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Unsere Highlights: Rock am Ring 2018 am Freitag

Es ist schon wieder das zweite Jahr, seit Deutschlands größtes Rockfestival von seinem kurzen und ebenfalls zweijährigen Abstecher in Mendig zurück an seinen Heimatstandort, den Nürburgring gekehrt ist. Auf den Zeltplätzen und den Straßen rund um die Rennstrecke in der Eifel herrscht bereits seit Mittwoch reges Treiben. Unweit des Haupteingangs ist wieder die Lidl-Festival-Filiale in Form eines großen Zelts aufgebaut. Ist ja auch praktisch, nicht mehr jedes Grillgut oder Bierchen mitschleppen zu müssen. Lediglich das längere Anstehen muss mit eingeplant werden, aber immerhin trifft man hier Freunde und hat noch bevor irgendwo Livemusik zu hören gibt, jede Menge Spaß. Der Rock am Ring 2018-Auftakt startet planmäßig am frühen Freitagnachmittag. Nach einer heftigen Regen- und Gewitternacht kommen die ersten Festivalbesucher eher gemächlich auf die Rennstrecke. Großartige Künstler werden den Rock am Ring 2018 Freitag eröffnen, darunter Jimmy Eat World, Callejon, Milky Chance, Enter Shikari, Alt-J, Enter Shikari, Jonathan Davis, Casper, Hollywood Undead, Stone Sour, A Perfect Circle und viele viele mehr. Und am späten Abend tritt Headliner Nummer eins – Thirty Seconds to Mars – mit fulminanter Show auf der Hauptbühne auf.

greta van fleet

Der Opening Act des diesjährigen Rockfestivals am Nürburgring gebührt einer besonderen US-Classic-Rockband aus Michigan. Besonders ist nicht nur, das drei der vier Mitglieder Brüder sind – Joshua, Jacob und Samuel Kiszka (Gesang, Gitarre bzw. Bass), sondern auch, dass sich die Musik des Quartetts aus dem Dschungel des Rockeinerleis enorm abhebt. Frontmann Joshua beherrscht es perfekt, mit Leichtigkeit seine außergewöhnliche Stimme (die eindeutig der von LED Zepplin ähnelt) aus sich herauszuholen und dann wieder in den Instrumentalpassagen ganz easy in Richtung Publikum zu lächeln, und das mit gerade mal 20 Jahren, eine enorme Bühnenpräsenz.

Walking On Cars

Erstklassigen Alternative-Sound bringen Walking On Cars auf die Volcano Stage. Mit ihrem Hit „Speeding Cars“ hat die Band ihren internationalen Durchbruch gefeiert. Bereits vorher haben die fünf Musiker in ihrer Heimat Irland zu DEN Shootingstars gehört. Ihr Debüt-Album „Everything This Way“ ist bis auf Platz eins der irischen Charts gegangen. Sechs Monate lang haben sich die Bandmitglieder zurückgezogen, die sich bereits seit Schultagen kennen, in ein einsam gelegenes Cottage, um an ihren folkigen Alternative-Rock-Nummern zu arbeiten. Die Geburtsstunde ihres Debüts. Frontmann Patrick Sheehy und seine vier Kollegen zeigen ein gutes Händchen im Umgang mit den begeisterten Fans uns natürlich für die richtige Songauswahl.

JONATHAN DAVIS

Geboren und aufgewachsen in Bakersfield/Kalifornien, ist Jonathan Davis als Sänger von KoRn, einer der bekanntesten und einflussreichsten Bands in der modernen Metalgeschichte. Schließlich gelten KoRn als Mitbegründer des Nu Metal. Mit mehr als 40 Millionen Albenverkäufen, zig GRAMMY-Awards und über zwei Jahrzehnten mit Welttourneen hat sich Davis als herausragende Stimme etabliert. Darüber hinaus hat der KoRn-Frontmann aber auch mit vielen Künstlern (z.B. Skrillex und Q-Tip) zusammengearbeitet. Nachdem „Black Labyrinth“ als sein Solo-Debütalbum lange Zeit einfach in der Schublade lag, ist es nun endlich seit 25. Mai 2018 auf dem Markt. Aus diesem Anlass gibt sich der Sänger bei Rock am Ring 2018 am Freitag nachmittag auf der Crater Stage die Ehre und versammelt dafür eine Menge Fans vor der Bühne. Die erhoffen sich metallische Klänge und schnelle Rhythmen, die Jon Davis nur allzu gerne zum Besten gibt.

ALT-J

Gegen 19:00 Uhr betreten Alt-J die Volcano Stage: Joe Newman (Gesang + Gitarre), Gus Unger-Hamilton (Keyboard) und Thom Sonny Green (Drums). Mit dem ersten Ton taucht die Bühne in leichten Nebel und die Lichtshow hebt die drei Musiker ganz besonders hervor. Im Takt der Musik leuchteten die Scheinwerfer auf. Alt-J spielen druckvollen und gleichzeitig experimentellen Alternative-Rock, bewegen sich dabei aber eigentlich nicht sehr viel, sondern verharren jeder an seinem Platz. Seit ihrem Debütalbum „An Awesome Wave“ 2012 mit zahlreichen britischen Auszeichnungen, hat die Band eine großartige Karriere hingelegt und in diesem Jahr mit „Ralaxer“ das neuste, mittlerweile schon dritte Werk veröffentlicht.

HOLLYWOOD UNDEAD

Musikalische Helden unserer Pubertät! Stellte sich früher die Frage nach den Stones oder Beatles, sind Hollywood Undead neben Blink 182 und Avril Lavigne die Stimmen einer heute erwachsenen Generation, die statt Long-, Speed-, Break-, oder sonstiger Boards nur eine Form von Skateboard kannte und am liebsten Tony Hawk mit dem Playstation-Controller über die Lastkräne des Stahlwerks grinden ließ. Hollywood Undead liefern nach ein audiovisuelles Spektakel – eigentlich wie erwartet. Eingängige Musik, mittelharte Riffs und perfekt abgemischtem Sound – so liefern die sechs maskierten Musiker einen Rundumschlag durch ihre gesamte Diskografie. Die Kalifornischen Nu-Metaller bringen all die Liedern zum Mitgröhlen, die es braucht, um wieder so richtig kindisch abzufeiern. Zu Beginn ist’s schon erstaunlich voll, zum Ende scheinen sich die Menschen zu stapeln!

CASPER

Deutschlands Ausnahme-Indie-Rapper Casper als abendliche Vorhut von Thirty Seconds to Mars? Und ob! Gut 2 Jahre ist es her, da spielte Casper entweder auf den kleineren Stages oder früheren Slots, der Platz für die vielen Fans hat damals kaum ausgereicht. Nun ist der Erfolg noch sehr viel größer! Zahlreiche Casper-Anhänger sind bereits zur Prime Time bei Rock am Ring 2018 am Freitag vor der Hauptbühne versammelt. Der berühmte weiße Vorhand mit Stacheldraht hängt, „Bohemien Rhapsodie“ von Queen ist zu hören und dann fällt der Vorhang und Casper springt auf die Bühne. Casper aka Benjamin Griffey legt mal wieder ordentlich Kilometer zurück auf der Bühne und nutzt den Steg von Thirty Seconds to Mars gleich ordentlich mit. Mit unbändiger Power springt der 35-jährige wie gewohnt über die Bühne, damit auch ja kein Fan an den Seiten zu kurz kommt. Später kommt auch noch Felix Brummer (Frontmann von Kraftklub) mit auf die Bühne. Der gebürtige Extertaler hat seine unwiderstehliche Songs in eine perfekte Setlist verpackt, die gemeinsam mit seiner Bühnen-Pyrotechnik wie Zunder brennt.

A PERFECT CIRCLE

Die Veröffentlichung des neuen Albums („Eat the Elephant“ VÖ/20.04.2018) dürfte zweifellos zu den größten Sensationen im Rockjahr 2018 gehören. Nach 14-jähriger Schaffenspause gibt es nicht nur das gewohnte Gitarren-Donnerwetter, sondern auch hier und da ruhigere Töne. Entsprechend neugierig haben sich viele Zuschauer für den heutigen Auftritt der US-Progressive-Rock-Band angesammelt. Schließlich ist dies lediglich einer von nur drei Deutschlandauftritten der vierköpfigen Truppe. Die Band rund um die beiden einzigen konstanten Mitglieder, Tool-Frontmann Maynard James Keenan und Ashes Divide-Kopf Billy Howerdel, gilt nämlich als eine der Aufsehen erregendsten Supergroups in der US-Rockgeschichte.

THIRTY SECONDS TO MARS

Das noch frische Album „America“ hat bereits die deutschen Charts gestürmt und ist direkt auf Platz 1 geschossen, jetzt soll es auch live für die und vor allem mit den Fans krachen. Nach dem der erste Teil ihrer Deutschlandtour bereits im April und Mai gelaufen ist, sind jetzt erstmal die Sommerfestivals dran, bevor es ab Ende August mit auf Teil 2 der Tournee geht. Thirty Seconds To Mars sind der erste Headliner von insgesamt drei Acts bei Rock am Ring 2018. Klar, dass es auf der langen Geraden der Rennstrecke gerappelt voll ist. Jared gilt nicht nur als fantastischer Sänger und Performer, sondern auch als einer der talentiertesten amerikanischen Schauspieler der letzten zwei Jahrzehnte. Bruder Shannon Leto hält ihm auf der Bühne mit stabilen Drums den Rücken frei. Die restliche Band steht und spielt weit im Hintergrund der Bühne. Musikalisch lassen Thirty Seconds to Mars nichts aus, Hits wie „Closer To The Edge“ oder „This is War“ prasseln nur so auf das Publikum ein. Für einige Besucher wird der heutige Abend aber nicht nur musikalisch unvergessen bleiben, denn sie durften gemeinsam und ganz nah mit Jared Leto auf der Bühne performen, da ist der ein oder andere große Traum in Erfüllung gegangen.

STONE SOUR

Stone Sour galt lange als lockeres Nebenprojekt des Slipknot-Frontmannes Corey Taylor. Bereits in den 90ern gegründet, ist die Band für mehrere Jahre auf Eis gewesen. 2002 dann die Wiederbelebung. Bislang sind über vier Millionen Alben weltweit verkauft wurden, Hut ab bzw. Maske ab. Denn hier steht Taylor ja nun ohne die obligatorische Gruselmaske auf der Bühne, die er sonst bei Slipknot auf dem Gesicht hat. Stone Sour liefern eingängigen Alternative-Metal, der fast schon CD-Qualität besitzt und zum Mitsingen einlädt. Neben neuen Songs, finden auch viele Klassiker ihren Platz auf der Rock am Ring 2018-Setlist. Höhepunkt des Auftritts ist aber wohl das hochmelodiöse „Through Glass“, dessen Textzeilen offenbar fast jeder Zuschauer auswendig kennt.

MARILYN MANSON

Der Düster-Rocker ist ein ein gern und häufig gesehener Gast bei Rock am Ring. Zuletzt ließ er 2015 die Fetzen in Mendig fliegen, wo er ebenfalls einen nächtlichen Slot besetzt hatte. Gerade erst ist er jedoch im Rahmen seiner „The Heaven Upside Down“-Tour 2017 in Deutschland unterwegs gewesen – im Rollstuhl, denn kurz davor hatte sich Manson bei einem Auftritt durch eine herunterfallende Requisite schwer am Bein verletzt. Eine große Fanbase empfängt der Herren der Dunkelheit bei dem späten Slot auf der Crater Stage und bejublt eine handvoll Songs des neuen Albums („The Heaven Upside Down“ – VÖ 10/2017) genauso wohlwollend, wie die Hits aus der frühen Phase seiner Karriere. Natürlich sorgen „Disposable Teens“, „The Beautiful People“ und „Sweet Dreams“ aber für die ungleich höchste Handykamera-Dichte im Publikum.

Rock am Ring 2019 Infos + Tickets

Marilyn Manson in Hamburg: Live! Tonight! Im Rollstuhl!

Marilyn Manson gab am Donnerstagabend im Rahmen seiner aktuellen „The Heaven Upside Down“-Tour 2017 ein Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg. 5.000 Menschen waren zusammengekommen, um dem Düster-Rocker dabei zu huldigen.

Bei einem vorangegangenen New Yorker Auftritt im September verletzte sich Manson durch eine herunterfallende Requisite schwer am Bein. Der Gips, den er zum Auftaktseiner Deutschlandtournee trug, schränkte seinen Bewegungsradius stark ein, hinderte ihn aber nicht daran, seinem Publikum eine gute Show zu liefern. Über Teile des Abends wurde der Sänger von zwei als Krankenpfleger verkleideten Statisten gestützt, beim Song „We Know Where You Fucking Live“ sogar in einem Rollstuhl herumgefahren. Zwei Pistolen und ein Thron dienten dem gehandicapten Sänger als Bühnenbild. Trotz der martialischen Dekoration verzichtete Manson darauf mit einer Gewehrattrappe ins Publikum zu zielen – so wie wenige Tage zuvor auf einem Tourstopp in San Bernadino. Zwischen Manson und seinen Fans herrschte an diesem Donnerstag Waffenstillstand.



Die Besucher belohnten seinen engagierten Auftritt und bejubelten Stücke des neuen Albums („The Heaven Upside Down“ – VÖ 10/2017) so wohlwollend wie Songs aus der frühen Phase seiner Karriere. Hits wie „Disposable Teens“, „The Beautiful People“ und „Sweet Dreams“ sorgten trotzdem für eine ungleich höhere Kameradichte im Publikum. Nostalgie war allerdings nicht übermäßig wahrzunehmen. Die Stimmung lag durchgehend über dem Gefrierpunkt und Marilyn Manson tat dafür sein Bestes – was ihm angesichts der Verletzung hoch anzurechnen ist. Mit seinem Kraftakt auf Schmerzmitteln gelang es Manson eindeutig die Fans zu überzeugen, dass seine Musik noch immer einen Konzertbesuch wert ist. Und so verließen die Zuschauer die Sporthalle wie der Hauptdarsteller selbst: zufrieden, leicht sediert und nahezu am Stock.

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Text: Michael Kinadeter

Marilyn Manson Tour 2017 mit neuem Album

Marilyn Manson ist eine der schillerndsten Figuren der Musikwelt und hat seit dem Beginn seiner Karriere Mitte der Neunziger nichts an Kreativität, Charisma und Schockpotential eingebüßt. Im August 2016 Jahres, als man schon fast dachte, es sei ruhig um ihn geworden, veröffentlichte er den neuen Track „Say 10“ und lieferte dazu einen Videoclip, in dem er erst genüsslich eine Bibel zerfleddert, um dann einen Mann zu enthaupten, der Donald Trump wirklich sehr, sehr ähnlich sieht. Die Musik dazu war brachial, kohlrabenschwarz, hitverdächtig – und erinnerte viele Fans an seine frühen Meisterwerke „Antichrist Superstar“ (1996) und „Mechanical Animals“ (1998).

Eigentlich sollte sein neues Album heißen wie der Song und schon 2016 fertig werden, aber Manson nahm sich die Zeit, die er brauchte und hielt seine Fans derweil mit gruseligen Instagram-Videos auf Hochspannung. Die Studioarbeit ist vollendet, das frische Werk nennt sich „Heaven Upside Down“ und ist ab 6. Oktober 2017 im Handel erhältlich. Passend zum Album-Release präsentiert Manson neue Tourdaten für den Herbst. Im November wird man in vier deutschen Städten die Chance haben (Hamburg, München, Berlin und Düsseldorf), seinen bizarren, gruseligen und oft politischen Horror-Zirkus zu besuchen.

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Wacken Open Air 2017 – Symphony of Destruction

Dieses Jahr gab es beim Wacken Open Air 2017 drei Kategorien von Schlamm-Usern. Die Unterteilung spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder. Sie ist keinesfalls „offiziell“, wurde nicht mit den Veranstaltern von Wacken oder meiner Chefredakteurin abgesprochen und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

1. Die „All In“-User – Schlammbedeckte Körperfläche: 80 – 100 %
Der Klassiker, die eine sehr innige Beziehung zum Schlamm hatten. Umarmen, kuscheln, darin wälzen, gegenseitig reinschubsen, rausziehen und wieder reinschubsen gehörten zu den gängigen Ritualen dieser Gruppe, die erst zufrieden waren wenn sie wirklich komplett vom heiligen Acker bedeckt waren.

2. Die „Och nö … Ach Egal“ User – Schlammbedeckte Körperfläche: 40 – 60 %
Ebenfalls mit einer langen Tradition auf Wacken, kamen diese User meist unfreiwillig mit dem heiligen Acker in Kontakt. Möglichkeiten dazu gab es viele: Einfach mal ausgerutscht, beim Weitergehen den Stiefel nicht aus dem Boden gezogen bekommen und deshalb hingefallen, Kollateralschaden der Bematschungs-Rituale der All-In-User, oder (mein persönlicher Favorit) mit einem der riesen Wasserbälle die in einer Schlammpfütze rumlagen angeschossen worden. Doch auch diese User neigten dazu, ihren Schlamm mit Stolz und Freude zu tragen – zumindest bis man die Möglichkeit ergab, den Schlamm abzuwaschen. Übrigens: Ein echter „Och Nö … Ach Egal“ ist man eigentlich erst, wenn man mindestens einmal im Leben „All in“ gegangen ist.

3. Die „Schlamm-Hipster“ – Schlammbedeckte Körperfläche: 0,5 – 2,8 %
Wahrscheinlich waren Leute wie ich mit Schuld an diesem Trend. So wie man Tomatensaft im Flugzeug, Club Mate im Büro und handgecraftetes International Pale Ale nach Feierabend trinken muss (statt ganz vulgär Bier, Bier, und Bier zu trinken … ja, auch im Büro), haben die Medien auch immer wieder propagiert dass es cool ist, in Wacken-Schlamm in der Fresse zu haben. Was dazu führte, dass sich immer mehr Wacken-Besucher einfach mit den Fingern ein paar Streifen ausgewählten Matsch (bloß nicht zu viel) ins Gesicht malten. Bevorzugt einen senkrechten Streifen in die Mitte der Stirn, oder je zwei oder drei schräge Streifen auf die linke oder rechte Wange. Kaum einer traute sich einen auf American Football zu machen und sich die Streifen unter die Augen zu malen (könnte ja ins Auge gehen). Und die meisten mussten danach erst einmal Selfies machen und wahrscheinlich nach gründlicher Instagram-Filter-auswahl mit dem Hashtags #Wackenopenair2017 #Ichvollimschlammdigga posten. Liebe Schlamm-Hipster, willkommen in Wacken, ich wünsche euch vom ganzen Herzen- dass ihr euch nächstes Jahr auch mal traut, „All in“ zu gehen. Es ist toll.

Wacken Open Air 2018 Tickets + Infos:Wacken Open Air / 2018 Wacken 2018 / WOA 2018

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Lacuna coil

“Delirum” heißt das aktuelle Album der italienischen – hm – Goth Metal Band? Alternative Metal Band? Alternative Metal Band mit tiefschwarzen Themen. So würde ich das bezeichnen was Lacuna Coil am zweiten Tag des Wacken Open Air auf einem der Main-Stages präsentierte. weiße Outfits die an Zwangsjacken und der Arbeitskleidung in geschlossene Anstalten erinnern, besudelt mit Kunstblut das auch ins Gesicht geschmiert wurde, weiße Gesichtsbemalung mit tiefschwarzen Augenhöhlen und Gesten die fauchen, kratzen, die Stimmen im Kopf zum schweigen bringen … dazu die tiefen Gesänge und Growls von Sänger Andrea Ferro und die für eine Frau auch eher tiefe Stimme von Christina Scabbia. Andere Bands setzen eher auf eine hellere, höhere weibliche Stimme in Kombination mit einem männlichen Growl, aber die Tief-Tief-Kombination von Lacuna Coil, zusammen mit den eingängigen Metal-Gitarren die teilweise melodisch gespielt werden aber niemals kreischen oder jaulen, wurde eine finstere und trotzdem energiegeladene Stimmung erzeugt. Natürlich durfte auch ”Enjoy the Silence” nicht Fehlen, das bekannte Depeche Mode-Cover, dass von den Italienern düster und noch viel agressiver performt wurde als das Original.

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SANCTUARY

7 Jahre nach der Gründung 1985 löste Sanctuary sich wieder auf. Beim diesjährigen Wacken, 7 Jahre nach der Neugründung in 2010, gab es keine Spur von Auflösungserscheinungen. Frontman Warrel Dane kam wieder mit verspiegelter Sonnenbrille und seinem abgehalfterten Cowboyhut auf die Bühne und verbreitete mit seiner tiefen Stimme und den langen, kraftvollen Lieder vom letzten Album “The Year the Sun died” Endzeit-Stimmung. Dabei schaffen Sanctuary den Spagat aus virtuosen Solos und eingängigen Riffs und Refrains die im Kopf bleiben. Und nachdem das Publikum das ganze Set von Sanctuary gefeiert hatte, erschien ein fast schon freundliches Grinsen auf Warrels Gesicht.

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saltatio mortis

E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug konnte man bei jeder Band auf dem Wacken Open Air 2017 erwarten. Aber Dudelsack – sorry – Marktsackpfeife, Drehleier, Mandolia … allein an der Instrumentenauswahl sah man sofort, dass Saltatio Mortis (Latein für “Totentanz”) eine Mittelalter-Band ist, die neben Wacken auch auf Festivals wie M’era Luna oder WGT auftreten. Doch die Deutsche Band hat bereits die Who is who der Festivals hinter sich: Deichbrand, Summerbreeze, Metal Hammer Paradise und das Schweizer Greenfield stehen auf der “Been there, done that” Liste von Saltatio Mortis, ebenso wie zwei Alben die #1 in den Deutschen Charts erreicht haben.

Mit guter Laune, zahlreichen Instrumenten und akrobatischen Tanzeinlagen begeisterten Saltatio Mortis die Zuschauer. Doch wer genau zuhörte erkannte hinter den mittelalterlich anmutenden Gesangstexten die Botschaften einer Punk-Rock-Band: Gesellschaftskritik an Nationalismus, Krieg, Ausbeutung und einer Weg-Guck-Kultur. Und sie wirkt, die Punk-Rock Kritik mit Mittelalterlichem Anstrich. Sie bleibt ihm Ohr, lässt die Leute Tanzen und mitsingen, und später die Melodien vor sich hin summen und im Kopf die Texte durchgehen. Und unabhängig davon ob man mit der Meinung die darin vertreten sind übereinstimmt oder nicht: Man hat zumindest für einen Moment drüber nachgedacht und nicht die Augen verschlossen.

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Den 360°-Grad-Livestream von Saltatio Mortis bei Wacken 2017 siehst du hier: magenta-musik-360.de

Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

Mendig. Am vergangenen Wochenende jährte sich das größte Festival in Deutschland zum 30. Mal. Doch nicht die Rennstrecke am Nürburgring war wie sonst Schauplatz des Ereignisses. Stattdessen zog Rock am Ring nun knappe 40 Kilometer entfernt auf den Flugplatz Mendig. Eine Herausforderung für Veranstalter Marek Lieberberg und sein Team, an diesem Ort nun eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen.

Kurze Wege für die Besucher und ein Rund-Um-Erlebnis werden als Hauptziele für die Planung gesteckt und auch umgesetzt. Wie Lieberberg selbst mitteilt, ist das „neue“ Rock am Ring nun auf 5 Jahre plus konzipiert. Allein der Festivalbereich vor den Bühnen ist viermal so groß, wie auf dem Nürburgring und auch drumherum ist viel mehr Platz als vorher. Alle Campingflächen sind fußnah rund um das Festivalgelände gelegen. Auch anfängliche Engpässe beim Camping konnten gelöst werden, in dem zusätzliche 30 Hektar Land bereit gestellt wurden.

Mit 90.000 Besucher war Rock am Ring bereits einige Monate vorher schon ausverkauft. Das zeigt, dass die Fans mitziehen, ob Nürburgring oder Mendig. Das musikalische Programm an den drei Tagen kann sich absolut sehen lassen und ist mit Bands wie den Foo Fighters, Slipknot, The Prodigy, Die Toten Hosen uvm. eben nicht nur ein typisches Rock-Festival. Mit den zwei großen Open Air-Bühnen in sicht- und gehnähe und den beiden Clubzelten findet jeder Musikfan hier seine Nische. Von Heavy Metal und Rock über Hip Hop und Elektro.

Neben der Musik bietet Rock am Ring in diesem Jahr auch ein grandioses Nebenprogramm mit Kirmes-Flair: Es gibt den traditionellen Bungee-Jumping, aber auch ein Riesenrad, den Auto-Scooter, das Kettenkarussel und einen Break Dancer. Zufriedene Gesichter sieht man jedenfalls überall.

Und wie geht es weiter? „Wir sehen uns vom 3. bis 5. Juni bei Rock am Ring 2016 in Mendig!“ – so verabschiedete sich zumindest Marek Lieberberg bei der diesjährigen Pressekonferenz. Wer die ersten Headliner sein werden und wann der Ticketvorverkauf beginnt, erfahrt ihr bald bei uns.

Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag
Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

Bildergalerie: Da kommt FESTIVAL-FEELING auf

Um 13:34 Uhr ist das Festivalgelände vor der Hauptbühne, der Volcano Stage, bereits rappelvoll. Die Sonne brennt mit satten 30 Grad herunter und die ersten Überhitzen müssen bereits von Sanitätern versorgt werden. Aber bevor es richtig losgeht, betritt Marek Lieberberg die Bühne um die Zuschauer persönlich am neuen Standort Mendig willkommen zu heißen. Sein 69. Sommer und das 30. Mal Rock am Ring, wie er sagt und er ist froh, dass das Festival nun „eine neue Heimat gefunden habe.“ Auch zur Organisation und den Problemen beim Camping teilt er mit, er habe sich selbst die Probleme hier beim ersten Mal angeschaut und es werde alles noch verbessert. Auch der Bürgermeister der Stadt Mendig kommt auf die Bühne und teilt seine Freude darüber mit, dass hier und heute Rock am Ring an seinem Heimatort stattfinde. Mit einem lauten „Rock On“ machen die beiden den Weg frei für das Opening der Donots.

DONOTS

Die DONOTS stürmen euphorisch und mit großem Beifall auf die Bühne. „Rock am Ring, siehst du gut aus“, bringt Sänger Ingo Donot als Erster überwältigt heraus. Doch ein ansonsten empfängt die Zuschauer ein eher untypisches Bühnenbild, denn im hinteren Bereich stehen gleich drei Schlagzeug-Sets. Und da betreten auch schon die beiden Aushilfs-Drummer „Vom Ritchie“ (Die Toten Hosen) und „Flo Weber“ (Sportfreunde Stiller) die Stage und begleiten den ersten Song mit viel Energie. Auch sonst sind die Donots ein wahrer Garant für Partystimmung und rockige Songs. Ihr neues Album „Karacho“, das als erstes in ihrem Repertoire komplett in deutsch ist, wird natürlich auch abgefeiert. Die Menge tobt, springt und tanzt. Was für ein Auftakt für Rock am Ring 2015.

*Hier seht ihr Gitarrist Guido Knollmann und Bassist Jan Dirk Poggemann von den DONOTS direkt im Anschluss ihres Auftritts im Interview!*

Bildergalerie: So waren die DONOTS live

BAD RELIGION

Wenn die Ur-Väter des Punkrock aus L.A. auf die Bühne gehen, sind ganze Generationen begeistert. Ihre Bandgeschichte reicht zurück bis in Jahr 1980 und so haben sie über die Zeit den Stil des Punkrocks entscheidend geprägt. Zur Feier des 30-jährigen Bestehen ging es auf große Welt-Tournee. Auch heute zeigen sie, auch nach drei Jahrzehnten und trotz Älterwerdens, dass sie die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Der Großteil ihrer Songs stammt vom letzten Album „True North“ und enthält kraftvolle aber auch melodische Nummern. Aber ihr legendärer „Punk-Rock-Song“ darf natürlich auch nicht fehlen.

Bildergalerie: So war BAD RELIGION live

A DAY TO REMEMBER

Die Show der fünfköpfigen Band aus Florida (USA) beschriebt man am besten folgender Maßen: eine Mischung aus Skate-Punk und Metal, dazu viel Action durch Springen und Rennen und als Sahnehäubchen wird alles untermalt von Pyrotechnik. Für sie steht auf der Bühne sozusagen eine kleine Extra-Bühne, auf der das Schlagzeug-Set Platz findet und wo seitlich die Jungs wie auf einer Rampe hochlaufen können. Ihr Songs klingen gleichermaßen hart wie melodisch, dass zeichnet A Day To Remember aus. Natürlich ist im Publikum ordentlich Stimmung und als Sänger Jeremy McKinnon dazu auffordert, schwappt eine Welle an Crowd-Surfern über die Köpf der Besucher.

Bildergalerie: So war A DAY TO REMEMBER live

BROILERS

Der Broilers Noir Beach Club ist eröffnet. Bambus-Matten, Cocktailbar und Strand-Flair zieren das Bühnenbilder der Düsseldorfer Punk-Rocker. Auf die Bühne kommen sie statt üblich zu fünft mit zwei zusätzlichen Trompete- bzw. Saxophon-Spielern. Wobei sich letztere gern mal im Wett-Streit duellieren. Derweil geht langsam die Sonne unter und versetzt die ganze Atmosphäre in ein tolles Dämmerlicht. Eine Stunde lang heizen Sänger Sammy Amara und seine Band dem Publikum ein.

Bildergalerie: So waren die BROILERS live

Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

RISE AGAINST

Zu letzt wurde die Hardcore-Rocker auf der Rock am Ring-Bühne im Jahr 2010 gefeiert. Die politisch-engagierte Truppe kommt auch heute wieder mit ihren Songs aus weltlichen Themen bestens an. Die ersten Circle-Pits formieren sich vor der Volcano-Stage. Satte 90 Minuten spielen die drei Musiker um Sänger Tim McIllrath und zerlegen dabei fast die Bühne. Lead-Gitarrist Zach Blair ist immer ganz vorn dabei, wenn es um wilde Posen und schnelle Gitarrenriffs geht. Aber auch die sanften Momente kehren Rise Against hervor, als „Hero of War“ gespielt wird.

Bildergalerie: So war RISE AIGAINST live:

DIE TOTEN HOSEN

Die Toten Hosen aus Düsseldorf gehören schon traditionell zu Rock am Ring und locken die wohl meisten Zuschauer vor die Hauptbühne. Dass bei ihrem Auftritt wahrlich die Sau rausgelassen wird, war klar. Campino rockt über die Bühne, springt meter hoch mit gegrätschten Beinen in die Höhe, nimmt ein Bad in der Zuschauermenge und klettert am Ende einen Mast hoch (nur wollte leider sein obligatorischer Bengalo nicht zünden) – und was bekommen sie dafür zurück? Einen laut feiernden Chor, der jeden ihrer Songs textsicher mitgröhlt. Doch dieses Konzert ist nicht nur ihr rockigster Auftritt denn je, es gibt auch sehr emotionale Momente. Für sie ist es das erste Mal Rock am Ring ohne Manager Jochen, der im Januar verstarb. Ihm zu Ehren gibt es den Song „Nur zu Besuch“. Auch für den aktuell gegen Krebs kämpfenden ehemaligen Schlagzeuger Wölli nahmen sich die Hosen Zeit. Sänger Campino filmte für ihn das Publikum per Videokamera und zum Song „Steh auf“ saßen erst alle Zuschauer am Boden und sprangen dann gemeinsam auf. Klassiker wie Bonnie und Clyde aber auch 10 kleine Jägermeister, das heute mal zu „7 fah’rn nach Mendig“ umgedichtet wird, werden vom Publikum ordentlich abgefeiert. Leider setzt während der Show der erste starke Regen ein. Und bei den später folgenden Auftritten bleibt es leider nicht nur beim Regen.

CLUESO

Die Fans von Clueso besetzen parallel zum Hosen-Auftritt die Crater Stage. Doch schwer ist es natürlich dagegen anzuspielen. Der Erfurter Clueso nimmt es locker und begeistert sein Publikum mit den typischen ruhigen Hits, geht aber auch gehörig ab, wenn die Gitarrensounds erklingen.

Bildergalerie: So war CLUESO live:

MARILYN MANSON

Das Comeback des Jahres feiert Düster-Rocker Marilyn Manson. Seit kurzem mit neuem Album „The Pale Emperor“ Auf dem Markt, gibt er viele Songs daraus zum Besten. Er ist wieder der Alte, vorbei die schlimme Zeit in der durch Alkohol und Drogen auf der Bühne keine gute Show mehr abgab. Im typischen Lack- und Leder-Look steht, kniet, tanzt und robbt der blasse Künstler samt Band auf der Bühne. Alle Songs, aber vorrangig seine Klassiker „Personal Jesus“ und „Sweet Dreams“ werden von seinen Fans, meist auch im Gothik-Look erschienen, mitgesungen. Wie immer beeindruckt Manson mit seiner Show, setzt aber gern nochmal einen drauf. So auch dieses Mal, er ritzt sich mit einer Bierflaschen-Scherbe selbst die Hand auf, blutet die Bühne voll und lässt sich danach hinter der Bühne erstmal verbinden. Direkt bei den ersten Klängen seiner Musik, zieht in der Ferne ein großes Unwetter herauf. Beschwört der Dunkle es etwa? Die ersten Blitze sind am Himmel zu sehen, so dass ein bizarres Schaubild entsteht. Leider nimmt das Gewitter später direkten Kurs auf Festival- und Campinggelände.

Bildergalerie: So war MARILYN MANSON live: