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Lollapalooza Berlin 2019 am Samstag: Bunt, laut und jede Menge Glitzer

Der erste Tag beim Lollapalooza Berlin 2019 zieht eine positive Bilanz. Sonnig-warmes Wetter über den Tag, abends ein wenig Nieselregen, knapp 40 nationale und internationale Künstler die vor 85.000 Besuchern aus aller Welt aufgetreten sind und dazu ein buntes Rahmenprogramm für Familien mit Kindern, Fashionistas, Feinschmecker, Musikliebhaber, Spiel- und Abenteuerlustige und all diejenigen, die sich sonst noch so auf einem modernen und urbanen Stadtfestival wohlfühlen. So ist das riesige Gelände rund um das Olympiastadion bereits am Samstag erneut zum großen Catwalk von Bloggern, Influencern und Kostümierten geworden.

Am zweiten Wochenende im September hat die fünfte Jubiläums-Ausgabe des beliebten Festivalkonzepts in Berlin erneut den zentralgelegenen Olympiapark und dazu das Olympiastadion bezogen. Nach den verschiedenen Standortwechseln der ersten Festivaljahre (zu aller erst Flughafen Tempelhof, dann Treptower Park, danach Rennbahn Hoppegarten), sind Veranstalter und Musikfestival nun endlich angekommen und es fühlt sich fast an, als käme man wieder nach Hause. Aber nicht nur in der deutschen Landeshauptstadt hat sich das Lollapalooza neben Chicago in den USA etabliert. Chile, Brasilien, Frankreich, Argentinien und Schweden sind mittlerweile ebenfalls Teil der Lolla-Familie – und da ist ganz bestimmt auch noch Platz, für weitere Familienmitglieder.

Aus den USA stammt das faszinierende Konzept vom Lollapalooza Berlin 2019 und es zeichnet sich vor allem durch sein buntes Musikprogramm aus, das von Rock über Hip-Hop und Electronic Music reicht. Zusätzlich bietet das Open Air-Event viele verschiedene Themenbereiche an – Kunst, Mode, Comedy und Kulinarische Leckereien machen das Großstadtfestival bei den Besuchern intensive erlebbar. Liebevoll und detailreich sind die Stationen aufgebaut, darunter das LollaFun Fair oder Der Grüne Kiez, das Fashionpalooza und das bei Familien und Kindern beliebte Kidzapalooza, was alles von den Gästen besonders positiv angenommen und ausgiebig genutzt wurde.

Als Top-Acts für den Lollapalooza Berlin 2019 Samstag haben gleich einige Highlights das Programm angeführt, darunter Twenty One Pilots, Billie Eilish, Marteria & Casper, Swedish House Mafia, Alan Walker, Scooter und viele weitere. Auf insgesamt vier verschiedenen Bühnen – darunter zwei Hauptbühnen namens North und South Stage, Alternative und Perry’s Stage – hat das musikalische Programm von mittags bis in die Nacht hinein stattgefunden.

ILIRA

Den Auftakt auf der Alternative Stage macht Ilira. Die Schweizerin mit Albanischen Wurzeln heizt der textsicheren Menge ordentlich ein. Kein Wunder wer in der letzten Zeit Radio bzw. Streaming Charts hört kommt an Ilira nicht vorbei. Mit Songs wie „Payback“, „Do it yourself“ und „Fading“ konnte sie sich erfolgreich in den Charts platzieren. Mit einer bunten, ca. 45 Minuten-langen Pop-Show war der Auftritt ein gelungener Auftakt für die Alternative Stage und das Lollapalooza Berlin 2019.

Steiner & Madleina

Das Zürcher Duo Steiner & Madlaina bestehet aus den beiden Musikerinnen Nora Steiner und Madlaina Pollina. Gemeinsam sorgen sie am Samstagmittag auf der South Stage mit ihrem Folk-Pop für gute Laune. Zweistimmiger Gesang und surfige Gitarrensounds lassen den unterschwelligen Charme der 60er Jahre aufleben. Und dass die beiden Mädels schon lange enge Freundinnen sind, bleibt bei ihrer harmonischen Liveshow keinem Besucher verborgen. Ihre Spielfreude und Vertrautheit macht ihr Musik vor allem live zur perfekten Symbiose, die darin viel Emotionen transportiert.

Tom Walker

In 2017 hat der britischer Singer-Songwriter es mit dem Hit „Leave a Light On“ erstmals in die Ohren seiner internationale Hörerschaft geschafft. In Schottland geboren, aber in Manchester aufgewachsen, hat der Musiker mit seinem Welthit einen echten Senkrechtstart hingelegt. Millionen Online-Views, Support-Act bei The Script und zwischendurch lässt er es sich nicht nehmen, auch immer wieder Headliner-Konzerte zu spielen. Aus Musikgrößen wie Bob Marley, Ray Charles oder The Police hat Tom Walker seinen ganz eigenen Stil zwischen Soul-Stimme, Reggae-Feeling und elektronischen Beats und Hip-Hop-Sounds gefunden. Vor allem live entfalten die gefühlvollen, aber keinesfalls schnulzigen Songs, ihre ganze wunderbare Wirkung. Ja, verschiedene Stimmen vergleichen Tom Walker gern mit Ed Sheeran, was laut Walker selbst bereits dem geschuldet sei, das eine Gitarre und das Schreiben von Songs genüge, um wie sein Landsmann wahrgenommen zu werden. Wobei der smarte 28-jährige in Sachen Songwriting eindeutig auch sehr viel Talent beweist.

Sigrid

Die Norwegerin, die in diesem Sommer die Erfolgsband Maroon 5 durch ganz Europa begleitet hat, ist heute mit Liveband-Unterstützung in Berlin. Jüngst hat sie ihr Debüt „Sucker Punch“ veröffentlicht und wird als neue Lorde gehandelt. Dem jüngeren Publikum ist Sigrid natürlich längst ein Begriff und so schafft sie es schnell, das Publikum vor der South Stage abzuholen. Mit ihren Songs wie „Stranger“, „Don’t Feel like Strangers“ oder „Sucker Punch“ und vor allem ihrer bezaubernden Bühnenpräsenz, trifft sie den Nerv der Zeit und es ist nicht verwunderlich, dass die junge Sängerin bereits mit einigen Preisen überschüttet und hoch gehandelt wird.

UFO361

Deutsch-Rapper UFO361 betritt am Samstagnachmittag die Bühne und blickt aufs rappelvolle Infield. Vorteil: nach ihm wird die beliebte Sängerin Billie Eilish auftreten und danach die Twenty One Pilots – aus diesem Grund stehen sich dort schon lange die beiden Fangruppen die Beine in den Bauch. Kann man ja aber auch mitnehmen, den Autotune-Rapper.

Pale Waves

Als nächstes geht es zur Alternative Stage, denn hier spielen die Pale Waves, eine englische Indie-Pop-Band aus Manchester. Passend zum Bandnamen sehen alle Musiker etwas blass aus, allen voran Leadsängerin Heather Baron-Gracie. Vielleicht bekommt die Band ja heute nochmal etwas Sonne beim deutschen Festivalsommer in Berlin ab. Die Fans haben sich zur Nachmittagszeit in Scharen vor der Bühne gesammelt und feiern ihre Idole laut und mit textsicherem Chor. Wer die Pale Waves zum ersten Mal sieht, könnte glatt denken, hier spielt eine Gothic-Rockband auf – aber dieses Schubladendenken wäre bei den Briten weit gefehlt. Ihre Songs sind schillernd und dramatisch arrangiert. Und außergewöhnlich ist auch, dass die beiden weiblichen Bandmitglieder federführend sind, in allem was die Pale Waves so tun.

Dendemann

Dendemann ist zurück auf die großen (Festival-)bühnen und tourt bereits seit Festivalsommer-Beginn 2018 durchs Land. Beim Splash 2018 hat er sein Bühnencomeback mit einem ausgiebigen und von den Fans gefeierten Auftritt erlebt. Auch beim Festivalsommer 2019 hat Dendemann einige Menge Stationen auf dem Plan und hat u.a. zum Beispiel erst im Juli beim Deichbrand in Cuxhaven seine Hits zum Besten gegeben. Der Hamburger Rapper, der zwei Jahre lang die Sendung „Neo Magazin Royale“ von Jan Böhmermann musikalisch begleitet hat, genießt in der vorabendlichen Sonnenuntergangs-Stimmung gemeinsam mit den gut gelaunten Lollapalooza-Besuchern und seiner talentierten Liveband „Die Freie Radikale“ eine gelungene Liveshow.

Roosevelt

Der nächste Gig geht auf der Alternative Stage los und zeigt den Kölner Marius Lauber aka Roosevelt mit seiner Band auf der Bühne. Die vier Musiker bringen die willigen Fans mit tanzbarem Synthie-Pop in Bewegung und verdienen eindeutig Style-Punkte für die Kombination von Trainingshose und 80er-Jahre-Hemd. Passt ja aber zum modisch angehauchten Lollapalooza. Und weil Roosevelt zahlreiche Live-Instrumente auffahren, hören sich die Songs wie „Losing Touch“ und „Colours (Dub)“ richtig schön handgemacht an.

Billie Eilish

Anscheinend ist um 17:30 Uhr das halbe Festival auf dem Weg zur North Stage. Wohin sonst? Billie Eilish ist angekündigt, das wohl größte Musikphänomen der letzten Jahre. Billie ist gerade einmal 17 Jahre alt, Electro-Pop-Sängerin und außer Kontrolle geratenes Fashion-Experiment. 2015hat sie ihren Song „Ocean Eyes“ veröffentlicht und ist fast über Nacht berühmt geworden. Normalerweise dauert sowas ja etwas länger. Viele der jungen Lolla-Besucher sind wohl heute  nur wegen Billie da. Sie belagerten schon lange vor dem Auftritt die vorderen Reihen. Um für „gute Laune“ zu sorgen, wird auf der Bühne erst einmal eine gruselig-bedrückende Animation gezeigt. Kurz darauf ist es dann soweit: Billie Eilish springt mit knallgrünen Haaren und in knallgrünen, wild bedruckten Klamotten auf die Bühne. Der Moment, auf den all die Fans den ganzen Tag gewartet haben. Und sie werden nicht enttäuscht: Zur Begrüßung spielt sie ihren aktuellen Hit „Bad Guy“ und bringt die Massen direkt in einen kollektiven Billie-Rausch der über eine Stunde lang nicht abebben will.

Leider durften wir Billie Eilish beim Lollapalooza Berlin nicht fotografieren, wir hatten sie aber für euch ganz frisch gerade beim MS Dockville 2019.

Scooter

Seit über 25 Jahren stehen Scooter für das Motto „Always Hardcore“ und haben in ihrer langjährigen Bandgeschichte knapp 30 Millionen Alben verkauft. Also eine gute Idee, Scooter für das Lolla 2019 zu buchen! Vor der Perry’s Stage ist es gerappelt voll, denn mit Scooter kann man schließlich einer ausgelassen Stimmung sicher sein. Ihre Tournee „100 % Scooter – 25 Years Wild & Wicked“ im vergangenen Jahr hat erneut gezeigt, dass Scooter nicht nur alte Fans halten können, sie begeistern auch heute noch viele jüngere, neue Fans. Zu „One (Always Hardcore)“ brennt gefühlt die halbe Bühne, H.P. springt in bester Laune quer über die Bühne, während ein Pyroeffekt nach dem nächsten abgefeuert wird. Etwas im Hintergrund befinden sich die beiden Bandkollegen (Etnik Zarari und Michael Simon), die wie in Trance auf Synthesizer und Keyboards einhämmern. Was dazu bei keiner Scooter-Show fehlen darf, sind die Tänzer. Vier Mädels und zwei Jungs begleiten fast jeden Song mit stets wechselnden, heißen Bühnenoutfits. H.P. Baxxter mit seinen 50 Jahren nutzt die volle Bühne aus und hat sogar jede Menge Moves einstudiert, die er synchron mit seinen Tänzer ausführt. Hut ab! Daneben ist ganz klar die Licht- und Pyroshow ein großes Highlight. Was hier an CO2, Feuereffekten und Bühnenblitzen abgefackelt wird, kann sich sehen lassen und durchaus mit einem Auftritt wie bei einem der großen EDM-Festivals mithalten. Jeder einzelne Scooter-Song ist hier neu inszeniert und auch das Publikum wird stets mit eingebunden.

Marteria & Casper

Wenn man zwei der beliebtesten Deutsch-Rapper zusammen ins Tonstudio steckt, kommt zu 90 Prozent gutes Material am Ende dabei heraus. Hier scheiden sich vielleicht die Geister, aber man stelle sich einfach die Frage – wer ist die Zielgruppe? Mit dem Collaboalbum „1982“ (VÖ August 2018) haben sich die beiden Freunde und Rap-Kollegen Marteria und Casper selbst einen Herzenswunsch erfüllt. Und dass das Werk genügend Anklang findet, zeigt seine 1.-Platzierung in den deutschen Charts für 14 Wochen! Auch die gemeinsame Tournee, die über den diesen Sommer verteilt liegt, zeigt mit fast komplettem Ausverkauf, die Zielgruppe ist da und schwer begeistert. Die zwei Rapper wären nicht sie selbst, würden sie nicht „on top“ zur Tour auch noch sieben Liveauftritte bei den Sommerfestivals mit in den Topf werfen. Für die Fans gibt es also dieses Jahr einige Gelegenheiten zum totalen Abfeiern. Am Lollapalooza Berlin Samstag ist der Auftritt von „Cas & Mar“ der vorletzte auf der South Stage und dabei nehmen sie die willigen Zuschauer mit auf gemeinsame Zeitreise durch die gemeinsame Künstler-Diskografie. Ihre Singles SupernovaChampion Sound und Chardonnay & Purple Haze werden live zum Besten gegeben, beim Track Adrenalin veranstaltet das Infield einen riesigen Mosh-Pit und mit Willkommen in der Vorstadt werden auch mal ruhigere Töne angeschlagen. Natürlich gibt es beim gesamten Auftritt auch Platz für Marteria-/Casper-Originale: „Endboss“, „Bengalischer Tiger“ und „Kids“ – oder „Im Ascheregen“, „Sirenen“ und „Jambalaya“. Am Ende sind Publikum und Künstler gleichermaßen schweißgebadet und sehr sehr glücklich.

Courtney Barnett

Parallel zu Marteria und Casper betritt die Singer/Songwriterin Courtney Barnett auf der Alternastage die Bühne. Die gebürtige Australierin überzeugt mit ihren Songs die Fans des Alternative-Rock. Der Pit ist leider relativ leer, da zuvor noch Billie Eilish und Scooter spielten sodass die Fans erst auf das Programm der Alternastage aufmerksam werden musste. Nach und nach füllte sich der Bereich vor der Bühne dann aber doch und Courtney konnte Songs wie Avant Gardener und Over Everything der wachsenden Masse präsentieren.

Twenty One Pilots

Schon über den Tag verteilt, fallen einem zahlreiche Fans auf, die sich mit knallgelben Klebestreifen dekoriert haben oder gelbe Bänder tragen. Im typischen Stil der Twenty One Pilots, die als einer DER Hauptacts zur Prime Time auf der North Stage angekündigt sind. Die Bühne leuchtet schon in sattem gelb – der Leitfarbe der Band – und im Hintergrund lodern Flammen … Der vermummte Tyler Joseph rappt, singt spielt Bass und Piano, während ihn Joshua Dun am Schlagzeug unterstützt. Die „Skeleton Clique“, wie sich die Fanbase der Twenty One Pilots nennt, ist bestens gelaunt, es herrscht ausgelassene Stimmung im Infield.

Eine zuckersüße Überraschung hat es auch gegeben: Tyler und seine Frau Jenna haben sich gemeinsam auf der Bühne gezeigt und verkündet, was auch für alle sichtbar war, dass die beiden ein Baby bekommen werden. Jenna im süßen Silberkleid präsentierte ihren gewölbten Bauch und Tyler kniete davor und verkündete die gute Nachricht an die Fans. Begeisterungsstürme – auch von Bandkollege Joshua, der den beiden gratuliert hat.

Es folgen viele Hits wie „Jumpsuit“, „Levitate“, „We Don’t Believe what’s on TV“ auf der Ukulele oder „Heathens“, doch nicht nur bei den alten Hits sind die Fans textsicher, auch bei den Rap-Songs des aktuellen Albums „Trench“ stehen sie den Künstlern von Twenty One Pilots in nichts nach. Die Pilots spielen eine gelungene Mischung aus Rock, Pop, Hip-Hop und allem, was sonst noch gut ist. Kein Wunder, dass jeder sie mag.

Princess Nokia

Die New-Yorker Puerto Ricanerin wie sich Princess Nokia auch gern bezeichnet, bringt eine neue Facette auf die Alternative Stage. Unterstützt von zwei Tänzern, untermalt sie ihren Rap durch kunstvolle Tanzeinlagen, die teilweise schon fast an Ballett erinnern. Doch auch der Gesang kommt nicht zu kurz. Trotz einsetzendem Regen stehen zahlreiche Fans vor der Alternative-Stage und singen die Songs von Princess Nokia textsicher mit.

Swedish House Mafia

Die Hauptbühne gehört zur späten Stunde – sozusagen als Rausschmeißer für den ersten Abend, einer Gruppe aus drei erfolgreichen DJs, die alle samt aus Schweden stammen. Dazu kommt, dass diese Herren auch alle drei im Bereich der House Music-Szene erfolgreich arbeiten. Was lag da näher, als sich Swedish House Mafia zu nennen? Hinter dem Projekt stecken Axwell und Sebastian Ingrosso, die man beide schon als legendäres Duo Axwell & Ingrosso kennt, sowie DJ uns Musikproduzent Steve Angello. Seit dem Jahr 2010 ist das Trio immer wieder gemeinsam aktiv, neben ihren weiteren, eigenen Musikprojekten, hat aber eine ganze Weile erstmal pausiert. Nun das Comeback – bei dem das Infield fast aus allen Nähten platzt und die Zuschauer euphorisch und in Tanzlaune, die Swedish House Mafia empfängt. Im Gegenzug liefert die das Gespann auf der Bühne eine energiegeladene Show mit Lasern, Feuerwerk und Pyrotechnik. Natürlich gibt es auch jede Menge ihrer bekannten Hits – die weltweite Platin-Single „Miami 2 Ibiza“ darf nicht fehlen, ebenso „Save The World“, „Antidote“ oder „Don’t You Worry Child“ – neben vielen weiteren, verdammt guten Remixes.

Parcels

Die Electro-Pop-Band Parcels aus Down Under, aktiv seit 2014 im Musikgeschäft, taucht zur späten Stunde die Alternative Stage und das Field in einen tanzbaren, rhythmischen Klangteppich, der die Besucher in vergangene Jahre á la Daft Punk oder Jean Michel Jarre zurück katapultiert. Ihr einzigartiger Mix ist ganz klar Gute-Laune-Lieferant. Die fünf Australier machen aufstrebende und frische Interpretationen der Popmusik, bei der sich nichts künstlich anfühlt und stattdessen bis ins Kleinste Detail geplant. Dazu der perfekte, mehrstimmige Gesang, das bringt die Fans vor der Bühne in Ekstase und ist ein würdiger Abschluss für den ersten Festivaltag vor allem im parallelen Kontrastprogramm zur Swedish House Mafia auf der Sotuh Stage.

MS Dockville 2019 am Freitag: Billie-Eilish-Ville

Vom 16. bis zum 18. August fand zum 13. Mal das wohl bunteste Musikfestival des Nordens statt: das MS Dockville 2019 in Hamburg. Wir berichten vom ersten Tag: Freitag. Obwohl das ganze Line-up spektakulär war, warteten doch alle nur auf sie: Billie Eilish.

Schon die Beginner haben gesungen: „Im Süden von der Elbe, da ist das Leben nicht dasselbe.“ Hamburg wird durch die Elbe in zwei Teile getrennt, die leider nie richtig zusammengefunden haben: den Norden, mit der prachtvollen Alster, um die sich die angesagten und herausgeputzten Stadtteilen drängeln – und den Süden, mit dem Industriehafen und Arbeiterstadtteilen, die größtenteils aus Ecken und Kanten bestehen. Leider machen Hamburger aus dem Norden viel zu selten den Sprung über die Elbe. Doch an einem langen Wochenende im August sind alle hier: beim MS Dockville Festival.

Moin Mülleimer-Maulwurf!

Auch dieses Jahr kamen die meisten Besucher für die Musik zum MS Dockville. Kein Wunder bei dem hochkarätigen Line-up: am Freitag waren Juju, RIN und Überheadliner Billie Eilish angekündigt. Doch weil das Dockville ein „Festival für Musik und Kunst“ ist, gibt’s zwischen all den großen und kleinen Bühnen viel Kunst, Kultur und Quatsch zu entdecken.

Als Fotograf Axel und ich gegen 15 Uhr das Gelände betraten, wurden wir von einem gigantischen Maulwurf begrüßt, der aus bunten Mülltonnen gefertigt war und sich mit seinen Riesenpfoten aus dem Dockville-Boden gewühlt hat. Noch bunter sind nur die vielen Gesichter von Künstlerin Bona Berlin, denen wir hier, da, dort und überall auf dem Gelände begegneten. Ein paar Meter weiter glotze uns ein meterhoher Holzkopf an, aus dem ein Baum wächst, der Jahr für Jahr größer wird. Hoffentlich geht der nie nie, nie zum Friseur. Als nächstes ging’s am großen Zirkuszelt vorbei, dann über einen Trampelpfad durch dichte Brombeerbüsche. Plötzlich standen wir vor einer bunten Lokomotive. Hier sollte später noch ein Electro-DJ auflegen.

Von Kleinkleinkleinbühne bis Großschot

Die bunte Lokomotive ist nur eine von vielen winzigen Bühnen, auf denen jetzt noch nicht viel, dafür später umso mehr los war. So schön und schräg wie ihre Architektur sind auch ihre Namen, zum Beispiel die pinke „¥€$ we can can“ Burg, der spießig-spaßige „Easy Kisi“ Wohnwagen, das „Butterland“ oder die „40ft Disko“, in der schon zu Electro getanzt wurde. Die drei größten Bühnen heißen allerdings Großschot, Vorschot und Maschinenraum.

Matija

Nachdem wir mit einem Begrüßungsbier das Gelände erkundet haben, ging’s zur zweitgrößten Dockville-Bühne: dem Vorschot. Hier spielte der erste Act des Tages: Matija aus München. Es ging direkt vielversprechend los, als Sänger und Gitarrist Matt Kovac eine Blockflöte rausholte, um eine electropopige Melodie zu spielen, die wenige Takte später zu wunderbar treibendem Alternative-Pop/Indie-Rock wurde.

Als ich mich kurz umgedreht habe, wunderte ich mich gewaltig: Wo kommen die ganzen Menschen plötzlich her? Gerade war’s noch leer vor der Bühne, doch beim ersten Song sind die Fans aus allen Richtungen zu Matija geströmt und haben die Band gefeiert. Auch Matt Kovac konnte die Freude nicht verbergen: „Wir hätten nie gedacht, dass wir mal auf dem Dockville spielen! Das ist so verfickt geil!“ Yepp, das war es.

Cassia

Nächste Station: Maschinenraum. Die kleine Bühne versteckt sich in der Nähe der Hautbühne und ist immer wieder für eine Überraschung gut. So eine Überraschung war auch die Indie-Rock-Band Cassia, die hier um 17:30 angekündigt war. Schon beim Aufbau der Instrumente konnten wir sehen, dass uns was Besonderes erwartet: der Drummer hatte große, traditionelle Percussion-Instrumente ins Drumset eingebaut. Nach einem etwas längeren Soundcheck ging’s dann endlich los: die Band aus Manchester, die nicht mehr lange ein Geheimtipp sein wird, spielten Indie-Rock, bei dem sich alles irgendwie verspielt und nach guter Laune anhört.

Juju

Unser erstes Konzert auf der großen Hauptbühne, dem Vorschot: Juju, eine Rapperin aus Berlin. Sie ist bekannt als eine Hälfte des Hip-Hop-Duos SXTN und jetzt solo unterwegs. Nura, die andere Hälfte, wird übrigens am Samstag zu Gast auf dem Dockville sein. Zwei SXTN-Konzerte zum Preis von einem, was will man mehr?

Eine Windböe fegte über das Publikum, als Juju auf die Bühne kam und die jubelnden Fans begrüßte: „Hamburg, was geht ab?!?“ Das ging ab: der Song „Coco Chanel“, zu dem direkt alle Hände hochgingen, später dann auch „Live Bitch“, ihr wohl bekanntester Song. Juju war gut drauf, die Fans auch: Mit einen lauten „Prost, ihr Säcke!“ gönnte sie sich einen Schluck von ihrem Drink, die Fans antworteten „Prost, du Sack!“ und nahmen einen tiefen Schluck von ihrem Bier. Dieses Spiel sollte sich nochmal wiederholen, was sicherlich auch zur guten Stimmung beigetragen hat – auf der Bühne und davor.

Bausa

Bausa. Bausa. Bausa. So stand es gleich dreimal auf dem großen Banner, das die Hauptbühne verdeckte. Schon jetzt war es vor dem Großschot rappelvoll: Fans drängten sich bis weit nach hinten und über die Deiche links und rechts der Bühne. Wie wird das später erst bei RIN aussehen? Oder gar bei Billie Eilish?

Das große Banner wurde ein letztes Mal vom Wind aufgebläht wie ein dicker Bierbauch, dann fuhr es nach oben und Bausa kam auf die Bühne. Zu lautem Jubel ging’s los mit dem Song „Intro (Radio)“, gefolgt vom Hit „Casanova“. Alles etwas prollig, aber wer sich mit Bausa und seinen Texten beschäftig, merkt, dass er überraschend reflektiert ist, zum Beispiel im Song „Weiß noch nicht wie“.

Die Fans sangen jeden Song lauthals mit, mittlerweile wurden die ersten Mädchen von den Securities aus Publikum gezogen. Kein Wunder, in vielen Bausa Songs geht’s – neben den üblichen Angeber-Themen wie Cash, Money und dem täglichen Hustle – auch um Liebe, Herzschmerz und dem Gefühl, hin- und hergerissen zu sein. Und das verpackt in Refrains, die einfach mitzusingen und mitzufühlen sind.

boy pablo

Die norwegische Dream-Pop-Band durften wir schon auf dem Sziget Festival in Budapest erleben. Als Sänger Nicolas Pablo Muñoz und seine Band beim Soundcheck auf der Bühne waren, wurden sie von manchen Dockville Besuchern vielleicht etwas unterschätzt. Die Jungs sehen einfach superjung aus. Doch als sie dann loslegten, Pablo vor lauter Freude direkt der Schellenring aus der Hand flog und sie extrem tanzbare Songs wie „Feeling Lonely“ spielten, lösten sich alle Zweifel in Hamburger Seeluft auf. Die Fans tanzen, jubelten und feierten ausgelassen bei jedem Song. Die Lieder von boy pablo klingen beim ersten Anhören alle irgendwie gleich. Aber schon beim zweiten Mal merkt man, wie eingängig und facettenreich sie sind. Also unbedingt auch ein drittes, viertes und fünftes Mal anhören.

RIN

Auf der Hauptbühne stand kurze Zeit später der erste richtige Headliner auf dem Programm: RIN. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Als Hip-Hop-Head der 90er habe ich lange gebraucht, um mit RINs verstrahlten Autotune-Cloud-Rap warm zu werden. Bei den Fans, die vor der Bühne standen, ging das etwas schneller.

Als RIN, die Pumuckl-roten Haare unter eine Cap versteckt, um 20:20 seinen ersten Song „Avirex“ spielt, wird jede zweite Zeile von den Fans gerappt. Auch bei den Songs „Need For Speed“ und „Nightlife“ war das Dockville-Publikum erstaunlich textsicher. Vor dem nächsten Song hat RIN zur Sicherheit nochmal gefragt: „Seid ihr bereit? Ich hoffe ihr überlebt den Bass.“ Als Antwort gab’s lauten Jubel – und als Dank den Song „Bass“, der die Fans dann vollends ausflippen lies.

Billie Eilish

Der engste Platz der Welt? Normalerweise die U-Bahn von Tokio. Gestern Abend sollte es der Platz vor dem Großschot werden. Anscheinend war das halbe Festival auf dem Weg hier hin. Neben mir brüllt ein junger Typ ins Handy: „Hauptbühne, Alter! Hauptbühne!“

Wohin sonst? Hier war um 22:00 Billie Eilish angekündigt, das wohl größte Musikphänomen der letzten Jahre. Billie ist gerade mal 17 Jahre alt, Electro-Pop-Sängerin, stolzer Weirdo und außer Kontrolle geratenes Fashion-Experiment. 2015 veröffentlichte sie ihren Song „Ocean Eyes“ und wurde fast über Nacht berühmt. Normalerweise dauert das ja etwas länger.

Viele Dockville-Besucher waren am Freitag wahrscheinlich nur wegen Billie da. Sie belagerten schon viele, viele Stunden vor dem Auftritt die vorderen Reihen. Weil das ziemlich kraftraubend ist, wurden die ersten geschwächten Mädels schon aus dem Publikum gezogen, bevor Billie überhaupt loslegen konnte.

Um für gute Laune zu sorgen, wurde auf der Bühne eine gruselige, bedrückende Animation abgespielt. Kurz darauf war es dann soweit: Billie! Eilish! Sie sprang mit knallgrünen Haaren und in knallgrünen, wild bedruckten Klamotten auf die Bühne. Das war der Moment, auf den all die Fans den ganzen Tag gewartet haben. Und sie wurden nicht enttäuscht: Zur Begrüßung spielte sie ihren aktuellen Hit „Bad Guy“ und brachte die Massen schon mit dem ersten Song in einen kollektiven Billie-Rausch.

Leider konnte man von ihrem Gesang, der eh schon gesungenes Geflüster ist, nicht viel hören: das Mikro hätte ruhig etwas lauter sein können. Doch das war den Fans schnuppe, sie haben eh alle Zeilen mitgesungen. Und das bis zum letzten Song.

Wer war sonst noch da?

Shacke One. Der Battleking aus Nord-Berlin hat im Maschinenraum zu feine Boom Bap Beats gerappt. Lasst euch nicht von den prolligen Prollo-Texte irritieren. Shacke One hat Flow, Humor und eine eiserne Leber.

Cari Cari. Die österreichische Band hat beim diesjährigen Dockville die Hauptbühne eröffnet. Die beiden Musiker haben unaufgeregten, coolen Indie-Rock gespielt. Und das mit einem für Indie-Rock eher untypischen Instrument: einem Didgeridoo.

Golden Dawn Arkestra. Die Band sah mit ihren Masken, den Kostümen und der bunten Schminke vielversprechend aus: ein irrer, intergalaktischer Folklore-Style, der uns direkt neugierig gemacht hat. Leider hat der Soundcheck viel zu lange gedauert, deswegen haben wir die Band verpasst. Wir mussten weiter.

Meute. Die Marching-Band aus Hamburg ist jetzt schon legendär: statt klassischer Blasorchestermusik spielten sie Techno. Richtig gelesen: Techno. Und das in Formation, mit Pauke und Trompeten. Unbedingt mal live anschauen.

Parcels. Waren nach Billie Eilish wie Urlaub. Die Disco-Pop Band aus Australien musste nur zwei Takte spielen, sofort nickte der Kopf und ich hatte ein seliges Grinsen im Gesicht.

Wie geht es weiter?

Heute steht Tag 2 auf der Matte: Samstag. Auf der Bühne stehen Loyle Carner, Jungle, Von Wegen Lisbeth und viele mehr. Wir stürzen uns jetzt ins Getümmel und werden morgen berichten. Dranbleiben!

MS DOckville 2020: Tickets + Infos

MS Dockville 2020

The Szoul of Sziget 2019 am Sonntag

Vom 07. bis 13. August wurde eine Donauinsel in Budapest zu einem der größten Musikfestivals Europas: Sziget 2019! Heute berichten wir vom Sonntag.

Das bisherige Sziget-Line-up bestand größtenteils aus Indie-Rock, Electro und Pop, mal abgesehen von Ausreißern wie 6Lack und Macklemore. Am Sonntag, dem 5. Tag des Festivals, sollte es etwas grooviger werden: es stand viel Soul und Hip-Hop auf dem Programm, zum Beispiel Tyla Yaweh, IAMDDB, Masego, Parcel und natürlich Post Malone, der Headliner auf der Hauptbühne

Sonntag auf dem Sziget

Während die meisten Menschen am Sonntag relaxen, durch den Wald spazieren und einen lazy Sunday genießen, ging’s für Fotograf Axel und mich am frühen Nachmittag zurück zum Sziget-Gelände. Übrigens mit dem Taxi, was in Budapest nicht so viel kostet. Dann schmerzt es auch nicht so sehr, dass die Budapester Taxifahrer manchmal etwas kreativ sind, wenn es um die kürzeste Route zum Ziel geht. Warum geradeaus fahren, wenn man auch links, links, rechts, links, geradeaus, rechts, rechts, geradeaus und einmal durch die halbe Stadt fahren kann?

Tyla Yaweh

Erster Act des Tages war Tyla Yaweh, ein Rapper aus den USA. Übrigens ein Zögling von Post Malone, der ja heute Abend auch noch spielt. Tyla war um 16:00 auf der Hauptbühne angekündigt, ließ uns aber noch etwas warten. Während ich schon um 16:01 genervt auf die Uhr geschaut haben, waren die anderen Fans gutmütiger und haben sich von DJ E Nice mit harten Trap Beats anheizen lassen. Wie oft haben wir jetzt „Clout“ von Offset gehört? Irgendwann habe ich aufgehört, mitzuzählen. Knapp 15 Minuten später stürmte dann endlich Tyler auf die Bühne und begrüßte die Crowd mit krächzender Stimme: „Hands up!“ Tyla war so aufgedreht wie nach zehn Tassen Kaffee, wahlweise Purple Drank, und ist mit rudernden Armen über die Bühne gehüpft wie ein bunter Flummi. Dass er manchmal mitten im Text aufgehört hat zu rappen und nur noch gutgelaunt rumgehüpft ist, sei ihm verziehen.

IAMDDB

Weiter ging’s mit IAMDDB aus Manchester. Manchester? Wer Britpop erwartet hat, wurde enttäuscht: IAMDDB spielte Soul, gerne auch mal mit einem harten, trappigen Beat. Doch bevor IAMDDB auf die Bühne kam, wurden wir vom nächsten Anheizer-DJ vertröstet, der allerdings eher ein Abkühler-DJ war: Er stand gelangweilt hinterm Pult und hat nicht wirklich versucht, Stimmung zu machen. Eine Viertelstunde später ging’s dann endlich los und IAMDDB – kurz für „I Am Diana De Brito“ – kam auf die Bühne. In karierter Hose, schweren Boots und mit ewiglangen, geflochtenen Haaren spielte sie Songs wie „Pause“ und „Kurr£ncy“. Eine coole Performance, die mir manchmal etwas zu cool war. Ein bisschen mehr Nähe zu den Fans und sichtbare Freude an der Musik hätten dem Auftritt gutgetan.

Masego

Er hat uns für den bis dahin eher mittelmäßigen Festivaltag entschädigt. Was für ein Auftritt! Und das in Badelatschen! Aber fangen wir vorne an: Masego kommt aus den USA und spielt jazzigen Soul. Oder souligen Jazz? Auf jeden Fall spielt er viele Instrumente, wie er im Verlauf des Auftritts unter Beweis stellen wird.

Zu lautestem Jubel kam er pünktlich ins Mastercard Zelt – ganz ohne Anheizer-DJ! Den hatte Masego auch nicht nötig. Er brachte im Alleingang soviel Energie auf die Bühne, dass die Fans ab dem ersten Song aus dem Staunen nicht mehr rauskamen. Er hat gesungen, Saxophon gespielt und ist in Badelatschen lässig über die Bühne getanzt. Der nächste Song war funky und romantisch, was für Masego ein guter Anlass war, ein paar Rosen ins Publikum zu werfen.

Mittlerweile hatte er die Badelatschen weggeschleudert und war auf Socken unterwegs. Und er hatte Durst. Damit sich die Fans nicht langweilen, während er einen Schluck aus seiner Wasserflasche nimmt, hat er schnell eine Beatbox aufgenommen, geloopt, ein Sample draufgelegt – und dann zu lautem Jubel getrunken. Prost!

Post Malone

Genau, der Typ mit den Gesichtstattoos. Der Sänger und Rapper aus den USA sieht verloddert aus, ist aber verdammt erfolgreich. Passenderweise heißt sein letztes Album „Beerbongs & Bentleys“. Er war Headliner des Sonntags und wurde um 21:30 auf der großen Hauptbühne angekündigt. Davor war’s brechend voll: zehntausende Fans wartetet dichtgedrängt auf den Musiker, der um 21:33 zum Sound von einem grollenden Gewitter auf die Bühne lief.

Als erstes spielte Post Malone den verträumten Song „Too Young“, gefolgt von „Same Bitches“. Die Crowd war schon jetzt in einer kollektiven Post-Malone-Extase, aber der nächste Song sollte noch einen draufsetzen: Zu einem Bühnenfeuerwerk spielte er „Better Now“, einem meiner Lieblingssongs von Post Malone, der auch den letzten Fan zum Mitsingen gebracht hat.

Parcels

Sziget-Insidertipp: Den Headliner auf der Hautbühne links liegen lassen, ist eh viel zu voll, und stattdessen rüber zur Mastercard Bühne gehen. Hier hat man die Chance, einen echten Geheimtipp zu erleben: heute zum Beispiel die fünf Musiker von Parcels. Für alle Sziget-Besucher, die es bei Post Malone nicht mehr in die ersten 1.000 Reihen geschafft haben, waren Parcels vielleicht nur der Plan B. Aber schon nach wenigen Takten hat niemand mehr an Post Malone gedacht: die Parcels waren so funky und groovy, dass auch der letzte Fuß im Takt gewippt hat. Meiner auch.

Wer war sonst noch da?

Die 030er aus Berlin haben auf der Europa Stage aufgepumpten Gangster Rap gespielt. Es ging darum, mit dem Lambo durch den Block zu ballern, Polizisten abzuknallen und Mütter zu ficken. Tja, passt leider überhaupt nicht zum bunten, friedlichen Sziget Festival.

Schnell weiter zur Mastercard Bühne. Hier haben nicht die Knarren geraucht, sondern die Blunts: Protoje & The Indiggnation aus Jamaica haben Reggea gespielt. Zum Sound der sehr guten Liveband hat Sänger Oje Ken Ollivierre die kilometerlangen Rastazöpfe fliegen lassen.

Auch auf der Hauptbühne ging’s friedlicher zu: Hier war die Londoner Band Honne zu Gast, die souligen Synthie Pop spielten. Die Bühnenshow war zwar etwas unspektakulär, aber egal. Wir sind ja für die Musik hier. Und die hat mir gut gefallen.

Auf Honne folgten – nach einer kurzen Pause – Years & Years, die bekannte Electropop Band aus London. Sänger Olly Alexander kam im edelsteinbesetzten Netzhemd auf die Bühne und hat vom ersten bis zum letzten Song breit gegrinst – anscheinend hatte er genauso viel Spaß an seinem Aufritt wie die Fans. Kleiner Tipp: Olly ist nebenbei Schauspieler und hat im Film „The Riot Club“ mitgespielt. Unbedingt anschauen und danach Boris Johnson hassen.

Endlich wieder Montag

Heute ist mittlerweile der 6. Tag des Sziget 2019: Montag. Und was könnten man an einem Montag Schöneres machen, als auf ein Musikfestival zu gehen? Heute auf der Bühne: Coheed and Cambria, Maribou State, Catfish and the Bottle Men, Florence + The Machine und viele mehr. Morgen erzählen wir euch, wie es war.

Sziget Festival 2020: Tickets + Infos

sziget Festival 2020

Kosmonaut Festival 2019 – Always Hardcore im 7. Festivaljahr

Mittlerweile sind es schon zwei Jahre her, dass das 5-jährige Jubiläum vom Kosmonaut Festival Stausee Rabenstein nahe Chemnitz gefeiert wurde. Die Veranstalter haben seitdem unaufhörlich an ihrem Konzept und den Line-ups gefeilt. Mit viel positiver Resonanz. Am ersten Juli-Wochenende stand nun die siebte Ausgabe mit dem Kosmonaut Festival 2019 an. Kurze Wege zwischen den Zeltplätzen hin zum Festivalgelände und auch vom Parkplatz gestalteten die Anreise unproblematisch. Um auch die Besucher vom Kosmos Chemnitz aufzunehmen, wurden die Campingflächen dieses Jahr sogar einen Tag eher geöffnet. Denn um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen, feierten dort am Donnerstag, den 4. Juli schon knapp 65.000 Zuschauer direkt in Chemnitz.

Auf insgesamt sechs verschiedenen Bühnen lief das musikalische Rundum-Sorglos-Programm. Die größeren Künstler gastierten dabei auf Hauptbühne und Atomino Bühne – der restliche Spielplan verteile die Acts auf Beim Siggi, Kosmo-Wash, Spotify Podcast Bühne und Steinbühne. K.I.Z., Bosse, Von Wegen Lisbeth, Giant Rooks, Leoniden, NURA, Fil Bo Riva und viele weitere präsentierten die besten Hits ihres Live-Repertoires unter frenetischem Jubel von 15.000 Festivalbesuchern.

Das von der Band Kraftklub und Landstreicher Booking liebevoll veranstaltete Festival zeichnete sich jedes Jahr durch ein junges, modernes Programm aus, dass immer ein besonderes Schmankerl oben drauf gesetzt hatte – und zwar in Form des traditionellen „Geheimen Headliners“, der schon seit Jahren Bestandteil vom Kosmonaut Festival ist.

Kosmonaut Festival 2019 Freitag

Auf den Campingplätzen herrschte seit Donnerstag reges Treiben und die meisten Besucher hatten sich entsprechend auch schon vollständig eingerichtet. Neben Entspannen, Grillen und festivaltypischen Gemeinschaftsspielen, konnte man sich die Zeit bis zur Eröffnung der Bühnen perfekt vertreiben. Passend outet sich der Wettergott ebenfalls als Festivalfan und bescherte hochsommerliche Temperaturen. Zur Abkühlung Abkühlung war der angrenzende Stausee Rabenstein natürlich in Dauernutzung. Wo kann man sonst mitten im See baden und von dort auf die Hauptbühne schauen?

Die Festivalorganisatoren hatten es auch dieses Jahr wieder geschafft, den Freitags-Headliner bis zur letzten Minute verborgen zu halten. Kurz bevor der Vorhang fiel, traten Kraftklub auf die Bühne und kündigten an, dass es sich dieses Mal um eine sehr spezielle Ausgabe des „Geheimen Headliners“ handeln würde. Als große Überraschung wurden die deutschen Techno-Legenden Scooter enthüllt – die Massen auf dem Festivalgelände tobten und feierten zu den ballernden Beats und tiefen Bässen.

Nura

Die ehemalige Hälfte des Rap-Duos SXTN aus Berlin, kündigte sich für die diesjährige Ausgabe vom Kosmonaut alleine an. Gespalten war die Fangemeinde nach der Trennung und auch, was die Zukunft für die beiden Solo-Projekte anging. Die 29-jährige Sängerin hat seit April ihr erstes Solo-Album auf dem Mark („Habibi“) und dies galt es hier natürlich zu promoten. Vor der Mainstage tobte bereits das willige Publikum, schließlich kannte man die rotzfreche Rapperin. Die Fans waren gespannt, wie sich das Solo-Debüt von Nura live auf der Bühne wohl macht. Weniger aggressiv und provokanter kamen die Songs und auch der Auftritt von Nura daher. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch, gefeiert wurde trotzdem. Nura überzeugte auch ohne Kollegin Juju.

Leoniden

Die Leoniden sind benannt nach einem Meteorstrom und diese Meteore schlagen am frühen Abend auf der Mountain Stage ein. Während die Abendsonne das goldene Leoniden-Logo auf der Bühne erstrahlen lässt, spielen die Leoniden ihren Indie-Rock mit viel Synthie, noch mehr Energie und einer unglaublichen Begeisterung. Sänger Jakob Amr springt dabei wie ein Flummi über die Bühne und Gitarrist Lennart dreht völlig durch. Er schmeißt sich die Gitarre auf den Rücken, beißt ins Mikrofon, verknotet sich fast in den Bühnenkabeln und befreit sich gerade rechtzeitig, um seinen Part weiter zu spielen.

Bosse

Mit „Engtanz“ hat Axel Bosse im Jahr 2016 sein erstes Nummer-Eins-Album gefeiert. Auch der Vorgänger „Kraniche“ mit Hits wie „Schönste Zeit“ und „So oder so“ hat eine Gold-Auszeichnung erhalten und ist 38 Wochen in den Charts gewesen. Der charismatische Braunschweiger Axel Bosse ist aber vor allem für aber seine Live-Shows bekannt und beliebt, in denen er sich völlig verausgabt. Die Besucher vom Kosmonaut 2019 sind ganz aus dem Häuschen, als Bosse gut gelaunt die Bühne in Beschlag nimmt. Mit seiner sympathischen Art und seiner genialen Band begeistert „Aki“ Bosse die Fans von der ersten bis zur letzten Reihe und mischt sich wie immer bei seinen Konzerten für einen gemeinsamen Song auch nochmal unter die Leute.

Scooter

Seit über 25 Jahren stehen Scooter für das Motto „Always Hardcore“ und unter diesem wurden H.P. Baxxter und Co. auch am Freitagnacht von Kraftklub auf der Mainstage angekündigt. Mutig oder berechnend, eine Technoband der 90er Jahre auf die Bühne zu holen? Auf jeden Fall eine gute Idee, schließlich haben Scooter in ihrer langjährigen Bandgeschichte 30 Millionen Alben verkauft. Jubel im Publikum, denn mit Scooter konnte man sich einer ausgelassen Stimmung sicher sein. Ihre Tournee „100 % Scooter – 25 Years Wild & Wicked“ im vergangenen Jahr zeigte erneut, dass Scooter nicht nur alte Fans halten können, sie begeistern auch heute noch viele jüngere Fans.

Zu „One (Always Hardcore)“ brannte gefühlt die halbe Bühne, H.P. sprang in bester Laune quer über die Bühne, während ein Pyroeffekt nach dem nächsten abgefeuert wurde. Etwas im Hintergrund befanden sich die beiden Bandkollegen (Etnik Zarari und Michael Simon), die wie in Trance auf Synthesizer und Keyboards einhämmerten. Was dazu bei keiner Scooter-Show fehlen durfte, sind die Tänzer. Vier Mädels und zwei Jungs begleiteten fast jeden Song mit stets wechselnden, heißen Bühnenoutfits. H.P. Baxxter mit seinen 50 Jahren nutzte die volle Bühne aus und hatte sogar jede Menge Moves einstudiert, die er synchron mit seinen Tänzer ausführte. Hut ab! Neben allen Künstlern auf der Bühne war ganz klar die Licht- und Pyroshow ein großes Highlight. Was hier an CO2, Feuereffekten und Bühnenblitzen abgefackelt wurde, konnte sich wirklich sehen lassen und durchaus mit einem Auftritt wie bei einem der großen EDM-Festivals mithalten. Jeder einzelne Scooter-Song wurde neu inszeniert und auch das Publikum wird stets mit eingebunden.

Kosmonaut Festival 2020: Tickets + Infos

So war das Melt Festival 2018

Bereits zum 21ten Mal pilgerten aus aller Welt über 20.000 Fans von elektronischen Tanzmusik, von Hip-Hop und von Indie-Rock zum legendären Melt Festival 2018 ins mitteldeutsche Gräfenhainichen. Seit 1999 bringen die Macher des Open Air-Events dank handverlesener Headliner und internationaler DJ-Größen die „Stadt aus Eisen – Ferropolis“ zum Beben. Die Konzertlocation ist absolut einmalig, denn das Gelände beherbergt ein Freiluft-Museum in der ehemaligen Braunkohleregion um Gräfenhainichen. Die riesigen Abraumbagger sind Monumente aus der Zeit der ehemaligen DDR, in der die Braunkohle die wichtigste Energiequelle gewesen ist. Illuminiert und mit Pyrotechnik versehen entsteht eine einzigartige Kulisse für das Melt. Ergänzt von Übersee-Containern und allerlei stählernen Konstruktionen fühlt man sich fast, als wäre man Komparse in einen Mad Max-Film.

Auf dem Melt geht es neben der Musik aber vor allem um die persönliche Freiheit. Hier kann jeder sein wer er will und ausleben was er will. Die ungezwungene Atmosphäre und die vielen Nebenschauplätze fernab der beiden musikbeschallten Hauptschauplätze tragen zur Vielschichtigkeit des Events bei. Die Live-Acts verteilen sich im wesentlichen auf die beiden großen Bühnen „Melt Stage“ und „Melt Selektor“.

Freitag beim Melt Festival 2018

Für uns startet unser allererstes Melt Festival untermalt von den melancholischen Indie-Rock-Klängen von Cigarettes After Sex, die mit ihren tragenden Songs bei strahlendem Sonnenschein zu überzeugen wissen. Neben vielen Electronic- und Techno-Acts hat das diesjährige Melt auch zahlreiche Hip-Hop-Formationen mit auf dem Programmplan. So bringt beispielsweise Tyler, The Creator den Platz vor der Melt Stage unmittelbar zum Ausrasten. Die feiernden Menschenmassen inmitten der großen Baggerkulisse sind vor allem aus ein wenig Distanz ein atemberaubender Anblick. Das musikalische Highlight am Freitag ist dann der exklusive Deutschlandauftritt von Florence + The Machine. Die elfenhafte Sängerin Florence Welch zeiht mit einer emotionalen Show alle Zuschauer in ihren Bann und sorgt für ein furioses Finale des ersten Festivaltages.

Unsere Highlights: Hurricane Festival 2018 am Samstag

Der zweite Festivaltag beginnt zur Mittagsstunde auf dem Eichenring. Nachdem es am Freitag keinen Regen mehr gegeben hatte, yeah, ist es aber mit 10 Grad doch ziemlich frisch um die Nase geworden. Heute also warme Fleecejacke dazu und weiter geht’s. Eine ganze Reihe beeindruckender Künstler stehen nämlich auf dem Programm vom Hurricane Festival 2018 Samstag, darunter Portugal.The man, Dendemann, Prinz Pi, Frank Carter & the Rattlesnakes, Yonaka, Kat Frankie, Brian Fallon & The Howling Weather, Parcels, SXTN, The Kooks und viele viele weitere. Als besondere Schmankerl des zweiten Festivaltages gibt es für die angenehmen Abendstunden noch eine perfekt gemischtes Programm mit Bonez MC & RAF Camora, The Kooks, Biffy Clyro, Bonaparte, Beginner, The Prodigy und Justice.

ROMANO

Romano aka Roman Geike (aka MC Ramon, Cornerboy, Left Coast und Dayton the Fox) lockt die Camper for die Bühne. Schließlich posaunt der das Statement „wir wollen hier erstmal nur ’n bissel runter fahren, chillen und zusammen einen smoken…“. Rhythmisch, basslastig und stimmstark geht es dann aber ab durch die Mitte. Das Set mit einer dreiviertel Stunde Länge gestaltet der langhaarige Flechtzopf-Träger absolut kurzweilig. Da bleibt kein Tanzbein unbewegt oder zumindest die Hüfte wird geschwungen. Romano scheut keine Berührung mit dem Publikum, in seinen Texten gehen Humor und Ernsthaftigkeit ein perfektes Bündnis ein. Mit jeder Menge Material vom Debütalbum „Jenseits von Köpenick“ und dem aktuellen Werk „Copyshop“ gibt es einen guten Einblick in den Songkosmos von Romano, der absolut Bock aufs Hören macht.

frank Carter & The Rattlesnakes

Frank Carter betritt die Bühne, vor der es ziemlich leer ist … noch! Ein diabolischer Blick gen Publikum, der Sound dreht auf, und es ist zu erahnen, was wenige Sekunden später passieren wird: Absolute Eskalation! Dieser Mann ist ein Hexenmeister, ein Derwisch – und natürlich ein Punk feinster Sorte! Der tätowierte Rocker und seine Rattlesnakes geben alles und sogar noch mehr. Song für Song peitschen sie die Zuschauer aus. Und das förmlich im Vollkontakt, denn schon beim ersten Song geht es für Carter und seinen Gitarristen mitten in die Menge, denn in wenigen Minuten ist es dort ziemlich voll geworden. Der Brite tobt mit schier grenzenlos leidenschaftlichem Einsatz über und kommt den Fans dabei immer wieder ganz nahe. Keinerlei Berührungsängste also. So macht man die Crowd glücklich, da wird gemosht und kreisförmig umher gecircelt – so bedankt man sich so bei der Hardcore-Kombo für eine brachiale Punk-Performance.

brian fallon & the Howling Weather

Der Frontmann von The Gaslight Anthem ist sicher schon vielen bekannt, in 2015 hat die Band allerdings via Facebook eine Auszeit mit unbekannter Länge verkündet. Anlässlich des 10. Jubiläums ihres zweiten Albums „The ’59 Sound“ kann man die Band an zwei Terminen (28. und 29. Juli) aber zumindest mal wieder live in Köln sehen. Vor allem die Solokarriere des in New Yersey lebenden Musikers steht jetzt im Vordergrund, nach düsterer Lebensphase ist seine Motivation voll zurück und so tourt mit seiner Band The Howling Weather auch in Deutschland und präsentiert dabei sein sein aktuelles Soloalbum „Sleepwalkers“.

Prinz Pi

Ob als Prinz Porno oder Prinz Pi – wo er live auftritt, hängt das Publikum an seinen Lippen. Wahrscheinlich liegt es mit daran, dass seine Texte haargenau den Nerv der aktuellen Generation ansprechen, die nicht so wirklich weiß, was sie beruflich und in Bezug auf Lebensentscheidungen mit sich anfangen soll. Seine Megahits wie „Du bist“, „Fähnchen im Wind“ oder „Kompass ohne Norden“ sprechen für sich. Vor allem die weiblichen Fans in der Zuschauermenge sind absolut textfest und singen leidenschaftlich jede Strophe mit. Der 38-jährige ist bester Laune, wirbelt seinen Mikrofonständer durch die Luft und springt quer über die Bühne. Er reißt einfach jeden mit. Als neustes Werk hat Prinz Pi „Nichts war umsonst“ (VÖ 2017) in den Plattenläden stehen, bei seiner fast jährlichen bis zweijährlichen Taktung mit neuen Songs wird es sicher auch dieses Mal nicht lange dauern bis zum nächsten Album.

madsen

Dreizehn Jahre ist es her, dass das Debüt-Album von Madsen auf den Markt gekommen ist. Mit ihrem letzten Knaller „Kompass“ haben sich die Jungs Zeitreise zurück in die eigene Jugend begeben und dabei bleibe bleiben Madsen dem Indie-Rock weiterhin treu, jetzt vielleicht ein wenig mehr im Stil der 80er/90er. Auf der Bühne zeigt sich Frontmann Sebastian Madsen wie immer als charmant-witziger Blickfang, daneben etwas zurückhaltender Bruder Nummer 1 Johannes an der Gitarre, dann ist da noch Bassist Nico, sowie Bruder Nummer 2 Sascha der das Drumset prügelt. Das Quartett bekommt nur live weibliche Gesangs-Unterstützung und zwar von Lisa am Keyboard. Sympathisch, wie Madsen ihre gute Laune und Lust auf Musik an die Zuschauer weiterreichen. Echter Madsen-Sound dem nicht nur treue Fans verfallen. Tanzbares und poppiges, rockiges und gefühlvolles, das liefert Madsen auch am Hurricane Festival 2018 Samstag ab. Zum Ende des Sets gibt es noch den Hit und Ohrwurm „Lass die Musik an“ in Dauerschleife – prima Statement!

 

Hurricane Festival 2019 Infos + Tickets

Hurricane 2019 / Hurricane Festival 2019

Beatsteaks: „Yours“ Happy Release-Party

Vor knapp 2 Jahren feierten sie erst ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum und heute erscheint schon das 8. Studioalbum der Berliner Kapelle Beatsteaks. Einst vor dem Metropol-Theater, welches heute Admiralspalast genannt wird, versammelt sich eine riesige Menschentraube, die zum größten Teil mit Beatsteaks-Merch uniformiert sind. Nur selten kommt es vor, dass vor der jeweiligen Venue am Abend Leute stehen, die ein Schild mit der Aufschrift „Suche Ticket“ in der Hand halten. Der Innenhof ist gefüllt, heute kommt hier sicher keiner zu spät. Nicht nur die Beatsteaks veröffentlichen heute am Weltfriedenstag ihr neustes Werk, sondern auch die deutsche Hip-Hop Diva Casper, doch auf ein Battle lassen sich die alten Berliner nicht ein, denn er sei ja im Moment eh unerreicht.

Das neue Beatsteaks-Album ist seit 01. September 2017 erhältlich, z. B. bei Amazon: Audio-CD „Yours“, Vinyl-LP„Yours“ und MP3-Download „Yours“
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Parcels

Die Parcels aus Berlin eröffnen mit Funk und ähnlichen Disco-Attitüden wie Daft Punk den Abend. Wie auf Acid stehen sie mit ihrem Woodstock-Vintage-Klamotten auf der Bühne und grooven die Dance-Meute im alten Stadtpalast ein.

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Beatsteaks

So schnell wie die Beatsteaks macht wohl keine deutsche Punkrock-Band einen Konzertsaal in der Republik voll. Der Admiralspalast ist gefüllt, die Leute sind heiß und haben bereits alle Platten am Merchandising-Tisch ausverkauft. Wer aber kein Glück beim Ticketkauf hatte, hat heute trotzdem die Gelegenheit etwas von dem Konzert mitzubekommen, denn radioeins überträgt heute live.

Mit Berliner-Schnauze kommen die fünf Hauptstädter auf die Bühne, Frontmann Arnim Teutoburg-Weiss hält goldene Heißluftballon-Buchstaben „Y O U R S“ hoch und begrüßt die Punkrock-Fans im Raum. Heute gibt es endlich ein paar neue Dinger von der heute erschienenen Platte „YOURS“ zuhören. Vorab veröffentlichten die Beatsteaks schon einige Werke der neuen Scheibe, unter anderem den Song „L auf der Stirn“ feat. Deichkind. Ich denke, dass sich viele der Zuschauer im Vorfeld Gedanken gemacht haben, was genau heute Abend passieren wird. Werden die Punkrock-Sympathisanten alle oder einige Gäste, die auf dem 8. Studioalbum „Yours“ mitgewirkt haben, auf die Bühne holen – und wird es auch alte Hits wie „Summer“ oder „Hand In Hand“ zu hören geben?

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Tatsächlich werden die Fans noch ein wenig hingehalten und die Beatsteaks präsentieren an diesem Abend eine gut gemischte Setlist aus alten und neuen Songs der aktuellen „Yours“. In den oberen Rängen sitzt niemand mehr, keiner steht still, keiner ist mehr aufgewühlt von der Woche. Arnim wechselt bereits das dritte Mal sein Outfit und gibt immer mehr Gas. Die ersten Reihen bestehen nur noch aus Wasser und einer leichten Note Berliner Pils. Nach knapp zwei Stunden runden die Beatsteaks mit dem ehemaligen Opener-Song der Jubiläumsshow in der Wuhlheide „Summer“ den Abend ab und verabschieden sich für heute von ihren Fans. Wer es nicht mehr bis zur nächsten Tour aushält, kommt dann vielleicht noch in der nächsten Woche zum dem Wanderfestival Lollapalooza Berlin in den Hoppegarten.