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Amphi Festival 2022 – Tag 2 mit Glaube – Liebe – Abschied

Frisch gebraten und gut eingeölt geht das Amphi Festival 2022 in Runde Zwei. Man sieht sehr deutlich, wer es am Tag zuvor mit dem Sonnenschutz nicht so genau genommen hat. Für die notorisch bleichen Gothics sind die sonnigen Zustände eher hinderlich und wer nicht aufpasst, hat schnell Ähnlichkeiten mit einem Hummer. Die wechselnden, teilweise sehr aufwendigen Outfits sind dabei besonders gnadenlos.

Musikalisch beginnen für uns heute Heldmaschine. Zumindest die zweite Regel bei solch einem Wetter (viel trinken) wird ganz hervorragend umgesetzt. Also raus mit dem Kanister und angesetzt. Trotz der Hitze ist die Menge – dicht unter die Pilze gedrückt – voll dabei. Auf der Bühne reiht sich derweil alles hinter Trommeln. Bewaffnet mit einem gelb und einen blau leuchtenden Drumstick hämmern sie dann auch schon los. Zu “Weiter!” schmeißt sich Sänger Rene Anlauff bäuchlings zum Crowdsurfen in die Menge. Nach dem Set ist vor dem Set. Also selbst wenn es jetzt nicht mit Heldmaschine weiter geht, folgt auf der Mainstage gleich Aesthetic Perfection.

Bis dahin sind wir aber im Theater, wo uns V2A ihren Post Apocalyptic Hardcore Techno um die Ohren pfeffern. In ihren aufwendigen Kostümen fegen Kevin Stewart und Ines Lehmann zu harten Bässen über die Bühne. Im Theater ist nach den Eskapaden der letzten Nacht die Luft wieder ordentlich runter gekühlt, darum schmeißen sich die anwesenden direkt ins Zeug.

Apropos ins Zeug schmeißen: Aesthetic Perfection haben sich das Wetter etwas mehr zu Herzen genommen. So sind Daniel Graves und seine Kollegen nicht in ihrem üblichen schwarzen Outfits unterwegs, sondern gehüllt in bunte Hawaii Hemden und kurze Hosen erklimmen sie zu „Warte, Warte nur ein Weilchen“ die Bühne, bevor es in gewohnter weise losgeht. Seitdem Daniel Graves nach Österreich gezogen ist, haben sich die Auftritte in Deutschland und Umgebung deutlich erhöht. Die Begeisterung der deutschen Fans hat das aber keinen Abbruch getan. Eher im Gegenteil und gegen Ende des Auftritts hat Aesthetic Perfection erfolgreich einen verschwitzten Hut und sicher auch einen ganzen Haufen Fans mehr. Immerhin ist es für das Wetter rappelvoll vor der Bühne.

Nicht so rappelvoll ist es bei Aeon Sable. Im Theater lauschen dafür die Kenner dem eher ruhig dark gothic rock und entspannen sich von der Nachmittagssonne. Die Möglichkeiten zu sitzen-, selbst wenn man sich nur auf den Boden setzt – sind überall ausgeschöpft. Besser für die Hardcore-Fans, die sich dafür frei vor der Bühne austoben konnten.

Ausgetobt haben sich auf der Mainstage danach auch Samsas Traum. Selbst ohne Corona sind Alexander Kaschte und seine Kollegen eher selten unterwegs. Gerüchte weise wollte man sogar komplett aufhören zu touren. Glücklicherweise wurde diese Idee aber nicht in die Tat umgesetzt. Vom Stil her treibt es Samsas Traum mal hier und mal dorthin und von gefühlvoller Ballade bis Black-Metal haben sie sich auch an fast alles gewagt. Aber eins ist immer klar. Es darf provoziert werden und entsprechend ist Samsas Traum nichts für zarte Gemüter. So polarisiert wie die Musik ist auch das Publikum. So hält sich die Menge zwar etwas kleiner als bei anderen Bands, aber der Teil, der eisern vor der Bühne ist voll und ganz dabei. Der Rest flüchtet, wobei die knallharte Nachmittagssonne sicher auch ihren Teil dazu beiträgt.

Mit Wisborg erwartet uns im Theater ein moderner Ansatz von klassischem Gothrock. Binnen von Minuten kann Sänger Konstantin Michaely die Menge mit sich reißen und fegt trotz seiner ruhigen und sanften Stimme nur so über die Bühne und hält damit nicht nur das Publikum auf Trab, sondern auch die Bühnentechniker, die ständig dafür sorgen müssen, dass die tänzerischen Eskapaden von Konstatin nicht dazu führen, dass sich tödliche stolperfallen auf tun. Brandneu im Gepäck haben sie den Song “Erotic Funeral” der bis jetzt erst einmal zuvor live gespielt wurde. Und so lassen wir uns im Theater durch das Set tragen bis von draußen der Weckruf erschallt.

Da wird es nämlich als Nächstes laut. Suicide Commando eröffneten ihre morbide Horrorshow mit einem Auszug ihres neusten Albums “Goddestruktor” und zeigten damit direkt, was von ihnen heutzutage zu erwarten ist: Harte Bässe, morbide Bühnenshow und jede Menge Kritik an der Gesellschaft, Gott und der Welt. Normalerweise zucken die verstörenden Bilder hinter Sänger Johan Van Roy über Leinwände in dunklen und sehr sporadisch beleuchteten Klubs und alten Industriehallen. Aber auch in der frühabendlichen Kölner Sonne verfehlen sie ihre Wirkung nicht. Besonders für unbedarfte ist die doch etwas neutralere Grundstimmung eine gute Möglichkeit, mal Suicide Commando live zu erleben. Hier draußen unter freien Himmel zumindest drückt der Bass einen nicht direkt wieder aus der Tür raus.

Düster wird es im Theater derweil mit Erdling. Nach 3 Jahren Dunkelheit durch Corona wagt man sich wieder ans Licht. Wobei jetzt Licht etwas übertrieben ausgedrückt ist, wenn sich Neue Deutsche Härte und Pagen-Metal versucht zur paaren. Unabhängig davon tanzt die Menge direkt mit. Dann richtet Sänger Neill Freiwald auf einmal das Wort ans Publikum. Er hat uns etwas zu erzählen. Er hat leider sehr schlechte Erinnerungen an seinen letzten Auftritt hier auf dem Amphi in 2019. Er musste direkt nach dem Gig weg, weil es sein Vater nicht gut ging, der schließlich auch später verstarb. Aber er will sich nicht von diesen negativen Erinnerungen beherrschen lassen, also hat er ein klares Ziel für heute: Er will diese negative Erinnerung mit einer positiven überschreiben. Und so spielen sie zu ehren seines Vaters “Supernova” und das Publikum dreht vollständig auf und fegen zusammen mit Erdling durch das Set, teilweise schnell, das Erdling sogar einen Song überspringen und später nachholen müssen.

Auf der Mainstage erwartet uns bereits Diary of Dreams. Um der Hitze Herr zu werden, hat sich Sänger Adrian Hates einen Ventilator geben lassen. Als schöner Nebeneffekt weht sein prächtiges Haar im Wind. Oder ist das wohl andersrum gedacht …? Egal, sie fangen auch schon an. Doch dann war auch schon abrupt Schluss: Warte mal, das war doch erst 1 Song! Nur einsam die Drums schalten über den Platz. Im Graben ist jemand über ein Kabel gestolpert und hat den Sound zerlegt. Nach kurzer Hektik kann es aber dann doch weiter gehen. Gegen Ende des Set folgt dann noch die Ankündigung vom neuen Album, wobei er mit Details noch sehr sparsam war.

Die Überschneidungen werden mit späterer Stunde immer schlimmer und so erwarten uns im Theater schon fast zeitgleich Sono. Heute sind sie nur zu zweit unterwegs. Keyboarder Martin Weiland hat leider einen Bandscheibenvorfall und muss den Auftritt leider aussitzen – oder liegen. Damit er aber auch was von ihrem ersten Amphi hat, macht Sänger Lennart A. Salomon ein Video per Handy von sich und dem Publikum: Und zack auf Insta hochgeladen! Das Publikum feiert das Synthpop Trio – oder heute Duo – ordentlich und nähert sich mit jedem Ton unweigerlich dem Ende vom Amphi.

Den schließlich bietet sich für uns der unweigerlich größte Albtraum eines jeden Festivalbesuchers: Wo geh ich hin? Der letzte Slot auf den Bühnen überschneidet sich quasi vollständig. Auf der Hauptbühne machen sich Eisbrecher bereit. Im Theater wird das letzt Licht für London After midnight zurechtgerückt und weit entfernt auf der Orbitstage machen sich In Strict Confidence fertig. Wir bleiben an der Mainstage und sehen, was Eisbrecher nach der Zwangspause im Gepäck hat. Man steht noch unbedarft und plötzlich scheppert auch schon der charakteristische Eisbrecher Sound über den Platz. Als Alternative zum hinter raus überziehen haben sie einfach früher angefangen und so rollen Eisbrecher in gewohnter weise wie schon Jahre zuvor über den Tanzbrunnen. Aber nicht alles ist gleich geblieben. Zu einem ist Sänger Alexx Wesselsky noch gesprächiger als zuvor mit Sprüchen wie “Alle 3 Jahre älter, aber kein Stück unschöner!” Fängt er sich lauten Jubel ein. Aber auch musikalisch ist Neues im Gepäck. In der Coronapause wurde nicht nur das Coveralbum “Schicksalsmelodien” produziert, es wurden auch eigene neue Song ersonnen und so haben es sowohl die Single “FAKK” als auch “Frommer Mann” vom aktuellen Album “Liebe macht Monster” in die Setlist geschafft. Genug Zeit zum Reinhören war ja also konnte auch fleißig mitgesungen werden. Zu den letzten Noten verabschiedete Eisbrecher noch gebührend von dem Amphi 2022 und dann war es still.

Zumindest von der Bühne aus. Die Besucher unterhielten sich noch lautstark. Man verabschiedete sich und wer noch nicht genug hatte, schlich sich zur Theatertage, wo die ganz Hartgesottenen nach zwei Tagen Festival daran machten, woran für die meisten nicht mehr zu denken war: Weiter tanzen! Die Aftershow Party lies noch bis 3 Uhr nachts die Fetzen fliegen. Der Löwenanteil der Leute machten sich aber bereits früher auf den Heimweg. Morgen ist schließlich Montag und nicht jeder hat den Luxus, sich mitten im Sommer den Montag frei nehmen zu können. So machten wir uns auch die Heimreise und freuen uns auf nächste Jahr auf: Glaube – Liebe – Amphi! Auf wiedersehen!

Amphi Festival 2022 – Der 1. Tag nach langer Zeit der Entbehrungen

Nach drei Jahren ist endlich wieder Zeit zu tanzen. Unter dem Motto „Glaube – Liebe – Amphi“ trifft sich die schwarze Szene am Rheinufer in Köln und schwingt auf zwei Bühnen am und einer auf dem Rhein das Tanzbein. Leider ist der Wasserstand so niedrig, dass die MS Rheinenegie und damit die Orbitstage auf die andere Seite des Rheins in die Altstadt umziehen musste, damit verlängern sich leider die Wege zwischen der Orbitstage und dem Tanzbrunnen enorm – trotz der Shuttle Busse.

Während Chemical Sweet Kid die Mainstage für das Amphi Festival 2022 eröffnen, sind viele Besucher noch bei der Anreise oder dem Betreten des Geländes. Alles ist zwar irgendwie anders nach der langen Auszeit, aber dennoch angenehm vertraut. Also wird erstmal eine Runde gedreht und am Merch das Lieblingsshirt erstanden.

Womit die Zuschauer aber eindeutig noch sehr vertraut sind, ist das Mitsingen. Als Nachtblut nach vielem Gezurre und Gezerre doch grünes Licht vom Ton bekommen, geht es richtig los. Die Osnabrücker rocken voller Energie und das Publikum steigt mit ein. Die Stimmen sind schonmal aufgewärmt. Und obwohl die Mittagsstunden gerade erst erreicht sind, klettern die Temperaturen unerbittlich weiter. Schon jetzt wird immer wieder nach einer Erfrischung durch das kühle Nass gesucht. Von innen und von außen!

Was man in den Coronajahren natürlich auch mit vermisst hat, sind die Ansagen. So kündigt Kriminalbiologe Mark Benecke den nächsten Act an: “Was ist härter als Eisen? – Stahl. Wenn man früher eine Heterobeziehung hatte, dann hatte man eine Frau und einen …? Einen Mann! Das macht? – Stahlmann!” Trotz ständiger personeller Veränderungen ist Stahlmann um Sänger Martin Soer immer noch am Ball. Der Kern der Sache ist aber gleich geblieben. Es gibt Neue Deutsche Härte! Also wird der CO²-Werfer ausgepackt und Dampf abgelassen. Frisch davon befreit, muss nur noch der Rucksack wieder weg, also ab in die Traverse damit! Mit “Schwarz” beschreiben sie dabei sehr gut das Publikum – abgesehen von einigen Ausnahmen ist der Tanzbrunnen endlich wieder Schwarz – durch und durch.

Aber nicht nur auf der Mainstage gibt es Programm. So eröffnen die gut frisierten Jungs von Alienare die Theater Stage. Gehüllt in ihren grünen Schein, noch sicher vor der Hitze und der Sonne, wird sich im Theater warm getanzt. “Wir feiern heute das Amphi 2020, 21 und 22 und genauso müssen wir auch feiern.” Das Leben mit angezogener Handbremse ist für viele vorbei und wer nicht zuvor einige der wenigen Gelegenheiten wie das Wave-Gotik-Treffen nutzen konnte, hat heute seinen ersten Festivaltag seit Jahren vor sich. Entsprechend heißt erst mal: nicht kleckern, klotzen! Das wird sich sicher bei dem Ein oder Anderem im Verlauf des Tages rächen.

Also letzter Ton ist gefallen schnell raus: Uff. Wenn man eine Weile drinnen war, brennt die Sonne gleich doppelt stark. Egal, weiter zu Letzte Instanz. Diese lassen bereits den Bogen über die Saiten schnellen. Mit ihrer Mischung aus klassischen Klängen und Rock stellen sie heute eine Randgruppe zwischen der starken Konkurrenz aus NDH und Synthi Sounds dar. Musikalisch gesehen. Sie stoßen damit trotzdem auf breite Begeisterung. Auch wenn sich das Publikum, dass keinen Platz unter den Sonnenschirmen ergattern kann, doch etwas verflüchtigt. Zu unerbittlich ist die Nachmittagssonne.

Im Theater wird es auch erst mal gemütlich. Isaac Howlett von Empathy Test streichelt sanft die Seelen und schafft es erstmals heute das Theater bis zum Rand zu fühlen. Noch hält die Kühlung mit. Sicher auch, weil man sich bei Empathy Test mehr treiben lässt, als auf harten Beats zu reiten.

Mehr zum Tanzen war dann doch Solar Fake draußen. André Feller kann uns leider heute nicht beehren, dafür springt Elliot Berlin ein und fegt über die Bühne. Dicht gedrängt wird getanzt, was der Platz hergibt. Für ein Paar reicht es für einen klassischen Discofox. Aber es gibt nicht nur Schlechtes daran, dass das Amphi zweimal verschoben wurde. Solar Fake waren wie so einige in der Pause nicht untätig und haben natürlich einiges an neuem Material im Gepäck.

Im Theater machen sich Rome an die Instrumente. Mehrzahl, also jeder von ihnen. Mit einem Klangteppich gewebt auf der vielfältigen Auswahl ihrer Werkzeuge verzaubern sie das Publikum. Wer Party sucht, der ist hier fehl am Platz, hier ist nur genießen angesagt. Viele setzten sich dafür auch hin. Die Füße werden geschont, die Ohren entspannt und der Körper abgekühlt.

Auf der Mainstage zollt die Sonne bereits ihren Tribut. Zu Mesh haben sich die Reihen gelichtet: Der Fluch der frühen Abendstunden. Während viele Besucher in den Schatten flüchten, auf der Suche nach einer Stärkung und einer Pause vor den Headlinern, freuen sich die gebliebenen über mehr Platz im Schatten. Wobei viele trotzdem nicht tanzen, was eher daran liegt, das sie zu viel Singen und ohne jahrelange Übung – man hat während Corona schon etwas abgebaut – ist beides gleichzeitig nicht drin …

Pause … was ist das denn? Das denken sich die Tanzwütigen im Theater. Aufgepeitscht von den harten Beats von [:SITD:] hämmern sie los. Im Blitzlichtgewitter schnellen die Arme und Beine umher und nach schon wenigen Minuten ist die Luft zum Schneiden dick. Zu ihrem Club Hit “Snuff Machinery” dreht die Menge noch einmal richtig auf, bevor sie nach draußen Strömen. Hier ist zwar nicht kühler, aber dafür stimmt hier wenigstens der Sauerstoffanteil.

Mit einem lauten Knall kündigen sich Mono Inc. auf der Mainstage an und ist direkt Feuer und Flamme. “Ich bin so stolz auf euch, dass ihr nach dieser schwierigen Zeit alle wieder gekommen seid. Ihr seid die wahren Helden. Spamt eure Lieben zu mit Bildern. Zeigt, dass das Leben wieder losgeht. Wir leben nur einmal!” Immer wieder sieht man die Handys aufsteigen, um Bilder oder Videos aufzunehmen. Vorwiegend wenn mal wieder fleißig mitgesungen wird. Besonders in der Akustik-Einlage von Sänger Martin wird bei “Halleluja” und “The Passenger” ordentlich von vor der Bühne geschmettert. Zu “Children of the Dark” singt das Publikum noch, da haben Mono Inc. schon längst ihre Instrumente zur Seite gelegt und verneigen sich vor den wahren Helden: Dem Publikum.

Im Theater wird derweil glatt weiter getanzt. Mit Frozen Plasma zeigt sich das Future-Pop-Duo aus Vasi Vallis und Felix Marc heute von seiner besten Seite. Bewaffnet mit einer Wasserpistole und blinkenden Schuhen, ruft Frozen Plasma die Party aus mit “Peace, Love and Unity”. Die Energie von Felix Marc animiert viele, die schon in den Seilen hingen, noch einmal richtig los zu legen. Also raus auf die Tanzfläche und tanzt die Revolution!

Die Überschneidungen zwischen Mainstage und Theater Stage finden bei den Headlinern ihren Höhepunkt und so fangen auf der Theater Stage The Birthday Massacre nur fünf Minuten nach VNV Nation auf der Mainstage an. Bei vollständig ausverkauftem Haus inkl. Tagestickets muss sich aber keiner von beiden verstecken. “Liebe Leute, ich habe euch vermisst. Wir mussten zwei Jahre warten – aber heute wird es sich lohnen.” Und dann legt Ronan Harris von VNV Nation los. In gewohnt witziger Weise springt der Ire über die Bühne. Heute vor Freude kaum zu bändigen, geht er immer wieder auf sein Publikum ein. “Scheiß, egal, ob es euch gefällt, ich habe so viel Spaß heute Abend!” Teilweise muss er mitten im Song anfangen zu lachen, denn nicht nur er selbst lässt richtig die Sau raus. “Ich hab ihm versprochen, sein Tattoo zu signieren. Hat jemand die Möglichkeit, ihn hochzubringen?” Ein Fan hat dann seinen großen Moment. Ronan unterschreibt auf der Bühne mit einem schnell organisierten Edding das riesen VNV Nation-Tattoo auf seinem Rücken. Aber auch inhaltlich gibt es Neues: Auf dem 30-jährigen Jubiläumskonzert in Gelsenkirchen am 30. Juli 2022 wird es eine neue Single geben, vom kommenden Album “Electric Sun”, das im Februar 2023 erscheinen wird. Natürlich direkt mit der passenden Tour.

Und dann ist auch schon Schluss. Die Grenze von 22 Uhr ist auch noch drei Jahren Pause immer noch indiskutabel. Wer mehr Musik will, muss zur Aftershow Party, aber viele sind auch einfach nur geschafft von der Hitze und entspannen noch bei einem kühlen Getränk. Fazit vom ersten Tag Amphi 2022: Die Abstinenz tat einigen gut! Die Besucher waren selten so begeistert, auch von den kleineren Acts. Selbst die Bands, deren Shows sich mit den Jahren immer mehr nach Abspulen von Schema F anfühlten, haben neuen Elan gefunden. Also Ausschau halten auf den nächsten Festivals. Der frische Wind macht sich bemerkbar. In der Not haben sich auch einige etwas neu erfunden. Seit gespannt darauf, was der zweite Tag bringt!

Amphi Festival 2022: 40 Bands erwarten euch in Köln

Wenn am 23. und 24. Juli 2022 erneut über 12.500 Anhänger der Gothic-Szene aus der ganzen Welt zum Kölner Tanzbrunnen strömen, öffnet das Amphi Festival zum mittlerweile 16. Mal seine Tore. Nach zwei Jahren unfreiwilliger Coronapause geht es also endlich wieder los mit Livemusik und Festival-Feeling.

Insgesamt erwarten das Festivalpublikum 40 Bands auf drei Bühnen. Darunter mit EISBRECHER und VNV NATION wieder zwei bärenstarke Headliner, bei denen sowohl die Anhänger der elektronischen Kost als auch die Fans deftiger Stromgitarren auf ihre Kosten kommen. Dies gilt ohne Einschränkung auch für das weitere Programm, welches mit Bands wie Mono Inc., Suicide Commando, The Birthday Massacre, Diary of Dreams, London after Midnight, Aesthetic Perfection, Letzte Instanz und vielen weiteren startet.

Wie früher wird das Flaggschiff der KD-Flotte, die MS RheinEnergie, zum schwimmenden Spielort des Amphi Festivals 2022 und ergänzt mit umfangreichem Live-Programm (Indoor), eigenem gastronomischen Angebot und dem Sonnendeck als pittoreskem Chill-Out-Bereich die Phalanx aus Tanzbrunnen Open-Air-Bühne und Theater am Tanzbrunnen.

XVI. Amphi Festival 2020: Tickets und Termin verfügbar

Der Tanzbrunnen in der Stadt am Rhein wird auch im kommenden Jahr wieder Heimat von dem beliebten 80er Synthie-Pop, Industrial und Dark Wave-Festival – dem XVI. Amphi Festival 2020. Es werden wiederknapp 12.500 Gothicfans in Köln auf dem Veranstaltungsstätte samt Rheinterrassen vom 25. bis 26. Juli 2020 feiern! Das zweitägige Open Air-Event besticht mit über 40 hochkarätigen Künstlern der Szene und geht in seine 16. Runde.

Als Top-Acts für das Amphi Festival 2020 Line-Up sind bereits Eisbrecher, Hedlmaschine, Aesthetic Perfection, Empathy Test, Joy Division Undercover, Letzte Instanz, Oomph! Rroyce, Solar Fake, Stahlmann, VNV Nation und viele mehr bestätigt. Der Veranstalter wird aber schon bald noch weitere Künstlernamen nennen und wir werden euch natürlich darüber informieren. Ab sofort könnt ihr aber bereits XVI. Amphi Festival 2020 Tickets bei Eventim erwerben, in Form von Full-Weeked-Tickets, Tagestickets und auch für die Pre-Party könnt ihr schon Karten kaufen.

Viele weitere Informationen, auch zu verschiedensten anderen Festivals in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt, findet ihr natürlich auch in unserer Festival-Datenbank.

XVI. Amphi Festival 2020 tickets + Infos

XVI Amphi Festival 2020 Tickets

Amphi Festival 2019: Tag 2 am Kölner Tanzbunnen

Frisch erholt und mit deutlich angenehmeren Wetteraussichten geht das Amphi Festival 2019 am Sonntag in die Verlängerung. Das kurze Gewitter am Vortag hat den Großteil der Wolken vertrieben und nun scheint die Sonne unaufhörlich auf den Tanzbrunnen in Köln.

Den Anfang machen heute Hell Boulevard. Der Samstag hat sichtlich seine Spuren im Publikum hinterlassen, sind doch deutlich weniger Gäste vor der Main-Stage als gestern. Aber das hält die Jungs von Hell Boulevard nicht auf. Mit viel Enthusiasmus eröffnen sie den zweiten Tag und haben, neben einer Auswahl aus dem eigenen Katalog, auch noch „…Baby One More Time“ in ihrem eigenen Stil im Gepäck.

Als nächstes lassen „die Könige des schlechten Geschmackes“ es richtig scheppern. Ost+Front fegen über das Amphi Festival im Gepäck haben sie eindrucksvolles Make-Up, blutige Outfits und ein großes Maß an Selbstironie. Was irgendwann mal „unschuldig“ als Rammstein-Abklatsch startete, hat mittlerweile durchaus eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Kein Wunder in über 10 Jahre entwickelt man sich weiter oder geht unter in der Masse der Mittelmäßigkeit und Ost+Front ist wirklich schwer zu übersehen.

Das Theater eröffnet heute die Band, die das Amphi Festival abgesagt hat: Seadrake. Das relativ junge Synthiepop-Projekt von Hilton Theissen. Mit seiner tragend melancholischen Stimme und viel Leidenschaft und Energie fegt Hilton über die Bühne durch sein Meer an Lichtern. Die Menge ist zwar nicht unbedingt energiegeladen zur frühen Stunde aber sichtlich in seinem Bann gefangen. Viele Schwingen entspannt hin und her, den Teppich an Eindrücken auf sich einwirken lassend.

Draußen machen sich die Schweizer von The Beauty of Gemina fertig. Für ihr drittes Mal auf dem Amphi haben sie ein sehr Akustik-lastiges Set mitgebracht. Leider ist die Außenbühne dafür nur mäßig gut geeignet und es geht, in den Weiten des Tanzbrunnens, viel Kraft verloren. Wer trotzdem Blut geleckt hat kann sich auf das neue Album und die dazugehörige Tour nächstes Jahr freuen.

Um sicher zu gehen, dass hier nicht zu viel Entspannung aufkommt heißt es “Licht an, Licht aus”: Schattenmann. Mit harten Gitarren-Riffs und voller Kraft zaubern sie ordentlich Bewegung in das Theater. Die Setlist ist sehr stark in Richtung des aktuellen Albums Epidemie verschoben. Schade ist, dass die Stimme von Frank Herzing heute etwas gelitten hat. Hat da jemand etwa zu viele Stunden im Proberaum verbracht? Die Tour zum neuen Album startet im Oktober.

Gut aufgewärmt machen wir draußen weiter mit Faderhead. Die Entwicklung der Band spiegelt sich auch heute in ihrer Setlist wieder. Mit alten Songs wie „Destroy Improve Rebuild“ bringen sie die Masse zum beben, können aber auch langsam und melancholisch, wie mit „Ballad of the Weak“ vom aktuellen Album – vermutlich einem der langsamsten Songs des Tages – überzeugen. Aber die nächste Platte ist schon in Arbeit. Am 4. Oktober 2019 wird Asteria in den Regalen landen und für richtigen Fans stehen auch hier wieder unterschiedliche Optionen für Fan-Extras auf Kickstarter zur Verfügung.

Puppen … jede Menge Puppen. Welle: Erdball hat heute drei Sachen im Gepäck: Schaufensterpuppen, Cover-Songs und natürlich den guten alten C64. Und mit allem dreien gehen sie nicht sparsam um. Der C64 ist natürlich stets und ständig wahrzunehmen und die Schaufensterpuppen sind ab dem zweiten Song „Schaufensterpuppen“ überall auf der Bühne. Die Setlist besteht vollständig aus Songs die zwar von anderen Künstlern stammen aber durch die einzigartige Art von Welle: Erdball adaptiert wurden. Schließlich kündigt Honey noch an: Die Schaufensterpuppen werden für den guten Zweck versteigert. Derweil fangen Coma Alliance an das Theater aufzumischen. Das Publikum begrüßt unter großem Jubel das Joint Venture von Adrian Hates (Diary of Dreams) und Torben Wendt (Diorama). Mit viel Enthusiasmus und einer großartigen Lichtschau verzaubern sie das Publikum.

Zu White Lies ist das Publikum eher verhalten. Die Outfits sind einigen Wohl suspekt – viel zu viel weiß – und viele nutzen die frühen Abendstunden sich eine letzte Stärkung zu zuführen. Aber nach einige Zeit fangen die Leute dennoch an zu tanzen, was mit auch daran liegt, dass die Setlist zu Beginn sehr gediegen ist und erst hinten raus tanzbaren Indie-Rock bietet.

Aber wenn wir ehrlich sind wer es wilder haben will geht ins Theater. Dort steht der Hauptmann und seine Kompanie von Feuerschwanz auf der Bühne und ziehen den Mittelalter-Rock durch den Met. Wobei natürlich Aktionen wie der Schubsetanz nicht lange auf sich warten lassen und die Nähte des Theaters auf die Zerreißprobe stellt.

Peng! Knall! Bumm! Mit diesen Klängen nahm der Auftritt von Project Pitchfork eine jähe Unterbrechung im ersten Song. Die Technik hat die grätsche gemacht und erst einige Minuten später und viele panisch umherlaufende Bühnentechniker können Project Pitchfork wieder weiter spielen. Einige hat es vertrieben in der Zeit. Die wahren Fans bleiben und sich begeistert. Taktischer Ausfall um die Spreu vom Weizen zu trennen? Möglich aber unwahrscheinlich.

Wer wirklich Abriss wollte, hatte sich aber eh rechtzeitig auf die Orbit-Stage gequetscht. Gestern noch mit seinem Cousin auf der Bühne, zerlegt Erk Aicrag mit seinem solo Projekt Rabia Sorda heute die MS Rheinenergie. Bei einer unmenschlichen Hitze – die Klimaanlage hat bei solchen Mengen keine Chance mehr – und unter tosendem Applaus legt er los. Schon nach wenigen Sekunden hämmert es einen den Sound durchs Gehirn und der ein oder andere reibt sich nach knapp einer Stunde die Ohren…“This is why I’m deaf“. Gelohnt hat es sich trotzdem auf jeden Fall.

Der Abschluss des Abends beginnt für viele mit einem großen Zwiespalt. Auf der Main-Stage erwartet einen In Extremo mit Mittelalter-Rock vom feinsten und einer ausgiebigen Pyro-Show, im Theater ruft mit Nachtmahr der Tanzdiktator aufs Parkett und schließlich Das Ich, dass die MS Rheinenergie an seine Grenzen treibt. Das große Finale treibt alle aus dem Schatten und so ist vor allen Bühnen dicht gedrängte Fröhlichkeit angesagt, egal ob „Sternhagelvoll“ vor der Main-Stage oder zu „Katharsis“ im Theater. Der letzte Rest Energie wir ausgepackt und in den Raum gefeuert.

Schließlich ist um Punkt 22:00 Uhr Schluss mit lustig. Viele machen sich auf den Weg nach Hause oder ins Hotel. Aber auch heute muss niemand unbefriedigter Dinge nach Hause gehen. Das Nachtprogramm der Aftershow-Party geht noch lange weiter mit den DJ’s Emmanuel Pursuit, MD75, Adrian Brian Thompson & Deany Sevigny, Dalecooper und Klass-x.

Amphi Festival 2019 Tickets + Infos

Amphi Festival 2020

Text: Lars Tobias Lorbeer

Amphi Festival 2019: 15 Jahre Elektropop, Industrial und Gothic-Rock

15 Jahre Amphi Festival! Das sollte gefeiert werden und so starten wir vom 20. bis 22. Juli 2019 in ein weiteres Jahr am Tanzbrunnen in Köln. Bei sommerlichen Höchsttemperaturen liegt ein Wochenende voller Gothic-, Rock- und Electro-Sounds vor uns. Auf drei verschiedenen Bühnen zeigen 42 Künstler, was in ihren Kehlen, Tasten, Saiten und Bassdrums steckt.

Zur Eröffnung heißt es „Vorwärts“ mit Seelennacht. Hinter dem Namen versteckt sich der Sänger Marc Ziegler mit seiner Live-Unterstützung René Wedekind. Die mit ihrem Steampunk im Elektropop-Kleid die ersten Besucher begrüßen.

Den zweiten Akt des Tages zeigen uns Erdling. Mit aufwändigem Bühnen Make-Up und rockigen Gitarren-Riffs wird es stürmischer auf der Bühne und wo zuvor noch langsam und bedächtig gestartet wurde, gibt jetzt auch das Publikum Gas.

Nach einer kurzen Durchsage – “Vorsicht wir haben eine Unwetterwarnung und halten euch auf dem Laufenden” – treten nach einer Ansage aus purem Kölsch CHROM auf die Bühne. Zu den ersten schweren Beats prasseln auch gleich schon die ersten Tropfen herunter. Das hält hier aber niemanden auf. Unter den Pilzen vor der Bühne ist noch massig Platz. Einige genießen sogar den Regen als Abkühlung und tanzen dafür einfach noch mehr.

Auf der Theater-Stage machen es sich derweil die Briten von Massive Ego gemütlich. Mit einzigartigen Outfits und viel Humor weihen sie das Theater gebührend ein. Die Ansagen in eher zerstückeltem Deutsch nimmt ihnen hier niemand übel. Der Wille ist da und wird mit großem Jubel gewürdigt. Zu Anfang ist es noch recht kühl und gut klimatisiert, aber unter dem eingängigen Hämmern der Beats ändert sich das schnell.

Mit ihrem Mix aus klassischer Musik, Metal aus Norwegen und Prog-Rock der Marke Bella Italia machen Samsas Traum draußen weiter. Die Animationsversuche von Sänger Alexander Kaschte kommen Mal besser und Mal schlechter an.

Ein kurzer Abstecher zur Orbit-Stage. Hier wird die Gemütlichkeit noch großgeschrieben. Hearts Of Black Science beschallen mit einem Mix aus einem dunklem Synthie Pop und Post Rock. Ein recht zahlreiches Publikum, ob dieses hier ist, weil sie der Name angelockt hat oder die Klimaanlage weiß man nicht genau, aber die Schweden schaffen es trotzdem die Begeisterung in den Gästen zu wecken.

Im Theater bieten derweil Dive eine kurze Einstimmung für den Headliner des Abends Nitzer Ebb mit ihrem minimalistischen Elektro-Industrial.

Draußen explodiert derweil die Stimmung. Hocico drehen voll auf und die Menge eskaliert. Nicht nur Sänger Erk Aicrag fühlt sich durch die Grenzen seiner Bühne unnötig eingeengt, auch das Publikum. So entwickeln sich nicht nur Moshpits, sondern einige Gäste wachsen über sich heraus und geh auf die Reise über die erste Reihen. Leider sind Gothic Veranstaltungen nicht sonderlich Crowd-Surfer freundlich. Dafür stehen die Leute nicht dicht an dicht genug oder würden überhaupt damit rechnen und haben deswegen nicht unbedingt ein Auge nach hinten. Wir empfehlen das Crowd-Surfen auf Metal-Festivals zu verschieben: Es macht eh mehr Spaß, wenn es auf den Wellen zwei Runden im Kreis geht, bevor man Richtung Bühne wandert, oder nicht?

Wieder zurück im Theater geht es zwar ruhiger aber nicht weniger eindrucksvoll weiter. Mit viel Gefühl und einer bombastischen Live-Stimme erfüllen The Cassandra Complex den Saal. Zu jedem Song gibt es ein kleines bisschen Geschichte und so wird zu Feier des Jubiläums der Apollo 11 Mission „Second Shot“ ausgepackt, dass vom ersten Golfspieler auf dem Mond Alan Shepard handelt.

Wem das zu langweilig ist, kann sich von Lord Of The Lost wegputzen lassen. Immerhin kommt Keyboarder Gerrit Heinemann im „I Want To Break Free“ würdigen Putzoutfit auf die Bühne und schwingt den Besen. Seine Kollegen waren nicht weniger aufwändig geschmückt, als sie die Bühne von hinten aufrollen und mit ihren kräftigen Gitarren-Riffs die Fans von den Füßen holten. Wer soll dabei auch noch ruhig stehen bleiben?

Zeit Rot zu sehen. Solitary Experiments drehen den Beat auf und bringen als erste das Theater an seine Kapazitätsgrenzen. Während drinnen die Luft vor lauter Schweiß klebt. Prasselt es draußen ganz gewaltig. Die Läden machen die Schotten dicht und auch bei der Beach-Bar werden die Stühle zusammengeklappt. Von dem ganzen Sturm kriegen die Fans drinnen gar nichts wirklich mit, zu groß die Euphorie die immer wieder zwischen Bühne und Publikum hin und her schwappt.

Im frischen Sonnenschein erscheint danach „die sonnigste Band der schwarzen Szene“ Blutengel. Mit imposanten Orgel Intro und aufwendig montierten LED-Wänden bewaffnet ziehen Chris Pohl und Ulrike Goldmann die Menge in ihren Bann. Die Melodien sind eingängig, die Textzeilen weitreichend bekannt und so wird zu altem wie neuem gesungen, was das Zeug hält. Aber keine Bühnenshow von Blutengel ist vollständig ohne größere Mengen Kunstblut und Chris Chor an Tänzerinnen in stetig wechselnden Outfits. Im Nachgang steht ein einsamer Bühnentechniker mit einem Wischmop da um kümmert sich kopfschüttelnd um den Salat… Irgendwas ist immer.

Dem Abend die Krone setzten heute der Headliner Nitzer Ebb auf. Mit ihrem Old School EBM Industrial locken die Briten die ganze Alte Riege auf die Tanzfläche. Man ist je wählerisch und mag diesen ganzen „neumodischen Quatsch“ gar nicht. Mit bester Laune fegte Sänger Douglas McCarthy über die Bühne. Dass die Mitte der Setlist leider die Fans weniger begeistern konnte, machte Nitzer Ebb damit weg, dass auf einmal sich David Gooday das Micro schnappte und „Alarm“ im die Kölner Abendluft schmetterte. Damit bietet uns Nitzer Ebb eine willkommene Überraschung ist es doch 32 Jahre her, dass David diesen Song live das letzte mal Live präsentierte. Wer dieses Urgestein verpasst hat sollte sich nicht die Gelegenheit die Briten auf ihrer Deutschland Tour im November abzupassen. Man weiß ja nie, wann sich noch einmal die Gelegenheit bietet.

Damit neigt sich auch der Samstag dem Ende und auf der Bühne mag zwar Ruhe einkehren, aber bei den Aftershow-Partys im Theater und auf der Orbit-Stage wird noch bis spät in die Nacht weiter gefeiert. Im Theater sorgen die DJ’s Hades, Gillian, Sven Friedrich, Don Levi, Torny Gottberg und DJane Dark Princess & DJ SEB H für die passende Untermalung. Auf der Orbit-Stage ließ DJ Alex Wesselsky und DJ Oliver Klein das Schiff aus allen Nähten platzen. Aber die Energie soll gut eingeteilt sein, wir haben ja ersten den ersten Tag hinter uns. Morgen geht es weiter mit dem Amphi Festival 2019 – Tag Zwei.

Amphi Festival 2019 Tickets + Infos

Amphi Festival 2020

Text: Lars Tobias Lorbeer

So war das Amphi Festival 2018 am Sonntag

Frisch gestärkt geht es auch am zweiten Tag zur idyllischen Festivalocation, dem Tanzbrunnen in Köln, am Rhein entlang wieder zum Amphi Festival 2018. Und genau wie am Tag zuvor glänzt das Wetter mit schwüler Luft. Aber hey, Make-Up und Frisur sitzen, also alles richtig gemacht. Selbstverständlich ist die PET-Flasche fester Bestandteil der Ausrüstung. Habe ich schon erwähnt, wie großartig die Trinkwasserstellen sind?

QNTAL

Der Sonntag beginnt für uns entspannt mit QNTAL. Die seit 1991 bestehende Formation macht eine etwas andere Musik. Eine interessante Mischung aus Elektro, gemischt mit mittelalterlichen Lyrics, in Mezzosopran vorgetragen, könnte den Anschein erwecken, dass das etwas langweilig bisweilen sperrig klingen könnte. Aber weit gefehlt. Die Gruppe versteht es, die eigenwillige Mischung harmonisch rüberzubringen. An der großen Zuschauermenge gemessen, scheinen sehr viele Besucher Fans von QNTAL zu sein. So harmonisch und friedlich ihre Lieder sind, so unglaublich freundlich und nett ist auch die Band. Mit viel Humor und Interaktion zum Publikum leitet die Band durch ihren Auftritt. Es ist immer Zeit für eine Einleitung oder eine kurze Erläuterung zum jeweiligen Song. Sehr sympathisch ist die Ansage von Sigrid: “Wir sind bekannt für Lieder, die niemand versteht” – womit sie ziemlich recht hat. Da die wenigsten Mittelhochdeutsch, Latein oder Altfranzösisch beherrschen, bleibt es dabei die Musik einfach nur zu genießen und sich der hypnotischen Klängen hinzugeben. Vielleicht wage ich mich etwas weit aus dem Fenster raus, wenn ich sage, dass viele (ich im Übrigen auch) auf ein ganz bestimmtes Lied gewartet haben. Als Sigrid das nächste Lied mit den Worten “Das nächste Lied stammt aus 1991” ankündigt, geht ein Jubeln durch die Menge. Und richtig, “Palästinalied” wird gespielt. Ebenfalls wird aus dem im März erschienen neuen Album “Qntal VIII – Nachtblume” gespielt.

GRENDEL

Juuhuu ab geht’s wieder zur Theater Stage und was soll ich sagen? Es hat sich nichts an der Problematik zur kleine Halle und den vielen Besuchern geändert. Also heißt es wieder einmal Beine in den Bauch stehen. Nach der entspannten Musik von Qntal gibt es jetzt Aggrotech der niederländischen band Grendel auf die Lauscher. Obwohl die Herren weibliche Verstärkung sowie ihr aktuelles Album „Age of the Disposable Body“ (VÖ 2017) dabei haben, scheiden sich die Geister über den Auftritt. So wirklich will der Funke nicht überspringen.

SOLAR FAKE

Grendel kann ich leider nicht zu Ende schauen, da Solar Fake auf der Main Stage beginnen. Und das will ich mir keinesfalls entgehen lassen, zumal es dort wieder an die frische Luft geht und ich so aus der Sauna heraus komme. Und sein wir ehrlich, wenn Dr. Mark Benecke Solar Fake ankündigt mit den Worten: “Und hier kommt der schöne Sven!” ist das Konzert ja wohl Pflicht. Allerdings kommt nicht Sven, sondern der Keyboarder André als erstes auf der Bühne. Natürlich wird er mit tosendem Applaus begrüßt, aber so richtig flippen die Leute aus, als Sven die Bühne betritt. Ohne großes Gerede wird sofort “Not what I wanted” gespielt. André übernimmt während des Konzerts die Rolle des Anheizers, was er eigentlich gar nicht bräuchte, da das Publikum (hauptsächlich weiblich) sich eh schon im Tanzfieber befindet. Viele Lieder aus dem derzeit aktuellen Album “Another Manic Episode” werden gespielt und die Leute lieben es. Der Tausendsassa Sven weiß einfach, welche Musik die Leute hören wollen. Neben seinen anderen Bands wie Zeraphine und Dreadfuls ist Solar Fake ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs. Es ist egal, was Sven anfasst, es wird Gold.

Endlich habe ich noch etwas Zeit bevor ich zur nächsten Band muss. Also nutze ich die Gelegenheit und schaue mir das Amphi 2018 mal außerhalb der Bühnen etwas genauer an. Neben meinem obligatorischen Gang zu den Trinkwasserstellen zieht es mich zu den unzähligen Verkaufsständen. Also wer in der Laune ist Geld auszugeben, der kann hier davon jede Menge unter die Leute bringen.

AGONOIZE

Der Auftritt von Agonize steht unter keinem guten Stern. Wer die Band schon live gesehen hat weiß, wie ausgefallen die Bühnenshow sein kann. Aber ganz offensichtlich hat Chris für den Auftritt ein paar Auflagen bekommen. Und dazu gehört wohl auch, kein Blut zu spritzen. Am vorherigen Tag ist er noch mit Funker Vogt auf der Theater Stage aufgetreten und jetzt ist er selber auf der Main Stage. Eine deutliche Verbesserung, wenn ich ehrlich bin. Voller Energie geht es los mit “Femme Fatale”. Es werden keine halben Sachen gemacht, Chris prügelt sein Programm durch. Apropos prügeln: Zu “Staatsfeind” haben Trump und Merkel Kloppe bekommen. Ich muss nicht extra erwähnen, wie alle diese Show gefeiert haben, oder? Und was wäre eine Agonoize-Show, naaaaa … richtig, ohne Blut?! Als wenn Chris sich an irgendwelche Auflagen halten würde! Plötzlich tanzt eine rosafarbene (männliche) Ballerina über die Bühne mit einer Klobürste in der Hand. Und was hält die grazile Maid in der anderen Hand? Genau, einen kleinen Blutbeutel. Madame öffnet den Beutel, tunkt unter tosendem Applaus die Bürste in den Beutel bespritzt die erste Reihe mit „Blut“. Jetzt ist die Agonoize-Welt wieder in Ordnung. Es lebe der Widerstand, es lebe die Revolution! Kurz gesagt, Agonoize veranstalten eine Abrissparty und alle feiern begeistert mit.

Endlich hat sich die Luft abgekühlt und man kann den späten Sonnenschein in vollen Zügen genießen. Bevor es gleich zu Oomph! geht, nutze ich die erneute Gelegenheit und schlendere über die Händlermeile. Von Grillfackeln bis hin zu veganen Leckereien gibt es alles, was der hungrige Festivalbesucher braucht. Ich muss schon sagen, 2,00 EUR für eine 0,5 l Flasche Wasser zu verlangen, ist dann aber doch ganz schön sportlich. Dann doch lieber die Trinkwasserstelle. Mich zieht es danach auf den Gothic Markt. Und sofort umhüllt einen der Geruch von Patschuli, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich am „Parfum Noire“ Stand vorbeigehe… Ich verweile aber nicht wirklich lange in den Zelten, da die Luft dort extrem unangenehm ist. Meine Uhr verrät mir, dass ich mich jetzt schleunigst Richtung Main Stage bewegen sollte, da Oomph! gleich spielen.

OOMPH!

Himmel hilf, ist es voll vor der Stage! Nun gut, Oomph! gibt es ja schließlich schon seit über 25 Jahren und die Braunschweig-Wolfsburger sollten mittlerweile auch wirklich jedem bekannt sein. Der Umstand, dass sie hin und wieder auf Pro7 und anderen Sendern aufgetreten sind, mag auch zu ihrem Bekanntheitsgrad beigetragen haben. Dero, Flux und Crap aka Oomph! samt musikalischer Unterstützung ihrer Liveband, beschränken sich bei dem Konzert hauptsächlich auf ihre alten Lieder wie beispielsweise „Augen Auf“, „Sex hat keine Macht“ oder „Labyrinth“. Das hat natürlich den Vorteil, dass alle Besucher ihre Textsicherheit beweisen können.

AND ONE

And One treten als Headliner auf der Main Stage auf. Die Sonne scheint und die Leute wollen eine super Show sehen. Steve Naghavi ist ja eh schon bekannt für seine teilweise grenzdebilen Witze und die Leute lieben ihn dafür. Allerdings hat er hier den Bogen maßlos überzogen. Mit den Worten: „Das wollte ich schon immer mal machen“ lässt er die Leute ADOLF buchstabieren, bevor der den eh schon umstrittenen Song “Deutschmaschine” anstimmt. Die Meinungen hierzu gehen weit auseinander. Für mich ist das der Punkt, an dem ich mich entscheide lieber zum Beach zu gehen und bei einem gekühlten Cocktail den Sonnenuntergang in einer Sonnenliege zu genießen.

Fazit: Nach knapp 5 Jahren Amphi-Abstinenz kann ich folgendes über das Wochenende sagen: Es war wieder schön am Tanzbrunnen zu sein, das Amphi Festival 2018 hat vor allem viel Spaß gemacht. Allerdings empfinde ich die Hinzuziehung der Theater Stage als eher schlechte Wahl. Die Leute geben viel Geld für die Karten aus und kommen dort nur oft mit Glück und Geduld in die Halle. Diese Problematik hat es früher im Staatenhaus nicht gegeben. Ebenfalls finde ich die allgemeinen Preise für Speis und Trank teils etwas unverschämt. Ja ich weiß, dass die Veranstalter sich an die Preise vom Tanzbrunnen halten müssen… 2,00 EUR für eine 0,5 l Flasche Wasser bei dieser Hitze zu verlangen, ist schon irgendwie hart. Zum Glück gab es die Trinkwasserstellen. Der Beach war wirklich ein wunderbarer Rückzugsort um sich vor der Sonne zu verstecken oder einfach nur auf den unzähligen Liegen und Himmelbetten zu chillen. Wenn allerdings Wind aufgekommen ist, so oft abends ab 17:00 Uhr, ist man schnell mit Sand einpaniert gewesen. Negativ aufgefallen ist noch, dass einige Securitys hinter dem Rücken der Gäste lautstark gelästert und dann sogar noch gar fiese Kommentare zu den opulenteren und kostümierten Gästen abgegeben haben. Leider ist diese Problematik hier beim Amphi am Tanzbrunnen schon öfter wahrgenommen wurden, schade.

Danke an Amrei Meinhard für den Text.

Infos + Tickets Amphi Festival 2019

Amphi Festival 2019 / Amphi 2019

So war das Amphi Festival 2018 am Samstag

Wenn der Geruch von Patschuli durch Köln zieht und eine Horde schwarz gekleideter Menschen zielstrebig Richtung Tanzbrunnen läuft, dann ist wieder Amphi Zeit. Zum 14. Mal lädt das Amphi alle ein, um wieder gemeinsam zu elektronischen Sounds und knackigen Riffs zu feiern. Obwohl der Samstag wettertechnisch unter keinem guten Stern steht, es wurde eine Unwetterwarnung herausgegeben, hat das die Besucher nicht abgeschreckt zahlreich zu erscheinen. Die Veranstalter haben sogar extra das Schirm-Verbot aufgehoben und wegen des seit Wochen anhaltenden heißen Wetters, sind zwei zzusätzliche Trinkwasserstellen eingerichtet wurden. Und im Gegensatz zu früher, dürfen die Besucher nun jeweils eine 0,5 PET-Flasche mit auf das Gelände nehmen. Vielen Dank an die Veranstaltern.

Auf dem Festivalgelände verteilen sich insgesamt drei Bühnen: Die Main Stage unter freiem Himmel, die Theater Stage (über diese Entscheidung müsste man wirklich noch mal nachdenken) und das Schiff. Da der Wasserpegel viel zu niedrig ist, liegt das Schiff leider gefühlte 100 KM entfernt vom Tanzbrunnen vor Anker. Der Besucher kann entscheiden, ob er zu Fuß gehen oder sich lieber mit dem eigens dafür eingerichteten Shuttle Bus kutschieren lassen möchte.

Bei 42 Bands an zwei Tagen ist definitiv möglich, jeden Geschmack zu treffen. Die Mischung ist auch dieses Jahr wieder sehr vielfältig gewählt. Von EBM bis hin zu Dark Rock ist alles vertreten. Einzig und allein zwei Dinge sind schwierig: Das Waschküchen-Wetter – Obwohl die Sonne nicht ständig scheint, ist es drückend und schwül. In der Theater Stage läuft einem der Schweiß in Strömen den Körper runter und draußen erwarteten einen statt erhoffter Abkühlung keine wesentlich besseren Temperaturen. Was einem bleibt ist der ständige Weg zu den Wasserstellen oder chillen am Strand, denn dieser gehört zu den unglaublichen tollen Dingen am Amphi Festival. Dann ist da noch die Theater Stage. Eine so kleine Halle kann nun mal nicht viele Leute aufnehmen, also warum spielen dort bekannte Größen wie Centhron oder Grendel? Dass da der Besucherandrang enorm sein wird, ist doch klar, oder? Vor allem bei den Temperaturen ist es anstrengend, bis zu einet Stunde in der Schlange anzustehen, um dann nur vielleicht noch hinein zu gelangen.

FUTURE LIED TO US

Der Tag beginnt in der Theater Stage mit Future Lied to Us. Jens Puppekopp kündigt die Band mit dem Hinweis an, dass Krischan sich entschuldigen lässt und dass die Band Gast bei der kommenden „And One – World Vibration Tour 2018“ sein wird. Nach dem organisatorischen Teil kann die Show endlich beginnen. In der gut gefüllten Theater Stage beginnt das Konzert relativ gechillt und die ersten Leute geben sich der Musik hin, auch wenn der Funke noch nicht ganz Überspringen will. Das bleibt natürlich nicht so. Ab dem 3. Lied wird die Tanzfreude der Leute gefordert. Der vorher entspannte Beat wird härter, was das Publikum mit großer Freude zum Tanzen anregt. Die einst kühle Theater Stage wird langsam aber sicher muckelig warm. Sänger und Publikum schwitzen gemeinsam was das Zeug hält.

X-RX

Noch schön nassgeschwitzt geht es weiter zu X-RX. Dr. Benecke bereitet es ein Riesen großes Vergnügen die Jungs mit liebevollen Worten anzukündigen und extra zu erwähnen, dass Pascal und Jan sich für den Auftritt umgezogen haben. Ist doch nett, oder? So, genug der netten Worte, die Party kann jetzt starten. Die Mainstage verwandelt sich bei dem Lied „Kein Herz“ in ein Tollhaus und die Leute flippen zu den harten Beats komplett aus. Kein Wunder, denn Jan und Pascal geben ihr Bestes alle zum Eskalieren zu bringen. Beiden macht ihr Auftritt sichtlich Spaß, denn sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Auch wenn der Spaß an oberste Stelle steht, machen die Beiden auf humorvolle Weise darauf aufmerksam, wie wichtig es ist bei dem Wetter ausreichend zu trinken. Nach diesen Worten geht die Eskalation weiter.

UNZUCHT

Nach einer kleinen Verschnaufpause und kurzem Aufenthalt bei den Trinkwasserstellen geht es wieder zurück zur Mainstage. Dr. Benecke und Jan von X-RX stehen zusammen auf der Bühne und kündigen Unzucht an. Kleiner Funfact: Unzucht waren schon auf Platz 61, 16 und 62 der deutschen Albumcharts. Na was ergibt das? Richtig die Zahl 666!! Evil!! Hach, den Humor von Benecke kann man einfach nur mögen. Da das neue Album „Akephalos“ Release-Woche hat, wird Benecke nicht müde uns immer wieder aufzufordern, das Album zu kaufen um Unzucht zu einer guten Chartplatzierung zu helfen. Schließlich würde das helfen, die ganzen Rapper und Schlagersternchen auf die hinteren Plätze zu verbannen. Check, ist vorgemerkt. Und dann endlich beginnt Unzucht. Habt ihr alle Bock auf Dark Rock?! Aber Hallo, was für eine Frage! Nach der Anzahl der Leute zu urteilen, scheint das komplette Amphi vor der Mainstage zu stehen. Ein Hit folgt dem nächsten und die Leute erweisen sich als sehr Textsicher. Ein kleiner Vorgeschmack auf das neue Album gibt es natürlich auch mit dem Lied „Nela“ offensichtlich gefällt Petrus, was er sieht, denn anstatt des erwarteten Unwetters beginnt es nur kurz zu regen. Die kleine Erfrischung wird von allen begeistert aufgenommen.

In der Mittagszeit gestaltete sich der Eintritt ins Theater als problemlos, doch jetzt darf man als Besucher sich die Beine in den Bauch stehen. Und wer Pech hat, kommt nicht rein, denn es gibt nur einem begrenzten Aufnahmekontigent. Das ist wirklich verbesserungswürdig. Für diejenigen die das Glück hatten in die Halle zu kommen, wird eine Hammer Abrissparty veranstaltet. Alles was das kleine Besucherherz begehrt, wird gespielt. Das Theater hat sich mittlerweile in eine Saune verwandelt, aber das interessiert niemanden. Alle wollen nur tanzen und feiern.

AESTHETIC PERFECTION

Dank der blöden Überschneidung von Centhron und Aesthetic Perfection habe ich leider ein paar Lieder verpasst. Als ich jedoch vor der Mainstage stehe, traue ich meinen Ohren nicht. Es wird ein Lied gespielt, dass mir so unglaublich bekannt vorkommt, es erinnert mich an alte Teeny Zeiten. Erst beim genaueren hinhören, kann ich es erkennen. Beinahe fällt mir mein Becher aus der Hand als ich das weltberühmte „Bye Bye“ von NSync höre. Ich muss schon sagen, ein interessantes Cover, da es nur textlich mit dem Original zu tun hat, ansonsten gibt Daniel seine eigene Interpretation zum Besten. Der Auftritt beweist wieder einmal wie unglaublich wandelbar und vielseitig Aesthetic Perfection sind. Daniel und seine Band rocken im wahrsten Sinne die Bühne. Kein Wunder, dass niemand da still stehen kann. Selbst als es wieder anfängt etwas zu regnen, interessiert es keinen Mensch, dafür ist der Auftritt einfach zu genial. Auf der Theater Stage stehen währenddessen [:SITD:]. Die im Jahre 1996 gegründete Band versteht sich darauf, die Masse ausrasten zu lassen. Mit ihren Aggrotech schafft die Band um Carsten Jacek eine düstere apokalyptische Stimmung, die Begeistert aufgenommen wird, und sorgt damit für eine gewisse andere Art an Stimmung als auf der Hauptbühne.

Mono.Inc

Raus aus der schwitzigen Hölle und wieder vor die Mainstage. Mono.Inc. wissen was ihre Fans hören wollen und feuern ein Hit nach dem anderen ab. Aber da Mono.Inc natürlich auch mit einem neuen Album „Welcome to Hell“ in den Startlöchern stehen, beglücken sie ihre Fans mit Auszügen aus diesem. Die neuen Lieder werden begeistert aufgenommen. Trotz ekeliger Schwüle kann Manuel nicht auf seine obligatorische Kopfbedeckung verzichten. Er steht doch tatsächlich mit einem Kaputzenumhang auf der Bühne! Gibt es eigentlich Bilder von ihm ohne Kopfbedeckung?

FUNKER VOGT

Diese Band hat nicht nur ein neues Album im Gepäck, sondern auch einen neuen Sänger. Chris, welcher am Folgetag mit seiner anderen Band Agonoize auf der Bühne steht, ist noch nicht lange Teil der Crew, bereichert diese aber ungemein. Jetzt liefern Funker Vogt nicht nur gute Musik, sondern auch eine gute Show. Man könnte denken, dass aus diesem Grund nur neues gespielt wird, aber das ist falsch. Chris überzeugt nicht nur bei neuen Songs, sondern auch bei Klassikern. Ganz nebenbei feiert die Band noch eine Weltpremiere, indem sie den Song „Feel the Pain“ spielen, welcher im September als Single erscheinen wird. Und da soll jetzt nochmal einer sagen, dass Sängerwechsel eine Band schwächen würden.

OMD

Die Altmeister (es gibt sie immerhin seit gut 40 Jahren) bitten zum Tanz. Es ist schon sehr beachtlich, wenn sich eine Band so lange halten kann, ohne auf dem Weg die Besatzung zu verändern, aber genau das haben OMD bisher geschafft. Letztes Jahr erschienen erst ihre 13 Album, was der Band aber keinesfalls Unglück beschert. Das Konzert des Albums schließt direkt an den Vorgänger an und sorgt so für einiges an Stimmung. Aber wer so lange unterwegs hat auch viele Fans der alten Schule, welche nicht nur neues hören wollen. Auch diese werden nicht enttäuscht und mit einigen Klassikern zufriedengestellt. So feiern alle Fans, ob neu oder alt, zusammen in den Abend.

SUICIDE COMANDO

Da Assemblage 23 leider absagen mussten, treten nun Suicide Commando auf. Und genau hier gibt es wieder besagtes Problem vor der Theater Stage. Es gibt kein hineinkommen. Während Funker Vogt spielten, bildete sich schon die Schlange für Suicide Commando . Wer Glück hat, kommt genau zu der Band rein, die er sehen will, ansonsten hat er halt Pech gehabt. Wirklich großartig, nicht! Aufgrund der spontanen Zusagen treten Suicide Commando mit ihrer Vintage Tour auf, da sie ihr normales Set schon am Vortag auf der Pre-Party gespielt haben. Wer also erst Samstag anreiste, hatte hier die Chance die Band doch noch zu sehen – sofern der Einlass klappte.

ASP

Der Altmeister bittet zum Stelldichein. Dank der langjährigen Musikgeschichte kann ASP auf ein riesen Repertoire zurückgreifen. Gekonnt spielt er sein Programm und die Masse (jawohl Masse, mittlerweile hat sich das komplette Amphi vor der Mainstage eingefunden) feiert, was das Zeug hält. Und was wäre ein ASP Show ohne Feuer? Allerdings stießen die Feuershoweinlagen bei den Fotografen nicht unbedingt auf Freude. Genau dann als sie für ein Foto den Fotograben verlassen mussten, wurde das Feuer über ihren Köpfen entzündet. Das kam wohl nicht bei allen so gut an. Den Fans war das egal, ASP haben wieder einmal routiniert eine gute Show abgeliefert.

Danke an Amrei Meinhard für den Text.

Infos + Tickets Amphi Festival 2019

Amphi Festival 2019 / Amphi 2019

XIII. Amphi Festival 2017 – So war der Sonntag

Der Sonntag beginnt mit einem kurzen Abstecher zur Orbit-Stage. Die große Entfernung zum Tanzbrunnen – auf Grund des Wasserspiegels auf der Altstadt-Seite des Rheins und nicht direkt davor am Kennedy Ufer – ist trotz Schuttle-Bus schon etwas abschreckend, aber sowohl die entspannte Atmosphäre als auch das gute Catering bei gleichzeitigem Genuss von We are Temporary können absolut überzeugen.

Wir sind durch unseren Abstecher zur Orbit-Stage heute etwas spät am Tanzbrunnen, so dass wir erst gegen 14:30 Uhr dort eintrudeln nachdem das Programm schon in vollem Gange ist. Schade eigentlich, denn Stahlmann hätte ich gerne gesehen. Allerdings wollten wir natürlich auch mal die dritte Bühne gesehen haben um euch berichten zu können, wie es ist. Fazit: Lohnt sich! Vielleicht gibt es nächstes Jahr eine nähere Möglichkeit?

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XIV. Amphi Festival 2018 Tickets + Infos:Amphi Festival 2018 / XIV Amphi Festival

Das Ich

Auf der Main-Stage erwartet uns Das Ich. Spontanes Vergessen der Setlist im Backstagebereich führt zu einer improvisierten und vom Publikum inspirierten Setlist. Was natürlich dabei nicht fehlen darf – nach breiter Meinung des Publikums – ist „Gottes Tod“ und „Destilat“. Neben philosophischen Texten die es aufs Ohr gibt, ist auch für die Optik gesorgt: auf der Bühne gibt es bewegliche Elemente, phantasievolle Bühnenoutfits und ein regelrechtes „Grimassenkino“ .

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Hocico

Schon ist es Zeit für Hocico um die Main-Stage unsicher zu machen. Die Sonne macht sich am heuten Sonntag schon rar, stattdessen gibt es eine steife Brise. Vereinzelte Tropfen von oben kündigen den ersten Schauer des Tages an und es wird eng unter den Pilzen vor der Main-Stage. Die Fotografen der zweiten Gruppe werden ganz schön nass, unterstellen hilft nicht, denn es regnet gefühlt waagerecht. Zu „Bite me!“ verabschiedet sich der Schauer dann auch schon und zu den hartgesottenen Tänzern außen um die Pilze herum gesellen sich nun auch die wasserscheuen Besucher. Der fröhliche Mexikaner, Erk Aicrag lässt sich von all dem nicht beirren und springt herum wie ein Mitglied der Gummibärenbande.

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chombichrist

Nach einer kurzen Verschnaufs-Pause geht es weiter mit Combichrist. Selbst ohne Sonnenschein brennt hier die Luft bei „What the Fuck Is Wrong With You“. Weiter geht es dann mit „Skullcrusher“ und „Blut Royal“. Die Menge tanzt und feiert mit was das Zeug hält. Gut das das Wetter weiter kühl bleibt. Mehr Energie um bei Hits wie „My Life My Rules“. „Get your Body beat“ Vollgas zu geben. Den Abschluss gibt Combichrist mit „Maggots at the party“ und „Send to Destroy“. Live knallen die Songs gleich doppelt so krass wie auf Platte, Andy und Co. schaffen es aber auch jedes Mal von der ersten bis zur letzten Sekunde voll aufs Gaspedal zu drücken und auch die letzten Energiereserven der partyhungrigen Menge anzuzapfen.

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APOPTYGMA BERSERK

Als vorletzter Act der Main-Stage des beim Amphi Festival 2017 steht Apoptygma Berserk auf der Bühne. Loslegen die Norweger mit „In this Together“ und „Starsign“. Ohne Unterlass wird hier zu Titeln wie „Shadow“, „Awaken asleep“ und „Deep Red“ getanzt. Für mich war es das geilste Set überhaupt, allerdings merkte man der Menge langsam an, dass die Energie ausgeht – die eisernen Reserven wurden noch gespart für den darauffolgenden Headliner. Das hält aber niemanden davon ab, beim Cover des Klassikers „Major Tom“ von Peter Schilling lautstark mitzusingen.

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eisbrecher

Dann neigt sich das diesjährige Amphi auch schon dem Ende. Als Hauptact des Abends und damit letzte Band des XIII. Amphi Festivals beehrt uns Eisbrecher. Alexx Wesselsky ist es offenbar zu kalt in Deutschland und er lässt sich deswegen einen Vollbart stehen. Losgelegt von der ersten Sekunde an mit „Verrückt“. „Ich habe ja nicht viele Bands auf diesem Festival gesehen, aber Combichrist und Apoptygma Berserk waren schon ziemlich geil – da müssen wir mit Halten“ tönt Wesselsky von der Bühne und das Niveau wird auch gehalten. Es wird ein Toptitel nach dem anderen raus gehämmert: „Willkommen im Nichts“. Dann eine kurze Unterbrechung. Eisbrecher stoppen die Musik. Es ist Zeit für alle diejenigen die mit Handy einen Schnappschuss wollen zu posieren. Danach wandern die Handys wieder in die Tasche damit jeder die Musik genießen kann. Einen großen Dank spricht Alexx auch aus, an all die professionellen Fotografen, deren Arbeit so wenig geschätzt wird, obwohl sie so wichtig ist. Danach geht es aber wieder weiter mit „Augen unter null“, „Fehler machen Leute“ und „Leider“. Neue Single „Was ist hier los?“ darf natürlich auch nicht fehlen. Aktuell ist diese noch nur auf Eisbrecher Homepage zu erwerben.

Weiter geht es danach mit „Prototyp“ und „Himmel, Arsch & Zwirn“. Aber was ist denn hier los? Auf einmal fängt Alexx an zu rappen?  „So oder so“ geht es weiter durch die Bandgeschichte mit „Eiszeit“, „1000 Narben“ und „Miststück“. Zum großen Finale gibt es „This is Deutsch“ angestimmt mit der Mundharmonika. Damit beenden Eisbrecher das Amphi Festival 2017. Für einige geht der Abend jetzt noch weiter bei der Aftershow-Party im Theater. Doch die meisten machen sich nun auf den Heimweg. Der Alltag wartet leider bereits nach diesen zwei großartigen Festivaltagen.

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XIII. Amphi Festival 2017 – So war der Samstag

Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir den Tanzbrunnen in Köln um das XIII. Amphi Festival 2017 zu zelebrieren. Es erwarten uns über 40 Bands auf drei Bühnen. Als wir ankommen, spielen Eisfabrik gerade noch die letzten Züge ihrer Show. Also erkunden wir erst mal das Gelände. Vorbei an den obligatorischen Bierständen – wir sind in Köln – also gibt es selbstverständlich Kölsch, zumindest vorwiegend. Auf der kulinarischen Seite finden wir Stände mit Burgern, Kartoffelpuffern und wilden Variationen an Süßwaren.

Origineller wird es dann mit bayerischer Küche, Pulled Pork und Flammlachs. All Black Burger wie im letzten Jahr sucht man allerdings vergeblich. Wer sich mit Bier und Softdrinks nicht begnügen, möchte für den gibt es noch eine große Auswahl an Met oder erfrischendem Cider in allen Sorten zu erwerben. Zum Relaxen lädt der eingegliederte Beach Club „km 689“ mit Liegestühlen, Sand und fruchtigen Cocktails ein. Und da wir nunmal beim Amphi Festival 2017 sind, wird die Mode der Szene gern zur Schau getragen. Zur Ergänzung der Outfits gibt es natürlich Schuhe, Kleidung oder Accessoires zu erwerben. Also stöbern wir erstmal.

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XIV. Amphi Festival 2018 Tickets + Infos:Amphi Festival 2018 / XIV Amphi Festival

Vor Chrom gibt es leider erstmal eine ordentliche Dusche von oben, aber der Regen hält nicht lange an und so strahlt nach kurzer Abkühlung zu schon wieder die Sonne. Die klatschnasse Menge tanzt sich einfach wieder warm und trocken. Die Band selbst lädt mit ihrem Future Pop zum mitschwingen und verweilen ein, der perfekte Einstimmung in unseren 1. Festivaltag.

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Als nächstes wird es knallhart. Fabrik C startet auf der Theater-Stage den Weckruf für alle, die bis jetzt noch etwas verschlafen waren. Harte Beats und viele Samples stehen auf dem Spielplan („wer Sie alle erkennt bekommt…  na da lassen wir uns dann was einfallen“) und massieren ordentlich die Eingeweide. Das muss drücken im Gesicht! Der Bass wummert zu „X3“ und „Cherubim“ und es wird getanzt was die Kondition hergibt. An den auftretenden Sound-Problemen wird mal eben dran vorbei improvisiert und einfach weiter getanzt. Mit „Chinese Food“ verabschiedet sich Fabrik C und hinterlässt einen Haufen verschwitzte Gestalten – geil!

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Danach spielen Tanzwut auf der Main-Stage. Nach dem berühmt-berüchtigten Intro aus „Freude schöner Götterfunken“ heißt es direkt: „Schreib es mit Blut“. Die Menge tanzt unter der Anleitung des Teufels, wie das „Meer“. Teufel posiert in bester „Teufel Manier“ während der mittelalterliche Rocksound von Tanzwut lauthals vom Fanchor begleitet wird. Die Berliner Spielmänner verwandeln die Menge vor der Stage kurzerhand in ein tanzendes Meer.

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Bei Lord of the Lost heißt es dann: Teeny-Alarm. Unter dem Kreischen der – vorwiegend – jungen Besucherinnen in den ersten Reihe betreten, die Jungs aus Hamburg die Bühne. Frauenschwarm und Frontmann Chris Harms ist in seinem Element, er führt die düsteren Klänge der Dark-Metal-Band an. Melodisch und emotional und mit plötzlichen explosiven Metalcore-Attacken begeistern Lord of the Lost heute beim Amphi 2017. Besonders „bunt“ treibt es dabei Gerrit Heinemann am Keyboard in seinem quietschgrellen Outfit.

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Der Weg zurück zur Theater Stage ist mittlerweile deutlich schwerer, denn bei Frozen Plasma ist der Andrang so groß, dass es zeitweise zu einem Einlass-Stopp kommt. Den gesamten Auftritt können wir zwar hören, aber leider sind wir erst zum letzten Song vor der Bühne. Das Electro-Pop-Duo sorgt jedenfalls für beste Stimmung und Ohrwurmmanie mit ihrem Hit „Tanz die Revolution“.

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Derweil machen es sich Dairy of Dreams draußen auf der Main-Stage gemütlich. Ihre Mischung aus Elektro, Future Pop und Rock wird gut aufgenommen um  in der heißen Nachmittagssonne etwas zu entspannen. Mit Hell in Eden erscheint im Herbst dieses Jahr auch ein neues Album.

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Noch voller als bei Frozen Plasma? Ja das geht. Bei Nachtmahr platzt die Theater-Stage aus allen Nähten. Hier kommt dann zurecht die Frage auf viel macht Sinn und ist das überhaupt noch erlaubt – vermutlich nicht. Platz zum tanzen wird hier aber trotzdem noch gefunden. Mit „Feuer frei“ gibt es zumindest eine kleine Abkühlung aus den Läufen der Supersoakers von der Bühne. 10 Jahre Bandjubiläum werden mit allerlei an Hits gefeiert, so holt der „Tanzdiktator“ seine „Mädchen in Uniform“ heraus und lässt eine Modenschau unterschiedlichster Uniform auf der Bühne ablaufen. Ist es hier gerade etwa noch wärmer drin geworden? Eins ist sicher: Es ist defintiv etwas eng geworden im Theater bei dieser Show.

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Headliner des Tages sind VNV Nation auf der Main-Stage und Die Krupps auf der Theater-Stage. Zu Schade immer noch, dass die Headliner parallel spielen und man so nur in den Genuss eines Headliners kommt. Wir sehen uns die Show von VNV Nation an. Im Sonnenuntergang geht es los mit „Tomorrow never comes“. Mit ein wenig Lotsenhilfe von Ronan Harris schaffen es auch die Rollifahrer unter der Hardcorefans in die erste Reihe um die Show zu genießen. Bei „Space & Time“ sind auch die Letzten aus den hinteren Ecken des Tanzbrunnens an der Main-Stage angekommen (und die Fotografin flucht das sie immer während der besten Songs Fotografieren muss) und drängen sich dicht an dicht bis hinter die Bierstände. Zu „Judgement“ tauchen in der Menge zwei Stecken-Einhörner auf was direkt von Ronan in seine Ansagen aufgenommen wird. Weiter geht es mit einer Auswahl aus nicht ganz 3 Jahrzehnten Bandgeschichte und so fehlen auch natürlich Hits wie „Illusion“, „Standing“ und „Graditute“ nicht. Sei Stolz. „Halt das Einhorn hoch. Ich werde deine Liebe für Märchenfiguren unterstützen bis zum Tot.“  ein großartige Reaktion von Ronan Harris auf die tanzen Einhörner vor seiner Nase. So holt er nach dem noch „Control“, „Nova“ und „Raise your hands up high“ zum Besten gegeben wurden eines der Einhörner auf die Bühne. Das Einhorn trägt übrigens den zauberhaften Namen Johannes wofür es von Ronan Harris gebührend bemitleidet wird – ein Einhorn sollte schließlich einen magischen Namen haben.

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Damit ist der erste Tag des XIII. Amphi Festivals 2017 auch schon vorbei. Für die Feierwütigen stehen Aftershow-Partys sowohl im Theater als auch auf der Orbit-Stage zur Verfügung. Alternativ geht es gen Bett um Kraft für den nächsten Tag zu sparen – denn der nächste Tag hat noch so einige Hochkaräter auf dem Programm.