Limp Bizkit in Hannover: „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water” Nostalgie-Konzert


Limp Bizkit Hannover 2015

Kurz vor der Jahrtausendwende entwickelten sich Limp Bizkit zu einer der weltweit erfolgreichsten Nu-Metal-Bands. Nachdem es eine lange Zeit ruhig um den amerikanischen Fünfer war, bespielten sie im Zuge ihrer Deutschlandtour am 25. August die Gilde-Parkbühne in Hannover. Im Schlepptau hatten Limp Bizkit die österreichische Progressive-Rock-Band Mother’s Cake.

Vor Beginn der Show gab es auffällig viele Fragen und vielleicht auch den ein oder anderen Zweifel aus dem Publikum. Wird ein Großteil der Limp Bizkit Tophits gespielt werden oder ist es doch eine Art Release – Tour zum vielleicht bald erscheinende Album „Stampede of the Disco Elephants“ und kann Fred Durst denn überhaupt noch an sein Energielevel von vor gut zwanzig Jahren anknüpfen?

Dazu sei gleich gesagt: Fred Durst ist nach wie vor eine Rampensau vor dem Herrn und augenscheinlich agiler als vielleicht sogar zwei Dekaden zuvor. Im lässigen Kapuzenoutfit, mit großzügig geschnittenem Hoodie und gemütlicher Baggy fegt er kreuz und quer über die Bühne, taucht im Publikum ab und holt mehr als eine Handvoll Fans zu sich, um sich gemeinsam zu einer musikalischen Zeitreise in die späten 90er zu machen. Es scheint, als würden sie ein „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ Nostalgie-Konzert veranstalten.

„Hands up, now hands down. Back up, back up, tell me what you’re gonna do now!”. Pünktlich um 21:15 Uhr fällt der Startschuss und das Publikum reagiert von der ersten Sekunde an mit der typischen Limp Bizkit-Armschwenkbewegung zu Rollin‘ (Air Raid Vehicle). Es ist ordentlich was los! Selbst auf der sonst eher ruhig wirkenden Tribüne sieht man etliche Basecaps im Limp Bizkit-Style wild durch die Luft wirbeln. „How are you feeling everybody? Rock to the Limp Bizkit Party!” Fred Durst wirkt zufrieden. Mehrmals betont er „tonight is unforgettable and really amazing“, fordert Freibier für alle und scheint das Infield voll im Blick zu haben. Als ein Fan versucht über den Graben die Bühne zu erklimmen und von den Ordnern zurückgewiesen wird, greift Durst ein und ermöglicht ihm gemeinsam mit seinem Idol die Bühne zu rocken.

Musikalisch lassen es Limp Bizkit ordentlich krachen und geben dem Nu-Metal seine Kraft in voller Gänze zurück. Es ist wohl kaum einer unter den Gästen, der durch diese perfekt aufeinander abgestimmte Band nicht angesteckt werden kann. Es macht schon Eindruck, wenn rund 3.000 vom Altersschnitt bunt durchmischte Besucher nahezu jeden Song dieses Abends mitsingen können, verdeutlicht aber auch, dass außer „Eat you alive“ und „Gold Cobra“ ausschließlich Klassiker der Alben „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ und „Significant Other“ gespielt werden. Streckenweise wirkt es improvisiert auf der Bühne und die Masse an Einspielern und Coversongs wie „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine oder Smells Like Teen Spirit von Nirvana verleiten zu dem Gedanken, dass mehr Cover als eigene Songs gespielt werden. Andererseits ist es beruhigend zu sehen, dass Limp Bizkit das machen worauf sie Lust haben. Das Sing-along Cover „Behind blue eyes” von The Who bricht Fred Durst nach wenigen Zeilen ab und entschuldigt sich mit einem mit Sicherheit liebevoll gemeinten: „Sorry, but fuck you!“. Wes Boreland übernimmt und gröhlt schön schief weiter.

Am Ende dieser beeindruckenden Show, werden die überwiegend glücklich wirkenden Besucher ohne Zugabe, aber unter den Klängen des Bee Gees Klassikers „Stayin‘ Alive“ nach Hause geleitet.

Bildergalerie: So war Limp Bizkit in Hannover 2015

Danke an Maria Graul für Bilder und Text.