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Mera Luna 2019 am Samstag – Unsere Highlights

Zwischen den aktuell wechselhaften Gut- und Schlechtwetterfronten, steht das Mera Luna 2019 glücklicher Weise unter einem günstigen Stern. Am Wochenende zuvor hat bspw. das matsch-berühmt-berüchtigte Wacken Open Air mal wieder unter Regen und sogar Evakuierungen gelitten. Umso fröhlicher sind nun 25.000 Gothic-Fans, die bei einem warmen Sonne-Wolken-Mix wieder liebevoll kostümiert den Flugplatz in Hildesheim Drispenstedt zum Schaulauen nutzen. Schließlich geht hier nichts ohne extravagante Kostüme, phantasievolle Roben, mittelalterliche Gewänder, bizarren Accessoires und gruselige Masken. Und wer mag, bummelt über die Shoppingmeile, kleidet und schmückt sich ein im Gothic-Ambiente-Zelt oder genießt Leckereien wie Met und Spanferkel im mittelalterlichen Dorf.

Bereits seit Freitag haben die Fans düsterer Rock- und Elektroklänge die das Festivalgelände umgebenen Campingflächen besiedelt und sind in den Abendstunden mit Workshops und Lesungen in das Wochenende gestartet. Richtig los geht es dann am Samstag mittag mit dem musikalischen Hauptprogramm. Dabei bietet das Maskenfest der Gothicszene ein großartiges Line-up, das mit Main Stage und Hangar gleich auf zwei großen Bühnen stattfindet. Als Headliner für den ersten Festivaltag hat Veranstalter FKP Scorpio die Symphonic-Metal-Größen Within Temptation gewinnen können, hinzu kommen Künstler wie ASP, Oomph!, Lacrimosa, Mono Inc. und viele viele weitere.

Ewigheim

Als erster Akt für uns steht Ewigheim auf dem Plan. Es ist einer der seltenen Live-Auftritte der vierköpfigen Band aus Thüringen. Bemerkenswert ist die Kombination an eher ruhigen und düsteren Texten, mit vorwiegend Gitarren- und Klavier-Sounds. In ihrem kraftvollen und exzellent arrangierten Liedgut geben sich die Thüringer schwarzhumorig und zynisch ihren Todessehnsüchten hin, dazu bieten sie aber auch jede Menge kreatives Reimgut und ruhige Töne zum melancholischem Verweilen an. In ihrer ganzen morbid-rockigen Schönheit spielen Ewigheim ihre Stärken wunderbar aus und besinnen sich auf das, was sie erfolgreich gemacht hat: Die Vertonung des Todes in seiner melancholischen Bedeutung.

Stahlmann

Stahlmann kommen aus Göttingen und haben damit, neben den Kollegen von Oomph! am Abend, fast ein Heimspiel beim Mera Luna 2019 Samstag. Sie repräsentieren eine junge Generation harter, deutschsprachiger Musik und entwickeln jenen kraftvollen Musikstil weiter, der in den 90ern als „Neue Deutsche Härte“ mit Vorreitern wie Die Krupps oder Oomph! begann und etliche Jahre später von Rammstein perfektioniert wurde. Knallharte Stakkato-Gitarren, bedrohlich-tiefer Bassgesang vom smarten Sänger Mart und schnelle Drums, die direkt einschlagen. Die vier silbernen Bandmitglieder kommen am frühen Nachmittag wie die Vorboten der Apokalypse daher und hauen entsprechend energisch ihre düsteren Electro-Rock-Hymnen heraus.

Centhron

Proppenvoll platz der Hangar am frühen Nachmittag bereits fast aus seinen Nähten. Verantwortlich dafür sind Centhron, eine deutsche Electro- und EBM-Band. Die Dreier-Combo aus Bremen ist mit ihrem Aggrotech ein Garant für knallharten Sound. Gnadenlos prasseln Beats und Bässe auf das Publikum ein, während Frontmann Elmar Schmidt die tiefsten Shouts aus seiner Seele und Kehle holt. Seit 18 Jahren ist die Gruppe aktiv, entsprechend bekannt und beliebt ist sie auch hier auf dem Mera Luna.

Deathstars

Als nächstes gibt es Black-Metal auf die Ohren von den Deathstars aus Schweden. Die Band besteht aus vier Mannen, die ausgeflippter nicht sein könnten. Dabei sind ihre blass-weißen Gesichter auf dem Mera Luna ja längst nichts ungewöhnliches oder dass sie alle komplett in schwarz auftreten. Wobei aber jedes kleine Detail perfekt abgestimmt ist: Sonnenbrillen und sonstige Accessoires, aber auch alle Instrumente. Die wirbelnden langen Rastazöpfe von Bassist „Skinny Disco“ stehlen aber allen anderen Bandmitgliedern ganz klar die Show. Zu hören gibt es härte Gitarrenklänge und dazu die tief-dunkle Stimme von Sänger Whiplasher. Das zieht einen in den Bann.

(X)-RX

Seit 2006 musikalisch aktiv, hat sich das Electro-Projekt X-RX des in Braunschweig lebenden Musikers Pascal Beniesch innerhalb kürzester Zeit zum heißgehandelten Tipp in der Cyber-Industrial-Szene entwickelt. Und dieser Erfolg ist nicht abgerissen. Kein Wunder, dass sich die Hangar Stage also in kürzester Zeit in ein Tollhaus verwandelt und die Leute regelrecht ausflippen zu den harten Beats. Jan und Pascal geben ihr Bestes, alle zum Eskalieren zu bringen. Beiden macht ihr Auftritt sichtlich Freude und das Publikum feiert sie und ihren furiosen Mix aus Electro, Industrial und Techno dafür.

Corvus Corax

Die Band Corvus Corax, die selbst ernannten und wohl verdienten „Könige der Spielleute“, sind von keinem Mittelalterfest mehr wegzudenken, schließlich sind sie neben In Extremo oder Tanzwut eine der populärsten Mittelalterbands dieser Szene. Breiten Bekanntheitsgrad erreichten die Spielleute mit ihren in 2005 neu vertonten Songs von Carmina Burana, veröffentlicht als „Cantus Buranus“. Wenn Corvus Corax live auftreten, geben sie alles um die Massen anzutreiben und das ist natürlich auch hier beim Mera Luna der Fall. Der klassische, unverwechselbare Klang, für den Corvus Corax steht, kommt eindeutig nicht zu kurz, mächtig dröhnen die Trommeln und klagen die Dudelsäcke.

Oomph!

Ab Sekunde Eins brennt hier das Feuer im Publikum lichterloh, denn die Menge ist mehr als bereit, um nicht nur aus voller Kehle mitzusingen, sondern auch um unter den Trommelschlägen von Frontsänger Dero Goi zu springen. Seit Januar 2019 ist das neuste Werk „Ritual“ auf dem Markt, daher gibt es auch einiges von diesem Tonträger zu hören. Aber natürlich kommen die beliebten Klassiker wie „Augen aAuf“, „Gott ist ein Popstar“ oder „Gekreuzigt“ aus der umfangreichen Oomph-Diskografie auch nicht zu kurz. Geliebt werden Oomph! vor allem auch wegen ihren unbequemen, sozialkritischen Songs, die gekonnt mit harten Riffs und eingängigen Keyboard-Hintergründe vermischt sind. Ganz deutlich wird wieder, dass die Band nicht nur Gothic Rock und NDH kann, sondern auch EBM in ihr Sortiment gehört. Sänger Dero geht voll in der Stimmung auf und dreht sogar eine große Runde über dem Meer der Hände.

Agonoize

Erste Reihe ohne Gehörschutz undenkbar! Was auch nicht geht ist, erste Reihe und trocken bleiben, ob Schweiß aus den eigenen Poren oder Kunstblut von der Bühne, hier bleibt niemand trocken. Das obligatorische Blutbad zu „Blutrausch“ in dem der Fronter sich mit einem großen Küchenmesser bewaffnet, die Puls- oder Halsschlagadern aufschneidet, ist schon weit bekannt. Chris L. ist heute ist Hochform und macht der Meute ordentlich Feuer unterm Hintern. Es werden keine halben Sachen gemacht, Chris prügelt sein Programm durch. Kurz gesagt, Agonoize veranstalten eine Abrissparty und alle feiern begeistert mit.

Mono Inc.

Mono Inc. wissen was ihre Fans hören wollen und feuern direkt einen Hit nach dem anderen ab. Aber da Mono.Inc natürlich auch mit einem neuen Album „Welcome to Hell“ in den Startlöchern stehen, beglücken sie ihre Fans mit Auszügen aus selbigem. Die neuen Lieder werden begeistert aufgenommen. Die Dark-Rock Band aus Hamburg schmettert ihre harten Sounds mit dunkler Stimme ins Infield. Textsicher singt das Publikum mit, feiert Martin Engler und seine Band in vollen Zügen. Das Quartett aus Nord-Deutschland zählt zu den Größten ihres Genres und füllt stattliche Hallen – kein Wunder also, dass auch die Besucher in Hildesheim Mono Inc liebend gern ihr Gehör schenken.

Lacrimosa

Nur wenige deutschsprachige Bands können auf eine so bewegte, musikalische Schaffensgeschichte wie Lacrimosa zurückblicken. Schon seit mehr als 27 Jahren scharren Tilo Wolff und seine Kollegen die Jünger der schwarze Szene um sich und werfen dem Gothic-Genre immer wieder wichtige Innovationen hinein. Die Relevanz von Lacrimosa ist auch heute noch ungebrochen, denn sie wandeln mühelos zwischen den Genre-Grenzen und bescheren ihren Anhängern einzigartige Momente zwischen Schwermut und Poesie. Gothic-Rock und Sinfonischer Metal gepaart mit Melancholie und Hoffnung – ihr schier unerschöpfliches Repertoire der schwarzen Musikkunst schallt in den frühen Abendstunden über das Festivalgelände.

Within Temptation

Vor anderthalb Jahrzehnten hat die Band um Sängerin Sharon den Adel und Gitarrist Robert Westerholt mit klassischem Gothic Metal begonnen. Mehr und mehr hat sich daraus bis heute DIE Symphonic-Metal-Gruppe schlechthin entwickelt. Und dass, ohne je ihre Wurzeln zu verleugnen oder zu verlieren. Der wunderbare Auftritt von Within Tempation beim diesjährigen Mera Luna ist natürlich genauso gut, wenn nicht noch besser, als all ihre Alben. Das liegt einerseits an dem fantasievollen Dress, den sich die gelernte Modedesignerin Sharon den Adel selbst auf den Leib geschneidert hat, andererseits aber auch an der spektakulären Bühnenshow, die mit Licht und Pyrotechnik besticht. Mit ihrer kraftvollen Stimme singt sich Adel in die Herzen der Zuschauer und legt die Headliner-Latte fürs kommende Jahr weit nach oben. Within Temptation sind und bleiben eben eine Institution in diesem Musikgenre. Sie wissen ganz genau, wie sie sich präsentieren und strahlen dabei wie eh und je eine Leichtigkeit und Spielfreude aus. Ihre Shows sind ein Rundum-Sorglos-Paket für einen guten Konzertabend, der optisch und musikalisch begeistert und überzeugt.

Die Krupps

Unter pompöser Marschmusik kommen Die Krupps auf die Bühne. Was die reine Menge an physischen Musikinstrumenten angeht, können Die Krupps hier die meisten anderen Bands locker abhängen. Den metallischen Klängen folgt auch unmittelbar ein riesiger Moshpit. Die Tontechniker haben zum Glück volle Leistung abgerufen, leiden die Krupps sonst öfter mal an schlecht gemischten Sound, ist davon heute nichts zu merken und das Publikum kann bei Top-Sound die Stimmung genießen. Die Menge lässt es richtig Krachen und singt lautstark mit.

ASP

Der Altmeister ASP bittet zum Stelldichein. Dank der langjährigen Schaffensgeschichte kann ASP auf ein großes Repertoire zurückgreifen und treibt gekonnt sein perfekt ausgewähltes Liveset voran. Die kompletten Mera Luna-Besucher feiert ausgelassen und genießt die letzten Atemzüge des ersten Festivaltages. Und was wäre eine ASP- Show ohne Feuer? „Ihr schönen Menschen. Es ist klasse, dass ihr alle hier seid“ begrüßt ASP die Fans. In schwarz und rot getauchten Farben schwelgen die Zuschauer zu der kraftvollen Stimme von ASP. Gänsehaut-Feeling vermischt sich mit romantischer Stimmung, als das ganze Field die Feuerzeuge und Handytaschenlampen anstellt. Man könnte meinen, ASP sind es nach all den Jahren langsam überdrüssig, aber weder Alexander Spreng, noch die Fans wollen es am Ende missen: „Ich will brennen“. Eine Art Glaubensbekenntnis für ASP, denn für sie entflammen ein weiteres Mal die Stimmen und Körper der schwarzen Seelen. Wieder einmal routiniert eine super gute Show abgeliefert.

Mera Luna 2020: Tickets + Infos

Mera Luna 2020

ASP beim Mera Luna 2019 am Samstag

Der Altmeister des Gothic Rock ASP bittet zum Stelldichein. Dank der langjährigen Schaffensgeschichte kann Alexander „ASP“ Frank Spreng auf ein großes Repertoire zurückgreifen und treibt damit gekonnt sein perfekt ausgewähltes Liveset voran. Dafür haben sich nahezu alle Mera Luna 2019-Besucher vor der Main Stage versammelt und feiern ausgelassen. Jeder genießt jetzt die letzten Atemzüge des ersten Festivaltages. Und was wäre eine ASP- Show ohne Feuer? Natürlich hat ASP reichlich davon mitgebracht.

„Ihr schönen Menschen. Es ist klasse, dass ihr alle hier seid“ begrüßt ASP die Fans. Textfest unterstützen die Zuschauer die kraftvolle Stimme von ASP. Gänsehaut-Feeling vermischt sich mit romantischer Stimmung, als das ganze Field die Feuerzeuge und Handytaschenlampen anstellt. Man könnte meinen, ASP sind es nach all den Jahren langsam überdrüssig, aber weder Alexander Spreng, noch die Fans wollen am Ende den beliebten Song „Ich will brennen“ missen. Eine Art Glaubensbekenntnis für ASP, denn für sie entflammen ein weiteres Mal die Stimmen und Körper der schwarzen Seelen.

Mehr Bilder von ASP beim Mera Luna 2019 am Samstag sowie jede Menge Bilder von euch selbst und der verschiedenen Bandauftritte, findet ihr in Kürze hier auf stagr.

So war das Amphi Festival 2018 am Samstag

Wenn der Geruch von Patschuli durch Köln zieht und eine Horde schwarz gekleideter Menschen zielstrebig Richtung Tanzbrunnen läuft, dann ist wieder Amphi Zeit. Zum 14. Mal lädt das Amphi alle ein, um wieder gemeinsam zu elektronischen Sounds und knackigen Riffs zu feiern. Obwohl der Samstag wettertechnisch unter keinem guten Stern steht, es wurde eine Unwetterwarnung herausgegeben, hat das die Besucher nicht abgeschreckt zahlreich zu erscheinen. Die Veranstalter haben sogar extra das Schirm-Verbot aufgehoben und wegen des seit Wochen anhaltenden heißen Wetters, sind zwei zzusätzliche Trinkwasserstellen eingerichtet wurden. Und im Gegensatz zu früher, dürfen die Besucher nun jeweils eine 0,5 PET-Flasche mit auf das Gelände nehmen. Vielen Dank an die Veranstaltern.

Auf dem Festivalgelände verteilen sich insgesamt drei Bühnen: Die Main Stage unter freiem Himmel, die Theater Stage (über diese Entscheidung müsste man wirklich noch mal nachdenken) und das Schiff. Da der Wasserpegel viel zu niedrig ist, liegt das Schiff leider gefühlte 100 KM entfernt vom Tanzbrunnen vor Anker. Der Besucher kann entscheiden, ob er zu Fuß gehen oder sich lieber mit dem eigens dafür eingerichteten Shuttle Bus kutschieren lassen möchte.

Bei 42 Bands an zwei Tagen ist definitiv möglich, jeden Geschmack zu treffen. Die Mischung ist auch dieses Jahr wieder sehr vielfältig gewählt. Von EBM bis hin zu Dark Rock ist alles vertreten. Einzig und allein zwei Dinge sind schwierig: Das Waschküchen-Wetter – Obwohl die Sonne nicht ständig scheint, ist es drückend und schwül. In der Theater Stage läuft einem der Schweiß in Strömen den Körper runter und draußen erwarteten einen statt erhoffter Abkühlung keine wesentlich besseren Temperaturen. Was einem bleibt ist der ständige Weg zu den Wasserstellen oder chillen am Strand, denn dieser gehört zu den unglaublichen tollen Dingen am Amphi Festival. Dann ist da noch die Theater Stage. Eine so kleine Halle kann nun mal nicht viele Leute aufnehmen, also warum spielen dort bekannte Größen wie Centhron oder Grendel? Dass da der Besucherandrang enorm sein wird, ist doch klar, oder? Vor allem bei den Temperaturen ist es anstrengend, bis zu einet Stunde in der Schlange anzustehen, um dann nur vielleicht noch hinein zu gelangen.

FUTURE LIED TO US

Der Tag beginnt in der Theater Stage mit Future Lied to Us. Jens Puppekopp kündigt die Band mit dem Hinweis an, dass Krischan sich entschuldigen lässt und dass die Band Gast bei der kommenden „And One – World Vibration Tour 2018“ sein wird. Nach dem organisatorischen Teil kann die Show endlich beginnen. In der gut gefüllten Theater Stage beginnt das Konzert relativ gechillt und die ersten Leute geben sich der Musik hin, auch wenn der Funke noch nicht ganz Überspringen will. Das bleibt natürlich nicht so. Ab dem 3. Lied wird die Tanzfreude der Leute gefordert. Der vorher entspannte Beat wird härter, was das Publikum mit großer Freude zum Tanzen anregt. Die einst kühle Theater Stage wird langsam aber sicher muckelig warm. Sänger und Publikum schwitzen gemeinsam was das Zeug hält.

X-RX

Noch schön nassgeschwitzt geht es weiter zu X-RX. Dr. Benecke bereitet es ein Riesen großes Vergnügen die Jungs mit liebevollen Worten anzukündigen und extra zu erwähnen, dass Pascal und Jan sich für den Auftritt umgezogen haben. Ist doch nett, oder? So, genug der netten Worte, die Party kann jetzt starten. Die Mainstage verwandelt sich bei dem Lied „Kein Herz“ in ein Tollhaus und die Leute flippen zu den harten Beats komplett aus. Kein Wunder, denn Jan und Pascal geben ihr Bestes alle zum Eskalieren zu bringen. Beiden macht ihr Auftritt sichtlich Spaß, denn sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Auch wenn der Spaß an oberste Stelle steht, machen die Beiden auf humorvolle Weise darauf aufmerksam, wie wichtig es ist bei dem Wetter ausreichend zu trinken. Nach diesen Worten geht die Eskalation weiter.

UNZUCHT

Nach einer kleinen Verschnaufpause und kurzem Aufenthalt bei den Trinkwasserstellen geht es wieder zurück zur Mainstage. Dr. Benecke und Jan von X-RX stehen zusammen auf der Bühne und kündigen Unzucht an. Kleiner Funfact: Unzucht waren schon auf Platz 61, 16 und 62 der deutschen Albumcharts. Na was ergibt das? Richtig die Zahl 666!! Evil!! Hach, den Humor von Benecke kann man einfach nur mögen. Da das neue Album „Akephalos“ Release-Woche hat, wird Benecke nicht müde uns immer wieder aufzufordern, das Album zu kaufen um Unzucht zu einer guten Chartplatzierung zu helfen. Schließlich würde das helfen, die ganzen Rapper und Schlagersternchen auf die hinteren Plätze zu verbannen. Check, ist vorgemerkt. Und dann endlich beginnt Unzucht. Habt ihr alle Bock auf Dark Rock?! Aber Hallo, was für eine Frage! Nach der Anzahl der Leute zu urteilen, scheint das komplette Amphi vor der Mainstage zu stehen. Ein Hit folgt dem nächsten und die Leute erweisen sich als sehr Textsicher. Ein kleiner Vorgeschmack auf das neue Album gibt es natürlich auch mit dem Lied „Nela“ offensichtlich gefällt Petrus, was er sieht, denn anstatt des erwarteten Unwetters beginnt es nur kurz zu regen. Die kleine Erfrischung wird von allen begeistert aufgenommen.

In der Mittagszeit gestaltete sich der Eintritt ins Theater als problemlos, doch jetzt darf man als Besucher sich die Beine in den Bauch stehen. Und wer Pech hat, kommt nicht rein, denn es gibt nur einem begrenzten Aufnahmekontigent. Das ist wirklich verbesserungswürdig. Für diejenigen die das Glück hatten in die Halle zu kommen, wird eine Hammer Abrissparty veranstaltet. Alles was das kleine Besucherherz begehrt, wird gespielt. Das Theater hat sich mittlerweile in eine Saune verwandelt, aber das interessiert niemanden. Alle wollen nur tanzen und feiern.

AESTHETIC PERFECTION

Dank der blöden Überschneidung von Centhron und Aesthetic Perfection habe ich leider ein paar Lieder verpasst. Als ich jedoch vor der Mainstage stehe, traue ich meinen Ohren nicht. Es wird ein Lied gespielt, dass mir so unglaublich bekannt vorkommt, es erinnert mich an alte Teeny Zeiten. Erst beim genaueren hinhören, kann ich es erkennen. Beinahe fällt mir mein Becher aus der Hand als ich das weltberühmte „Bye Bye“ von NSync höre. Ich muss schon sagen, ein interessantes Cover, da es nur textlich mit dem Original zu tun hat, ansonsten gibt Daniel seine eigene Interpretation zum Besten. Der Auftritt beweist wieder einmal wie unglaublich wandelbar und vielseitig Aesthetic Perfection sind. Daniel und seine Band rocken im wahrsten Sinne die Bühne. Kein Wunder, dass niemand da still stehen kann. Selbst als es wieder anfängt etwas zu regnen, interessiert es keinen Mensch, dafür ist der Auftritt einfach zu genial. Auf der Theater Stage stehen währenddessen [:SITD:]. Die im Jahre 1996 gegründete Band versteht sich darauf, die Masse ausrasten zu lassen. Mit ihren Aggrotech schafft die Band um Carsten Jacek eine düstere apokalyptische Stimmung, die Begeistert aufgenommen wird, und sorgt damit für eine gewisse andere Art an Stimmung als auf der Hauptbühne.

Mono.Inc

Raus aus der schwitzigen Hölle und wieder vor die Mainstage. Mono.Inc. wissen was ihre Fans hören wollen und feuern ein Hit nach dem anderen ab. Aber da Mono.Inc natürlich auch mit einem neuen Album „Welcome to Hell“ in den Startlöchern stehen, beglücken sie ihre Fans mit Auszügen aus diesem. Die neuen Lieder werden begeistert aufgenommen. Trotz ekeliger Schwüle kann Manuel nicht auf seine obligatorische Kopfbedeckung verzichten. Er steht doch tatsächlich mit einem Kaputzenumhang auf der Bühne! Gibt es eigentlich Bilder von ihm ohne Kopfbedeckung?

FUNKER VOGT

Diese Band hat nicht nur ein neues Album im Gepäck, sondern auch einen neuen Sänger. Chris, welcher am Folgetag mit seiner anderen Band Agonoize auf der Bühne steht, ist noch nicht lange Teil der Crew, bereichert diese aber ungemein. Jetzt liefern Funker Vogt nicht nur gute Musik, sondern auch eine gute Show. Man könnte denken, dass aus diesem Grund nur neues gespielt wird, aber das ist falsch. Chris überzeugt nicht nur bei neuen Songs, sondern auch bei Klassikern. Ganz nebenbei feiert die Band noch eine Weltpremiere, indem sie den Song „Feel the Pain“ spielen, welcher im September als Single erscheinen wird. Und da soll jetzt nochmal einer sagen, dass Sängerwechsel eine Band schwächen würden.

OMD

Die Altmeister (es gibt sie immerhin seit gut 40 Jahren) bitten zum Tanz. Es ist schon sehr beachtlich, wenn sich eine Band so lange halten kann, ohne auf dem Weg die Besatzung zu verändern, aber genau das haben OMD bisher geschafft. Letztes Jahr erschienen erst ihre 13 Album, was der Band aber keinesfalls Unglück beschert. Das Konzert des Albums schließt direkt an den Vorgänger an und sorgt so für einiges an Stimmung. Aber wer so lange unterwegs hat auch viele Fans der alten Schule, welche nicht nur neues hören wollen. Auch diese werden nicht enttäuscht und mit einigen Klassikern zufriedengestellt. So feiern alle Fans, ob neu oder alt, zusammen in den Abend.

SUICIDE COMANDO

Da Assemblage 23 leider absagen mussten, treten nun Suicide Commando auf. Und genau hier gibt es wieder besagtes Problem vor der Theater Stage. Es gibt kein hineinkommen. Während Funker Vogt spielten, bildete sich schon die Schlange für Suicide Commando . Wer Glück hat, kommt genau zu der Band rein, die er sehen will, ansonsten hat er halt Pech gehabt. Wirklich großartig, nicht! Aufgrund der spontanen Zusagen treten Suicide Commando mit ihrer Vintage Tour auf, da sie ihr normales Set schon am Vortag auf der Pre-Party gespielt haben. Wer also erst Samstag anreiste, hatte hier die Chance die Band doch noch zu sehen – sofern der Einlass klappte.

ASP

Der Altmeister bittet zum Stelldichein. Dank der langjährigen Musikgeschichte kann ASP auf ein riesen Repertoire zurückgreifen. Gekonnt spielt er sein Programm und die Masse (jawohl Masse, mittlerweile hat sich das komplette Amphi vor der Mainstage eingefunden) feiert, was das Zeug hält. Und was wäre ein ASP Show ohne Feuer? Allerdings stießen die Feuershoweinlagen bei den Fotografen nicht unbedingt auf Freude. Genau dann als sie für ein Foto den Fotograben verlassen mussten, wurde das Feuer über ihren Köpfen entzündet. Das kam wohl nicht bei allen so gut an. Den Fans war das egal, ASP haben wieder einmal routiniert eine gute Show abgeliefert.

Danke an Amrei Meinhard für den Text.

Infos + Tickets Amphi Festival 2019

Amphi Festival 2019 / Amphi 2019

Plage Noire 2018 – So war der Freitag

Nach unserer Ankunft beim Plage Noire 2018 gibt es für uns erst einmal die Location zu begutachten, den Ferienpark Weißenhäuser Strand. Der Park vereint jede Menge Apartmenthäuser und Ferienwohnungen, die als Unterkunft für die Besucher bereitstehen. Für wen der Komfort eher zweitrangig ist, der hat nebenan auch die Wahl, auf dem Campingplatz zu nächtigen. Allerdings ist es Ende April und draußen noch entsprechend kühl. Hardcore-Camper schreckt das ja aber selten ab. Ergänzt werden die Apartmentblocks durch eine abwechslungsreiche Restaurantmeile und es bieten sich eine Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen an. Vom Kinderspielplatz, Abenteuer- Dschungelland bis zur Kegelbahn gibt es hier alles.

In Bezug auf die Familienfreundlichkeit und den Komfort sucht das Plage Noire 2018 im Vergleich mit anderen Festivals seinesgleichen. Des weiteren gibt es in unmittelbarer Nähe natürlich den Ostseestrand mit wunderbarem Blick aufs Meer inklusive. Da es zum Baden noch viel zu kalt ist, gibt es hier anderweitig Abhilfe, denn das subtropische Badeparadies lädt zum Abschalten oder Spaß haben im Wasser ein. Das Hauptaugenmerk liegt an diesem Wochenende aber natürlich auf dem musikalischen Programm. Für die verschiedenen Künstler sind drei Bühnen aufgebaut: La Chapiteau – die gewaltige Zeltbühne, Salle de Fête – der Veranstaltungssaal der Ferienanlage und La Rotonde – eine kleinere Bühne etwas abseits. Aber nicht nur auf den Bühnen gibt es Shows zu begutachten, der Catwalk für die Modeshows ist mitten in der Galerie zwischen den Restaurants aufgebaut. Genretypische Mode wird dort hautnah erlebt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Das Festival beginnt für uns mit Ost+Front. Nach einem langem Intro zum Einzug geht es direkt in die Vollen mit „Adrenalin“ über „Fiesta de sexo“ und „Afrika“. Nicht lange kommen wir in den Genuss der Berliner Neue-Deutsche-Härte-Band, denn nebenan wartet schon das nächste Highlight auf uns. Während Herrmann Ostfront und Co. noch rocken, geht es für uns weiter zu Noisuf-x im Salle de Fête. Das Ein-Mann-Electro-Projekt sorgt für Club-Feeling und bringt langsam Fahrt in die noch etwas von der Anreise erschöpften Musikbegeisterten. Also ab dafür und schwingt das Tanzbein.

Derweil bereiten sich Megaherz im La Chapiteau auf ihr Konzert vor. Das Zelt sieht noch etwas leer aus. Aber die Gesamtmaße sind so geplant, dass zu Stoßzeiten sämtliche Besucher des Festivals bequem dort Platz finden können. Apropos bequem Platz finden: Dort wo die anderen Bühnen nur eine bzw. mehrere Theken zu bieten haben, gibt es im La Chapiteau neben einer Rollibühne auch noch weitere Tribünen mit Sitzgelegenheiten – es sind war nur Klappstühle, aber jeder Festivalgänger freut sich nach einiger Zeit auf den Beinen er jegliche Sitzmöglichkeit. Hier befindet sich auch die VIP-Bühne, ausgestattet mit gemütlicheren Sitzgelegenheiten und eigener Theke. Durch die große Weite im Saal lässt leider die Stimmung am Anfang noch etwas auf sich warten. Megaherz lassen sich davon aber nicht beirren, also „Vorhang auf“ und Bühne frei.

Im dagegen winzigen La Rotonde ist die Stimmung bei Apron richtig am Kochen. Kein Wunder, in der ersten Reihe ist man nahezu auf Tuchfühlung mit Frontsänger Till Herence. Die Bands der kleineren Hallen lassen sich aber auch außerhalb der Hallen über Monitore live mitverfolgen, für Besucher denen es dort drinnen zu eng ist. Zurück zu Megaherz, wo es beim Hit „Zombieland“ endlich voller und voller wird. Die Hits zum Mitsingen „Glorreiche Zeiten“ und „Himmelsstürmer“ gibt es direkt hinterher. Auffällig und eindeutig positiv beim Plage Noire 2018 ist: Die Setlist aller Bands sind sehr lang und haben mit 75 Minuten – eher Konzert-Ausmaße. Für uns geht es nun aber wieder Richtung Salle de Fête zu Solar Fake. Auch hier machen sich die kühleren Außentemperaturen bemerkbar. Wo bei Noisuf-x der Saal „nur“ voll war, platzt er jetzt bald aus allen Nähten. Aber Platz zum Tanzen finden die begeisterten Fans immer. Und so verlangt Sänger Sven Friedrich nicht nur den Fans eine Menge ab, sondern lässt auch den Sauerstoffgehalt der Luft schwinden.

Nach einigen tiefen Atemzügen an der frischen Luft geht es zurück ins La Chapiteau, wo sich Mono Inc. schon mal bereit machen. Die Menge nach dem Auftritt von Megaherz hat sich mittlerweile ordentlich vergrößert. Die fallenden Temperaturen draußen scheuchen auch die letzten unentschlossenen vor die Bühnen. Mono Inc. eröffnen ihr Programm mit „Together Till the End“ und bieten  weiterhin „The Banks of Eden“ und „Arabia“ dar. Freudig verkündet Frontmann Martin Engler, dass die Band einen speziellen Gast mitgebracht habt – Roland Zeidler, mit dem sie „Potter’s Field“ und „Wonderful Life“ stimmstark zum Besten geben.

Nach dieser Show genehmigen wir uns erstmal eine kurze Pause und gesellen uns danach wieder ins große Zelt, vor die Bühne des Headliners am ersten Festivalabend. ASP eröffnen ihre Show mit „Mondscheinsirenade“, weiter geht es mit „Duett“, „Eisige Wirklichkeit“ und „20.000 Meilen“. Zu „Werben“ serviert Gitarrist Sören Jordan ein exzellentes Solo. Dies ist der letzte Live-Auftritt für ASP, nun gönnen sie sich eine Pause nach der letzten Tournee. Im Oktober diesen Jahres geht es für die Rockband allerdings auch schon wieder weiter. „Wir sind unbequem und weil ihr heute alle so schön im Hotel schlaft, hier etwas was euch das unbequemer macht“ und mit dieser Aussage von ASP geht es weiter mit „Astoria verfallen“. Auch das der Location angemessene Strandthema wird aufgegriffen und so wird uns „Bernsteinmeerengel“ voller Gefühl präsentiert. Weiter geht es mit „Wechselbalg“ durch „Die Untiefen“ und immer weiter vorwärts und abwärts mit „Schwarzes Blut“.

Nach vielen Jahren hat ASP es erfolgreich in ein Schulbuch geschafft. Ein Ethik-Schulbuch mit einem Zitat aus dem Lied „Ich bin ein wahrer Satan“. Traurig dabei ist, dass hier ein Lyrik-Wiki zitiert wird und das auch noch falsch. So steht dort Ziegenruf statt Ziegenhuf. Nach einer exemplarischen Darbietung des richtigen Textes, geht es weiter mit „Und ich tanzte“ und schließlich noch der Dauerbrenner „Ich will brennen“. Etwa 30 Minuten nach der Geisterstunde schlendern wir den kürzesten Weg in unserem Festivaldasein gen Unterkunft und freuen uns schon auf den kommenden Tag.

ASP mit neuem Album „Zutiefst“ in Hannover

Die Schlange von der Tür zieht sich bis um die Hausecke, aber es wird trotzdem pünktlich angefangen. Um 20:00 Uhr wird es düster und die Bühne gehört Gothminister. Die Alternative-Metal-Band legt direkt los mit „Ich will alles“. Das Publikum erwärmt sich und die aufpeitschende Stimmung breitet sich nach dem ersten Song direkt aus wie eine schwarze Seuche. Zu harten Gitarrenriffs und düsteren Texten wippen die Köpfe auf und nieder. Nach einer guten halben Stunde ist die Zeit für Gothminister schon vorüber. Die Leute strömen für eine kurze Abkühlung nach draußen oder an die Theke, um sich von der schon jetzt stickigen Luft zu erfrischen und bereit zu sein, wenn es heißt: Bühne frei für ASP!

Es wird finster im Saal und bis plötzlich ein einsames Licht durch das Dunkel schreitet. ASP, mit einer Laterne gewappnet, betritt die Bühne und trägt ein Gedicht vor zur „Mondscheinserenade“, vom frisch erschienenen Album „Zutiefst“ (VÖ 10-2017). Auch wenn die Menge zu Beginn noch etwas verhalten ist, brechen dann doch alle Hemmungen los, als die ersten Saiten zu „Duett“ erklingen. Der Pavillon ist vollständig ausverkauft und so ist der Saal so prall gefüllt, sodass sich selbst im Vorraum die Menschen noch um die Türen drängen um einen guten Blick auf die Bühne zu haben. Der Pavillon ist vollständig ausverkauft. Dadurch ist der Saal so prall gefüllt, dass sich selbst im Vorraum die Menschen noch um die Türen drängen um einen guten Blick auf die Bühne zu haben. Weiter geht es danach mit dem Song „20.000 Meilen“, gefolgt von „Eisige Wirklichkeit“. Zu den ersten Tönen von „Werben“ bebt die Menge förmlich und es wird lautstark mitgesungen und geklatscht. „Ihr schönen Menschen. Es ist wunderbar, dass ihr alle hier seid“ begrüßt ASP die Fans. In Schwarz und Rot schwelgen die Menschen zu der kraftvollen Stimme von ASP bei „ SonaARta“. Unter Jubel geht es danach direkt weiter mit „Astoria Verfallen“. Der Refrain wird im Kollektiv vor und auf der Bühne gesungen. Mit „Die Kreatur mit der stählenden Maske“, „Wechselbalg“ und „Torpedo“ geht es weiter zu „Das Kollektiv“ und bei „Schwarzes Blut“ kommt richtig Gänsehaut-Feeling auf.

Dann ist an der Zeit die Feuerzeuge heraus zu kramen oder eher die Handy-Taschenlampe, da es auch schon so heiß genug hier drinnen ist. Zu „Bernsteinmeerengel“ wiegen sich die Lichter wie die Sterne auf den Wellen im Meer. Als nächstes teilt ASP bei „Krabat“ mit allen das Geheimnis der Magie, aber nur, wenn jeder stillschweigen darüber bewahrt. Und so schlagen die Fans mit den Flügeln und es geht auf einen Flug um die Mühle. Danach geht es weiter mit dem Titelsong vom neuen Album „zutiefst…“. Zum Abschluss singen alle gemeinsam „Und wir tanzten“ und die große Romantik bricht aus, viele Pärchen finden sich in ihren Armen wieder. Ganz zu Ende ist dann aber doch noch nicht.

Man könnte meinen, ASP sind es nach all den Jahren langsam überdrüssig, aber weder Alexander Spreng, noch die Fans wollen es missen: „Ich will brennen“. Eine Art Glaubensbekenntnis für ASP, denn für sie entflammen ein weiteres Mal die Stimmen und Körper der schwarzen Seelen im Pavillon. Danach heißt es „Fortsetzung folgt“ mit „I am a Rock“. Womit ASP im Schein seiner einsamen Laterne durch die Dunkelheit schreitet und die Bühne wieder verlässt. Und auch die schwarze Menge verteilt sich wie ein Raben-Schwarm zufrieden in Hannovers dunkler Nacht.

ASP: 20.000 Meilen Tour 2017

Am 27. Oktober erscheint das neue Album „zutiefst“ von Mastermind ASP und auf diesem Album geht es zurück zur Erzählung „Fremder“ und die im Album „fremd“ begonnene Reise und in „MaskenHaft“ vertiefte Geschichte kommt zu einem neuen Höhepunkt. Pünktlich zum Album-Release geht die Band auf 20.000 Meilen Tour 2017 mit Gothminister als Support und wird 11 Städten in Deutschland die volle Rock-Dröhnung verpassen.

Nach zwei Tourneen zum musikalischen Horror-Erzählkino „Verfallen“ und zwei Spezial-Konzertreisen heißt es nun live wie auf CD „back to the roots“: zurück zur klassisch-songbetonten Geschichte des „Fremden“ und zur stärksten Rock-Präsentation von Liedern, die in ihrer Emotionalität und ihrem Tiefgang zum Mitfühlen und Mitfiebern einladen, schlicht Balsam für die Seele sind. Aber ASP wäre nicht ASP, wenn er dabei nicht die große Erzählung im Auge behielte, die mit den zwei bisher erfolgreichsten ASP-Alben „fremd“ und „Maskenhaft – Ein Versinken in elf Bildern“ (Platz 2 der deutschen Albumcharts!) begann und sich in vermeintlich unendliche Abgründe bewegte – doch es geht noch … so viel tiefer.

Bei allen Abstechern in die ganz hohen Chartregionen geben ASP niemals ihre Position der kritischen Independent-Künstler auf. Unabhängig vom Diktat der großen Musikkonzerne bleiben ASP sich selber und ihren Prinzipien treu und überzeugen mit Anspruch, Authentizität und Demut – die man besonders im Live-Kontext spürt. Die Verbundenheit der Musiker mit ihrem Publikum, die lyrisch-erzählerischen Texte, eingebettet in energetisch-rockige Klänge, und die mitreißende Darbietung lassen die Zuschauer wiederholt in Begeisterungsstürme ausbrechen und sind der Grund, weshalb die Fanschar stets weiter wächst und sich mit ihrer Band in immer unergründlichere Tiefen begibt …

M’era Luna Festival 2017 – So war der Samstag

Einfach nicht vom verregneten Festivalsommer 2017 abschrecken lassen, haben sich die 25.000 Gothic-Fans am Wochenende gedacht und pilgerten trotz Regen und Matsch zum M’era Luna Festival 2017 auf dem Flughafengelände in Hildesheim-Drispenstedt. Wo am gleichen Wochenende bei vielen Festival deutschlandweit eher in Gummistiefeln und Regenponcho gefeiert wurde, gab es beim M’era Luna ohne wenn und aber wieder das berühmte Schaulaufen mit extravaganten Kostümen, phantasievollen Roben, mittelalterlichen Gewändern, bizarren Accessoires und gruseligen Masken. Während der heißen Fetish-Modenschau im Hangar, beim Bummeln über die Gothic-Shoppingmeile oder mit leckerem Met und Spanferkel tröstete man sich schnell über die Wettersituation hinweg. Das Maskenfest der Gothic-Szene bot natürlich auch wieder ein hervorragendes Musikprogramm, das mit Main Stage und Hangar gleich auf zwei großen Bühnen stattfand. Als mega Headliner präsentiere Veranstalter FKP Scorpio am Freitag die Nu Metal-Begründe Korn, Dark-Rocker Alexander Spreng alias ASP, die Folk-Metaller von Subway To Sally, Electro aus Schweden von Covenant, Peter Spilles mit seinem E-Wave Project Pitchfork sowie Solar Fake, White Lies, Mesh, Ost+Front und noch vielen mehr.

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M’era Luna Festival 2018 Tickets + Infos:

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ost+front

Mit Ost+Front betritt eine oft umstrittene Band in der schwarzen Szene die Main Stage. Sänger und Bandbegründer Patrick Lange alias Herrmann Ostfront empfängt das M’era Luna 2017-Publikum blutverschmiert und düster geschminkt. Auch der Rest der Band ist schaurig maskiert und gestylt. Ost+Front sind als brachiales Plus im Genre „Neue Deutsche Härte“ längst nicht mehr unbekannt. Zu hören gibt es einen Sound der dem von Rammstein sehr etwas ähnlich ist, macht aber doch nichts. Düster, provokant und gespickt mit allerhand schwarzem Humor sind die Songs und Texte der Berliner Band, oben drauf gibt es donnernde Gitarren. Zum Song ‚Fleisch“ bekommen Ost+Front Verstärkung durch eine Burlesque-Tänzerin, kurzerhand fallen Kleidungsstücke und schon räkelt sich die heiße Blondine in einem überdimensionalen Martini-Glas, gefüllt mit blutroter Flüssigkeit. Auch sonst geht es wild zu, der nackte Hintern von Eva Edelweiß wird vermöbelt oder die Zuschauer aus der ersten Reihe mit „Blutkonserven“ betankt. Wer bis vorher noch nicht überzeugt war von Ost+Front, drängt jetzt zumindest freudig mit der Masse in Richtung Bühne.

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Feuerschwanz

Feuerschwanz sind mit ihrem aktuellen Album „Sex is Muss“  im Gepäck auf der Main-Stage und geben richtig Vollgas. Die Rock’n’Roll-Ritter von Feuerschwanz zeigen sich musikalisch experimentierfreudig, mühelos wechselnd zwischen elegant-charmantem Folk und brachialer Härte. Episch, rhythmisch, tanzbar und energiegeladen. Feuerschwanz führen jene allzu menschliche Eigenschaften vor, die sich trotz 500 Jahren Fortschritt nicht geändert haben, alles mit einem Augenzwinkern. Eine eingespielte Rockband, kombiniert mit verspielten Mittelalter Folk-Instrumenten und einem großartigen Gesangsduo.

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mesh

Synthpop kommt in vielen Gewändern daher. Mal tanzbar, mal außergewöhnlich düster-technoid, mal romantisch-verspielt und an der Grenze des Pathos. Mesh weben seit über 25 Jahren zwischen ihren Drumcomputern und Synthesizern einen ganz eigenen Stil zusammen. Groovige Beats und simple, effektive Melodien kommen dabei hervor und letztendlich erkennt man: Mesh sind einzigartig. Die britische Band verpackt den Schmerz dieser Welt in ein kompaktes Paket und machen es „gut verdaulich“. Das Duo kann vor allem auch mit Songs von ihrem aktuellen Longplayer „Looking Skyward“ überzeugen.

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faderhead

Hinter Faderhead steckt der deutsche Sänger und Musikproduzent Sami Mark Yahya. Der Hamburger ist bereits seit 10 Jahren mit seinen EBM-Sounds, die alle samt ordentlich Wumms haben, unterwegs. Wer tanzwütig ist und bisher noch nicht auf seine Kosten kam, kann jetzt richtig die Fetzen fliegen lassen. Brachiale Clubkracher treffen auf raffinierten Synthpop, atmosphärische Elektroballaden und experimentell angelegte Tracks. Dabei gibt es eine gute Mischung aus seiner Schaffensgeschichte, wobei auch Clubhits wie „TZDV“ und „Dirtygirls“ natürlich nicht fehlen.

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RockHarz Open Air 2016: Das ging ab am Donnerstag

Blauer Himmel und, man glaubt es kaum, „blaue“ Menschen, dazu strahlender Sonnenschein, also beste Bedingungen für den zweiten Festivaltag. Nun begann das RockHarz Open Air für die meisten Besucher und das nach Maß.

Hier geht’s zum Bericht RockHarz Open Air 2016 – Mittwoch“

The New Roses präsentierten sich als erste Band dem Publikum. Ihren Stil kann man als Mischung aus Motörhead, Airbourne und Electric Wizzard gut und gerne bezeichnen und der Vergleich mit diesen Größen kommt nicht von irgendwo her – absolut präziser Rock’n’Roll mit vielen Groove-Parts. Genau das richtige nach einer durchzechten Nacht.

Bildergalerie: So waren THE NEW ROSES live

Hackneyed zerstörten danach alle zärtlichen Weckrufe der vorhergegangenen Band. Auf-die-Fresse-Death Metal aus Abtsgmuend (ja, der Ort heißt wirklich so) prügelte wirklich alles was geht dem Publikum entgegen, was der Death Metal zu bieten hat. Old School und moderne Elemente in einer absolut gelungenen Mischung. Man blieb im tödlichen Bereich und nicht minder antreibend.

Bildergalerie: So war HACKNEYED live

Deadlock zimmerten danach melodischen Todes-Metal raus und zelebrierten ein Metal-Fest der besonderen Art. Nicht zum ersten Mal betraten sie die Bühne des RockHarz und es war auch (hoffentlich) nicht das letzte Mal. Die Textsicherheit des Publikums wurde eindrucksvoll bei „Code of Honor“ unter Beweis gestellt, aber generell zeigte sich deutlich, dass die Band ein sehr gern gesehener Act auf dem RockHarz ist. Hoch die Schwerter!

Bildergalerie: So waren DEADLOCK live

Der nächste Wechsel. Grand Magus stürmten die Bühne. Stockholmer Viking Power Metal dröhnte dem Publikum entgegen. Mit ihrer aktuellen Scheibe „Sword Songs“ präsentierten sich die Schweden in bester Form und Spiellaune. Die eingängigen Melodien der Skandinavier luden regelrecht zum Mitsingen ein. Ein stimmiges Set aus alten und neuen Songs ließ auch den Met-Konsum dezent ansteigen.

Bildergalerie: So war GRAND MAGUS live

Nun wurde es wieder rockiger und grooviger, als Spiritual Beggars die Stage beraten. Die Schweden zweigten sich super gut gelaunt und waren in Topform. Gekonnt demonstrierten sie ihren völlig eignen Stil, der grob eine Mischung aus 70er Jahre Classic Rock und modernen Stoner Elementen beinhaltet und er wurde abgefeiert, als gäbe es kein Morgen. Absolut großartig!

Bildergalerie: So waren SPIRITUAL BEGGARS live

Nach dieser musikalischen Exkursion war es wieder Zeit für „Auf-Die-Fresse“ Musik – Illdisposed waren an der Reihe. Absolut souverän bewiesen die Dänen, wie man Death Metal mit melodischen Elementen fusioniert. Ein absoluter Genuss für alle Fans der harten oder härteren Gangart. Haare flogen, Pits wurden gestartet und das alles bei Sommerwetter. Der reine Wahnsinn und ein einziger Abriss. Mit einer Präzision die ihres Gleichen sucht, zockten die Musiker selbstsicher ihr Set durch, was mit zahlreichen Rufen und Standing Ovations honoriert wurde.

Bildergalerie: So war ILLDISPOSED live

Das Pit-Potential blieb gleich, da als nächstes eine wahre Legende die Bühne betrat. Mit Entombed A.D. wurde es düster und atmosphärisch. Schwedischer Todes-Metal der besonderen Art setzte die Prügel der vorherigen Band fort. Die Schweden demontierten auch den letzten klaren Kopf im Publikum und zelebrierten eine regelrechte Todesmesse, die ihres Gleich suchte. Klar und deutlich spürte man die „Routine“ der Musiker. Das Set wurde kompromisslos und gnadenlos runtergezockt. Genau so muss schwedischer Death Metal aufgeführt werden – geradlinig und ohne Schnörkel. Einfach nur genial.

Bildergalerie: So waren ENTOMBED A.D. live

Annihilator aus Vancouver/Kanada präsentierten sich danach. Das hieß Thrash Metal voll auf die Zwölf. Und WIE es auf die Zwölf gab. Zum ersten Mal war das Infield des RockHarz wirklich komplett ausgefüllt, was aber bei der Band auch nicht verwunderlich war. Wenn über 30 Jahre Bühnenerfahrung aufspielt, dann stehen die Metalheads halt stramm und zelebrieren diese Leistung und das Ganze eben auch zurecht. Spass pur und Thrash Metal der Superlative – so und nicht anders lässt sich der Auftritt der Kanadier bezeichnen.

Bildergalerie: So waren ANNIHILATOR live

Nach dieser geballten Thrash-Schelle wurde noch einmal Skandinavien offenbart und zwar mit einer Band, auf die schon viele Zuschauer gewartet haben. Soilwork enterten die Bühne – endlich (wohlgemerkt). Regelmäßige RockHarz-Besucher werden sich an die Absage schmerzvoll zurück erinnern, die die Schweden letztes Jahr machen mussten. Aber der diesjährige  Auftritt entschädigte das lange Warten. Melodic Death Metal aus Helsingborg der Extraklasse wurde serviert und genau so, wie es sich gehört. Björn „Speed“ Strid zeigte sich nicht nur in körperlicher Höchstform, auch der Rest der Band strotzte nur so vor Energie und Spielfreude. Es war auf alle Fälle eine Weiterempfehlung für weitere Auftritt auf dem RockHarz!

Bildergalerie: So waren SOILWORK live

Nun wurde es wieder spassig und zugleich episch. Gamma Ray – mehr muss man eigentlich nicht sagen, da die Deutschen (neben ihrer jahrelangen Existenz) landesweit die Szene geprägt haben, war es „voll“ vor der Bühne. Was soll man auch anderes erwarten? Gänsehaut pur bekam man beispielsweise, als die Legende aus Deutschland ihren absoluten Evergreen „I Want Out“ raushaute und der Chorus stimmgewaltig vom Publikum mitgebrüllt wurde. Perfekt zelebrierter Heavy Metal der zum Party machen regelrecht einlud. Ein riesiger Chor aus tausenden Kehlen begleitete jeden Song der Band mit absoluter Sicherheit. Es war der Wahnsinn. Zum letzten Song von Gamma Ray wurde das Halbfinale zwischen Frankreich und Deutschland angepfiffen.

Bildergalerie: So waren GAMMA RAY live

„Habt ihr Bock auf Fußball?!“ – „NEIN!!!“. Die Ansage und Antwort bei ASP war mehr als deutlich. Als der Düster-Rock anfing, war der Bereich vor der Bühne mehr als nur gut gefüllt. Ein Statement ganz klar pro live Musik und contra Fußball. Das Set des schwarzen Schmetterlings war regelrecht gespickt mit Klassikern. Von „Schwarzes Blut“ bis hin zum Evergreen „Ich will brennen“ war wirklich alles dabei, was das schwarze Herz brauchte. Eine fantastische Bühnen-Performance und eine (typisch) einmalige Publikumsanimation machte einfach nur Laune. Zum Thema Fußball sei gesagt, dass „kleinere technische Störungen“ bei einigen Personen die Laune bremste, aber die Niederlage der DFB-Auswahl schien dann doch schmerzhafter zu sein.

Bildergalerie: So waren ASP live

Zur Aufheiterung spielte keine geringere Band als der britische Adler Saxon. Der Titel „Legende“ kann zurecht an die Briten vergeben werden, weil sie es eben sind. Absolut verständlich, dass sie den Slot als Headliner am Donnerstag bekommen hatten. Über 35 Jahre geballte Hardrock-Erfahrung feierten ein Fest, dass wirklich als Highlight des Abends bezeichnet werden konnte. Frei nach dem Motto „The Eagel has landed“ wurde britischer Rock’n’Roll wie es sich gehört rausgehauen. Lemmy hat garantiert von oben runtergeguckt und den ein oder anderen Jacky-Cola auf seine Landsleute getrunken. Bis zu den Towern war das Infield gefüllt und wie gesagt: Bei einer Band von diesem Format, ist das auch alles andere als verwunderlich.

Bildergalerie: So waren SAXON live

Den Abschluss des zweiten Tages machte auch kein geringerer als Enslaved. Der „After Headliner Late Night Slot“ klingt vom Namen her etwas undankbar, aber bei einer Band dieser Größenordnung war das vollkommen egal. Die Skandinavier ließen sich schlichtweg nicht lumpen und trotzten der Legende Saxon. Ihr eigenwilliger Stil, den jeder für sich eigentlich definieren kann, enthält eine eigene Exkursion in den Bereich der Black und Death Metal-Geschichte. Ein wahrerer Genuss und ein absolut gelungener Abschluss, nach einem wirklich erfüllten zweitem Festivaltag.

M’era Luna 2015 – Tag 1: Das ging ab am Samstag

Hildesheim. Der Laufsteg der schwarzen Szene ist eröffnet. Das M’era Luna ist neben dem Wave-Gothik-Treffen das Highlight und  schon lange fest im Kalender für das zweite August-Wochenende eingetragen. Es ist eine Mischung aus Mittelalterlichem Markt, Musik und großem Schaulaufen. Gothik-Fans aus aller Welt pilgern nach Hildesheim um ihre Kostümierungen zur Schau zu tragen, aber auch um sich neue Inspirationen zu holen.

In diesem Jahr findet das M’era Luna nun schon zum 16. Mal statt. Die Festival-Besucher sind fast alle „Widerholungstäter“. Einmal infiziert, so sagen es uns fast alle Befragten, kommt man immer wieder gern hier her. Es ist eine friedliche und familiäre Atmosphäre. Bereits am Freitag füllen sich die Campingflächen um das Festival-Gelände schnell. Obwohl kein musikalisches Programm ansteht, stattdessen gibt es Lesungen im Hangar, stimmen sich die M’era Luna-Besucher gern schon etwas ein. Bei Met, Bier oder Wein und lustigem Beisammensein, ist es für viele wie Nachhausekommen.

Die Bands und Künstler sind natürlich nur eines der Highlights, das es beim M’era Luna zu erleben gilt. Die unzähligen liebevoll dekorierten Marktstände laden zum Bummeln ein und im Hangar zeigt eine Modenschau szenetypisch Lack, Leder, Latex und andere schöne Kleidungsstile auf viel nackter Haut. Vor allem aber sind es die Festival-Gänger selbst, die sich mühevoll gestylt, kreativ kostümiert und in Schale geworfen dem breiten Publikum präsentieren. Von diesem dunklen Spektakel berührt, hatte der Wettergott dann tatsächlich auch  noch hochsommerliche Temperaturen und Sonne satt geschickt.

Schade, dass das Mera Luna 2015 schon wieder so schnell vorüber gegangen ist. Wir freuen uns schon auf 2016!

Hier geht’s zum Bericht „M’era Luna 2015 – Tag 2: Das ging ab am Sonntag

M’era Luna: So schön warst du

COPPELIUS

Der Samstag nachmittag startet mit der Band Coppelius aus Berlin. Außergewöhnlich sind die Herren allemal.
Denn neben dem Schlagzeug sehen wir auf der Bühne statt typischem E-Bass und der E-Gitarre einen Kontrabass, dazu Cello und Klarinetten. Rausgeputzt im Kleidungsstil der 60er Jahre erweisen sie uns die Ehre. Ihren Musikstil nennen sie selbst „Kammercore“ und so tauchen wir mit Coppelius in ihre düster-rockig-romantische Stimmung ein.
Facts: 12.800 Fans bei Facebook · 507 Follower bei Twitter · Hits: „Risiko“ & „Ma Rue A Moi

Bildergalerie: So war COPPELIUS live

OST+FRONT

Mit Ost+Front kommt eine zweite Band aus Berlin auf die Bühne. Sänger und Gründer Hermann Ostfront empfängt uns blutverschmiert und düster geschminkt. Auch der Rest der Band ist schaurig maskiert und gestylt. Ost+Front sind als brachiales Plus im Genre „Neue Deutsche Härte“ ist auch längst nicht mehr unbekannt. Was wir hören, ist dem Sound von Rammstein zwar etwas ähnlich, macht aber nichts. Die Band weiß, wie sie dem M’era Luna-Publikum einheizen können. Ehe wir uns versehen, sind die vier Hauptakteure runter von der Bühne und postieren sich samt Instrumenten auf dem ersten Wellenbrecher. Wer bis dahin noch nicht gänzlich überzeugt war von Ost+Front, drängt jetzt freudig mit der Masse Richtung Bühne.
Facts: 14.000 Fans bei Facebook · 172 Follower bei Twitter · Hits: „Ich liebe es“ & „Bitte schlag mich“

Bildergalerie: So war OST+FRONT live

M’era Luna: So schön warst du

DEATHSTARS

Als nächstes gibt es Black-Metal auf die Ohren von den Deathstars aus Schweden. Vier Männer, die ausgeflippter nicht sein könnten. Dabei sind ihre blass-weißen Gesichter auf dem M’era Luna aber ja längst nichts ungewöhnliches oder dass sie alle komplett in schwarz auftreten. Wobei aber jedes kleine Detail perfekt abgestimmt ist: Sonnenbrillen und sonstige Accessoires, aber auch alle Instrumente. Die wirbelnden langen Rastazöpfe von Bassist „Skinny Disco“ stehlen aber allem anderen Bandmitgliedern ganz klar die Show. Wir hören härte Gitarrenklänge und dazu die tief-dunkle Stimme von Sänger Whiplasher. Das zieht einen wirklich in den Bann.
Facts: 283.200 Fans bei Facebook · 30.300 Follower bei Twitter · Hits: „Metal“ & „Death Is Wasted On The Dead“

Bildergalerie: So waren DEATHSTARS live

LORD OF THE LOST

Die Hamburger Dark-Rock-Band Lord of the Lost provoziert gern. Vor kurzem erschien ihr neues Album „Full Metal Whore“. Der Titel, aber vor allem das Cover-Artwork sorgte unter den Fans bereits für hitzige Diskussionen. Die stilistische Ausrichtung der fünf Musiker hat sich von den sanft-gotischen Klängen nun mehr hin zum Harten und Unmoralischem gewandelt. Auf der Bühne gibt es aber immerhin eine Mischung ihrer Werke und so zeigt Sänger Chris Harms (The Lord) auch immer mal wieder seine klangvolle Stimme und sorgt für Gänsehaut-Momente.
Facts: 38.900 Fans bei Facebook · 3.200 Follower bei Twitter · Hits: „Die Tomorrow“ & „Six Feet Underground“

Bildergalerie: So war LORD Of THE LOST live

M’era Luna: So schön warst du

BLUTENGEL

Blutengel sind eine Band, die durch ihre melancholischen Texte bestechen. Emotional, gleichzeitig phantasievoll und immer mit einem Funken an Wahrheit. Sie spiegeln die Seelenzustände derer wieder, die ihnen nun lauschen. Sänger Chris Pohl  fällt mit seinen markanten Gesichtszügen auf. Bleich wie Schnee und dazu die leuchtenden Wolfsaugen. Seine Partnerin Ulrike Goldmann verzaubert uns mit zarter aber sehr aussagekräftigen, hohen Stimme. Auf der Bühne räkeln sich im Hintergrund leichtbekleidete Nonnen, die schon bald – nur noch in heißen Dessous – mit dem Feuer spielen. Musikalisch wie optisch hätte diese Show nicht besser harmonieren können.
Facts: 193.300 Fans bei Facebook · 7.800 Follower bei Twitter · Hits: „Reich mir die Hand“ & „Asche zu Asche“

Bildergalerie: So war BLUTENGEL live

L’ÂME IMMORTELLE

Nur 2 Jahre nach dem letzten Album-Erfolg, knüpfen L’Âme Immortelle Ende 2014 mit ihrem neuen Werk „Drahtseilakt“ genau dort wieder an. Das Duo, bestehend aus Thomas Rainer und Sonja Kraushofer, ist schon seit seit Jahren nicht nur in der schwarzen Szene beliebt. Die Kombination der beiden herausragenden Stimmen zieht uns Zuhörer einfach in den Bann. Bei Thomas dringt die Black-Metal-Vergangeheit in seinem harschen Gesang hindurch, wohin gegen jeder durch die engelsgleiche, perfekt ausgebildete Stimme von Sonja verzaubert wird.
Facts: 48.200 Fans bei Facebook · Hits: „5 Jahre lang“ & „Wie Tränen im Regen“

Bildergalerie: So war L’ÂME IMMORTELLE live

SALTATIO MORTIS

2015 ist für die Mittelalter-Rock-Band Saltatio Mortis ein gutes Jahr. Einerseits feiern die acht Musiker ihr 15-jähriges Bandjubiläum, dazu veröffentlichen sie aber direkt auch ihr neues, zehntes Studioalbum Album „Zirkus Zeitgeist“ (vorbestellbar, erscheint am 14. August). Die Musik von Saltatio Mortis ist geprägt von mittelalterlichem Charme, untermalt von Instrumenten wie dem Dudelsack, Schalmaien oder der Harfe, uvm. Rockig aber auch romantisch-emotional kommen sie daher, überwiegend mit modernen teils auch sozialkritischen Themen. Die Jungs hinterlassen einfach Eindruck, es wird gewirbelt und getanzt auf der Bühne und Frontmann „Alea derBescheidene“ gibt den Entertainer.
Facts: 124.800 Fans bei Facebook · 5800 Follower bei Twitter · Hits: „Letzte Worte“ & „Krieg kennt keine Sieger“

Bildergalerie: So war SALTATIOS MORTIS live

M’era Luna: So schön warst du

ROB ZOMBIE

Mr. Rob Zombie höchstpersönlich gehört die Zeit des Sonnenuntergangs. Mit effektvoller (Licht-) Show und den Hits „Living Dead Girl“ und „Superbeast“ bringt er sein Publikum zum Ausflippen. Schock-Rocker und Urgestein Rob Zombie tanzt und brüllt, zappelt und kreischt.  Der Sound ist leider nicht ganz so krachend, wie erwartet. Uns reißt es trotzdem mit. Moshpits bilden sich in der Mitte und Zombie lässt es sich nicht nehmen, direkt in die erste Reihe zu den Fans zu klettern. Später gibt es dann noch ein paar coole Cover-Versionen von Enter Sandman und Schools Out.
Facts: 5 Mio. Fans bei Facebook · 468.000 Follower bei Twitter  Hits: „Thunder Kiss ’65“ & „Superbeast“

Bildergalerie: So war ROB ZOMBIE live

ASP

Headliner Nummer Zwei des ersten M’era Luna-Abends kommt aus Frankfurt am Main. Die Schwarz-Rocker um Frontmann Alexander „ASP“ Spreng sind bekannt für ihre gesellschaftskritischen Themen, aber vor allem durch das Erzählen von schaurig-schönen Geschichten innerhalb ihrer Songs. So nennt die Band selbst ihre Musik auch „Gothic Novel Rock“. Man muss es einfach live hören. Es fällt leicht, in eine ihrer Geschichten einzutauchen, dreht sich am Ende dann doch immer wieder alles um die Liebe. Im Oktober erscheint das neue Album von ASP, der Beginn einer neuen Erzählung bestehend aus zwei Teilen. „Verfallen – Folge 1: Astoria“ könnt ihr schon vorbestellen.
Facts: 73.500 Fans bei Facebook · Hits: „Ich will Brennen“ & „Denn ich bin der Meister“

Bildergalerie: So war ASP live

M’era Luna: So schön warst du

Danke an Birgit Lutterberg für die Unterstützung bei den Besucherfotos.