Fallback

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Florence and the Machine gibt Hamburg Musik und Liebe

Vor Jahren war Florence and The Machine bereits als Support für MGMT in Hamburg zu Gast. Florence Welch erinnerte etwa zur Mitte des Konzertes an den vergangen Auftritt mit den Worten, dass früher alles noch ganz anders gewesen wäre. Überhaupt war Florence recht redselig. Und das obwohl sie von sich selbst sagte, dass sie eigentlich schüchtern sei und lieber singe als redete. Aber fangen wir mal vorne an.

Young Fathers

Der Abend in der Hamburger Barclaycard Arena wurde von der Combo Young Fathers eröffnet. Wie jeder Support, mussten auch sie auf einer abgedeckten Bühne des Hauptacts auftreten. Es wäre schön gewesen, ihre eigene Gestaltung einer Bühne zu erleben. Denn die Band erschien durch und durch kreativ. Der fixierende Blick des Drummers – der außerdem im Stehen spielte. Die unrealistisch aufgeklappten Lippen des Sängers Kayus Bankole oder auch die Gestaltung ihres aktuellen Albumcovers. Alles passte zu der quirligen und eigenständigen Musik, die sich kaum in eine Schublade stecken lässt. Dafür aber perfekt auf eine große Bühne passt.

florence and the machine

Um 21:45 Uhr war es dann endlich soweit. Die nahezu ausverkaufte Arena begrüßte glücklich und lauthals zunächst die Band und schließlich Florence selbst. Es sollte etwas ruhiger mit dem Song June beginnen. Meist das Mikrofon umklammert und die Augen geschlossen, schien sie die Ruhe vor dem Sturm zu verkörpern. Denn schon als nächstes folgte ihre neue Hymne Hunger. Von nun an gab es kein Halten mehr. Florence sprang von einer Ecke zur Anderen. Nutze jede Ebene der stufig angelegten Bühne für Ihre Drehungen und Sprünge. Und sollte doch mal wieder ein ruhigerer Song folgen, wurden Haare und Gucci Kleid von Ventilatoren in Bewegung gehalten.

In den Pausen nutzte sie die Gelegenheit, um mit den Publikum zu spielen. Angefangen mit motivierenden Pro-Europa Ansagen bis hin zu der Aufforderung, einem Fremden im Saal seine Liebe zu gestehen. Sie erteilte striktes Handy-Verbot und brachte die ganze Halle dazu, auf Ansage zu springen. Später sollten dann alle ihre Handys wieder in die Hand nehmen und die Taschenlampen einschalten. Besonders beeindruckend war, wie hell es in der dann doch recht großen Arena plötzlich wurde.

Highlight des Abends war sicher ihr Song „Delilah“. Genauer gesagt, dessen Darbietung. Denn sie verließ die Bühne und lief direkt ins Publikum. Erst aussen rum, dann mitten rein in die Menge. Schließlich stellte sie sich auf eine Absperrung und sang den Song fest von Fans umklammert. Ein unvergesslicher Abend sollte es für einen jungen Mann in der ersten Reihe werden. Florence legte ihm ihre Hand auf den Kopf und umarmte ihn lang und innig. Es hatte den Anschein, als würde sie die Zeilen nur für ihn singen. Er konnte seine Tränen nicht verbergen. Warum auch. Florence and The Machine hatten die Hamburger im Griff. Und Florence selbst predigte nicht nur Liebe, sondern gab sie auch.

Florence + The Machine auf „High as Hope Tour 2019“

Florence Welch ist wieder da! Mit neuem Album und voller Energie springt sie endlich zurück auf die Bühnen und in das Scheinwerferlicht. Der Spaß, den man ihren ersten Live-TV-Auftritten im Rahmen der Album-Promo ansah, ist absolut authentisch, wie sie dem Intro Magazin in einem ihrer seltenen Interviews zum neuen Album verriet. „Mir geht es so gut! Die Arbeit an „High As Hope“ war eine Freude! Ich fühlte endlich wieder den Enthusiasmus, den ich am Anfang der Aufnahmen meines ersten Albums gefühlt hatte. Damals hatte niemand Erwartungen, ich konnte mich ins Studio stellen und ausprobieren.“

So ist „High As Hope“ ein wundervolles, befreites, großes Popalbum, das sich am Ende des Jahres sicher in vielen Bestenlisten finden wird. Als wäre das nicht genug, kommt bei Florence + The Machine noch hinzu, dass ihre Live-Shows ganz großes Kino sind. Satt instrumentiert, liebevolle Bühnendekoration, eine perfekt eingespielte Band und eben eine Frontfrau, die über die Bühne tanzt, schreitet, wirbelt und sprintet, als wolle sie jeden Abend das beste Konzert ihres Lebens spielen.

Florence + The Machine – „High as Hope“

Florence + The Machine High as Hope Tour 2019 / Florence and The Machine High as Hope Tour 2019

So war das Melt Festival 2018

Bereits zum 21ten Mal pilgerten aus aller Welt über 20.000 Fans von elektronischen Tanzmusik, von Hip-Hop und von Indie-Rock zum legendären Melt Festival 2018 ins mitteldeutsche Gräfenhainichen. Seit 1999 bringen die Macher des Open Air-Events dank handverlesener Headliner und internationaler DJ-Größen die „Stadt aus Eisen – Ferropolis“ zum Beben. Die Konzertlocation ist absolut einmalig, denn das Gelände beherbergt ein Freiluft-Museum in der ehemaligen Braunkohleregion um Gräfenhainichen. Die riesigen Abraumbagger sind Monumente aus der Zeit der ehemaligen DDR, in der die Braunkohle die wichtigste Energiequelle gewesen ist. Illuminiert und mit Pyrotechnik versehen entsteht eine einzigartige Kulisse für das Melt. Ergänzt von Übersee-Containern und allerlei stählernen Konstruktionen fühlt man sich fast, als wäre man Komparse in einen Mad Max-Film.

Auf dem Melt geht es neben der Musik aber vor allem um die persönliche Freiheit. Hier kann jeder sein wer er will und ausleben was er will. Die ungezwungene Atmosphäre und die vielen Nebenschauplätze fernab der beiden musikbeschallten Hauptschauplätze tragen zur Vielschichtigkeit des Events bei. Die Live-Acts verteilen sich im wesentlichen auf die beiden großen Bühnen „Melt Stage“ und „Melt Selektor“.

Freitag beim Melt Festival 2018

Für uns startet unser allererstes Melt Festival untermalt von den melancholischen Indie-Rock-Klängen von Cigarettes After Sex, die mit ihren tragenden Songs bei strahlendem Sonnenschein zu überzeugen wissen. Neben vielen Electronic- und Techno-Acts hat das diesjährige Melt auch zahlreiche Hip-Hop-Formationen mit auf dem Programmplan. So bringt beispielsweise Tyler, The Creator den Platz vor der Melt Stage unmittelbar zum Ausrasten. Die feiernden Menschenmassen inmitten der großen Baggerkulisse sind vor allem aus ein wenig Distanz ein atemberaubender Anblick. Das musikalische Highlight am Freitag ist dann der exklusive Deutschlandauftritt von Florence + The Machine. Die elfenhafte Sängerin Florence Welch zeiht mit einer emotionalen Show alle Zuschauer in ihren Bann und sorgt für ein furioses Finale des ersten Festivaltages.