernden Drums und einer Stimme, die gleichzeitig rau und himmlisch klang, konnten Rival Sons richtig punkten.

Creeping Jean

Creeping Jean brachten als Vorband der Rival Sons das Publikum auf Hochtouren. Die britische Band, bekannt für ihren Retro-Rock-Sound, der Einflüsse von Psychedelic Rock und Garage Rock vereint, lieferte eine mitreißende Performance ab. Creeping Jean, bestehend aus Oliver Harrison (Gesang), Matty Reed (Gitarre), Tom Davies (Bass), Jack Staines (Keyboards) und Alex Pugh (Schlagzeug), beeindruckten mit energiegeladenen Riffs und charismatischem Gesang. Seit ihrem Debüt haben sie sich eine treue Fangemeinde erspielt und erste Erfolge in der britischen Indie-Szene gefeiert. Ihre knackigen Songs und die leidenschaftliche Bühnenpräsenz machten dieses Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis, das perfekt auf die folgende Show von Rival Sons einstimmte. Ein großartiger Auftakt, der zeigte, dass Creeping Jean auf dem besten Weg sind, größere Bühnen zu erobern.

Rival Sons

Seit ihrem Debütalbum „Before the Fire“ und dem Durchbruch mit „Pressure & Time“ erspielten sie sich weltweit eine treue Fangemeinde und wurden mehrfach für ihre energiegeladenen Liveshows und kraftvollen Alben gefeiert. Der Abend im Capitol war da keine Ausnahme: Die Band präsentierte eine Setlist, die sowohl Klassiker als auch neue Songs von ihrem aktuellen Album „Darkfighter“ umfasste. Jay Buchanans stimmliche Bandbreite und emotionale Intensität gaben jedem Song eine tiefgründige Note, während Scott Holidays virtuose Gitarrensoli das Publikum in Ekstase versetzten. Dave Beste und Mike Miley legten mit Bass und Drums ein Fundament, das sowohl präzise als auch leidenschaftlich war, und damit die perfekte Bühne für die melodischen Höhenflüge der Band schuf. Besonders beeindruckend war die Interaktion der Bandmitglieder miteinander und mit dem Publikum. Die Chemie auf der Bühne war spürbar und machte den Abend zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Jeder Song wurde zu einer Geschichte, die die Zuschauer in ihren Bann zog und sie auf eine Reise durch die musikalischen Landschaften der Rival Sons mitnahm.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich die Performance von „Do Your Worst,“ bei der das Capitol regelrecht kochte und das Publikum lauthals mitsang. Die Show endete mit einem furiosen Finale, das die Fans in Hochstimmung zurückließ und einmal mehr bewies, warum Rival Sons zu den besten Livebands unserer Zeit zählen. Ein Konzert, das nicht nur musikalisch, sondern auch emotional tief berührte und lange in Erinnerung bleiben wird.

3 Jahre warten haben ein freudiges Ende – Max Giesinger in Hannover

Wie so viele Konzerte in der letzten Zeit war auch das Konzert von Max Giesinger von Verschiebungen geplagt. Fast auf den Tag genau 3 Jahre später findet es nun endlich statt, jedoch nicht in der ursprünglich geplanten Swiss Life Hall in Hannover, sondern im ausverkauften Capitol. Die Fans finden jedoch zielsicher die erst vor wenigen Wochen verlegte Location, sodass sich eine lange Schlange bildet, bevor Tom Beck an diesem Abend als erster die Bühne betritt.

tom beck

Der aus der Serie “Alarm für Cobra 11” bekannte Schauspieler macht nicht nur auf der Leinwand einen guten Eindruck, sondern auch auf der Bühne. Zusammen mit seinem Kollegen Andreas Latzko spielen sie sich durch seine gesamte Diskografie und spielen dabei mehr Instrumente parallel, als es eigentlich möglich sein sollte. Einen großen Knall gibt es bei dem Auftritt nicht. Die entspannten Melodien verführen zum Schunkeln und Tanzen – oder zum Mitsingen, welchem viele laut nachkommen. “Normal begrüße ich euch im lokalen Dialekt, aber hier in Hannover sprecht ihr das reinste Deutsch”, begrüßt uns Tom zwischenzeitlich. “Freut euch auf die Show, es wird sehr sehr sehr geil, wir durften die jetzt schon 2 Mal sehen, aber erstmal machen wir euch ordentlich warm”, erzählt er weiter und steigert die Vorfreude auf Max Giesinger nur weiter. Etwas kurios ist es dann aber doch, dass Tom ohne Schuhe und nur in Socken auf der Bühne steht. Er erzählt uns, dass das auf seine Anfänge und seinen – inzwischen verrosteten – Fußbass zurückgeht, sich für ihn jedoch als Tradition entwickelt hat. Aber er versichert uns, dass die Füße frisch gewaschen sind. Nach nur 30 Minuten verlassen die beiden jedoch schon wieder unter tosendem Applaus die Bühne.

Max Giesinger

Kurz danach wird die Bühne hinter einem weißen Vorhang verhüllt. Einige Zeit später wird es plötzlich dunkel und die Band fängt mit einem ruhigen Intro an, welches direkt in den ersten Song “Das Wunder sind wir” übergeht. Hinter dem Vorhang wird plötzlich die Silhouette von Max Giesinger sichtbar, bevor dieser schließlich nach der Hälfte des Songs fällt und es kurz laut wird. “Hallo Hannover, es ist schon wieder hier im Capitol zu sein nach 7 Jahren. Ich hab seitdem einen grauen Bart bekommen, wo soll das noch hingehen?”, fragt er direkt zu Beginn. “Wir kommen gerade aus der Barclay in Hamburg und das war etwas unpersönlich”, erzählt er weiter, bevor er beim anschließenden Song “Legenden” im Publikum verschwindet und von dort weiter singt. Anschließend bleibt er noch einen Moment im Bühnengraben, wo er den Abend noch öfter auftauchen sollte. Singen müsste er an diesem Abend aber eigentlich nicht, die Fans singen den kompletten Abend lautstark mit, besonders jedoch bei “Wenn sie tanzt”, bei dem diese auch einen Teil alleine singen und mit Konfetti belohnt werden.

Max freut sich sehr, endlich wieder spielen zu dürfen, nachdem er zwischenzeitlich selbst nicht mehr daran geglaubt hat. Generell zeigt er sich sehr dankbar, so bedankt er sich auch bei seinem Mikrofon, “das muss man nach 10 Jahren Tour auch mal machen”. Später erzählt er von seinen Anfängen und der Finanzierung seines ersten Albums, wo noch kein Label an ihn geglaubt hat. Von den ersten 200-300 Fans, die das Album über Wohnzimmerkonzerte und Auftritte auf Tupperpartys finanziert haben. Noch etwas später von seiner Schulzeit mit einem Notenschnitt von 4,9 und er in nichts gut war, außer Pokemon Karten zu sammeln. Damals dachte er, er würde in seinem Leben nie etwas schaffen. Dem 10-Jährigen Max würde er gerne ein Bild von der Bühne zeigen, auf der er nun steht.

An dem Abend ist aber neben der Musik auch viel Humor dabei. So erzählt Max von Partynächten in Hamburg, die oft in einer Karaoke-Bar stattfanden – und nun Einfluss auf die Show nehmen. Sie spielen „Random Song Karaoke”. Hierbei werden aus einem Hut zwei Songs gezogen und von der Band spontan gespielt. Heute sind es “Girls Just Want to Have Fun” von Cyndi Lauper und “Highway to Hell” von AC/DC. Hier verteilt Max kurz an alle was sie spielen sollen und ab geht’s. Anschließend steht mit “Zuhause” jedoch der letzte Song auf dem Plan.

Eine Zugabe gibt es heute aber natürlich auch. Nach “Das letzte Prozent”, “80 Millionen” und “Für immer” ist es aber wirklich vorbei und Max bedankt sich erneut ausgiebig bei allen Fans, bevor wir nach rund 100 Minuten Show in den Abend entlassen werden.

Rival Sons in Hannover: Rock’n’Roll mit Leidenschaft

An diesem Abend geht’s auf Zeitreise – erst in die 00’er Jahre, dann in die 70’er. Als hätten Bill & Ted mich in ihre Telefonzelle gezerrt, auf der Suche nach dem Song, der die Welt retten wird, nachdem sie’s selbst nicht hingekriegt haben. „Hör dir das mal an, Hoschi!“ – „Extrem cremig.“ Gnidelidelideli!

MNNQNS

Los geht’s mit den Franzosen MNNQNS. Während ihr Studiosound an The Rakes, The Dead 60’s oder We Are Scientists erinnert, gehen sie auf der Bühne ungleich brachialer zu Werke. Alles auf elf. Immer schön nach vorne. Keine der dreißig Minuten verplempern. Und ist hier mal jemand auf einem At The Drive-In Konzert gewesen? Dass die eingängigen Melodien und Arrangements der Songs für neue Hörer (wie mich) kaum erkennbar sind: drauf geschissen. Kann man sich schließlich zuhause anhören. Auch optisch gibt’s nichts zu meckern. Afrolocken und Schnurrbart geht natürlich immer zum Gitarre-durch-die-Gegend-schmeißen und ein schlaksiger Sänger mit Nase, der Bret Anderson sicherlich ebenso feiert wie Mick Jagger, hat auch noch nie geschadet. MNNQNS wollen einen bleibenden Eindruck hinterlassen; neugierig machen. Und es funktioniert. Denn ob die Band diese Energie eine komplette Soloshow durchhält, ist ebenso … ’spannend‘, wie die Vorstellung, sie vor Fans zu erleben, die sich mitreißen lassen. In dem Zusammenhang eine Quizfrage am Rande: Was steht regungslos da und nickt kaum merklich mit dem Kopf? Ein hannoverscher Moshpit bei einer unbekannten Band. Wir verdienen den Ruf, den wir haben, Leute.

Rival SOns

Deutlich enthusiastischer werden schließlich die Rival Sons empfangen. Für Fans beginnt nicht bloß ein Konzert, scheint es, sondern ein Warten findet ein Ende. Andere Zuschauer, die jungfräulich an die Sache herangehen, wirken positiv gespannt, was dran ist am Hype. Ich spreche aus Erfahrung. Vor einigen Monaten habe ich mich durch die Alben der Band gehört und eine Playlist meiner zwanzig Lieblingslieder gebastelt. Von diesen Liedern spielt die Band sage und schreibe vier Stück – und die ganze Zeit über stehe ich da und denke: ‚Scheiße, ey, warum ist das eigentlich nicht auf der blöden Liste?!‘

Ganz ehrlich: Ich habe keinen Schimmer, wie man über die Rival Sons schreiben soll, ohne sich in den üblichen Konzertkritik-Plattitüden zu verlieren. Schweiß, Haare, Posen, Soli, Schlaghosen, Sonnenbrille, Lederjacke: alles amtlich. Rock ’n Roll ist nicht tot! Vom mysteriösen Sänger, dem nur zum Abschied ein flüchtiges Lächeln über die Lippen huscht, über den charismatischen Gitarristen, der ebenso larger-than-life erscheint, bis zum Schlagzeuger, der den Laden zusammenhält, und einem Bassisten, der auch irgendwie da ist und bestimmt eine wichtigere Rolle spielt, als man glaubt. Ach, und dann hat sich noch dieser Bart mit Hut an die Keyboards geschlichen; ein Mischwesen aus Billy Gibbons (ZZ Top) und Cousin Itt (Addams Family). Es gilt das Prinzip: Um Rockstar zu werden, muss man nicht nur wie einer aussehen, sondern sich zuallererst selbst für einen halten. Die Rival Sons verkörpern all das, ohne dabei zum Klischee zu werden, und das Publikum lässt sich dankbar drauf ein.

Lieder müssen nicht angesagt werden – sie werden an der jeweils umgeschnallten Gitarre erkannt. Es wird mitgesungen, gefeiert und gejolt. Wenn Jay Buchanan sich aber einige wenige Male an’s Publikum wendet, herrscht aufmerksame Stille. Nur der alte Sack in Lederjacke am Tresen hinter mir – den ich bloß deshalb einen alten Sack in Lederjacke nenne, um den Eindruck zu erwecken, ich wäre nicht selbst einer – labert dummes Zeug. Und Bierflasche fallenlassen nicht vergessen. Gehört auch dazu. Als Buchanan sich beim Publikum bedankt, dass es Livemusik unterstützt, statt vor der Glotze zu hängen, wirkt auch das ehrlich und, so überstrapaziert der Begriff sein mag, authentisch.

Denn hier geht’s offenbar um mehr als eine coole Rockshow, geschweige denn Nostalgie. Es geht nicht um nostalgische Verklärung oder Sehnsucht nach etwas Vergangenem, sondern, im Gegenteil, um Zeitlosigkeit. Als sagte die Band: ‚Guckt mal, was wir wiedergefunden haben!‘ Und alle so: ‚Das gibt’s noch?!‘ Ähnlich wie bei Pearl Jam und ihren Fans, geht es außerdem weniger um die Hits, sondern um das Konzerterlebnis als solches und um Gemeinschaft. Wer einmal Fan ist, bleibt es, und dass man sich beim nächsten Konzert wiedersieht ist eine Selbstverständlichkeit. Denn die Rival Sons sind eine dieser Bands mit denen man alt wird – wenn man’s nicht schon ist.

Was war sonst noch? Das Capitol war ausverkauft und der Sound anfangs frustrierend matschig. Eine Setlist gibt’s nicht, weil ich die Titel der meisten Songs nicht kenne. Ist aber auch wurscht, denn die Band hätte was-auch-immer spielen können. Ich bin jetzt nämlich Fan. Und bei den nächsten Konzerten wird natürlich alles akribischst dokumentiert, um sich in zwanzig Jahren (so Gott will) schon ein wenig nostalgisch dran zu erinnern.

Am Ende des Abends steige ich zu Bill & Ted in die Telefonzelle. Nachdem wir uns einen Augenblick lächelnd angeschaut haben, sage ich: „Shooting Stars könnte der Song sein, den ihr sucht.“

Dermot Kennedy in Hannover – Was ihr wissen solltet

Am Donnerstag, den 14. November 2019 spielt der frisch als Superstar gehandelte irische Sänger Dermot Kennedy in Hannover auf aktueller „The 2019 Autumn Tour“ ein Konzert! Hier findet ihr einen Überblick über Anfahrt, Einlass, Vorgruppe und weitere hilfreiche Informationen. Im Mittelpunkt der Liveshow, die im Capitol Hannover stattfindet, steht natürlich der 27-jährige Musiker selbst, der seine handgemachten, rustikalen und gefühlvollen Songs mit dem kreativen Sound aus elektronischen Elementen und poppigen Parts zum Besten geben wird. Seine einzigartige Stimme ist sein Markenzeichen, ein wenig erinnert er vom Stil her an Jack Garratt, James Vincent McMorrow oder Bon Iver, wenn er zusammen mit seiner Band auf der Bühne steht.

Wenn ihr bereits vorab ein Ticket für Dermot Kennedy in Hannover ergattert habt, könnt ihr jetzt die Planung für das Konzert starten. Hier findet ihr übersichtlich und auf einen Blick alle wichtigen Infos, damit ihr euch voll und ganz auf das große Konzerterlebnis konzentrieren könnt. Für alle kurzentschlossenen wird es aber voraussichtlich auch noch Dermot Kennedy-Tickets an der Abendkasse geben.

Anreise und parken

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln …
… ab Hauptbahnhof Stadtbahnlinien 9 (Richtung Empelde) oder 17 (Richtung Wallensteinstraße)
… wenn die Bahn oberirdisch fährt, sehen Sie das Capitol nach einer großen Linkskurve schon auf der rechten Seite
… Haltestelle „Schwarzer Bär“ aussteigen – die neue Station des Hochbahnsteigs befindet sich direkt vor dem Capitol

Parkplätze:
Parkplätze befinden sich im Parkhaus des Ihme Zentrums (Zufahrt über Blumenauer Straße) und im Parkhaus Calenberger Esplanade (Zufahrt über Humboldtstraße)

Adresse: Capitol Hannover, Schwarzer Bär 2, 30449 Hannover

Mehr Informationen findet ihr auch auf der Seite des Veranstalter.

Programm-Übersicht

Der Einlass am Donnerstagabend startet voraussichtlich um 18:30 Uhr. Ab 20:00 Uhr tritt Support-Act Lilla Vargen für euch auf, die junge Sängern stammt aus Nordirland und kommt mit großartiger Stimme und Akustikgitarre auf die Bühne. Um 21:00 Uhr wird es dann endlich soweit sein: Bei seinem Konzert wird euch Dermot Kennedy in Hannover knapp zwei Stunden lang mit seinen frischen Hits aus den letzten Jahren beglücken. Diese Liveshow wird ein ultimatives Fest für alle, die den 27-Jährigen schon einmal live erlebt haben oder seine vielen wunderbaren Eigenkompositionen kennen, und natürlich all die Personen, die den vielfältigen Musiker mit der expressiven Stimme bisher verpasst haben!

Sicherheitshinweise – was darf mit

Plant ein wenig Zeit für die Sicherheitsmaßnahmen ein, es wird Taschenkontrollen und Bodycheck geben. Handtaschen, Clutches, Turnbeutel, Bauchtaschen und sonstige Taschen bis maximal DIN A4-Format (ca. 21 cm x 30 cm) sind erlaubt. Größere Taschen könnt ihr leider nicht mit auf das Veranstaltungsgelände nehmen. Beschränkt euch am besten auf wesentliche Gegenstände wie Handy, Schlüssel oder Portemonnaie.

Nicht erlaubt sind:

  • Waffen aller Art
  • Bengalos/Feuerwerkskörper oder ähnliches
  • Kameras/Kamera-Equipment/Selfie-Sticks/Stative
  • Videokameras/Tonrekorder
  • Taschengrößer als A4
  • PET-Flaschen/TETRA-Packs/Glas/Dosen
  • Regenschirme (auch Knirpse)
  • Klapp- und Campingstühle, Hocker
  • Picknickkörbe/Kühlboxen
  • sonstige sperrige Gegenstände
  • Tiere
  • Megaphone/Vuvuzelas
  • Haarspray