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N-JOY Plaza Festival 2026: Bass, Dancehall und Hit-Feuerwerk in Hannover

Das als N-JOY Plaza Festival 2026 benannte Open-Air hatte am Samstag, den 30. Mai wieder genau das eingelöst, wofür es auf dem Gelände der Expo-Plaza in Hannover seit Jahren steht: ein großer Pop-Tag mit Festivalgefühl, kurzer Taktung und erstaunlich hoher Hit-Dichte. Wo am Vortag beim NDR 2 Plaza Festival eher große Radio-Klassiker regierten, war das N-JOY Plaza Festival traditionell der jüngere, clubbigere, schweißtreibendere Zwilling: mehr Beats, mehr Bass, mehr „Handy hoch, Story an“. 

Die Expo-Plaza war dafür erneut ein idealer Ort: groß genug für internationale Stars und knapp 20.000 Besucher, offen genug für Sommerabend-Euphorie und praktisch genug, um aus einem einzelnen Konzerttag ein kleines Pop-Volksfest zu machen. Auffällig war dabei, wie viele sehr junge Mädchen mit ihren Familien, Freundinnen und glitzernder Fan-Energie unterwegs waren – viele von ihnen vor allem wegen Zah1de, die nicht nur auf der Bühne, sondern längst auch in den Feeds und Playlists dieser Generation angekommen war. Das Besondere an diesem Format war, dass es nicht auf Entdeckung um jeden Preis setzte, sondern auf den sicheren Reiz eines gut gebauten Festival-Mixes: Newcomerinnen, Social-Media-Hype, deutsche Reggae-Historie, Dance-DJ-Routine und US-Hitmaschinen in einer einzigen Dramaturgie. Das N-JOY Plaza Festival war ein sauber gezündeter Pop-Airbag: Man wusste, dass es knallen würde, und es knallte.

Alle Farben

Alle Farben eröffnete auch 2026 als Resident-DJ das Event – und langsam durfte man fragen, ob Frans Zimmer, wie der Berliner Produzent bürgerlich heißt, auf der Expo-Plaza nicht längst eine eigene Bude hatte. Der Mann war gefühlt mittlerweile jedes Jahr hier, aber genau das war der Punkt: Alle Farben weiß, wie man aus ankommenden Besuchern in wenigen Minuten ein tanzendes Publikum macht.

Musikalisch stand Alle Farben für melodischen House, Pop-Dance und diese deutsche Sommerhit-Schule, die nie so tut, als müsste elektronische Musik grundsätzlich im Keller wohnen. Mit Tracks wie „She Moves“, „Supergirl“, „Please Tell Rosie“, „Bad Ideas“, „Little Hollywood“ und „Fading“ hatte er längst bewiesen, dass er Refrains genauso gut lesen konnte wie Dancefloors. „Please Tell Rosie“ erreichte in Deutschland Platz 3 der Singlecharts, während „Supergirl“ und „She Moves“ seine Stellung im Mainstream-Dance weiter festigten. Seine Show war besonders, weil sie nicht wie ein Vorprogramm wirkte, sondern wie der offizielle Startschuss. Alle Farben kam, sah und synchronisierte Hannover auf 124 BPM.

Tiffany Aris

Tiffany Aris folgte mit jener Mischung aus emotionalem Pop, Songwriter-Sensibilität und internationalem Sound, die sie zu einer der spannendsten neuen Stimmen aus Deutschland macht. Die Hamburger Künstlerin, die seit dem Start ihrer Solokarriere 2022 über 20 Millionen Streams gesammelt hat, brachte Themen wie Herzschmerz, Selbstzweifel und mentale Stärke nicht als Tagebuch-Drama, sondern als moderne Pop-Miniaturen auf die Bühne. Zu ihren Songs gehörten unter anderem „Love On The Line“, „Hero“, „Something I Can’t Have“, „Breathe“ und „Lovers“, also Material, das zwischen verletzlicher Stimme und glatten, radiotauglichen Produktionen pendelte. Als Songwriterin hatte sie außerdem bereits mit Namen wie Ofenbach, Tokio Hotel, Alle Farben und Kelvin Jones gearbeitet – man merkte also: Hier stand keine Casting-Eintagsfliege, sondern jemand mit Handwerk im Rücken.

Die Musikerin füllte den großen Platz nicht mit künstlicher Pose, sondern mit Nähe. Gerade in einem Line-up voller Party-Schwergewichte war Tiffany Aris der Beweis, dass ein Festival auch dann stark sein kann, wenn es nicht sofort die Pyro-Kanone aus Backstage rollt.

Gentlemen

Gentleman war an diesem Nachmittag der große Reggae-Ruhepol – wobei Ruhepol nicht hieß, dass es leise wurde. Tilmann Otto, geboren in Osnabrück und musikalisch eng mit Köln und Jamaika verbunden, gilt seit Jahrzehnten als einer der erfolgreichsten deutschen Reggae-Künstler. Seine Musik lebt von Roots-Reggae, Dancehall, spiritueller Wärme und einer Stimme, die auch große Flächen nicht anschreien muss, um sie zu erreichen. Songs wie „Dem Gone“, „Superior“, „Intoxication“, „Send a Prayer“ und „Runaway“ gehören längst zum Kanon einer deutschen Reggae-Generation; sein Album „Confidence“ erreichte 2004 Platz 1 der deutschen Albumcharts. Beim N-JOY Plaza Festival war Gentleman besonders stark, weil er dem Tag eine Tiefe gab, ohne ihn dabei auszubremsen. Zwischen den anderen Künstlern wirkte seine Show wie ein Sonnenuntergang mit Bassfundament. Er war nicht der lauteste Act des Tages, aber einer der souveränsten: ein Künstler, der nicht beweisen musste, dass er die Bühne beherrscht, weil er es längst getan hatte.

Zah1de

Zah1de brachte danach eine ganz andere Energie auf die Bühne: jung, schnell, digital geboren und mit einer Fanbase, die ihre Hooks oft kannte, bevor klassische Radiohörer überhaupt wussten, wie man den Namen schreibt. Die Berlinerin Zahide Kayaci wurde durch TikTok- und Dance-Content bekannt, gehört zur Lunatix Dance Base und hatte 2024 mit 14 Jahren ihre erste Single „TikTok Sportlich“ veröffentlicht.

Mit „Mona Lisa Motion“ schaffte sie den großen Social-Media-zu-Chart-Moment; laut NDR Ticketshop katapultierte sich der Song direkt in die Top 10 der Singlecharts, während Zah1de mit Millionenpublikum auf TikTok und starken Streamingzahlen zu den auffälligsten jungen deutschen Pop-Rap-Phänomenen zählte. Musikalisch war ihre Show kein klassischer Rapauftritt, sondern eine hochgetaktete Mischung aus Berliner Straßenflavour, Dance-Choreografie, Pop-Rap und Creator-Kultur. Zur Show gehörte deshalb nicht nur Zah1de selbst, sondern auch der starke visuelle Anteil ihrer Lunatix-Dance-Welt, die den Auftritt eher wie ein vertikales Handyvideo in Stadiongröße wirken ließ. Besonders sehenswert war das, weil hier eine neue Generation nicht um Erlaubnis bat, auf einer großen Open-Air-Bühne zu stehen. Sie war einfach da – und tanzte allen Algorithmus-Skeptikern einmal quer über die Meinung.

Sean Paul

Sean Paul übernahm danach und machte sehr schnell klar, warum er seit über zwei Jahrzehnten als Jamaikas größter Pop-Dancehall-Export gilt. Der in Kingston geborene Sean Paul Henriques hat mit Hits wie „Gimme The Light“, „Get Busy“, „Temperature“, „No Lie“ und „We Be Burnin’“ Dancehall weltweit in Clubs, Charts und Fitnesskurse gebracht. Sein Album „Dutty Rock“ gewann den Grammy für das beste Reggae-Album und machte ihn endgültig zum internationalen Schwergewicht; später wurde er auch als Feature-Waffe für Popstars wie Beyoncé, Sia, Dua Lipa, Clean Bandit und Little Mix gebucht.

Live in Hannover war Sean Paul kein Mann für lange Erklärungen, sondern für sofortige Körperreaktionen: ein Shout, ein Riddim, ein Refrain – und plötzlich bewegte sich die Expo-Plaza, als hätte jemand den Asphalt auf Dancehall gestellt. Sean Paul hat an diesem Abend nicht nur Songs gespielt, er hatte die Temperatur geregelt – und zwar eindeutig nach oben.

Flo Rida

Flo Rida setzte zum Schluss den Deckel auf diesen langen Pop- und Party-Tag, und zwar mit der subtilen Zurückhaltung eines Konfettiblasters auf Energy-Drink. Der US-Rapper Tramar Lacel Dillard, dessen Künstlername aus Florida und „Flow Rider“ gebaut ist, hatte 2008 mit seinem Debütalbum „Mail on Sunday“ und der Single „Low“ feat. T-Pain den internationalen Durchbruch geschafft. Sein Katalog war pures 2000er- und 2010er-Clubbenzin: „Low“, „Right Round“, „Club Can’t Handle Me“, „Good Feeling“, „Wild Ones“, „Whistle“, „I Cry“, „G.D.F.R.“ und „My House“ waren keine Songs, die höflich um Aufmerksamkeit baten – sie nahmen sie sich.

Dass er 2021 gemeinsam mit Senhit für San Marino beim Eurovision Song Contest auftrat, passte rückblickend perfekt zu ihm: Flo Rida war immer dann am besten, wenn Pop maximal groß gedacht wurde. Hier gab es keine Distanz zwischen Bühne und Publikum. Das war weniger Konzert als kollektives Ausrasten mit Refrain-Garantie – und als „My House“ über die Expo-Plaza rollte, fühlte sich Hannover für ein paar Minuten tatsächlich wie sein sehr großes, sehr lautes Wohnzimmer an.

So clever kann ein eintägiges Popfestival sein: Alle Farben brachte die verlässliche Festival-Zündung, Tiffany Aris brachte Gefühl, Gentleman die Reggae-Würde, Zah1de die Social-Media-Gegenwart, Sean Paul die Dancehall-Welthits und Flo Rida den finalen Abriss. Das war kein Abend für Puristen, sondern für Menschen, die wissen, dass Pop dann am besten funktioniert, wenn niemand sich dafür entschuldigt, Spaß zu haben.

NDR 2 Plaza Festival 2026: Popgeschichte, Cowboyhüte und Gänsehaut auf der Expo-Plaza

Das NDR 2 Plaza Festival 2026 hat am Freitag, den 29. Mai, wieder genau das geliefert, wofür es seit Jahren steht: ein kompaktes, eintägiges Open-Air-Paket mit großen Namen, breitem Pop-Appeal und der besonderen Hannover-Mischung aus guter Laune, Feierabend-Euphorie und „Den Song kenne ich doch!“-Momenten. Die Expo-Plaza war über weite Strecken des Tages erneut zur großen Pop-Arena unter freiem, sommerlich schönem Himmel geworden. Der Einlass für knapp 15.000 Besucher begann am frühen Nachmittag bei warmen Temperaturen, die eher nach perfektem Open-Air-Tag als nach Wetter-App-Nervenkitzel aussahen: fünf Acts, ein Tag, keine unnötige Festival-Rallye zwischen zig Bühnen, sondern konzentrierte Hit-Dichte auf einer großen Fläche.

Das NDR 2 Plaza Festival lebte weniger vom „Ich habe die obskurste Indieband entdeckt“-Ehrgeiz, sondern vom kollektiven Wiedererkennen: Refrains, die im Autoradio groß geworden waren, Balladen, die Generationen überlebt hatten, und Acts, die wussten, wie man auch eine riesige Open-Air-Fläche direkt ans Mischpult zieht. Genau darin lag die Stärke dieses Abends: Er war massentauglich, ohne beliebig zu werden, nostalgisch, ohne muffig zu riechen, und international besetzt, ohne den deutschen Pop- und Rock-Mittelpunkt zu verlieren. Rund um die Expo-Plaza entstand so zunächst ein Festivalgefühl, das weniger nach Campingkocher und Gummistiefel klang, sondern eher nach Großstadt-Open-Air mit sehr ordentlicher Playlist. Dass sich später ein Gewitter ankündigte und der schöne Sommertag noch eine dramatische Wendung nehmen würde, ahnte man lange nur am Horizont – bis aus Festivalroutine plötzlich Wettermanagement wurde.

ClockClock

ClockClock starteten den ersten Festivaltag danach mit dem eindeutigen Beweis, dass sie zu den spannendsten deutschen Pop-Acts der letzten Jahre gezählt werden. Hinter dem Projekt stehen Sänger Bojan „Boki“ Kalajdzic sowie die Produzenten Mark Vonsin und Fabian „Feezy“ Fieser, die live gemeinsam einen Sound zwischen Elektropop, emotionalem Songwriting und großer Radio-Geste formten. Ihre Musik funktionierte auf der Plaza deshalb so gut, weil sie die Melancholie nicht im Studio einsperrte, sondern mit Beats, Druck und Licht auf Festivalgröße zog. Hits wie „Sorry“, „Someone Else“, „Over“ und „Love U Again“ hatten bereits gezeigt, wie treffsicher ClockClock Refrains bauen konnten; mehrere Singles erreichten Spitzenpositionen in den deutschen Airplaycharts.

Blue

Blue gingen als zweite Band an den Start und mit genau jener Mischung aus R&B-Pop, Vier-Mann-Harmonien und 2000er-Nostalgie, die man nicht unterschätzen sollte: Erst lächelt man milde, dann singt man doch „All Rise“ mit. Zur Band gehören weiterhin Lee Ryan, Antony Costa, Duncan James und Simon Webbe, also jene Besetzung, mit der Blue Anfang der 2000er zu einem der erfolgreichsten britischen Boyband-Exporte wurden. Musikalisch lebte ihr Set von sauber gesetzten Hooks, souligen Stimmen und Songs, die zwischen Popradio, Teeniezimmer und Retro-Party erstaunlich gut gealtert waren. Neben „All Rise“ fehlten natürlich auch „One Love“, „Sorry Seems to Be the Hardest Word“ und „If You Come Back“ nicht. Dass Blue 2011 auch für Großbritannien beim Eurovision Song Contest antraten, passte im Rückblick gut zu diesem Auftritt: Diese Band wusste, wie man große Bühnen mit einem Lächeln nimmt. Blue spielten ihre Vergangenheit mit Charme aus, klangen erstaunlich präsent und lieferten den perfekten Einstieg in den weiterführenden Abend, der Popgeschichte nicht museal ausstellte, sondern zum Mitsingen freigab.

The BossHoss

The BossHoss brachten anschließend die Staubwolke auf die Expo-Plaza – jedenfalls sinnbildlich, denn so viel Country-Rock-Attitüde bekommt man in Hannover sonst höchstens, wenn jemand mit Westernhut zum Maschseefest kommt. Gegründet wurde die Berliner Band 2004; im Zentrum stehen Alec „Boss Burns“ Völkel und Sascha „Hoss Power“ Vollmer, flankiert von ihrer eingespielten Band mit Country-, Rock-, Rhythmus- und Bläserelementen. Musikalisch lebte ihr Liveset von der bewährten BossHoss-Rezeptur: Country, Rock, Rockabilly, Pop und eine Bühnenpräsenz, die immer so tat, als sei Zurückhaltung ein Verstoß gegen die Hausordnung.

Angefangen hatten BossHoss einst mit Country-Versionen bekannter Pop-, Rock- und Hip-Hop-Songs; später kamen eigene Hits wie „Don’t Gimme That“, „Little Help“ und ihre Version von „Jolene“ dazu. Beim NDR 2 Plaza Festival passten sie perfekt in die Mitte des Tages, sie waren aber schon einmal hier vor einigen Jahren – weil sie die Menge aus dem Pop-Komfort rissen und in ein sehr lautes „Yeehaw“ verwandelten. Wo andere Acts Gefühle polierten, warfen The BossHoss die Boxen an, drehten den Verstärker hoch und machten aus der Expo-Plaza für einen Moment eine Westernkneipe mit sehr guter Stromversorgung.

Roxette

Roxette spielten eine Show, die von Beginn an mehr war als bloß ein nostalgischer Hitblock. Das schwedische Pop-Rock-Projekt wurde ursprünglich von Per Gessle und Marie Fredriksson geprägt; nach Fredrikssons Tod 2019 kehrte Gessle mit der schwedischen Sängerin Lena Philipsson und der Roxette-Band auf die Bühne zurück. Diese neue Konstellation war heikel, weil Marie Fredrikssons Stimme für viele Fans untrennbar mit Roxette verbunden blieb. Offiziell hatte Roxette 2025 mit Per Gessle, Lena Philipsson und Band den Live-Katalog zurück auf die Bühne gebracht; die Resonanz auf zahlreiche internationale Konzerte wurde als überwältigend beschrieben.

Auch in Hannover imitierte Philipsson nicht, sondern interpretierte mit Respekt. Musikalisch war Roxette immer die Kunst, große Melodien so klingen zu lassen, als wären sie gerade eben vom Himmel gefallen: „The Look“, „Listen to Your Heart“, „It Must Have Been Love“, „Joyride“ und „Dangerous“ sind Paradebeispiele für Pophandwerk mit Weltformat. In Hannover bekamen diese Songs noch eine zusätzliche Spannung, denn während Roxette ihre großen Refrains über die Expo-Plaza schickten, wurde bereits bekannt, dass ein Gewitter aufzog und starker Regen nahte. Dadurch lag über der Show plötzlich dieser besondere Open-Air-Kitzel: vorne Pop-Euphorie, hinten Wetterwarnung, dazwischen ein Publikum, das noch einmal sang, als wolle es den Himmel übertönen. Roxette schafften das Kunststück, Erinnerung und Gegenwart nicht gegeneinander auszuspielen – und lieferten einen Auftritt, der im Rückblick auch deshalb hängen blieb, weil er kurz vor dem Wetterumschwung noch einmal den ganzen Glanz dieses Festivaltages bündelte.

Peter Maffay

Peter Maffay war der emotionale Schwergewichtsmoment des Festivals – und zugleich jener Auftritt, der am deutlichsten zeigte, dass Open Air eben Open Air bleibt, selbst wenn auf der Bühne jahrzehntelange Erfahrung steht. Der in Rumänien geborene Sänger, Gitarrist, Komponist und Produzent gehört seit den 1970er-Jahren zu den prägenden Figuren der deutschsprachigen Rockmusik. Seine Karriere umfasst über 50 Jahre, mehr als 50 veröffentlichte Alben und zahlreiche Nummer-eins-Erfolge; „Du“, „Und es war Sommer“, „Über sieben Brücken musst du gehn“, „So bist du“ und „Nessaja“ gehörten längst zum kollektiven deutschen Songgedächtnis.

Eigentlich hätte Maffay an diesem Abend früher für genau jenen generationenverbindenden Moment sorgen sollen. Doch das nahende Gewitter machte dem Zeitplan zunächst einen Strich durch die Rechnung: Das Expo-Plaza-Gelände wurde evakuiert, die Besucherinnen und Besucher wurden in die ZAG Arena gebracht, einige suchten Schutz in der Lobby des Radisson Blu. Aus Festivalstimmung wurde kurzzeitig Ausnahmezustand mit Regenradar, nassen Wegen und der Frage, ob dieser Auftritt überhaupt noch stattfinden würde. Erst kurz nach 21.30 Uhr konnte Peter Maffay schließlich auf die Bühne gehen – und das bei Regen, aber mit genau jener Ruhe, die man sich nicht kaufen, sondern nur über Jahrzehnte erspielen kann.

Dass Maffay nach dem Abschied von ausgedehnten Arenatourneen nur noch ausgewählte Shows spielt, machte seinen Auftritt beim NDR 2 Plaza Festival ohnehin besonders wertvoll. Veranstalter Hannover Concerts hatte den Auftritt als Teil seiner „Love Places“-Reihe an besonderen Herzensorten angekündigt – und nach der Evakuierung fühlte sich dieser Slot noch einmal bewusster, fast trotzig an: keine Routine, sondern ein Moment, der sich den Umständen entgegenstellte. Maffay und Band setzten nicht auf grelle Effekthascherei, sondern auf Songs, die ohnehin groß genug waren, um auch Regen, Verzögerung und angespannte Wetterlage zu tragen. Dieses Konzert brachte Generationen zusammen: Eltern, die Maffay auf Vinyl kannten, Kinder, die „Tabaluga“ im Ohr hatten, und Festivalgäste, die spätestens beim ersten großen Refrain merkten, dass deutscher Rock auch ohne Pose monumental sein kann. Gerade weil dieser Auftritt nicht glatt durchlief, sondern sich seinen Weg durch Gewitterpause und Regen bahnen musste, wurde er zu einem der erinnerungswürdigsten Momente des Abends.

N-Joy Starshow 2025: Electro trifft Emotionen bei Festivalfeeling pur

Die N-JOY Starshow 2025 auf der Expo Plaza in Hannover war auch am zweiten Tag in Hannover der Beweis, dass gute Musik und Festivalstimmung selbst den teils dunklen Wolkenhimmel locker wegtanzen können – 14.000 Fans feierten ausgelassen, als ob die Sonne über ihnen strahlte und würdigten damit einmal ausgiebig das 25. Festivaljubiläum. Immerhin blieb es trocken und die Temperaturen waren angenehm.

Alle Farben legte als alter Plaza-Hase wieder einmal einen Set hin, der jeden Beat in tanzbare Moves verwandelte. Esther Graf und Sophia, die Newcomerinnen des Tages, zeigten mit frischem Pop-Sound und starker Bühnenpräsenz, dass sie nicht nur auf Spotify, sondern auch live abliefern können. Badmomzjay brachte mit ihrem Mix aus frechen Lines und feministischer Power den Platz zum Beben und bewies, dass Rap auch auf dem Mainstream-Festival funktioniert. Ayliva hingegen setzte auf große Gefühle und gefühlvolle Balladen – bei „Was mir gefällt“ sangen 14.000 Kehlen lautstark mit. Gänsehaut. Dann kam der große Knall: The Chainsmokers, Headliner des Abends, zündeten eine fette EDM-Party, bei der kein Shirt trocken blieb. Es war ein Abend voller Kontraste: Pop, Rap, EDM und große Emotionen – ein Festival, das zeigt, wie bunt Musik sein kann.

Alle Farben

Alle Farben hat bei der N-JOY Starshow 2025 einmal mehr gezeigt, warum er der perfekte Mann fürs Opening ist: Mit seinen treibenden Beats und der bunten Mixtur aus House, Pop und Electro katapultierte er das Publikum direkt in Festival-Laune. Die Expo Plaza wurde kurzerhand zum Dancefloor, als „Please Tell Rosie“ und „Fading“ durch die Boxen wummerten und 14.000 Fans schon am Nachmittag tanzten, als gäbe es kein Morgen. Alle Farben strahlte dabei wie die Sonne, die sich an diesem Tag zwar rar machte, aber in den Herzen der Crowd längst angekommen war. Zwischen den Songs plauderte er locker ins Mikro, als würde er die Fans persönlich begrüßen – und genau das macht seinen Charme aus. Wer den Start von Alle Farben verpasst hat, hat den besten Wake-up-Call des Festivals verpennt.

Esther Graf

Esther Graf hat am frühen Nachmittag gleich ihren Superzündi angeworfen und gezeigt, dass frischer Pop aus Österreich mächtig Spaß machen kann. Mit Songs wie „Bist du okay?“ und „Geldautomat“ mischte sie charmant Selbstironie, Pop-Punk-Vibes und ein Augenzwinkern – und die Crowd feierte’s, als hätte man gerade die Sonne bestellt. Esther performte mit einer Coolness, die zwischen Bühne und Publikum keine Distanz ließ, sondern einfach alle mitnahm. Zwischen den Songs gab’s kurze, ehrliche Ansagen, ein Lachen, das ansteckte, und das Gefühl: Hier steht jemand, der Bock hat. Wer vorher noch müde war, war jetzt wach – danke, Esther!

Sophia

Sophia hat zeigte eindrucksvoll, dass Pop aus Deutschland nicht nur nett klingt, sondern auch richtig knallen kann. Mit ihrer Stimme, die irgendwo zwischen Leichtigkeit und Power pendelt, und Tracks wie „Niemals allein“ und „Schritt für Schritt“ brachte sie die Crowd in Bewegung. Sophia wirkte auf der Bühne gleichzeitig cool, nahbar und einfach mega sympathisch, als würde sie mit 14.000 Freunden feiern. Zwischen den Songs gab’s kleine Anekdoten und viel gute Laune – ganz ohne Star-Allüren, dafür mit viel Authentizität. Fazit: Sophia ist gekommen, um zu bleiben – und die Fans haben das definitiv gespürt.

Badmómzjay

Badmómzjay hat bei der N-JOY Starshow 2025 auf der Expo Plaza in Hannover nicht nur abgeliefert – sie hat den Platz komplett auseinander genommen. Mit ihren harten Beats, selbstbewussten Texten und der Attitude einer Rap-Queen hat sie gezeigt, dass die Crowd springen kann. „Sterne unterm Dach“ und „Tu nicht so“ wurden zu lautstarken Mitsing-Hymnen, die auch die letzten Pullover durchgeschwitzt haben. Zwischen den Songs ließ sie keinen Zweifel daran, wer hier den Ton angibt – empowernd, direkt, ungeschönt. Badmómzjay? Eindeutig der Energy-Kick des Abends – und das Publikum hat’s gefeiert.

Ayliva

Die überaus sympathische Ayliva hat bei der N-JOY Starshow 2025 als einer der beiden Headliner bewiesen, dass große Gefühle auch auf großen Bühnen funktionieren – und das bei jedem Wetter. Mit ihrer warmen Stimme, ehrlichen Texten und Songs wie „Was mir gefällt“ oder „Sie weiß“ holte sie die 14.000 Fans ab und ließ den Platz in ein Meer aus Handylampen tauchen. Ayliva wirkte dabei zugleich stark und verletzlich, präsent und nahbar – eine Künstlerin, die nicht nur singt, sondern spürbar etwas zu sagen hat. Ihre Performance war mehr als nur ein Konzert: Es war ein emotionaler Safe Space für alle, die mit ihr gelacht, geweint und gefeiert haben. Ayliva? Definitiv ein Highlight der Show – und ein Star, der längst über Spotify hinausgewachsen ist.

Leier mussten wir auf Grund vertraglicher Vorgaben unsere Fotos nach 3 Monaten aus dem Artikel entfernen.

The Chainsmokers

The Chainsmokers haben bei bester Abendstimmung den ultimativen Partyknopf gedrückt und die Expo Plaza in eine pulsierende Dancefloor-Oase verwandelt. Mit Tracks wie „Closer“ und „Something Just Like This“ rissen sie die Besucher regelrecht mit und katapultierten sie direkt in den Festivalhimmel. Die Bässe wummerten, die Beats rollten, und der Platz vibrierte – egal ob TikTok-Girls oder alte Hasen, alle hüpften synchron. Andrew Taggart stand dabei immer wieder am Mic, während Alex Pall an den Reglern zauberte, und zusammen feierten sie, als wäre es der letzte Abend auf Erden. The Chainsmokers haben Hannover gezeigt, was ein fettes Finale ist.

Große Gefühle und große Stimmen: Musik-Feuerwerk beim NDR 2 Plaza Festival 2025

Das NDR 2 Plaza Festival 2025 auf der Expo-Plaza in Hannover war ein echtes Festivalhighlight, nicht nur weil die 25. Jubiläumsausgabe anstand, sondern auch, weil selbst das eher frühlings- statt sommerliche Wetter nicht verhindern konnte, dass 23.000 Musikfans eine fette Party feierten. Auch in diesem Jahr wurde die Plaza erneut in Kooperation mit Hannover Concerts und dem Radiosender NDR 2 bespielt, dieses Mal allerdings nicht am traditionellen, letzten Maiwochenende, sondern dieses Mal am ersten Freitag im Juni, dem 6.6.2025. 

Sophie Grey brachte mit ihrer souligen Stimme die ersten Sonnenstrahlen in die Herzen des Publikums, bevor Alice Merton die ersten Mitsing-Momente des Nachmittags einläutete. Michael Schulte legte mit seiner gefühlvollen Stimme und einem charmanten Lächeln noch eine Schippe drauf – Gänsehaut war garantiert. Bosse, immer für eine Prise Euphorie gut, drehte die Regler auf Sommerfeeling und Samu Haber, der finnische Sunnyboy, flirtete mit dem Publikum, als gäbe es kein Morgen. Zu guter letzt kam er: Sting – lebende Legende, musikalisches Chamäleon, einfach Boss. Der „Englishman in New York“ zog alle in seinen Bann, als wären die Songs frisch von gestern. Wettertechnisch durchwachsen, musikalisch aber ein goldener Festivalabend, der wieder einmal bewiesen hat, dass gute Musik jede graue Wolke vertreibt.

Sophie Grey

Sophie Grey eröffnete das NDR 2 Plaza Festival 2025 mit einer Show, die trotz Nieselregen direkt ins Herz ging – soulige Vocals, ein Hauch von Pop und ein Groove, der das Publikum schon früh auf Temperatur brachte. Ihr Mix aus ehrlichen Texten und smoothen Beats war wie der erste gute Kaffee des Tages: frisch, wachmachend und genau richtig, um loszulegen. Mit Songs wie „Into the Light“ und „Better Than Before“ zeigte Sophie, dass sie nicht nur als Support-Act glänzen kann, sondern längst bereit ist, größere Bühnen zu erobern. Trotz der frühen Uhrzeit wirkte sie so souverän und charmant, als hätte sie den Spot auf der Expo-Plaza schon seit Jahren gebucht. Ein Opening, das Bock auf mehr macht – Sophie Grey, keep going!

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Sophie Grey beim NDR 2 Plaza Festival 2025 zu fotografieren. 

Alice Merton

Alice Merton hat am frühen Nachmittag den ersten richtigen „Jetzt geht’s los!“-Moment gezündet. Mit „No Roots“ riss sie die Crowd aus dem Regendämmer und ließ die ersten tausend Kehlen mitsingen, als wäre es das große Finale. Ihr Sound aus treibenden Beats, Indie-Pop-Charme und dieser unverwechselbaren Stimme passt einfach perfekt für große Bühnen, auch wenn die Sonne sich versteckt hat. Alice hat das Publikum locker um den Finger gewickelt und gezeigt, dass sie nicht nur Radioplays liefern, sondern auch live richtig abliefern kann. Wer zu spät kam, hat was verpasst – aber der Rest wusste spätestens jetzt: Das wird ein verdammt guter Festivaltag.

Michael Schulte

Michael Schulte bewies einmal mehr, dass Singer-Songwriter-Pop auch auf großer Bühne richtig gut funktioniert – mit seiner sanften Stimme, der roten Mähne und einer Setlist voller Herzschmerz-Hymnen. Spätestens bei „You Let Me Walk Alone“ und „Back to the Start“ sangen 18.000 Seelen im Regen mit, als wäre’s ein kollektives Festival-Karaoke. Schulte wirkte dabei so authentisch und nahbar, dass man glatt vergessen konnte, dass er längst ein Star ist – einer, der trotz Erfolg immer noch wie der sympathische Junge von nebenan wirkt. Zwischen den Songs gab’s kleine Geschichten, lockere Sprüche und das Gefühl: Hey, Musik ist was Verbindendes, egal ob Nieselregen oder nicht. Michael Schulte hat das Plaza Festival nicht gerockt – er hat es gefühlt.

Bosse

Bosse zeigte gut gelaunt wie man ihn kennt, dass Musik die beste Medizin gegen Regenwetter ist – mit seinen tanzbaren Beats, lebensnahen Texten und dieser unverwechselbaren Energie, die einfach nur ansteckt. Songs wie „Schönste Zeit“ oder „Frankfurt/Oder“ wurden zur kollektiven Umarmung für alle Fans, die auch im Nieselregen barfuß tanzen wollten. Bosse sprang, wirbelte und grinste über die Bühne, als gäbe es keinen Morgen, und ließ keinen Zweifel daran, dass Live-Musik einfach sein Element ist. Mit Anekdoten aus dem Tourleben, kleinen Witzen und viel Herz hat er den Abend zu einem echten Highlight gemacht. Bosse? Einfach ein Typ, der weiß, wie man ein Festival anfeuert – und das Publikum hat’s geliebt.

Samu Haber

Samu Haber eroberte am Abend mit seinem unwiderstehlichen Charme und einer geballten Ladung Nostalgie die Herzen des Publikums im Sturm. Als der ehemalige Sunrise Avenue-Frontmann „Hollywood Hills“ anstimmte, war die Expo Plaza ein einziges, lautstarkes Chor-Massiv – Gänsehaut inklusive. Samu flirtete mit den Fans, scherzte über den Regen und bewies, dass er als Solo-Künstler genauso viel Bühnenpräsenz hat wie früher mit Band. Mit seiner Mischung aus Rock-Pop-Klassikern, neuen Songs und einer ordentlichen Portion „Finnischer Lässigkeit“ hatte er die Menge voll auf seiner Seite. Fazit: Samu Haber weiß, wie man Festivalherzen erobert – und selbst der Regen schien kurz Pause zu machen, um mitzutanzen.

Sting

Sting hat im Rahmen seiner „Sting 3.0“-Tour zusammen mit dem virtuosen Gitarristen und langjährigen Mitarbeiter Dominic Miller und dem dynamischen Schlagzeuger Chris Maas (Mumford & Sons, Maggie Rogers) beim NDR 2 Plaza Festival 2025 als Headliner die Expo Plaza in einen musikalischen Ausnahmezustand versetzt – und gezeigt, dass Legendenstatus nicht umsonst kommt. Mit Klassikern wie „Englishman in New York“ und „Fields of Gold“ ließ er 18.000 Fans kollektiv träumen, tanzen und mitsingen, als gäbe es keinen Morgen. Seine Stimme? Immer noch samtig, stark und so unverwechselbar wie ein Glas Single Malt nach Mitternacht. Sting war lässig, souverän und zugleich so charmant, dass selbst der Regen irgendwann leise mitwippte. Ein Auftritt, der bewiesen hat: Manche Songs altern einfach nicht – und Sting schon gar nicht.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Sting beim NDR 2 Plaza Festival 2025 zu fotografieren. 

Hannover feiert zu Rock bis Pop: NDR 2 Plaza Festival 2024

Wie eigentlich jedes Jahr außer in 2023, startet das beliebte NDR 2 Plaza Festival 2024 nun wieder ganz traditionell am letzten Maiwochenende in seine neue Runde. Trotzdem mit einer Neuerung, denn dieses Mal haben die beiden Ein-Tages-Festivals NDR 2 Plaza und N-Joy Starshow die Plätze getauscht. Statt freitags geht es nun für das Open Air am Samstag los. Am Tag zuvor hat die N-Joy Starshow bereits knapp 18.000 Besucher begeistern können, das Plaza Festival legt nun genauso erfolgreich nach. 

Die Expo-Plaza in Hannover wird erneut in Kooperation mit Hannover Concerts und den Radiosendern NDR 2 und N-Joy Radio bespielt. Bei Sonne-Wolken und angenehmen Temperaturen präsentiert sich das zweite Festival in dieser Reihe als ebensolcher Magnet für Musikfans, die sich alle auf tolle Livemusik freuen. Das Highlight des NDR 2 Plaza Festivals ist natürlich das Line-up aus nationalen und internationalen Stars. Insgesamt fünf Top-Acts stehen auf der Expo Plaza-Bühne – darunter DJ Alle Farben, der zum zweiten Mal dieses Wochenende dabei ist – es folgen die deutschen Elektro-Popper von ClockClock – danach Sänger, Rapper, Songwriter und Produzent Clueso, der britische Sänger und Frauenschwarm James Arthur sowie auf der Position des Tages-Headliners: die kanadische Rocklegende Bryan Adams.

Alle Farben

Frans Zimmer, besser bekannt als Alle Farben, der Star-DJ und Hitparaden-Stürmer, bringt als Opener die Expo-Plaza erneut kräftig in Schwung. Schon in den Jahren 2022 und 2023 hat er bei der Starshow für Begeisterung gesorgt. Nun tritt er an diesem Festivalwochenende sogar gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf. Mit seinen erfolgreichen Hits hat er sich international etabliert und zählt zu den begehrtesten DJs Deutschlands. Sein markanter Sound, der geschickt sanfte Elektro-Beats mit eingängigen Melodien kombiniert, fesselt das Publikum von Beginn an. Alle Farben sorgt für ausgezeichnete Stimmung, indem er gekonnt zwischen den Songs wechselt. Von Upbeat-Nummern bis zu gefühlvollen Balladen zieht er die Zuhörer durchgängig in seinen Bann. An den Turntables beweist er seine Professionalität und hat stets gute Laune. Seine Kollaborationen mit Gastkünstlern wie Graham Candy oder Janieck Devy bereichern die Performance besonders live und intensivieren die bereits dynamische Atmosphäre. Alle Farben versteht es meisterhaft, das Publikum mit seiner Performance zu fesseln!

CLOCKCLOCK

Die folgende „Band“ hat in den letzten Jahren die Musikszene im Sturm erobert und mit ihren Hits die Charts gestürmt. Ihre einzigartige Fusion aus elektronischen Beats, hypnotischen Melodien und eingängigen Texten macht sie zu einer absoluten Sensation. Was ClockClock besonders auszeichnet, ist ihr unverwechselbarer Sound. Sie verstehen es wie kaum eine andere Band, verschiedene Genres zu vereinen und dabei ihren eigenen, unverkennbaren Stil zu kreieren. Ihre Musik ist eine wilde Mischung aus Elektro, Pop und Indie, die einfach jeden mitreißt. Die Bandmitglieder stehen nicht einfach nur auf der Bühne, sie leben ihre Musik. Jeder Song wird mit Leidenschaft und Energie vorgetragen, die das Publikum stetig mitreißt.

CLUESO

Cluesos unverwechselbarer Stil, der Rock mit deutschen Texten verband, machte ihn über die Jahre zu einem wahren Ausnahmekünstler. Klar, dass er sich einen Platz beim NDR 2 Plaza Festival verdient hat. Leider startet mit seiner Show direkt ein kurzer Regenschauer, der sich allerdings nur drei Songs lang hält. Bei seinen Konzerten gibt er immer alles und scheut sich nicht davor, seine Emotionen und Gedanken mit seinem Publikum zu teilen. Die Setlist ist wie eine Reise durch die Stationen seines musikalischen Schaffens. Hits wie „Neuanfang“, „Achterbahn“ oder „Gewinner“ erzeugen eine unverkennbare Dynamik, die die Menge in Bewegung bringt. Doch es sind auch die ruhigen Momente, die alle Seelen berühren. Wenn Clueso seine Stimme erhebt, scheint die Zeit stillzustehen. Cluesos Präsenz auf der Bühne, seine ehrlichen Ansagen zwischen den Liedern, all das schafft eine Atmosphäre der Intimität. Man hat einfach das Gefühl, als würde Clueso direkt mit jedem einzelnen von uns sprechen, als würde er unsere eigenen Geschichten erzählen. Und natürlich soll auch die Band erwähnt werden, die wie ein gut eingespieltes Orchester agiert. In einer Zeit, in der die Musik oft von künstlichen Klängen dominiert wird, ist Clueso ein toller Beweis dafür, dass Authentizität und Echtheit immernoch einen Platz auf der Bühne haben. Seine Lieder sind wie Geschichten aus dem Leben selbst und sein Konzert ist eine Erinnerung daran, dass Musik nicht nur gehört, sondern auch gefühlt werden sollte.

JAMES ARTHUR

James Arthur, der mit seinen Hits wie „Say You Won’t Let Go“ und „Impossible“ die Charts gestürmt hat, ist nicht nur ein talentierter Sänger, sondern auch ein toller Performer. Was James Arthur musikalisch auszeichnet, ist seine einzigartige Stimme und seine Fähigkeit, Emotionen in jeder Note zu transportieren. Seine Songs sind ehrlich, tiefgründig und berühren das Herz jedes Zuhörers. Auf der Bühne entfaltet er eine unglaubliche Präsenz und nimmt sein Publikum mit auf eine emotionale Reise. Ein Konzert von James Arthur ist mehr als nur eine musikalische Darbietung, es ist ein Erlebnis. Seine kraftvolle Stimme und seine mitreißenden Performances lassen niemanden unberührt. Man spürt förmlich die Leidenschaft und Hingabe, mit der er auf der Bühne steht. Seine Konzert ist eine Hommage an die Kraft der Musik und ein unvergessliches Erlebnis für alle, die dabei waren.

Aufgrund von fehlenden Foto-Freigaben war es uns leider nicht möglich, unsere James Arthur-Fotos vom NDR 2 Plaza Festival 2024 direkt mit diesem Bericht zu veröffentlichen, werden sie später hier aber noch online stellen. Hier seht ihr James Arthur bei der N-Joy Starshow in Hannover 2018. Foto: stagr/Julia Langmaack

BRYAN ADAMS

Auf aktueller „So Happy It Hurts Tour 2024“ auch in Deutschland, nimmt sich Rocklegende Bryan Adams auch noch Zeit für einen weiteren Termin beim Plaza Festival. Mit über drei Jahrzehnten kontinuierlichem Erfolg, mehr als 65 Millionen verkauften Tonträgern und Nummer-1-Hits in über 40 Ländern hat Adams eine künstlerische Präsenz erreicht, die ihresgleichen sucht. Abgesehen von seiner unglaublichen Bühnenpräsenz und seiner charismatischen Ausstrahlung, ist es vor allem seine Fähigkeit, zeitlose Songs zu schreiben, die Generationen überdauern. Seine Melodien sind eingängig, seine Texte ehrlich und direkt – eine Kombination, die einfach jeden anspricht. Adams und seine Liveband liefern eine mitreißende Show ab, bei der Hits und Highlights nahtlos ineinander übergingen. Von zeitlosen Klassikern wie „Summer of ’69“ bis hin zu gefühlvollen Balladen wie „Heaven“ reicht das Repertoire, das die Zuschauer in seinen Bann zieht. Mit seiner kraftvollen Stimme und seiner mitreißenden Performance bringt er die Menge zum Toben und lässt sie gleichzeitig in Erinnerungen schwelgen. Seine Songs sind wie alte Freunde, die einen durch das Leben begleiteten.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich, Bryan Adams beim NDR 2 Plaza Festival 2024 zu fotografieren. Hier seht ihr Bryan Adams in Hamburg 2016. Foto: stagr/Patrick Franck

N-Joy Starshow 2024 – Hannover startet in die Festivalsaison

Die Expo-Plaza in Hannover verwandelt sich am Freitag, den 31. Mai 2024, in den Schauplatz für die lang erwartete N-Joy Starshow, die traditionell in diesem Jahr wieder im Frühjahr startet, statt am Saisonende wie in 2023. Eine Neuerung steht trotzdem an, denn in den Jahren zuvor ist die Starshow immer erst die zweite Veranstaltung des Festivalwochenendes in Hannover gewesen. 2024 geht es mit der N-Joy Starshow dieses Mal am Freitag schon los – das NDR2 Plaza Festival rückt auf den Samstag.

Wetterbedingt zeigt sich, der Mai bleibt eine gute Wahl. Ein Sonne-Wolken-Mix und nicht zu kühle Temperaturen sorgen für einen stetigen Besucherstrom ab dem frühen Nachmittag. Mit einer Besucherzahl von rund 18.000 Pop-Musikliebhabern aus nah und fern verwandelt sich das Gelände der Expo-Plaza in einen pulsierenden Ort musikalischer Live-Erlebnisse. Hier genießen vor allem junge Besucher das früh startende Pop-Musikprogramm sowie das reichhaltige Essensangebot. Das gemeinsame Festivalkonzept der N-Joy Starshow von Hannover Concerts mit dem Radiosender N-Joy ist für seine hochkarätige Künstlerbesetzung bekannt und enttäuscht auch dieses Jahr nicht. Insgesamt fünf Top-Acts treten für die Zuschauer auf der Bühne auf, darunter Alle Farben, Robin Schulz, Jess Glynne, Ray Dalton und Macklemore.

Alle Farben

Alle Farben, der unbestrittene Star-DJ und Chartstürmer Frans Zimmer, heizt der Besuchermenge als Opener mächtig ein! Schon 2022 und 2023 hat er die Expo-Plaza bei der Starshow zum Beben gebracht. Und weil es so schön ist, liefert Alle Farben an diesem Festivalwochenende gleich an zwei aufeinander folgenden Nachmittagen einen Auftritt. Mit seinen Hits hat er sich längst einen Platz auf der internationalen Bühne gesichert und gehört zweifellos zu den heiß begehrtesten DJs Deutschlands. Sein unverkennbarer Sound, der geschickt sanfte Elektro-Beats mit eingängigen Melodien verwebt, reißt uns vom ersten Moment an mit. Alle Farben versteht es, die Besucher in Stimmung zu versetzen, während er geschickt zwischen den Tracks wechselt. Von Upbeat-Nummern bis hin zu gefühlvollen Balladen behält er uns die ganze Show über in seinem Bann. An den Turntables zeigt er, dass er ein absoluter Profi und immer gut gelaunt ist. Besonders ist seine Zusammenarbeit mit Gastkünstlern wie Graham Candy oder Janieck Devy. Diese zusätzlichen Auftritte verleihen den Songs vor allem live eine zusätzliche Würze und verstärken die ohnehin mitreißende Atmosphäre. Alle Farben weiß einfach, wie man die Bühne und sein Publikum in den Bann zieht!

RAY DALTON

Einmalige Atmosphäre, unvergessliche Hits und ein Sänger, der die Bühne rockt – das ist Ray Dalton’s Show in Hannover! In einem mitreißenden Auftritt hat der US-amerikanische Sänger Ray Dalton die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und die Plaza zum Beben gebracht. Ray Dalton, bekannt für seine charismatische Bühnenpräsenz und seine beeindruckende Stimme, enttäuscht nicht. Mit einer Mischung aus Soul, Pop und R&B bringt er das Publikum zum Tanzen und Mitsingen. Von seinem Durchbruchshit „Can’t Hold Us“ bis zu den gefühlvollen Balladen wie „In My Bones“ präsentiert Dalton ein vielfältiges Repertoire, das für jeden Geschmack etwas bietet. Aber es ist nicht nur die Musik, die diesen Abend so besonders macht. Es ist auch Rays unbestreitbare Energie und sein Humor, der das Publikum von Anfang bis Ende mitreißt. Zwischen den Songs sorgt er immer wieder dafür, dass die Stimmung auf dem Höhepunkt bleibt und beweist, warum er zu den aufstrebenden Stars der Musikszene gehört.

JESS GLYNNE

Jess Glynne bei der N-Joy Starshow zu erleben ist wie eine Fahrt auf der Achterbahn der Gefühle. Die britische Pop-Sängerin und Songwriterin hat ihre unwiderstehliche Energie und eine Ladung Hits mit auf die Plaza gebracht, die die Menge zum begeistert. Jess Glynne, bekannt für ihre charakteristische, rauchige Stimme und ihren funky Stil, zeigt einmal mehr, warum sie zu den gefragtesten Künstlerinnen der Popmusik gehört. Von Anfang an reißt sie das Publikum mit Hits wie „Hold My Hand“ und „Don’t Be So Hard on Yourself“ mit, und es gibt kein Halten mehr im Publikum. Jess sprüht vor Charme und Lebensfreude und das überträgt sich schnell auf die Menge. Zwischen den Songs nimmt sich die Sängerin aber auch Zeit, um mit ihren Fans zu plaudern und ihre Geschichten zu teilen, was die Atmosphäre nur noch persönlicher macht. Was diese Sängerin ausmacht, ist nicht nur ihre beeindruckende Stimme, sondern auch ihre Fähigkeit, echte Emotionen zu vermitteln und eine Verbindung zu ihrem Publikum herzustellen. Ihre Songs sind wie kleine Geschichten, die man miterleben möchte und live auf der Bühne entfalten sie ihre volle Wirkung.

Aufgrund von fehlenden Foto-Freigaben war es uns leider nicht möglich, unsere Jess Glynne-Fotos von der N-Joy Starshow 2024 direkt mit diesem Bericht zu veröffentlichen, werden sie später hier aber noch online stellen. Hier seht ihr Jess Glynne in Berlin 2019. Foto: stagr/Julia Langmaack

ROBIN SCHULZ

Der Osnabrücker DJ, bekannt für seine dunkle Sonnenbrille, gilt als einer der heißesten DJ-Acts der letzten Jahre. Robin Schulz‚ poppige House-Beats bringen die Zuschauer in Bewegung und verbreiten gute Laune. Doch schon nach 10 Minuten sorgt ein kurzer Stromausfall für Unterbrechung. Doch währenddessen geht der beliebte DJ zum Meet und Greet zu seinen Fans in die Menge. Danach kann das Programm weitergehen, mit dem Motto: Die Menschen mit seiner Musik glücklich zu machen. Zu den funky Beats kann man ausgelassen tanzen und selbst die hartnäckigsten Tanzmuffel können sich den treibenden Melodic-House-Beats nicht entziehen. Robin feuert das Publikum immer wieder an, sich voll und ganz dem Rhythmus hinzugeben. Mit einem Feuerwerk seiner Hits, darunter „Sugar“, „Sun Goes Down“ und „In Your Eyes“, liefert der DJ eine Power-Performance, die in Erinnerung bleibt.

MACKLEMORE

Mit Macklemore bei der N-Joy Starshow als Headliner hat sich Veranstalter Hannover Concerts wieder mal einen echten Weltstar geangelt. 2013 quasi über Nacht zum erfolgreichen Rapper geworden, surft der modebewusste Musiker seither auf der Erfolgswelle. Obwohl man den gut gelaunten US-Rapper sonst eher im Doppelpack mit Kumpel und Musikproduzent Ryan Lewis sieht, wandelt er seit einiger Zeit ebenso erfolgreich auf Solopfaden. Mit dem aktuellen Album „Ben“ aus 2023 entert der 41-jährige die Expo Plaza-Bühne. Soweit das Auge reicht stehen die Fans, sie alle warten auf Macklemore, der mit echtem Namen Ben Haggerty heißt und aus Seattle stammt. Für den Erfolgs-Rapper gibt es nur ein Level: Vollgas. Energiegeladen haut er seine Hits wie „Thrift Shop“, „Same Love“ und „Willy Wonka“ heraus. Zwischendrin wird sich viel Zeit für die Kommunikation mit den Fans genommen, wobei Macklemore allerhand Privates erzählt. Bis zur letzten Sekunde brennt der Rapper ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse ab. Das bedeutet körperliche Vollauslastung für Künstler und Fans.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich, Macklemore bei der N-Joy Starshow 2024 zu fotografieren. Hier seht ihr Macklemore beim Lollapalooza Berlin 2023. Foto: stagr/Julia Langmaack

N-Joy Starshow 2023 – Pop-Musikzauber mit Unterhaltung und guter Laune

Die Expo-Plaza in Hannover verwandelte sich am Samstag, den 9. September 2023 in den Schauplatz für die lang erwartete N-Joy Starshow – die bekanntlich sonst bereits im Mai an den Start geht. Aufgrund von Buchungsüberschneidungen der Künstler legte man das Open Air ans Saisonende, was sich allein auf Grund der großartigen, sommerlichen Wetterlage schon mal als gute Idee entpuppte. Mit einer Besucherzahl von rund 20.000 Pop-Musikliebhabern aus nah und fern, wurde das Gelände zu einem pulsierenden Ort der musikalischen Live-Erlebnisse. Bei strahlendem Sonnenschein, nicht eine Wolke war am Himmel, genossen die vor allem jungen Besucher das früh startende Musikprogramm sowie das zahlreiche Essensangebot auf dem weitläufigen Gelände. Das gemeinsame Festivalkonzept der N-Joy Starshow von Hannover Concerts mit Radiosender N-Joy ist für seine hochkarätige Künstlerbesetzung bekannt und enttäuschte auch in diesem Jahr nicht. Insgesamt sechs Top-Acts standen für die Zuschauer auf der Bühne, darunter Jax Jones, Alle Farben, Montez, Nina Chuba, Sean Paul und und Jason Derulo. 

Alle Farben, Jax Jones + Montez

Das Opening gebührte Star-DJ und Hitmaschine Alle Farben. Der Chartstürmer Frans Zimmer aka Alle Farben war bereits 2022 auf der Expo-Plaza beim N-Joy und begeisterte die Zuschauer. Nun kam er erneut als Gast, schließlich gehört er zu den derzeit international gefragtesten DJs, die Deutschland zu bieten hat. Der charakteristische Sound, der sanfte Elektro-Beats mit eingängigen Melodien verbindet, sorgte binnen wenigen Sekunden für ein euphorisches Gefühl im Publikum. Alle Farben animierte die Menge zu guter Laune und schuf nahtlose Übergänge zwischen den Tracks. Die Mischung aus Upbeat-Nummern und emotionalen Balladen hielt die Spannung während der gesamten Show aufrecht. Hier war eindeutig ein Profi an den Turntables und jemand, der Liveshows zu einem echten Erlebnis macht. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Gastkünstlern wie Graham Candy oder Janieck Devy war auch hier wieder besonders und zeichnet den DJ seit Jahren aus. Alle Farben brachte damit talentierte Sänger und Musiker mit auf seine Bühne, die seine Songs mit tollen Performances noch verstärkten.

Die zweite Position gebührte dem Briten Jax Jones. Der 36-jährige DJ und Produzent aus London ist für seinen grandiosen Mix aus House, Pop und elektronischen Klängen bekannt. Jax Jones verstand es, die Emotionen der Zuschauer direkt dort anzusprechen, wo Alle Farben zuvor eine ausgelassen Stimmung hinterließt. Nun ging es auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen seiner Musik. Die Interaktion mit dem Publikum war herzerwärmend und der Musiker schien die Energie der Menge regelrecht aufzusaugen. Er ermutigte die Fans zum Mitsingen und Feiern, was die Verbindung zwischen Künstler und Publikum vertiefte. Die Leidenschaft für die Musik, Jones kreative Vielfalt und seine Fähigkeit, die Menge in Schwung zu versetzen, machen ihn zweifellos zu einem der aufregendsten DJs unserer Zeit.

Zur frühen Abendstunde gab es nun einen Richtungswechsel in der Musik. Deutschrapper Montez stand als nächster auf dem Line-up. Montez eröffnete seine Show mit einer Wucht, die die Menge regelrecht umhaute. Sein unverwechselbarer Flow und seine Lyrik entfesselten sofort alle Energie, die er und auch sein Publikum aufbringen konnten. Hits wie „Schneller als die Zeit“ und „Grauer Beton“ brachten das Publikum zum Toben und zeigten Montez‘ einzigartiges Talent, Geschichten in Rap-Form zu erzählen. Montez nutzte die Bühne als Plattform, um seine Botschaften zu übermitteln und eine Verbindung zu seinem Publikum aufzubauen. Eines der Highlights war zweifellos die Präsentation seines neuesten Albums „Liebe in Gefahr“ aus diesem Jahr. Die Tracks des Albums flossen nahtlos in seine Setlist aus den vier Vorgängeralben ein und zeigten Montez‘ Entwicklung als Künstler. Mit Texten, die tiefgründige Themen und persönliche Einblicke behandelten, verband er sich auf eindrucksvolle Weise mit seinen Fans.

Nina Chuba, Sean Paul + Jason Derulo

Weiter ging mit dem aufsteigenden Stern am Deutsch-Rap Himmel Nina Chuba. Um die 24-jährige Sängerin mit ihren Hits „Wildberry Lillet“ oder „Mangos mit Chili“ dürfte kaum ein aktiver Nutzer von TikTok oder den sozialen Medien herum gekommen sein. Und so sorgte die gebürtige Hamburgerin und mittlerweile in Berlin lebende Nina für dichten Andrang vor der Bühne. Durch ihre große Bekanntheit  war das Publikum entsprechend jung und überwiegend weiblich. Direkt mit dem ersten Song sprang der Funke auf die Menge über und das ganze Gelände sang textsicher die Songs mit. Ninas Interaktion mit dem Publikum war herzlich und authentisch. Hier gab es nicht nur eingängige Melodien, sondern auch tiefe lyrische Botschaften – alles verpackt in Ninas charakteristischen Stil, der eine Mischung aus Pop, Elektro und experimentellen Elementen ist. Zwischen den Songs teilte sie persönliche Geschichten und Gedanken, die einen Einblick in ihre Inspirationen und ihre künstlerische Reise gaben. Die Vielseitigkeit und die kreative Kraft der jungen Künstlerin war wirklich eindrucksvoll.

Der 50-jährige Dancehall-Popstar und Ohrwurm-Fabrikant Sean Paul kam als nächster auf die Bühne. Damit reihte er sich in die Reihe der großen Namen hier auf der Expo-Plaza in Hannover ein. Hier wurde eine eine Party entfesselt, wie man sie sich nur wünschen kann. Sean Paul startete das Konzert mit einem Knall und schon die ersten Beats ließen die Menge ausrasten. Sein unverkennbarer Dancehall- und Reggae-Sound fesselte das Publikum sofort, und Hits wie „Get Busy“ und „Like Glue“ brachten die Leute zum Tanzen, als ob es kein Morgen gäbe. Die Bühnenshow war eine Explosion aus karibischen Farben und Rhythmen, begleitet von atemberaubenden Tanzperformances. Sean Paul selbst brachte eine Energie und Leidenschaft auf die Bühne, die ansteckend war. Er rappte, sang und tanzte, als ob sein Leben davon abhinge. Die Interaktion mit dem Publikum war herzlich und einladend. Seine besten Hits und die Einbindung seines acht Alben und unzähligen Kollaboarationen sorgten für eine mitreißende und unvergessliche Erfahrung. Wenn ihr die Gelegenheit habt, Sean Paul live zu sehen, lasst sie euch nicht entgehen.

Zwar hat der schnittige R&B- und Pop-Sänger Jason Derulo aus den USA seit 2015 kein neues Album mehr am Start, in den Charts ist er mit seinen aktuellen Hits wie „Glad U Came“, „When Love Sucks“ oder „Jalebi Baby“ dennoch regelmäßig zu hören. Als Headliner der N-Joy Starshow 2023 ging damit ein weitere großer Name in die Geschichte des jährlich stattfindenden Open Airs ein, der US-amerikanische R&B-/Pop-Sänger und Songwriter Jason Derulo. Allerdings war der Musiker auch schon einmal an gleicher Stelle hier, da begeisterte 2015 die Zuschauer. Jason Derulo eröffnete die Show mit einer Energie, die die Menge augenblicklich gefangen nahm. Seine Hits wie „Whatcha Say“ und „In My Head“ waren die perfekte Einstimmung auf einen Abend voller mitreißender Musik. Die Bühnenshow war ein visuelles Spektakel, begleitet von atemberaubenden Tanzperformances. Jason Derulo bewies, dass er nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein herausragender Tänzer ist. Insgesamt war das Konzert von Jason Derulo eine musikalische Reise durch seine besten Hits und sein neuestes Album, die keine Wünsche offen ließ. Ein würdiges Finale für den zweiten Tag auf der Expo-Plaza, mit Rauchkanonen, oberkörperfreier Performance (und Sixpack) des Sänger und entzückten Ladies im Publikum. Sein musikalisches Talent und seine charismatische Bühnenpräsenz machen ihn zu einem der herausragenden Künstler unserer Zeit.

NDR 2 Plaza Festival 2023 – Bester Pop-Rock-Sound bei Sommerwetter

Am Ende der diesjährigen Festivalsaison reihte sich am Freitag, den 8. September 2023, statt wie sonst traditionell Ende Mai, das beliebte  NDR 2 Plaza Festival 2023 ein. Gleich an zwei aufeinander folgenden Tagen lang lief auf der Expo-Plaza in Hannover wieder die Kooperation von Hannover Concerts mit den Radiosendern NDR 2 und N-Joy Radio – wobei der Startschuss wie immer mit dem NDR 2 Plaza Festival gelegt wurde. Bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen präsentierte sich das Open-Air als unwiderstehlicher Magnet für knapp 20.000 Musikenthusiasten, die sich auf ein unvergessliches Livemusik-Erlebnis freuten. Das Highlight des NDR 2 Plaza Festivals war zweifellos das diverse Line-up aus nationalen und internationalen Stars. Insgesamt sechs Top-Acts standen auf der Bühne – darunter Klan, Culcha Candela, Lea, Ellie Goulding, Peter Fox und SDP – die britische Star-Sängerin und Schauspielerin Rita Ora war eigentlich an dieser Stelle gebucht, musste aus persönlichen Gründen aber leider ihren Auftritt absagen.

KLAN, Culcha Candela + LEA

Auf der NDR 2-Bühne startete das Tagesprogramm mit dem deutschen Indiepop-Projekt Klan. Eine Show, die alle Zuschauer direkt in eine Welt von melodischer Intimität und tiefgründiger Lyrik entführte. Auch wenn noch nicht all zu viel los war auf dem Gelände. Wer jetzt hier war, tummelte sich neugierig vor er Bühne. Die beiden Mitglieder von Klan strahlten durchgehend eine Aura von Authentizität aus. Ihre Präsenz war nicht überwältigend, eher zurückhaltend und doch irgendwie einnehmend. Die ersten Akkorde machten sofort klar, dass Klan nicht nur Musik präsentierten, sondern Emotionen in Klang verwandelten. Die Art und Weise wie Klan mit dem Publikum interagierte war angenehm, zwischen den Songs schufen sie eine intime Atmosphäre, indem sie kurze Geschichten über die SOngs teilten und ihre persönlichen Gedanken und Gefühle offenbarten. Von zarten Balladen, die die Zuhörer in einen emotionalen Sog zogen, bis hin zu energetischeren Stücken, die zum Mitwippen einluden, wurde das Publikum auf eine musikalische Reise mitgenommen.

Als zweites konnten sich die Hannoveraner über den Auftritt der Reggae, Dancehall und Hip-Hop-Band Culcha Candela freuen. Eine Band, die mit (vorrangig) deutschen Texten, südländischen Gefühlen und guter Laune daher kam. Culcha Candela präsentierten ihren perfekten Musikmix aus Pop, Latin, Hip-Hop und sogar ein wenig Reggae, eben fröhliche Musik, die unterhielt und gut ins Ohr ging. 9 Studioalben hat die im Jahr 2002 gegründete Band aus Berlin bisher veröffentlicht, ihr aktuelles Werk „Zu wahr um schön zu sein“ aus diesem Jahr wurde erstmals live gespielt. Gespickt mit einem bißchen Englisch und einem bißchen Spanisch lieferten die Culcha Candela-Lyrics mal anspruchsvollen Tiefgang und mal eine gute Portion Selbstironie. Es war die Mischung, die bei den Fans gut ankam. Die Band mit Wurzeln auf insgesamt vier Kontinenten zeichnete sich aber vor allem durch die unbändige Live-Energie aus, die sie natürlich auch auf der Expo-Plaza raushauten. Auf der Bühne herrschte dabei ein gewolltes aber kunterbuntes Durcheinander und trotzdem fühlte sich er Auftritt sehr authentisch an. Als würden hier gute Freunde gerne miteinander Musik machen. Vom ersten bis zum letzten Culcha Candela-Hit wurde lautstark durch die Zuschauermenge mitgesungen. Die Hits der Band wie „Monsta“, „Hamma!“, „Berlin City Girl“ oder „Wildes Ding“ waren absolute Gute-Laune-Ohrwürmer. Eine schöne Zusammenstellung des bisherigen Schaffens zeigte das Berliner Kollektiv an diesem Freitagnachmittag.

Es folgte die Show einer ebenfalls deutschen Künstlerin. LEA, bekannt durch ihre Ohrwürmer „Drei Uhr Nachts“, „Wo ist die Liebe hin“ oder „Wenn du mich lässt“ und natürlich aus dem Fernsehen (The Voice of Germany oder  Sing meinen Song – Das Tauschkonzert). Auf der Bühne gab es von LEA keine flippige Show – die junge Frau schaffte es dennoch spielend leicht und ohne großes drum und dran, eine lauschige Atmosphäre zu schaffen. Geboten wurden deutsche, tiefgründige und vor allem emotionalen Texte, ein Grund warum Fans die Sängerin so sehr mögen. Leas Stimme harmonierte dazu wie die Faust aufs Auge, einzigartig und dabei doch leicht zerbrechlich. Alle Melodien waren harmonisch und gefühlvoll aufeinander abgestimmt. Die Zuschauer fühlten sich sichtlich wohl, es wurde gekuschelt, mitgesungen, getanzt und sich einfach den Klängen hingegeben.

Ellie Goulding, SDP + Peter Fox

Die britische Singer-Songwriterin Ellie Goulding stand als nächstes in den Startlöchern. Von dem Moment an, als sie die Bühne betrat, war ihre Präsenz elektrisierend. Ihre Stimme erwies sich als ebenso beeindruckend wie auf ihren Studioaufnahmen – klar, vielseitig und voller Emotion. Zu Gute kam ihr aber vor allem die wunderbare Fähigkeit, Hits mit Tiefe und Bedeutung zu verbinden, gepaart mit ihrer Bühnenpräsenz. Die Setlist war ein geschickter Mix aus ihren größten Hits und einigen überraschenden Neuinterpretationen. Songs wie „Lights“, „Love Me Like You Do“ und „Burn“ brachten das Publikum zum Toben, während langsamere Stücke wie „How Long Will I Love You“ und „Your Song“ für Gänsehautmomente sorgten. Die Bühnenproduktion war ebenso beeindruckend. Lichteffekte, LED-Wände und sorgfältig choreografierte Bewegungen der Tänzer fügten sich nahtlos in die Performance ein und verstärkten die visuelle Wirkung. Dabei blieb Ellie stets im Mittelpunkt Die britische Künstlerin bewies einmal mehr, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Stimme hat, sondern auch die Fähigkeit besitzt, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Spontan sein ist alles. Das dachten sich jedenfalls die zwei Jungs von SDP. Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin übernahmen auf Nachfrage des Veranstalter nach der Absage von Rita Ora kurzerhand ihren Slot. Natürlich sehr schade, viele Besucher hatten sich auf die Britin gefreut, die man nicht so häufig in Deutschland geschweige denn in Hannover auf einer Bühne zu sehen bekommt. Große Geste aber von den Berliner Musikern, so kurzfristig einzuspringen, wo ihr Tourplan auch nicht gerade Freizeit anzeigte (gleich am Sonntag spielen sie beim Lollapalooza in Berlin). Die charmanten Wort-Akrobaten waren aber ein Garant dafür, mit ihrer Musik Gute-Laune-Rap-Funk zu verbreiteten. Unter dem Namen SDP sind die beiden Jungs seit über 20 Jahren im Musikbusiness aktiv. Und das, obwohl ihre Heimat Berlin-Spandau nicht gerade als musikalischer Szenebezirk gilt. Mit jeder Menge Wortwitz verpackten SDP ihren Sound und ließen Partystimmung aufkommen – egal, ob sie sich gerade auf einer Mission zur Rettung unserer Galaxie befanden oder auf der bunten Seite der Macht standen. Es gab Pyrotechnik, Konfettiregen, die beiden Musiker fuhren mit einem Schlauchboot durch die Menge und es gab natürlich alle Hits, die das SDP-Fanherz begehrte. Auch die obligatorische „Leiche“ wurde besungen. Natürlich gab es noch weitere Songs aus dem SDP-Repertoire von insgesamt zehn Musikalben, darunter „Die Nacht von Freitag auf Montag“, „Ich will nur, dass du weißt“, „Ich muss immer an dich denken“, „Wenn ich groß bin“ und viele mehr.

Zu guter letzt gab sich jemand die Ehre, der sonst eher im Kombi-Paket live zu sehen wäre und zwar mit einer der erfolgreichsten deutschen Bands: Seeed. Doch der Berliner Musiker Peter Fox zeigte sich dieses Mal wieder einmal solo. Schon mehrfach war er allein auf Tour, hat mit „Stadtaffe“ (VÖ 2008) und seinem neusten Werk „Love Songs“ (VÖ 2023) zwei erfolgreiche Solo-Alben auf den Markt gebracht. Letzteres wurde gerade promotet, denn Fox war auch parallel zur Festivalzeit auf Konzerttour durch Deutschland. Der Ausnahmekünstler mit seiner einzigartigen Mischung aus Reggae, Dancehall und Pop war schon immer ein Garant für eine mitreißenden Performance. Für die Expo-Plaza legte sich Peter Fox, begleitet von einer talentierten Band und vielen vielen Tänzern/Tänzerinnen, richtig ins Zeug. Die Setlist des Abends umfasste sowohl die beliebten Hits aus Peter Fox‘ Soloalbum „Zukunft Pink“ als auch die neuen Songs seines Albums „Love Songs“. Von energiegeladenen Tracks wie „Haus am See“ und „Schwarz zu Blau“ bis hin zu „Tuff Cookie “ und „Stadtaffe“ war für jeden Fan etwas dabei. Die Vielfalt der Musikrichtungen, von Afro-Beat über R’n’B bis Pink Punk, spiegelte die künstlerische Bandbreite von Peter Fox wider und begeisterte das Publikum. Peter Fox bewies erneut, warum er zu den einflussreichsten Künstlern dieses Poplands zählt.

Deichkind in Hannover – Remmidemmi bei bestem Wetter

Das Konzert von Deichkind auf dem Expo Plaza in Hannover wirkt fast schon abgesprochen. Während das KIZ-Konzert in Essen aufgrund des Wetters abgesagt werden musste, hörte der Regen in Hannover, passend zur Eröffnung des Geländes, plötzlich auf und sollte vorerst nicht mehr wiederkommen. Perfekte Bedingungen für einen Abend voller Party, bei der es auch keine Vorband braucht.

Pünktlich um 21 Uhr ertönt das Intro, bei dem die Musiker hinter einem weißen Vorhang stehen und immer wieder von hinten angeleuchtet werden. Anders als erwartet fällt der Vorhand beim direkt anschließenden “99 Bierkanister” nicht, sondern fährt zur Seite und enthüllt so die Bühne. Die prominente Textzeile “Achtung alle Hände hoch” gibt dabei den Takt des Abends vor. “Schönes Wetter habt ihr mitgebracht”, begrüßt uns Kryptik Joe. Viel zu sehen gibt es zunächst jedoch nicht, die klassischen Dreiecke fahren auf und ab, während Deichkind selbst vorne steht und performt. Zwischenzeitlich werden die Podeste kleiner und es befinden sich Personen auf diesen, dennoch bleibt es zu Beginn recht ruhig.

Zum vierten Song ändert sich das Blatt. Kurz ist die Bühne leer, dann kommt Kryptik Joe auf eine Handtasche reitend zurück, passend zum Song “Auch im Bentley wird geweint”. Ab nun sollte man die Augen nicht mehr von der Bühne nehmen, denn jeder Song wird anders untermalt. So gibt es zu „Porzellan und Elefanten” doppelte Regenschirme, Gefahrgut-Anzüge zu “In der Natur”, Konfetti-Kanonen bei “Wutboy” oder eine Hängematte am Bühnenrand zu “Kids in meinem Alter”.

Bei allem wird es aber immer wieder Politisch, wenn auch oft nur beim zweiten Blick. Während die Bürostühle bei “Bück dich Hoch” mit den Buchstaben auf der Rückseite abwechselnd “Fuck” und “PTN” darstellen, sind die Worte vor “Die Welt ist fertig” eindeutiger. “Ihr habt bestimmt heute alles dieses Knast-Foto gesehen, das ist das Ende, geh nach Hause Opa”, sagt Kryptic Joe und spricht sich weiter für die neue Generation aus.

Auf der Bühne passiert viel, im Publikum jedoch auch. So wird gepogt, mitgesungen, das eigene mitgebrachte Konfetti geworfen oder einfach nur passend der Kopf bewegt. Jeder kommt auf seine Kosten und hat sichtlich Spaß, wie es ihm gefällt. Vor “Lecko Mio” werden auch nochmal die Gesangskünste geprobt, indem eine Melodie immer wieder einen halben Ton höher gesungen wird.

Zurück auf der Bühne gibt es zu “Richtig gutes Zeug” den passenden Rucksack, aus dem es raucht. „Da hab’ ich die neuesten Merch-Produkte drin“, sagt uns Kryptic Joe. Danach ist die Bühne kurz voll mit einer “Bude voll People”, bevor sie vollständig leer ist. Denn du “Roll das Fass rein” wird dies wortwörtlich getan. Oder zumindest auf einem Podest geschoben. Über dieser wird eine große “Kein Bier für Nazis”-Flagge geschwenkt und gibt wieder eine unterschwellige politische Botschaft. Als das Fass zurück zur Bühne kommt und dort befestigt wird.

Nicht aus diesem Fass, aber aus einem wird anschließend bei “Hört ihr die Signale” Bier aus einem Schlauch an die ersten Reihen verteilt, während das große Fass Empor steigt und von dort ein kurzes Snippet von “the Power of Love” gesungen wird. Wer nun einen Blick auf die Uhr warf, stellte erstaunt fest, dass inzwischen fast 2 Stunden vergangen waren, die sich definitiv nicht so anfühlen. So stand mit “Limit” der letzte Song auf dem Plan, zu welchem nochmal Konfetti gezündet wurde.

Eine Zugabe darf aber natürlich nicht fehlen. Wie sollte es auch anders sein, ist der letzte Song “Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)”. Dazu kommt direkt ein Boot zum Crowdsurfen, welches den Inhalt einiger Federkissen verteilt, während auf der Bühne das Chaos ausbricht. „Leider Geil”- Ballons, ein großes Kothaufen-Emoji, eine Hüpfburg, gefühlt alle Outfits, die wir an dem Abend gesehen haben und viele, die wir nicht gesehen haben. Es wirkt als wenn einfach alles benutzt wurde, was gerade in Reichweite war und sorgte so für den perfekten Abschluss des Abends, bei dem es erst wieder regnen sollte, nachdem alle den Platz wieder verlassen hatten.

Heroes Festival 2023 – Hannover schwingt im kollektiven Rhythmus

Am Freitag, den 18. und Samstag, den 19. August 2023 beben gleich vier Bühnen auf der Expo-Plaza in Hannover. Dabei glühen die Mikrofone, während deutsche Künstlerinnen und Künstler ihre einzigartigen Geschichten durch kraftvolle Texte und treibende Beats zum Ausdruck bringen. Vom aufstrebenden Talent bis hin zu Ikonen der Rapszene bietet das Heroes Festival-Konzept, das auch in Geiselwind, Freiburg und im Allgäu dieses Jahr an den Start geht, eine große Vielfalt an Stilen des Genres.

20.000 Zuschauer und ausverkauft – vor allem die Altersgruppe 14 bis 30 Jahre – sind gekommen, um bei bestem Sommerwetter in der Leinestadt endlich auch mal ein Hip-Hop-Festival zu erleben, wo Beats und Gedanken verschmelzen, wo Kulturen aufeinandertreffen und wo die Kraft der Musik eine Bewegung formt. Leider gibt es beim Einlass Probleme, die Besucher müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Visuell ist das Festivals von urbaner Kunst und Street Art inspiriert. Was das zweitägige Festival aber am meisten auszeichnet, ist die Atmosphäre. Die jungen Besucher unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Lebenserfahrung kommen hier zusammen, um gut gelaunt und vereint einige der besten deutschen Rapper zu erleben.

Auf der Club Stage in der ZAG Arena startet für uns das Tagesprogramm mit Tom Hengst, bekannt für seine gelungene Fusion aus tiefgründigen Texten und treibenden Beats. Der Bereich vor der Bühne verwandelt sich schnell in einen Hexenkessel, als Hengst mit seiner energiegeladenen Präsenz die Bühne erobert. Die Lyrik des Musikers berührt Themen, die vielen aus dem Herzen sprechen. Mit einer Mischung aus Wortwitz, ehrlichen Einblicken in sein Leben und Gesellschaftskritik schafft er es, das Publikum auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen. In Songs wie „Stadtlichter“ oder „Schattenwurf“ präsentiert Hengst eine lyrische Tiefe, die man im Mainstream-Rap nicht so oft findet. Doch Tom Hengst ist nicht nur ein guter Texter, seine Interaktion mit dem Publikum ist lebendig und herzlich. Und auch in seinen Freestyle-Improvisationen zeigt er sein raptechnisches Können in reinster Form.

In der heißen Nachmittagssonne betritt Skrt Cobain die Hauptbühne – nicht nur als Rapper, sondern auch als Visionär, der kreative Geschichten erzählt. Sein Stil ist ein Mosaik aus verschiedenen Einflüssen – von experimentellem Hip-Hop bis hin zu Elementen aus Alternative und Trap. Skrt Cobain bricht traditionelle Strukturen auf und jongliert mit Klängen, die in einem scheinbar zusammenhanglosen Chaos verschmelzen und doch Harmonie erzeugen. Seine Stimme setzt er dabei wie ein Instrument ein, das er perfekt beherrscht, um die Gefühlspalette von düsterer Melancholie bis zu leidenschaftlicher Wut zu zeigen. Stücke wie „Nebula Dreams“ und „Echos in the Void“ lassen den Zuhörer in hypnotische Klanglandschaften eintauchen. Skrt Cobains Bewegungen auf der Bühne sind Ausdruck seiner Emotionen und er interagiert viel mit dem Publikum. Dabei setzt Skrt Cobain mit dieser Show ein Statement für Individualität und Authentizität, während seine Texte die Kämpfe und Triumphe seiner persönlichen Reise reflektieren – so ermutigt er sein Publikum, seine eigenen Geschichten anzunehmen und zu teilen.

Pa Sports betritt die Hauptbühne mit einer Aura von Selbstbewusstsein und Authentizität – die Expo-Plaza ist mittlerweile voll. Schon der erste Beat lässt die Menge in Ekstase verfallen, als er mit seinen eingängigen Rhymes die Reise durch seine Musikwelt startet. Mit geschicktem Einsatz von Lichtern und Visuals schafft er direkt er eine Atmosphäre, in der man förmlich in seine Geschichten eintauchen kann. Doch trotz aller visuellen Reize vergisst PA Sports nie den eigentlichen Kern seines Schaffens: die Musik. Die Fans animiert er zum Mitklatschen oder  überlässt ganze Passagen seiner Texte dem Publikum – die Menge ist stets präsent und feiert jede Zeile mit Inbrunst. Hier zeigt sich ein weiteres PA Sports‘ Talent, eine Verbindung zu seinen Fans herzustellen, die über den bloßen musikalischen Genuss hinausgeht.

Wenn man sich auf das Terrain von TYM’s Show begibt, betritt man eine Welt voller künstlerischer Energie und genreübergreifender Innovation. Schon die ersten Klänge offenbaren eine kühne Mischung aus Hip-Hop, elektronischen Elementen und experimentellen Sounds, die gleichzeitig vertraut und doch erfrischend neu wirken. Es ist, als ob er die Regeln der Musik neu schreiben will, während er sie auf der Bühne performt. Von eindringlichen Lichtspielereien bis hin zu überraschenden visuellen Effekten schafft er eine Atmosphäre, die die Sinne anspricht und die Musik in ein faszinierendes Gesamterlebnis verwandelt. Dabei ist der Rapper mit der Jute-Kapuze auf dem Kopf die meiste Zeit völlig in seiner eigenen Welt während er mit Leichtigkeit zwischen Rap, Gesang und elektronischen Beats wechselt.

Auf der Main Stage folgt nun ein Paar, dass sich beruflich und privat gefunden hat. Die beiden Musiker Dardan und Hava sind verlobt und bieten eine Symbiose zweier einzigartiger Künstler, die unterschiedliche Stile und Persönlichkeiten zusammenführen, um ein unvergessliches Erlebnis auf die Bühne zu zaubern. Die Bühne erbebt vor Energie, wenn die beiden die Bühne für sich beanspruchen und gleichzeitig liegt dabei eine Aura von Eleganz und Selbstbewusstsein in der Luft. Dardan, bekannt für seine kraftvollen Lyrics und seinen urbanen Vibe, liefert eine Performance ab, die das Publikum von der ersten Sekunde an mitnimmt. Seine Reime trafen wie Schläge ins Schwarze. Auf der anderen Seite steht Hava, die mit ihrer charismatischen Ausstrahlung und ihrer unverkennbaren Stimme das Publikum verzaubert. Ihre Performance ist geprägt von einer beeindruckenden Mischung aus Soul und R&B, die eine wohlige Atmosphäre schafft, in der man sich einfach fallen lassen kann.

Schon beim Betreten der der ZAG Arena spürt man die aufgeladene Atmosphäre, die Vorfreude und Energie der Fans, die sich versammelt haben. Und es sind sehr sehr viele, die nun Zeuge dieses Rap-Spektakels werden wollen. T-Lows Lyrik entfaltet sich wie eine gut choreografierte Tanzperformance. Jeder Vers, jeder Reim ist sorgfältig platziert, um den Rhythmus der Menge aufzugreifen und zu verstärken. T-Low versteht es, mit seinen Worten Bilder zu malen und Geschichten zu erzählen, die direkt aus dem Herzen der Straße zu kommen scheinen. Seine Texte sind dabei ehrlich, roh und oft von einer tiefen Emotionalität durchzogen, die das Publikum in seinen Bann zieht. Und natürlich gibt es den obligatorischen Joint auf der Bühne, ohne den er laut eigener Aussage nie auf die Bühne geht. Die Stimmung in der Arena ist ausgelassen, jeder Song wird mitgesungen und T-Low selbst freut sich am meisten, darüber, dass so viele Besucher ihn sehen wollen.

Aus der deutschen Hauptstadt Berlin kommt der nächste Act auf die Main Stage. Es ist rappelvoll. Ski Aggu hat mit seiner aktuellen Coverversion von Otto Waalkes‘ „Friesenjung“ wohl den Ohrwurm des Sommers kreiert. Der wortgewandte 26-Jährige ist immer auf der Suche nach neuen Beats und inspirierenden Geschichten und hat Joost ein gutes Gespür für Stings Ursprungswerk „Englishman in New York“ gezeigt. Mit seiner Mischung aus Hip-Hop, Elektronik und experimentellen Elementen bringt Ski Aggu frischen Wind in die Musiklandschaft und nun auch auf die Expo-Plaza. Sein Stil ist eine Fusion aus rhythmischer Verspieltheit und ehrlicher Lyrik, die tief in die Höhen und Tiefen menschlicher Erfahrungen eintaucht. In Tracks wie „Neonträume“ und „Stroboskopische Gedanken“ bettet er seine Worte in einen Klangteppich, der von tanzbaren Beats bis hin zu verträumten Melodien reicht. Neben guter Laune, einer authentischen und energiegeladenen Performance klingen seine Songs und Texte wie ein Soundtrack zum urbanen Leben und werden an diesem Tag noch lange auf dem Expo-Gelände nachhallen.

Wer auf eine Mischung aus druckvollen Beats, sanften Melodien und intensiven Rhythmen steht, ist als nächstes auf der Club Stage bei Disarstar genau richtig, denn er versteht sich nicht nur als Rapper, sondern auch als Poet, der hervorragend Emotionen in Worte fassen kann. Seine Texte sind wie Fenster in seine eigene Gedankenwelt und erzählen Geschichten von Liebe, Schmerz, sozialer Ungerechtigkeit und inneren Kämpfen. In Stücken wie „Worte gewinnen Kriege“ oder „Grenzenlos“ verwebt er seine poetische Begabung mit scharfsinniger Beobachtungsgabe. Mit seiner Stimme als Werkzeug vermittelt er seine Botschaften – mal flüsternd, mal brüllend, aber immer mit aufrichtiger Hingabe. Die Live-Band, die Disarstar begleitet, verschmilzt nahtlos mit seiner Kunst, fängt die Stimmung jedes Liedes ein und nimmt das Publikum richtig mit. Zwischen den Songs teilt Disarstar seine persönlichen Gedanken und Ansichten zu aktuellen Themen. Seine klare Haltung zu sozialen und politischen Themen verleiht seinen Texten zusätzliches Gewicht und zeigt, dass er nicht nur Künstler, sondern auch Denker ist.

Ein Sido-Konzert ist ein bisschen wie ein Treffen mit einem alten Freund, der Geschichten aus seinem Leben erzählt, einen zum Lachen bringt, zum Nachdenken anregt und ein Gefühl der Verbundenheit hinterlässt. Sido, mit bürgerlichem Namen Paul Würdig, ist ein Ausnahmetalent der deutschen Hip-Hop-Szene, denn er vereint viele Stilrichtungen. Von Gangsta-Rap, Pop-Rap, Rap-Rock, Trap, Comedy-Rap oder Battle-Rap hat er alles in seinem Repertoire. In seinem unverkennbaren Stil, einer Mischung aus Lässigkeit und Exzentrik, betritt der deutsche Rapper die Bühne. Neonlichter, die in alle Richtungen strahlen, rücken ihn ins Rampenlicht, während DJ Desue im Hintergrund den Klangteppich legt, auf dem Sidos Reime tanzen können. Sidos Texte sind wie kleine Kurzgeschichten. Von humorvollen Alltagsbeobachtungen bis hin zu tiefgründigen Lebensreflexionen weiß Sido sein Publikum damit zu fesseln. Seine Reime sind messerscharf, präzise und oft provokant, aber sie haben immer eine Botschaft, eine Meinung. Und was Sido von vielen anderen Rappern unterscheidet, ist seine Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen. Zwischen provokanten Phrasen verstecken er Poesie und tiefe Einblicke in seine Gedankenwelt. Während er die Menge mit Hits wie „Mein Block“, „Bilder im Kopf“ und „Astronaut“ mitreißt, kann man die Nuancen seiner Texte erkennen – Geschichten von Aufstieg und Fall, von Liebe und Verlust, von Identität und Veränderung. Darüber hinaus ist Sido kein Künstler, der sich auf seiner Bühne abschottet. Im Gegenteil, er interagiert mit der Menge auf eine Weise, die zeigt, dass er die Menschen versteht. Seine Ansagen sind ehrlich, manchmal humorvoll, manchmal nachdenklich, aber immer authentisch – und das kommt richtig gut an.

Es ist eine jener Nächte, die man nicht vergisst – ein Szenario aus grellen Lichtern, wummernden Bässen und einer Energie, die ein wildes Feuer in den Herzen der Menge entfacht. Die Bühne bildet den perfekten Rahmen für das explosive Duo. Straßenbandenchef Bonez MC und Indipendenza-Chef RAF Camora betreten die Bühne wie moderne Gladiatoren, bereit, das Publikum mit ihren Waffen aus Worten und Beats zu erobern. Wie ein Orkan fegen die ersten Töne über das Publikum hinweg. Die markante Stimme von RAF Camora dröhnt aus den Boxen, dazu der kraftvolle Rap von Bonez MC. Die Texte, mal provokant, mal tiefgründig, treffen immer ins Schwarze. Doch es ist nicht nur ihre Musik, die diesen Abend zu etwas Besonderem macht. Es ist auch die Verbindung zwischen den Künstlern und ihrem Publikum. Bonez MC und RAF Camora schaffen es, eine Brücke zu schlagen, als wären sie alte Freunde, die ihre Geschichten teilen. Die Momente zwischen den Songs sind geprägt von Humor, Selbstironie und dem unverkennbaren Charme der beiden. Der Höhepunkt des Abends ist zweifellos, wenn Bonez MC und RAF Camora ihre größten Hits zum Besten geben. „Ohne mein Team“, „500 PS“, „Palmen aus Plastik“ – diese Hymnen bringen die Menge zum Toben, zum Mitsingen und Mitklatschen.

Leider durften wir aufgrund von Restriktionen der Künstler keine Fotos erstellen oder veröffentlichen.

Als die letzten Beats verklungen sind und die beiden Künstler die Bühne verlassen haben, bleibt eine euphorische Menge zurück, hungrig nach mehr. Zum Glück geht es am Samstag weiter mit großartigen Künstlern beim Heroes Festival 2023 in Hannover.