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Raw and Rowdy: Kraftvolle Performance von Limp Bizkit in Hamburg

Die Wiederauferstehung von Limp Bizkit needs to be studied. Es ist 2025, wir sind in der größten Konzertlocation (indoor) in Hamburg. Die Barclays Arena ist nahezu ausverkauft. Und das obwohl Limp Bizkit in den letzten 22 Jahren nur drei Studioalben veröffentlicht haben. An diesem Abend schafft es ein (!) Song dieser Alben auf die Setlist. Der Rest sind Klassiker der beiden Alben „Significant Other“ (1999) und „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ (2000) sowie Cover von diversen Musikern. Um die Band ist in den letzten Jahren ein neuer Hype entstanden. Generell ist Nu Metal wieder angesagt.

Es ist 21:30 Uhr in Hamburg und ein roter Vorhang verhüllt die Bühne, auf die Limp Bizkit gleich treten werden. Der Host der Tour, Joe Carnage, kommt auf die Bühne und versucht eine gute Stimmung zu verbreiten, wird letzten Endes aber mit Buh-Rufen und Becherwürfen von den Fans von der Bühne getrieben. Das sollte ein komödiantischer Einstieg für den Auftritt der Band sein, der – zumindest bei mir – eher für Verwirrung als Belustigung sorgte. Aber letzten Endes auch egal.

Wenig später standen Limp Bizkit auf der Bühne und starteten mit „9 Teen 90 Nine“ und dem Brecher „Break Stuff“ ins Set. Die Hamburger:innen waren angezündet, der Moshpit-Spaß eröffnet und die Band? Verbreitete eine gute Stimmung. Die „Looserville“-Tour war in Hamburg angekommen. Es folgte eine knapp 80 Minuten lange Reise in die Vergangenheit. Starker Fokus lag dabei auf dem 2000er Album „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“. Fred Durst klingt auch mit Mitte 50 noch wie früher, Wes Borland ist immer noch ein Gitarrenvirtuose und Drummer John Otto hält den Laden mit seinen energetischen und präzisen Drum Parts zusammen.

Und die (alten) Songs? Funktionieren noch wie damals. Vielleicht sogar besser. Mitte der 2000 Jahre war der Hype um die Band verflogen. Wes Borland war zwischenzeitlich aus- und wieder eingestiegen, 2004 wurde „The Unquestionable Truth (Part 1)“ veröffentlicht und es folgte eine Auszeit zwischen 2004 bis 2008. „Gold Cobra“ wurde 2011 veröffentlicht und danach gab es jahrelang Gerüchte um das Album, das niemals erschien: „Stampede of the Disco Elephants“. 2018 stieg auch DJ Lethal (der jahrelang nicht mehr Bestandteil der Band war) wieder ein und 2021 erschien statt „Stampede of the Disco Elephants“ das bisher letzte Studioalbum „Still Sucks“.

In den ganzen Jahren hat die Band sich verloren und wieder gefunden. Die Live-Auftritte machen der Formation wieder Spaß und auch die Begeisterung bei den Fans ist zurück. 25 Jahre nach „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ und dem Peak der Popularität in den in dieser Zeit ist die Band zurück auf den ganz großen Bühnen. In Hamburg kam das sehr gut an. Auch die Songauswahl wusste zu überzeugen. Wie immer bei Limp Bizkit Shows wurden auch eine ganze Reihe Songs gecovert. So gab es natürlich das „Behind Blue Eyes“-Cover von The Who, aber auch Ausschnitte von Metallica, Slayer und Ministry auf die Ohren. Eingebettet wurden die unterschiedlichen Cover in die gesamte Bandbreite an Hits, die die Band groß gemacht haben. „Nookie“, „My Way“, Take a Look Around“ und natürlich auch „Rollin* (Air Raid Vehicle).“

Kurz vor Ende der Show suchte Sänger Fred Durst nach Songvorschlägen im Publikum und fand einen Fan, der sich „Eat You Alive“ wünschte. Ein Song, den die Band nur noch selten live performt. Diese Songauswahl wurde von Fred lobend abgenickt. Ein zweiter Wunsch war „Faith“, das George Michael Cover, das quasi schon natürlich ins Repertoire gehört. Aber auch „Gold Cobra“ und „Counterfeit“ wurden sich gewünscht. Nach kurzer Abstimmung war klar: „Faint“ erhielt die lautesten Publikumsreaktionen und wurde performt, bevor die Hamburger:innen mit einem zweiten Mal „Break Stuff“ nach Hause geschickt wurden. Dafür forderte Fred die Veranstalter auf das gesamte Licht in der Arena anzuschalten, sodass die Band alle Hamurger:innen auch wirklich sehen konnten.

Es gab keine Zugabe und auch keine unnötig langen Anekdoten zwischen den Songs, sondern eine Limp Bizkit Show wie vor 25 Jahren. Damit besinnt sich die Band auf ihre Stärken und gibt den Fans was sie wollen. Denn mal ehrlich: An „Significant Other“ und „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ kommen die neuen Songs ohnehin nicht ran. Limp Bizkit sind wieder wer und das kann man nur begrüßen. Die Songs machen auch nach mehr als 20 Jahren noch Spass.

Limp Bizkit in Stuttgart: Never Out Of Style

Pünktlich zum Wochenende schlug die schon mehrmals verschobenen Limp Bizkit „Still Sucks“-Tour in der Stuttgarter Schleyerhalle auf. Das Set wurde von DJ Lethal an den Turntabels eröffnet. So richtig durch startete die Show allerdings erst mit den ersten Songs “Show Me What You Got”, “Out of Style” und “Pill Popper”. Direkt zu Anfang schon einmal zwei “neue” Songs rausgehauen. Mega gut. Insgesamt wurden an diesem Abend fünf nagelneue Songs zum Besten gegeben, die sich alle sehr gut in das Set einfügten. Bei „Barnacle“ gab es da vielleicht eine gewisse Gewöhnungsphase, nichtsdestotrotz waren die Besucher der Stuttgarter die Schleyehalle gut drauf.

Genau nach diesem Song ging es dann an den ersten Block mit Throwback Songs. “Alright Stuttgart, keep on Rollin Baby” – „Rollin“, „Hot Dog“, „My Generation“, „Livin‘ It Up“ und „My Way” brachten die Halle zurück in das Jahr 2000, als das Album „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ von Limp Bizkit gedropt wurde. Die Stimmung im Infield war sichtlich ausgelassen und da marschierte dann auch mal flink Frontmann Fred einfach durch die halbe Halle und ging auf Tuchfühlung mit den Fans. Besonders schön war es natürlich auch, John an den Drums wiederzusehen. Erwartet mächtig präsentierte sich Wes‘ Gitarrensound und das aktuelle Outfit des Gitarristen war auch wieder eine Augenweide.

Natürlich durften die angeteasten Coversongs nicht fehlen. Während Wes nach dem dritten Song schon kurz einmal „Master Of Puppets“ anspielte, folgte nun eine kleine Nirvana-Hommage mit “Heart Shaped Box” und “Smells Like Teen Spirit”. Sänger Fred Durst sagte begeistert: “I love me some Nirvana”. Es folgte “Eat You Alive, Gold Cobra” bevor “Nookie” von dem Album „Significant Other“ nach Freds Ansage regelrecht durch die PA flog. “Stuttgart, I promise I didn´t do it all for the Nookie!” Der Song “Re-Arranged” wurde auch auf dieser Tour dem fehlendem Bassisten Sam Rivers gewidmet. “We love you Sam!” Ansatzlos ging der Song kurz vor Ende in den Hit “Boiler” über, was mir sehr gut gefallen hat, denn dieser Song ist einer meine absoluten Lieblingssong von Limp Bizkit. “Take A Look Around” wurde kurzerhand Schauspieler Tom Cruise gewidmet und den Stuttgartern ohne Gnade um die Ohren geballert. Unterstützt wurde Durst an den Vocals vom Wargasm-Frontman Sam.

Der erste Teil der Show war vorbei und die Band kam schon nach kurz Zeit wieder, um für die Zugabe die Bühne zu entern. Nach ein paar Minuten und durch die Zuschauer animierten Gesänge, war die die Band super schnell zurück und das The Who-Cover “Behind Blue Eyes” wurde gespielt, bevor es mit “Dad Vibes” weiterging. “Für eine richtige Party brauchen wir George Michael“ – und das zweite Cover knallte aus den Boxen.

Danach ging das Hallenlicht an und Fred bedankte sich bei den Stuttgartern. Für viele das Zeichen, dass die Show vorbei war. Doch weit gefehlt. Die Band brachte beide Vorbands auf die Bühne und es wurde in der hell erleuchteten Halle der letzte Song des Abends abgeliefert. “Break Stuff”, ohne den es einfach nicht gegangen wäre, animierte die Zuschauer nochmal alles zugeben und es entwickeln sich Mosh Pits, es wird gepogt, gemosht, gesprungen und manch einer versuchte sich an etwas Break Dance. Nach etwas weniger als zwei Stunden war der Konzertabend vorbei und die Band verabschiedete sich endgültig von den Fans.

Ein wirklich grandioser Abend mit Songs, die irgendwie zeitlos sind. Zum Glück hatte sich Fred etwas von dem ganzen Dad Vibes-Thema verabschiedet. Stuttgart war in Partylaune, als wäre es 1999 gewesen und es machte Spaß mit Limp Bizkit, die immer noch wissen, wie man abliefert.

3 Deutschlandkonzerte – Limp Bizkit auf „Still Sucks“-Tour 2023

Coronabedingt als Nachholtermine, haben die New Metal-Ikonen um Frontmann Fred Durst nun für Frühjahr 2023 ihre Shows in Deutschland bekanntgegeben. Im März und April 2023 ist es endlich soweit, das Limp Bizkit zu ihrem aktuellen Album „Still Sucks“ am 30.03.23 in München (Zenith), am 31.03.23 in Stuttgart (Schleyer-Halle) und am 05.04.23 in Frankfurt (myticket Jahrhunderthalle) spielen können. Das ehemals für Hannover geplante Konzert kann leider aus Termingründen nicht nachgeholt werden. 

 Limp Bizkit gehören zu den innovativsten Bands ihres Genres und sind mit über 40 Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten dazu. Über 25 Jahre nach ihrer Gründung ist die Nu Metal-Legende noch immer ein Garant für ausverkaufte Hallen und schweißtreibende Live-Shows. Im Frühjahr 2023 wird das Quintett um Frontmann Fred Durst erneut für drei Headliner-Konzerte nach Deutschland kommen. 

So war das Full Force 2019: Ein bunter Strauss aus Core-Sounds

Bei brütender Hitze feierten 16.000 Fans der härteren Genres Metal, Hardcore und Punk beim Full Force Festival 2019 in der Eisenstadt Ferropolis. Das Kultfestival in Sachen „Core“ ging am idyllischen Gremminer See in seine 26. Runde. Am Donnerstag konnten sich die Besucher bei der Warm-Up Party in der Open Air-Disco mit Hits aus Hardcore, Metal und NDH in Stimmung für das bevorstehende Wochenende bringen. Von Freitag bis Sonntag fanden täglich unzählige Konzerte statt, die verteilt auf drei verschiedenen Bühnen liefen (Mad Max Mainstage, die Hardbowl Tentstage sowie die Medusa Seebühne direkt am Strand). Alles harmonisch integriert in die imposante Tagebau-Kulisse und mit jeder Menge Pyrotechnik ausgestattet. Musikalisch ging es natürlich in die Vollen, verschiedene Genre-Vertreter wie Limp Bizkit, Parkway Drive, Arch Enemy, Behemoth, Flogging Molly, Knorkator, Lamb Of God, Terror, Kadavar, Zeal and Ador, Jinjer, While She Sleeps und viele mehr sorgten an allen Festivaltagen für beeindruckende Shows, außergewöhnliche Klänge und ausdauernde Bühnenperformance.

In diesem Jahr bot das das Full Force Festival auch viel Neues zu entdecken und das nicht nur in Bezug auf das musikalische Programm. Themen wie Nachhaltigkeit und respektvoller Umgang miteinander aber vor allem mit dem Veranstaltungsort selbst, wurden in den Vordergrund gerückt und durch die Festivalbesucher positiv angenommen. Mit dem neuen Projekt (FAIR)OPOLIS haben Organisationen u. a. wie dem Foodsharing und der Hardcore Help Foundation einen Ort geschaffen, wo die Festivalfans auf Sitzbänken und Hängematten entspannen und sich über interessante Themen informieren sowie an Workshops teilnehmen konnten. Vor Ort sammelten Teams während der Festivaltage Müll ein. Die große Discokugel auf dem Gelände wurde mit Wasser gefüllt und versprühte eine willkommene Abkühlung beim Tanzen.

An den ersten zwei Festivaltagen sorgten zu wenig Shuttlebusse zum und vom Gelände weg für längere Wartezeiten und bei den hochsommerlichen Temperaturen scheuten viele den Fußweg von knapp 30 Minuten bis zum Zeltplatz. Am Sonntag entspannte sich die Shuttlesituation aber deutlich, es wurden mehr Busse eingesetzt.

Der direkt ans Festivalgelände angrenzende Gremminer See wurde natürlich täglich zum Baden (und vor allem auch zum Nacktbaden) genutzt. Die Hitze ließ bei vielen Besuchern Hemmungen und Hüllen gleichermaßen fallen. So wurden im Publikum doch recht häufig Männer auch nur mit Schuhen an den Füßen gesichtet.

Bands am Full Force 2019 Freitag:

Mit der Band Bleeding Through startete das Festivalprogramm am Freitagnachmittag um 16:00 Uhr auf der Mainstage. Die US-Metalcore-Band aus Orange County/Kalifornien, die seit 1999 existiert, bot eine Dreiviertelstunde lang ein energisches Startprogramm, um in Stimmung zu kommen. Die Band hatte einige Jahre Pause und kündigte in 2018 ihre Reunion und ein neues Album an. Beim Full Force 2019 konnte das Core-Sextett um Frontmann Brandan „Sheep“ Schieppati mit ihrer genialen Mischung der beiden Metalstile Death und Black Metal punkten.

Mit Wolfheart startete auch endlich das Programm auf der Seebühne. Was hätte man sich bei den heißen Temperaturen besseres wünschen können, als direkt am Badesee mit Strand die besten Sounds des Tages zu genießen. Leider musste die Band aus Finnland mit Startschwierigkeiten beim Sound loslegen, zum Glück ging es dann aber schnell besser weiter. Tuomas Saukkonen und seine vier Mannen gaben alles an der doomlastigen Metalfront – ein atmosphärisches, emotionales und melodisches Konzerterlebnis.

Zurück auf der Hauptbühne ertönten kaum die ersten Klänge durch die Boxen, schon konnte man beim Auftritt von Any Given Day die ersten Crowdsurfer beobachten. Aber auch sonst gab es Pits wohin das Auge reichte. Die deutschen Metaller sorgten unaufhörlich, u.a. mit grandiosen Hits wie „Home Is Where The Heart Is“ dafür, dass die Securitys vor der Bühne kaum eine Atempause hatten. Fünf progressive Musiker, die vor allem an der Front mit Dennis Diehl eine starke Besetzung vorweisen konnten und durch die tief gestimmten Gitarren und schmetternden Drums die Hölle im Field losbrechen ließen.

Was Bewegung auf der Bühne angeht konnten sich jede Menge Bands etwas von Sick of it All abschneiden. Die NYC-Hardcore Band sprang wie wild über die Mainstage als gäbe es kein morgen. Vor der Bühne war der Hitze geschuldet zuerst wenig los, was sich nach einer Bemerkung von Sänger Lou und dem ersten ihrer energiegeladenen Klassiker schnell änderte. Danach sprangen Band und Publikum nahezu um die Wette und machten die Show zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Kein Wunder, denn 30 Jahre lang brettern Sick of It All schon erfolgreich durch die Hardcore-Landschaft.

Mit den Black Metallern von Behemoth ging die Mainstage wortwörtlich in Flammen auf. Die polnische Band um Frontmann  Adam Darski („Nergal“) zeigte direkt im Intro mit Fackeln, in welche Richtung es gehen würde. Feuersäulen bzw. Feuerbällen, brennende Mikros und ein regelrechtes Flammenmeer gab es hier zu bestaunen. Und das bei den bereits sommerlich-hohen Temperaturen. Mit neuen wie auch altbekannten Songs ließen Behemoth und vor allem Nergal in perfekter, düsterer Inszenierung und mit Kunstblut ihre großartige Musikmischung aus epischem Black Metal, atmosphärischer Schwarzkunst und Gothic-Rock auf das Publikum einprasseln.

Was das Finale am Freitagabend auf der Mainstage anging, war das nichts für zarte Ohren. Dort gaben sich die Australier von Parkway Drive die Ehre. Ihr Sound hatte es in sich – Hardcore, Death Metal, Metalcore, im proppenvollen Infield warteten die Zuschauer willig, um sich eine Rundum-Schelle von den fünf Down Under-Dudes abzuholen. Frontmann Winston stellte wieder einmal unter Beweis, wie vielseitig er ist und das er seiner Rolle als Vokalist ernst nahm. Hinzu kam die perfekt eingewobene Instrumentalisierung, die mit voller Wucht in Ohren und Herzen der Zuschauer ballerte. Die Truppe ließ es krachen und schonte die feierwütige Meute vor der Bühne keine Sekunde.

Full Force 2020: Infos + Tickets

Reload Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

Sommer, Sonne, nackte Haut, und das Ganze begleitet von erbarmungslosen Gitarrenriffs, lauten Beats und provokanten Gesängen. Dass Festivalbesucher auf so etwas abfahren, zeigen die offiziellen Besucherzahlen des diesjährigen Reload Festivals in Sulingen eindeutig. Zum Vorjahr hat sich die Zahl nämlich verdoppelt. Trotz der Anreise-Strapazen und fehlenden freien Zeltplätzen, was die Organisation schnell in den Griff bekam, knackt das Reload  Festival 2016 nach Aussage der Pressesprecher die 10.000 Besucher-Marke. Hohe Ziele sind auch direkt für das nächste Jahr seitens der Organisation gesteckt worden, denn für den Zeitraum vom 25. – 26. August 2017 soll es nochmal einen Zuschlag für die Zuschauermenge geben – Respekt! Unter den ersten Band-Bestätigungen sind Caliban, Mr. Irish Bastard und der erste Headliner ist Amon Amarth. Der Vorverkauf hat bereits gestartet.

Den Startschuss für das Reload Festival 2016 liefert am frühen Freitag nachmittag die aufstrebende Band Steak Number Eight aus Belgien mit sehr eigenem, aber interessant gestaltetem Postmetal. Mit im Gepäck hat das Quartett ihr neues Album „Kosmokoma“, dass sie übrigens jetzt im September auf Tour durch Deutschland näher vorstellen. Gleich darauf folgt die Band Fjørt mit brachialem, deutschsprachigen Post-Hardcore aus Aachen. Das Trio mit Sänger Chris Hell an der Front, erteilt den Zuschauern eine denkwürdige Lektion in klanggewaltigem Exorzismus.

Bildergalerie: So war STEAK NUMBER 8 live

Bildergalerie: So war FJØRT live

Mit Dog Eat Dog betritt dann eine echte Legende und Wegbereiter für den modernen Cross Over die Bühne. DED mixen seit über 25 Jahren gekonnt verschiedene Stile wie Hardcore, Punk, Rap und Metal, bei denen der Tanz- und Mitsingfaktor durchweg groß ist. Die fünf Herren aus New Jersey/USA spielen ihr Set souverän und zu keiner Minute merkt man, dass sie nicht mehr die Jüngsten sind.

Bildergalerie: So war DOG EAT DOG live

Die unangefochtene Nummer eins in Sachen modernem Melodic Hardcore sind Comeback Kid aus Kanada. Das Infield wird regelrecht von einer geballten Ladung Aggression und Energie überrollt, was die zahlreichen Besucher mit wilder Feierei auch gebührend würdigen. Ihr wahres Potential kann sich bei so einem Live-Auftritt einfach am besten entfalten

Bildergalerie: So war COMEBACK KID live

Und weiter geht es im Hardcore-Genre. Stick To Your Guns aus Orange County/USA schlagen in die gleiche Kerbe die zuvor spielenden Kanadier. Da steht pure Eskalation auf dem Plan, wenn Frontmann Jesse Barnett ins Mikro brüllt. Gleichzeitig melodiös und aggressiv sind die Songs, die einem da um die Ohren fliegen. Und obwohl erst vier Bands gespielt haben, sind die Zuschauer bereits in voller Fahrt.

Bildergalerie: So war STICK TO YOUR GUNS live

Agnostic Front, DIE Hardcore-Band überhaupt aus New York/USA, erhöht den Kult-Status  heute beim Reload Festival gleich mal um das X-Fache. Ihre Mischung aus Hardcore und Punk bekommen die „alten Herren“ live einfach unglaublich hin. Wobei Kompromisse oder Spielereien eben einfach nicht ihr Ding sind. Macht aber auch nichts, wenn jeder Ton am rechten Platz ist. Und welcher Genre-Fan die Gassenhauer wie „Gotta Go“ oder „For My Family“ noch nicht kennt, bekommt sie jetzt aber volle Breitseite.

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Nun sind die Emil Bulls aus München an der Reihe, und so gleich wird es deutlich metallischer. An Bühnenerfahrung mangelt es dem Quintett nicht. Sie blicken schließlich auf 20 Jahre im Business zurück. Und sie kennen keine Gnade, wenn die Double-Bass im fliegenden Wechsel mit den Gitarrenriffs losdonnern. Frontmann Christoph von Freydorf liefert dazu Erste-Sahne Growls. Aber diese Fünf können nicht nur knüppelhart, denn da schleichen sich immer wieder sauber ins Ohr flutschende Refrains und hüftkompatible Riffs dazwischen. 

Bildergalerie: So war EMIL BULLS live

Die Angstfabrik aus L.A. Fear Factory erhöht das Metal-Level abermals. 26 Jahre geballte Aggression und Zerstörungswut spielen hier auf und prügeln auch wirklich alles, was das Metalgenre zu bieten hat, den zahllosen Zuschauern entgegen. Und das alles in Form von mitreißenden Refrains, eingängigen Melodien und Maschinengewehr-Drumattacken. Der Abriss ist damit schon fast am Tages-Höhepunkt angekommen.

Bildergalerie: So war FEAR FACTORY live

Arch Enemy aus Schweden sind die Nächsten im Line Up. Was soll man zu ihnen sagen? Sie segeln unaufhörlich gen Melodic Death Metal-Flaggschiff. Live demonstrieren die Skandinavier einmal mehr, wie sie in den letzten Jahren ihren Erfolg kontinuierlich ausgebaut haben. Bei dieser Band stimmt einfach alles! Absolut sauber und präzise zocken sie ihr Set herunter, wobei Alissa White-Gluz natürlich auch viele optische Reize schafft. Endlich mal eine Frau an der Front!

Bildergalerie: So war ARCH ENEMY live

Hatebreed betreten die Bühne und was man von den Amerikaner stets gewohnt ist, bekommt man auch hier zu sehen und zu hören: Hardcore ohne Schnörkel und Kompromisse. Bei „Born To Bleed“ oder „Destroy Everything“ bebt die Erde regelrecht. Jamey Jastas derbe Shouts, dazu Killerriffs, Breakdowns und Doublebase-Salven sind das Markenzeichen dieser Band. Seit mehr als 22 Jahren existiert die Band und dass sie nicht nur in der USA eine wirkliche Größe sind, zeigen ihre meist ausverkauften Konzerte und die Begeisterung in den Gesichtern der Reload-Zuschauer.

Bildergalerie: So war HATEBREED live

Limp Bizkit entwickelten sich kurz vor der Jahrtausendwende zu einer der weltweit erfolgreichsten Nu-Metal-Bands. Nachdem es dann etwas ruhig um den US-Fünfer wurde, treten sie aktuell wieder öfter als Festival-Headliner auf den Plan. Fred Durst ist immernoch ganz Rampensau und augenscheinlich fitter als je zuvor. Gitarrist Wes Borland präsentiert sich wie eh und je im extravaganten Look, ganz in weiß und mit Totenmaske als Make Up. Limp Bizkit lassen es krachen und geben dem Nu-Metal seine Kraft in vollem Glanz zurück. Zeitweise scheint die Show leider etwas improvisiert und die Menge an Einspielern und Coverhits wie „Killing in the Name“ (Rage Against the Machine) oder „Smells Like Teen Spirit“ (Nirvana) verleiten zum Gedanken, dass fast mehr Cover als eigene Songs gespielt werden.

Bildergalerie: So war LIMP BIZKIT live

Hier geht es zum Bericht: „Reload Festival 2016 –Tag 2

Chiemsee Summer 2016 –Tag 1: Das ging ab am Mittwoch

Vier Tage vollgepackt mit allem was das musikalische Herz begehrt beim Chiemsee Summer 2016 – von Reggae über Hip-Hop bis Rock und Elektro ist in der alpinen Berglandschaft von Übersee wieder einiges geboten. Absaufen wird dieses von FKP Scorpio veranstaltete Festival sicher nicht. Das ungeschriebene Gesetz wird die nächsten Tage „weniger ist mehr“ lauten.

Mädels flanieren tagsüber im Bikini über den Campingplatz, Jungs in Lederhosen-Badeshorts. Pools werden aufgestellt und wie in der Savanne gibt es ein reges Treiben am Wasserloch – pardon, an der Wasserstelle. Schatten? Wo ist hier Schatten? Bei Temperaturen um die 30 Grad-Marke fällt es dem Chiemsee Summer 2016 schwer, Besucher auf das Festivalgelände zu bewegen. Der nahliegende Chiemsee ist nachmittags das beliebteste Reiseziel. Andere hängen lieber am Fluss hinter den Campingplätzen ab. Wer mag es ihnen verdenken? Ein bisschen was von dem Geschehen auf dem Festivalgelände bekommt man ja auch hier mit.

Wer sich trotz der brütenden Hitze schon auf das Gelände traut, wird mit einem genre-übergreifenden Paket belohnt, das nur darauf wartet geöffnet zu werden. Verpackt sind die 257ers, Sum 41, Limp Bizkit und The Prodigy. Wenn das mal kein ordentlicher Start für den Chiemsee Summer 2016 ist.

SUM 41

Sum 41 nehmen dieses Jahr gefühlt jedes Festival in Deutschland mit. Am besten hätten sie ihren Auftritt von der Hauptbühne an das Ufer des Flusses verlegt. Der partytaugliche Punk-Rock der vier Jungs aus Kanada eignet sich perfekt für ausartende Beachpartys. Auch auf der Hauptbühne machen sie ordentlich Welle, auch wenn das Publikum leider noch sehr überschaubar ist. Extrem hohe Temperaturen sind genauso unpraktisch für ein Festival wie Wolkenbrüche. Die Crowd, die sich auf das Gelände gewagt hat, feiert aber kräftig mit. Moshpits entstehen, es wird gepogt und lauthals mitgegröhlt. „Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsteil des Auftritts“, kreischt Sänger Deryck Whibley in sein Mikrofon und bittet zugleich drei Fans zu sich auf die Bühne, um das Konzert von dort oben zu erleben. Ohne Fans stünde keine Band dort, wo sie steht. Das ist wohl die kanadische Art um sich zu bedanken.

Bildergalerie: So war SUM 41 live

LIMP BIZKIT

Bereits sehr früh hat sich ein heftiges Bass-Gewitter angekündigt, das gegen Abend das Festival heimsuchen wird. Über eine Evakuierung wurde von Seiten der Veranstalter aber niemals nachgedacht. Statt einem Donnergrollen gibt es nur ein paar ganz ruhige Sätze, gesprochen von Limp Bizkits Frontmann Fred Durst: „Alright Partner, keep on rollin Baby. You know what time it is“. Die Menge rastet völlig aus. Keiner steht mehr mit beiden Beinen auf dem Boden. Arme fliegen in die Luft. Jeder schreit den Text von „Rollin’“ mit und der Bass drückt das Trommelfell immer weiter in den Gehörgang rein. Sicher mögen die US-Amerikaner nicht mehr die jüngsten sein und es wäre auch mal wieder Zeit für einen Welthit, aber die Crowd bringen sie einfach jedes Mal zum Ausrasten. Mit dem Cover von „Behind blue eyes“ überzeugen sie auf wunderbare Weise, dass sie auch die ruhigere Gangart sicher beherrschen. Unzählige Feuerzeuge leuchten auf und manches Auge wird feucht.

Bildergalerie: So war LIMP BIZKIT live

THE PRODIGY

Das „Gewitter“ wird stärker. Grelle Lichtblitze zucken über die Bühne. Schnelle Synthesizer-Klänge gepaart mit Techno-Beats ertönen. Was von Limp Bizkit übrig gelassen wurde, wird jetzt von The Prodigy völlig zerstört. Die Engländer brennen ein wahres Feuerwerk ab und die tanzende Meute dankt es ihnen von Herzen. Sie spielen sich quer durch die langjährige Diskografie. Für junge und ältere Fans wird etwas geboten, aber die jüngeren Fans kennen natürlich auch die alten Tracks. Der Chiemsee Summer verwandelt sich binnen Sekunden zu einem riesigen Rave. Alles spricht für einen würdigen Abschluss des ersten Festivaltags.

Bildergalerie: So war THE PRODIGY live

Danke an:
Lukas Seufert für Bilder und Text

Hier geht’s lang zum Bericht: „Chiemsee Summer 2016 – Tag 2
Chiemsee Summer 2016 – Tag 3“ und „Chiemsee Summer 2016 – Tag 4

Highfield Festival 2016 –Tag 1: Das ging ab am Freitag

35.000 Menschen pilgerten am dritten August-Wochenende nach Sachsen zum idyllischen Störmthaler See bei Leipzig. Das Gelände, alles Ackerflächen, nahe der S 242 bei Großpösna wurde wie jedes Jahr zu riesigen Camping- und Parkflächen umfunktioniert. Wettertechnisch stand das Highfield Festival unter einem guten Stern, denn im Gegensatz zu einigen seiner Festival-Kollegen die abgesoffen sind oder gar abgesagt werden mussten, erfreute man sich hier über strahlenden Sonnenschein – (fast) drei Tage lang. Lediglich rund um das viel erwartete Headliner-Konzert von Rammstein am Samstag, regnete es. Man sollte meinen, bei so einer Wetterlage gibt es nix zu meckern, leider machte sich aber die Trockenheit in Form eines großen Staubproblems bemerkbar (#staubfield). Autos und Zelte wurden darunter begraben und die Besucher (wer konnte) behalfen sich mit Schutzmasken. Dafür lockte die Hitze täglich viele Besucher zum Highfield Beach, aber ohne lange schlange stehen ging leider nichts. Man musste Geduld mitbringen. Musikalisch präsentierte das Highfield Festival 2016 eine bunt gemischte Bandauswahl, die von Metal (Heaven Shall Burn) über Rock (Eagles of Death Metal) bis hin zu Electro (Scooter) oder Rap (Deichkind) reichte. Publikumsmagnet Rammstein wurde am Samstag als absolutes Highlight gehandelt und zog auch viele Rammstein-Fans aus dem Ausland an.

SUM 41

Es ist erstaunlich, mit was für einer Kreativität und Energie Sum 41 auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte ans Werk gehen und ihre energiegeladenen Punkrock-Hymnen auf die Massen abfeuern. Am frühen Nachmittag ist das kanadische Quintettmit ihrem hochexplosiven Gemisch aus rasend schnellen Riffs und Mitsingmelodien auf der Green Stage ein gern gesehener Gast. Vor der Bühne ist es voll  und egal ob Rock-, Punk- oder auch Metal-Fans, Sum 41 bringen die Zuschauer schnell auf Hochtouren. „All Killer No Filler“ war damals der Titel ihres furiosen Debüts und gibt eindeutig auch heute noch die Marschrichtung für ihre energiegeladene Live-Show an.

Bildergalerie: So war SUM 41 live

SKUNK ANANSIE

Am Freitag Abend tritt in der Abenddämmerung auch mal eine energiegeladene Frau aufs Parkett. Es ist einer der seltenen Auftritte von Skunk Anansie mit Deborah Anne Dyer aka. Skin an der Spitze. Die charismatische bisexuelle Frontfrau hat ein explosives Temperament und steht absolut im Mittelpunkt. Textlich und musikalisch fährt das britische Quintett gern starke Geschütze auf – Politik, Rassen- oder Geschlechter-Diskriminierung sind Bestandteile ihrer Songs sowie der außergewöhnliche Rock-Stil, der durch Skins harte Stimme bestens zur Geltung kommt. Die Nähe zu den Fans steht für die flippige Skin neben witzigen Grimassen, quietschigen Outfits und zappelig-wildem Tanz an erster Stelle. Sie rückt mehrfach vorn an den Bühnenrand und springt ins Field um sich von den vielen Händen durch die Menge tragen zu lassen.

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OLLI SCHULZ

Großer Andrang vor der Blue Stage bei Olli Schulz, obwohl parallel Skunk Anansie über die Hauptbühne rocken. Der Entertainer ist beliebt und bekannt aus dem Fernsehen (Circus Halli Galli) und aus seiner Radio-Show mit Jan Böhmermann. Zwischen poppiger, handgemachter Musik baut Olli immer wieder unterhaltsame Geschichten ins Set ein. Er ist ein wahrer Entertainer und macht sich selbst und seine Backing Band auch gerne mal zum Opfer seiner Witze. Musikalisch wird gespielt, was Olli selbst gut gefällt und dabei schreckt er auch nicht zurück, Ikonen wie U2 charmant zu covern. Oben drauf fliegt Konfetti durch die Menge und die Stimmung ist einfach ausgelassen.

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HEAVEN SHALL BURN

Die wichtigsten deutschen Metalcore-Vertreter rund um Frontmann Marcus Bischoff stammen aus Saalfeld und spielen hier sozusagen ein Heimspiel. Bekannt ist die fünfköpfige Band aber vor allem für ihre unglaublich Live-Energie. Das Bühnenbild droht an, man befinde sich mitten im Kriegsgebiet. Die schnellen Gitarrenriffs, Bischoffs harte, tiefe Shouts und dazu ballernde Pyros rollen regelrecht über einen hinweg. Im Infield bildet sich ein riesiger Mosh Pit und die trockene Erde auf dem Festivalgelände wirbelt zu einer großen Staubwolke auf. (#staubfield16) Sänger Bischoff steht binnen kurzer Zeit im Schweiß, einerseits knallt die Abendsonne herunter und dazu lässt er (auch mit Kurzhaarschnitt) mit den Kollegen – metaltypisch – die Haare fliegen. Heaven Shall Burn haben für den 16.9.2016 ihr neues Album „Wanderer“ samt Clubtour angekündigt.

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WANDA

Die Wiener Gruppe Wanda tauchte wie aus dem Nichts auf, schafft es innerhalb von zwölf Monaten mit ‚Amore’ ein eigenes Schlagwort ins Wörterbuch der deutschen Popkultur zu schreiben und das gleichnamige Album auf Platinlevel hochzuspielen. Nur knapp ein Jahr nach dem Debüt legt die Wiener Vorstadtband schon ihr zweites Album vor. ‚Bussi’ führt fort, was auf Amore begonnen wurde. Nicht zuletzt, weil das Songwriting nicht in den Wirren von Tourbus, Kater und Soundcheck zusammengestückelt wurde, sondern schon vor dem großen Inferno entstand. Wanda haben inzwischen mehr als hundert Konzerte gespielt und sorgen auch beim Highfield Festival für ganz viel Amore.

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LIMP BIZKIT

Kurz vor der Jahrtausendwende entwickelten sich Limp Bizkit zu einer der weltweit erfolgreichsten Nu-Metal-Bands. Nachdem es eine lange Zeit ruhig um den amerikanischen Fünfer war, treten sie in diesem Jahr wieder öfter als Festival-Headliner auf den Plan. Fred Durst ist nach wie vor eine Rampensau und augenscheinlich agiler als vielleicht sogar zwei Dekaden zuvor. Im lässigen Kapuzen-Outfit fegt er kreuz und quer über die Bühne. Gitarrist Wes Borland präsentiert sich wie schon in früheren Jahren im extravaganten Look, ganz in weiß und mit Totenmaske als Make Up. Musikalisch lassen es Limp Bizkit krachen und geben dem Nu-Metal seine Kraft in vollem Glanz zurück. Streckenweise wirkt die Show allerdings improvisiert und die Masse an Einspielern und Coversongs wie „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine oder „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana verleiten zu dem Gedanken, dass mehr Cover als eigene Songs gespielt werden.

Bildergalerie: So war LIMP BIZKIT live

SCOOTER

Nach Limp Bizkit steht schnell gefühlt alle Festivalbesucher  wegen Scooter dicht gedrängelt vor der Blue Stage. Los geht es direkt mit knallender Pyrotechnik. Open Air gibt es da ja  keinerlei Grenzen für Scooter. Gerade erst erschien von Scooter das neue Album „ACE“. Darauf wagt die Band im 23. Jahr ihres Bestehens noch einmal alles. Der Abschied von Gründungsmitglied Rick J. Jordan hatte damals eine große Lücke im Bandgefüge hinterlassen und H.P. Baxxter sah sich als „Maximo Leader“  und einziges verbliebenes Mitglied der Ur-Besetzung mit einem Mal mit noch größerer musikalischer Autorität ausgestattet als zuvor. 23 Top Ten-Hits, 30 Millionen verkaufte Tonträger und über 90 Gold- und Platin-Awards weltweit. H.P. fand mit Phil Speiser als dritten im Bunde und an den Synthesizern einen neuen Mitstreiter, der sich so stark in der Gegenwart der Produktionstechnik bewegte, dass jedes Arbeiten an einem neuen Track zu einem Sparring wie beim Boxen wurde. Innerhalb der Band entstand eine neue Dynamik und musikalische Dreiecksbeziehung, in der sich der Wunsch nach Neuerungen gegenüber der Forderung vieler Fans, es möge alles beim Alten bleiben, durchsetzen konnte. All die alten Klassiker wie Hyper, Hyper oder Maria“ werden auf dem gesamten Field mitgesummt und gebrüllt. Dazu wummert der Bass im Bauch und die flotten Beats verleiten zum Tanzen. Scooter veranlassen eine riesige Techno-Party auf der Highfield-Bühne, bei der wirklich jeder an diesem Abend mitfeiert.

Bildergalerie: So war SCOOTER live

Hier geht es zum Bericht: Highfield Festival 2016 – Tag 2 und
Highfield Festival 2016 – Tag 3

Limp Bizkit in Hannover: „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water” Nostalgie-Konzert

Kurz vor der Jahrtausendwende entwickelten sich Limp Bizkit zu einer der weltweit erfolgreichsten Nu-Metal-Bands. Nachdem es eine lange Zeit ruhig um den amerikanischen Fünfer war, bespielten sie im Zuge ihrer Deutschlandtour am 25. August die Gilde-Parkbühne in Hannover. Im Schlepptau hatten Limp Bizkit die österreichische Progressive-Rock-Band Mother’s Cake.

Vor Beginn der Show gab es auffällig viele Fragen und vielleicht auch den ein oder anderen Zweifel aus dem Publikum. Wird ein Großteil der Limp Bizkit Tophits gespielt werden oder ist es doch eine Art Release – Tour zum vielleicht bald erscheinende Album „Stampede of the Disco Elephants“ und kann Fred Durst denn überhaupt noch an sein Energielevel von vor gut zwanzig Jahren anknüpfen?

Dazu sei gleich gesagt: Fred Durst ist nach wie vor eine Rampensau vor dem Herrn und augenscheinlich agiler als vielleicht sogar zwei Dekaden zuvor. Im lässigen Kapuzenoutfit, mit großzügig geschnittenem Hoodie und gemütlicher Baggy fegt er kreuz und quer über die Bühne, taucht im Publikum ab und holt mehr als eine Handvoll Fans zu sich, um sich gemeinsam zu einer musikalischen Zeitreise in die späten 90er zu machen. Es scheint, als würden sie ein „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ Nostalgie-Konzert veranstalten.

„Hands up, now hands down. Back up, back up, tell me what you’re gonna do now!”. Pünktlich um 21:15 Uhr fällt der Startschuss und das Publikum reagiert von der ersten Sekunde an mit der typischen Limp Bizkit-Armschwenkbewegung zu Rollin‘ (Air Raid Vehicle). Es ist ordentlich was los! Selbst auf der sonst eher ruhig wirkenden Tribüne sieht man etliche Basecaps im Limp Bizkit-Style wild durch die Luft wirbeln. „How are you feeling everybody? Rock to the Limp Bizkit Party!” Fred Durst wirkt zufrieden. Mehrmals betont er „tonight is unforgettable and really amazing“, fordert Freibier für alle und scheint das Infield voll im Blick zu haben. Als ein Fan versucht über den Graben die Bühne zu erklimmen und von den Ordnern zurückgewiesen wird, greift Durst ein und ermöglicht ihm gemeinsam mit seinem Idol die Bühne zu rocken.

Musikalisch lassen es Limp Bizkit ordentlich krachen und geben dem Nu-Metal seine Kraft in voller Gänze zurück. Es ist wohl kaum einer unter den Gästen, der durch diese perfekt aufeinander abgestimmte Band nicht angesteckt werden kann. Es macht schon Eindruck, wenn rund 3.000 vom Altersschnitt bunt durchmischte Besucher nahezu jeden Song dieses Abends mitsingen können, verdeutlicht aber auch, dass außer „Eat you alive“ und „Gold Cobra“ ausschließlich Klassiker der Alben „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ und „Significant Other“ gespielt werden. Streckenweise wirkt es improvisiert auf der Bühne und die Masse an Einspielern und Coversongs wie „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine oder Smells Like Teen Spirit von Nirvana verleiten zu dem Gedanken, dass mehr Cover als eigene Songs gespielt werden. Andererseits ist es beruhigend zu sehen, dass Limp Bizkit das machen worauf sie Lust haben. Das Sing-along Cover „Behind blue eyes” von The Who bricht Fred Durst nach wenigen Zeilen ab und entschuldigt sich mit einem mit Sicherheit liebevoll gemeinten: „Sorry, but fuck you!“. Wes Boreland übernimmt und gröhlt schön schief weiter.

Am Ende dieser beeindruckenden Show, werden die überwiegend glücklich wirkenden Besucher ohne Zugabe, aber unter den Klängen des Bee Gees Klassikers „Stayin‘ Alive“ nach Hause geleitet.

Bildergalerie: So war Limp Bizkit in Hannover 2015

Danke an Maria Graul für Bilder und Text.