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Plage Noire 2021 Samstag: Ein dunkelbunter Strauss Musik

Da macht man einmal kurz die Augen zu und schon ist der letzte Tag des Plage Noire 2021 angebrochen. Für viele war die Nacht kurz, zumindest sieht es so aus, wenn man durch die Gesichter der sich schon auf dem Gelände befindenden Gäste blickt. Der heutige Tag beginnt heute bereits gegen 14:00 Uhr der Fall. Aber auch schon vorher gibt es etwas zu sehen: Zwei Vorlesungen von Christian von Aster und Markus Heitz ergänzen heute, neben weiteren Fashion Walks, das Programm.

Vogelfrey

Die Hauptbühne eröffnen heute Vogelfrey – das perfekte Warm-up für den Tag. “Moin Moin Plage Noire, wir sind Vogelfrey, Hörner hoch!” ruft uns Jannik Schmidt zu, bevor es mit dem gleichnamigen Song losgeht. Dabei wird es im Zelt immer voller und es kehrt immer mehr Bewegung ein. “Wir freuen uns unglaublich hier zu sein. Unser erstes Mal beim Plage Noire, wie ist es so wieder Party zu machen?” fragt er uns weiter und kann sich die Frage sicher selbst beantworten. Zum Schluss gibt es noch den “Heldentod”, welcher erneut viel Applaus erntet, bevor die Künstler die Bühne schon wieder verlassen müssen.

sono

Während anschließend auf der Hauptbühne Stahlmann spielen, gibt es im Salle de Fête das komplette Gegenprogramm. Hier spielen Sono viel ruhigere, leicht altmodische, minimalistische Töne, welcher sich perfekt dafür anbietet sich weiter warm zu tanzen. Viele kommen auch genau diesem nach und werden von Sänger Lennart A. Salomon förmlich mitgerissen, der stets mit seiner Stimme punkten kann.

melotron

Anfangs ist es noch recht leer vor der Bühne, als Melotron diese betreten. Aufgrund des Fashion Walks direkt vor der Tür ist ein durchkommen schwer. Dies ändert sich jedoch innerhalb der ersten Minuten schlagartig. ”Ist es nicht schön, dass wir uns alle mal wiedersehen, wir wünschen euch allen viel Spaß! Unsere Keyboard Ständer sind eingestaubt die letzten Monate” sagt uns Sänger Andy Krüger, während er förmlich über die Bühne springt und dabei das Publikum ansteckt. “Seht ihr, 1-2 Lieder und wir sind wieder jung” sagt er weiter lachend und setzt damit den Maßstab für das ganze Konzert – man kann ihm und seinen Kollegen die Spielfreude dabei stets ansehen.

Letzte Instanz

Auch wenn es Anfang November schon recht kalt ist, heißt das nicht, dass Letzte Instanz mit Schuhen auftritt. Barfuß steht hier für die meisten an der Tagesordnung – und das soll sich auch nicht ändern. Wie auch die meisten anderen Bands waren Letzte Instanz in der konzertlosen Zeit nicht untätig und können heute eine Release-Show mit ihrem neuen Werk “Ehrenwort” präsentieren. Allgemein ist es jedoch eine Show wie man sie von der Band kennt und erwartet. Musikalisch ohne Fehler und stets einen Witz auf der Zunge, während die Fans fröhlich dahin tanzen. “Wir sind heute schon seit 5 Uhr wach. Wir kommen ja aus vielen Städten, aber die Fahrt war… okay. Aber auf dem Weg haben wir viele Leute gesehen, aber der Anblick hier ist der schönste des Tages” sagt uns Sänger Holly Loose und hat damit die Lacher auf seiner Seite.

rabia sorda

Deutlich härter geht es derweil bei Rabia Sorda zu. Die sehr kurzfristig für Rotersand eingesprungene Band kommt mit einem deutlich aggressiveren Sound als ihre Vorgänger daher und kann sofort überzeugen. Sänger Erk Aicrag springt vergleichbar mit einem Flummi über die Bühne und elektrisiert so das Publikum, welches sich selbst nicht mehr auf der Stelle halten kann. Ansagen gibt es dabei nicht viele, die Zeit wird eher genutzt, um so viele Songs wie möglich zu spielen, um ja keine Verschnaufpause aufkommen zu lassen. Einzig ein kurzes Drumsolo lässt einen kurz durchatmen, bevor es direkt wieder in die Vollen geht.

(SITD)

Da wo Rabia Sorda aufhören, machen [:SITD:] weiter. Auch hier werden Nägel mit Köpfen gemacht, sodass weiterhin keiner still steht. Sänger Carsten Jacek ist sichtlich erfreut wieder auf der Bühne zu stehen und begrüßt seine Fans per Handschlag. “Was sollen wir sagen nach einem Jahr Corona sind wir endlich wieder bei euch, ich hoffe ihr habt Bock!”. Inzwischen ist es wieder so voll, dass der Einlassstop kurz bevor steht. Das Publikum treibt die Stimmung immer weiter höher, singt immer mehr mit, bis der Worstcase eintritt. Carsten stürzt, das Konzert muss unterbrochen werden. Einige Minuten später geht es weiter, er hält sich dabei die Brust, bekommt schlecht Luft und klingt etwas gequetscht, will aber unbedingt weiter machen. Die Fans wirken etwas geschockt, rufen ihm zu lieber abzubrechen, aber er zieht weiter durch bis kurz vor dem eigentlichen Ende. Später stellt sich heraus, dass er sich eine starke Rippenprellung zugezogen hat – wir wünschen gute Besserung.

L’Ame Immortelle

Wer es dann doch ruhiger und entspannter mag, ist im Zelt gut aufgehoben. Hier stehen derweil L’Ame Immortelle auf der Bühne und sorgen für viel Abwechslung. Dafür verantwortlich ist der ständige Wechsel zwischen Thomas Rainer und Sonja Kraushofer, die die Songs entweder Solo oder als Duett performen. Die Musik dazu ist eher zum Schwanken und weniger zum Tanzen, handeln die Texte doch meist von Liebeskummer oder sind melancholisch. Zusätzlich wechselt Sonja mehrfach ihr Kleid und sorgt so auch für Abwechslung auf der Bühne. Außerdem feiert die Band mit dem neuen Song “Catch My Fall” eine Premiere, denn dieser erscheint erst auf dem kommenden Album “Im tiefen Fall”, und kann viel Applaus verbuchen.

Solar Fake

Das Festival richtet sich langsam dem Ende zu, jedoch steht für viele noch zumindest ein Highlight auf der Liste: Solar Fake. Die Band um Sänger Sven Friedrich schafft es nochmal den Salle de Fête zum Einlassstop zu bringen und die letzten Kräfte zu mobilisieren. “Vielen vielen Dank, wir freuen uns sehr, dass wir hier sein können, völlig ungeplant eigentlich” sagt uns Sven. Solar Fake sind erst vor kurzem aufgrund zahlreicher Bandausfälle bestätigt worden. “Habt ihr vermutlich schon öfter gehört aber es ist total schön wieder hier zu sein, eure Gesichter zu sehen” sagt er weiter, bevor es zurück zur Musik geht. Hier gibt es eine Setlist, die mit vielen Songs des neuen Albums “Enjoy Dystopia” punkten kann, aber auch sonst keine Wünsche offen lässt. Die Tanzfläche setzt heute keinen Staub mehr an, dafür werden die Kehlen bei “Not What I Wanted” trocken, als lauthals mitgesungen wird.

Front 242

Währenddessen steht mit Front 242 der Headliner des Festivals auf der Bühne des Zelts. Hier gibt es einen Song nach dem anderen mit anspruchsvoller Lichtshow, die teilweise aber auch anstrengend zu beobachten ist. Ist die Bühne in einem Moment nur wortwörtlich mit Taschenlampen beleuchtet, gibt es im nächsten Moment Strobo-Dauerfeuer. Viele lauschen mit geschlossenen Augen dem recht entspannenden EBM während sie hin und her wanken oder leicht tanzen. Teilweise scheint die Luft etwas raus zu sein, was man aber niemandem nach zwei Tagen Festival vorwerfen kann. Wir sind es alle nicht mehr gewohnt.

Und dann ist es schon wieder vorbei, zwei prall gefüllte Tage Festival sind vorüber und die Erschöpfung, aber auch die Freude allen Beteiligten deutlich anzusehen. In diesem Sinne hoffen wir, dass es nicht erneut zwei Jahre dauert, bis  die schwarze Gemeinde wieder den Weissenhäuser Strand schwarz färbt.

Plage Noire 2022: Tickets + Infos

Düster-Beats locken 4.000 Besucher zum E-tropolis Festival 2019

Am Samstag, den 16. März ist das E-Tropolis Festival 2019 in seine neunte Runde gestartet. Unter dem Motto “Härter, Lauter, Bässer” erwarteten uns 14 Bands, inklusive Aftershow-Party. Auch dieses Jahr kann die Turbinenhalle in Oberhausen gut 4.000 Besucher in den Ruhrpott locken, damit ausverkauft melden und eine Vielzahl an unterschiedlichen Electro- und EBM-Größen präsentieren.

ES23

Zur Eröffnung begrüßt uns ES23 mit “Destiny” auf der Bühne und damit auch schon unsere Überraschung des Festivals. Mit einer unerwarteten Energie haut Daniel P. von Sekunde Null an die Menge um. Der ein oder andere Besucher hat sein persönliches Aufwärm-Programm schon hinter sich und steigt direkt in die Vollen mit ein und nutzt die große Tanzfläche vollständig aus. Letztes Jahr war Sänger Daniel P. noch als Gast hier, heute steht er auf der Bühne und darf voller Stolz das E-Tropolis Festival 2019 eröffnen. Zu „Wake Up“ geht die Stimmung immer weiter nach oben. Der vordere Bereich der Turbinenhalle füllt sich nach und nach, während draußen auf dem Parkplatz im andauernden Nieselregen fleißig die Fahrzeuge rangiert werden.

Priest

Nach einer kurzen Umbaupause dürfen Priest sich auf der Bühne austoben. Nach der Eröffnung durch ihr 8-bit Intro drückt einem der Bass entgegen und treibt neugierig die Menschen aus den Vorbereich der Turbinenhalle vor die Bühne. Im Kontrast sind Priest deutlich andächtiger als ihr Vorläufer. Zur Musik kann man ja sagen, was man will, aber die Show ist nun leider tatsächlich auch für Elektro Bands sehr schwach. Kaum Interaktion mit dem Publikum sorgen dafür, das wir uns früher auf den Weg in die zweite Halle machen.

Rroyce

Schon kurz vor Ende der Show bewegt sich die Menge rüber zur 2nd Stage, denn nebenan geht es nahtlos mit Rroyce weiter. Energiegeladen springt der Funke hier sofort über und die frühen Besucher, die gerade eben noch auf der Stelle hin und her wippten, sind voll dabei. Eine von drei Bands heute, bei denen eine Gitarre auf der Bühne zu sehen ist. Und die einzige, die mit Pyrotechnik einen kleinen Funkenregen erzeugen. Für die erste Band in der kleineren Halle ist es zu so früher Zeit schon sehr gut gefüllt – selbst der Headliner wird später Probleme haben, das zu toppen. Sänger Casi sprüht nur so vor Energie und hat auch mit seinen beiden Mitstreitern auf der Bühne mächtig Spass.

[x]-Rx

Auf der Mainstage bereiten sich derweil [x]-Rx vor. Und bringen nach dem eher ruhigeren Vorläufer wieder richtig Bewegung auf die Tanzfläche der Mainstage. Langeweile kommt hier nicht auf, das lassen Pascal „Cyrex“ Beniesch und Jan „Sine-x“ Teutloff nicht zu. Das Intro zu „Kein Herz“ versetzt auch den letzten Zuschauer in Bewegung und trotz des Hämmerns aus den Boxen sind die Stimmen der Menge noch zu hören. Mit „Gasoline And Fire“ und „Hard Bass Hard Soundz“ sind [x]-Rx eine einzige Aufforderung zu tanzen. Die Show ist schlicht gehalten aber bestens dazu geeignet, die Energie auf das Publikum zu übertragen.

SynthAttack

Das Intro von SynthAttack verspricht schon viel. Als das Dark Electro-Duo die Bühne erklimmt ist der Jubel groß. Mit ihren harten Beats und aggressiven Synth-Klängen gepaart mit einem verzerrten Gesang liefern sie Musik voll auf die Fresse. Aber pronto! Auf der Bühne wir das Duo von zwei Tänzerinnen unterstützt, die die Menge immer wieder animieren, ordentlich mitzumachen. Auch hier ist der Sound ordentlich. Der Bass hat Druck, sodass sich in den vorderen Reihen ein wohliges Gefühl in der Magengegend breit macht, aber auch die Synths sind perfekt abgemischt. Alles in allem eine runde Sache.

Velvet Acid Christ

Velvet Acid Christ auf der Mainstage ist für viele eher eine Pause, vor dem was der Abend noch verspricht. Viele sparen sichtlich Energie oder nutzen die Gelegenheit um etwas Energie nachzutanken.

Apropos Nachtanken. Neben den 2 Stages hat die Turbinenhalle auch noch eine Händlermeile und ein Bistro zu bieten. Die neben einer kleinen Shopping-Tour und einem breiten Angebot an Gerichten auch noch viel Platz bieten, um sich zwischen den Bands noch etwas zu entspannen. Ob der Belastung der Füße oder der Ohren geschuldet kommt wohl auf den persönlichen Geschmack an.

Future Lied To Us

Zurück auf der 2nd Stage erwarten uns Future Lied To Us. Ein Zusammenschluss aus “drei der Rentner des EBM”. Was die alten Herren vielleicht nicht mehr an Energie haben, haben sie an Erfahrung. In ihrer minimal gehaltenen Show laden sie mit sanften Beats zum Träumen und Schwelgen ein. Bei Synthpop benötigt es aber auch keine harten Beats, um die Menge in Tanzstimmung zu bringen. So bewegt sich der eine mehr als der andere im Klangteppich dahin. Aber auch die alte Garde ist vor dem Alten Feind – technische Probleme – nicht gefeit und müssen eine kurze Zwangspause einlegen. Können aber dann direkt wieder durchsteigen und auch beweisen, dass sie nicht nur sanft und weich beherrschen, sondern durch alle Stilrichtungen durch Agieren können.

E-tropolis Festival 2020 Infos & Tickets:

E-tropolis Festival 2020 / etropolis 2020

So war das Amphi Festival 2018 am Sonntag

Frisch gestärkt geht es auch am zweiten Tag zur idyllischen Festivalocation, dem Tanzbrunnen in Köln, am Rhein entlang wieder zum Amphi Festival 2018. Und genau wie am Tag zuvor glänzt das Wetter mit schwüler Luft. Aber hey, Make-Up und Frisur sitzen, also alles richtig gemacht. Selbstverständlich ist die PET-Flasche fester Bestandteil der Ausrüstung. Habe ich schon erwähnt, wie großartig die Trinkwasserstellen sind?

QNTAL

Der Sonntag beginnt für uns entspannt mit QNTAL. Die seit 1991 bestehende Formation macht eine etwas andere Musik. Eine interessante Mischung aus Elektro, gemischt mit mittelalterlichen Lyrics, in Mezzosopran vorgetragen, könnte den Anschein erwecken, dass das etwas langweilig bisweilen sperrig klingen könnte. Aber weit gefehlt. Die Gruppe versteht es, die eigenwillige Mischung harmonisch rüberzubringen. An der großen Zuschauermenge gemessen, scheinen sehr viele Besucher Fans von QNTAL zu sein. So harmonisch und friedlich ihre Lieder sind, so unglaublich freundlich und nett ist auch die Band. Mit viel Humor und Interaktion zum Publikum leitet die Band durch ihren Auftritt. Es ist immer Zeit für eine Einleitung oder eine kurze Erläuterung zum jeweiligen Song. Sehr sympathisch ist die Ansage von Sigrid: “Wir sind bekannt für Lieder, die niemand versteht” – womit sie ziemlich recht hat. Da die wenigsten Mittelhochdeutsch, Latein oder Altfranzösisch beherrschen, bleibt es dabei die Musik einfach nur zu genießen und sich der hypnotischen Klängen hinzugeben. Vielleicht wage ich mich etwas weit aus dem Fenster raus, wenn ich sage, dass viele (ich im Übrigen auch) auf ein ganz bestimmtes Lied gewartet haben. Als Sigrid das nächste Lied mit den Worten “Das nächste Lied stammt aus 1991” ankündigt, geht ein Jubeln durch die Menge. Und richtig, “Palästinalied” wird gespielt. Ebenfalls wird aus dem im März erschienen neuen Album “Qntal VIII – Nachtblume” gespielt.

GRENDEL

Juuhuu ab geht’s wieder zur Theater Stage und was soll ich sagen? Es hat sich nichts an der Problematik zur kleine Halle und den vielen Besuchern geändert. Also heißt es wieder einmal Beine in den Bauch stehen. Nach der entspannten Musik von Qntal gibt es jetzt Aggrotech der niederländischen band Grendel auf die Lauscher. Obwohl die Herren weibliche Verstärkung sowie ihr aktuelles Album „Age of the Disposable Body“ (VÖ 2017) dabei haben, scheiden sich die Geister über den Auftritt. So wirklich will der Funke nicht überspringen.

SOLAR FAKE

Grendel kann ich leider nicht zu Ende schauen, da Solar Fake auf der Main Stage beginnen. Und das will ich mir keinesfalls entgehen lassen, zumal es dort wieder an die frische Luft geht und ich so aus der Sauna heraus komme. Und sein wir ehrlich, wenn Dr. Mark Benecke Solar Fake ankündigt mit den Worten: “Und hier kommt der schöne Sven!” ist das Konzert ja wohl Pflicht. Allerdings kommt nicht Sven, sondern der Keyboarder André als erstes auf der Bühne. Natürlich wird er mit tosendem Applaus begrüßt, aber so richtig flippen die Leute aus, als Sven die Bühne betritt. Ohne großes Gerede wird sofort “Not what I wanted” gespielt. André übernimmt während des Konzerts die Rolle des Anheizers, was er eigentlich gar nicht bräuchte, da das Publikum (hauptsächlich weiblich) sich eh schon im Tanzfieber befindet. Viele Lieder aus dem derzeit aktuellen Album “Another Manic Episode” werden gespielt und die Leute lieben es. Der Tausendsassa Sven weiß einfach, welche Musik die Leute hören wollen. Neben seinen anderen Bands wie Zeraphine und Dreadfuls ist Solar Fake ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs. Es ist egal, was Sven anfasst, es wird Gold.

Endlich habe ich noch etwas Zeit bevor ich zur nächsten Band muss. Also nutze ich die Gelegenheit und schaue mir das Amphi 2018 mal außerhalb der Bühnen etwas genauer an. Neben meinem obligatorischen Gang zu den Trinkwasserstellen zieht es mich zu den unzähligen Verkaufsständen. Also wer in der Laune ist Geld auszugeben, der kann hier davon jede Menge unter die Leute bringen.

AGONOIZE

Der Auftritt von Agonize steht unter keinem guten Stern. Wer die Band schon live gesehen hat weiß, wie ausgefallen die Bühnenshow sein kann. Aber ganz offensichtlich hat Chris für den Auftritt ein paar Auflagen bekommen. Und dazu gehört wohl auch, kein Blut zu spritzen. Am vorherigen Tag ist er noch mit Funker Vogt auf der Theater Stage aufgetreten und jetzt ist er selber auf der Main Stage. Eine deutliche Verbesserung, wenn ich ehrlich bin. Voller Energie geht es los mit “Femme Fatale”. Es werden keine halben Sachen gemacht, Chris prügelt sein Programm durch. Apropos prügeln: Zu “Staatsfeind” haben Trump und Merkel Kloppe bekommen. Ich muss nicht extra erwähnen, wie alle diese Show gefeiert haben, oder? Und was wäre eine Agonoize-Show, naaaaa … richtig, ohne Blut?! Als wenn Chris sich an irgendwelche Auflagen halten würde! Plötzlich tanzt eine rosafarbene (männliche) Ballerina über die Bühne mit einer Klobürste in der Hand. Und was hält die grazile Maid in der anderen Hand? Genau, einen kleinen Blutbeutel. Madame öffnet den Beutel, tunkt unter tosendem Applaus die Bürste in den Beutel bespritzt die erste Reihe mit „Blut“. Jetzt ist die Agonoize-Welt wieder in Ordnung. Es lebe der Widerstand, es lebe die Revolution! Kurz gesagt, Agonoize veranstalten eine Abrissparty und alle feiern begeistert mit.

Endlich hat sich die Luft abgekühlt und man kann den späten Sonnenschein in vollen Zügen genießen. Bevor es gleich zu Oomph! geht, nutze ich die erneute Gelegenheit und schlendere über die Händlermeile. Von Grillfackeln bis hin zu veganen Leckereien gibt es alles, was der hungrige Festivalbesucher braucht. Ich muss schon sagen, 2,00 EUR für eine 0,5 l Flasche Wasser zu verlangen, ist dann aber doch ganz schön sportlich. Dann doch lieber die Trinkwasserstelle. Mich zieht es danach auf den Gothic Markt. Und sofort umhüllt einen der Geruch von Patschuli, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich am „Parfum Noire“ Stand vorbeigehe… Ich verweile aber nicht wirklich lange in den Zelten, da die Luft dort extrem unangenehm ist. Meine Uhr verrät mir, dass ich mich jetzt schleunigst Richtung Main Stage bewegen sollte, da Oomph! gleich spielen.

OOMPH!

Himmel hilf, ist es voll vor der Stage! Nun gut, Oomph! gibt es ja schließlich schon seit über 25 Jahren und die Braunschweig-Wolfsburger sollten mittlerweile auch wirklich jedem bekannt sein. Der Umstand, dass sie hin und wieder auf Pro7 und anderen Sendern aufgetreten sind, mag auch zu ihrem Bekanntheitsgrad beigetragen haben. Dero, Flux und Crap aka Oomph! samt musikalischer Unterstützung ihrer Liveband, beschränken sich bei dem Konzert hauptsächlich auf ihre alten Lieder wie beispielsweise „Augen Auf“, „Sex hat keine Macht“ oder „Labyrinth“. Das hat natürlich den Vorteil, dass alle Besucher ihre Textsicherheit beweisen können.

AND ONE

And One treten als Headliner auf der Main Stage auf. Die Sonne scheint und die Leute wollen eine super Show sehen. Steve Naghavi ist ja eh schon bekannt für seine teilweise grenzdebilen Witze und die Leute lieben ihn dafür. Allerdings hat er hier den Bogen maßlos überzogen. Mit den Worten: „Das wollte ich schon immer mal machen“ lässt er die Leute ADOLF buchstabieren, bevor der den eh schon umstrittenen Song “Deutschmaschine” anstimmt. Die Meinungen hierzu gehen weit auseinander. Für mich ist das der Punkt, an dem ich mich entscheide lieber zum Beach zu gehen und bei einem gekühlten Cocktail den Sonnenuntergang in einer Sonnenliege zu genießen.

Fazit: Nach knapp 5 Jahren Amphi-Abstinenz kann ich folgendes über das Wochenende sagen: Es war wieder schön am Tanzbrunnen zu sein, das Amphi Festival 2018 hat vor allem viel Spaß gemacht. Allerdings empfinde ich die Hinzuziehung der Theater Stage als eher schlechte Wahl. Die Leute geben viel Geld für die Karten aus und kommen dort nur oft mit Glück und Geduld in die Halle. Diese Problematik hat es früher im Staatenhaus nicht gegeben. Ebenfalls finde ich die allgemeinen Preise für Speis und Trank teils etwas unverschämt. Ja ich weiß, dass die Veranstalter sich an die Preise vom Tanzbrunnen halten müssen… 2,00 EUR für eine 0,5 l Flasche Wasser bei dieser Hitze zu verlangen, ist schon irgendwie hart. Zum Glück gab es die Trinkwasserstellen. Der Beach war wirklich ein wunderbarer Rückzugsort um sich vor der Sonne zu verstecken oder einfach nur auf den unzähligen Liegen und Himmelbetten zu chillen. Wenn allerdings Wind aufgekommen ist, so oft abends ab 17:00 Uhr, ist man schnell mit Sand einpaniert gewesen. Negativ aufgefallen ist noch, dass einige Securitys hinter dem Rücken der Gäste lautstark gelästert und dann sogar noch gar fiese Kommentare zu den opulenteren und kostümierten Gästen abgegeben haben. Leider ist diese Problematik hier beim Amphi am Tanzbrunnen schon öfter wahrgenommen wurden, schade.

Danke an Amrei Meinhard für den Text.

Infos + Tickets Amphi Festival 2019

Amphi Festival 2019 / Amphi 2019

Plage Noire 2018 – So war der Freitag

Nach unserer Ankunft beim Plage Noire 2018 gibt es für uns erst einmal die Location zu begutachten, den Ferienpark Weißenhäuser Strand. Der Park vereint jede Menge Apartmenthäuser und Ferienwohnungen, die als Unterkunft für die Besucher bereitstehen. Für wen der Komfort eher zweitrangig ist, der hat nebenan auch die Wahl, auf dem Campingplatz zu nächtigen. Allerdings ist es Ende April und draußen noch entsprechend kühl. Hardcore-Camper schreckt das ja aber selten ab. Ergänzt werden die Apartmentblocks durch eine abwechslungsreiche Restaurantmeile und es bieten sich eine Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen an. Vom Kinderspielplatz, Abenteuer- Dschungelland bis zur Kegelbahn gibt es hier alles.

In Bezug auf die Familienfreundlichkeit und den Komfort sucht das Plage Noire 2018 im Vergleich mit anderen Festivals seinesgleichen. Des weiteren gibt es in unmittelbarer Nähe natürlich den Ostseestrand mit wunderbarem Blick aufs Meer inklusive. Da es zum Baden noch viel zu kalt ist, gibt es hier anderweitig Abhilfe, denn das subtropische Badeparadies lädt zum Abschalten oder Spaß haben im Wasser ein. Das Hauptaugenmerk liegt an diesem Wochenende aber natürlich auf dem musikalischen Programm. Für die verschiedenen Künstler sind drei Bühnen aufgebaut: La Chapiteau – die gewaltige Zeltbühne, Salle de Fête – der Veranstaltungssaal der Ferienanlage und La Rotonde – eine kleinere Bühne etwas abseits. Aber nicht nur auf den Bühnen gibt es Shows zu begutachten, der Catwalk für die Modeshows ist mitten in der Galerie zwischen den Restaurants aufgebaut. Genretypische Mode wird dort hautnah erlebt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Das Festival beginnt für uns mit Ost+Front. Nach einem langem Intro zum Einzug geht es direkt in die Vollen mit „Adrenalin“ über „Fiesta de sexo“ und „Afrika“. Nicht lange kommen wir in den Genuss der Berliner Neue-Deutsche-Härte-Band, denn nebenan wartet schon das nächste Highlight auf uns. Während Herrmann Ostfront und Co. noch rocken, geht es für uns weiter zu Noisuf-x im Salle de Fête. Das Ein-Mann-Electro-Projekt sorgt für Club-Feeling und bringt langsam Fahrt in die noch etwas von der Anreise erschöpften Musikbegeisterten. Also ab dafür und schwingt das Tanzbein.

Derweil bereiten sich Megaherz im La Chapiteau auf ihr Konzert vor. Das Zelt sieht noch etwas leer aus. Aber die Gesamtmaße sind so geplant, dass zu Stoßzeiten sämtliche Besucher des Festivals bequem dort Platz finden können. Apropos bequem Platz finden: Dort wo die anderen Bühnen nur eine bzw. mehrere Theken zu bieten haben, gibt es im La Chapiteau neben einer Rollibühne auch noch weitere Tribünen mit Sitzgelegenheiten – es sind war nur Klappstühle, aber jeder Festivalgänger freut sich nach einiger Zeit auf den Beinen er jegliche Sitzmöglichkeit. Hier befindet sich auch die VIP-Bühne, ausgestattet mit gemütlicheren Sitzgelegenheiten und eigener Theke. Durch die große Weite im Saal lässt leider die Stimmung am Anfang noch etwas auf sich warten. Megaherz lassen sich davon aber nicht beirren, also „Vorhang auf“ und Bühne frei.

Im dagegen winzigen La Rotonde ist die Stimmung bei Apron richtig am Kochen. Kein Wunder, in der ersten Reihe ist man nahezu auf Tuchfühlung mit Frontsänger Till Herence. Die Bands der kleineren Hallen lassen sich aber auch außerhalb der Hallen über Monitore live mitverfolgen, für Besucher denen es dort drinnen zu eng ist. Zurück zu Megaherz, wo es beim Hit „Zombieland“ endlich voller und voller wird. Die Hits zum Mitsingen „Glorreiche Zeiten“ und „Himmelsstürmer“ gibt es direkt hinterher. Auffällig und eindeutig positiv beim Plage Noire 2018 ist: Die Setlist aller Bands sind sehr lang und haben mit 75 Minuten – eher Konzert-Ausmaße. Für uns geht es nun aber wieder Richtung Salle de Fête zu Solar Fake. Auch hier machen sich die kühleren Außentemperaturen bemerkbar. Wo bei Noisuf-x der Saal „nur“ voll war, platzt er jetzt bald aus allen Nähten. Aber Platz zum Tanzen finden die begeisterten Fans immer. Und so verlangt Sänger Sven Friedrich nicht nur den Fans eine Menge ab, sondern lässt auch den Sauerstoffgehalt der Luft schwinden.

Nach einigen tiefen Atemzügen an der frischen Luft geht es zurück ins La Chapiteau, wo sich Mono Inc. schon mal bereit machen. Die Menge nach dem Auftritt von Megaherz hat sich mittlerweile ordentlich vergrößert. Die fallenden Temperaturen draußen scheuchen auch die letzten unentschlossenen vor die Bühnen. Mono Inc. eröffnen ihr Programm mit „Together Till the End“ und bieten  weiterhin „The Banks of Eden“ und „Arabia“ dar. Freudig verkündet Frontmann Martin Engler, dass die Band einen speziellen Gast mitgebracht habt – Roland Zeidler, mit dem sie „Potter’s Field“ und „Wonderful Life“ stimmstark zum Besten geben.

Nach dieser Show genehmigen wir uns erstmal eine kurze Pause und gesellen uns danach wieder ins große Zelt, vor die Bühne des Headliners am ersten Festivalabend. ASP eröffnen ihre Show mit „Mondscheinsirenade“, weiter geht es mit „Duett“, „Eisige Wirklichkeit“ und „20.000 Meilen“. Zu „Werben“ serviert Gitarrist Sören Jordan ein exzellentes Solo. Dies ist der letzte Live-Auftritt für ASP, nun gönnen sie sich eine Pause nach der letzten Tournee. Im Oktober diesen Jahres geht es für die Rockband allerdings auch schon wieder weiter. „Wir sind unbequem und weil ihr heute alle so schön im Hotel schlaft, hier etwas was euch das unbequemer macht“ und mit dieser Aussage von ASP geht es weiter mit „Astoria verfallen“. Auch das der Location angemessene Strandthema wird aufgegriffen und so wird uns „Bernsteinmeerengel“ voller Gefühl präsentiert. Weiter geht es mit „Wechselbalg“ durch „Die Untiefen“ und immer weiter vorwärts und abwärts mit „Schwarzes Blut“.

Nach vielen Jahren hat ASP es erfolgreich in ein Schulbuch geschafft. Ein Ethik-Schulbuch mit einem Zitat aus dem Lied „Ich bin ein wahrer Satan“. Traurig dabei ist, dass hier ein Lyrik-Wiki zitiert wird und das auch noch falsch. So steht dort Ziegenruf statt Ziegenhuf. Nach einer exemplarischen Darbietung des richtigen Textes, geht es weiter mit „Und ich tanzte“ und schließlich noch der Dauerbrenner „Ich will brennen“. Etwa 30 Minuten nach der Geisterstunde schlendern wir den kürzesten Weg in unserem Festivaldasein gen Unterkunft und freuen uns schon auf den kommenden Tag.

M’era Luna Festival 2017 – So war der Samstag

Einfach nicht vom verregneten Festivalsommer 2017 abschrecken lassen, haben sich die 25.000 Gothic-Fans am Wochenende gedacht und pilgerten trotz Regen und Matsch zum M’era Luna Festival 2017 auf dem Flughafengelände in Hildesheim-Drispenstedt. Wo am gleichen Wochenende bei vielen Festival deutschlandweit eher in Gummistiefeln und Regenponcho gefeiert wurde, gab es beim M’era Luna ohne wenn und aber wieder das berühmte Schaulaufen mit extravaganten Kostümen, phantasievollen Roben, mittelalterlichen Gewändern, bizarren Accessoires und gruseligen Masken. Während der heißen Fetish-Modenschau im Hangar, beim Bummeln über die Gothic-Shoppingmeile oder mit leckerem Met und Spanferkel tröstete man sich schnell über die Wettersituation hinweg. Das Maskenfest der Gothic-Szene bot natürlich auch wieder ein hervorragendes Musikprogramm, das mit Main Stage und Hangar gleich auf zwei großen Bühnen stattfand. Als mega Headliner präsentiere Veranstalter FKP Scorpio am Freitag die Nu Metal-Begründe Korn, Dark-Rocker Alexander Spreng alias ASP, die Folk-Metaller von Subway To Sally, Electro aus Schweden von Covenant, Peter Spilles mit seinem E-Wave Project Pitchfork sowie Solar Fake, White Lies, Mesh, Ost+Front und noch vielen mehr.

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M’era Luna Festival 2018 Tickets + Infos:

mera luna 2018 / mera18 / m'era Luna / m'era Luna 2018

ost+front

Mit Ost+Front betritt eine oft umstrittene Band in der schwarzen Szene die Main Stage. Sänger und Bandbegründer Patrick Lange alias Herrmann Ostfront empfängt das M’era Luna 2017-Publikum blutverschmiert und düster geschminkt. Auch der Rest der Band ist schaurig maskiert und gestylt. Ost+Front sind als brachiales Plus im Genre „Neue Deutsche Härte“ längst nicht mehr unbekannt. Zu hören gibt es einen Sound der dem von Rammstein sehr etwas ähnlich ist, macht aber doch nichts. Düster, provokant und gespickt mit allerhand schwarzem Humor sind die Songs und Texte der Berliner Band, oben drauf gibt es donnernde Gitarren. Zum Song ‚Fleisch“ bekommen Ost+Front Verstärkung durch eine Burlesque-Tänzerin, kurzerhand fallen Kleidungsstücke und schon räkelt sich die heiße Blondine in einem überdimensionalen Martini-Glas, gefüllt mit blutroter Flüssigkeit. Auch sonst geht es wild zu, der nackte Hintern von Eva Edelweiß wird vermöbelt oder die Zuschauer aus der ersten Reihe mit „Blutkonserven“ betankt. Wer bis vorher noch nicht überzeugt war von Ost+Front, drängt jetzt zumindest freudig mit der Masse in Richtung Bühne.

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Feuerschwanz

Feuerschwanz sind mit ihrem aktuellen Album „Sex is Muss“  im Gepäck auf der Main-Stage und geben richtig Vollgas. Die Rock’n’Roll-Ritter von Feuerschwanz zeigen sich musikalisch experimentierfreudig, mühelos wechselnd zwischen elegant-charmantem Folk und brachialer Härte. Episch, rhythmisch, tanzbar und energiegeladen. Feuerschwanz führen jene allzu menschliche Eigenschaften vor, die sich trotz 500 Jahren Fortschritt nicht geändert haben, alles mit einem Augenzwinkern. Eine eingespielte Rockband, kombiniert mit verspielten Mittelalter Folk-Instrumenten und einem großartigen Gesangsduo.

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mesh

Synthpop kommt in vielen Gewändern daher. Mal tanzbar, mal außergewöhnlich düster-technoid, mal romantisch-verspielt und an der Grenze des Pathos. Mesh weben seit über 25 Jahren zwischen ihren Drumcomputern und Synthesizern einen ganz eigenen Stil zusammen. Groovige Beats und simple, effektive Melodien kommen dabei hervor und letztendlich erkennt man: Mesh sind einzigartig. Die britische Band verpackt den Schmerz dieser Welt in ein kompaktes Paket und machen es „gut verdaulich“. Das Duo kann vor allem auch mit Songs von ihrem aktuellen Longplayer „Looking Skyward“ überzeugen.

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faderhead

Hinter Faderhead steckt der deutsche Sänger und Musikproduzent Sami Mark Yahya. Der Hamburger ist bereits seit 10 Jahren mit seinen EBM-Sounds, die alle samt ordentlich Wumms haben, unterwegs. Wer tanzwütig ist und bisher noch nicht auf seine Kosten kam, kann jetzt richtig die Fetzen fliegen lassen. Brachiale Clubkracher treffen auf raffinierten Synthpop, atmosphärische Elektroballaden und experimentell angelegte Tracks. Dabei gibt es eine gute Mischung aus seiner Schaffensgeschichte, wobei auch Clubhits wie „TZDV“ und „Dirtygirls“ natürlich nicht fehlen.

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4.000 Begeisterte Besucher beim E-tropolis Festival 2017

Zum siebten Mal ruft das E-tropolis zum Tanz. Unter dem Motto „Bässer-Härter-Lauter“ zieht es über 4.000 Besucher in die 3 Hallen der Turbinenhalle in Oberhausen. In Halle 1 findet sich ohne viel suchen die Mainstage. In Halle 2 befindet sich in etwas beschaulicherem Rahmen die 2nd Stage. Damit einem bei den lautstarken Bässen nicht irgendwann der Saft ausgeht, gibt es in der Händlermeile von Halle 3 viele Möglichkeiten um Energie zu tanken. Nach der kurzen Erkundungstour, schnell zu den Bühnen.

Amnistia

Denn die Eröffnung machen dieses Mal Amnistia auf der Mainstage. Zu dieser frühen Stunde sind die Besucher zwar noch etwas zaghaft, aber davon lässt sich die Leipziger Elektronik-Band  nicht entmutigen und begeistert somit im Laufe ihres Auftritts immer mehr der Anwesenden.

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Wulfband

Weiter geht es mit Wulfband auf der 2nd Stage. Hart und laut, das ist zumindest der Plan. Leider gibt die Technik nicht die Leistung, die vielleicht gewünscht ist, so dass es an Druck fehlt. Experimentelle Klänge und wortkarge Texte die an DAF erinnern dominieren die Vorstellung am frühen Nachmittag.

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Centhron

„We are Centhron, raise your fist“, kündigt den nächsten Programmpunkt des Tages an und auch heute wird hier kein Blatt vor den Mund genommen. Knallhart von der ersten bis zur letzten Sekunde lädt die Truppe zum Tanzbein schwingen ein. Neben Titeln aus älteren Alben gibt es heute auch das neue Werk „Allvater“ zu hören, den Titelsong des vor wenigen Tagen erschienenen, gleichnamigen Albums. Für uns das erste Mal, dass wir die Truppe live mit ihrer neuen Dame an den Tasten sehen. Unser Fazit: passt, gern mehr davon!

Bildergalerie: Centhron

Cryo

Etwas gesitteter geht es bei Cryo zu. Entspannter Synth-Pop aus Schweden für den Nachmittag auf der 2nd Stage.

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In Strict Confidence

Ähnlich entspannt geht es mit den elektronischen Klängen von In Strict Confidence auf der Mainstage weiter. Hier gibt es heute „das Beste von früher“ zu hören. In einer Vintage Show bietet das deutsche Quintett eine Zeitreise zurück in die Bandjahre 1996 – 2004. Das lässt jedes Fan-Herz höher schlagen. „The Invincible Spirit“ und „Solitary Experiments“ fallen einer etwas ausgedehnteren Essenspause zum Opfer – als Hintergrund Musik dennoch gut geeignet um sich für den Rest des Abends zu wappnen, denn die wahren Clubhit-Produzenten sollen erst noch die Bretter der Bühnen betreten.

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Tyske Ludder

Wer ruhigeres bevorzugt, braucht sich ab jetzt erst mal nicht mehr mit der 2nd Stage auseinander zu setzen. Tyske Ludder beginnen ihr Programm mit Songs vom aktuellen Album  „Evolution“ und bringen dabei richtig Bewegung in die Menge. Nach einem kraftvollen Anfang mit Titeln aus der neueren Schaffenszeit, baut die Energie bei den älteren Titeln leider stark ab. Auch hier scheint sich die Technik immer noch nicht eingekriegt zu haben – wieder fehlt der Druck der einen normalerweise bei dieser Combo direkt an die Wand drückt und quasi zum Tanzen zwingt. Schade eigentlich.

Bildergalerie: Tyske Ludder

Solar Fake

Auf der Mainstage geht es unterdessen mit Solar Fake weiter. Die Turbinenhalle 1 ist voll bis in die letzte Reihe und selbst auf dem Balkon herrscht dichtes Gedränge als Sven Friedrich und André Feller die Menschenmenge in Wogen zum Tanzen bringen. Es wird fleißig mitgesungen, sodass André Feller hinter seinem Keyboard hervor krabbelt und kurzerhand auf die vorgelagerten Boxen klettert um den Fans besser beim Singen zu hören zu können.

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[X]-RX

Mit [X]-RX geht es einen großen Schritt Richtung Hardstyle auf der 2nd Stage. Leider überschatten den Auftritt mehrere technische Probleme. Zuerst lief die Umbaumusik weiter, dann hatte das Mikro Aussetzer und verweigerte schließlich jeglichen Dienst und schlussendlich fehlte einfach der Wumms. Der Musik fehlt einfach die Power um die Menge in gewohnter [X]-RX Manier zu packen, hochzuheben und solange durchzuschütteln bis der Schweiß nur so in Strömen fließt. Irgendwie scheint da heute der Wurm drin zu sein auf der zweiten Bühne. Mit ein wenig Besorgnis, was die letzten beiden Bands betrifft, verlassen wir die kleine Halle frühzeitig, um uns einen guten Platz für die berüchtigte Show von Agonoize zu sichern.

Bildergalerie: [X]-RX

Solar Fake derzeit auf Pop-Konzerttour, 2017 dann unplugged

Die beliebte Electro-Formation Solar Fake, mit Sänger Sven Friedrich (auch bekannt durch Zeraphine und Dreadful Shadows) hat sich auf ihrem aktuellen Album „Another Manic Episode“ (VÖ 10-2015) auf ihre bis dato intensivste Gratwanderung zwischen geballter Club-Power, hymnischen Pop-Qualitäten und intensiven emotionalen Momenten begeben. Friedrich beeindruckt mit einprägsamer Stimme, die dem Hörer von roher Wut bis zu zarter Einfühlsamkeit ein außergewöhnliches Spektrum bietet.

Solar Fake spielten bereits zahlreiche Konzerte als Special Guests (u. a. bei VNV Nation, Camouflage, Peter Heppner und Project Pitchfork) und traten bei Festivals vor bis zu 15.000 Leuten auf. Die erste eigene Headliner-Tour 2014 war sehr erfolgreich und auch im Ausland (darunter Mexiko, UK, Israel, Griechenland, Russland, Schweden, Polen, Schweiz, Österreich, Belgien, Tschechien) wurde die Band freudig empfangen.

Die stetig wachsende Fangemeinde wartete seit Veröffentlichung des Albums auf eine passende Tour. Sven Friedrich und Keyboarder André Feller zeigen derzeit erneut ihre bemerkenswerte Bühnenpräsenz und werden auch in 2017 wieder touren. Und das unplugged! Bereits 2014 beim Amphi Festival und auf 2 geheimen Fan-Konzerten wurde diese ganz andere Version von Solar Fake mit großem Erfolg uraufgeführt. Mit M. Stolz (Violine) und Benni Cellini (Cello) von „Letzte Instanz“ und Dirk Riegner am Piano haben sich drei Ausnahmekünstler dem Duo angeschlossen.

Das aktuelle Album von Solar Fake bekommt ihr bei Amazon:
„Another Maniac Episode“ Audio-CD„Another Maniac Episode“ Vinyl-LP 
oder „Another Maniac Episode“ MP3-Download

Weitere Informationen unter:
solarfake.de oder auf Facebook und Twitter

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Weitere Informationen

Amphi Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Sonntag

Sonntag 11 Uhr. Die Sonne lacht am tiefblauen Himmel und strahlt den teilweise noch sehr müde dreinblickenden Gesichtern der Amphi Festival-Besuchern in die Augen. Ein leichter Wind weht vom Wasser her und alles spricht für einen perfekten zweiten Festivaltag mit bestem Wetter.

Hier geht es zum Bericht „Amphi Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Samstag

Erster Akt des Tages auf der Theater-Stage: Zum Warmwerden steht für uns Xotox auf dem Plan. Auf die Fresse-Elektro ist angesagt… Aber Moment, irgend etwas stimmt doch hier nicht. Die Show läuft gut, aber irgendwas fühlt sich einfach „falsch“ an. Spätestens nach dem zweiten Track ist dann jedem klar. Es fehlt leider jeglicher Bass – unklar ist, ob das Absicht ist, aber so sind einige Lieder kaum wieder zu erkennen. Sehr schade, denn ansonsten ist Frontmann Andreas Davids voll in seinem Element. So verlassen leider einige Elektro-Fans recht bald enttäuscht den Saal.

Bildergalerie: So war XOTOX live

Derweil ist Tüsn auf der Main Stage bereits voll im Gange. Deutscher Indie-Rock gepaart mit Electro-Pop aus Berlin. Für jeden, der sich hier beim Amphi Festival mit Indie-Rock anfreunden kann und mal etwas anderes hören will, ist es die Zeit wert mal rein zuhören.

Bildergalerie: So war MANTUS live

Nach kurzer Pause am Mittag geht es dann weiter mit Unzucht. Die Band aus Hannover rockt in den Nachmittag mit düsteren Melodien. Wie bei einem losgelassen „Kettenhund“ ist vor der Main-Stage auf einmal die Hölle los. Sänger Daniel Schulz heizt der Menge ordentlich ein, während Gitarrist De Clerq, Bassist Blaschke und Schlagzeuger Fuhrmann an ihren Instrumenten alles geben.

Bildergalerie: So war UNZUCHT live

Als nächstes erklimmt Sven Friedrich die Main-Stage. Zwar hat man ihn gestern schon zusammen mit Daniel Graves bei Aesthetic Perfection gesehen, aber jetzt kann man ihn endlich mit seinem eigenem Projekt Solar Fake erleben. Er hat alles „Under Control“ und liefert Electro Pop vom Feinsten. Leider hört man hier in den ersten Reihen nur dass, was bei Xotox noch fehlte: Bass – und zwar nur Bass – in den Genuss der schönen Melodien und der außergewöhnlichen Stimme von Frontmann Friedrich kommen nur die Festivalbesucher weiter hinten.

Bildergalerie: So war SOLAR FAKE live

Ein schneller Wechsel zur Theater-Stage folgt. Ost+Front fackeln nicht lange und lassen harte Metal-Klänge durchs Theater schmettern. Neue-Deutsche-Härte mitten ins Gesicht ist angesagt. Die Band aus Berlin wird mit viel Liebe aufgenommen. Liebe heißt in diesem Fall lauter Jubel und kräftiges Headbangen. Ost+Front gibt unter anderem „Fiesta de sexo“ vom 2016 erschienen Album „Ultra“ zum Besten.

Bildergalerie: So war COPPELIUS live

Zurück zur Main-Stage, denn dort erwartet uns bereits Suicide Commando. Hellectro hämmert einem entgegen. Super Sound. Volle Breitseite. So wie man es sich nur wünschen kann, wenn man Suicide Commando erwartet. In der späten Nachmittagssonne sammelt sich, wer tanzen will. Wir verkrümeln uns lieber in einen der schattigeren Bereiche, sonst ist das volle Programm tanzend nur schwer zu überstehen.

Bildergalerie: So war SUICIDE COMMANDO live

Für die tanzwütige Meute bleibt heute nur eine kurze Verschnaufpause. Im Anschluss zu Suicide Commando fordern schon direkt wieder Covenant zum Tanz auf. Die Schweden liefern Future Pop, wie nur wenige andere es können. Leider auch hier wieder: der Bass wurde ein bisschen zu heftig aufgedreht, so dass man auch wieder in den vorderen Bereichen nur ein Dröhnen vernahm. Der Klassiker „Call the ships to Port“ fehlt selbstverständlich wie viele andere Hits, nicht im Set. Jeder, der noch etwas Restenergie hat, ist auf den Füßen und lässt sich von der sanften Stimme von Eskil Simonsson in die Abendsonne tragen.

Bildergalerie: So war COVENANT live

Falls gemütlich jemand zu weit abgedriftet ist, schleifen ihn Project Pitchfork wieder über den Boden ratternd zurück. So hatte Peter Spilles, nicht nur einen sondern gleich drei Drummer mitgebracht. Mit Nachdruck wird also voll aufgedreht. Das macht natürlich alleine nur halb so viel Spaß, darum greift Peter Spilles sich kurzerhand Sven Friedrich von Solar Fake und legt mit ihm ein Duett hin. Die Frage nach der Nagellack-Marke, die beide tragen, bleibt allerdings ungeklärt. Animation ist kaum notwendig, die Leute genießen die letzten Züge des Amphi Festivals 2016 und tanzen und singen, was die Restenergie noch zulässt.

Bildergalerie: So war PROJECT PITCHFORK live

Als Headliner des Abends und letzte Band des diesjährigen Festivals folgen Editors auf der Main-Stage. Entspannter Indie-Rock aus Groß Britannien kühlt das aufgeheizte Amphi Festival etwas herunter. Normalerweise eher auf Festivals wie dem Hurricane oder Southside angesiedelt, spielen die Briten einen bunten Mix aus über einem Jahrzehnt Bandgeschichte und holen die Festival-Besucher sanft zurück in die normale Welt. Für die, die immer noch heiß auf mehr sind, wartet noch die Aftershow-Party in der Theater-Stage, auf der zeitgleich Joachim Witt das Amphi Festival 2016 ausklingen lässt.

Bildergalerie: So war EDITORS live

So ging das 12. Amphi Festival mit ca. 12.000 Besuchern zu Ende und nach anfänglicher erhöhter Luftfeuchtigkeit belieferte der Wettergott das Amphi Festival doch noch mit Sonne. Die vielfältige Getränkeversorgung und ein Trinkbrunnen mit kostenlosem Frischwasser am Haupteingang wurden sehr positiv wahrgenommen. Beim Nahrungsangebot wurde hingegen die geringe Auswahl im Bereich der vegetarischen und veganen Angebote kritisiert. Schlussendlich führte aber häufig die Notwendigkeit der Sicherheitskontrollen bei jedem Stage-Wechsel zu Unmut. Hier wünscht man sich vielleicht ein etwas großzügiger geschnittenes Festivalgelände um stressfreier zwischen den Bühnen zu wechseln. Die Headliner und die meisten anderen Bands hatten sich leider fast zu 100% überschnitten, das mochte zwar zur Entzerrung sinnvoll sein, aber als Gast hätte man doch gern die Chance gehabt, zumindest alle Headliner zu genießen… Müde und geschafft ging es für uns jedenfalls wieder heimwärts und die Vorfreude auf ein Wiedersehen in 2017 steigt direkt wieder.

Danke an:
Cynthia Theisinger / Lars Tobias Lorbeer für Bilder und Text

Übrigens: Am 22. & 23.07.2017 geht das Amphi Festival in seine 13. Runde