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Editors in Leipzig im Felsenkeller – Ein Abend „Like A Heart Attack“

Eine der einflussreichsten britischen Indie Bands ist endlich wieder auf Tour. Leipzigs Felsenkeller ist der zweite Stopp in deutschen Gefilden. Bekannt ist, dass der aktuelle Albumtitel „EBM“ nicht nur für die Kooperation der Editors mit dem Erfolgsproduzenten Blanck Mass steht, sondern vielmehr für deren neuen elektronischer Sound. Man referenziert sich auf die Electronic Body Music der 80er, welche maßgeblich von Bands wie Front 242 oder Nitzer Ebb geprägt ist. Daher durfte man gespannt sein, auf die Live-Präsentation der neuen deutlich elektronischeren Songs.

Monako

Es ist ein lauer Montagabend im goldenen Herbst. Zögerlich füllt sich der historische Saal. Um 20:00 Uhr eröffnet die deutsch-kanadische Combo MONAKO den Abend. Der melancholische Indie Rock-Sound der Jungs weiß zu gefallen. Zuweilen wirken die Tracks sehr tragend und ruhig. Dem Sänger Sadek Massarweh sieht man etwas das Lampenfieber an, aber er führt sympathisch durch das Set. Die Bühne des Felsenkellers ist recht klein, so dass diese für die Editors etwas beräumt werden muss. Schließlich sind sie durch die Verstärkung des neuesten Live-Members Benjamin John Power aka Blanck Mass zu sechst.

Editors

Pünktlich um 21:00 Uhr betritt die Band im Strobo-Gewitter zu „Heart Attack“, dem Opener der aktuellen Platte, die Stage. Editors machen Live keine Kompromisse. Mit sieben Tracks von „EBM“ nimmt das neue Werk den Hauptteil des Abends ein. Das erste Viertel wird nur durch den Klassiker „Bones“ unterbrochen. Der neue Live Sound geht nach vorn und kennt kaum Verschnaufpausen. Die treibenden Up Tempo Nummern „Karma Climb“ und „Picturesque“ heizen dem Publikum richtig ein. Stilistisch reiht sich das kraftvolle „In This Light and on This Evening“ vom gleichnamigen 2010er Erfolgsalbum wunderbar ein. Jetzt geht es zurück im Back Catalogue. Indie Rock Hymen, wie „Sugar“ und „All Sparks“, komplettieren das Set. Lediglich die Single „Magazine“ vom Vorgängeralbum hat es ins Programm geschafft. Für den fünften Vertreter von „EBM“ ist die Wahl auf das kraftvolle „Vibe“ gefallen, bevor mit dem Glanzstück „The Racing Rats“ die Venue fulminant zum Beben gebracht wird. Zu der Akustikversion von „Nothing“ bleibt der charismatische Fronter Tom Smith allein im Lichtkegel. Seine einzigartige Stimme begleitet vom Gitarrenspiel erhellt das Auditorium abermals. Dies sollte die einzige Verschnaufpause für den Rest der Band bleiben. Mit „Blood“ und „Smokers Outside the Hospital Doors“ geht es zurück in die musikalischen Anfangstage. Für das vorläufige Finale reisen die Briten 18 Jahre vorwärts in die Neuzeit. Mit „Kiss“ und „Strange Intimacy“ greifen sie ein letztes Mal auf den aktuellen Long Player zurück. Ganze 18 Stücke misst das kurzweilige Hauptset.

Beim Zugabenblock überlassen Smith und Mannen nichts dem Zufall. Bezeichnender Weise startet das Tripel mit „An End Has a Start“ gefolgt von einem der wichtigsten Editors Hits „Munich“. Ein Song der weder für die Band noch für das Publikum jemals langweilig wird. Mit dem Überhit „Papillon“ wird hier nochmals alles abverlangt, bevor sich die mitreißende Show ohne unnötige Längen nach gut 100 Minuten dem Ende neigt. Editors sind live einfach ein Macht. Tom Smith begeistert mit brillantem Songwriting und seinem gottgleichen Organ. Die Band erfindet sich selbst auf der Bühne immer wieder neu und wir freuen uns schon, wenn die Editors das nächste Kapitel schreiben.

Englands Indie-Exportschlager Editors in Berlin

Wenn sich vier Musiktechnologie-Studenten von der Stafford University zusammen tun und sich innerhalb von 15 Jahren an die Spitze der britischen Indie-Szene spielen, dann können das nur die Editors sein. Seit dem Gründungsjahr 2003 hat sich zwar die Besetzung verändert, dem experimentierfreudige Musikmix aus Post-Punk, Synth-Balladen und dunkel angehauchtem Stadion-Rock sind sie treugeblieben. Auf aktueller „Black Gold Tour 2020“ ist die Band – bestehend aus Sänger/Gitarrist Tom Smith, Lead-Gitarrist Justin Lockey, Bassist Russell Leech, Synths/Gitarre Elliot Williams und Schlagzeuger Ed Lay – derzeit auf Tournee und bespielt dabei auch insgesamt vier deutsche Konzert-Locations. Das Berliner Velodrom ist nach der Eröffnungsshow in Düsseldorf an Position 2 und die Fans in der deutschen Hauptstadt haben direkt für ausverkauftes Haus gesorgt. Die kommenden zwei Deutschlandshows finden allerdings erst im Hochsommer statt, da werden die Editors auf dem Hamburger Stadtpark Open air sowie dem Münchener Tollwood Festival spielen. 

Whispering Sons

Bevor die Editors aber in ihre Headliner Show starten, bekommt die junge, belgische Post-Punk Band Whispering Sons Gelegenheit, das Velodrom aufzuwärmen. Eher unauffällig tritt die fünfköpfige Gruppe in Erscheinung, umso auffälliger ist ihr schwermütiger Sound. Die tiefe, dunkle Stimme von Frontfrau Fenne Kuppens paart sich mit druckvoll-dunklen Gitarrenwällen und schleppenden Bässen. Fans alternativer Musik kommen dabei auf ihre Kosten. Leider will die Stimmung im Publikum einfach nicht recht aufkommen und so ist der Auftritt zwar von der starken Stimme und Bühnenpräsenz der schmalen Blondine geprägt, sonst aber eben eher nett anzusehen.

Editors

Sänger Tom Smith füllt die große Bühne mit seiner charakteristischen Gestik und Bewegung vom ersten Moment an aus. Diese Performance zieht jeden in seinen Bann. Nicht zuletzt, weil seine Augen oft den direkten Kontakt zum Publikum zu suchen scheinen. Die Berliner Setlist ist ein gut gewählter Musikmix aller sechs Alben der letzten 15 Jahre. Fans der späteren Platten können sich über die komplexen Synthie-Hymnen wie „Sugar“ oder „A Ton Of Love“ freuen. Von dunkel-düster über 80er-Jahre-infiziertem Synthbombast bis hin zum ultrapompösen Indiepop-Dancefloorkiller, Editors zeigen ihren typischen Style aus über einem Jahrzehnt Bandgeschichte. Dabei schaffen sie es, jeden ihrer Songs Editors so unterschiedlich klingen zu lassen, immer verbunden durch einen Hang zur Melancholie und dem Gänsehaut-Timbre von Tom Smith. Immer wenn Elliott Williams seine Keys gegen die Gitarre tauscht, kommen auch die Fans der ersten Stunde auf ihre Kosten. Die vierköpfige Indie-Rock-Band aus England brennt jedenfalls leidenschaftlich für ihre Musik und weiß ganz genau, wie sie damit die Zuschauer beglückt. Mit vier Zugaben und insgesamt 24 Titeln ist definitiv kein Fan-Herz zu kurzgekommen.

So war das Highfield Festival 2018

Am mittleren Augustwochenende haben 35.000 Festivalfans beim der 21. Ausgabe vom ausverkauften Highfield Festival 2018 gefiert. Wie immer lud dabei der angrenzende, idyllische Störmthaler See bei Größpösna nahe Leipzig als perfekte Festival-Location ein. Beim bisherigen Super-Sommer-Verlauf lag es nahe, hat sich dann aber auch für die Highfield-Besucher bewahrheitet: makelloses Festivalwetter mit sommerlichen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Darüber war die Freude natürlich groß, vor allem da im vergangenen Jahr einige Shows dem schlechten Wetter zum Opfer fielen. Zum Glück hat Veranstalter FKP Scorpio die Idee umgesetzt, drei spezielle Gäste aus dem letzten Jahr einfach wiederzuholen. Die Auftritte von Billy Talent, Bosse und Clueso konnten allesamt endlich unter klarem Himmel nachgeholt werden. Auch sonst tummelten sich jede Menge nationale und internationale Künstler auf dem diesjährigen Line-up, an dessen Spitze (neben Billy Talent) Broilers, Marteria und Die Fantastischen Vier standen.

„Das Highfield 2018 war so reich an Emotionen und besonderen Momenten auf und neben den Bühnen, dass die Energie auf dem Festivalgelände förmlich greifbar wurde“, sagt Stephan Thanscheidt, CEO des Veranstalters FKP Scorpio. „Unser Dank gilt daher vor allem unseren Künstlern, die das Highfield mit ihrer Musik und zahllosen verrückten Einfällen unvergesslich gemacht haben. Unsere Gäste haben ihnen das mit einer Euphorie gedankt, die bei vielen Künstlern selbst Gänsehaut verursacht hat. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr!“

Freitag beim Highfield Festival 2018

Wie wird man eigentlich Headliner eines großen Festivals? Vielleicht, weil man seit über 21 Jahren – so wie Billy Talent – ein Garant für ein großartiges Punkrock-Konzert ist. Und in diesem Fall, im vergangenen Jahr leider nicht beim Highfield Festival auftreten konnte, weil das Wetter einen anderen (deutlich schlechteren Plan) verfolgte. Mit dem aktuellen Album „Afraid Of Heights“ (VÖ 7/2016) haben sie vor allem live nochmal eine Schippe drauf gelegt und das kommt bei den Fans an. Die neuen Songs, das neue Bühnenbild und eine Menge cooler Lichteffekte haben Billy Talent auch mit über den großen See geschleppt. An der Punkrock Front haben im Laufe des Tages aber auch Itchy – die dreifach besetzte Band aus dem schönen Schwabenländle mit den sympathischen Mitgliedern die allesamt gleich mehre Aufgaben übernehmen: Frontmann Sibbi und Kollege Panzer spielen beide Gitarre und Bass und geben abwechselnd den Sänger – Max ist ebenfalls für den Gesang zuständig, ist aber auch ein Ass an den Drums. Gogol Bordello haut in eine ähnliche Kerbe, aber eher wie Zigeunerpunk mit einem Mix aus Reggae und Rock’n’Roll bis hin zu spanischen Flamenco-Einflüssen und slawischen Klängen. Die New Yorker Band bestand früher nur aus Sänger Eugene Hütz und seiner Gitarre, schnell entstand daraus ein Trio und bis heute ist man auf neun Musiker angewachsen.

Wer es gern durchgeknallt mochte, der war am Nachmittag mit der Hip Hop-Crew aus dem Kohlenpott bestens bedient. 257ers spielten ein ausgelassenes Partydoppel mit Schaumkanonen und jeder Menge Unfug und Spaß. Das britische Duo The Subways begeisterte als Energiebündel mit ihrem Indie-Rock genau wie der smarte Erfurter Clueso, der mit seinem „Neuanfang“ einfach jeden inspiriert hat, es ihm nachzumachen. Und auch der nächtliche Auftritt von Herrn Gator aka Lukas Strobel begeisterte die Massen. Denn er hat es verstanden, die Menschen mit seiner Musik und seinen Texten gnadenlos zu unterhalten. Alligatoah – der junge Mann mit Schnauzer erzählte gutgelaunt seine Geschichten, er rappte, sag, blödelte und übte geschickt Kritik an der Gesellschaft.

 

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Highfield 2019 / Highfield Festival 2019

Unsere Highlights beim Open Flair Festival 2018 Tag 5

Und so schön die letzten vier Tage in Eschwege waren, so schnell stand der Sonntag vor der Tür. Bei bestem Wetter starteten „Kmpfsprt“ auf der Radio BOB!-Bühne und brachten viel Spaß und Spiellaune mit. „Graveyard“ gaben ihre Open Flair-Premiere und überzeugten mit ihrer Musik, einer gelungenen Mischung aus Blues, Rock und auch psychedelischen Elementen.

Denke ich an Musik aus Australien, so denke ich eher an Metalcore-Bands wie Parkway Drive oder The Amity Affliction, welche auch bereits beide auf dem Open Flair zu Gast waren. Hip Hop kommt mir da weniger in den Sinn. Aber genau den brachten die „Hilltop Hoods“ aus Adelaide erstmals nach Eschwege. Seit über 20 Jahren machen sie Musik, ihr 2009 erschienenes Album „State Of The Art“ ist wohl das meistverkaufte Hip Hop-Album Australiens aller Zeiten. Und so wussten Sie auch am Sonntag zu überzeugen, auch wenn der Tag eher unter der Flagge von Gitarren und Rock stand.

Etwas theatralisch wirkte der Auftritt von „Creeper“ auf der Freibühne durch das Bühnen-MakeUp von Gitarristen Ian Miles. Die Musik der Engländer ist extrem wandlungsfähig, die Show war von viel Action geprägt.

„Bad Religion“’s Auftritt stand zum Großteil unter der Flagge des vor 30 Jahren veröffentlichten Albums „Suffer“. Das Cover zierte das Backdrop auf der Bühne. Die A-Seite der Platte wurde komplett gespielt, von der B-Seite eine Auswahl. Für ein Festival hätte ich mir eine etwas mehr über die Jahre gemixte Setlist gewünscht, da allerdings Bad Religion-Songs meist recht kurz sind, war in der einen Stunde Spielzeit auch noch genug Luft für weiteres. Es folgten Klassiker wie „Punk Rock Song“ oder auch „American Jesus“ und „Suffer“.

„I hate Los Angeles“ war eine der ersten Textzeilen des Liedes „Drive North“ der aus Kalifornien stammenden Band „SWMRS“, die auf dem Open Flair erklang. Klingt jung, rotzig, rebellisch? Ja, und genau so war die Show, die die Musiker ablieferten. Da waren Energie, Wut und Kraft auf der Bühne. Offiziell ist ihr erstes Album 2016 erschienen, allerdings machten sie davor bereits Musik unter anderem Namen („Emily’s Army“).

Der Auftritt der „Editors“ war in schönes Bühnenlicht getaucht, Sänger Tom Smith tobte erst ohne Gitarre über die Bühne, von links nach rechts und wieder zurück. Dann schnallte er sich die Gitarre um und die Band aus England spielte ein großartiges Konzert. Ganz klar: ihre große Stärke liegt in den Live-Shows. Sie wussten sofort, wie sie das Publikum mitreißen können. Hoffentlich sieht man die Englander in 2-3 Jahren wieder in Eschwege, nachdem dieser erste Auftritt hier die Fans so begeistert hat.

Finaler Act auf dem diesjährigen Open Flair waren die Beatsteaks und ein besseres Abschlusskonzert hätte ich man sich nicht erdenken können. Die Stimmung war von Anfang an grandios, Arnim suchte oft die Nähe der Fans und war fast mehr an den Gittern zur ersten Reihe als auf der Bühne. „Frida und die Bomben“, gesungen von Bernd und „Hey du“, gesungen von Thomas, durften natürlich auch nicht im Programm fehlen. Die Zugabe startete mit „Summer“. Perfekt. Die Berliner haben dem Festival für dieses Jahr einen mehr als würdigen Abschied beschert und wieder einmal mehr bewiesen, dass sie eine grandiose Live-Band sind.

Nächstes Jahr geht dieses wunderbare Festival in seine 35. Runde und ich hoffe, ich kann dann auch wieder Teil des tollen Fotografen-Teams sein. Man darf gespannt sein, welche Bands die Veranstalter für das Jubiläum nach Eschwege holen. Der Verkauf der Early Bird-Tickets läuft auf Hochtouren, 10.000 Tickets sind bereits verkauft. Und nach all den Jahren, die ich nun schon sowohl privat als auch als Fotografin auf das Open Flair komme, muss ich wohl zugeben: ja, ich bin flairliebt.

Infos + Tickets Open Flair Festival 2019Open Flair 2019 / Open Flair Festival 2019

So war das Deichbrand Festival 2018 am Samstag

Der zweite Festivaltag beim Deichbrand Festival 2018 hält wie am Tag zuvor bestes Sommer-Wetter bereit. Mit Öffnung der Pforten begibt sich eine noch überschaubare Menge auf das Festivalgelände. Noch eine ganze Weile bleibt es auf dem Platz etwas leerer, bis die Musikfans langsam vom Campingplatz herüber schlendern. Am Abend steht Headliner Nummer zwei – The Killers – auf dem Tagesprogramm. Eine ganze Reihe Spitzen-Acts gibt es darüber hinaus beim Deichbrand 2018 Samstag zu erleben, darunter Le Fly, Editors, Kontra K., Mando Diao, Freundeskreis, Bilderbuch, Milliarden, Kettcar, Yung Hurn und viele viele weitere. Das verspricht viel Bewegung für die Tanzbeine und fordert die Stimmbänder. Für alle Nachteulen gibt es bis in die frühen Morgenstunden noch Programm u.a. von Oliver Huntemann und Magit Cacoon.

AnNett Gapstream

Die DJane aus Berlin ist mit elektronischer Musik aufgewachsen und hegt eine große Leidenschaft für Musik. Grund genug für Annett, von den bescheidenen Wohnzimmerboxen auf lautstarke Club- und Festivalanlagen umzusteigen. In den letzten vier Jahren hat die ehemalige Leistungssportlerin mit ihren Beats und Sounds viel umhergewirbelt. Am frühen Samstag Nachmittag sind die Regler der Turntables auf der Electronic Island-Bühne 1,5 Stunden lang in den Händen der jungen Künstlerin. Von Tech House bis Techno, die treibenden, melodischen Tracks bereiten den Besuchern sichtlich genauso viel Spaß wie Annett selbst. Hier kannst du mal reinhören: Annett Gapstream bei Soundcloud

skinny lister

Als Frontfrau Lona Thomas mit ihrem „Listermania“ Schnapskrug auf die Bühne kommt, wird aus der sonnenbeschienenen Fläche vor der Water Stage ein gemütlicher aber etwas dreckiger Pub. So wie jede Location, wo das Sextett bisher aufgetreten ist – sei es auf eigener Tour oder als Vorband der Dropkick Murphys. Akkordeon, Gitarren und Kontrabass begleiten die fröhliche Sängerin, die in ihrem Blümchenkleid und roten Schuhen an Dorothy aus „The Wizard of Oz“ erinnert. Alle anderen Bandmitglieder stehen natürlich auch nicht einfach nur herum, allen voran Akkordeonspieler Max Thomas (Bruder der Sängerin), er ist genauso ein Wirbelwind auf der Bühne. Es ist kaum jemand auf dem Gelände, der sich von der Stimmung nicht mitreißen lässt, fast jeder kann sich zumindest ein leichtes mitwippen der Füße nicht verkneifen.

Von wegen Lisbeth

Die Berliner Band um Sänger und Gitarrist Matthias Rohde steht gegen 15:00 Uhr auf der Blue Stage. Hinter bzw. inmitten der Musiker befinden sich von Palmen und Blättern umrankte Leuchtbuchstaben: VWL. Indie-Pop, der teilweise auch mal mit ungewöhnlichen Instrumenten gespielt wird, zum Beispiel einem Kinderglockenspiel. Kuriose Ideen haben diese Jungs eigentlich immer, so kennt man zumindest auch ihre Musikvideos. Weniger kurios, aber nicht weniger speziell ist ihre Musik, aber 100 Prozent handgemacht und geht locker-rockig ins Ohr. Super gut.

Kontra K

Maximilian Diehn alias Kontra K ist derzeit in aller Munde. Vor der Bühne ist es entsprechend voll und es herrscht bereits vor Showbeginn ausgelassene Stimmung. Das Gekreische der Frauen kündigt den Rapper an und übertönt fast die Musik. Die vielen Handykameras starren gespannt auf die Bühne. Energiegeladen, gut gelaunt und natürlich gutaussehend stürmt Kontra K die Deichbrand-Bühne und liefert eine super Performance. Der Familienvater, Boxer und Coach schreibt gern über sich selbst und über sein Leben und daher findet sich seine Hörerschaft problemlos in den Texten wieder. Wo andere Rapper auf Gangster und unnahbar machen, da kommt Kontra K den Fans lieber nahe. Für die zahlreichen weiblichen Zuschauer zieht Kontra K natürlich wieder blank und rappt sich oberkörperfrei durch sein Live-Set. Um es in den Worten der Fans zusammen zu fassen: Das war Abriss pur und das schon um 15:00 Uhr!

Editors

Mit ihrer nagelneuen Scheibe „Violence“ (Vö 3-2018) im Gepäck, führen die Editors in das frühe Abendprogramm. Sänger Tom Smith füllt die große Bühne mit seiner charakteristischen Gestik und Bewegung von Beginn an aus. Diese einzigartige Performance zieht jeden in seinen Bann. Nicht zuletzt, weil seine Augen oft den direkten Kontakt zu den Fans zu suchen scheinen. Die Setlist ist ein Mix aller Alben der letzten 13 Jahre, da bleibt kein Fanwunsch offen. Immer wenn Elliott Williams seine Keys gegen die Gitarre tauscht, kommen auch die Fans der ersten Stunde mal auf ihre Kosten. Die vierköpfige Indie-Rock-Band aus England brennt leidenschaftlich für ihre Musik und weiß ganz genau, wie sie damit die Zuschauer begeistern.

yung hurn

Kaum ist Yung Hurn auf der Bühne, ist er auch schon wieder von selbiger herunter – aber nur, weil der Wiener Hip-Hopper gleich zum Beginn der Show den Kontakt zu seinen Fans sucht und die ersten Takte seines Eröffnungssongs direkt bei und mit den Zuschauern performt. Sympathisch. Besser hätte er sein Live-Set fast gar nicht starten können, so zieht man die Besucher in den Bann und sorgt für viele glückliche Gesichter. Egal ob ruhige Töne oder volle Breitseite, Yung Hurn bleibt mit seinen Beats und den teils ironischen Texten dem Mainstream fern und erfrischt damit einmal mehr das Musikbusiness.

Milliarden

Die Rockband aus Berlin besteht im Grunde aus Sänger Ben Hartmann und Kollege Johannes Aue. Das Rock-Duo genießt noch mittlerweile nicht mehr den Newcomer-Status, darüber sind sie längst hinaus – denn bisher mischen sie die deutschsprachige Musiklandschaft ganz gut auf. Mit ihrer Musik (er)schaffen sie etwas, teilen etwas, verändern etwas – so der Plan. Kantige deutsche Lyrics prallen hier auf eingängige Harmonien und einen rebellischen Punk-Spirit, bittersüß, roh, ungeschönt und leidenschaftlich, aber auch tief berührend. Das sich die beiden Jungs nicht zwischen Deutschrock, Liedermachertum und Pop entscheiden wollen, singen sie stattdessen von Freiheit, Schmerz, Liebe, Sehnsucht, Wut – einfach all den Emotionen, die wir alle auch selbser auch sehr gut kennen.

Freundeskreis

Wer Bock hat auf coolen Hip-Hop mit einem Retro-Hang dafür aber ambitionierten, fast literarischen Texten, der sollte sich den rappenden Freundeskreis (FK) keinesfalls entgehen lassen. Genau das denken sich wohl auch die meisten Zuschauer vor der Water Stage gegen 21:00 Uhr. Der dreiköpfige Freundeskreis ist für die aktuelle Hip-Hop-liebende Generation vielleicht etwas old-school, aber Max Herre, Don Philippe und DJ Friction  kommen mit taufrischem Sound daher. Da bleibt natürlich keiner ihrer Hits auf der Strecke: „A-N-N-A“, „Mit Dir“, „‘Tabula Rasa“ oder „Esperanto“ werden textsicher seitens des Publikums mitgesungen. Schließlich sind die langjährigen Musiker nicht nur erfahren was Live-Performance angeht, neben den Songs der Beginner, haben Freundeskreis immerhin mit die besten deutschen Hip-Hop-Alben rausgehauen. 90er Jahre-Deutschrap vom Feinsten, ehrlich und melodisch, das kam damals an und tut es auch heute noch. Von hinten wie von vorne: top Musiker, top Songs!

The Killers

In 2003 haben die vier junge US-Musiker aus Las Vegas/Nevada ihre Heimat verlassen um ihr allererstes Konzert überhaupt in London zu spielen, dort haben sie noch mit drei anderen Bands auf dem Werbeplakat gestanden, allerdings ganz oben. Mittlerweile sind 15 Jahre ins Land gegangen, 20 Millionen Alben hat die Band verkauft, sie sind Headliner der größten Festivals der Welt gewesen und sind u.a. im Weißen Haus aufgetreten. Wer die vierköpfige Rockband live zu sehen bekommt, was in Deutschland gar nicht so häufig der Fall ist, kann mit einem regelrechten Hit-Feuerwerk in der Setlist rechnen. Ein Großteil ihrer Musik basiert auf britischen Einflüssen und auf der Musik der 80er Jahre, insbesondere New Wave. Frontmann Brandon Flowers und seine Bandkollegen ziehen so gut wie jeden Festivalbesucher vor die Fire Stage am Samstagabend. Kein Wunder, denn The Killers bestechen mit eingängigen Klaviermelodien, funkigen Synthesizer und pumpenden Bässen – gepaart mit Killers-typischen, kräftigen Gitarren sowie Texten, die in der modernen Musiklandschaft ihres Gleichen suchen. Wer mag so etwas nicht?

Bilderbuch

Es ist gar nicht leicht jemandem zu erklären, was genau Bilderbuch eigentlich ausmacht: Prince gemischt mit Falco? Und gar einer Spur Reinhard Fendrich? Aber doch auch ganz anders. Es ist eine Melange aus Soul, Funk, Hip-Hop, Boyband und Austropop. Aus Lässigkeit, Melancholie, hintergründigem Humor und jeder Menge witzigem Schwachsinn. Die Art, wie Lead-Sänger Maurice Ernst nach Belieben die deutsche Sprache staucht, dehnt und in Scheiß-der-Hund-drauf Manier mit englischen, spanischen, wienerischen, italienischen Elementen spickt und neu erfindet. Das ist Sex pur! Und das Publikum gerät sofort in Ekstase, wenn Gitarrist Michael Klammer sich um seine Gitarre windet oder Peter Horazdovsky unaufgeregt seine Bassgitarre bearbeitet. Drummer Philipp Scheibl schleppt den Beat genau richtig durch das Liveset und Maurice schreitet gockelhaft zwischen den Gitterstäben des Bühnenbildes umher – nur um dann lasziv seinen Allerwertesten in die Menge zu recken: „Sag es laut. Jaul es raus. Gib es zu. Du bist hinter meinem Hintern her.“ – Ja, das sind wir!

Infos + Tickets Deichbrand Festival 2019

Ein Hallelujah zu Ostern. Die Editors sind zurück!

Ungewohnt lange mussten die Hamburger auf dieses Konzert der Editors warten. Nachdem es sie bis einschließlich 2015 nahezu jedes Jahr in die Hansestadt verschlug, ließen sie sich dieses Mal etwas mehr Zeit. Wie schon vor drei Jahren, entschieden sie sich für das Hamburger Mehr! Theater und sorgten so beinahe für ein Déjà-vu. Wäre da nicht das neue Album „Violence“.

„Hallelujah (So Low)“ eröffnete den Abend brachial. Sänger Tom Smith füllte die große Bühne mit seiner charakteristischen Gestik und Bewegung von Beginn an aus. Diese einzigartige Performance zieht jeden in seinen Bann. Nicht zuletzt, weil seine Augen oft den direkten Kontakt zum Publikum zu suchen scheinen. Die Setlist war ein Mix aller sechs Alben der letzten 13 Jahre. Fans der späteren Platten freuten sich über die komplexen Synthy-Hymnen wie „Sugar“ oder „A Ton Of Love“. Immer wenn Elliott Williams seine Keys gegen die Gitarre tauschte, kamen auch die Fans der ersten Stunde auf ihre Kosten. Was nun bei den Hamburgern für mehr Begeisterung sorgte, lässt sich schwer sagen. Lediglich bei den Songs des aktuellen Albums hielt sich die Ekstase in Grenzen. Aber das ist ja eigentlich immer so.

Mit fünf Zugaben und insgesamt 22 Titeln kam niemand zu kurz. Und Hamburger die nicht lange auf den nächsten Auftritt der Editors warten wollen, kaufen sich am besten ein Ticket für das A Summer’s Tale Festival bei Lüneburg. Denn hier werden sie am 04. August auf der Bühne stehen.

Das aktuelle Editors Album gibt es z. B. bei Amazon:
Audio-CD “ Violence“Vinyl-LP “ Violence und MP3-Download „Violence“

Hurricane Festival 2017 – So war der Samstag

Der zweite Festivaltag zeigte sich wetterlich etwas unentschlossen. Nachdem der Freitag trocken und mit sommerlichen Temperaturen zu Ende gegangen ist, startet der Samstag mit einer Mischung aus dunklen Wolken und kleineren Regenschauern. Doch die Festivalgemeinde ist guter Stimmung, Gummistiefel und Regenponchos gehören heute einfach mit dazu, und schließlich stehen u. a. mit Linkin Park, Lorde, Blink-182, Editors, Axwell /\ Ingrosso, Halsey ja ein paar echte Highlights auf den vier Festivalbühnen.

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Hurricane Festival 2018 Tickets + Infos:

Hurricane Festival 2018 / Hurricane 2018 / Hurricane 18

NOTHING BUT THIEVES

Seit der Gründung 2012 in Essex haben sich Nothing But Thieves vom Support von Gerard Way oder Awolnation bis heute in die britischen Charts und aufs Line-Up des Hurricane Festivals 2017 geschlichen. Der Alternative Rock der fünf Briten erklingt am frühen nachmittag wuchtig und dass ohne dabei auf zarte Melodien und groovende Rhythmen zu verzichten. Conor Masons großartige Stimme hallt ungebremst über das noch leicht verschlafende Festivalgelände. Nothing But Thieves bringen einige Songs der neuen Scheibe „Broken Machine“ im Gepäck, die allerdings erst am 8. September veröffentlicht wird.

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RED FANG

Bock auf Stoner-Rock? Unter den Feinschmeckern der Gitarren-Musik ist das immer eine gute Wahl. Normalerweise trifft man sich dafür in irgendeinem verrauchten Keller und bekommt – wie beim Dealer um die Ecke – für ein kurze Zeit das Hirn rausgeballert. Die Variante Stoner ist nur wesentlich gesünder. Red Fang aus Portland/Oregon spielen am frühen Nachmittag auf der Red Stage. Die Musik von Red Fang dümpelt irgendetwo zwischen Stoner-Rock und Sludge mit irgendwelchen psychedelischen Akzenten herum. Viele musikalische Elemente klingen, als hätte man sie irgendwoher schon mal aufgeschnappt, Stoner halt. Bei Red Fang steckt aber mehr Tempo und Energie drin. Sobald die verzerrten Gitarren ausarten und die Stimme von Frontmann Aaron Beam bebt, kehrt alles schnell wieder in das Grund-Schema zurück.

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BARONESS

3 Jahre nach ihrem schweren Busunfall mischen die Metal-Götter Baroness mit frischen Songs wieder die Rockgeschichte auf. Ihr neues Album „Purple“ strotzt vor großen Riffs und Refrains, die seit jeher Baroness auszeichnen. Vielschichtig und emotional mit einem Hang zum Hook, die Band ersteht es gekonnt, ihr intelligente harte Musik an den Mann zu bringen. John Baizley und seine Bandkollegen präsentieren ihre besten Momenten aus Postpunk, Psychedelic, Hardcore und Indie. Eine Liveshow mit infernalischer Gitarrengewalt.

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JP COOPER

JP Cooper ist ein ehrgeiziger Musiker, er ist immer bei der Sache und lebt die Musik. Seine Texte sind teilweise sehr intim, aber keinesfalls schnulzige Rockballaden und rein äußerlich wirkt Cooper eher wie ein Reggae-Liebhaber. Er trägt ein ausgestelltes Hemd, eine lockere Hose und einen Hut, die herausragenden Rastalocken sind sein Markenzeichen. Mit seiner wundervollen Stimmunge gibt sich der britische Newcomer ganz seinen Songs aus Pop, Indie Rock, Dance, Alternative Rock und Tropical House hin und lädt die Fans vor der White Stage ein zum mitsingen, tanzen, abschalten und genießen.

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PASSENGER

In den vergangenen Jahren hat man Passenger allein mit seiner Gitarre und einer Loop-Station auf der Bühne gesehen. Nun hat er tatsächlich eine Band als Unterstützung dabei und sein aktuelles Album „Young as the Morning Old as the Sea“ bietet neues Material. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Passenger mit Band funktioniert genauso gut wie Passenger allein mit seiner Gitarre. Der Sound ist ein wenig fulminanter, die Songs können schneller zünden denn schließlich muss keine Spur mehr live eingespielt werden. Das Zusammenspiel stimmt und das Rampenlicht gehört trotz allem nur Einem. Und der lässt es sich nicht nehmen, auch ausführlich zu erzählen. Kleine Geschichten gehören ebenso zu seinem Auftritt wie die Bekundung seiner Dankbarkeit für seine Fans.

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Amphi Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Sonntag

Sonntag 11 Uhr. Die Sonne lacht am tiefblauen Himmel und strahlt den teilweise noch sehr müde dreinblickenden Gesichtern der Amphi Festival-Besuchern in die Augen. Ein leichter Wind weht vom Wasser her und alles spricht für einen perfekten zweiten Festivaltag mit bestem Wetter.

Hier geht es zum Bericht „Amphi Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Samstag

Erster Akt des Tages auf der Theater-Stage: Zum Warmwerden steht für uns Xotox auf dem Plan. Auf die Fresse-Elektro ist angesagt… Aber Moment, irgend etwas stimmt doch hier nicht. Die Show läuft gut, aber irgendwas fühlt sich einfach „falsch“ an. Spätestens nach dem zweiten Track ist dann jedem klar. Es fehlt leider jeglicher Bass – unklar ist, ob das Absicht ist, aber so sind einige Lieder kaum wieder zu erkennen. Sehr schade, denn ansonsten ist Frontmann Andreas Davids voll in seinem Element. So verlassen leider einige Elektro-Fans recht bald enttäuscht den Saal.

Bildergalerie: So war XOTOX live

Derweil ist Tüsn auf der Main Stage bereits voll im Gange. Deutscher Indie-Rock gepaart mit Electro-Pop aus Berlin. Für jeden, der sich hier beim Amphi Festival mit Indie-Rock anfreunden kann und mal etwas anderes hören will, ist es die Zeit wert mal rein zuhören.

Bildergalerie: So war MANTUS live

Nach kurzer Pause am Mittag geht es dann weiter mit Unzucht. Die Band aus Hannover rockt in den Nachmittag mit düsteren Melodien. Wie bei einem losgelassen „Kettenhund“ ist vor der Main-Stage auf einmal die Hölle los. Sänger Daniel Schulz heizt der Menge ordentlich ein, während Gitarrist De Clerq, Bassist Blaschke und Schlagzeuger Fuhrmann an ihren Instrumenten alles geben.

Bildergalerie: So war UNZUCHT live

Als nächstes erklimmt Sven Friedrich die Main-Stage. Zwar hat man ihn gestern schon zusammen mit Daniel Graves bei Aesthetic Perfection gesehen, aber jetzt kann man ihn endlich mit seinem eigenem Projekt Solar Fake erleben. Er hat alles „Under Control“ und liefert Electro Pop vom Feinsten. Leider hört man hier in den ersten Reihen nur dass, was bei Xotox noch fehlte: Bass – und zwar nur Bass – in den Genuss der schönen Melodien und der außergewöhnlichen Stimme von Frontmann Friedrich kommen nur die Festivalbesucher weiter hinten.

Bildergalerie: So war SOLAR FAKE live

Ein schneller Wechsel zur Theater-Stage folgt. Ost+Front fackeln nicht lange und lassen harte Metal-Klänge durchs Theater schmettern. Neue-Deutsche-Härte mitten ins Gesicht ist angesagt. Die Band aus Berlin wird mit viel Liebe aufgenommen. Liebe heißt in diesem Fall lauter Jubel und kräftiges Headbangen. Ost+Front gibt unter anderem „Fiesta de sexo“ vom 2016 erschienen Album „Ultra“ zum Besten.

Bildergalerie: So war COPPELIUS live

Zurück zur Main-Stage, denn dort erwartet uns bereits Suicide Commando. Hellectro hämmert einem entgegen. Super Sound. Volle Breitseite. So wie man es sich nur wünschen kann, wenn man Suicide Commando erwartet. In der späten Nachmittagssonne sammelt sich, wer tanzen will. Wir verkrümeln uns lieber in einen der schattigeren Bereiche, sonst ist das volle Programm tanzend nur schwer zu überstehen.

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Für die tanzwütige Meute bleibt heute nur eine kurze Verschnaufpause. Im Anschluss zu Suicide Commando fordern schon direkt wieder Covenant zum Tanz auf. Die Schweden liefern Future Pop, wie nur wenige andere es können. Leider auch hier wieder: der Bass wurde ein bisschen zu heftig aufgedreht, so dass man auch wieder in den vorderen Bereichen nur ein Dröhnen vernahm. Der Klassiker „Call the ships to Port“ fehlt selbstverständlich wie viele andere Hits, nicht im Set. Jeder, der noch etwas Restenergie hat, ist auf den Füßen und lässt sich von der sanften Stimme von Eskil Simonsson in die Abendsonne tragen.

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Falls gemütlich jemand zu weit abgedriftet ist, schleifen ihn Project Pitchfork wieder über den Boden ratternd zurück. So hatte Peter Spilles, nicht nur einen sondern gleich drei Drummer mitgebracht. Mit Nachdruck wird also voll aufgedreht. Das macht natürlich alleine nur halb so viel Spaß, darum greift Peter Spilles sich kurzerhand Sven Friedrich von Solar Fake und legt mit ihm ein Duett hin. Die Frage nach der Nagellack-Marke, die beide tragen, bleibt allerdings ungeklärt. Animation ist kaum notwendig, die Leute genießen die letzten Züge des Amphi Festivals 2016 und tanzen und singen, was die Restenergie noch zulässt.

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Als Headliner des Abends und letzte Band des diesjährigen Festivals folgen Editors auf der Main-Stage. Entspannter Indie-Rock aus Groß Britannien kühlt das aufgeheizte Amphi Festival etwas herunter. Normalerweise eher auf Festivals wie dem Hurricane oder Southside angesiedelt, spielen die Briten einen bunten Mix aus über einem Jahrzehnt Bandgeschichte und holen die Festival-Besucher sanft zurück in die normale Welt. Für die, die immer noch heiß auf mehr sind, wartet noch die Aftershow-Party in der Theater-Stage, auf der zeitgleich Joachim Witt das Amphi Festival 2016 ausklingen lässt.

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So ging das 12. Amphi Festival mit ca. 12.000 Besuchern zu Ende und nach anfänglicher erhöhter Luftfeuchtigkeit belieferte der Wettergott das Amphi Festival doch noch mit Sonne. Die vielfältige Getränkeversorgung und ein Trinkbrunnen mit kostenlosem Frischwasser am Haupteingang wurden sehr positiv wahrgenommen. Beim Nahrungsangebot wurde hingegen die geringe Auswahl im Bereich der vegetarischen und veganen Angebote kritisiert. Schlussendlich führte aber häufig die Notwendigkeit der Sicherheitskontrollen bei jedem Stage-Wechsel zu Unmut. Hier wünscht man sich vielleicht ein etwas großzügiger geschnittenes Festivalgelände um stressfreier zwischen den Bühnen zu wechseln. Die Headliner und die meisten anderen Bands hatten sich leider fast zu 100% überschnitten, das mochte zwar zur Entzerrung sinnvoll sein, aber als Gast hätte man doch gern die Chance gehabt, zumindest alle Headliner zu genießen… Müde und geschafft ging es für uns jedenfalls wieder heimwärts und die Vorfreude auf ein Wiedersehen in 2017 steigt direkt wieder.

Danke an:
Cynthia Theisinger / Lars Tobias Lorbeer für Bilder und Text

Übrigens: Am 22. & 23.07.2017 geht das Amphi Festival in seine 13. Runde