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DJ BoBo in Hannover 2026: Die 90er tanzen wieder im Rampenlicht

Ein buntes Publikum strömte am 4. Juni 2026 in die ZAG Arena für ein Konzert, das einem Schauspiel glich. DJ Bobo ging auf „THE GREAT ADVENTURE“-Tour und nahm uns mit auf diese Reise. Das erste, was uns erwartete, war ein wunderschöner grüner Dschungel. Der Wasserfall im Hintergrund hatte fast etwas Meditatives. Aus dieser Meditation riss uns dann eine Ansprache von DJ BOBO himself, mit dem Hinweis, dass gefilmt wird und der Bitte: „Wer nicht gefilmt werden will, versteckt sich bitte unter dem Stuhl“. Zur Einstimmung konnte das Publikum sich in der Dance-/Kiss-/Sing-Cam selbst begutachten und machte den Spaß begeistert mit.

Während DJ BOBO auf den Screens auf einem verstaubten Dachboden in einer Videosequenz eine alte Truhe fand, die das Abenteuer eröffnen sollte, füllte sich die noch dunkle Bühne mit Menschen und mit einem furiosen Start, der eines Musicals würdig gewesen wäre, begann die „The Great Adventure“ Tour mit dem gleichnamigen Song.

Von den warmen Gefilden aus „El Dorado“ ging es dann direkt in eine Schneelandschaft und es folgte nicht nur musikalisch eine Reise „Around the World“. Aber nicht nur verschiedene Orte auf unserer Erde sollten wir kennenlernen, sondern auch die Menschen um uns herum, wie es auf DJ BoBo Konzerten Sitte ist.

Neben der Reise um die Welt, gab es auch eine durch die Zeit. Wir erhielten einen Blick ins Jugendzimmer und zu den Anfängen seines Projektes, als der Starschnitt von Kim Wilde sein ganzer Stolz war. Dank tatkräftiger Fan-Hilfe konnte er diesen zu Anfang dieser Tour noch einmal in Gänze nachbasteln und in Nostalgie schwelgen. Genau so wie wir bei den Klängen von „I believe“, erstmals mit Kims Stimme, wenn auch nur vom Band.

Diese Show nahm das Publikum in jedem Song aufs Neue mit und bot viele Möglichkeiten zum Mitfeiern und Staunen. Seien es die Artisten an den Ringen bei „Queens and Kings“, eine menschliche Diskokugel während „Without You“ oder fliegende Skelett Geister bei „Shadows of the Night“.

Nach Düsternis und Macht kam Licht – viel Licht. Der Song „Pray“ versammelte DJ BOBO samt seiner Zweitstimmen in einem Quartett auf dem Steg der Bühne und mit jedem lautem „Pray“ umringten sie Flammen und Feuerfontänen. Darauf folgte Licht in den Rängen, bei der schönsten Laola-Welle aus Handylichtern, die ein ums andere Mal durch das Publikum ging in verschiedenen Tempos, kommentiert mit „Ich liebe es, wie ihr in Zeitlupe schreit!“.

In der Kulisse von Miami erhielt die Tanzcrew ihr Solo, bei dem jede Person einzeln vorgestellt wurde. Es folgten geliebte Klassiker wie „It’s my Life“ und „Chihuahua“, bevor der Abend mit „There is a Party“ und „Freedom“ in Südamerika endete – im von einem riesigen Adler überwachten Konfettiregen.

Als schließlich das Hallenlicht wieder angeging und der letzte Glitzerstaub zu Boden sank, war klar: Unter den Stühlen hatte sich an diesem Abend garantiert niemand versteckt. Es war die perfekte Symbiose aus musikalischer Nostalgie, atemberaubender Kulisse und purer Lebensfreude, die die ZAG Arena zum Beben brachte. DJ BoBo mag seine Karriere einst auf einem verstaubten Dachboden begonnen haben, doch auf der Bühne ist er auch nach über drei Jahrzehnten ein absoluter Ausnahmekünstler, der sein Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Hannover feierte ein bildgewaltiges Pop-Märchen, das die Menschen glücklich, geflasht und garantiert tanzwütig in die Nacht entließ. Ein großartiges Abenteuer, das noch lange nachklingen wird.

Text: Lisa Klaus

Wenn Hollywood in Hannover landet: Hans Zimmer verwandelt ZAG Arena in Kino für die Ohren

Hannover, 12. März 2026. Es gibt Konzerte – und es gibt Abende, die sich anfühlen wie ein kompletter Kinofilm. Hans Zimmer gehört seit Jahrzehnten zur zweiten Kategorie. Als der Oscar-prämierte Filmkomponist mit seiner Show „Hans Zimmer Live – The Next Level“ in der ausverkauften ZAG Arena aufschlug, wurde schnell klar: Das hier ist kein gewöhnliches Klassik-Konzert. Das ist ein cineastisches Spektakel für alle Sinne.

Bereits vor Beginn lag diese besondere Erwartung in der Luft. Menschen aus allen Generationen strömten in die Arena – Filmfans, Musikliebhaber, Rock-Publikum, Familien. Denn Zimmer hat etwas geschafft, das nur wenige Komponisten erreichen: Seine Filmmusik ist längst Popkultur.

Ein Orchester wie eine Rockband
Hans Zimmer betrat die Bühne nicht als distanzierter Dirigent, sondern als Gastgeber eines gigantischen Klangabenteuers. Rund um ihn: ein internationales Ensemble aus Orchester, Band, Solistinnen und Solisten – Musikerinnen und Musiker, die seine Musik live zu einer Art symphonischem Rock verschmelzen lassen.

Genau diese Mischung macht Zimmers Liveshows seit Jahren einzigartig. Seine Tour „The Next Level“ setzt dabei bewusst noch einen drauf: neue elektronische Elemente, ein erweitertes Bühnenbild und eine spektakuläre Lichtinszenierung, die den Soundtrack-Kosmos noch immersiver wirken lässt. Kurz gesagt: Ein Filmmusik-Konzert, das sich eher wie ein Arena-Rock-Gig anfühlt.

Die Setlist: Eine Reise durch Hollywood
Die Show folgt keinem klassischen Konzertablauf, sondern wirkt wie eine musikalische Reise durch Zimmers Karriere. Große Themen gehen fließend ineinander über, bauen Spannung auf und lösen sie wieder – fast wie in einem Film. Zu den Höhepunkten des Abends gehörten unter anderem:

  • „House Atreides“ / „Paul’s Dream“ – Dune
  • „Man of Steel Suite“
  • „The Dark Knight“ Medley
  • „Wonder Woman“ Theme
  • „Gladiator“ – inklusive „Now We Are Free“
  • „Pirates of the Caribbean“ Suite
  • „The Lion King“ – mit afrikanischen Vocals und riesigem Chor
  • „Interstellar“ – inklusive der epischen Passage aus „Time“

Gerade die emotionalen Momente – etwa die Gladiator-Suite mit den markanten Stimmen oder die majestätischen Interstellar-Klänge – sorgten für Gänsehaut im Publikum. Und wenn die Gitarren bei „Pirates of the Caribbean“ loslegten, fühlte sich die Arena kurzzeitig eher wie ein Rockfestival an.

Ein Soundtrack für Generationen
Dass diese Musik so viele Menschen berührt, hat einen einfachen Grund: Hans Zimmer hat in den letzten vier Jahrzehnten einen Großteil der Blockbuster-Geschichte vertont. Mit seinen Kompositionen hat Zimmer den Sound moderner Filmmusik neu geprägt – episch, rhythmisch, emotional. Seine Werke sind längst ikonisch und funktionieren auch ohne Film als eigenständige Musik.

Der besondere Reiz des Abends lag darin, wie mühelos die Musik Bilder entstehen ließ. Auf den großen Leinwänden liefen visuelle Sequenzen, während die Band die Soundtracks mit einer Energie spielte, die man in einem klassischen Konzert selten erlebt. Das Publikum reagierte entsprechend: Standing Ovations, begeisterte Zwischenrufe, und immer wieder diese Momente, in denen tausende Menschen gleichzeitig still werden – weil eine Melodie Erinnerungen auslöst. Die Show fühlte sich weniger wie ein Konzert an, sondern wie ein kollektiver Ausflug ins Kino – nur eben ohne Leinwand, dafür mit Live-Orchester.

Besonderer Höhenflug in Hannover: Apache 207 lässt ZAG Arena abheben

Sonntagabend, 18. Januar 2026. Draußen klirrende Kälte, drinnen ein kollektives Kribbeln: Die ZAG Arena Hannover ist bis unters Dach gefüllt, die Erwartungshaltung hoch. Wer an diesem Abend zu Apache 207 kam, wollte keine bloße Abfolge von Hits – sondern ein Erlebnis. Und bekam genau das: eine Liveshow, die Pop, Rap, Pathos und Technik so souverän verzahnt, dass man sich fragt, warum das nicht längst der Standard ist.

Der Sound, der Grenzen sprengt

Was Apache 207 ausmacht, ist bekannt – und wirkt live doch immer wieder frisch: diese unverwechselbare Stimme irgendwo zwischen Melancholie und Stadionrefrain, Hooks mit Pop-Appeal, Rap mit Haltung. Seine Musik funktioniert im Streaming wie im Radio, aber vor allem auf der Bühne. Songs über Aufbruch, Zweifel, Größenwahn und Verletzlichkeit treffen hier auf ein Publikum, das jede Zeile mitträgt. Dass Apache längst zur ersten Liga gehört, ist kein Geheimnis: Nummer-eins-Platzierungen, Milliarden Streams, ausverkaufte Arenen. In Hannover wird klar, warum.

Wenn ein Flugzeug zur Bühne wird

Richtig spektakulär wird es beim Blick auf das Show-Arrangement. Auf der Bühne thront ein Objekt, das zunächst mehr Fragen aufwirft als Antworten: ein ausrangiertes Regionalflugzeug mit der kryptischen Kennung N8477. Kein Requisit aus dem Fundus, sondern ein echtes Stück Luftfahrtgeschichte – ein rund 25 Jahre alter Canadair Bombardier Regional Jet, der einst Expressrouten über Nordamerika bediente, 2015 außer Dienst gestellt und eingemottet wurde. Apache 207 hat dem Flieger neues Leben eingehaucht und ihn zum buchstäblichen Rückgrat seiner aktuellen Tour gemacht. Tragfläche, Rumpf, Triebwerke – alles wird Teil der Inszenierung, mal Spielfläche, mal Projektionsfläche, mal dramatisches Symbol für Aufstieg und Risiko.

Funkenflug und Gänsehaut

Der emotionale Höhepunkt kommt – wenig überraschend – bei Komet. Während der Refrain die Arena zum Chor macht, regnet es Funken aus den Triebwerken des Bühnenflugzeugs. Kein Effekt um des Effekts willen, sondern ein perfekt gesetzter Moment, der Bild und Songidee zusammenführt. Hier hebt die Show endgültig ab und Udo Lindenberg wäre mit Sicherheit ebenso begeistert.

Mehr Band, mehr Druck, mehr Dynamik

Neu – und extrem wirkungsvoll – ist der Auftritt mit Liveband. Gitarren, Drums und Keys verleihen den Tracks zusätzliche Tiefe, lassen Pop-Momente größer und Rap-Passagen roher wirken. Apache bewegt sich dabei souverän zwischen Frontmann und Erzähler, zwischen Star und Kumpel, immer mit Blickkontakt zum Publikum. Man merkt: Hier steht jemand, der Arena kann – und will.

Dieses Konzert war mehr als ein Tourstopp. Es war ein Statement. Apache 207 zeigt in Hannover, dass zeitgenössische deutsche Popmusik in der Arena nicht nur funktioniert, sondern begeistern kann – wenn Songs, Stimme, Band und Showdesign ineinandergreifen. Wer dabei war, ging mit Ohrwürmern, Gänsehaut und dem Gefühl nach Hause, gerade etwas Besonderes erlebt zu haben. Und wer es verpasst hat, weiß spätestens jetzt: Beim nächsten Abflug sollte man an Bord sein.

Schlacht von Hannover – So lief der Abend mit Sabaton

Am Montag, den 8. Dezember 2025, verwandelte sich die ZAG Arena in Hannover in ein dröhnendes, loderndes Schlachtfeld aus Gitarrenriffs, Feuerfontänen und tausenden erhobenen Fäusten. Sabaton waren zu Gast – und wer diese Band schon einmal live erlebt hat, weiß: Das ist kein gewöhnliches Konzert, das ist ein audiovisuelles Großmanöver. Im Rahmen ihrer aktuellen „Legendary Tour 2025“ präsentierten die Schweden nicht nur ihre größten Erfolge, sondern auch das Material ihres neuen Albums „Legends“, das erst vor wenigen Wochen erschienen ist.

Sabaton sind seit Jahren eine feste Größe im internationalen Metal-Kosmos. Ihr Markenzeichen: wuchtiger, eingängiger Power Metal, der sich thematisch fast ausschließlich um historische Schlachten, Kriegsereignisse und legendäre Persönlichkeiten dreht. Wo andere Bands Drachen und Mythen besingen, erzählen Sabaton von echten Feldzügen, Helden und Tragödien der Weltgeschichte – musikalisch verpackt in martialische Riffs, marschierende Rhythmen und Refrains, die sich unausweichlich ins kollektive Publikumsgedächtnis brennen. Genau diese Mischung macht sie so einzigartig – und so erfolgreich.

Die aktuelle Besetzung ist ein seit Jahren perfekt eingespieltes Team: Frontmann Joakim Brodén mit seiner tiefen, markanten Stimme und der obligatorischen Sonnenbrille, Bassist und Mitgründer Pär Sundström als ruhender Pol der Band, die Gitarristen Chris Rörland und Thobbe Englund, die für Melodien und Druck sorgen, sowie Hannes Van Dahl am Schlagzeug, der das rhythmische Dauerfeuer dirigiert. Zusammen sind sie eine Maschine, die live genauso präzise funktioniert wie im Studio – nur deutlich lauter.

Mit „Legends“ schlagen Sabaton 2025 ein inhaltlich besonders vielseitiges Kapitel auf. Statt eines klar umrissenen historischen Großthemas widmet sich das Album unterschiedlichsten legendären Figuren und Schlüsselmomenten der Geschichte. Das verleiht der aktuellen Tour zusätzliche Dynamik und Abwechslung, ohne dass die Band ihren typischen Stil auch nur eine Sekunde lang verwässert. Im Gegenteil: Die neuen Songs fügen sich nahtlos in das mächtige Gesamtbild ein.

Was den Abend in Hannover allerdings besonders machte, war die opulente Inszenierung der „Legendary Tour“. Sabaton werden auf dieser Runde von einem eigens integrierten Orchester begleitet, das den ohnehin schon epischen Sound auf ein neues Level hebt. Die Streicher, Bläser und Chöre sorgen für echtes Kinofeeling im Arenarund – mal dramatisch, mal triumphal, mal düster und getragen. Dazu eine Bühne, die mehr an ein historisches Kriegsdenkmal erinnert als an klassisches Konzertdesign, und ein Pyro-Konzept, bei dem Flammenstöße so selbstverständlich zur Dramaturgie gehören wie der Refrain zum Song.

Die ZAG Arena war an diesem Abend bestens gefüllt, das Publikum international gemischt, textsicher, leidenschaftlich und vom ersten Ton an voll dabei. Zwischen all dem Bombast bleibt Sabaton aber immer auch Sabaton: Frontmann Joakim Brodén führt mit trockenem Humor, kleinen Seitenhieben, augenzwinkernder Selbstironie und ehrlicher Fan-Nähe durch den Abend. Genau diese Mischung aus martialischem Pathos auf der einen und sympathischer Bodenständigkeit auf der anderen Seite ist ein wichtiger Grund, warum die Band seit Jahren nicht nur wächst, sondern auch ihr Publikum fest an sich bindet.

Das Konzert in Hannover zeigte eindrucksvoll, warum Sabaton längst nicht mehr nur eine Szenegröße sind, sondern zu den verlässlichsten Arena-Acts im internationalen Metal gehören. Hier stimmt einfach alles: der Sound, die Produktion, die Erzählkraft der Musik und die spürbare Leidenschaft auf wie vor der Bühne. Man merkt dieser Band an, dass sie nicht einfach nur ein weiteres Album promotet, sondern ihre eigene Geschichte konsequent weiterschreibt.

Unterm Strich war dieser Abend in der ZAG Arena deutlich mehr als nur ein weiteres Tourdate im dicht gefüllten Konzertkalender. Es war eine durchchoreografierte, energiegeladene und zugleich überraschend emotionale Liveshow, die eindrucksvoll belegte, warum Sabaton auch im Jahr 2025 noch ganz vorne mitmarschieren. Wer an diesem Montag dabei war, wird sich nicht nur an ein lautes, sondern vor allem an ein außergewöhnlich intensives Konzerterlebnis erinnern. Und wer gefehlt hat, sollte sich die „Legendary Tour“ dringend noch auf den persönlichen Schlachtplan schreiben.

Danke an Nick Azinas für die tolle Unterstützung.

Back to the Beat: Die 90s Super Show verwandelt Hannover in eine Tanzmaschine

Hannover, Samstag, den 1. November 2025 – Nostalgie, Neon und eine ausverkaufte ZAG Arena voller Menschen, textsicherer bei “Mr. Vain” als bei der Nationalhymne – die 90s Super Show in der ZAG Arena war ein einziger Rausch aus Erinnerungen, Beats und Euphorie. Bereits am Nachmittag verwandelte sich die Arena in ein buntes Zeitportal direkt in das Jahrzehnt der Eurodance-Revolution, Baggy Pants und Discman-Hymnen. Sechs Stunden lang jagte ein Kultact den nächsten – ein perfekt getakteter Ritt durch eine Ära, die Popmusik für immer geprägt hat, moderiert mit Herz und Charme von Viva-Legende Mola Adebisi und Comedian Matze Knop.

Captain Hollywood

Der Startschuss kam mit einem musikalischen Faustschlag: Das deutsche Eurodance-Projekt Captain Hollywood brachte mit Hits wie “More and More” und “Flying High” sofort dden Innenraum der ZAG Arena zum Brodeln. Die Mischung aus Eurodance und Soul-Vibe, dazu choreografierte Moves und der unverwechselbare 90s-Groove – ein explosiver Auftakt. Man merkte: Der Captain aka Tony Dawson-Harrison hat nichts von seiner Energie verloren, im Gegenteil – er pilotierte das Publikum direkt in Partyhöhen.

Dr. Alban

“Sing Hallelujah”, “It’s My Life” oder “Hello Africa!” – Dr. Alban war, ist und bleibt der Zahnarzt mit der Lizenz zum Abriss. Der nigerianisch-schwedische Pop-Musiker mit dem unverwechselbaren Sprechgesang und den positiven Messages brachte die Arena in Schwingung. Zwischen Dancefloor-Feuerwerk und sozialem Statement blieb auch auf den Rängen niemand mehr sitzen. Und das Publikum brüllte textfest jede Zeile mit – Diagnose: akute 90s-Ekstase.

East 17

Direkt danach wechselte das Genre zu den Boybands – gleiches musikalisches Zeitalter, dafür britisch und eher im Pop-Rock oder Dance-Pop angesiedelt. East 17 ließen mit “House of Love” und “It’s Alright” die Teenie-Erinnerungen aufleben. Ihr Hit “Stay Another Day” sorgte dafür für Gänsehaut-Momente – Handylichter inklusive. Die UKler bewiesen, dass auch nach Jahrzehnten die Mischung aus Straßenattitüde und Popmelodie bestens funktioniert.

DJ Tomekk

Neben den beiden Moderatoren, konnte sich ein Künstler der letzten 90s Supershow in Hannover auch für dieses Jahr buchen lassen: Deutschlands Hip-Hop-Pionier DJ Tomekk legte im besten Sinne nach: ein Turntable-Set, das zwischen “Ich lebe für Hip Hop” und “1, 2, 3, Rhymes Galore” alles bot, was die Ära so legendär machte. Mit Samples, Scratches und Feature-Vibes aus der goldenen MTV-Zeit brachte Tomekk urbanen Sound in die Eurodance-getränkte Party – Abwechslung, die gut funktionierte.

Culture Beat

Wenn es ein Synonym für den 90s-Eurodance gibt, dann ist es der Song “Mr. Vain.” Die 90er-Chartstürmer Culture Beat lieferten genau das – in Perfektion. Frontfrau Jacky Sangster elektrisierte mit kraftvoller Stimme und makelloser Bühnenpräsenz, während das Publikum jede Melodie feierte. Auch “Got to Get It” und “Anything” zündeten. Wer da nicht tanzte, war wahrscheinlich aus Vinyl geschnitzt.

Fun Factory

Fun Factory – der Name ist Programm. “Close to You”, “Celebration”, “Take Your Chance” – pure Feelgood-Vibes, nonstop Bewegung, ein Konfettiregen aus Hits. Die Kombo, die seit ihrer Gründung 1992 mehrfach ihre Zusammensetzung wechselte, brachte eine ansteckende Energie, die wie in den 90ern zwischen Pop und Clubsound schillerte. Das Publikum war längst in Feiermodus Stufe 10.

Aquagen

Und dann: Boom! Aquagen, dass in den 90ern als Projekt von zwei Mitgliedern startete ist heute nur noch mit Gründer-Gino Montesano aktiv. Das dafür aber mit vollem Einsatz. Mit “Ihr seid so leise!”, „Phatt Bass“ und „Summer is Calling“ zündete Aquagen ein Techno-Feuerwerk, das die Arena in einen gigantischen Club verwandelte. Lasershow, Strobo, Druck auf den Boxen – der DJ verwob die härtere Hands-Up-Fraktion perfekt mit den Dance-Hymnen des Abends. Pure 2000er-Vorfreude inklusive.

Haddaway

Schon bei den ersten Synthie-Klängen von “What Is Love” brach in der ZAG Arena ein kollektives Aufschreien los, als hätte jemand die 90er auf „Play“ gedrückt. Mit kraftvoller Stimme und charismatischer Bühnenpräsenz bewies Haddaway, dass er mehr war als nur ein One-Hit-Wonder. “Life” und “Rock My Heart” zeigten ebenfalls, wie harmonisch seine Songs zwischen Soul, Pop und Dancegroove oszillieren – und warum sie auch drei Jahrzehnte später noch funktionieren. Sein Auftritt war keine Nostalgie-Nummer, dafür pure Bühnenautorität: ein Musiker, der weiß, dass sein Refrain längst zum kollektiven Musikgedächtnis gehört – und ihn trotzdem so performt, als würde er ihn gerade erst erfinden.

Oli P.

Ein kurzer Stilwechsel und jede Menge deutsche Popgeschichte: Oli.P eroberte (ebenfalls zum zweiten Mal in Hannover dabei) mit “Flugzeuge im Bauch” und jeder Menge Coverversionen wie Robbie Williams „Angels” die Herzen der Zuschauer. Zwischen Nahbarkeit, Charme, Selbstironie und perfektem Schlager-Pop-Mix war das die Gelegenheit zum Mitsingen, Durchatmen, für jede Menge Selfies mit den Fans  – und dann doch wieder Tanzen. Hannover lag Oli P. zu Füßen.

Eifel 65

Zum Finale wurde es „blau“ – im besten Sinne. Die italienische Musiker-Gruppe Eiffel 65 brachte mit “Blue (Da Ba Dee)” den ultimativen Abriss. Das Publikum war ein Meer aus Händen, Lichtern und wippenden Köpfen. Ein Abschluss, wie er im 90s-Bilderbuch steht: elektronisch, euphorisch, endorphingetränkt.

12.000 Besucher zeigten, die 90s Super Show in Hannover war kein bloßes Nostalgie-Event, sondern eine mitreißende Liebeserklärung an ein Jahrzehnt, das Musik grenzenlos machte. Zwischen Eurodance-Ekstase, Boyband-Balladen und Technobeats feierte mehrere Generation sich selbst – und das mit Stil, Schweiß und jeder Menge Spaß. Die 90er sind nicht zurück. Sie waren nie weg.

Das macht auch deutlich, dass noch am gleichen Abend der Vorverkauf für 2026 gestartet wurde und sich binnen kürzester Zeit schon jede menge Tickets verkauft haben. Wer also dabei sein will, sollte sich ranhalten – am Samstag, den 28. November 2026 werden Acts wie Lou Bega, Whigfield, Caught in the Act, Corona, Bellini, Mr. President, Masterboy und viele mehr in der ZAG Arena auftreten. Tickets kommt ihr wie immer auf der Website des Veranstalters.

Einfach pure Soulmusik – Simply Red begeistern Hannover mit Herz, Soul und Hits

Hannover, 29. Oktober 2025. Es gibt Konzerte, die fühlen sich an wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund – warm, vertraut, aber immer noch aufregend. Simply Red gehören genau in diese Kategorie. Wenn Mick Hucknall mit seiner charakteristischen Soulstimme auf die Bühne tritt, dann weiß man: Hier steht einer der letzten großen britischen Crooner unserer Zeit. Und als er am Mittwochabend die ZAG Arena betrat, ausverkauft bis unters Dach, brandete Applaus auf, der sofort klar machte – Hannover liebt diese Band.

Soul mit Stil und Substanz
Seit nunmehr vier Jahrzehnten steht Simply Red für eine rare Mischung aus Soul, Pop und Jazz-Eleganz – samt dieser unverwechselbaren Stimme, die wie ein feiner Rotwein klingt: gereift, warm und voller Charakter. “Stars”, “Holding Back the Years”, “Fairground”, “If You Don’t Know Me by Now” – kaum eine andere Band hat den Soundtrack so vieler Leben mitgeschrieben. Und live? Noch immer eine Klasse für sich. Hucknall, inzwischen 65, ist der Mittelpunkt dieser perfekt eingespielten Band, die mit Präzision und Leidenschaft agiert. Auch wenn er an diesem Abend leicht erkältet war – seine Stimme war schlichtweg sensationell. Kratziger an den Rändern, aber genau das machte sie noch authentischer. Kein Playback, kein Netz, pure Soulmusik.

Ein Konzert, das trägt – emotional, ehrlich, echt
Die Tour trägt den passenden Namen „Time – The Greatest Hits Live 2025“, benannt nach dem aktuellen Album “Time”, das wieder an die glorreichen Zeiten der Band anknüpft. Zwischen neuen Songs wie “Better with You” und Klassikern aus den 80ern und 90ern ergab sich ein harmonisches Set, das zeigte: Simply Red können Vergangenheit und Gegenwart mühelos verbinden. Der Sound in der ZAG Arena war brillant abgestimmt – glasklar und dennoch druckvoll. Besonders bemerkenswert: der neue Bassist, der den Platz des im vergangenen Jahr verstorbenen Steve Lewinson eingenommen hat. Der Nachfolger füllte die großen Fußstapfen mit beeindruckender Musikalität und Groove – ein würdiges Erbe.

Zwischen Wein und Rhythmus
Es ist diese lässige Eleganz, mit der Simply Red das Publikum fesseln. Hucknall plauderte charmant zwischen den Songs, hob sein Weinglas, lachte, schwärmte von den 80ern – und dann, ganz plötzlich, kam wieder dieser Moment: “For Your Babies”, zart, gefühlvoll, ein Song, der die Zeit anhält. Und die ZAG Arena hielt tatsächlich kurz den Atem an. Wenn das Publikum mal saß, dauerte es nie lange – spätestens bei “Something Got Me Started” und “Fairground” stand die Halle wieder. Standing Ovations nach fast jedem Song, Menschen, die mitsangen, tanzten, lächelten. Es war mehr als ein Konzert – es war eine gemeinsame Erinnerungsschleife, die einfach glücklich machte.

Ein Abend, der bleibt
Nach zwei Stunden voller musikalischer Perfektion und ehrlicher Emotion verabschiedete sich Simply Red mit einem simplen, aber echten „Thank you, Hannover – you’ve been beautiful.“ Und genau das war es: ein wunderschöner Abend voller Herz, Soul und Spielfreude. Simply Red haben wieder bewiesen, dass sie keine Nostalgie-Band sind, sondern lebende Legenden, die ihren Sound mit Würde weitertragen.

Einfach pure Soulmusik – ehrlich, emotional und zeitlos schön.

Katy Perry in Hannover: Pop-Spektakel mit Tiefgang

Freitag, 17. Oktober 2025, ZAG Arena – Hannover im Glitzerfieber. Die Halle war gut gefüllt, die Stimmung elektrisiert. Katy Perry betrat nicht einfach nur die Bühne, mitten in der Halle kam sie in einem übergroßen Ring aus der Bühne direkt nach oben. Hier wurde jedenfalls schnell klar: Das wird keine seichte Nostalgie-Show, sondern ein Spektakel mit Anspruch, Humor und visueller Power.

Katy Perry ist seit Jahren eine feste Größe im Pop-Universum – und das nicht nur, weil sie Chart-Rekorde bricht. Ihre Musik lebt von melodischen Ohrwürmern, die sofort hängen bleiben („California Gurls“, „Teenage Dream“, „Roar“) und dennoch Tiefe besitzen. Ihre Texte kreisen um Selbstbehauptung, Liebe, Identität und Empowerment, und sie verpackt all das mit einem Augenzwinkern. Perry ist keine unnahbare Pop-Ikone, sondern wirkt wie die gute Freundin, die zufällig eine Lasershow mitgebracht hat. Und diese Produktion – eine Symbiose aus Kostümen, Choreografie, Bühne, Licht und Effekten – macht jedes Konzert zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Ihr Weg an die Spitze liest sich wie ein Pop-Lehrbuch: Mit „I Kissed a Girl“ schaffte sie den internationalen Durchbruch, Teenage Dream katapultierte sie mit mehreren Nummer-1-Singles in den Pop-Olymp, und „Firework“, „Dark Horse“ oder „Roar“ sind längst zu globalen Hymnen geworden. Dazwischen wagte sie stilistische Ausflüge, feilte an Konzepten und blieb damit relevant – weil sie nie stehen blieb.

Becky Hill

Im Vorprogramm sorgte Becky Hill aus England für den perfekten musikalischen Auftakt. Die britische Sängerin, bekannt für ihre energiegeladenen Dance-Hymnen und ihre markante Stimme, brachte die ZAG Arena schon früh in Bewegung. Mit Tracks wie “Remember”, “My Heart Goes (La Di Da)” und “Crazy What Love Can Do” verwandelte sie den Saal in eine Mischung aus Club und Festival. Hill lieferte eine Show, die genauso professionell wie sympathisch wirkte. Besonders beeindruckend war ihre Stimmkraft – rau, direkt und doch klar, wie gemacht für große Räume. Zwischen den Songs zeigte sie typisch britischen Humor, plauderte charmant mit dem Publikum und gewann die Menge mühelos für sich. Als sie schließlich die Bühne für Katy Perry freigab, hatte sie das Publikum bereits in Tanz- und Feierlaune versetzt – ein Vorprogramm, das mehr war als bloß Aufwärmen: Es war ein Statement für starken, modernen Pop.

Katy Perry

Aktuell tourt Perry mit ihrem aktuellen Album „143“ (erschienen im September 2024) auf der „The Lifetimes“-Tour. Und diese Tour ist alles andere als ein Best-of-Durchlauf: Neue Songs treffen auf Klassiker, poppig-futuristische Klangflächen auf intime Momente.

Das Konzert in Hannover war ein Paradebeispiel für die perfekte Mischung aus Spektakel und Substanz. Die Bühne wirkte wie eine digitale Traumwelt, in der Perry als Hauptfigur durch verschiedene Fantasien tanzte – mal akrobatisch, mal ganz reduziert. Die Balance zwischen alten Hits und neuen Songs stimmte, das Publikum bekam beides – Erinnerungen und Neugier. Trotz der Größe der Arena blieb Nähe spürbar: Katy plauderte, scherzte, band Fans ein – als sie z. B. ein extra aus Brasilien angereistes Paar auf die Bühne holte, die sich dort das Ja-Wort geben konnten. Katy spielte dann extra für die beiden den Song „Doubel Rainbow“.

Stimmlich zeigte sie sich in Bestform – kein Playback-Glanz, sondern echte Performance. Zwischen Laserregen und Konfettikanone blitzten auch emotionale Momente auf, in denen man kurz innehalten wollte, bevor der nächste Beat wieder alles mitriss.

Dieses Konzert war kein gewöhnlicher Pop-Abend, sondern ein Erlebnis, das zeigte, warum Katy Perry immer noch zu den größten Live-Acts gehört: Sie liefert Herz, Humor und Hochglanz – in genau der richtigen Dosis. Wer dabei war, ging mit Ohrwürmern, leuchtenden Augen und dem Gefühl nach Hause, einen Abend im ganz eigenen Perry-Universum erlebt zu haben.

Finch in der ZAG Arena Hannover – Wrestling, Pyro und klare Ansagen

Mittwochabend in Hannover – Die Stadtbahn Richtung Expo Plaza bietet schon früh einen Vorgeschmack auf das, was heute in der ZAG Arena abgehen sollte: FiNCH machte im Rahmen seiner Arena Tour 2025 Halt in Hannover und schon früh ging die Party bereits auf dem Weg dorthin los.

Heute mit von der Partie: Mia Julia, die Königin des Ballermanns, die das Publikum schnell auf Betriebstemperatur brachte.

Der Beginn: Ab durch die Menge

Punkt acht gingen die Lichter in der Arena aus – doch wer dachte, dass nun der Vorhang, der große Teile der Bühne verdeckte, direkt fallen würde, lag falsch – ein Spot richtete sich auf den Abgang zum Innenraum, wo der Sänger sich erstmal genüsslich eine Kippe anzündete und ein Dosenbier öffnete. Während er sich so gestärkt langsam zu den Klängen von Metallica und den Böhse Onkelz seinen Weg durch die Menge zur Bühne bahnte, wurde er permanent mit Geldscheinen beschossen und auf den Leinwänden waren Bilder vom feiernden Publikum zu sehen was die Stimmung direkt ordentlich anheizte.
Als er die Bühne erreichte, ging es ohne große Umschweife mit “Bassdrum” los, bei dem der Vorhang dann fiel und den Blick auf eine überraschend minimalistische Bühne freigab: ein Boxring und ein paar passende Accessoires – aber keine überbordende Dekoration. Doch dieser reduzierte Aufbau war bewusst: Statt übertriebenem Bühnenbild setzte Finch auf Pyro, Konfetti, starke Lichtelemente und Showeinlagen – Pyro, Konfetti und starke Lichtelemente. Direkt in den ersten Songs stieg die Temperatur merklich an und die ersten Reihen fächelten sich Luft zu.

Erste Highlights: Moshpits und Klassiker

Mit „Abfahrt“ setzte Finch das Signal: Jetzt geht’s richtig los. Die ersten großen Moshpits entstanden unmittelbar, das Publikum stürzte sich tanzend und springend aufeinander. Die Energie war greifbar. Auch auf den Oberlängen stand niemand still: Der Rapper forderte alle zum Aufstehen auf und es wurde von jedem erwartet, dass man mitmacht – nur Rollstuhlfahrer galten als legitime Ausnahme. Schließlich ist dieses Konzert kein Kindergarten, sondern eine ordentliche Party.

Auf der Bühne begleitet wurde Finch von den beiden Sängerinnen Lori und Laura „die einzigen, die singen können“, wie er es augenzwinkernde formulierte, und dem multiinstrumentalist Sebi, der “über 1000 Instrumente spielen kann” und zwischendurch durch “unangebrachte” Zwischenspiele bei Finch in Ungnade fiel und nur “halben Applaus” erhielt.

Showeinlagen und klare Ansagen

Immer wieder gab es Zwischen Aktionen zum Schmunzeln, Staunen oder einfach nur Spass haben – wir möchten an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, um nicht zu viel zu spoilern. Nur so viel sei gesagt: Der Boxring fand Verwendung, um Kindheitsträume auszuleben und mehr Anerkennung für den Wrestling Sport zu generieren. Auch ein Trabi und ein Kinderfahrrad, seltsame Musikeinlagen, griechischer Wein und ein Spiel unter Beteiligung von Fans sowie ein Beinahe-Abbruch des Konzertes waren Teil des Abends. Kurz gesagt: es wurde nicht langweilig, alle Einschübe wirkten weder deplatziert noch übertrieben, sondern brachten Abwechslung in den Show Fluss.

Finch nutzte seine Ansagen immer wieder, um darauf hinzuweisen, dass Typen, die sich nicht benehmen können, gemeldet werden sollen: Wer meinte, sich daneben zu benehmen und Frauen zu begrapschen, wurde kurzerhand rausgeworfen. Ein einfacher Umgang mit Respektlosigkeit gegenüber Frauen, der dazu führt, dass man sich als Frau sicher fühlt.

SDP und Mia Julia als Gäste

Bei den ganzen Features, die Finch in seinen Songs hat, gab es auch an diesem Abend natürlich Gäste: SDP betrat die Bühne und performten „Liebe ist…“ und „Abenteuerland“. Auch Mia Julia – die zuvor eröffnete – sang gemeinsam mit Finch „Wir eskalieren“.

Als Zugabe nach fast zwei Stunden Set gab es noch “Onkelz Poster” sowie „Liebe auf der Rückbank“ auf die Ohren. Zu letzterem ging Finch auf einem kleinen Podest direkt an der Barriere zur ersten Reihe mit dem Publikum auf Tuchfühlung – natürlich stilecht mit Zigarette und Dosenbier.

Über zwei Stunden volles Programm – dutzende Songs, passenden Showeinlagen, Pyros, Konfetti und eine riesige Party – Finch hat an diesem Abend wieder einmal deutlich bewiesen, warum er mittlerweile zurecht Arenen füllt.

Ghost in Hannover: Ein höllisch gutes Ritual auf der „Skeletour 2025“

Die schwedische Band Ghost hat sich längst als eine der faszinierendsten Erscheinungen der modernen Rockmusik etabliert. Mit ihrer Mischung aus okkultem Theatralik, eingängigen Melodien und einer Prise Ironie ziehen sie Fans weltweit in ihren Bann. Am 15. Mai 2025 machten sie im Rahmen ihrer „Skeletour“ Halt in der ZAG Arena in Hannover und lieferten vor 8.000 Zuschauern eine Show, die sowohl musikalisch als auch visuell beeindruckte

Ein neues Kapitel: Papa V Perpetua betritt die Bühne
Die aktuelle Tour markiert den Einstand von Papa V Perpetua als neuen Frontmann der Band. Hinter der Maske verbirgt sich wie gewohnt Tobias Forge, der kreative Kopf von Ghost. Mit Papa V führt Forge die Tradition der wechselnden Papstfiguren fort, die seit jeher ein Markenzeichen der Band sind. Diese theatrale Inszenierung verleiht den Konzerten eine zusätzliche Dimension und sorgt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Band-Mythos

Skeletá: Das neue Album als Herzstück der Show
Im Mittelpunkt der aktuellen Tour steht das am 25. April 2025 erschienene Album „Skeletá“. Es ist das sechste Studioalbum von Ghost und markiert einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere. Mit Songs wie „Satanized“, „Lachryma“ und „Peacefield“ präsentiert die Band eine Mischung aus eingängigen Melodien und düsterer Atmosphäre, die perfekt zum Gesamtkonzept passt. Das Album erreichte Platz 1 der US Billboard 200 und unterstreicht damit den internationalen Erfolg von Ghost.

Ein visuelles Spektakel ohne Ablenkung
Die Show in Hannover war nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein visuelles Erlebnis. Die Band setzte auf aufwendige Bühnenbilder, Lichtshows und Kostüme, die das Publikum in eine andere Welt entführten. Besonders bemerkenswert: Ghost verzichteten bewusst auf den Einsatz von Smartphones im Publikum, um eine ungestörte Atmosphäre zu schaffen und die Aufmerksamkeit vollständig auf die Performance zu lenken.

Die Setlist: Eine Reise durch die Bandgeschichte
Neben den neuen Songs aus „Skeletá“ spielte die Band auch Klassiker wie „Cirice“, „Year Zero“ und „Square Hammer“, die das Publikum begeisterten. Diese Mischung aus neuen und bekannten Stücken sorgte für eine ausgewogene Setlist, die sowohl langjährige Fans als auch neue Zuhörer ansprach.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis
Ghost bewiesen in Hannover einmal mehr, warum sie zu den spannendsten Bands der Rockszene gehören. Mit einer durchdachten Inszenierung, musikalischer Vielfalt und einer Prise Ironie schufen sie ein Konzerterlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die „Skeletour“ ist ein Muss für alle, die sich von Musik nicht nur unterhalten, sondern auch verzaubern lassen wollen.

Retro-Feuerwerk dank Zeitreise: 90s Super Show in Hannover

Die ZAG Arena in Hannover verwandelte sich am Samstagnachmittag, den 7. Dezember 2024, in einen dynamischen Rückblick auf eines der prägendsten Jahrzehnte der (Pop- und Eurodance-)Musikgeschichte – die 1990er Jahre. Das Konzept der „90s Super Show“ brachte mit Einlass ab 16:00 Uhr und Beginn ab 18:00 Uhr eine beeindruckende Auswahl an Interpreten auf die Bühne, die das Publikum mit ihren ikonischen Hits und unvergesslichen Performances in den Bann zogen. Das eintägige Indoor-Mini-Festival versprach eine Reise zurück in die Zeit der Boybands, Eurodance-Hymnen und unvergesslichen Pop-Hits und sie hielt ihr Versprechen mit einem Line-up, das die Herzen der 10.000 Fans in der ausverkauften Halle höher schlagen ließ. Unterhaltsam und kurzweilig führten Kult-(Viva-)Moderator Mola Adebisi sowie Comedian, Moderator, Sänger, Schauspieler Matze Knop durch das Programm.

Masterboy & Beatrix Delgardo

Die Eurodance-Pioniere Masterboy aus der Schweiz, bestehend aus Tommy Schleh und Enrico Zabler, kennt man eigentlich nur zusammen mit Sängerin Beatrix DelGardo. Gemeinsam brachte das Trio als Auftakt der 90s Super Show die 90er Vibes auf die Bühne zurück. Ihre Hits „Feel the Heat of the Night“ und „Generation of Love“ waren eine perfekte Mischung aus pulsierenden Beats und mitreißenden Melodien, die das Publikum in euphorische Partystimmung versetzten.

Snap!

Den zweiten Part übernahm die legendäre Eurodance-Gruppe Snap! Ab Punkt 18 Uhr hämmerten die energiegeladenen Beats und kraftvollen Vocals von Penny Ford durch die ZAG Arena und brachte die Menge sofort in Wallung. Kurze Zeit später folgt Rapper A.K.-S.W.I.F.T, der dann gemeinsam mit  Ford Mega-Hits wie „The Power“ und „Rhythm Is a Dancer“ performte – der Sound ließ den Bereich vor der Bühne, aber auch die Ränge erbeben und so sorgte Snap! mit einem knapp 30 Minuten-Set für eine explosiven Show und jede Menge gute Laune.

Caught in the Act

Die beliebte Boyband, die in den 90ern die Herzen zahlreicher Teenager eroberte, kehrte um 19:05 Uhr mit einem nostalgisch-schönen Auftritt zurück. Ben Adams, Eloy de Jong, und Bastiaan Ragas zeigten, dass sie rein gar nichts von ihrem Charme und der guten Laune verloren haben. Mit dem Powersong „Love is Everywhere“ aber auch mit Balladen wie „Love is Everywhere“ und „Babe“ sorgten sie für emotionale Momente und wurden mit tosendem Applaus belohnt. Vor allem in den ersten Reihen kamen hier Fans auf ihre Kosten, denn Sänger Bastiaan Ragas kam während des Auftritts auch für einen Moment in den Bühnengraben und begrüßte die Zuschauer, hier und da gab es Umarmungen und Selfies.

SupA Richie

Der Überraschungsact zwischendruch war kein geringer als Matze Knop als eigens erschaffene Figur der 90er „Super Richie“. Der Comedian brachte mit seinem humorvollen und schrägen Auftritt eine besondere Würze in die Show. Mit seinen witzigen Einlagen und der gekonnten Mischung aus Comedy und Musik, vor allem seinem Hit „Supa Richie“, sorgte er für Lacher und eine ausgelassene Stimmung im Publikum.

DJ Tomekk

Der deutsch-polnische DJ und Produzent DJ Tomekk verbuchte die Prime Time für seinen Slot und brachte mit seinen Remixes und Mash-ups der größten 90er Hits die Menge mühelos zum Kochen. Mit auf die Bühne holte er sich Mola Adebisi, mit dem er gemeinsam eine menge Songs performte (Mola hatte tolle Rap-Parts) und richtig Stimmung machte. Tommeks Fähigkeit, verschiedene Stile zu mischen und die Crowd in seinen Bann zu ziehen, machte seinen Auftritt zu einem der dynamischsten des Abends.

Layzee Aka Mr. President

Layzee, besser bekannt als Frontmann der 90er-Group Mr. President, ist den meisten wohl bis heute auf Grund poppiger Hits, flippiger Musikvideos und zwei hübschen Sängerinnen an der Seite in Erinnerung. Mittlerweile solo (live aber dennoch mit weiblicher, gesanglicher und Tanz-Unterstützung), aber noch genauso energiegeladen, lieferte Layzee seine Tanzflächenhits ab. Ob „Coco Jamboo“, „I give you my heart“ oder „Up’n Away“, mit allen Songs heizte er die Stimmung weiter an und ließ das Publikum mitsingen und tanzen. Seine Bühnenpräsenz und Energie waren ansteckend und ließen niemanden stillstehen.

Rednex

Die schwedische Kombo Rednex, bekannt für ihren einzigartigen Mix aus Country und Dance, brachte mit „Cotton Eye Joe“ und „Wish You Were Here“ rustikalen Flair in die Arena. Auf der Bühne und davor stand nicht eine Sekunde ein Fuß oder Körperteil still, hier war Dauer-Action angesagt. Die unverwechselbare, flippige Bühnenshow von Rednex und die mitreißenden Rhythmen sorgten für einen fröhlichen und ausgelassenen Tanzmarathon. Bei den Balladen wurde es dagegen emotional und sinnlich, die Stimme ihrer Sängerin ging direkt in alle Ohren und Herzen.

Captain jack

Die Eurodance-Gruppe Captain Jack, angeführt von Frontmann Bruce Lacy, brachte mit militärischem Flair und eingängigen Melodien die Menge zum Feiern. Klassiker wie „Captain Jack“ und „Drill Instructor“ waren ein Garant für eine ausgelassene Partyatmosphäre, die das Publikum in Bewegung hielt.

DJ Quicksilver

Der nächste Stopp auf der musikalischen Zeitreise war DJ Quicksilver, der mit seinen Trance- und Dance-Hits wie „Bellissima“ und „I Have a Dream“ die Tanzfläche zum Beben brachte. Mit Pyro und Konfettiregen und einem knahallharten Sound, waren seine Sets perfekt auf die Stimmung abgestimmt und hielten die Energie auf dem Siedepunkt.

Loona

Die niederländische Sängerin Loona bezauberte mit ihren Latino-inspirierten Hits. Songs wie „Bailando“ und „Hijo de la Luna“ boten eine willkommene Abwechslung und ließen die Arena in sommerlichen Rhythmen schwelgen. Ihre temperamentvolle Performance samt tänzerischer Untertstützung wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Zwischendrin ging Loona sogar auf Tuchfühlung und ließ sich von einem männlichen Zuschauer durch den ersten Wellenbrecher tragen und nahm sich dabei Zeit für Selfies und Fännähe.

2 Unlimited

Der vorletzte Slot dieses Tages ging an das 90er-Eurodance-Duo 2 Unlimited, die mit ihrem unverkennbaren Eurodance-Sound für einen fulminanten Ausklang sorgten. Ray Slijngaard und Anita Doth gaben mit „No Limit“ und „Get Ready for This“ alles, und die gesamte Arena verwandelte sich in eine brodelnde Tanzfläche. Ihre energiegeladene Performance samt Tänzerinnen riss das Publikum auf den Rängen förmlich von den Sitzen und hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Oli P.

Den Abschluss der 90s Super Show in der ZAG Arena gebührte Oliver Alexander Reinhard Petszokat aka Oli P., der deutsche Schauspieler, Sänger und Moderator, der mit seiner charismatischen Art und Hits wie „Flugzeuge im Bauch“ und „So bist du“ Erinnerungen an die 90er weckte. Sein Live-Set war eine perfekte Mischung aus Pop und Emotionen, die das Publikum mit einem Lächeln nach Hause schickte.

Die 90s Super Show in Hannover war ein voller Erfolg, der die Magie der 90er Jahre aufleben ließ und das Publikum mit einem Lächeln und Ohrwürmern im Kopf nach Hause schickte. Ein Abend voller Nostalgie, Energie und unvergesslicher Momente, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Praktisch, dass für 2025 bereits eine Wiederholung angekündigt wurde. Am 1. November 2024 wird die ZAG Arena erneut beben, allerdings mit einem anderen Line-up. Mit dabei sein werden u.a. Eifel 65, Haddaway, Culture Beat, Dr. Alban, East17, Fun Factory, Captain Hollywood Project, Aquagen und viele mehr. Tickets gibt es bereits zu kaufen.