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Inhalt

5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand – Teil 4: Ferienwohnung

Im 4. Teil unser „5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand“  ziehen wir mit Sack und Pack vom Festivalgelände weg in den nächstgelegenen Ort oder die Stadt. Dorthin, wo uns uns die heimische Umgebung einer Wohnsiedlung oder eines Stadtviertels empfängt. Festivalbesucher, die sich eine (oder mehrere) Übernachtung(en) im Zelt so gar nicht vorstellen können, wählen alternativ gern die Ferienwohnung als Unterkunft. Ob zu zweit als Pärchen oder als Gruppe mit Freunden, preiswert oder höherpreisig – je nach Lage des Festivals boomt in dessen Nähe auch der Markt für Ferienwohnungen aller Art.

Schlafen in der Ferienwohnung während eines Festival

Festival-Camper sollten mindestens einen Tag vor Festivalbeginn anreisen (oder besser noch eher), danach dürfen sie ihr Schlafquartier selbst aufbauen um es zu beziehen. Derweil können Besucher, die sich für das Übernachten in einer Ferienwohnung entschieden haben, auch noch kurz vorm Öffnen der Festivaltore anreisen. Eine saubere gemütliche Atmosphäre heißt einen willkommen. Der eigentliche Weg zum Festivalgelände muss dann meist mobil und flexibel gestaltet werden. Entweder mit dem eigenen Auto, sofern seitens des Festival-Veranstalters Tagesparkplätze verfügbar sind – sowie mit Bus, Bahn oder Taxi. Vor Ort muss man allerdings noch sein Ticket an einer speziellen „Bändchenkasse“ zum legendären Festival-Bändchen umtauschen. Da haben die Zeltplatz-Bewohner also einen kleinen Heimvorteil. Die abendliche Heimkehr kostet natürlich etwas mehr Zeit, als der gemeinschaftliche Fußmarsch zu den Campingbereichen. Auch muss mit kleineren Staus bei allen Verkehrsmitteln gerechnet werden. Fällt man danach aber erstmal ins „richtige Bett“ anstelle der quietschenden Luftmatratze oder der harten Isomatte, zahlt sich für so manchen auch der Mehraufwand aus.

Vorteile

  • Wer sich während der Festivaltage entscheidet, in einer Ferienwohnung zu nächtigen, der kann sich auf ein modernes und vor allem persönliches Ambiente freuen. Ein gepflegtes Interieur, ein kuscheliges Bett und der Charme des eigenen Zuhauses sorgen für das Wohlfühlen. Die eigene Toilette und Dusche ist bei einem Festival auch nicht für jeden erreichbar. Und natürlich kann man alle „negativen“ Eigenschaften des Festival-Campings schonmal mit so einer schönen Behausung über Bord werfen. Man ist unbeeinflusst von Wind und Wetter und auch an kälteren Tagen muss man nicht in seinem Zelt frieren.
  • Wer sich fern ab des Camping-Alltags bei einem Festival bewegt, der ist ungebunden und kann sich den zeitlichen Abläufen beim Zeltplatzgeschehen entziehen. Kein tägliches langes Schlangenstehen vor den Duschzelten oder den Dixie-Klos. Ausschlafen, gemütliches Frühstücken und entspannen vor dem Festivalbeginn. Lediglich die Running Order des jeweiligen Festivals gibt einen täglichen Takt vor, wann welche Bands auf welcher Bühne zu sehen sind. Man sollte allerdings frühzeitig aufbrechen, um einen eventuellen Stau vor den Parkplätzen und den Fußweg von dort zum Festivalgelände einzuplanen.
  • Während die Festival-Camping-Gemeinde über dem Gaskocher brühtet oder im besten Fall den Grill anwerfen kann, genießt man in der Ferienwohnung den heimischen Vorteil einer Küche, sowie den Kühlschrank und einen Geschirrspüler. Es ist also alles etwas leichter. Die tägliche Eigenversorgung beim Essen ist entspannter und unbegrenzt. Selbst für die Stunden auf dem Festivalgelände kann man sich noch eine Stulle schmieren und einpacken. Wenn man aber eh mit Rucksack unterwegs ist, ist das eine gute Option. Die schnelle Küche auf den Festivals bietet zwar für jeden Geschmack etwas, aber kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Wer es ruhiger mag, der ist mit der Buchung einer Ferienwohnung natürlich ganz weit vorn. Nicht mal im Hotel findet man so erholsamen Schlaf, da es dort ja tägliche Putz- und Essenszeiten gibt, die einen einschränken. Kein nächtliches Gegröhle oder laute Musik, die sich oft auf den Festival-Zeltplätzen abwechseln. Die Mietunterkunft liegt für sich und die eigene Privatsphäre ist großgeschrieben.

Nachteile

  • Wer sich für das Übernachten außerhalb des Festivalgeländes entscheidet, sollte sich bewusst machen, dass er mobil sein muss. Die tägliche Strecke zwischen Ferienwohnung und Festplatz muss erst einmal zurückgelegt werden. Darüber hinaus ist für diese Variante entscheidend, ob Parkplätze seitens des Veranstalters zur Verfügung stehen und ob diese täglich wieder verlassen werden können. Bei Festivals, die keine Tagestickets anbieten, ist manchmal auch das tägliche ein- und ausparken nicht möglich. Für denjenigen der fährt, heißt es dann auch noch nüchtern bleiben. Gar nicht so einfach zwischen den vielen lockeren, teils angeheiterten Menschen, die gemeinsam feiern. Viele ortsansässige Taxiunternehmen richten sich aber während der Festivaltage auch auf solche Personengruppen ein und bieten tägliche Fahrten zwischen den Ortschaften und dem Festivalgelände an. Bus und Bahn stellen leider selten eine gute Option dar, denn die Verbindungen passen nie genau zu den benötigten Bedingungen. Sich vorab zu informieren kann einem vor Ort viel Zeit und Ärger ersparen.
  • Die Mietkosten einer Ferienwohnung können zwischen günstig und überteuert liegen, mit entsprechend wenig Komfort und Platz für mehrere Personen oder aber mit luxuriöser Ausstattung. Meist kommt auf die Endsumme aber noch ein weiterer Kostenpunkt drauf, die Endreinigung. Viele Vermieter schlüsseln diesen Punkt extra auf – nicht das jemand beim Auszug tatsächlich Lust darauf hätte, selbst die Wohnung zu Putzen, aber die Möglichkeit bestünde immerhin. Auch der Energieverbrauch kann manchmal extra berechnet werden. Achtet also auf Zusatzkosten. Man findet auch oft Unterkünfte, die nur wochenweise vermietet werden. Erkundigt euch beim Vermieter, ob er für euch nicht doch eine Ausnahme machen könnte – einige Vermieter sind nicht nur nett sondern auch froh, wenn das Mietobjekt nicht leer steht, sondern wenigstens ein paar Tage gebucht wird. Insgesamt sind die Übernachtungskosten natürlich noch geringer, als würde man in einem Hotel übernachten. Dennoch: Festival-Camping ist die kostenlose bzw. kostengünstigste Variante. Mehr dazu in unserem Bericht über Festival-Camping.
  • Die Musikfestivals haben Saison in den Sommermonaten Mai bis September. Zeitgleich ist das in vielen Ferienorten der Zeitraum ihres Hauptsaison-Geschäfts. Das bedeutet, die Preise der Ferienwohnungen sind dann auf ihrem Höhepunkt, also am teuersten. Zusätzlich kanalisiert sich in diesen Monaten die Haupt-Reisezeit aller Urlauber, denn parallel sind dann auch Sommerferien im Land. Im Vorfeld bedeutet das für den Festivalbesucher, sich frühzeitig zur Teilnahme zu entscheiden, um die gewünschte Unterkunft frühzeitig zu reservieren oder zu buchen, kurz vor Festivalbeginn findet man meist keine freien Wohnungen mehr. Da viele Veranstalter die Line Ups ihrer Musikevents wenige Monate vor dem eigentlichen Start bekannt geben, muss man sich schon früh auf das Wagnis einlassen, dass einem am Ende auch das musikalische Angebot gefällt. Das Genre der Festivals ist aber weitestgehend bekannt, so dass man sich als Metal-Freak sicher nicht vertut und am Ende auf einem Hip-Hop Festival landet.

5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand – Teil 3: Glamping

Der 3. Teil unser Reihe „5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand“ zeigt euch eine moderne und fast schon luxuriöse Form des Campings – das „Glamping“Der Begriff „Glamping“ kommt aus dem englischen und niederländischen Sprachraum und ist eine neue Wortschöpfung: zusammengesetzt aus den Wörtern „Glamourous“ und „Camping“. Glamping ist ein neuer Trend, denn selbst für Campingmuffel ist diese Form zu Nächtigen attraktiv. Ein komfortables Abenteuer und trotzdem festivalnah.

Glamping auf dem Festival

Ob im festivaleigenen Resort, auf Bereichen in denen man Behausungen aller Art mieten kann oder den sogenannten „Podpads“ – Festival-Camping kann luxuriös sein. Die Frage ist, wo fängt für einen selbst der Luxus an.

Befestigte Hauptwege, die bei Regen und Matsch trockene Füße garantieren. Saubere und warme sanitäre Anlagen in Form von Dusch- und Toilettenwagen, Schließfächer, Stromanschlüsse und Kioskangebote erleichtern das Zeltplatzleben. Eigene kleine Supermärkte und Frühstückscafés, Containerpools die zu spaßigen Poolpartys einladen. Festival-Camping mit vielen Annehmlichkeiten also. Diese Variante wird auch unter den Festival-Campern immer beliebter. Bleibt doch immernoch ein Gefühl des Outdoor-Erlebnisses, verbunden durch den Zusammenhalt und Spaßfaktor der Gemeinschaft.

Ganz entspannt mit wenig Gepäck anreisen? Klappt auch – vorausgesetzt man mietet sich bei einem Dienst wie bei „Mein Zelt steht schon“ seine Campingausrüstung, denn dann heißt es nur noch Klamotten ausladen und ins bereits aufgebaute Zelt einziehen. Bequem und trotzdem cool? Auch hier kommt man auf seine Kosten. Bunte Zelte und Behausungen aus Holz bietet euch z. B. der Dienst Podpads. 7 verschiedene Übernachtungsvarianten stehen zur Auswahl. Schon fast wie kleine Dörfer schauen die vielen aufgereihten bemalten Häuschen und Zelte aus. Von außen eher wie große Puppenhäuser, doch innen ausgestattet mit allem was das Festivalcamper-Herz höher schlagen lässt: Ein (Feld-)Bett und eine batteriebetriebene Steckdose. Natürlich kann man auch hier bis zur Luxus-Ausstattung aufsteigen, um dann mit Schaummatratze, Schränkchen und echter Steckdose zu nächtigen.

Ob man seine Nächte nun im Zelt verbringt oder im befestigten Holzhäuschen – bleibt dem eigenen Geschmack und natürlich dem Geldbeutel überlassen. Möglich ist alles. Mehr Informationen erhaltet ihr beim jeweiligen Veranstalter oder lest einfach unseren speziellen Tipp.

Vorteile

  • Campinglust statt Campingfrust ist das Motto beim Festival-Glamping. Musikfans, die sich für eine der neumodischen Campingformen entscheiden, wollen sich „etwas gönnen“. Das wohlige Gefühl, mitten im Festivalgeschehen zu sein und trotzdem komfortabel und vor allem sicher schlafen zu können steht im Vordergrund. All die festen Behausungen bieten dir bei schlechten Wetterverhältnissen Schutz, da sie wasserfest gebaut sind. Aber auch vor Diebstählen ist man sicher, denn die Häuschen sind abschließbar.
  • Taschepacken leichtgemacht. Je nach gewählter Unterkunft, sind die wichtigsten Möbel und Ausstattungen bereits vorhanden. In jedem Fall heißt es: weniger mitnehmen. Bett und Matratze gibt es natürlich auch mit frischer Wäsche bezogen. Handtücher können auch dabei sein. Genügend Stauraum durch Hängeschränken oder Tische wird geboten.
  • Der Trend geht zum Wohlfühl-Festival. Die Zielgruppe dieser Übernachtungsform sind vor allem diejenigen, die mehr wegen der Musik und weniger wegen des Drumherums das Festival besuchen. Also Personen, die nachts ihre Ruhe haben wollen. Hier sollte die Wahl also nicht aufs Zelt fallen, sondern auf eine feste Behausung, wie ein Container oder Holzhaus. Denn hier bleibt der Schall und der nächtliche Lärm der Campinggemeinde einfach draußen vor der Tür.

Nachteil

  • Im direkten Unterschied zum klassischen Camping muss man bereit sein, tief(er) in die Tasche zu greifen. Da das Festivalcamping meist inklusive des Ticketpreises ist, muss der Besucher lediglich seine eigene Schlaf-Ausrüstung mitbringen. Ein Zelt zu mieten ist je nach Ausstattungswunsch noch eine relativ geringe Investition. Hochgerechnet auf mehrere Festivalbesuche im Jahr, steigt der Preis aber natürlich enorm an. Die wunderhübschen bunten Podpads haben ebenfalls ihren Preis: So kostet die günstigste Variante mit fünf Freunden für vier Nächte ca. 110,- EUR pro Person. Die Luxusvariante müsstet ihr zu zweit für vier Nächte für insgesamt ca. 350,- EUR buchen.

Unser spezieller Tipp

Wer sich ein Mittelding wünscht, dem stellen wir hier einige schöne Möglichkeiten vor. Die Dienstleister, die ihre Zelte samt Ausstattung vermieten, vereinfachen dir das Packen und die Anreise – man muss lediglich in das bezugsfeste Zelt einziehen. Mittlerweile hat sich die Liste teilnehmender Festivals stark erhöht, so dass man eine große Auswahl hat. Vom Hurricane über das splash! und Deichbrand bis zum Wacken wächst die die Auswahl stetig. Einfach aus drei verschiedenen Zeltkategorien die passende für sich auswählen. Vom 1-Personen-Wurfzelt bis zur 12er Zelt-Gruppe ist alles möglich.

Und oben drauf könnt ihr noch Campingstühle, Tische, Sonnenschirme, Luftmatratzen und Schlafsäcke ausleihen. Die Kosten belaufen sich zwischen 75,- EUR z. B. für ein einzelnes 1-Personen-Zelt bis hin zu 2.000,- EUR für die 12-er Gruppe inklusive kompletter Ausstattung. Weitere Informationen unter: www.mein-zelt-steht-schon.de oder www.zeltheld.com

5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand – Teil 2: Wohnwagen und -mobile

Wir haben für euch 5 Übernachtungsmöglichkeiten ausgesucht, dazu interessante Hintergründe recherchiert sowie die Vor- und Nachteile aus unseren persönlichen Erfahrungen zusammengestellt. 

Teil 2 unser fünfteiligen Reihe „5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand“ befasst sich mit dem Thema Camping im Wohnmobil oder Wohnwagen. 

Wohnwagen oder Wohnmobil auf dem Festival

Auf allen mehrtägigen Festivals gibt es eigene Campingplätze. Wer diese nutzen möchte, benötigt natürlich erst einmal ein gültiges Festival-Ticket. Als nächstes steht die Entscheidung an, ob man seine Nächte in einem Zelt oder in einem Wohnwagen bzw. Wohnmobil verbringen mag. Stellflächen für das Caravancamping sind bei den Veranstaltern unterschiedlich ausgewiesen, entweder kombiniert mit den Zelten, manchmal aber auch als extra Bereiche.

Die Campinggebühr ist im Festivalticket integriert und funktioniert ähnlich wie beim Festival-Zelten. Ihr müsst hier aber im Vorfeld eine kostenpflichtige Womo-Plakette erwerben, meist ein Aufkleber, den ihr Ort auf eurem Fahrzeug sichtbar abringen sollt.

Kombis, Kleinbusse oder Transporter werden ebenfalls mit zum Caranvancamping gezählt. Strom- oder Wasseranschlüsse für die Camper sind nicht vorhanden, man sollte also autark anreisen und die eigene Strom- sowie Wasserversorgung mitbringen. Am Fahrzeug darf in der Regel ein Vorzelt oder Pavillon angebaut werden. Zelte mit zusätzlichen Schlafgelegenheiten sind nicht erlaubt. Tipp: Informiert euch frühzeitig beim Veranstalter, denn pro 2 gekaufter Tickets wird maximal 1 Womo-Ticket angeboten!

Vorteile

  • Wer beim Zelten die fehlende Privatsphäre bemängelt, ist eindeutig mit der Wahl einer fahrbaren, fast häuslichen Unterkunft besser bedient. Man ist mehr für sich und kann sich komplett zurückziehen, sollte man mal eine Pause vom ganzen Drumherum benötigen. Man kann seine Tür abschließen, ein etwas höheres Sicherheitsgefühl als im Stoffzelt ist also gegeben. Dennoch: Wertsachen sollten nicht allein zurückgelassen werden.
  • Dass beim Zelten immer ein kleiner hygienischer Mangel mit „urlaubt“ ist kein Klischee. Man robbt vorrangig in gebückter Haltung auf dem Boden herum, alle Sachen liegen ebenfalls auf dem Boden. Lebensmittel kann man schwerer vor Wärme oder Tieren schützen, besonders bei mehren Tagen. Im Wohnwagen bleiben dagegen schonmal die Schuhe draußen, so bleibt’s sauber – und auch sonst ist einfach mehr Ordnung möglich. Man kann natürlich auch viel mehr einpacken. Für die ein oder andere Frau sicher neben hygienischen Vorteilen auch ein Pluspunkt. Und was den Toilettengang oder die eigene Dusche im Campingmobil angeht, so etwas ist doch im Vergleich zum Duschzelt oder dem Dixi-Klo echter Luxus.
  • Die Essensversorgung kann leichter organisiert werden. Viele Campingfahrzeuge haben kleine Kochstellen bis hin zur richtigen Küche integriert. Auch ein Kühlschrank macht während ein paar heißen Tagen Sinn. Und ist erst ein Backofen oder eine Mikrowelle eingebaut, dann kocht man fast wie zu Hause.
  • Schlägt das ehemals sonnige Wetter einmal um, ist es im Wohnmobil bei Regen und Sturm natürlich gemütlicher. Vor allem aber sicherer und es bleibt trocken. Wo Zelte im Wind oft nachgeben oder extra gesichert werden müssen, kann man es dagegen in der festen Behausung problemlos ein paar Tage aushalten. Es könnte nur sein, dass die Situation auf dem engen Raum dann ein wenig die Nerven strapaziert.

Nachteile

  • Wer mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil verreist, sollte sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Die aktuelle Geschwindigkeitsbeschränkung auf deutschen Straßen liegt bei 100 km/h. Damit ist man natürlich nicht unbedingt flink am Reiseziel.
  • Um einen mobiles Reisegefährt zu fahren, benötigt man einen speziellen Führerschein. Hier gelten genaue Regeln und auch, wann der Führerschein für welche Klassen erworben wurde. Grundsätzlich gilt bei Wohnmobilen, wer den B-Führerschein erworben hat, ist auf 3,5 t begrenzt. Für alles darüber bis 7,5 t benötigt man die Fahrerlaubnis C1. Bei Wohnwagen gilt, wer den Führerschein B hat, benötigt eine Erweiterung auf B 96 um Fahrzeug-Kombinationen bis zu 3,5 t zu fahren. Weitere Informationen unter: www.caravaning-info.de
  • Natürlich sind die Anschaffungskosten dieser Urlaubsbehausungen relativ hoch, im Vergleich zum Zelten. Aber auch hier gibt es alternativ einen großen Gebraucht-Fahrzeugmarkt und die Möglichkeit zum Ausleihen.
  • Kommt man nach der Reise wieder nach Hause, steht erstmal lästiges Spurenbeseitigen an. Der Wohnwagen will geputzt und aufgeräumt sein – egal ob Leihmobil oder eigenes Fahrzeug. Dagegen ist ein Zelt schnell wieder zusammengefaltet.

Unser spezieller Tipp

Einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil könnt ihr euch auch ausleihen. Es gibt viele Anbieter, vom ADAC, über Autovermietungen bis hinzu verschiedene kleineren privaten Verleihern. Je nach Größe, Ausstattung und Buchungsdauer beginnen die Preise schon bei 35,- am Tag. Wer dazu noch etwas Außergewöhnliches erleben oder einfach Auffallen möchte, der schaut am besten mal auf www.festival-wohnwagen.de oder www.cultbus.de/festivals nach.

5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand – Teil 1: Camping

Heute stellen wir euch unsere fünfteilige Reihe „5 Festivalunterkünfte auf dem Prüfstand“ vor. Jeder Festivalbesucher oder der, der es noch werden möchte, stellt sich zu Beginn die selbe Frage: Wie übernachte ich dort am Besten? Was erwartet mich beim Festival-Camping, ist ein Zelt oder ein mobiles Gefährt für mich am geeignetsten? Welche Alternativen gibt es sonst noch für mich?

Wir haben für euch 5 Übernachtungsmöglichkeiten ausgesucht, dazu interessante Hintergründe recherchiert sowie die Vor- und Nachteile aus unseren persönlichen Erfahrungen zusammengestellt. Der erste Teil unserer Reihe beginnt mit dem klassischen „Camping“.

Camping auf dem Festival

Festival-Camping gehört für viele als einzigartige Erfahrung dazu. Es ist die günstigste Variante, um mehrere Tage zu übernachten und es ist absolut authentisch. Naturnah, meist auf einer zu Beginn noch grünen Wiese. Das Auto wird auf einem getrennten Parkbereich abgestellt, von dort gilt es dann Sack und Pack zum Zeltplatz zu schaffen. Man kommt direkt mit anderen Festivalbesuchern in näheren Kontakt, denn die Gemeinschaft ist aufgeschlossen, hilfsbereit und vor allem kreativ. Platzwahl, Aufbau und nach getaner Arbeit ein gemeinsames Bier mit den neuen Nachbarn schafft eine vertraute Atmosphäre.

Dennoch ist es nicht wie auf einem Campingplatz. Es gibt keine nutzbaren Strom- oder Wasseranschlüsse, man sollte also autark anreisen und möglichst für die eigene Versorgung alles mitbringen. Es stehen meist Dixi-Toiletten und Duschzelte bereit, die mit Wertmarken funktionieren, die aber die Besuchermengen oft nicht gut genug abdecken. Plant auf jeden Fall Wartezeiten ein. Dazu ist das Festival-Camping auch oft völlig improvisiert. Gesessen wird auch mal auf dem Boden, Reparaturen erfolgen mit Panzer-Tape. Das ein oder andere Teil vergessen? Irgend ein Mitcamper hat vorausschauend immer etwas mehr eingepackt und hilft aus. Auf dem Campingplatz Feiern und Spaß haben ist für manche Festivalbegeisterte das Highlight – noch mehr als sich die Bands anzuschauen. Es herrscht einfach eine tolle, ausgelassene Stimmung auf den Campingplätzen. Und dies spürt man, wenn man über so einen Zeltplatz schlendert.

Man lebt zwischen alten Papptellern und Bierdosen, Musik gröhlt von allen Seiten aus den mitgebrachten Soundanlagen, es riecht nach gegrilltem Fleisch und Zigaretten und man schläft auf Isomatten oder Luftmatratzen. Aber es ist ja auch ein Festival – wo sonst würde man freiwillig all das in Kauf nehmen?

Green Camping

Viele Festival-Veranstalter haben die Camping-Idee bereits weiterentwickelt. Berge von Müll, Hinterlassenschaften wie alte Sofas oder Kühlschränke, uvm. Das Green Camping ist die neue umweltfreundliche Alternative, es geht um Nachhaltigkeit und darum, den Verbrauch von Strom und Wasser zu reduzieren. Es beginnt bei den Besuchern bereits mit einer umweltbewussteren Planung. Auch das Sauberhalten des Zeltplatzes und seiner Umgebung gehört natürlich dazu. Vor Ort werden diverse Behälter für die Müll- und Werkstofftrennung bereitgestellt. Auch das Mittnehmen seiner kompletten Ausrüstung am Abreisetag sollte selbstverständlich sein. Die Einführung von Müllpfand hilft dabei, dass die Besucher ihren Restmüll sammeln und am Ende gegen Eintausch des Pfands an bestimmten Stationen abgeben.

Darüber hinaus wollen die Green Camps mehr Ruhe abseits des Festivaltrubels bieten. Meist sind dort Stromaggregate, aber vor allem Musikanlagen tabu, zusätzlich gibt es Nachtruhezeiten. Die Plätze auf diesen ausgewiesenen Bereichen sind begrenzt meldet euch also möglichst frühzeitig an. Außerdem kostet die Nutzung der Green Camps bei den meisten Festivals etwas mehr für. Für alle, die es etwas ruhiger angehen wollen, ist die Camping-Variante durchaus eine Überlegung wert.

Vorteile

  • Wer zeitig bei einem Festival anreist, bekommt einen guten Platz für sein Zelt und ist so in Laufnähe zum Festivalgelände. Aber auch für alle anderen ist meist ein Fußmarsch möglich, um zum Festivalgeschehen zu gelangen. Bei größeren Festivals, mit weit auseinander liegenden Zeltplätzen, werden meist Shuttlebusse vom Veranstalter eingesetzt, die zwischen festen Haltestellen pendeln.
  • Anders als im Hotel, ist man beim Camping auf sich selbst gestellt. Dafür lernt man eine Menge neuer Leute kennen und verbringt auch abseits der Bühnen eine tolle Zeit.
  • Es ist die kostengünstigste bzw. kostenlose Variante zum Übernachten. Die gültigen Festivaltickets enthalten oft bereits einen Platz zum Campen, den man sich selbst aussuchen kann (hier entscheidet wieder der Anreisezeitpunkt), in manchen Fällen gibt es geringe Gebühren für das Festival-Camping. Genaue Informationen erhaltet ihr beim jeweiligen Veranstalter.

Nachteile

  • Wer den „Luxus“ seiner eigenen Toilette von Zuhause gewöhnt ist, muss hier Abstriche in Kauf nehmen. Es stehen meist Dixi-Toiletten, nicht zwingend in großen Mengen, bereit. Besonders morgens und beim nächtlichen Heimkehren musst du hier mit Wartezeiten rechnen. Spannender wird es dann nur noch beim Duschen. Duschzelte sind meist auch in ähnlich geringer Anzahl wie die WCs zu finden. Mit Wertmarken, die vor Ort erworben werden können oder mit Kleingeld, kann man, auch nach langem Anstehenden zu den explosiven Zeiten, etwas warmes Wasser erhaschen.
  • Lediglich auf den Green Camping-Plätzen ist eine Nachtruhe einzuhalten und laute Geräte sind dort verpönt, teils verboten. Soundanlagen und Dieselgeneratoren der Mitcamper können einen schonmal um den Schlaf bringen. Im unfreiwilligen Remix hallen gelegentlich auch unterschiedliche Sounds parallel über den Platz. Alles eine Frage der inneren Ruhe – oder des Alkoholpegels.
  • Festival-Camping ist absolut nicht glamourös. Mit Isomatte oder Luftmatratze, 3 Tage und Nächte zu verbringen, bei Wind und Wetter, im schlimmsten Fall bei Regen und Matsch. Das muss man mögen. Für viele Besucher, die schon mehrere Jahre dabei sind, wäre ein Festival ohne Camping keine richtige Festival-Erfahrung. Da gehört nichts weichgespültes dazu. Von Dosenravioli bis Sonnenbrand darf alles dabei sein. Man kann ja nach seiner Rückkehr ins traute Heim immer noch relaxen und sich von den Strapazen erholen.

Unser spezieller Tipp

Auf vereinzelten Festivals gibt bereits es das neue „Foodsharing“. In jedem Jahr bleiben viele Lebensmittel auf den Campingplätzen liegen und landen so im Abfall. Die neue „Tausch dich satt“-Aktion findet ihr an den Infopoints. Alle abgepackten oder noch verschlossenen Lebensmittel, die man übrig behalten hat und nicht mehr benötigt, kann man dort gegen bereits vorhandene Sachen anderer Festivalbesucher tauschen. Auch mobile Foodsharing-Wagen sind unterwegs, damit direkt auf den Zeltplätzen getauscht werden kann. Weitere Informationen unter: www.foodsharing.de