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Thrash-Inferno in Hamburg: Kreator reißen mit Gepäck die Bühne nieder

Am Freitagabend, pünktlich zum Start ins Wochenende, fand in der Inselpark Arena in Hamburg ein hochkarätig besetztes Metalkonzert mit Nails, Exodus, Carcass und Kreator statt.

Bereits vor Beginn hielten sich zahlreiche Metalheads vor der Halle auf, während sich im inneren Bereich lange Schlangen am Merchandising-Stand bildeten. Die T-Shirts kosteten diesmal stolze 35 Euro. Die Show war nicht ausverkauft, weshalb die Arena als sogenannte „Blackbox“ genutzt wurde und viele Sitzplätze gesperrt blieben. Zu Beginn war die Halle dennoch zu etwa 75 % gefüllt.

Nails

Den Auftakt machten die Band Nails aus Kalifornien, die mit ihrem extremen Sound überzeugten. Stilistisch bewegte sich ihr Auftritt zwischen brutalem Death Metal und technisch anspruchsvollen Grindcore-Elementen. Trotz ihrer minimalistischen Besetzung als Trio lieferten sie eine enorm druckvolle Performance ab. Besonders der Schlagzeuger stach durch seine Präzision und Energie hervor. Nach rund 30 Minuten intensiver Nackengymnastik war das Publikum bestens aufgewärmt und bereit für den nächsten Act.

Exodus

Pünktlich um 19:10 Uhr erklang als Intro „We Will Rock You“ von Queen, was die Stimmung im Publikum spürbar anheizte. Kurz darauf betraten Exodus – erneut mit Rob Dukes am Gesang – die Bühne, um ihr neues Album „Goliath“ zu präsentieren. Von Beginn an dominierten schnelle Riffs und klassische Thrash-Attitüde das Geschehen. Spätestens bei Klassikern wie „Bonded by Blood“ und „Strike of the Beast“ sang das Publikum lautstark mit. Die Spielfreude der Band war deutlich spürbar, und auch optisch präsentierte sie sich in starker Form. Gegen 19:55 Uhr verabschiedeten sich Exodus mit dem Outro „We Are the Champions“ von Queen. Der Auftritt wirkte insgesamt etwas kurz – oder verging zumindest wie im Flug.

Carcass

Im Anschluss wartete das Publikum gespannt auf den besonderen Gast des Abends Carcass, deren Europatour bereits zur Hälfte absolviert war. Um 20:15 Uhr begann ihr Set mit einem überraschend klaren und druckvollen Sound. Frontmann Jeff Walker trat mit neuer, kürzerer Frisur auf. Die Band konzentrierte sich vor allem auf ältere Stücke, die klanglich nah an den Studioaufnahmen lagen. Im Publikum herrschte durchgehend Bewegung: Zahlreiche Crowdsurfer nutzten die Gelegenheit, sich auf die kommende Festivalsaison einzustimmen. Insgesamt lieferten Carcass eine starke Performance ab, die durchaus zu ihren besten der letzten Jahre gezählt werden kann.

Kreator

Gegen 21:30 Uhr kündigte sich schließlich der Headliner Kreator an. Die Vorfreude im Publikum war deutlich spürbar und entlud sich, sobald die Band die Bühne betrat. Die Bühnendekoration bestand aus zwei aufblasbaren Gargoyles an den Seiten sowie aufgespießten Köpfen in der Bühnenmitte. Bereits beim dritten Song forderte Frontmann Mille Petrozza die erste „Wall of Death“.

Das Set bot eine ausgewogene Mischung aus melodischen und aggressiven Stücken, darunter Klassiker wie „Enemy of God“, „Betrayer“, „Hordes of Chaos“ und „Satan Is Real“. Auch neuere Songs wie „Loyal to the Grave“ wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Das aktuelle Album „Krushers of the World“ scheint insgesamt gut anzukommen. Mehrere Crowdsurfer gleichzeitig und eine durchgehend ausgelassene Stimmung sorgten für einen der Höhepunkte des Abends. Der Auftritt überzeugte durch Präzision, Energie und eine intensive Interaktion mit dem Publikum. Klassiker und neue Songs wechselten sich gelungen ab und ergaben eine abwechslungsreiche Setlist. Gegen 23:00 Uhr endete das Konzert schließlich unter großem Applaus.

Insgesamt war es ein intensiver und gelungener Konzertabend, der durch starke Auftritte aller Bands und ein begeistertes Publikum geprägt wurde.

Autor: Helga Königshügel

Ville Valo in München: Begeisterte Fans bei Solo-Show in Kult-Club

Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich jemals wieder Lieder von HIM live gesungen von Ville Valo hören würde. Als die aktuelle Tour zum neuen Album „Neon Noir“ angekündigt wurde, war ich mir nicht sicher, ob der ehemalige Frontmann der Love-Metalband HIM darauf Lust hat. Zum Glück hatte VV Lust darauf und somit wurde der Konzertabend am Freitag, den 3. März 2023 ein Trip down Memory Lane, gepaart mit Songs von seinem aktuellen Album.

Kurz nach 21:00 Uhr betrat die Liveband um Ville die Bühne im Münchener Backstage Werk, gefolgt vom Sänger selbst. Mit “Echolocate Your Love” ging die Show direkt los. Und zack, als zweiter Song kam schon der erste HIM-Klassiker mit “The Funeral Of Hearts”. Das Backstage zeigte sich natürlich textsicher.

Die Songs von Neon Noir passzen perfekt zu den alten Klassikern und somit war dieser Gig einfach nur gut. Nein, ich möchte schon fast sagen: Perfekt. Ein Blick in die Zuschauerreihen zeigte, dass diese hier viele ähnlich begeistert waren. Es wurde jedes Lied mitgesungen, dazu getanzt und der ein oder andere verlor sich ganz in der Musik. Auch die ein oder andere Freudenträne war auf den Gesichtern zu sehen. Viele, so auch wir, fühlten sich in die gute alte  Zeit zurückversetzt.

Ville, der sich ja nie wirklich viel auf der Bühne bewegt hat, schnippste mit den Fingern im Takt, winkte dem einen oder anderen Fan zu oder verteilte auch mal ein Augenzwinkern. Kurze und knappe “Thank you”-Ansagen waren eigentlich so ziemlich, alles was das Publikum an sprachlicher Interaktion erhielt. Aber auch das war schon früher so. Hin und wieder dirigierte er seine Band oder gab den jeweiligen Einsatz hinter seinem Rücken vor. Als ihm der Hit “Join Me” etwas zu schnell von seinen Bandkollegen gestartet wurde, gab es auch mal etwas bestimmtere Handzeichen, das man das Tempo doch etwas herausnehmen solle. “Join Me” war für mich DAS Highlight an dem ganzen Abend. Nostalgie pur.

“Run Away From The Sun”, das mir live noch mehr gefiel als auf dem Album und “When Love And Death Embrace” beendeten nach etwas über einer Stunde den ersten Teil des Sets. In der Zugabe wechselten sich dann Songs von Neon Noir mit Songs von HIM ab und nach knapp 90 Minuten bedankte sich der Sänger, in dem er sich verbeugte, um anschließend die Bühne zu verlassen, während die Band den Rest von “Saturnine Saturnalia” performte. Wirklich eine grundsolide Rockshow des Finnen, der Lust auf München hatte und München sowieso Bock auf ihn. Zu meiner Freude wurden die HIM-Klassiker auch so performent, wie sie im Original sind. Perfektes Comeback eines Vollblut-Frontmanns. Auch der Ticketpreis mit schmalen 35,00 Euro war mehr als akzeptabel.

Apokalypse mit Tonausfall – Kreator hoch 3 in Hamburg

Es ist eine seltsame Gepflogenheit, dass Wochenend-Konzerte oft schon um 23:00 Uhr enden und nicht erst um Mitternacht. Bei Clubs wie dem Grünspan oder der Großen Freiheit 36 kann ich nachvollziehen, dass man die Leute möglichst schnell „raus haben möchte“, um einen neuen Schwung von Clubgästen  willkommen zu heißen. In einem reinen Konzertsaal wie der Sporthalle Hamburg finde ich es sonderbar. Vor allem wenn man ingesamt vier Bands präsentiert, von denen mindestens drei internationale Schwergewichtler mit einer entsprechend großen Fangemeinde sind: Die US-Hardcore-Band Hatebreed, die norwegische Black Metal-Combo Dimmu Borgir und natürlich der Initiator dieser Tournee, die deutschen Thrash-Legenden Kreator. Aber auch der Opener Bloodbath aus Schweden ist bereits eine Größe unter den Death Metal-Fans.

Aufgrund des fünfstündigen Programms beginnt der Einlass bereits um 17:00 Uhr. Die Fans müssen sich allerdings noch bis 17.45 Uhr im Foyer gedulden, da erst dann die Türen zur Halle aufgehen. Um 18:00 Uhr eröffnet Bloodbath den Abend, allerdings mit einem Ton-Aussetzer im 2. Song. Ist nicht schön, kann aber mal passieren. Dass bei der zweiten Band Hatebreed ebenfalls beim 2. Song der Ton ausfällt, ist dann aber doch ärgerlich. Es ist aber zum Glück bei diesen beiden Störungen geblieben und man kann trotzdem erwähnen, dass die „Mischer“ in der Sporthalle sonst seinen guten Job beim Abmischen des Sounds abgeliefert haben.

bloodbath

Eine durchgehend in rotes Licht getauchte Bühne, ein growlender Frontmann im Anzug, ein Gitarrist der aussieht wie Iron Maidens Zombie-Maskottchen-Eddie und ein so “zerschnittenes” Logo, dass man nur schwer erahnen kann, wie die Band heißt. Bloodbath ist perfekt als Einstieg in den Death Metal geeignet. Auf der einen Seite wird sowohl stilistisch als auch musikalisch die typische Brutalität des Genres mit viel Liebe zum Detail auf der Bühne zelebriert. Sänger Nick Holmes‘ Growling scheint der tiefsten Ebene der Hölle zu entweichen, die kräftigen Gitarren-Riffs sind bis an die Grenze des erträglichen gezerrt und unter dem Hämmern der Drummer donnern die Base-Drum und die Toms.

Dennoch – und das können nur wenige im Death Metal – beeindruckt Bloodbath auch mit melodischen Teilen, wobei die Musiker sich gegenseitig genug Raum lassen, als dass die einzelnen Instrumente für sich wirken dürfen, bevor der Rest der Band wieder aufdreht, um alle zusammen ein höllisches Donnerwetter abfeuern. In Hamburg präsentierten die Schweden vor allem Songs aus ihrem neuen Album “Satans Arrow is drawn”, dass Ende Oktober released wurde und sich überzeugten wohl auch Fans von anderen Metal-Richtungen davon, nach dem Konzert nochmal in das Album reinzuhören.

hatebreed

Frontmann Jamie Jaster verfolgt mich momentan. 2017 sind Hatebreed auf einer Headliner-Tour gewesen, in diesem Jahr hat die Band dann einerseits Wacken gespielt und Jamie Jaster danach allein auf dem Elbriot. Jetzt mit Kreator als einer der vier Reiter der “European Apokalypse Tour” sehe ich ihn wieder. Stilistisch hebt sich Hardcore stark von Death- und Black-Metal ab und inhaltlich ist Jamie der einzige, der nicht Satan in seinen Songs besingt. Auf dem Papier passt Hatebreed vielleicht “nicht sooo” in das Programm. Aber live fühlt es sich großartig an.

Mit der hardcore-typischen Power wird das Publikum aufgescheucht und mitgerissen. Zwischen Hits wie “As die hard as they come”, “Looking down the barrel of today” und “Destroy everything” zollt Jamie den anderen Bands ihren wohlverdienten Respekt und fordert diesen gleichzeitig vom Publikum ein. Das Publikum antwortet mit einem Circle-Pit (bzw. eher einen oval-Pit), der vor der Bühne startet, sich durch das gesamte Publikum bis hinter das Mischpult durchkämpft und auf der anderen Seite wieder bis vor die Bühne vorstürmt.

Zum Ende des Sets gibt es noch eine gute Nachricht: Im kommenden Jahr, zum 25-jährigen Jubiläum, wird Hatebreed wieder auf Tour gehen und u. a. auf dem Reload Festival 2019 auftreten. Und es laufen wohl auch Verhandlungen für einen noch nicht bestätigten Auftritt beim Elbriot 2019.

Dimmu Borgir

Ich habe Dimmu Borgir zuletzt 2012 in Wacken gesehen, wo sie vor allem Songs aus ihrem 2010er Album „Abrahadabra“ gespielt haben. Seitdem haben die Norweger lange an ihrem neuen Album geschraubt, dass im Mai 2018 endlich veröffentlicht wurden ist. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich bis zum heutigen Konzert bewusst nicht in das neue Album “Eonian” reingehört habe. Der Unterschied bzw. die Entwicklung der Band hat mich aber positiv überrascht. Auch wenn das Album nicht unbedingt meinen Geschmack trifft – was ausschließlich mit persönlicher Präferenz zu tun hat – muss man anerkennen, dass die Experimentierfreudigkeit der Band dazu geführt hat, dass die vorher schon vielseitige Band erfolgreich zusätzliche Stilelemente in ihre Songs integriert hat.

Die Palette an Effekten und Synthie-Samples ist eindeutig gewachsen, aber auch der melodische oder besser noch symphonische Teil ihrer Musik ist pompöser und zusammen mit den Gesängen bildgewaltiger geworden. Gleichzeitig wurde als richtige Konsequenz das Gitarrenspiel eher vereinfacht und erinnert an 80er Jahre Metal. Gut so. Andere Bands laufen in die Progressive-Falle und ergänzen die klassisch-orchestralen Elemente mit komplexen Soli und breiten Flächen. Handwerklich haben Dimmu Borgir jedenfalls ein sauberes Symphonic Black Metal-Album abgeliefert, dass vor allem live Spaß macht und sicher auch Fans des Melodic Black Metal für sich gewinnen kann.

Kreator

Anfang letzten Jahres durfte ich einen der ersten Auftritte von Kreator nach dem Release ihres aktuellen Albums “God of Violence” miterleben. Dass damals ein Metal-Album auf Platz 1 der deutschen Charts eingestiegen ist, har mir Hoffnung gegeben, dass es doch noch mehr als genug Menschen mit gutem Musikgeschmack gibt. Fast zwei Jahre später sind die Herren von Kreator immer noch auf Tournee und präsentieren nach wie vor eine Mischung aus Top-Picks von “Gods of Violence” wie “Satan is Real” und Highlights aus 30 Jahren Bandgeschichte wie “Enemy of God”. Das Ganze mit energiegeladenen Thrash-Metal-Riffs, heißen Feuerstößen aus der Bühnen-Pyro und einigen wenigen andächtigen Momenten wie das wehklagende Solo von „Hail to the Hordes“.

Auch wenn Thrash-Metal nicht unbedingt religiös ist und Death- und Black-Metal eher mit Blasphemie und Satan-Anbetung assoziiert werden: Niemand hier würde in Frage stellen, dass Kreator zurecht der Headliner und Closer der “European Apokalypse Tour” war. Und wie vor zwei Jahren haben Kreator mit “Pleasure to Kill” einen erfolgreichen Metalabend abgeschlossen und sie haben sicher ein paar Black-, Death- Und hardoce-Metal-Fans dazu bewegt, sich einmal “God of Violence” komplett anzuhören.

So war das Reload Festival 2018 am Samstag

Wer auch immer Mr. Hurley & die Pulveraffen morgens um zehn zum Frühstück auf die Running Order setzte, hat wohl wahrlich einen Clown gefrühstückt. Oder hat dies zumindest vor. Draußen ist es zu dieser Zeit kühl, regnet und man will eigentlich am liebsten direkt zum Flughafen fahren und gerne in die Karibik fliegen, aber halt! Günstiger kriegen wir ein karibik-ähnliches Feeling auch in der Tentstage hin. Also einen kräftigen Schluck Rum zum Aufwärmen in den Pulveraffen – äh, Pulverkaffee, und ab geht’s! Die Band hat kein Problem damit, als musikalische Untermalung des Frühschoppens zu dienen und scheinbar hat der ein oder andere dieselbe Idee mit dem Rum im Kaffee gehabt. Textsicher ist das vorhandene Publikum und schunkelt und wackelt sich zum Takt der Osnabrücker Piratenbande. So weit scheint Tortuga nun doch nicht mehr weg zu sein und der Konterkaffee zu dieser Uhrzeit vereitelt die Flucht gen Urlaubsreise erfolgreich.

Kaiser Franz Josef

Mit der Rockband Kaiser Franz Josef (KFJ) gibt es in Österreich ein klassisches Power-Trio. Gegründet von Sänger und Gitarrist Sham (bürgerlich Hesham Abd El Salam) im Jahr 2010, stellt die Dreier-Combo (alle gerade mal knapp 20 Jahren alt), zu der auch noch Tom Pfundner (Schlagzeug) und Can Aygün (Bass) gehören, mittlerweile eine der heißesten Rockformationen des Landes dar. KFJ wollen es aber auch in Deutschland wissen. Bassist Can formuliert, was die Band ausmacht: “Wir geben den Alten was sie hatten und den Jungen was sie nie kannten”. Ihr Musikmix ist guter Radio- oder Stadionrock, zwischen den Chartstürmer Nickelback, Creed oder Bon Jovi. Mit ihren Catchy Hooklines, ausladenden Soli, treibenden Bassläufen und kraftvollen Drums zeigen sie dem noch etwas verhaltenen Publikum aber eindeutig, was sie können.

the night flight orchestra

Richtig Freude kommt jedoch bei The Night Flight Orchestra auf. Classic Rock vom Feinsten, der die Vergleiche zu den Szenehelden von Journey nicht zu scheuen braucht! Quasi als Idee von Mitgliedern Soilworks auf der 2007er Tour gezeugt, erblickte die All-Star-Band dann schließlich 2012 das Licht der Welt. Auf der Bühne sind die Mannen um Björn Strid eine wahre Augenweide, präsentieren sie sich schick im Anzug, und Schuhen, in denen man ihnen auch fast jeden Versicherungsvertrag unterschreiben würde. Dazu die hübschen Background-Sängerinnen, die adrett in einer Kostüm-Melange aus Stewardess und Krankenschwester wohl den ein oder anderen männlichen Zuhörer zu Fantasien jenseits der Bühnenaktivität verleiten. Seit der Gründung hat die Band mittlerweile vier Alben am Markt, von denen jedoch das aktuellste Album ‚Sometimes The World Ain’t Enough‘ den Großteil der Setlist ausmacht. Vor allem der Song ‚Lovers In The Rain‘ findet Anklang und man entdeckt viele Zuhörer, die den Song mitsingen, schließlich rockt dieser Song live richtig ab. Auch ich summe noch die eingängige Melodie vor mich hin, als die Band nach viel zu kurzen vierzig Minuten die Bühne wieder verlassen hat.

deez nuts

Die wohl weiteste Anreise hatten die Herren von Deez Nuts zu verzeichnen. Statt den australischen „Winter“ zu frönen, spielen sie lieber in Europa eine Mischung aus Club- und Festivaltour und machen zum frühen Samstagnachmittag auch die Bühne des Reload Festivals unsicher. Und es wird laut. Und schnell! Das Quartett um JJ Peters macht keine Gefangenen und so kommt endlich mal richtig Bewegung um das sonst bisher doch eher gemütlich agierende Publikum. Metal-Rapcore eignet sich ja auch schlecht zum Disco-Fox tanzen, also starten die ersten Circle Pits und Crowdsurfer versuchen, diesen irgendwie auszuweichen. Als hätten die Australier mit Petrus eine Vereinbarung getroffen, fängt es zum letzten Song ‚Bing & Purgatory‘ wieder aus allen Eimern an zu schütten – die coregetreuen Fans stört das allerdings weniger und feiern die Jungs aus Down Under bis zum letzten Ton ab.

mantar

Während es noch regnet, entern Mantar die Bühne. Ich war sehr gespannt, da ich die Band außer ihrem Logo bisher nie musikalisch wahrgenommen hatte, da auf andern Festivals immer etwas anders dazwischen gekommen ist. Du staune ich nicht schlecht, das nur zwei Mannen auf der Bühne in der Lage sind, einen solchen Krach zu fabrizieren! Aber mal ganz ehrlich, so wie das Bremer Extrem-Metal-Duo hier ihre Musik darbietet, stellt sich mir die Frage, wozu manche Bands vier oder noch mehr Leute auf der Bühne stehen haben. Nicht nur die Musik ist knallhart, auch die Ansagen von Sänger/Gitarrist Hanno gehen grad aus, sind aber unterschwellig so lustig, dass ich mich schon auf die nächsten Ansagen freue! Definitiv eine Band, die ich beim nächsten Festival nochmal anschauen werde. Nicht unbedingt, weil sie meinen Musikgeschmack treffen, jedoch absoluten Unterhaltungswert haben!

torfrock

Unterhaltsam geht es mit Torfrock weiter. Was soll man zu dieser Kombo noch erzählen, schließlich folgt nach dem bloßen Erwähnen des Bandnamens obligatorisch ein Dängelägelängeläng. Hier im Norden ist die Band zuhause und man merkt das auch, denn das Publikum scheint die Texte in- und auswendig zu kennen. Dabei hat sie in ihrer mittlerweile 40-jährigen Bandgeschichte genug Hits geschrieben, die im norddeutschen Raum Kultstatus innehaben. Sänger Klaus Büchner, der in den 80er und 90er Jahren auch als kleiner Klaus im Blödel-Duo Klaus & Klaus mitwirkte, leitet das Publikum vergnüglich durch den Auftritt der Partyrocker. „Renate“ wird abgefeiert und bei „Beinhart“, den wirklich jeder aus den Werner-Verfilmungen kennt, gibt es kein Halten mehr und das komplette Gelände ruft nur noch bei der entsprechenden Passage das unvermeidliche  Dängelägelängeläng.

Voll auf die 12 gibts im Anschluss bei den Veteranen des NY-Hardcore Madball. Auch nach dreißigjährigem Bestehen wirkt die Band kein bißchen müde, im Gegenteil. Sänger Freddy Cricien scheint die Bühne noch zu klein zu sein und nimmt diese in voller Länge ein. Er feuert das eh schon hochmotivierte Publikum an jeder Ecke an, und es wird mit Circlepits und Extrem-Moshing gedankt.

dragonforce

Bei Dragonforce kommen hingegen alle Fans klassischen Powermetal voll auf ihre Kosten. Melodie-Feuerwerke treffen auf Tempiwechsel, wie Honigkuchenpferde grinsende Musiker treffen auf ein dankbares Publikum, Kaum eine Band zelebriert das Saiten-Gefrickele so ausgiebig wie die Londoner. Technisch einwandfrei und spielerisch ausgeklügelt vermittelt die Band Lehrstücke im Songwriting. Kein Song, der nicht ohne ein Gitarrensolo der Oberklasse bietet. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Fans offen zeigen, was sie bei Guitar Hero gelernt haben und geben beim Kulthit „Through the Fire And Flames“ ihre Luftgitarren-Künste zum Besten. Danach muss wohl der ein oder andere Nacken erstmal eine Verschnaufpause einlegen und wieder eingerenkt werden.

Sick of it all

Da jedoch mit Madball  nicht genug NY-Hardcore auf dem Reload vertreten war, kommen nun Sick of it All zum Einsatz, und die machen keine Gefangenen. Direkt mit den Ansage von Souter Lou Koller wird klar gemacht, das es nicht leise wird. Aber das hat auch wahrlich niemand erwartet. In bester Old School-Manier zeigen die Herren, dass sie, obwohl sie zum alten Eisen gehören, mächtig Dampf ablassen können und Szene-Youngsters zeigen, wer im Hardcore-Bereich das Maß aller Dinge ist. Der Kreislauf der Fans ist auf 180 und zeigt sich entsprechend in einem gewaltigen Circle Pit, der von den geballten Beats des Drummers Armand Majidi immer weiter und weiter entfacht wird. Bei der im Anschluss  aufgebauten Wall of death wollte ich gar nicht hinsehen, so energiegeladen sind die beiden Wände aufeinander eingefallen. Aber laut Medienberichten gab es keine größeren Verluste zu beklagen.

In der Pause nutzt der ein oder andere die Zeit, seine Knochen wieder zu richten, während Veranstalter Andre Jürgens die Bühne betritt um sich beim Publikum für das zahlreiche Erscheinen zu bedanken, das dazu geführt hat, dass das Reload Festival im Vorfeld zum ersten Mal in seiner Geschichte ein Sold Out melden konnte.

kreator

Die Bühne verdunkelt sich, denn nun gibt sich der Ruhrpott die Ehre! Die Großmeister des Teutonen-Thrashmetals Kreator bitten nicht zum Tanze, sondern fordern totale Zerstörung. Sollen sie haben! Denn schon beim Opener „Phantom Antichrist“ ist die Masse nicht mehr zu halten. Ein kleiner Wermutstropfen ist aus dem Fotografenlager zu beklagen. Statt der üblichen drei Songs wurden aufgrund Pyro-Einsatzes nur zwei Songs genehmigt, aber der Verantwortliche im Graben konnte nicht richtig zählen, und hat die fleißigen Scharfschützen schon nach einem Song aus dem Gefechtsgraben beordert. Das soll nicht ganz so schlimm sein, so können sie sich direkt im Anschluss mit einem frischen Bier direkt zu ‚Enemy of Gods‘ den Auftritt von Fronten Mille Petrozza und seinen Mannen anschauen. Mille scheint gut drauf zu sein, auch seine grauen Zellen liefern ihm Erinnerungen des letzten Auftritts auf dem Reload, und so will er ein weiteres Mal eine Wall of Death vor sich sehen, die ihm das Publikum auch nicht verwehrt. Die Essener (mit finnischem Import in Form von Gitarrist Sami Yli-Sirniö) hauen den Massen ihre Hits wie ‚Phobia‘, und ‚Satan Is Real‘ um die Ohren, und als wäre des den Zuhörern nicht eh schon warm genug, wird die ganze Stimmung noch von Pyros weiter aufgeheizt. Zu ‚Flag Of Hate‘ schwenkt Mille diese in die Luft, aber auch ‚Violent Revolution‘ und ‚Pleasure to kill‘ dürfen im Set nicht fehlen. Damit haben die Thrash-Legenden aus dem Solinger Battlefield wahrlich ein Schlachtfeld gemacht.

In flames

Mittlerweile ist es ganz schön schattig geworden in der norddeutschen Pampa und die Headline IN FLAMES lassen  auf sich warten. Als dann mit über zwanzig Minuten die Lichter angehen, wird auch verständlich, warum. Die Bühne gleicht einem riesigen Verkaufsraum für LED-Projektoren. Was die Schweden an Lichtshow aufwarten, macht optisch schon einiges her. Auch wenn sie aus nördlichen Gefilden kommen, auch Anders Frieden und seinen Mitstreitern scheint es kalt zu sein, und sie entern in Jacken die Bühne. Selbst Neuzugang Tanner Wayne an den Drums hat sich zum dritten Song einen Pullover bringen lassen. Trotz einiger Crowdsurfer scheint der Funke der Melodie Death Helden nicht wirklich aufs Publikum überspringen. Zu lange sind die Pausen zwischen den Songs, und Anders war auch noch nie wirklich der Entertainer, der mit coolen Sprüchen das Publikum zu animieren vermag. Es bedarf viel Anfeuerung seitens der Schweden, um die Fans nochmals in Wallung zu bekommen. Es ist kalt, es ist spät, die Energiereserven weitgehendste aufgebraucht, jedoch Funktionieren die Kehlen der Besucher noch gut genug, um bei den größten Hits „Only For The Weak“, „Pinball Map“, „Clouds Connected“ und „Take This Life“ lautstark mitzusingen. Zum Abschluss folgt „Dead End“ und ein letztes Mal dürfen die Schweden für diesen Festivalsommer von Applaus getragen die Bühne verlassen.

Infos + Tickets Reload Festival 2019Reload Festival 2019 / Reload 2019

So war das Rockharz Open Air 2018 – Mittwoch + Donnerstag

Das Rockharz Open Air feiert 25-jähriges Jubiläum und das soll natürlich ordentlich gefeiert werden. Ein paar Unterschiede zu den Vorjahren gibt es dabei auch, so wurde u. a. das Mutatenstadel (ein Biergarten) um mehrere hundert Plätze vergrößert. Ebenso ist der Flugbetrieb des Flugplatzes für die komplette Zeit eingestellt und damit der Campground erweitert wurden. Sonst bleibt alles beim alten. Das Rockharz ist nach all den Jahren noch immer ein kleines, familiäres Festival, bei dem man jedes Jahr mit Freude in die gleichen Gesichter im Publikum blickt und bei dem mit einem bunt gemischten Line-up gerechnet werden darf, wo stets auf Überscheidungen verzichtet wird.

Mittwoch beim Rockharz 2018

Nachdem die verfrühte Anreise am Dienstag für die meisten ohne Probleme verlaufen ist, haben die mittwochs Anreisenden, also am offiziellen Anreisetag, größere Probleme. Es ist mit einem Stau von bis zu 2 Stunden zu rechnen, wenn man über Ballenstedt kommt. Auch die Suche nach einem freien Plätzchen auf dem Campground gestaltet sich als schwierig, sodass spontan noch weitere Campingflächen eröffnet werden müssen. Etwas, das leider auch schon die letzten Jahre immer wieder aufgetreten ist. Wenn man dann über die Flächen geht, fällt einem auf, dass die ersten Besucher doch sehr großzügig Platz genommen haben und die in den hinteren Reihen eng beieinander stehen. Das ist wohl das Resultat der nicht vorhandenen Einweiser, mit denen das Problem vielleicht schon im Handumdrehen verbessert werden könnte.

Aber so wichtig das Campen auf dem Festival auch ist, die Bands sind genauso wichtig. Den Anfang des Warm-Ups machen Monument. Sie können zwar schon gut Stimmung aufbauen, werden jedoch etwas durch die geringe Anzahl der Leute auf dem Infield gebremst. Als Opener hat man es eben selten leicht, gerade wenn die Sonne auf alle Köpfe knallt. Einfachere Karten haben dagegen Drone, die sich über viel Beliebtheit auf dem Festival freuen dürfen. Die Band betitelt ihre Musik als „101% Sexmetal“ und macht dieser alle Ehre, sei es in Ansagen oder ihren Texten, was jedoch nicht bei jedem auf positive Resonanz schlägt. Weiter geht es mit Power-Metal von Winterstorm, bevor dann Bannkreis auf die Bühne kommen. Die Band besteht nicht nur fast ausschließlich aus Subway To Sally-Mitgliedern, sie erinnert auch musikalisch sehr an deren Anfangszeit. Aber das trifft genau den Geschmack von vielen Fans, sodass diese sich zahlreich vor der Bühne versammelt wird, um die vor kurzem gegründete Band zu sehen. In der Dämmerung kommen Ross the Boss auf die Bühne. Die vom ehemaligen Manowar-Gitarristen gegründete Band ist bei den meisten bekannt und sorgt für ordentlich Gedränge im Infield. Und die Musik? Die kann man nicht zu Unrecht als „das, was Manowar hätte sein können“ bezeichnen. Parallelen sind durchaus zu erkennen.

Kreator

Voller sollte es an diesem Tag im Infield nicht mehr werden: Die Headliner des Tages, Kreator, stürmen die Bühne. Die deutschen Thrash-Metal Legenden sind schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr und das stellen sie kraftvoll unter Beweis. Angefangen von Bengalos auf der Bühne, Unmengen an Konfetti und noch mal mehr Feuer. Kreator wissen, wie sie ihre Show machen und hauen auch musikalisch einen Klassiker nach dem nächsten raus. Das Publikum feiert dies sehr ausgelassen und ist fast etwas enttäuscht, als es schon wieder vorbei war. Insgesamt spielt die Band ein gutes, aber auch vorauszusehendes Set, was aber keineswegs den Auftritt abwertet.

Donnerstag beim Rockharz 2018

Auch heute meint es die Sonne nicht gut mit den Besuchern, sodass diese schon morgens um 8 regelrecht aus ihren Zelten gequält werden. Aussicht auf Regen Fehlanzeige. Aber was soll’s, mit Sonnencreme eingeschmiert, den Grill angemacht und das erste Bier auf. So startet bei vielen der Tag, auch wenn man vielen den Kater vom Vortag ansehen kann. Passend zum Start um 11:50 finden sich dann schon einige Fans ein, um sich die erste Band des Tages anzuschauen: Blind Channel. Die junge, aufstrebende, finnische Band kommt mit ihrem Pop-Metal leider nicht bei jedem an, eine beachtliche Menge hat sich trotzdem vor der Bühne versammelt. Als nächstes betreten Cellar Darling die Bühne. Das Trio, welches sich 2016 von Eluveitie getrennt hat und ihre eigene Band gründete, kann sich schon über deutlich mehr Publikum freuen. Folk-Metal kommt eigentlich immer gut an – und hier ist es nicht anders, grade, wenn Anna Murphy am Mikrofon steht. Anschließend kommt es zum ersten Auftritt von Dom Crey, welcher zunächst mit seiner selbst gegründeten Melodic-Death-Metal Band Nothgard performed. Der Name ist unter Kennern natürlich nicht neu und so darf er sich bereits jetzt über viel Andrang freuen, bevor er mit Equilibrium später wieder auf der Bühne steht, dort dann jedoch nicht mehr am Gesang, sondern nur noch an der Gitarre. Spätestens Nothgard kann einiges an Stimmung aufbauen, die zwischen den folgenden Auftritten immer weiter getragen wird.

Skálmöld

Spätestens jetzt wird das Infield langsam voll. Den langen Weg aus Island haben Skálmöld auf sich genommen, um eine exklusive Show in Deutschland zu spielen. Gedankt wird es ihnen mit viel Stimmung und man merkt schnell, dass der Viking-Metal der Band durchaus auf Begeisterung stößt. Auch der sonst für Viking-Metal untypische Growl-Gesang sorgt dabei für aufsehen, welche bei welchen die Band sich die Aufgabe gemacht hat, das Erde der Wikingerzeit zu ehren.

Diablo Blvd

Anschließend kommen die Belgier von Diablo Blvd auf die Bühne, die mit ihrem Hard-Rock eine durchaus entspanntere Musik an den Tag legen. Auch hier ist es weiterhin voll, was sehr beachtlich ist, da die Sonne einiges vom Publikum abverlangt. Für diesen Einsatz bedankt sich die Band auch mehrmals während ihrem Set. Einzigst die Stimme von Sänger und Kabarettist Alex Agnew kann live nicht ganz überzeugen, was jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt.

Grailknights

Kommen wir nun zur ersten Band auf dem Festival, welche sich selber nicht ganz so ernst nimmt. Die Grailknights befinden sich immer noch im Kampf gegen Dr. Skull befinden und während ihres Sets den Heiligen Gral zurückzuerhalten. Natürlich gelingt ihnen dies mit Hilfe des Ballechoires (ihr Publikum). Nebenbei gibt es dabei noch guten Power/Melodic-Death-Metal auf die Ohren, in deren Texten es natürlich auch um den ewigen Krieg geht.

God Dethroned

Deutlich härter geht es danach bei God Dethroned zu. Bei der Death-Metal and liegt viel Geschredder im Vordergrund, was vielen Besuchern sehr gut gefällt. Da kann man perfekt ausflippen. Leider haben die Niederländer anfangs mit ein paar Soundproblemen zu kämpfen, was aber professionell überspielt wird und die Stimmung in keiner Weise nach unten treibt.

Summer Breeze Open Air 2017 – So war der Freitag

Ohne Pardon, Gnade oder Rücksicht auf einen alkoholgeschädigten Kopf prügelten Aversions Crown am Freitag beim Summer Breeze Open Air 2017 los. Und das zu einer Uhrzeit, bei denen die meisten erst seit kurzem im Schlafsack gelandet sind. Die Musiker prügelten mit ihrem geschulten Deathcore auch der letzten Schnapsleiche den Kater aus dem Kopf (bis auf die, denen alles egal war). Nach diesem brutalen Weckruf begannen Cellar Darling. Vom Stil her wären sie eher der passendere Opener des Tages gewesen. Die Musiker rund um Sängerin Anna waren eher in einer ruhigeren Klasse unterwegs und überzeugten voll und ganz mit ihrem Folk Metal-Show mit eindrucksvollen Clean-Passagen und perfekt abgestimmten Instrumenten.

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Summer breeze Open Air 2018 Tickets + Infos:

Summer Breeze Open Air 2018 / Summer-Breeze 2018 / SBOA 2018

Auf Wiedersehen heile Welt, es war schön mit dir. Memoriam, die indirekten Nachfolger der legendären Bolt Thrower betraten die Hauptbühne. Und wirklich jeder der dem Old School Death Metal anhängt, musste diese Band sehen. Gefestigt und mit ordentlich Feuer unter dem Hintern legte die Truppe los. Klassischer Death Metal donnerte aus den Boxen und ließ zahllose Haare fliegen – Todesmetal-Herz, was willst du mehr?

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Mit Battle Beast wurde es wieder melodischer. Frauenpower mit zünftigem Heavy Metal stand damit auf dem Programm. Noora Louhimo und ihre finnischen Recken feierten eine ausgiebige Metal-Messe mit zahlreichen Besuchern vor der Main Stage. Kein Wunder! Die Show war ein regelrechtes Feuerwerk aus klassischen Power und Heavy Metal Elementen mit einer guten Prise finnischen Charme.

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Wir bleiben in Finnland, zumindest was die Herkunft angeht. Sonata Arctica spielten auf. Die Finnen überzeugen seit etlichen Jahren mit ihrer Mischung aus symphonischen und klassischen Power Metal. Nicht ohne Grund grölten diverse Fans in Fan-Trikots die Ohrwürmer der Nordeuropäer mit. Man konnte es fast mit Fangesängen im Stadion vergleichen – aber es war auf alle Fälle sehr spektakulär. Die Genauigkeit der Musiker war ebenso eindrucksvoll, wie die enorme Stimmgewalt des Sängers. Eine Leerstunde für Fans des Genre.

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Schluss mit Melodie und Power Metal, jetzt wird es räudig. Betontod legte los. Jeder kennt mindestens ein oder zwei Songs der Kapelle aus Rheinberg. Nicht ohne Grund sind sie regelrechte Ikonen in Sachen Punk, Rock’n’Roll und Metal. Wenn man diese Richtungen all in einen Mixer zimmert kommt diese Band dabei heraus. Die Masse tanzte und bewegte sich. Pit folgte auf Pit, Bier auf Bier und die Stimmung passte wunderbar ins Bild des Tages. Diese Band hatte nicht nur Spaß, sie machte es auch.

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Und nun wieder Frauenpower am Mikro. Die mittlerweile sehr bekannte Band Epica betrat die Hauptbühne. Und mit ihnen zog eine gigantische und apokalyptische Regenfront am Festival vorbei. Völlig unbeeindruckt legten die Niederländer rund um Sängerin und Publikumsliebling Simone Simons los. Stilistisch eindeutig im symphonischen Metal auszumachen, ließen sie keine Wünsche offen, denn hier stimmte alles. Timing, Performance und Stimmung! Besonders die Darbietung der Musiker war wirklich fesselnd!

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Nun war es Zeit für die Big Band des Folk Metal – die Rede konnte nur von Eluveitie sein (vom wem auch sonst?). Die Eidgenossen haben sich mittlerweile, dank ihrer zahllosen Konzerte auf dem Globus, einen unerschütterlichen Ruf erspielt und das auch zu recht. Jahrelange Erfahrung zahlt sich eben doch aus. Besonders, als es im Line-up zu einem großem „Aderlass“ kam. Denn das, was an Epica vorbei zog, kam jetzt auch auf dem Summer Breeze Open Air 2017-Gelände herunter. Trotzdem wurde die Band vom einem ausgefülltem Infield abgefeiert und das trotz anhaltenden Regens (Respekt an den Rollifahrer, der das Crowd Surfing durchgezogen hat)!

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Jetzt blieben Dudelsack und Konsorten mal hinter der Bühne. Eine wahre Größe in Sachen Hardcore gab sich die Ehre und rumpelte richtig los. Hatebreed zerlegten seit 1994 weltweit die Bühnen, leider machte ihnen dieses Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, zumindest kurzeitig. Aus Sicherheitsgründen kam es zu einer Unterbrechung wegen einer amtlichen Unwetterwarnung – gehört dazu im Festivalsommer 2017, passiert, egal. Nach der kurzen Zwangspause gaben die US-Amerikaner aber erst richtig Vollgas! So und nicht anders muss Hardcore auf einem Metalfestival ankommen! Kompromisslos und richtig auf die Zwölf.

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Eine richtige Nummer in Sachen Melodic Death Metal war nun an der Reihe. Fucking Children Of Fucking Bodom gaben allen Gitarristen jetzt mal eine Lehrstunde in Sachen Technik und Spielweise. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. Nachdem der kernsympathische Finne Alexei Lahio sein Lieblingswort (damit ist Fuck gemeint) eindrucksvoll auf das Wetter bezogen hatte, ließ er wieder unfassbar schnell seine Finger über das Griffbrett fliegen. Und ein dezent ausgefülltes Infield feierte die Nordeuropäer ohne Ende, trotz des Dauerregens. Metalfans lassen sich halt von keinem Wetter aus der Ruhe bringen.

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Mit Bengalos auf der Bühne wurde die folgende Band eröffnet. Eine teutonische Größe, eine wahre Thrash Metal Institution gab sich ein Stelldichein. Kreator legten gleich mit „Hordes of Chaos“ los und sofort war klar, dass das Set nur die Kauleiste massieren würde. Technisch einwandfrei und gesanglich ein richtiges Brett wurde den zahllosen Besucher vor der Hauptbühne präsentiert. Mille und seine Mannen zelebrierten von Anfang bis Ende eine regelrechte Thrash Metal Messe aus Hass. Allerdings musste man auch nichts anderes erwarten bei einer der größten Thrash Bands der Bundesrepublik.

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Nach dieser geballten Zerstörungswut war es wieder Zeit für melodischere Töne. In Sachen finnischer Melodic Death Metal ist besonders eine Band im Kopf – Wintersun. Jarii und seine Mitstreiter präsentierten sich zur späten Stunde in Höchstform und lieferten eine bombastische Live Show ab. Obwohl den eingefleischten Fans doch auffiel, dass Jarii Ausschließlich den Gesang übernahm und den Posten als Lead Gitarrist räumte. Zumindest stimmten bei den teils höchst anspruchsvollen Riffs und die ganze Sache wirkte Rund. Vor allem bekennende Fans freuten sich darüber Tracks er aktuellen Scheibe „The Forest Season“ live zu erleben. Aber allgemein war der Gig der Finnen ein reiner Genuss.

Der Headliner auf der Mainstage kam ebenfalls aus dem Norden Europas. Das progressive Metal Kommando Amorphis aus Helsinki bat zum Haare schütteln. In einer Best-Of-Show demontierten die Finnen in bester Manier alles, was nicht sturmerprobt war. Mit eingegipstem Arm zeigte sich Sänger Tomi Joutsen in bester Spiellaune und seine Mitmusiker waren nicht minder gut aufgestellt in Sachen Spielfreude und Konstitution. Perfekte Soli und Übergänge flossen reibungslos ineinander über. „Silver Bride“ oder auch „The Smoke“ wurden von den zahllosen Fans und Besuchern vor der Bühne mächtig gefeiert. Bei dem Maß an Perfektion aber auch mehr als verdient. Was eine gewaltige Show!

Text: Jan. N. Ernst
Bilder: Cynthia und Andreas Theisinger

Thrash Metal Growling-Contest mit Sepultura und Kreator in Hamburg

Kaum eine Halle in Hamburg wurde und wird vielseitiger eingesetzt als das Mehr! Theater im Großneumarkt. Vor einer Woche wurde hier noch der Schwanensee aufgeführt, neben dem Eingang steht noch ein großes Plakat von „Billy Eliot – I can dance“ und Aushänge weisen darauf hin, dass übermorgen ““addy Cool – das Boney M Musical“ stattfindet.

Der Samstag Abend hingegen gehörte Sepultura und Kreator – zwei Größen des Thrash-Metals, die zahlreiche langhaarige, schwarz gekleidete Fans beiderlei Geschlechts anzogen. Gern hätte ich gesehen, wie das Publikum von Schwanensee auf diese Meute von Bier-aus-den-Flaschen-trinkenden, mit Bandaufnähern übersährten und Kreator- und Sepultura-Songs grölenden Metalheads reagiert hätte. Aber mit genug Bier und Prosecco wäre daraus sicher auch ein lustiges Event geworden. Aber ohne Ballet-Besucher war das Konzert im Großneumarkt ein großer Erfolg. Mit Sepultura, die gerade ihr neues Album „Machine Messia“ released hatten und Kreator, deren neues Album „Gods of Violence“ gerade auf Platz 1 der deutschen Album-Charts gelandet war, gab es gefühlt zwei Headliner zum Preis von einem. Beide Bands schienen dem Anspruch gerecht werden zu wollen und spielten gelungene Mischungen aus alten Hits und Songs von ihren neuen Alben.

Hinter dem überfüllten Infield vor der Bühne waren die Rangplätze vom Mehr! Theater aufgebaut geblieben, so dass sich die älteren (oder einfach nur ruhigeren) Fans hinsetzen und die Bühnenshow der Bands genießen konnten, ohne Crowdsurfer über den Kopf heben oder im Circlepit mit-moshen zu müssen. Und vor dem Theater sorgte ein Foodtruck mit Currywurst und Pommes für das leibliche Wohl.

SOILWORK

Vor einer der beiden Legenden wie Sepultura oder Kreator eröffnen zu müssen ist nicht leicht, vor beiden performen zu müssen ist dann schon eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe. Allerdings ist Frontmann Björn „Speed“ Strid auch schon seit über 20 Jahren im Musikbusiness und Soilwork wird nicht umsonst in einem Atemzug mit anderen schwedischen Größen wie „In Flames“ und „At the Gates“ genannt. Im Publikum waren zahlreiche Soilwork-Fanshirts zu sehen, auch wenn sie nicht den gleichen Anteil wie Sepultura- oder Kreator-Fanshirts erreichten. Das wichtigste aber war, dass sich auch die bekennenden Zuschauer der anderen Bandsvom Melodic Death Metal von Soilwork mitreißen ließen. So war man auf jeden Fall gut „warmgespielt“ für Sepultura.

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SEPULTURA

Ein Lateinamerikaner mit langen schwarzen Haaren und einer jaulender Gitarre, dazu ein Schwarzer der in sein Mikrofon growlt als gäbe es kein Morgen (an dem er noch seine Stimme braucht). Das war mein erster Eindruck von Sepultura damals im Hamburger Docks 1998, als ich der brasilianischen Band zum ersten Mal live begegnete. Damals war Frontmann Derrick Leon Green gerade neu in der Band, aber an der beeindruckenden Chemie zwischen ihm und dem Gitarristen Wagner Lamounier hat sich bis heute nichts geändert.

Mit „Machine Messia“ hat Sepultura mal wieder ein Album abgeliefert, dass all das verkörpert was sich die Fans davon erhofft haben: Schnell, kraftvoll, gespickt mit Texten die zum Widerstand und Rebellion aufrufen. Und als kleinen Bonus die Sepultura-Version vom Titelsong der Japanischen Kinderserie “Ultra Seven” (Eine Art Ein-Mann-Powerranger, der die Welt vor Aliens beschützt). Neben Songs vom neuen Werk präsentierten Sepultura aber auch Klassiker wie “Inner Self”, dass sie bereits 1998 in Hamburg gespielt haben, und gingen nach einer vollen Stunde die teilweise auch Live im Internet übertragen wurde, ohne Zugabe von der Bühne um Platz für Kreator zu machen.

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Das aktuelle Album von Sepultura gibt es bei Amazon:
Audio-CD „Machine Messiah“, Vinyl-LP „Machine Messiah
und MP3-Download „Machine Messiah“

KREATOR

Platz 1 der deutschen Album-Charts beim Release des neuen Albums „Gods of Violence“. Eine Nachricht, die mir persönlich Hoffnung gab, dass die Deutschen doch noch vernünftigen Musikgeschmack haben. Aber Kreator gehört auch zum deutschen Dreigestirn des Thrash Metal und hat sich in den über 30 Jahren, die sie aktiv sind, eine große treue Fanbase aufgebaut.

Beim Auftritt im Mehr! Theater konnte man sofort nachvollziehen, warum diese Fanbase immer weiter um neue und jüngere Mitglieder wächst. Ebenso wie man verstehen konnte, warum die alten Fans hinten auf den Rängen des Theaters immer noch zu den Auftritten der Thrash-Legenden kommen. Vom ersten Song, bei dem dank einer Konfetti-Kanone die Bühne kurz hinter weißen Papierschnipseln verschwand, ließen Kreator bis zu den Zugaben keinen Zweifel daran, warum sie DER Headliner der Tour waren und ingesamt 75 Minuten plus 15 Minuten Zugabe spielen durften.

Auch wenn sie sich stilistisch nicht wirklich weiterentwickelt haben, war das Gitarrensolo in „Hail to the Hordes“ doch überraschend wehklagend für die sonst üblichen „auf die Fresse“-Riffs von Kreator und mit „Satan is Real“ brachte Frontmann und Gründungsmitglied Miland „Mille“ Petrozza die religiöse Kernaussage vom Thrash Metal auf den Punkt. Nachdem „Pleaser to Kill“ als letzter Song der Zugabe ausgeklungen war, war die Fanbase von Kreator ganz bestimmt um ein paar Sepultura-Fans reicher, die eigentlich nur für „Machine Messia“ ins Theater gekommen waren.

Und ich habe mir gleich erst einmal „Gods of Violence“ und „Machine Messia“ als LP bestellt.

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Kreator + Sepultura: neue Alben und gemeinsame Tour

Anfang 2017 werden die deutschen Thrash-Giganten Kreator im Rahmen ihres kommenden, noch neuen Albums „Gods of Violence“ (VÖ 27.01.2017) durch Europa touren. Der legendäre Sänger & Gitarrist Mille Petrozza und seine Crew werden zudem mit einem abwechslungsreichen als auch kultigen Billing auf Reisen gehen. Als Direct Support ist niemand Geringeres als die brasilianisch-amerikanischen Extreme-Metal-Pioniere Sepultura dabei, gefolgt von den schwedischen Melodic-Death-Visionären Soilwork und Belgiens Finest, dem Death/Grind-Kommando Aborted.

Kreator Tour 2017

KREATOR

Seit ihrer Gründung in den frühen 1980ern haben Kreator nicht nur im Speed/Thrash Metal stets Grenzen ausgelotet, sondern auch unzählige Bands in anderen Extreme-Metal-Genres beeinflusst. Mit legendären Alben wie »Endless Pain«, »Pleasure To Kill« und »Extreme Aggression« im Gepäck ist die Band hauptverantwortlich dafür, dass Deutschland in der extremen Musik überhaupt eine Rolle spielt. Anders als andere Künstler des Genres haben es Kreator immer geschafft, ihren Status beizubehalten, auch während der schwierigen 1990er Jahre, in denen Grunge die Musikwelt dominierte. Seit den 2000er haben Kreator sowohl ihren eigenen Sound als auch den Thrash Metal selbst auf die nächste Stufe gebracht – durch die Veröffentlichung solcher modernen Klassiker wie »Violent Revolution«, »Enemy Of God«, »Hordes Of Chaos« und zuletzte »Phantom Antichrist«. Fans wie Kritiker sind gespannt darauf, was sich Kreator für ihr nächstes, 14. Album ausgedacht haben.

Das nagelneue Album von Kreator könnt ihr bei Amazon vorbestellen:
Audio-CD „Gods of Violence“, Vinyl-LP „Gods of Violence“
und MP3-Download „Gods of Violence“

Weitere Informationen zu Kreator unter: kreator-terrorzone.de
oder auf FacebookTwitter und Instagram
Sepultura Tour 2017

SEPULTURA

Was gibt es über Sepultura zu sagen, das nicht bereits gesagt worden ist? Der außergewöhnliche Gitarrist Andreas Kisser und seine Gang von Extreme-Metal-Verrückten können sich nun bereits seit über 32 Jahren in der Szene behaupten. Seien es die frühen ikonischen Werke wie »Beneath The Remains« und »Arise«, die großen Charterfolge wie »Chaos A.D.« und »Roots« oder moderne Extreme-Metal-Meilensteine wie »A-lex« oder »The Mediator Between Head And Hands Must Be The Heart«,Sepultura haben stets gezeigt, wie vielschichtig und relevant sie immer waren und es heute noch sind. Mit brandneuen Songs in der Mache wird die Band auf den bevorstehenden Shows eine neue Art Chaos auf der Bühne entfesseln.

Das aktuelle Album von Sepultura gibt es bei Amazon:
Audio-CD „Machine Messiah“, Vinyl-LP „Machine Messiah
und MP3-Download „Machine Messiah“

Weitere Informationen zu Sepultura unter: sepultura.com.br
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