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Summer Breeze 2019: So war der Freitag

Für viele ist die Nacht kurz, was besonders daran liegt, dass man von der Sonne geweckt wird. Im Gegensatz zu den Vortagen ist es schon ab 10 Uhr im Zelt nicht mehr auszuhalten, ganz im Gegenteil zu den Vortagen. Dafür kann man sich aber auf einen regenfreien Tag voller Sonne und guter Laune freuen. Auch am Freitag beim Summer Breeze gibt es das volle, musikalische Programm, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Also schnell frühstücken, ein Bier für den Weg schnappen und ab vor eine der drei Bühnen auf dem Infield. Wach wird man spätestens dort.

MAIN STAGE

12:00 – 12:45 Uhr
AFTER THE BURIAL
After the Burial ist wohl eine der Bands, die sich perfekt zum wach werden eignen. Bei bestem Wetter kommt die Band auf die Bühne und sorgt direkt für den ersten Circle Pit. Die Vorliebe für achtsaitige Gitarren ist deutlich zu sehen und zu hören, so herrscht durchgehend ein tieferer Ton, ähnlich wie am Vortag bei Meshuggah. Vielleicht ist auch dies der Grund, dass es vor der Bühne schon recht voll für diese Uhrzeit ist. Bei ihrem Auftritt setzt After The Burial jedoch nicht, wie erwartet, auf ihr vor kurzem erschienenes Album “Evergreen”, sondern treibt uns wild durch ihre gesamte Künstler-Diskographie.

12:55 – 13:40 Uhr
BEAST IN BLACK
Anschließend leiten Beast in Black den Power-Metal-Tag auf der Main Stage ein. Die Band kann bereits jetzt ein immer größer werdendes Publikum betrachten, was richtig Bock hat zu feiern. Während die ersten Reihen primär ihren Kopf im Rhythmus kreisen lassen, wird dahinter lautstark mitgesungen. Auch als Sänger Yannis Papadopoulos zum Klatschen auffordert, klappt dies besser als er selbst erwartet hatte, wenn man nach seinem Gesichtsausdruck geht. Auch auf der Bühne gibt es einiges zu sehen. Alle Musiker sind durchweg in Bewegung und posieren gekonnt, keiner bleibt hier auf der Stelle stehen.

13:50 – 14:35 Uhr
KISSIN‘ DYNAMITE
Etwas „glamiger“ wird es danach bei Kissin’ Dynamite. Die Truppe fährt mit der ersten Pyro des Tages, passend zu dem Song “I’ve Got the Fire” auf. Dies spornt die Party im Infield ordentlich an, sodass man bereits jetzt die ersten müden Gesichter im Publikum sieht. Heute steht der Fokus klar auf ihrem letzten Album “Ecstasy”, das vor fast einem Jahr auf den Markt kam. Highlight des Auftritts ist aber der Song “I Will Be King”, bei dem Sänger Johannes Braun mitsamt roter Schleppe auf der Bühne auf einem Thron Platz nimmt.

14:45 – 15:45 Uhr
QUEENSRŸCHE
Inzwischen wünscht man sich doch einen kleinen Regenschauer oder zumindest eine kleine Wolke am Himmel, um der Sonne einen Moment entkommen zu können. Die wenigen Schattenplätze auf dem Gelände sind inzwischen so gefüllt, als würde gerade der Headliner auf der Bühne stehen. Für manche ist dies auch der Fall, denn dort sind Queensrÿche gerade eingelaufen. Die Progressive-Metaller werden euphorisch empfangen und gefeiert. Der Sound ist glasklar, die Menge schaukelt im Takt und singt lautstark mit. Zwischen den Liedern bleibt es höchstens bei kurzen, zurückgehaltenen Ansprachen, man möchte den Fluss des Auftritts ja nicht stören.

15:55 – 16:55 Uhr
DRAGONFORCE
“Extreme Power Metal” heißt das neue Album von Dragonforce, was in wenigen Wochen erscheint. Mit dem Titel lässt sich aber auch die Band am besten beschreiben. Es wirkt fast schon unmenschlich, was Sam Totman und Herman Li mit ihren Gitarren veranstalten. Trotz all dem Guten hat der Auftritt auch etwas Negatives. Es ist eins der letzten Konzerte mit Bassist Frédéric Leclercq, der die Band nach dem Wochenende verlassen wird. Schade! Aber auch gerade deswegen wird nochmal eine Schippe draufgelegt und spätestens beim letzten Song „Through The Fire And Flames” wird kein Stein mehr auf dem anderen gelassen.

17:05 – 18:20 Uhr
SKINDRED
Vor 14 Jahren sind Skindred das letzte Mal zu Gast auf dem Summer Breeze gewesen. Gegenüber damals hat die Band nun 7 Alben mehr dabei, ihren Humor aber nicht auf der Strecke verloren. “You want a T-Shirt? Or you want a T-Shirt?” fragt uns Sänger Benji Webbe und wirft es anschließend nach hinten, “25 fucking euro, fuck you”. Aber auch sonst dürfen wir uns immer wieder als “Wankers” bezeichnen lassen, als wir für Webbe zu leise sind. Alles in allem wird die Rückkehr der Band ohne Einschränkungen gefeiert, als wären sie nie weg gewesen.

18:35 – 19:50 Uhr
AIRBOURNE
Die meisten Bands haben ja mittlerweile Pyro dabei, wenn sie auf der Bühne stehen – bei Airbourne ist das anders. Vier Feuersäulen schießen im Dauertakt in die Luft und läuten damit das Liveset der Band ein. Direkt springt der Funke im Publikum über. Zwar geht es heute für Sänger und Gitarrist Joel O’Keefe nicht hoch hinaus, auf seinem Platz bleibt er dennoch nicht. Entweder springt er auf der Bühne hin und her oder lässt sich auf dem Rücken eines Securitys durch den Graben tragen. Diese haben eigentlich schon genug zu tun, immerhin kommt ein Crowdsurfer nach dem anderen an. Der Auftritt ist genau das, was man von Airbourne erwartet. Nicht darüber aber auch ganz besonders nicht darunter. Rund in seiner Gesamtheit und dadurch schon fast perfekt.

20:10 – 21:25 Uhr
KING DIAMOND
Bei King Diamond steht einws klar im Vordergrund: Die Show. Auf dem ganzen Festival fährt keine andere Band solche Geschütze auf. Egal, ob der King mit einer Liege auf die Bühne geschoben wird oder eine Puppe opfert, woraufhin ein Sarg mit der Aufschrift “Abigail” von Kuttenträgern herumgetragen wird. Es gibt also nicht nur was fürs Ohr, sondern auch mehr als genug fürs Auge. Dennoch muss man leider sagen, dass die Show bei Tageslicht nur so halb wirkt. King Diamond lassen sich davon aber nicht beirren und ziehen eine geniale Show durch. Und das Publikum? Das ist ab dem ersten Moment völlig in den Bann gezogen und kann gar nicht mehr von der Bühne weggucken.

21:45 – 23:15 Uhr
PARKWAY DRIVE
Mit Fackeln bewaffnet schreiten Parkway Drive durch das Publikum in Richtung Bühne – nur ohne Bassist Jia O’Connor. Dieser hatte sich bei den Proben verletzt und wartet daher schon auf der Bühne im Rollstuhl auf seine Kollegen. Sind diese angekommen, wird mit “Wishing Wells” langsam Fahrt aufgenommen. Normalerweise stehen Parkway Drive für viel Feuer. Dies bleibt anfangs jedoch aus. Dafür wird die Band bei “Writings on the Wall” und “Shadow Boxing” durch ein Streicher-Quartett unterstützt. Die geballte Ladung Pyro gibt es dann erst in der Zugabe zu “Crushed” und “Bottom Feeder”. Feuerschalen überdecken die ganze Bühne, eine Feuersäule jagt die nächste und selbst über der Bühne gibt es weitere 20 Meter hohe Säulen zu bestaunen. Das Publikum ist völlig Feuer und Flamme und das nicht erst jetzt, sondern schon den ganzen Auftritt über. Der Staub des Circle Pits hat keine Chance sich wieder zu legen und die Securitys finden auch keine Ruhe. Letzteres wird zwischendurch von Sänger Winston McCall selbst mit den Worten “Is this like the crowdsurfing festival of the summer or something” kommentiert.

23:30 – 00:45 Uhr
HAMMERFALL
Zwar wechselt nach Parkway Drive das halbe Publikum die Position, die Pyro jedoch nicht. Diese gibt es hier zwar nicht auf einem Haufen, aber immer wieder über den gesamten Auftritt verteilt. Schon beim ersten Song “Legion” zeigt das Publikum, dass es richtig Lust auf eine Show von Hammerfall hat und singt lautstark mit. Es gibt heute auch etwas zu feiern: Genau jetzt erscheint das 11. Studioalbum der Band: “Dominion”. Darauf fokussiert wird sich heute jedoch nicht. Es gibt Songs von fast allen Alben, davon primär die Klassiker. Immer wieder bedankt sich Sänger Joacim Cans bei seinen Fans und macht jede Menge lustige Witze zwischendurch. Nach vielem Gepose gibt es mit “Hearts On Fire” das große Finale. Hier wird nochmal groß aufgefahren. Da stehen nicht nur die Herzen, sondern auch die Bühne in Flammen.

01:00 – 02:00 Uhr
EMPEROR
Auch am Freitagnacht haben wir wieder eine Special Show. Emperor präsentieren uns ihr Album „Anthems To The Welkin At Dusk“ in voller Länge. Durch den Slot und die Verspätungen von Parkway Drive und Hammerfall ist es zwar schon 1:30 Uhr als die Band die Bühne betritt, müde ist im Publikum jedoch niemand. Die ändert sich auch nicht, als die Schweden zum ersten Takt ansetzen. Es wird getanzt und feiert, dass das Gelände nochmal wackelt. Dass dieser Auftritt der einzige der Deutschland in diesem Jahr ist, gerät hierbei etwas in den Hintergrund.

T-STAGE

17:10 – 17:55 Uhr
LEGION OF THE DAMNED
„I wanna see some serious headbanging from you guys!“ sagt uns Sänger Maurice Swinkels. Genau das ist es, was er heute auch viel im Publikum findet. Ab und an wird dies noch durch einen Mosh Pit abgerundet, aber das Headbangen überwiegt. Legion of The Damned haben vor allem Songs vom neusten Album “Slaves Of The Shadows Realm” im Gepäck, trotz aber auch nicht vor anderen Songs zurück. Zum Abschluss gibt es natürlich den Song “Legion Of the Damned” und die Begeisterung geht nochmal nach oben.

18:35 – 19:35 Uhr
ROTTING CHRIST
Rotting Christ sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Entsprechend ist es vor der Bühne voll, als die Band mit dem Song “Hallowed Be Thy Name” in ihr Set startet. Zwischen den Songs macht Sänger Sakis Tolis immer wieder Ansprachen, die durch den griechischem Akzent etwas niedlich klingen. Ganz im Gegenteil zu der Musik die sie spielen. Düsterer Black Metal der besonders aus ihrem letzten Album “The Heretics” besteht. Gehuldigt wird dies mit vielen Circle Pits und noch mehr Feuer von der Bühne.

20:30 – 21:30 Uhr
NAPALM DEATH
Wie viele Songs kann man in einer Stunde spielen? Das fragten sich Napalm Death und gaben uns mit ihrem Auftritt die Antwort. Ganze 22 Songs spielte die Band an diesem Abend. Dennoch war dazwischen noch reichlich Zeit um politische und sozialkritische Ansagen zu machen. Sonst gibt es nur eine einzige Verschnaufpause in der Mitte des Sets: der Song “Self Betrayal”. Die restliche Zeit gibt es noch mehr Circle Pits als Songs. Alles in allem ein Auftritt, wie man ihn von Napalm Death kennt und liebt.

22:25 – 23:25 Uhr
ZEAL & ARDOR
Zeal & Ardor sind ein einmaliges Musikprojekt von Manuel Gagneux, was Gospel und Black Metal miteinander verbindet. Bereits am Anfang verkündet er “Wir reden nicht viel, ich hoffe, das ist OK” und meldet sich das ganze Konzert über nicht wieder. Worte wären aber auch unnütze Zeitverschwendung. Das Klangbild der drei Sänger ist etwas, das wir so auf dieser Bühne noch nicht gehört haben und zieht alle in einen Bann. Soulig und melancholisch, bis die Black Metal-Wurzeln für einen kurzen Moment durchsickern und das Publikum zum Headbangen zwingt. Ein Auftritt der durch seine Einzigartigkeit besticht und leider viel zu schnell vorbei geht.

00:20 – 01:20 Uhr
THY ART IS MURDER
Für das passende Kontrastprogramm zur Main Stage sorgen Thy Art Is Murder. Wer sich nochmal richtig verausgaben will, war hier im Pit an der richtigen Stelle. Wer sein Set mit “Death Squad Anthem” beginnt, weiß was er von seinem Publikum erwartet. Der Pit öffnet sich sofort und wird noch größer, also Frontmann Chris „CJ“ McMahon bei “Slaves Beyond Death” zum größten Circle Pit des Festivals aufruft und ihn auch geliefert bekommt. Dieser geht um den gesamten ersten Wellenbrecher und übertrifft das, was die Band noch vor 4 Jahren veranstaltete. Abgerundet wird der Auftritt durch Klassiker wie “Holy War” und “Human Target”.

02:15 – 03:00 Uhr
CYPECORE
Den Abschluss machen heute Cypecore. Sie haben wohl den perfekten Slot für ihre Show ergattern können. In der kompletten Dunkelheit kommt ihre Show einfach doppelt so gut. Das Wissen auch die Fans, die trotz der Uhrzeit zahlreich erschienen sind. Mit viel Pyro und einer großartigen Lichtshow kann die Band diese direkt auf ihre Seite ziehen und sich ab und an ein Lächeln nicht verkneifen. Sonst halten sie sich eher zurück. Ansprachen sucht man vergebens, nur ab und zu ein paar Floskeln, die selbst schon ungewöhnlich für die Band sind. Das Postapokalyptische Design und Konzept der Band geht an diesem Abend wieder perfekt auf und sorgt für den perfekten Tagesabschluss.

So endet der zweite Tag vom Summer Breeze 2019 und damit ist auch schon wieder mehr als die Hälfte vorbei. Es geht mal wieder viel zu schnell, aber dies sollten jetzt noch nicht unsere Gedanken sein. Genießen wir lieber noch ein paar Bierchen, bevor wir ins Bett fallen, um uns auf den letzten Tag auszukosten.

Summer Breeze 2020: Tickets + Infos

Summer Breeze 2020

Deichbrand Festival 2019 am Freitag – Unsere Highlights

Es ist die 15. Ausgabe des beliebten, norddeutschen Open Air-Events – dem Deichbrand Festival 2019. Gekommen sind 60.000 festivalbegeisterte Musikfans, die ihr verlängertes Wochenende unweit der Nordsee verbringen wollen. Zur absoluten Festivalmeile umfunktioniert, finden die Camper auf dem Seeflughafen Nordholz bei Cuxhaven hier wieder fünf Tage lang eine Heimat. Aber nicht nur das, neben der Musik kann sich das Rahmenprogramm wirklich sehen lassen. Beach-Volleyball- und Flunkyball-Felder laden zur sportlichen Betätigung ein, ein mobiler XXL-Pool steht bereit und wird den gesamten Tag ausgiebig genutzt. Und auch das Wetter ist perfekt auf Festival eingestimmt und bietet am Freitag eine gute Mischung aus viel Sonne und erst abends Wolken.

Veranstalter ESK Events & Promotion GmbH hat bereits seit Mittwoch die Tore für die Besucher geöffnet, allerdings nur für die Maincamp-Anreisenden, die das im Vorfeld angemeldet haben. Es bleibt der grundsätzliche Anreisebeginn sowie der Start des musikalischen Programms am Donnerstag. Hierbei werden aber erst einmal nur die „zwei kleineren“ Bühnen (Palastzelt und Electric Island) bespielt. Russkaja, Talco, Die Happy, Subway to Sally, Annisokay und viele weitere werden den ersten Tag zum warm werden mit ihrer Musik bereichern. Die zwei Hauptbühnen (Fire und Water Stage) erweitern ab jetzt das gesamte Musikprogramm. Viele andere Festivals setzen bekanntlich auf das Konzept, dass alle Bühnen parallel bespielt werden – das Deichbrand Festival macht dies seit Jahren anders. Denn die Liveshows finden auf den beiden Hauptbühnen nacheinander statt, so dass die Besucher bestmöglich all die vielen Acts auch sehen können.

Vor allem sind viele deutsche Künstler seit Jahren Bestandteil der Line-ups beim Deichbrand und dieser Linie bleibt man treu. Fettes Brot, SAMTV, Bonez MC & RF Camora, Chefboss – um nur einige des ersten Tages zu nennen. Natürlich wird es auch international, u. a. mit Thirty Seconds to Mars, Wanda, Skindred, Amelie Lens und vielen mehr.

Skindred

Die fünf Waliser drehen mit ihrem Mix aus Metal, Hip-Hop und Reggae gleich zur Eröffnung des Freitags beim Deichbrand 2019 auf der Fire Stage voll auf. „Big Things“ erwarten das Publikum. Mit dabei haben sie natürlich jede Menge Hits der aktuellen Scheibe aus April 2018. Nach einer ausgiebigen Begrüßung und einigen Späßen von Frontsänger Benji Webbe geht es weiter mit „Ratrace“. Mit ihrem mitreisendem Charisma schaffen es Skindred, ihre Zuschauer zu jedem einzelnen Song mitzureißen – egal ob sie das Publikum dabei gesanglich für den Refrain für „That’s My Jam“ in zwei Hälften aufteilen oder alle kollektiv für mehr Power bei „Kill the Power“ einspannen. Konsequent vermischen Skindred ihren aufgepeppten Nu Metal mit Reggae/Dub/Dancehall – das kommt gut an. Mit dem Song „Warning“ beenden Skindred ihr 40-minütiges Live-Set.

Chefboss

Knallharte Girlpower aus Hamburg gibt es als nächstes auf der Water Stage vor den Latz. Das Duo, bestehend aus Alice Martin und Maike Mohr, hat in 2017 z.B. ihren Song „Insel“ veröffentlicht, ein absoluter Ohrwurm, der wie ihre anderen Songs vor Energie und guter Laune strotzt – und vor allem die Musikstile Dancehall, Electro und Hip-Hop gekonnt mit einander kombiniert. Vor der Bühne ist es gerappelt voll, schließlich eilt ihr Ruf mit dem Gute-Laune-Sound voraus. Vor vier Jahren haben Chefboss mit ihrer EP „Blitzlichtgewitter“ erstmals auf sich aufmerksam gemacht, im März 2017 dann endlich das Chefboss-Debüt-Album „Blitze aus Gold“. Gemeinsam mit einer Horde Tänzer/innen definieren die Hamburger Girls das Twerken neu und versorgen die Deichbrandler mit einer fetten Ladung Bass, Rhymes und steilen Beats. Komplettes Ausrasten ist angesagt, wenn dabei T-Shirts und Handtücher durch die Luft wedeln.

Blood red Shoes

Diese Rockband stammt aus Großbritannien und besteht lediglich aus zwei Mitgliedern. Da ist Sängerin Laura-Mary Carter, die gleichzeitig E-Gitarre spielt und Schlagzeuger Steven Ansell, von dem man ebenfalls viel Stimme zu hören bekommt. Man spürt von der ersten Sekunde auf der Bühne eindeutig, auch zwei Musiker können für Stimmung auf dem Gelände sorgen. Ehemals als Spaß-Projekt begonnen, haben die Blood Red Shoes mittlerweile großen Erfolg. Wirklich gute Musik, die einen mitreißt. Auffällig ist der melodische Gesang von Laura-Mary,der Sound ist gespickt mit allerlei technischen Feinheiten und Bandkollege Steve prügelt energiegeladen auf die Drums ein.

Kelvin Colt

Der vielversprechende 24-jährige Kelvyn Colt ist Songwriter, Rapper und Newcomer. Seine Musik dient als Soundtrack für alle, die sich nicht zugehörig fühlen, wo auch immer sie sind – diejenigen, die zwischen den Stühlen sitzen und nicht in eine Schublade gesteckt werden möchten. Er wurde in Deutschland geboren, wurde aber von einem nigerianischen Vater und einer deutschen Mutter in Wiesbaden, dem größten Außenposten des US-Militärs, zweisprachig erzogen. Seine Lyrcis verpackt er ins englische und verarbeitet dort seine eigene Gefühlswelt. Seiner bisher einzige EP „LH914“ liefert die Songs für die Live-Setlist und reicht von R’n’B über Westcoast-Einflüsse bis hin zu Trap.

Wanda

Bilderbuch sind übrigens nicht die einzige, erfolgreiche Popband aus Österreichs Hauptstadt Wien! Zum Beispiel ist da auch noch die fünfköpfige Band Wanda mit Frontmann Michael Marco Wanda. Seit 2012 musiziert das Quintett, dass mit dem Song „Amore“ (und dem gleichnamigen Album) 2014 einen echten Superhit und Ohrwurm gelandet hat. Was ganz neues ist zwar derzeit nicht erschienen, aber mit dem dritten Studioalbum „Niente“ aus 2017 und den Vorgängern kann man trotzdem genügend Hits liefern. Die heimatverbundene Band hat u. a. auch den wunderbaren Song „0043“ dabei, sozusagen als Liebeserklärung an ihr Heimatland. Für Freunde poppiger und handgemachter Musik gibt es hier eingängige Refrains, authentische Jungs, emotionale Themen und vor allem eine Menge Rock’n’Roll auf der Bühne zu erleben.

Neufundland

Erst eineinhalb Jahre ist es her, dass Neufundland mit ihrem Debütalbum „Wir werden niemals fertig sein“ in der deutschen Musikszene große Sympathien ernten. Im Mai 2019 haben die fleißigen Kölner das zweite Album mit dem schlichten Namen „Scham“ auf den Markt gebracht. Aber schämen muss sich hier niemand, denn die Band ist auf der Bühne alles andere als zurückhaltend oder zaghaft – stattdessen fliegen den Zuschauern krachenden Gitarren und parolenartigen Gesänge entgegen. Sänger Fabian Langer und seine Bandkollegen sind dabei verspielt und leidenschaftlich, die Spielfreude sieht man ihnen an und das reißt auch das Publikum mit.

SAMTV Unplugged

Samy Deluxe zählt schon seit Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Rappern. Stets mit viel Wortwitz nimmt er dabei sich selbst (und andere) auf die Schippe, macht vor seinem eigenen Genre auch nicht halt. Immer wieder spricht auch gesellschaftliche Themen an. Abseits der Bühne hat der Rapper ein großes soziales Engagement, wo er sich besonders gegen Analphabetismus ausspricht. Sympathisch! Nun ist es Zeit für eine neue, energiegeladene Zeitreise mit dem neuen „SaMTV unplugged“-Programm. Enthalten sind musikalische Perlen aus der Zeit Ende der 90er bis heute. Für das gleichnamige Album und die Show (VÖ August 2018) hat er zahlreiche musikalischen Wegbegleiter dabei, wie Afrob, Max Herre, Stiber Twins, Torch, Die Beginner, Curse, Afrob, Megaloh, Kool Savas, Xavier Naidoo, Eko Fresh uvm. Eine perfekt gewählte Setlist, die legendäres sowie überraschendes Liedgut für Rapfans bietet.

Bonez MC & RAF Camora

Bonez MC und seine 187er haben in kürzester Zeit die Rap-Szene und unser Land übernommen, während RAF Camoras „Ghøst“ durch die Top 5 geisterte. Danach sind das Strassenbanden-Oberhaupt und der Indipendenza-Chef erstmal gemeinsam auf Tour gegangen und haben erfolgreich Musikgeschichte geschrieben. Auf YouTube haben sie mit „Palmen aus Plastik“ für einen wahnisinns Sturm gesorgt und das gemeinsame, gleichnamige Album ist mehr als von Erfolg gekrönt. Bonez und RAF machen Dancehall auf Deutsch und das klingt tatsächlich ziemlich cool. Auf der Bühne ergänzt sich das Duo perfekt – RAF Camora, der Wiener-Berliner geht als singender Produzent von Reggae-beeinflussten Trap-Brettern los – Bonez Grime-Flows und Hooks erinnern an die chattenden Deejays der jamaikanischen Soundsystem-Kultur. Die zwei Freunde haben ein wirklich krasses Feature geschaffen.

Tocotronic

Die Tocos starten mit klarer Ansage und ihrem Song „Aber hier leben, nein danke“ (von 2005) gegen Rechts. Immer mehr Künstler/Musiker beziehen derzeit politisch Position. Seit über 25 Jahren sind die Hamburger in der Musikszene aktiv mit ihrem pointierten Gitarren-Pop, der humorvoll auf die Defizite von Politik und Gesellschaft hinweist. Das Quartett spielt an Gitarre, Bass und Schlagzeug seinen eigenwilligen, aber ohrwurmtauglichen Sound. Treu bleiben Tocotronic dabei ihren typischen Schrammelgitarren und dazu röhrt Frontmann Von Lowtzow ins Mikro. Die Songauswahl hat alles, was das Fanherz begehrt – melancholisches und leichtfüßiges, orchestrales und pop-rockiges. Alles in allem eine wunderbare Atmosphäre und kein monotoner Auftritt.

Thirty Seconds to Mars

Mit dem aktuellen Album „America“ haben Thirty Seconds to Mars die deutschen Charts gestürmt und direkt Platz 1 belegt. Damit hat die Band in 2018 auch eine ausgiebige Tournee mit Liveauftritten für die Fans in Deutschland gespielt. Nun sind sie zurück und wollen auch dem Deichbrand-Publikum eine ordentliche Rockshow bieten. Thirty Seconds To Mars sind der erste Headliner von beim Deichbrand Festival 2019. Klar, dass es auf der langen Geraden gerappelt voll ist. Das Drumset setzt ein, die LED-Wände fahren nach oben und die Bühnenkonstruktion bringt den Mann hervor, für den jetzt hier alle Herzen schlagen: Jared Leto! Er gilt nicht nur als fantastischer Sänger und Performer, sondern auch als einer der talentiertesten amerikanischen Schauspieler der letzten zwei Jahrzehnte. Bruder Shannon Leto hält ihm auf der Bühne mit stabilen Drums den Rücken frei. Die restliche Band steht und spielt etwas im Hintergrund der Bühne. Musikalisch lassen Thirty Seconds to Mars aber auch gar nichts aus, alle ihre . beliebten Hits wie „Closer To The Edge“ oder „This is War“ prasseln nur so auf die Zuschauer ein.

Fettes Brot

Die deutsche HipHop-Kombo Fettes Brot aus Hamburg blickt auf 27 Jahre Bandgeschichte zurück. König Boris, Doktor Renz und Björn Beton haben zwischendurch eine kurze Bandpause genommen, sind aber seit 2012 wieder aktiv und gerade am 3. Mai ist das neue Album „Lovestory“ erschienen. Zuletzt in 2016 beim Deichbrand Festival in Cuxhaven, hatten Fettes Brot den Sonntagabend bei strömendem Regen das Festivalfinale eingeläutet. Nun sind sie zurück – und die deutschrap-liebenden Zuschauer empfangen das Hamburger-Trio euphorisch. Nachdem Headliner Nummer 1 das Gelände schonmal ordentlich gerockt hat, sind um 00:10 Uhr noch Fettes Brot auf der Water Stage dran – und es ist fast genauso voll! Die drei Rapper springen gut gelaunt auf die Bühne und die Party ist im Gange. Jede Menge Songs vom neuen Werk gibt es auf die Ohren der Besucher, aber auch vieles, was die Masse kennt. Jeder Song wird hier mitgegröhlt – „Jein“, „Schwule Mädchen“ oder „Nordisch by Nature“. Das ist ein gelungener musikalischer Abschluss für den ersten Festivaltag auf den beiden Central Stages. Natürlich geht das Programm im Palastzelt noch bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Deichbrand Festival 2020 tickets + Infos

Deichbrand Festival 2020Danke: Theresa Friedenstab (redaktionelle Mitarbeit)

Treibende Beats, starke Emotionen und Gänsehaut – Disturbed in Hamburg

Nach Bewältigung der schwierigen Parkplatzsituation und einem längeren Spaziergang erreichen wir noch pünktlich die Alsterdorfer Sporthalle im Hamburger Bezirk Nord. Noch ein kurzes Gewühl durch die restlos ausverkaufte Halle und dann haben wir einen guten Platz ergattert. Als es auch dann schon heißt: „Hey ho! Let’s go!”. Zum „Imperial March“ geht das Saallicht aus und gibt die Bühne frei für Skindred.

Die fünf Briten drehen mit ihrem Mix aus Metal, Hip-Hop und Reggae direkt voll auf. „Big Things“ erwarten und heute Abend. Nach einer ausgiebigen Begrüßung für die Hansestädter und einigen Späßen von Frontsänger Benji Webbe geht es weiter mit „Ratrace“. Mit ihrem mitreisendem Charisma schaffen es Skindred das Publikum zu jedem einzelnen Song mitzureißen – egal ob sie das Publikum dabei gesanglich für den Refrain für „That’s My Jam“ in zwei Seiten teilen oder alle kollektiv für mehr Power bei „Kill the Power“ einspannen. Eine kleine Hommage an ihre britischen Kollegen von The Prodigy lassen sie sich auch nicht nehmen. In Gedanken bei Liam und Maxim spielen sie deren Hitsingle „Out of Space“. Mit dem Song „Warning“ beenden Skindred ihr 40-minütiges Liveset und hinterlassen schon jede Menge schweißgetränkte T-Shirts im Publikum.

Nach gerade mal 20 Minuten Umbau geht es um 21:00 Uhr auch schon direkt weiter mit dem Hauptakt, weswegen wir uns ja auf die Reise von Hannover nach Hamburg gemacht haben. Es wird dunkel. Die einzige Lichtquelle ist ein Intro-Video auf der großen Videoleinwand hinter der Bühne. Die Bilder zeigen: natürlich Disturbed! Sequenzen aus den Anfängen der Band, ihre Entwicklung von der kleinen Band aus Chicago zu den großen Festivals der Welt und wie Musik Menschen zusammen bringt und uns Situationen überstehen lässt, an denen man sonst vielleicht zerbrochen wäre. Untermalt wird die Szenerie von dem langgezogenen Intro „Remnants“ von der Platte „Asylum“. Bis schließlich die nächste Stufe von Disturbed in den Vordergrund tritt: Evolution. „Are You Ready“? Wir sind es und der Rest im Publikum eindeutig auch. So explodiert der Saal förmlich vor Energie und Disturbed heizen uns erstmal mit einem Song nach dem anderen ein. Nach „The Animal“ haben wir aber einen kurzen Moment zum Durchatmen.

„It has been a little while, hasn’t it? And if i knew this many of you wanted to come see us, we would have booked this in a bigger room!“ Mit diesen Worten wendet sich Frontmann David Draiman an die Menge. Wenn man dem Internet Glauben schenkt, würde man denken, dass die heutige Gesellschaft zerstritten und geteilt wäre, wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Nächte wie heute zeigen aber, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Egal ob arm oder reich, woran man glaubt oder auch nicht oder welche politische Einstellung man hat. Heute Nacht geht es darum, dass Menschen aus einem einzigen Grund zusammenkommen – um gemeinsam Musik zu hören, die sie lieben, zusammen zu singen und gemeinsam den Moment zu erleben. Disturbed drehen mit „Stupify“ wieder voll auf und lassen ihre Musik und die Instrumente so für sich sprechen. Es folgt nach und nach ein großartiges Gitarren-, Bass- und Drum-Solo. Dan Donegan lässt die Saiten seiner E-Gitarre nur so tanzen. John Moyer spielt gleichermaßen mit dem Publikum wie mit dem tiefen Bass, den man durch den ganzen Körper förmlich Spüren kann. Schließlich erklimmt Mike Wengren die Grenzen seines „Käfigs“ aus Drums, Toms und Hi-Hats und leitet alles über in den Song „Ten Thousand Fists“.

Nach einer weiteren Pause geht es gediegenerer im Akustik-Setup weiter. Nach „A Reason to fight“ richtet David wieder das Wort an die Menge. Sucht und Depressionen sind Krankheiten genau wie Krebs. Sie machen keinen Halt vor Grenzen der Gesellschaft und können jeden treffen, aber gemeinsam können wir uns bei dem tagtäglichen Kampf gegen die inneren Dämonen unterstützen, indem wir füreinander da sind und wenn nötig, den Menschen um uns herum Hilfe besorgen. Danach startet der nächste Song „Hold On To Memories“ und präsentiert in Form von vielen Schnappschüssen aus der Bandgeschichte und ihren schönsten Erinnerungen. Den Abschluss des Akustik-Teiles bildet das von vielen erhoffte Cover „The Sound Of Silence“.

Das dröhnen der Sirenen zerreißt die hinterlassene Stille. Disturbed drehen für den Rest des Abends noch einmal mit „Indestructible“ und „Inside The Fire“ auf. Bevor sie sie sich mit den Worten „Dankeschön Hamburg. Gute Nacht!“ von der Bühne verabschieden. Die Menge ist aber noch nicht bedient und gibt dies Ohrenbetäubend zur Kenntnis.

Disturbed lassen geben noch eine Zugabe zum Besten. Aber vorher holen sie sich noch zwei Fans auf die Bühne, die schon vor einer ganzen Weile durch ihrer emotionales Mitfiebern ins Auge fielen und fragt sie, ob sie für den nächsten Song  „The Light“ mit auf die Bühne kommen wollen. Mit den Tophits „Stricken“ und „Down With The Sickness“ beenden sie ihre Zugabe. „We are disturbed. We are disturbed. We are all disturbed.“. Disturbed kündigen uns noch ein baldiges Wiedersehen an. Wir bleiben gespannt und freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal.

Hardcore meets Growling – Elbriot 2018

Jedes Jahr beginne ich den Elbriot-Artikel mit einem Vergleich zu dem zwei Wochen vorher stattfindenden Wacken Open Air, der letztendlich auf “Juhuuu, kein Matsch” hinausläuft. Dieses Jahr gab es keinen Matsch in Wacken, was diesen Vorteil des Riots obsolet machte. Stattdessen wird der Nachteil der Nähe zu Wacken deutlich. Neben dem Headliner “Arch Enemy” war auch schon die vorvorletzte Band “Skindread” beim Wacken zu sehen und mit “Jasta” trat der Frontmann von “Hatebreed” auf, der hier sein Solo-Projekt präsentiert, aber mit seiner Band ebenfalls in Wacken live zu sehen war.

Für alle unter den 14.000 Besuchern die nicht vor zwei Wochen in Wacken waren, bedeutet das ein hochwertiges Metal-Line-Up, dass von den norwegischen Black-Metallern von “Satyricon” und den Hardcore-Legenden “Suicidal Tendencies” ergänzt wurde. Der Sound war wie immer gut, der schwache Wind sorgte dafür, dass man sich nicht um Störgeräusche an den Mikros Gedanken machen musste und die (etwas) angenehmeren Temperaturen von 26 statt 31 Grad Celsius sorgten für eine ausgelassene Feierlaune.

JASTA

Jamie Jasta, der vielbeschäftigte Mann. Als Frontmann von Hatebreed und Icepick bekannt, gründete er 2006 zudem noch das Projekt “Kingdom of Sorrow” und seither war er nebenbei noch mit Freunden auf seiner “European Vacation 2” Tour in Europa unter seinem Nachnamen “Jasta” unterwegs. Auf der Riot-Bühne bewies Jamie, dass sein “Street-Cred” in der Metal und Hardcore-Szene nicht von ungefähr kommt. Nach dem Opener “Walk the path alone” coverte er Hits von Fear Factory und Crowbar und gab nebenbei noch ein paar Hits von Kingdom of Fear zum Besten. Dabei legte er ein Tempo vor, das mich spätestens nach drei Songs ins Sauerstoffzelt gebracht hätte. Jamie hatte jedoch noch ein Lächeln und ein paar Sprüche für seine Fans übrig bevor Bass, Drums und Gitarre wieder reinhauten und er über die Bühne flitzte um seine Lyrics in Mikro zu donnern. Zum Abschluss griff er sogar selber zur Gitarre und zeigte wie gut er auch Power-Riffs beherrscht.

beartooth

Danke an Red Bull. Neben Energy-Drinks, krassen Flugshows und einen Formel 1 Team hat Red Bull Records uns auch Beartooth beschert, die 2012 beim Salzburger Energydrink-Musiklabel unter Vertrag genommen wurden. Seitdem hatten die Hardcore-Jungs aus Ohio fleißig alle zwei Jahre ein Album released und reisten mit einem vollen Repertoire im Gepäck nach Hamburg. Gekonnt wurden im Opener “Hated” fast schon poppige Punk Rock-Gesänge die man einfach mitsingen kann mit der Aggression von Hardcore-Riffs kombiniert. Andere Songs wie “Agressive” enthielten zusätzlich die schmutzigen Shouts aus dem Thrash Metal.

Die Musik von Beartooth schien wie ein wildes Tier um sich zu schlagen und die Jungs auf der Bühne unterstützten diesen Eindruck durch kraftvolles, aggressives Auftreten und einer wilden Energie, die auf das Publikum überschlug und zu Circlepits und Crowdsurfing führte.

satyrikon

Die ersten Growler des Tages waren die Norweger von Satyricon. Und dennoch auch die “ruhigste” Band. Natürlich ballerte Drummer “Frost” mit der Double-Bass-Drum ein Maschinengewehr-Feuer aus Beat heraus, so wie es sich für guten Black-Metal gehört, die die Riffs von Satyricon marschierten dazu wie eine Armee von Untoten über das Publikum hinweg und Sänger “Satyr” mit seinem blass-geschminkten Gesicht growlte jede einzelne Lied-Zeile einzeln ins Mikro und ließ sie für sich wirken, bevor er die nächste losließ. Ab und an mischte er ein verschwörerisches Flüstern dazwischen, dass kurz aufhorchen ließ, um dann wieder finster zu growlen und Geschichten von Tod und Vernichtung zu erzählen. Eine ganz andere, diabloisch-weltvernichtende Energie im Vergleich zum aggressiv-rebellischen Hardcore, die die Menge vereinte und zu einem gemeinschaftlichen Headbangen zu einem langsameren Takt einlud, als zu wildem Moschen.

skindred

Es gibt Bands, auf die freut man sich lange. Und dann sieht man sie und zwei Wochen später sieht man sie wieder, aber die Freude ist immernoch da, nur nicht mehr ganz so groß. So ging es mir letztes Jahr mit Megadeth und dieses Jahr mit Arch Enemy. Ganz anders aber dann bei Skindred. Obwohl ich Skindred gerade erst vor 2 Wochen mit nahezu gleichem Set auf Wacken und größerer Bühne mit mehr Publikum gesehen hatte, freute ich mich enorm, als Frontmann Benji Webber mit seiner nieten-besetzten Sonnenbrille, den Dreds und seiner rot-gelb-grünen Lederjacke auf die Bühne trat.

Benji ist für mich nicht der große Musiker den man sehen will, wenn er ein neues Album rausgebracht hat und endlich wieder auf Tour geht. Er ist mehr der sympathische Buddy, der immer die gleichen die Sprüche bringt und einen immer wieder mit den gleichen Jokes zum Lachen bringt. Nicht weil die Pointen so gut sind, sondern weil seine gute Laune so ansteckend ist.

Mit einer Mischung aus Reggea-Melodien und funky Lyrics, Punk-Attitude und Hardcore-Riffs begeisterte Skindred auch auf dem Elbriot die Menge, spielte Dubstep-Samples und “Carlifornia Love”-Loops ein, brachte das Publikum zum Mitsingen, Hinsetzen, Aufspringen und letztendlich bei “Nobody” auch dazu, das Hemd auszuziehen und als “Newport Helicopter” über den Köpfen kreisen zu lassen.

Suicidal tendencies

Kaum eine Band steht so sehr für “Hardcore” wie Suicidal Tendencies. In einer WG gegründet, von einem Indie-Label gelaunched und mit jahrelangem Auftrittsverbot und sogar FBI-Überwachung “gestraft”, schufen Suicidal Tencendies nicht nur eine neue Musikrichtung, sondern auch einen neuen Lifestyle der die Stimmung der End-80er und 90er prägte. Bandanas, Basketball-Shirts, antreibende Drums und Hardcore-Riffs mit Sprachgesang der gegen das System rebelliert, aber auch innere Konflikte besiegte. Und all das wurde dem Metal-Publikum beim Elbriot 2018 von der Bühne entgegen geworfen. Das Publikum machte dem Namen des Festivals alle Ehre.

Schon immer war auf dem Hamburger Großmarkt die Stimmung gut und das Publikum gerne bereit, mit den Bands zusammen durchzudrehen, aber Suicidal Tendencies starteten einen richtigen Riot. Moshpits, Crowdsurfer, hochgereckte Fäuste und lautes Mitsingen und Shouten kannte man bereits, aber Frontmann ”Cyco Miko” trieb das Publikum solange an, bis sie zu  “Pledge your Allegiance” die Bühne des Riots über die Absperrung kletterten, sich gegenseitig hoch halfen und die Bühne des Riots stürmten um mit den Cycos den erinnerungswürdigen Auftritt bis zum Ende zu feiern.

arch enemy

An dieser Stelle ein schnelles Lob an die Bühnencrew vom Riot, die den Zeitplan fast schon wie ein Uhrwerk einhielt und dabei wenn überhaupt, nur kleine Patzer machte, die nicht wirklich auffallen. Trotzdem blieb bei einer einzelnen Bühne bei weitem nicht so viel Zeit zum Umbauen, als hätte man zwei Bühnen zur Verfügung, wo eben eine ab- und aufgebaut wird während auf der anderen noch gespielt wird.

Für Arch Enemy bedeutete es, dass die blauhaarige Frontfrau Alissa White-Gluz nicht die beeindruckende Bühneninstallation und die fetten Pyros wie bei den größeren Festivals zur Verfügung hatte, sondern „nur“ mit einem “Bühnenbild in light-Version” auskommen musste. Aber das hinderte die growlende Kanadierin nicht, ein Feuerwerk aus Melodic-Death-Metal Songs zu zünden, das völlig ohne Pyro und beweglichen Bühnenaufbau auskam. Wobei das “Melodic” bei Alissa kaum zur Geltung kommt. Die Power in ihrem Gesang und ihr Tempo auf der Bühne kann locker mit ihren Hardcore-Kollegen mithalten, die im Laufe des Tages gut vorgelegt und das Publikum aufgewärmt hatten.

Mit Hits wie “The world is yours”, “War eternal”, “As the pages burn” und “You will know my name” folgte der Endspurt ebim Elbriot 2018, ein verdientes Finale zu einem anstrengenden und ausgefüllten Tag auf dem Hamburger Grossneumarkt, der leider viel zu früh vorbei ging. Aber – und hier kommt wieder einer der Vorteile des Elbriot – von hier bis zu Hamburgs Partymeilen ist es ja nicht weit.  

Infos + tickets elbriot 2019

Elbriot 2019

Unsere Highlights beim Open Flair Festival 2018 – Tag 1 + 2

Wenn das zweite Augustwochenende vor der Tür steht, ist das Open Flair Festival ganz nah. Und so pilgerten auch dieses Jahr wieder zehntausende Musikfans nach Eschwege. Bereits am Dienstag standen die ersten Zelte, Pavillons und Wohnmobile auf dem Campingplatz. Das Festival selbst startete am Mittwoch auf der Seebühne mit der Band „Passepartout“ und ihrem Mix aus deutschem und französischem Hip-Hop. Konfetti durfte nicht fehlen und die Fans tanzten sich warm. Wie auch die letzten Jahre schon, öffnete das Hauptgelände erst am Freitag seine Pforten. Und so konzentrierte sich alles die ersten zwei Festivaltage lang auf diese eine Bühne.

Die zweite Band das Tages nannte sich selbst in der Ankündigung „Ein Klumpen Hack – die Lumpenpack-Coverband“. Eine Lumpenpack-Coverband? Nein, natürlich waren es Max Kennel und Jonas Meyer höchstpersönlich, die da auf der Bühne standen und das Publikum mit ihren nicht so ernstzunehmenden Texten zum Mitsingen und Feiern brachten. Der Aufforderung zu einem Circle Pit in Zeitlupe kamen die Fans gerne nach und eine extra große Polonaise zog über das Gelände. Auch hier durften Konfetti und Luftschlangen für eine flotte Party natürlich nicht fehlen.

Härtere Töne schlugen dann die „Desasterkids“ aus Berlin an. Sie hatten ihr brandneues Album „Superhuman“ im Gepäck, das gerade erst Anfang August erschienen ist. Bereits die Veröffentlichung des ersten Albums im Jahr 2015 brachte ihnen Shows auf diversen Touren und Festivals ein, unter anderem mit Papa Roach, Soulfly, Eskimo Callboy oder Any Given Day. Im Anschluss spielten „The Menzingers“. Die Punk-Rock-Band aus Philadelphia gastierte bereits vor drei Jahren auf dem Open Flair. Brett Gurewitz, Gitarrist von Bad Religion, sagte einmal über die Band: „Diese Jungs spielen die Art von Punkrock, mit der ich aufgewachsen bin.“ Ihre einstündige Show in diesem Jahr war, obwohl von Sound-Problemen gezeichnet, eine gute Performance, die man sich gern angesehen hat.

„Dritte Wahl“ fühlten sich auf der Bühne wie immer zu Hause. Kein Wunder, seit mittlerweile stolzen 30 Jahren bespielen sie die Bretter der Welt. Da ja sowieso alles Playback sei, wie sie selber mit einem zwinkernden Auge sagten, konnten sie sich ganz auf das Rumblödeln konzentrieren. Ein sehr unterhaltsamer Auftritt und eine gelungene Show.

Für den Abend hatten sich die Macher vom Open Flair Festival 2018 zwei verrückte, bunte Bands herausgepickt. Rockige Elektrobeats peitschten bei „Skindred“ über das Gelände. Als Intro diente „Thunderstruck“ von AC/DC. Frontmann Benji Webbe brachte mit seinem Gesang und seinen starken Gesten das Publikum in Bewegung. Das Gelände der Seebühne war gut gefüllt. Den Abschluss des ersten Abends bildete „Gogol Bordello“ und hier reicht eigentlich ein Zitat aus dem Pressetext, um die Eindrücke genau auf den Kopf zu treffen: „Das sind keine Shows, das sind fröhliche Exzesse, wenn diese Band die Bühnen brennen lässt.“ Mehr ist dem nicht hinzuzufügen. Das Feuerwerk am See rundete dann um 00:00 Uhr den Abend ab.

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Reload Festival 2017 – So waren Donnerstag + Freitag

In der deutschen Festivallandschaft noch durchaus als junges Festival anzusehen, ist das Reload Festival 2017 doch inzwischen vielen ein Begriff. Etwas mehr als 10.000 Besucher zählt die Buchführung in diesem Jahr an verkauften Wochenend- und Tagestickets, was den Veranstalter durchaus zufrieden stellt und das Vorhaben seines Teams bekräftigt, in die Infrastruktur des Geländes zu investieren. Soll heißen: Das Reload findet auch in 2018 (24. und 25. August) wieder am bekannten Standort in Sulingen statt. Wer also in einem Jahr von der auslaufenden Festivalsaison noch nicht genug hat, sollte sich das Reload definitiv notieren, ist doch mit einem gleichermaßen überzeugendem Line-Up zu rechnen. Definitiv wird es auch in 2018 wieder eine Warm-Up-Party am Donnerstag geben, die, nach den Erfahrungen aus 2017, in einem größeren Zelt stattfinden wird.

Die ersten Bands, As We Rise, Antillectual und First Blood, haben das Zelt schon gut gefüllt und aufgewärmt. Zu Rogers macht es schon Sinn etwas früher am Zeltplatz zu starten, aber While She Sleeps bringen das Zelt zum überkochen. Sowohl Zahlenmäßig, als auch auf dem Thermometer. Viele Besucher müssen draußen bleiben, da im Zelt kein Bein mehr an die Erde zu bekommen ist und die Security aus Sicherheitsgründen den Eintritt verwehrt. Dafür entgehen diejenigen, die draußen bleiben müssen, dem Regen im Zelt! While She Sleeps feiern mit Ihren Fans einen so krassen Abriss, dass der Schweiß von der Zeltplane wieder auf die Besucher regnet. So muss „Warm-Up“!

reload Festival 2018 Tickets + Infos:

Reload Festival 2018 / Reload 2018

max rapor

Den ersten offiziellen Festivaltag eröffnen pünktlich Max Raptor. Diese werden zwar nur von einem recht kleinem Publikum in Empfang genommen, können jedoch nicht nur uns direkt in ihren Bann ziehen, sondern noch den ein oder anderen Besucher aus seinem Zelt vor die Bühne bewegen. Dort erwartet sie dann eine sehr solide Punkrock Show, bei denen auch die ersten Walls of Death und Circle Pits nicht lange auf sich warten lassen.

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the new roses

Nach einer zeitig sehr sportlich gehaltenen Umbaupause betreten The New Roses die Bühne. Die Wiesbadener wissen direkt zu überzeugen, sodass die ersten sofort ihr Tanzbein schwingen. Andere scheinen jedoch noch nicht ganz vom Anreisetag erholt und wollen lieber noch etwas entspannen, bevor der Tag volle Fahrt aufnimmt, was bei dem Rock’n’Roll der Jungs und den für diese Festivalsaison überraschend sommerlichen Temperaturen durchaus machbar ist.

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mr. irish bastard

Wer es bis jetzt immer noch nicht aus seinem Zelt vor die Bühne geschafft hat, wird dies spätestens jetzt bereuen: Die zum Trinken einladenden Mr. Irish Bastard stürmen die Bühne. Hier bleibt wohl vor, wie auch auf der Bühne keine Kehle trocken und es gibt eine Party, die auf dem Reload noch Ihresgleichen sucht. Wer hier nicht tanzt, hat die Musik nicht verstanden. Auch als während eines Liedes kurz die Gitarren umgestimmt werden müssen, wird die Stimmung nicht schlechter. Hier singt das Publikum zur Überbrückung einfach im Chor weiter und der Tag ist gerettet. Dem Publikum ist durchaus eine überdurchschnittliche Textsicherheit nicht abzuschreiben.

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Any given day

Als nächstes stehen Any Given Day auf der Bühne. Die durch ihr Cover des Rihanna Songs „Diamonds“ bekannt gewordenen Gelsenkirchener zeigten sofort, dass sie auch mehr als nur den einen Song drauf haben, was durch einen großen Zustrom an Besuchern vor der Bühne honoriert wird. Belohnt wurden diese mit einem sehr soliden Auftritt, der erneut unterstreicht warum Any Given Day zu der Oberliga der Deutschen Metalcore Szene gehören. Wo wir grade schon bei Belohnungen sind: Sänger Dennis Diehl lässt es sich nicht nehmen, zum letzten Song ein Bad in der Menge zunehmend, während auf der Bühne die letzten Töne langsam leiser werden.

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august burns red

Etwas weniger vor der Bühne ist im Anschluss bei August Burns Red los. Dies ist zwar etwas schade, liegt aber ganz sicher nicht an der Band, sondern an der Sonne, die zu diesem Zeit besonders auf unsere Köpfe scheint. Die, die trotzdem bleiben, werden nicht nur mit guter Musik, sondern auch mit Wasser von der Security belohnt (Vielen Dank dafür!). Ansonsten spielten die die Jungs aus Lancaster, Pennsylvania, ein gutes Set, bei welchem das Drum-Solo besonders hervorzuheben ist. Dies wurde nicht nur vom Drummer, sondern vom Drummer Mat Greiner und seinem Bandkollegen auf zwei Schlagzeugen gespielt und machte wirklich Lust auf mehr

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Rock am Ring 2017 – So war der Freitag

Die Überraschung und Freude ist groß, dass Rock am Ring nach zwei Jahren in Mendig wieder in der Heimat am Nürburgring steigt. Deutschlands größtes Rockfestival hat sich von der 9.000-Einwohner-Gemeinde verabschiedet, denn schließlich begann die Festival-Geschichte vor mehr als 30 Jahren auch hier am Ring. Auf den Zeltplätzen und den Straßen rund um den Nürburgring herrscht bereits seit Mittwoch reges Treiben. Nahe des Haupteingangs ist wieder eine Lidl-Festival-Filiale in Form eines großen Zelts aufgebaut, in das die Menschen schubweise drängen und vollbepackt wieder herausströmen. Der Auftakt beginnt planmäßig am frühen Freitagnachmittag. Bei strahlendem Sonnenschein und fast 30 Grad können sich die ersten Festivalbesucher ab 13 Uhr auf die Rennstrecke begeben. Am späten Abend soll dann Headliner Rammstein mit fulminanter Show auf der Hauptbühne auftreten.

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SONDASCHULE

Den Ska-Punk-Helden Sondaschule aus Mülheim an der Ruhr gebührt die Ehre, am Freitagnachmittag als Opener auf der Volcano Stage aufzutreten. Ganz getreu dem Sound ihrer Vorbilder Rancid, der kalifornischen Skate-Punks NOFX oder The Mighty Mighty Bosstones geben die sieben Jungs zum Besten, was in der deutschsprachigen Ska-Punk-Szene so geliebt wird. Kumpelhaft und nahbar zeigen sich Frontmann Tim und Co. während ihrer Liveshow, da geht es auch direkt mal in s Publikum. Gute Laune ist hier ebenso garantiert wie schräger Humor. Im Gepäck haben die Ruhrpottler ihr neues Album „Schere, Stein, Papier“, das Anfang Juli erscheinen wird.

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DON BROCO

Auf der Crater Stage macht sich derweil eine vierköpfige englische Rockband bereit. Don Broco ist die Band um Frontmann und Sänger Rob Damiani. Wie man Stimmung macht, zeigen die Briten direkt beim Betren der Bühne. Ihr Musikstil ist nicht zwingend für ein klassisches Rockpublikum gedacht, wer es poppig und rockig mag bekommt ihr einen richtig guten Vibe, der nicht mit Gitarren-Riffs geizt und trotzdem verspielt und hypnotisch daher kommt. Hier zu Lande ist die Band längst nicht so bekannt, doch wer sie hier und heute live gesehen hat, bei dem werden die Ohrwürmer unaufhörlich rotieren.

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SKINDRED

Noch eine UK-Band, die bereit ist den Ring zu rocken – allerdings auf der Hauptbühne und etwas zeitlich versetzt. Seit 1998 gibt es die Band mit dem bunt durchmischten Musikmix aus Reggae, Metal, Rapcore, Alternative. Wer ein Freund von rockmusikalischen Klängen ist, versammelt sich jetzt am besten im Infield, denn der stimmgewaltige Sänger Benji Webbe startet den Abriss. Die aus den Überresten der Formation Dub War entstandene Band ist im Laufe der letzten Jahre zu einem richtigen Festivalliebling in Deutschland geworden. Was sicherlich an erster Stelle an ihrer mitreißenden Performance liegt. Das Crossover-Quartett spielt eine Show mit stetig steigernder Energie und natürlich hinterlassen die UKler ihr Publikum nass geschwitzt und hellauf begeistert.

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IN FLAMES

Das aktuelle Album „Battles“ aus November 2016 ist auch ein etwas über ein halbes Jahr später noch ein guter Grund für die schwedische Melodic-Death-Metal-Band auf ausgiebige Festivaltour in Deutschland zu gehen. Da ist ein Konzert bei Rock am Ring ja eigentlich fast Pflichtprogramm. Sie gelten quasi als die Erfinder ihres Musikstils und sie haben eine 27 Jahre bewegte Bandgeschichte hinter sich. Charakteristisch für den In Flames-Sound die zwei harmonierenden Lead-Gitarren, die über der Rhythmusgitarre erklingen und dazu die für den Death Metal ungewöhnlichen Keyboard-Einsätze. Frontmann Anders Fridén fordert die Zuschauer gerne heraus, prompt wabern die ersten Crowd-Surfer wie Wellen über die Köpfe im Infield, im vordersten Wellenbrecher formieren sich die metal-typsichen Moshpit-Kreise.

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2 CELLOS

Wer schon einmal Sir Elton John auf seiner Welttournee begleiten durfte, scheint in der Musikwelt Fuss gefasst zu haben. Das kroatische Cellisten-Duo, bestehend aus Luka Šulić und Stjepan Hauser, bietet aber auch einfach mal etwas „anderes“. Mit ihrer Interpretation vom Michael Jackson-Hit „Smooth Criminal“ erlangten sie 2011 erste internationale Aufmerksamkeit. Beide Musiker blicken auf eine hervorragende klassische Musikausbildung zurück; Šulić an der Royal Academy of Music in London, Hauser am Royal Northern College of Music in Manchester. Moderne Stücke zu interpretieren ist ihr Ding und die Streich-Adaptionen, die 2 Cellos an diesem frühen Nachmittag auf der Crater Stage zum Besten geben, finden Anklang beim Rock am Ring-Publikum. Denn Šulić und Hauser sind voller Hingabe an ihren Instrumenten.

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Skindred & Zebrahead: Partystimmung in Köln

Die Musikwelt weiß, wie sie das Jahr, das so viele große Künstler aus ihrer Mitte riss, mit einem Knall zum Ende bringt. Der Dezember ist vollgepackt mit großartigen Tourneen, die Musikfans statt auf die Weihnachtsmärkte in die Hallen der Republik locken. Skindred und Zebrahead machen dabei keine Ausnahme. Die Punkrocker aus Orange County, Kalifornien und die Reggae Metal Formation aus Newport, Wales sind zwar vielleicht eine ungewöhnliche Kombination, dass die Schnittmenge der Fans ausreicht um die Essigfabrik gut zu füllen und gemeinsam einen unvergesslichen Abend zu feiern und den kalten Dezembertag so richtig aufzuheizen.

Zebrahead haben zwar keine neue Platte am Start, „Walk the Plank“ (VÖ 10/2015) ist bei den Fans aber immer noch ein zufriedenstellendes letztes Werk. Von der ersten Minute der Show an ist Partystimmung angesagt. Ali Tabatabaee (Gesang), Ben Osmundson (Bass), Ed Uhus (Schlagzeug), Matty Lewis (Gesang, Gitarre) und Dan Palmer (Gitarre, Hintergrundgesang) lassen es sofort richtig krachen und fegen in bester Manie über die Bühne. Dank einer Bar auf der Bühne fließt schnell das Bier. Ein Highlight jagt in den folgenden 60 Minuten das Nächste. Ganz egal ob der Aufruf zum Massen-Crowdsurfen (vergesst alles, was ihr bei Parkway Drive je gesehen habt), eine wilde Fahrt mit dem Schlauchboot auf den Händen des Publikums oder kleine Spielchen mit den Fans – Mitmachen ist die Devise. Und das tun die Fans in Köln mit Energie und Begeisterung. Gleichzeitig ist auch musikalisch viel geboten. Vor allem Dan begeistert immer wieder mit Riffs und kleinen Spielereien an der Gitarre. Kein Wunder also, dass Zugaberufe laut werden als sich die Jungs verabschieden. Die sollen die Fans auch bekommen bevor die Musiker die Bühne für Skindred freigeben.

BILDERGALERIE: SO WAR zebrahead LIVE