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Metal Air Uelzen 2025 – Schweiß, Sonne, Stahl – ein Festival, das brennt

Am Samstag, den 21. Juni 2025 verwandelte sich Uelzen in ein wahres Metal-Heiligtum: trockene, schweißerfüllte Luft und sommerlich-heiße Temperaturen, prall gefüllte Flächen auf dem Albrecht Thaer Gelände und ein Line-up, das vom frühen Nachmittag bis tief in den Abend für ordentlich Druck sorgte. Atmosphäre pur: vom ersten Akkord bis zum letzten Schrei zeigt das 1-Tages-Festival, dass „Metal im Norden“ mehr ist als nur ein Klischee. Und 5.000 Besucher waren dafür der klare Beweis.

Als Opener setzten Stahlmann den ersten Höhepunkt. Die Münchner verschmelzen harten Metal mit treibenden Synthies – und genau das passte perfekt zur Hitze und zum Auftakt. Frontmann Martin „Mart“ Soer führte die Band souverän ans Mikro, flankiert von Gitarrist Dirk “Tatak” Kehrein, Bassist Georg Lamprecht sowie Schlagzeuger Franz “Frank” Liedtke. Hits wie “Stahlwittchen” und “Tanzmaschine” ließen gleich die Körper vibrieren und luden zum Tanzen ein. Die Show war kurzweilig, mit Lichtinstallationen gespickt – ein gelungener Appetizer für’s Festival.

Gothminister

Weiter ging’s mit Gothminister aus Norwegen – düster, theatralisch, packend. Mit Sänger Bjørn Alexander Brem (Mastermind des Ganzen), flankiert von Gitarrist Geir Bratland und dem rhythmischen Duo der Bass-Schlagzeug-Fraktion, kreierte Gothminister eine fesselnde Dark-Performance. Songs wie “Gothic Queen” und “Darkside” boten tiefe Bässe und treibende Beats. Die Fans dankten es mit schwarzen Kutten, viel Haarwellen und dem typischen Headbanger-Wackeln – Gothic-Rock at its best!

megaherz

Danach wurde es handfest: Megaherz, seit den frühen 2000ern Deutsche‑Härte‑Rebellen. Die Band um Frontmann Alexx Wesselsky (auch bekannt von Eisbrecher), Gitarrist Christoph „Demon“ Klinke, Bassist Wenz, Schlagzeuger Jürgen „Cef“ Jäger und Keyboarder Pimmel sorgte für messerscharfe Beats. Der Track “Himmelfahrt” knallte härter als jeder Sonnenbrand, auch Klassiker wie “Jagdzeit” brachte alle zum Mitsingen. Der Mix aus Metal, Industrial und elektronischen Elementen war live ein Brett – ordentlich gerollt, nicht niveaumäßig, aber mit voller Fahrt Richtung Bühne.

Doro

Dann der glorreiche Auftritt von Doro, seit den 1980ern unangefochtener Star. Ihre Liveband feierte mit ihr ein Ganzkörper-Metal-Abenteuer. Klassiker wie “All We Are” und “Für Immer” hallten durch die Menge. Doro steckte voller Energie, machte Gänsehaut-Pausen, pogte lächelnd in der vordersten Reihe – sympathisch, authentisch und mitfiebernd. Diese Kombination aus Stadion-Rock-Legende und echter Publikumsnähe war der emotionale Höhepunkt des Abends.

Till Lindemann

Den krönenden Abschluss besorgte Till Lindemann, erstmals solo auf dem Metal Air Uelzen – und er zeigte, warum seine Stimme ein globales Phänomen ist. Mit seiner Band, exzellent vernetzt in die industrielle Welt von Drum-Kicks und düsterem Groove, präsentierte er Solo-Tracks wie “Zunge” und “Alle Tage ist kein Sonntag”, begleitet von beklemmender Theatralik, minimalistischem Lichtdesign und seiner unverkennbaren Bühnenpräsenz. Die Show war ähnlich intensiv wie Rammsteins Stadienauftritte, aber persönlicher und intimer – pure Magie in sommerlicher Nacht.

Von der ersten Note bis zum letzten „Nacht, Uelzen!“ strahlte die Crowd – face painted, schweißüberströmt, im Takt der Musik. Jeder Act hat seine musikalische Nische – ob synthetisch‑industrial, düster‑gothic, hart‑deutsch, sympathisch‑rockig oder theatralisch‑intensiv. Genau diese Vielfalt verlieh dem Festival ein rundes Gesamtpaket. Die brütende Hitze fühlte sich fast wie Teil der Show an – ein Outdoor-Metal-Sommer, wie man ihn sich wünscht. Das Metal Air Uelzen 2025 machte eindrucksvoll klar: Metal ist und bleibt eine große Familie – von Stahlmanns Tanzmaschine über Lindemanns Jungschar bis zur Metalqueen selbst. Jeder Auftritt ein Erlebnis, jeder Sound ein Statement. Die Mischung aus Hitze, Härte und Herz ließ niemanden kalt – wir sind sicher: Wer jetzt nicht dabei war, verpasst was!

So war das Summer Breeze 2018: Freitag

Wer sich nach der Nacht von dem Staub befreien wollte, welcher sich im Laufe des Vortages angesammelt hat, wurde an den Duschen positiv überrascht. Auch diese wurde verbessert, standen auf festen Platten auf dem Boden und wurde in ihrer Anzahl verbessert. Das bedeutet weniger Schlange stehen und nach dem Duschen nicht wieder direkt im Schlamm stehen. Cool, oder? Danach hält einen aber nichts mehr ab sich ein Bier zu schnappen und sich auf den Weg zur Bühne zu machen, wo sich bereits die erste Band bereit macht.

annisokay

11 Uhr am morgen und der Bereich vor der Hauptbühne ist schon gepackt voll. Grade erste sind Annisokay aus den USA zurückgekehrt und feiern nun auf dem Summerbreeeze den Release ihrer neuen und vierten Platte „Arms“. Leider spielt die Band nur die bisher veröffentlichten Singles und geben keinen weiteren Einblick auf den Rest des Albums. Das Publikum ist dennoch begeistert und so schwebt eine konstante Staubwolke über dem Publikum, von welcher auch Sänger Dave beim Crowdsurfen eine tiefe Nase nimmt.

Megaherz

Plötzlich wird es wieder leerer vor der Bühne, was aber bestimmt nur an der knallenden Mittagssonne liegt. Auch der Band, welche Kostümiert ist, geht es nicht besser, welche alles mit „Warum hat keiner unserem Designer gesagt, dass es hier so warm wird“ kommentiert. Entsprechend schweißtreibend ist die Feier vor der Bühne, welche dennoch gut in fahrt kommt, auch wenn die Stimmung erst zu „Miststück“ und „Himmelstürmer“ aufkommen will.

Northlane

Northlane fackeln nicht lange Rum. Ohne Intro und mit der neuen Single „Vultures“ startet die Band in ihr Set und lässt dabei kein Staubkorn an seinem Platz. Die Menge feiert zu alten und neuen Songs gleichermaßen und Sänger Marcus beweist erneut, dass er mehr als nur ein guter Ersatz für den 2014 ausgeschiedenen Adrian ist, obwohl die Band seither sehr kontrovers in der Metalcore-Szene angesehen wird. Die Band überzeugt generell mehr durch Spielfreud als durch Ansagen, denn diese fallen fast komplett aus. Aus dem ganzen Staub, der bei der Band aufgewirbelt wird, bildet sich am Ende sogar noch ein kleiner Tornado, das muss man erstmal nachmachen.

Amaranthe

Es wird Zeit für ein Summerbreeze debut. 2011 erblickte ihr erstes Album das Licht der Welt und noch dieses Jahr steht das fünfte in den Startlöchern. Vor kurzem erschien zu diesem die erste Single, doch leider hat diese seinen Platz nicht in die Setlist geschafft. Die anwesende Menge feiert dennoch, auch wenn diese keine Zeit zum Verschnaufen zwischen den Liedern hat. Drei Sänger bedeutet eben viel gesangliche Vielfalt und minimale Pausen. Generell halten sich die Schweden jedoch bedeckt auf der Bühne und ziehen ihr Set ohne große Besonderheiten durch.

Danko Jones

Weiter geht’s mit Rock‘n’Roll von Danko Jones. Der Bereich vor der Bühne hat sich leider etwas geleert, was aber bestimmt nur der Sonne zuzuschreien ist. Alle gebliebenen werden direkt von dem symphatischen Frontmann in den Bann gezogen und feiern zu jedem passenden und unpassenden Zeitpunkt, ganz so wie es Danko will. Auf der Bühne ist nicht viel Bewegung, aber muss das auch unbedingt sein? Danko Jones spielt ein knackiges Set, bei dem keine Klassiker ausgelassen werden aber auch neues Material seinen Platz findet.

Salatio Mortis

Die nächste Release-Show steht an, nur diesmal mit kühlerem Wetter und sogar einem kurzen Regenschauer. Die Fans kümmert dieser aber immer weniger. Immerhin wissen Saltatio Mortis diesem mit viel Feuer entgegenzuwirken und so sind alle schnell wieder trocken. Neben den Klassikern war vor allem das neue Album stark in der Setlist vertreten und wurde kräftig vom Publikum gefeiert. So kommt dieses auch jeder Aufforderung von Alea nach und springt mit ihm wie Wild um die Wette. Am Ende lässt er sich sogar durch die Menge tragen, während er „Rattenfänger“ performed.

Beartooth

„We are Beartooth and we are here to fuck you up“ – oh ja, das sind sie. Dabei spielen sie Songs aus ihren beiden bisherigen Alben und sogar alle 3 Singles ihrer neuen Platte „Desease“, welche nächsten Monat erscheint. Für die ersten Songs ist es auch gut gefüllt vor der Bühne, dann fangen die ersten Tropfen an, die die Fans noch bewusst ignorieren. Dann werden die Tropfen zu Eimern und es wird immer leerer vor der Bühne, wovon sich die Band aber nicht einkriegen lässt und weiter professionell ihr Set durchzieht. Diesen Regen hat die Band zwar nicht verdient, aber immerhin hat sich jetzt alles etwas abgekühlt und die Staublunge der letzten Tage kann sich zumindest für einen Moment wieder erholen.

Doro

Die Queen of Metal ist zurück auf dem Acker! Auch sie hat ein neues Album am Start und feiert zugleich ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum. Dennoch fiel ihr Auftritt regelrecht ins Wasser, denn durch den Starkregen musste ihr Auftritt etwas verzögert starten. Auch vor der Bühne war entsprechend wenig los, was sich aber schnell änderte, also sich der Regen verzog. Belohnt wurden die Fans vor der Bühne mit einem gewohnt charismatischen Auftritt mit allen Klassiker, wie „all we are“ und „We are the Metalheads“, aber auch neuen Songs wie „All for Metal“.

At The Gates

Auch für die Melodic Death Legenden At the Gates stand der Auftritt durch das Wetter unter einem schlechten Stern. Zu Anfang war es daher sehr leer vor der Bühne, was sich erst nach ein paar Songs ändern sollte. Die Band lässt sich davon aber nicht beirren und zieht ihr Set durch, wie man es von ihnen kennt. Keine große Besonderheiten, aber genau das was man von ihnen erwartet.

Trivium

Spätestens jetzt sind auch die letzten Tropfen verschwunden, die Klamotten gewechselt und der Weg zurück zu Bühne geschafft. Trivium kommen unter viel Nebel auf die Bühne und starten mit dem Titeltrack des letzten Albums. Anfangs kommt die Stimmung leider noch nicht ganz ins Rollen, obwohl Sänger und Gitarrist Matthew alles versucht dies zu ändern, was ihm später auch gelingt. Sonst ist auf der Bühne recht wenig Bewegung, dies liegt aber daran, das alle zwischen 5 Mikros auf der Bühne rotieren müssen. Vor der Bühne sieht das anders aus: Viele Pits und noch mehr Crowdsurfer stellen die Security auf die Probe. Am Ende wird es zu „In Waves“ nochmal richtig voll und es wird klar, dass viele nur auf diesen Song gewartet haben.

Mr. Hurley & die Pulveraffen

Ein Mr. Hurley und die Pulveraffen Auftritt steht immer ganz im Fokus der Crowdsurfer. So ist es auch diesmal wieder und wir können noch vor Beginn des Auftritts die ersten Beobachten. Als die Pulveraffen dann loslegen wird es dann richtig voll über den Köpfen der Anwesenden. Normale Crowdsurfer, Crowdsurfer auf Crowdsurfern und Crowdsurfer in Schlauchbooten. Alles war vorhanden zu den zum Schunkeln einladenden Klängen der Piratenband aus dem karibischen Osnabrück. Auf der Bühne gibt es allerdings ein relativ neues Gesicht zu sehen, denn seit kurzen steht Pegleg Peggy am Bass und unterstützt die Band nicht mehr nur mit Animationen.

Arch Enemy

Arch Enemy lassen schon beim ersten Song erahnen, was kommen soll. Pyro wohin das Auge auch blickt. Dazu eine energetische Alissa, welche, wie gewohnt, wie wild über die Bühne hüpft. Genau dafür sind die Fans gekommen und natürlich für die Musik. Gespielt wird ein buntes Set durch die Jahre, mit einem Fokus auf das letzte Album „Will to Power“. Dazu im Verlauf des Abends immer mehr Pyro. Angefangen von Feuersäulen und -bällen, über Funkenfontainen und Feuerschalen. Ganz am Ende will es die Band zu „Nemesis“ nochmal richtig Wissen und zündet alles, was noch zur Verfügung steht. Schließlich beenden die Band ihr Set unter einem Funkenregen von der Decke, bevor sie sich in einem recht langen Outro von der Bühne verabschieden.

Sick of it All

Was Bewegung auf der Bühne angeht können sich einige Bands etwas von Sick of it All abschneiden. Die NYC-Hardcore Band spring wie wild über die Bühne als gäbe es kein morgen. Vor der Bühne sieht es anfangs etwas anders aus, was sich nach einer Bemerkung von Sänger Lou und dem ersten Klassiker aber schnell ändert. Danach springen Band und Publikum nur so um die Wette und machten den Abend nochmal zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Satyricon

Zur späten Stunde gibt es Black-Metal von Satyricon zu lauschen. Die Band, welche eigentlich nur aus 2 festen Mitglieder besteht, kann sich dabei über recht viel Andrang vor der Bühne freuen, welches ganz im Sinne des Black-Metals vorsichtig hin und her wackeln. Die Bühnenshow dazu ist dabei auch stilecht gehalten. Zurückhaltende Lichtshow und keine übertriebene Elemente ziehen sich durch die Show. Zu dem Song „Mother North“ zeigt sich das Publikum jedoch nochmal von seiner anderen Seite und singt lauthals im Chor

Turisas

Ist Viking-Metal etwas aus der Mode gekommen? Turisas haben seit 2013 keine neue Musik mehr veröffentlicht und auch sonst ist es still um die Band. Entsprechend leer ist es auch vor der Bühne, obwohl die Band mit ihrer Musik an diesem Tag einzigartig ist. Es kann aber wieder am Slot liegen, denn irgendwann ist die Luft einfach raus. Turisas spielt ein Set mit ihren größten und bekanntesten Hits, welche für den ein oder anderen inzwischen jedoch etwas ausgelutscht sind. Stimmung können diese daher nur mäßig aufbauen. Es wird einfach Zeit für etwas Neues. Aber ob Fan oder nicht, es eignet sich auf jeden Fall, um nach einem langen Tag noch einmal abzuschalten, um am nächsten Tag wieder voll Fit zu sein.

Info + Tickets Summer Breeze 2019

Summer Breeze 2019 / Summer Breeze Open Air 2019

Plage Noire 2018 – So war der Freitag

Nach unserer Ankunft beim Plage Noire 2018 gibt es für uns erst einmal die Location zu begutachten, den Ferienpark Weißenhäuser Strand. Der Park vereint jede Menge Apartmenthäuser und Ferienwohnungen, die als Unterkunft für die Besucher bereitstehen. Für wen der Komfort eher zweitrangig ist, der hat nebenan auch die Wahl, auf dem Campingplatz zu nächtigen. Allerdings ist es Ende April und draußen noch entsprechend kühl. Hardcore-Camper schreckt das ja aber selten ab. Ergänzt werden die Apartmentblocks durch eine abwechslungsreiche Restaurantmeile und es bieten sich eine Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen an. Vom Kinderspielplatz, Abenteuer- Dschungelland bis zur Kegelbahn gibt es hier alles.

In Bezug auf die Familienfreundlichkeit und den Komfort sucht das Plage Noire 2018 im Vergleich mit anderen Festivals seinesgleichen. Des weiteren gibt es in unmittelbarer Nähe natürlich den Ostseestrand mit wunderbarem Blick aufs Meer inklusive. Da es zum Baden noch viel zu kalt ist, gibt es hier anderweitig Abhilfe, denn das subtropische Badeparadies lädt zum Abschalten oder Spaß haben im Wasser ein. Das Hauptaugenmerk liegt an diesem Wochenende aber natürlich auf dem musikalischen Programm. Für die verschiedenen Künstler sind drei Bühnen aufgebaut: La Chapiteau – die gewaltige Zeltbühne, Salle de Fête – der Veranstaltungssaal der Ferienanlage und La Rotonde – eine kleinere Bühne etwas abseits. Aber nicht nur auf den Bühnen gibt es Shows zu begutachten, der Catwalk für die Modeshows ist mitten in der Galerie zwischen den Restaurants aufgebaut. Genretypische Mode wird dort hautnah erlebt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Das Festival beginnt für uns mit Ost+Front. Nach einem langem Intro zum Einzug geht es direkt in die Vollen mit „Adrenalin“ über „Fiesta de sexo“ und „Afrika“. Nicht lange kommen wir in den Genuss der Berliner Neue-Deutsche-Härte-Band, denn nebenan wartet schon das nächste Highlight auf uns. Während Herrmann Ostfront und Co. noch rocken, geht es für uns weiter zu Noisuf-x im Salle de Fête. Das Ein-Mann-Electro-Projekt sorgt für Club-Feeling und bringt langsam Fahrt in die noch etwas von der Anreise erschöpften Musikbegeisterten. Also ab dafür und schwingt das Tanzbein.

Derweil bereiten sich Megaherz im La Chapiteau auf ihr Konzert vor. Das Zelt sieht noch etwas leer aus. Aber die Gesamtmaße sind so geplant, dass zu Stoßzeiten sämtliche Besucher des Festivals bequem dort Platz finden können. Apropos bequem Platz finden: Dort wo die anderen Bühnen nur eine bzw. mehrere Theken zu bieten haben, gibt es im La Chapiteau neben einer Rollibühne auch noch weitere Tribünen mit Sitzgelegenheiten – es sind war nur Klappstühle, aber jeder Festivalgänger freut sich nach einiger Zeit auf den Beinen er jegliche Sitzmöglichkeit. Hier befindet sich auch die VIP-Bühne, ausgestattet mit gemütlicheren Sitzgelegenheiten und eigener Theke. Durch die große Weite im Saal lässt leider die Stimmung am Anfang noch etwas auf sich warten. Megaherz lassen sich davon aber nicht beirren, also „Vorhang auf“ und Bühne frei.

Im dagegen winzigen La Rotonde ist die Stimmung bei Apron richtig am Kochen. Kein Wunder, in der ersten Reihe ist man nahezu auf Tuchfühlung mit Frontsänger Till Herence. Die Bands der kleineren Hallen lassen sich aber auch außerhalb der Hallen über Monitore live mitverfolgen, für Besucher denen es dort drinnen zu eng ist. Zurück zu Megaherz, wo es beim Hit „Zombieland“ endlich voller und voller wird. Die Hits zum Mitsingen „Glorreiche Zeiten“ und „Himmelsstürmer“ gibt es direkt hinterher. Auffällig und eindeutig positiv beim Plage Noire 2018 ist: Die Setlist aller Bands sind sehr lang und haben mit 75 Minuten – eher Konzert-Ausmaße. Für uns geht es nun aber wieder Richtung Salle de Fête zu Solar Fake. Auch hier machen sich die kühleren Außentemperaturen bemerkbar. Wo bei Noisuf-x der Saal „nur“ voll war, platzt er jetzt bald aus allen Nähten. Aber Platz zum Tanzen finden die begeisterten Fans immer. Und so verlangt Sänger Sven Friedrich nicht nur den Fans eine Menge ab, sondern lässt auch den Sauerstoffgehalt der Luft schwinden.

Nach einigen tiefen Atemzügen an der frischen Luft geht es zurück ins La Chapiteau, wo sich Mono Inc. schon mal bereit machen. Die Menge nach dem Auftritt von Megaherz hat sich mittlerweile ordentlich vergrößert. Die fallenden Temperaturen draußen scheuchen auch die letzten unentschlossenen vor die Bühnen. Mono Inc. eröffnen ihr Programm mit „Together Till the End“ und bieten  weiterhin „The Banks of Eden“ und „Arabia“ dar. Freudig verkündet Frontmann Martin Engler, dass die Band einen speziellen Gast mitgebracht habt – Roland Zeidler, mit dem sie „Potter’s Field“ und „Wonderful Life“ stimmstark zum Besten geben.

Nach dieser Show genehmigen wir uns erstmal eine kurze Pause und gesellen uns danach wieder ins große Zelt, vor die Bühne des Headliners am ersten Festivalabend. ASP eröffnen ihre Show mit „Mondscheinsirenade“, weiter geht es mit „Duett“, „Eisige Wirklichkeit“ und „20.000 Meilen“. Zu „Werben“ serviert Gitarrist Sören Jordan ein exzellentes Solo. Dies ist der letzte Live-Auftritt für ASP, nun gönnen sie sich eine Pause nach der letzten Tournee. Im Oktober diesen Jahres geht es für die Rockband allerdings auch schon wieder weiter. „Wir sind unbequem und weil ihr heute alle so schön im Hotel schlaft, hier etwas was euch das unbequemer macht“ und mit dieser Aussage von ASP geht es weiter mit „Astoria verfallen“. Auch das der Location angemessene Strandthema wird aufgegriffen und so wird uns „Bernsteinmeerengel“ voller Gefühl präsentiert. Weiter geht es mit „Wechselbalg“ durch „Die Untiefen“ und immer weiter vorwärts und abwärts mit „Schwarzes Blut“.

Nach vielen Jahren hat ASP es erfolgreich in ein Schulbuch geschafft. Ein Ethik-Schulbuch mit einem Zitat aus dem Lied „Ich bin ein wahrer Satan“. Traurig dabei ist, dass hier ein Lyrik-Wiki zitiert wird und das auch noch falsch. So steht dort Ziegenruf statt Ziegenhuf. Nach einer exemplarischen Darbietung des richtigen Textes, geht es weiter mit „Und ich tanzte“ und schließlich noch der Dauerbrenner „Ich will brennen“. Etwa 30 Minuten nach der Geisterstunde schlendern wir den kürzesten Weg in unserem Festivaldasein gen Unterkunft und freuen uns schon auf den kommenden Tag.

Kometeinschlag in Hannover, Megaherz rocken die Massen

Das jüngste Album „Komet“ von Megaherz ist bereits seit wenigen Wochen auf dem  deutschen Markt und wird nun feierlich den Fans präsentiert. Die NDH-Band treibt es dabei auf gleichnamiger Tour durch Deutschland, Österreich sowie der Schweiz und stoppt dabei am Freitagabend auch im fast ausverkauften Musikzentrum in Hannover. Aber nicht nur Megaherz sind mit neuem Material am Start: Beide Vorbands, AnnA Lux und Schattenmann, haben jeweils am 02. März 2018 ihre Debütsingle bzw. ihr Debütalbum herausgebracht.

AnnA Lux

Den Anfang machen AnnA Lux. Den meisten wird der Name nichts sagen, was aber nicht verwunderlich ist, denn die Band besteht erst seit dem Jahr 2016 und hat erst vor kurzer Zeit die erste Single veröffentlicht. Die Band selber beschreibt ihre Musik als moderne neue deutsche Härte mit melodischen Synthies. Dabei kommen sie nur mit einem Schlagzeug, einer Gitarre und Gesang aus. Dem Publikum, das sich an diesem Punkt schon zahlreich im Club versammelt hat, gefällt zumindest was auf der Bühne passiert und auch die Band inklusive Frontfrau Anna haben deutlich Spaß an diesen Abend. Man darf also gespannt sein, was in den nächsten Jahren mit AnnA Lux passiert und sollte den Namen am besten einfach mal im Hinterkopf behalten.

SCHATTENMANN

Jetzt wird es düster auf der Bühne, sofern man dem Namen der Band trauen kann. Schattenmann scheinen das aber nicht ganz so ernst zu nehmen, denn eines findet man auf der Bühne reichlich: Licht. In diesem Fall aber kein normales licht, sondern UV-Licht. Das entsprechende Gegenstück, die Farbe, sieht man reichlich. Sei es auf den Saiten der Gitarren, den Drumsticks des Drummers, den Mikrofonen oder im Gesicht der Musiker. Eine sonst recht düstere Bühnenerscheinung rundet das Ganze ab und erzeugt ein sehr schönes Bühnenbild. Aber auch bei weiteren Requisiten, wie Masken oder einer Kettensäge, wird weiter mit Licht gespielt. Allgemein zieht sich das Thema Licht und Schatten durch den ganzen Auftritt. Auch in vielen ihrer Texten geht es rund ums Licht. Bei „Krieger des Lichts“ wird ein Fan auf die Bühne geholt und zum Krieger gemacht. Auch wenn die Band ebenfalls vor noch nicht langer Zeit das Licht der Welt erblickt hat, wissen die Musiker wie sie das Publikum einfangen und in ihren Bann ziehen können. Wenn die Jungs so weiter machen, können sie in der neuen deutschen Härte-Szene sicher einiges auf den Kopf stellen und sich so auch längerfristig etablieren. Auch abseits der Bühne machen die Jungs einen sehr sympathischen Eindruck, denn dann kann man sie fast direkt nach dem Ende ihres Auftrittes in der Menge wiederfinden, wo sie mit allen Fans interagieren.

megaherz

Mit einem „Mega-Herzlichen Willkommen“ begrüßen Megaherz ihre Fans und starten direkt in ihr Set. „Vorhang auf“ ist nicht nur der erste Song des neuen Albums, sondern auch dieses Abends. Es folgt eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, wobei das Album „Komet“ über den Abend verteilt fast komplett gespielt wird. Das Bühnenbild hat Megaherz recht simpel gehalten. Banner und 6 kleine LED-Wände, mehr braucht es nicht um eine gute Show hinzulegen. Die Show insgesamt ist spektakulär unspektakulär. Einen Song nach dem anderen, wenig Pausen und wenig Ansagen. Dafür spricht man lieber mit bildlichen Statements. Zu „Horrorclown“ wird z. B. die Flagge der USA geschwenkt. Später im Set erzählt Sänger Lex, dass sie eigentlich keinen Anti-Rechts-Song mehr schreiben wollten, es aber aktuell einfach nicht ohne geht. Dies führt zu einer kleinen Anti-Rassismus- und Anti-Trump-Ansprache, die danach mit dem Song „Nicht in meinem Namen“ unterstrichen wird. Schon ist das Set auch fast vorbei, aber es geht natürlich nicht, ohne noch einen Klassiker zu spielen. Mit „Miststück“ verabschieden sich die Musiker von der Bühne, aber nur, um nach einer wirklich sehr kurzen Pause wieder auf die Bühne zu kommen und vier weitere Songs zu spielen. Die Zugabe ist von weiteren Klassikern geprägt und so verabschieden sich Megaherz danach schließlich mit „Himmelsstürmer“ final von der Bühne. Ein sehr schöner Abend, bei dem alle Bands mit ihren neuen Werken überzeugt haben und so eventuell auch den einen oder anderen neuen Fan gewonnen haben.

Mit neuem Album auf Megaherz Tour 2018

Seit 25 Jahren halten Megaherz ihr unbändig loderndes Feuer richtig auf Anschlag. Verzerrte Gitarrenriffs sind die Brachialgewalt mit der ihre tiefschürfenden Texte die volle Entfaltung ausleben können. Mit ihrem Mosaik aus Metal, Rock, Gothic und seelennahen Zeilen bleiben Megaherz einzigartig in der deutschen Musikwelt. Im März kommen die NDH-Giganten endlich wieder auf Megaherz Tour 2018 durch Deutschland und lassen sich dabei in neun Städten nieder.

Mit „Komet“ (VÖ: 23. Februar 2018) tauchen die fünf Musiker tiefer in sich ein als je zuvor, kompromisslos und emotional. Massive Neue Deutsche Härte-Riffs und farbenprächtige Synthie-Melodien stürzen sich in einen Strudel aus Schmerz von Verlust und der Unfassbarkeit gesellschaftlichen Wegschauens. Weniger Fantasy, mehr Fragestellungen: „Wer macht den Unterschied?“, heißt es so bildgewaltig in „Heldengrab“. Die Suche nach Verantwortung in Zeiten, die zu oft grau sind. Zum ersten Mal zeigen sich Megaherz politisch mit den Liedern „Horrorclown“ und „Nicht in meinem Namen“. Zwischen all den schwarzen Sternen soll Mut gemacht werden. Damit man seinen Frieden finden kann. Auch wenn es quasi keine Zeit gibt, Vergangenem hinterher zu trauern. Das soll auch „Von oben“ schaffen, mit dem Gitarrist Christian „X-ti“ Bystron Abschied von seinem Vater nimmt. „Komet“ handelt von Ehrlichkeit. Davon, Statements da abzugeben, wo sie wichtig sind. Aufbruch. Und Verantwortung. Sich selbst gegenüber und allen Nachkommenden.

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M’era Luna Festival 2017 – So war der Sonntag

Mittelalter-Fans, Fetish-Freunde, blutrünstige Vampire oder Zombies, Kostümierte, Gothic-Lifestyler – sie alle kommen zum M’era Luna Festival 2017 nach Hildesheim um sich selbst zu inszenieren, aber auch um den Klängen der szene-typischen Bands zu lauschen und dazu zu tanzen. Nachdem der Samstag mit Korn bereits den ganz großen Headliner als musikalisches Highlight präsentiert hat, liefert der zweite Festivaltag zwar nicht mehr die gleiche Dimension mit Blutengel (und vielen weiteren Bands) aber doch noch weitere viel erwartete Höhepunkte. Zum Glück spielt nun auch das Wetter endlich mit. Regen, Wolken und Matsch haben dem schwarzen Festivalvolk bereits Freitag (auf den Camping- und Parkflächen) und Samstag unangenehm mitgespielt, da ist die Freude über sommerliche Temperaturen und Sonne groß. Das Festivalgelände gleicht am Nachmittag aber bereits einem riesigen Schlammfeld, durch das man entweder durchtänzeln oder einfach gnadenlos durchstampfen, muss um nicht stecken zu bleiben.

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M’era Luna Festival 2018 Tickets + Infos:

mera luna 2018 / mera18 / m'era Luna / m'era Luna 2018

versengold

Das musikalische Mittelalter-Genre ist nicht nur auf den typischen Mittelaltermärkten des Landes zu finden, das ist hinlänglich bekannt dank In Extremo, Subway To Sally oder Tanzwut. Aber auch Versengold reihen sich schon seit 2003 mit in die Liste der deutschen Bands ein, die mit vielerlei Gerätschaften neumodischen Sound im alten Gewand zelebrieren. Jeder der Musiker aus Bremen ist Meister an nicht nur einem Instrument, teilweise gleich an bis zu 4, 5 oder 6 Instrumenten. Die Folk-Rocker rund um Sänger Malte Hoyer haben ihr ganz frisches Album „Funkenflug“ im Gepäck und zaubern hier und da ein paar neue Klänge auf die Ohren der M’era Lund 2017-Besucher. Energiegeladen und stimmungsreich zelebriert das Septett ein gelungenes, routiniertes Live-Set und wird vom Publikum dafür abgefeiert.

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megaherz

Nun finden harte Gitarrenriffs und laute Metalsounds Gehör. Die Münchener Vertreter der Neuen Deutschen Härte Megaherz drehen auf der Main Stage richtig auf und fordern den Zuschauern alles ab. Frontmann Alexander „Lex“ Wohnhaas ist energiegeladen und präsentiert mit seinen vier Bandkollegen u. a. Songs vom erfolgreichen und Ära-bereitenden Album „Zombieland“ sowie der EP „Erdwärts“. Die Bandmitglieder, Wohnaas aber allen voraus, zeigen sich nicht nur als Meister an ihren Instrumenten, sondern auch als Künstler von Mimik und Theatralik. Die harten Klänge erinnern vielerorts an Hits von Oomph! oder Rammstein, macht aber nichts. Vor der Bühne brüllt der Fanchor jede Textzeile lauthals mit.

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The Crüxshadows

Die amerikanischen Synth-Rocker gehören zu den Lieblingen der Gothic-Szene, was nicht zuletzt ihrem unverwechselbaren Sound und den fannahen Live-Auftritten zuzuschreiben ist. Die Kombination aus elektrischer Violine, E-Gitarre und Synthesizer mit Rogues charismatischem Gesang sind es, was den charakteristischen Klang der Crüxshadows ausmacht.  Auch nach über 20 Jahren Bandgeschichte geht von ihrer Faszination eigentlich nichts verloren. Ihre Texte nähren sich aus der ägyptischen und griechischen Mythologie. Auf der Main Stage liefern Rogue und seine Bandkollegen eine theatralische, aber dennoch aufrichtige, leidenschaftliche Bühnenshow ab, das ist wahre, schwarze Kunst!

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Neue Deutsche Härte-Band Megaherz auf Herbsttour

Einem hallte noch das letzte Megaherz-Album „Zombieland“ in den Ohren, da hatte die fünfköpfige Band schon die nächste Schandtat ausgeheckt: Megaherz veröffentlichten im Dezember ihre neue 6-Track-EP „Erdwärts“. Ein abwechslungsreicher Mix und toller Appetizer für die anstehende Tour Mitte November und ein wenig Wegzehrung für die Wartezeit aufs neue Album.

Nachdem Megaherz auf Supporttour mit Unheilig waren und zahlreiche Sommerfestivals gespielt hat, sind sie nun quer in der Republik, von Nord nach Süd – von West nach Ost in elf Clubs in Deutschland und Österreich zu sehen. Als Höhepunkt der Tour wird im neuen Jahr das Tourabschluss-Konzert in den heimischen Hallen des Backstage in München sein. Hier wird der Fünfer nochmal alles geben, um die Ära „Zombieland“ und „Erdwärts“ würdig und laut zu verabschieden.

Das neue Album von Megaherz erhaltet ihr bei Amazon:
Audio-CD „Erdwärts oder MP3-Download „Erdwärts“

Amphi Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Samstag

Samstag halb 11 in Köln, Messe Deutz. Man weiß sofort, ohne Lesen einer Karte, in welche Richtung der Tanzbrunnen, das Ziel für heute, liegt. Begrüßt durch die Massen von schwarz gekleideten Menschen bei überhöhter Luftfeuchtigkeit, es nieselt leicht, hängt man sich einfach an den Menschenstrom heran. Vorbei an der Hohenzollern-Brücke und weiter entlang des Rheinufers, lässt sich der Tanzbrunnen schon ausmachen bzw. eher hören. X-RX spielen dort bereits als erste Band des Tages und sind leider auch schon fast fertig, als unsere Bändchen abgeholt und die Sicherheitskontrollen überwunden sind. Schade.

Leider sorgt eine sonderbare Eingangs- & Ausgangspolitik für etwas Unmut bei den Amphi Festival-Besuchern. So muss man, um von der Main-Stage zur Theater-Stage oder Orbit-Stage zu kommen, jedes Mal erst das Gelände wieder verlassen. Man geht durch die Sicherheitskontrollen und dann erst wieder auf das Gelände. Lange Wege und lange Warteschlangen sind die Folge. Ein schnelles Wechseln von Bühne zu Bühne wird so zur Tortur und mancher Festivaller wird eine Band, die er gerne gesehen hätte, verpassen. Warum das so läuft, kann selbst die Security nicht erklären, aber das Ordnungsamt hat hier natürlich das letzte Wort. So stellt man sich eben darauf ein, schließlich sind wir sind hier, damit es gute Musik auf die Ohren gibt.

Hier geht es zum Bericht „Amphi Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Sonntag

Es geht also los für uns mit Angels And Agony aus Holland. Die Theater-Stage ist gut gefüllt – vielleicht auch wegen der überhöhten Luftfeuchtigkeit. Für die Zuschauer gibt es Ohrwurm-Melodien in Form von Future Pop, schließlich ist die vierköpfige Band rund um Sänger Reinier Kahle eine der wichtigsten Vertreter dieses Musikgenres. Ein schöner Einstieg für den ersten Tag beim Amphi Festival 2016.

So war ANGELS AND AGONY live

Direkt im Anschluss geht es auch schon auf der Main-Stage weiter. Dort finden harte Gitarrenriffs und laute Metalsounds Gehör. Die Münchener Vertreter der Neuen Deutschen Härte Megaherz drehen voll auf und holen trotz Regen alles raus. Die Menge rückt dabei einfach unter der Überdachung enger zusammen, aber lässt aber sich nicht davon abhalten bei Stücken wie „Miststück“ voll mit einzusteigen und zu tanzen. Frontmann Alexander „Lex“ Wohnhaas ist energiegeladen und präsentiert mit seinen vier Bandkollegen auch Hits vom aktuellen Album „Zombieland“.

So war MEGAHERZ live

Wem Megaherz schon zu harter Tobak ist, der dreht sich lieber um und sucht schnell das Weite. Es wird nämlich nicht besser. Denn im Anschluss rauschen Stahlzeit – a Tribute to Rammstein auf die Bühne und da wird nicht lange gefackelt. Da kann es regnen wie es will, es folgt eine heiße Pyro-Show mit Feuer, Feuer und noch mehr Feuer.

Als nächster Akt stand danach Ewigheim auf dem Plan. Es ist ein der seltenen Live-Auftritte der Band aus Thüringen. Bemerkenswert ist die Kombination an eher ruhigen und düsteren Texten, mit vorwiegend Gitarren- und Klavier-Sounds. Eine gesunde Alternative zu dem sonst eher elektrolastigen Programm des Tages auf der Theater-Stage.

So war EWIGHEIM live

Pünktlich zum Auftritt von Mono Inc. endet auch der Regen und es lässt auf einen trockenen Abend hoffen. Zu den Klängen von „Arabia“ sucht man dann nur auf einmal Sänger Martin Engler. Dieser flieht kurzerhand von der Bühne und gesellt sich lieber zu den Zuschauern auf die Rollstuhl-Tribüne. Das ist Fannähe. Fehlen darf natürlich auch nicht, das mittlerweile fest zum Programm gehörende Drum-Solo oder besser gesagt Drum Duo. So legen Martin Engler und Katha Mia mit ihren Drums los und beziehen das Publikum voll mit ein. Erst noch etwas holprig, dann aber nimmt es volle Fahrt auf und der Tanzbrunnen rockt. Zu „Voices of Doom“ werden dann auch nochmal alle Kehlen voll beansprucht, schließlich ist nichts schöner als die Stimmen tausender schwarzer Seelen.

So war MONO INC. live

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es auf der Main-Stage weiter mit Tarja Turunen. Neun Jahre nach ihrem Weggang von Nightwish hat sie sich endlich auch als Solokünstlerin etabliert. Mit ihrem eigenwilligen Mix aus aus Symphonic Metal, gepaart mit ihrer facettenreichen starken Sopranstimme, berührt sie direkt die Herzen aller (ehemaligen Nightwish-)Fans. Gewohnt kraftvoll und leidenschaftlich zeigt sich die finnische Sängerin, es ist eine Bühnenshow die nichts zu meckern lässt.

So war TARJA TURUNEN live

Wer dann doch eher den elektronischen Stil bevorzugt, kommt währenddessen auf der Theater-Stage voll auf seine Kosten. Aesthetic Perfection fordern zum Tanz auf. Leider ist dort schon ein Einlassstopp angesagt. Vor der Stage drängt es sich bereits dicht an dicht. Ab der ersten Sekunde lässt Daniel Graves die Luft in Flammen aufgehen. Jeder der will, findet dennoch sein Platz zum Tanzen. Was abgesehen von wenigen Vereinzelten an den Wänden, eigentlich jeder ist. Nicht einmal Elliot Berlin am Keyboard, hält es an seinem Platz. So klettert er während des Auftritts auf sein Instrument – Unterbrechung Fehlanzeige es wird fleißig weiter gespielt! Schlussendlich ist es Daniel Graves aber zu langweilig allein auf der Bühne und so holt er Sven Friedrich dazu, der mit seinem eigenen Projekt Solar Fake auch noch später zu sehen sein wird. Bis zum letzten Ton heißt es bei Aesthetic Perfection: volle Power!

So war AESTHETIC PERFECTION live

Zurück zur Main-Stage. Dort steht der deutsche Allrounder Peter Heppner in den Startlöchern. Der Musiker, Songwriter und Sänger ist bekannt durch seine Arbeit als Synthie-Pop-Duo „Wolfsheim“. Aber er kann auch „alleine sein“. Nach einem anstrengenden Tag, genießen viele Amphi-Besucher sichtlich den ruhigen Musikstil, um etwas im Sonnenuntergang zu entspannen und Kraft zu tanken, was das was am nächsten Tag noch folgt.

So war PETER HEPPNER live

Und was folgt ist der Samstags-Headliner Blutengel. Dark Pop aus der Feder von Chris Pohl ist die letzte Show des Tages auf der Main-Stage. Unter Eintreffen der letzten Sonnenstrahlen am Rheinufer geht die Show los. Gewohnt herzlich, bedankt sich Chris Pohl bei den Anwesenden und leitet mit humorvollen Ansagen zwischen schönen Balladen und alten Klassikern hin und her. Auch technische Probleme der Background-Videos beirren ihn nicht. Natürlich ist hier nicht nur die gesangliche Performance von Chris Pohl und sein weibliches Gegenstück Ulrike Goldmann zu erwähnen, auch die heiße Bühnenshow der restlichen Mitglieder ist gewohnt feurig und (Kunst-)blutig.

So war BLUTENGEL live

So endet der Samstag des Amphi-Festivals 2016 in Köln. Die Feierwütigen müssen sich aber nicht zurück halten. So geht es fast Nahtlos im Anschluss in der Theater-Stage mit der Aftershowparty weiter. Und auch auf der Orbit-Stage – der MS Rheinenergie – auf dem Rhein geht es weiter mit einer Aftershow mit DJ Hannes „Honey“ Malecki von Welle: Erdball, in der mit einem interaktiven Songwriting ein neuer Song entstehen soll. Wir fallen müde vom frühen aufstehen und vielen hin- und hergelaufen nur noch in unsere Unterkunft um euch morgen gestärkt vom zweiten Amphi-Tag zu berichten.

Danke an:
Cynthia Theisinger / Lars Tobias Lorbeer für Bilder und Text

Herzblut Festival 2016: Festival-Auftakt des neuen Jahres ganz in schwarz

Zum zweiten Mal, genauer gesagt am 5. März 2016, öffneten sich pünktlich um 16 Uhr die Tore der Halle 39 in Hildesheim. Es war ein verregneter Samstag, dennoch waren viele Besucher gekommen um die Festival-Saison für 2016 einzuläuten. Das Herzblut Festival ist „sozusagen“ der kleine Ableger vom M’era Luna. Und das war bereits bei der Ankunft nicht zu übersehen. Es waren ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, die Sicherheitsleute waren höflich und zuvorkommend und so konnte man auch die Wartezeit in der Schlange überwinden. Nicht nur für Garderobe, Getränke und das leibliche Wohl wurde gesorgt, neu in diesem Jahr gab es auch Band-Merchandise zu erwerben und über der Tür zur Halle, hatte man immer die Möglichkeit die Timeline im Auge zu behalten um pünktlich vor der Bühne zu sein.

Den Auftakt an diesen Abend machte die Dark Rock/Gothik Band Mystigma. Seit geraumer Zeit, man könnte schon sagen Sie gehören zu den Urgesteinen der Gothikszene, stehen Frontmann Torsten Bäumer, dr Bruder Jörg Bäumer, Stephan Richter und Malte Hagedorn auf der Bühne. 1993 wurde die Band gegründet und hieß in der Vergangenheit noch Tears of Mystigma, bis letztendlich 2005 der Bandname gekürzt wurde. Seit her rocken sie die Bühnen im Gothik-Genre, wie zum Beispiel bei, Wave-Gotik Treffen, kurz WGT, in Leipzig. Die Halle füllte sich jedoch leider erst nach und nach. Doch davon ließen sich die Rocker nicht aufhalten und präsentierten dem Publikum ein 45-minütige Show mit deutschen Texten und einem düsteren, rockigen Sound.

Bildergalerie: So war MYSTIGMA live:

Als zweite Band an diesen Tag trat One | Cinema auf. Eine Band aus Osnabrück die mit ihren Gitarrenriffs und melancholischen Klängen das noch müde Publikum aus ihren Winterschlaf erwecken wollte. Doch so leicht sollte es nicht werden, denn Sound- und Licht-Technik ließen die noch junge Band wahrlich öfter im Dunkeln stehen. Aber Frontmann Marco Meyer, der auch für das Songwriting zuständig ist und seine Band gaben nicht auf und spielten trotz der Komplikationen ein prima Show.

Bildergalerie: So war ONE | CINEMA live:

Weiter ging es mit Ost+Front. Plötzlich war zu bemerken, dass sich die Halle sich unglaublich füllte. Ein harter Sound, brachiales Auftreten und deutsche Texte á la Rammstein… Das Bühnenbild wirkte wie ein Horrorfilm im Blutnebel. Eine Stunde lang präsentierte die Berliner Band dem Publikum satte Action. Überall verteilte sich eine rote Flüssigkeit aus Blutkonserven und es flogen schwarze Luftballons durch den Saal. Der blanke Wahnsinn. Direkt nach dem Auftritt kam die Band in voller Montur zur Autogrammstunde ins Foyer um ihren Fans nochmal ganz nah zu sein.

Bildergalerie: So war OST+FRONT live:

Mit viel Power und Bühnenperformance zeigte sich Unzucht. Eine Band, die seit 2009 im Musikgenre Gothik / Rock unterwegs ist und gefühlt einen großen musikalisch-positiven Sprung nach vorne gemacht hat. Welches bestimmte Merkmal steht für Unzucht? Natürlich das wirbelnde Tuch am dem Mikroständer vom Frontsänger Schulz, das seine wilde Bühnenpräsenz noch mehr hervor hob.

Bildergalerie: So war UNZUCHT live:

Lacrimas Profundere, erst eine zeitlang von der Bildfläche verschwunden und dann aus dem Nichts aufgetaucht, mit einen neuen Stil. Was sich aber sehen lassen konnte. Mit melancholischen Klängen aus dem Dark Rock und Doom Metalgenre verzauberten sie das Publikum des zweiten Herzblut Festivals. Mit viel Ruhe und Gelassenheit präsentierten sie den Fans Songs wie „Dead To Me oder No Matter“.

Bildergalerie: So war LACRIMAS PROFUNDERE live:

Willkommen im Zombiland – klang es kurz vor Mitternacht von der Bühne, als Alexander Wohnhaas die Bühne der Halle 39 mit einen Baseballschläger betrat und die neuen Songs von Megaherz-Album „Zombiland“ dem schon atemlosen Publikum präsentierte. Wer bis dato durch halten konnte wurde von Megaherz, dem Headliner des Abends nicht enttäuscht. Das war laut. Zombiapokalypse pur!

Bildergalerie: So war MEGAHERZ live: