Fallback

Stagr Theme Skeleton

Diese Standardansicht dient als Fallback, bis fuer jeden Seitentyp eine spezifische Vorlage greift.

Inhalt

Zwei Tage Abenteuer beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Luhmühlen 2019

Im Frühjahr 2018 kam der plötzliche Schock für die Fans des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hamburg. Das “Fette Ö”, die Veranstaltung in Hamburg sollte ab 2019 nicht mehr stattfinden, obwohl sie zu einer der größten zählte. Dafür mutiert das nahegelegene MPS Luhmühlen zur “Fetten Heide” und fährt einiges mehr als in den Vorjahren auf. Ganze sechs Musikbühnen, ein Kampfplatz und ein Turnierplatz sorgen auf dem riesigen Gelände für ordentlich Programm, auch wenn dies schnell in den Hintergrund gerät, bei der Vielzahl an Dingen, die man nebenbei noch auf dem spektakulären Mittelaltermarkt entdecken kann.

Auf dem Gelände befinden sich eine Vielzahl von Händlern und insgesamt 91 Heerlager, die für die richtige Atmosphäre sorgen. Aber nicht nur die werfen sich in Schale, auch eine Vielzahl der “normalen” Besucher sind in Gewandung anzutreffen. Egal ob ob Groß oder Klein. Wer aufgrund des Anreisestaus schon Schlimmstes befürchtete was das Vorankommen auf dem Gelände betraf, hatte sich getäuscht. Obwohl eine Vielzahl an Besuchern gekommen waren, hatte man zu keinem Zeitpunkt größere Probleme sich zu bewegen. Das Gelände war dafür zu sehr durchdacht und sorgte durch die teilweise Unterteilung in Themen für gezielte Anlaufpunkte oder mit einem Rundweg für die optimale Option für die, die alles einmal sehen wollten.

Ein großer Fokuspunkt war aber der Nachwuchs. Neben einem groß angelegten Abenteuerspielplatz mit einem großen Strohhaufen, einem Bällebad, einem riesigen Sandkasten und einem kleinen Streichelzoo findet man auch zwischen den Händler immer wieder Dinge für die Kleinen zu erleben. Kerzen färben, Schminken, Bogen und Armbrustschießen und Axtwerfen sind dabei nur wenige Punkte. Bei letzteren Punkten konnten sich natürlich aber auch die Älteren beweisen.

Wem das noch nicht reichte, konnte auf die Bühnen zurückgreifen. Die meisten Bands spielen mehrfach an einem Tag, so dass es in der Regel möglich ist, die meisten Bands zu erwischen, auch wenn zeitgleich immer mindestens vier Bands spielen. Auch wenn sich alles Bands musikalisch leicht unterscheiden, haben alle eins gemeinsam: Sie passen perfekt in das Konzept des MPS.

So findet man schon früh am Tag Rapalje auf der Folk Bühne. Die einen tanzen sich schon jetzt die Hacken wund, die anderen machen es sich auf den Bänken bequem und starten etwas ruhiger in den Tag. Aber egal wohin man blickt, man sieht nur glückliche Gesichter. Bei Cobblestone ist dies nicht anders. Diese kommen zum Teil mit klassischen Songs wie “Whiskey In the Jar” daher, aber auch mit ganz anderem. So stellt “I Like To Move It” ein erstes Highlight des Tages dar. Entsprechend ist auch die Stimmung sehr gut, sodass es kaum einen auf seinem Platz hält und auch die ersten am mitsingen sind.

Mit gleich drei Schlagzeugen finden wir auch Saor Patrol auf der Folk Bühne wieder. Abgerundet mit Gitarre und Dudelsack braucht es auch keinen weiteren Text, um die Menge zu begeistern. Ein Lächeln in der Gesicht aller Anwesenden bringen aber zwei kleine Mädchen, die mit Drumsticks bewaffnet mitzumachen. Der Nachwuchs wird hier groß geschrieben. Zwar verstecken sich Maccabe & Kanaka auf der Waldbühne in der hintersten Ecke des Festivals, mit ihre Musik müssen sie das aber keineswegs. Hier gibt es vierstimmige Shantys und Folk bis zum Abwinken. Dabei immer eine Anekdote parat, sodass das Publikum im ständigen Wechsel zwischen Schaukeln, tanzen, mitgröhlen und lachen ist. Kommt man zwischendurch mal dazu die Augen zu schließen, findet man sich schnell auf einem Schiff mitten im Meer wieder, angetrieben durch die kraftvollen Stimmen der Musiker.

Ye Banished Privateers spielen, wie könnte es besser sein, auf der Piraten Bühne. Schon beim ersten Song wird einer der Bandmitglieder mit Knüppel über das “Schiff” gejagt und am Ende mit einer Rum-Flasche niedergestreckt. Rum fließt bei dem Auftritt in Strömen – wie sollte es auch anders sein? Zu den Piraten-Shantys der Band, gibt es im Publikum kein Halten, außer der Rum ist alle und muss nachgefüllt werden.

Abseits der Bühnen auf dem Turnierplatz hielt sich währenddessen EHS Team bereit, um ein großes Ritterturnier zu zeigen. Getreu dem Motto “Brot und Spiele” wurden die Leute unterhalten, also Königin Charisma und die Ritter des Lichts gegen die dunkle Fürstin Zybilla stellen.

Mr. Hurley und die Pulveraffen trifft heute das Unglückslos. Ein Gitarrenausfall beim ersten Song sorgt für viel Verzögerung. Überspielt wird dies alles durch den einäugigen Morgan, der entweder das Geschehene kommentiert oder aus dem Nähkästchen plaudert und damit alle zum Lachen bringt. Als es dann weitergeht, reißt direkt wieder eine Saite der Gitarre und der Schlamassel ist perfekt. Unterkriegen lässt sich davon aber keiner, immerhin ist es eine der ersten Shows zum neuen Album Leviathan. Die versammelte Menge feiert ausgelassen mit und so geht der Auftritt nicht in die Hose, sondern stellt durch die sympathische Art der Band für viele der Highlight dar.

Reibungslos läuft es dafür bei Letzte Instanz. Entsprechend ist es auch vor der Bühne gut gefüllt. Die versammelte Menge bekommt dafür ein Konzert, das vor Energie nur so trotzt und ohne weitere Probleme abläuft. Die Band konnte sich jedoch auch vollständig auf diesen Auftritt konzentrieren, denn im Vergleich zu vielen anderen Bands ist dies der einzige Auftritt an diesem Tag.

Versengold gehören zu den alten Hasen auf dem MPS. Schnell kommt “Butter bei die Fische” und das Publikum richtig ins Schwitzen beim Tanzen. Violinist Florian Janoske macht es einem aber auch nicht leicht, wenn er selber einem Flummi gleicht. Das Set ist sehr vom neuen Album “Nordlicht” geprägt, macht aber auch vor Klassikern nicht halt. So tanzt sich das Publikum die Hacken wund. Der Beginn von Feuerschwanz ist etwas unerwartet. Eine Tänzerin räkelt sich auf der Bühne, bis die Band schließlich dazu kommt, um dem Met zu huldigen. Egal, ob beim “Schubsetanz” oder “Krieger Des Mets”, auf seinem Platz bleibt hier niemand. Dazu gibt es immer wieder humorvolle Ansprachen der Frontmänner Hauptmann Feuerschwanz und Hodi. Auch nach dem Auftritt kann man noch lange den Refrain des letzten Songs “Das niemals endende Gelage” hören.

Am Schluss den Samstags hatte man dann die Qual der Wahl. Drei Bands, die den Tag noch nicht gespielt haben, dazu die Feuershow von Saltatio Mortis und, wenn das noch nicht genug wäre, die große Feuershow auf dem Kampfplatz. Die einer trieb es zu der Bühne der Spielleute, wo Harpyie auf einen warteten und einem mit ihrem Folk-Rock durch die Nacht tanzen ließen. Bei Fiddler’s Green sah dies nicht anders aus. Ein tanzbarer Song jagt den nächsten und auch die Wall of Folk darf nicht fehlen und findet viel andrang. Lediglich beim T-Shirt Ventilator halten sich dann doch einige zurück, immerhin ist es schon recht kalt. So wie Frontmann Albi und seine Band über die Bühne springt, wundert es keinen, dass die Stimmung von Beginn an auf ihrem Höhepunkt ist.

Bei Saltatio Mortis wird derweil etwas hoch über die Bühne getragen: Feuer. Vor der Bühne sind viele Feuerschalen aufgebaut und immer wieder schießen Feuersäulen in den Himmel, die gerade beim jüngeren Publikum auf Begeisterung stoßen. Es gibt Songs von alt bis neu, bei denen jeder bis auf das letzte Wort laut mitgesungen wird. Saltatio Mortis ist einfach DIE MPS Band schlechthin, was dieser Auftritt wieder einmal unter Beweis stellt.

Eine der letzten Optionen ist Knasterbart. Die gemischte Bandbesetzung aus Versengold und Mr. Hurley & die Pulveraffen nimmt sich dabei nicht ernst und lernt fleißig für ihr Gossenabitur. So lernen wir die Kreisberechnung des eigenen Stammbaums oder huldigen mit “Mein Körper ist ein Tempel” uns selbst. Zum Abschluss gibt es dann noch das Liebeslied an das MPS, “MPS ich liebe dich”, bevor Knasterbart die Bühne verlässt.

Eine Alternative gibt es natürlich noch. Überall auf dem Gelände lassen sich Lagerfeuer finden, um die sich immer mehr Leute scharen. So endet für viele der Samstag, bevor es am Sonntag in die letzte Runde ging.

Der Sonntag gestalte sich ähnlich dem Vortag. Der größte Punkt war wohl das Wetter, welches immer wieder mit etwas Regen daher kommt, während am Vortag fast durchgehend die Sonne schien. Sonst kann man eine Vielzahl an Familien auf dem Gelände erblicken, es ist schließlich auch Familientag. Das Programm ist heute etwas entspannter, wodurch es auch nicht ganz so voll ist, lässt aber dennoch keine Wünsche offen. Neue Bands sucht man heut, bis auf wenige Ausnahmen, vergebens. Dafür gibt es aber eine, die es in sich hat.

Heavysaurus richtet sich an Kinder und trifft durch ihre Aufmachung voll ins Schwarze. Als Dinos verkleidet, harte, melodische Klänge und Texte, die die Kinder direkt ansprechen. Die Band bedient sich dabei oft an bekannten Songs, so gibt es auch eine eigene Version von “Drei Chinesen mit dem Kontrabass”. Zwischen den Songs hört die Party aber nicht auf. Egal ob durch lustige Ansprachen, indem Sänger Mr. Heavysaurus auf der Bühnen von seiner Mami angerufen wird, oder durch Süßigkeiten, die Kinder sind voll dabei.

Nach dem Sonntag ist es dann vorbei. Es lief nicht alles auf dem Festival perfekt, was Veranstalter Gisbert Hiller vor allem im Aufbau sieht, da vor beginn nur fünf Tage zeit waren alles fertig zu bekommen. Dies soll sich nächstes Jahr ändern und doppelt so lange aufgebaut werden. Dennoch war die erste “Fette Heide” ein voller Erfolg und ist ein würdiger Nachfolger für der “Fette Ö” der Vorjahre. Nächstes Jahr findet das MPS Luhmühlen am 5. bis 6. September 2020 statt. Folgende Bands sind bereits bestätigt: Subway To Sally, Saltatio Mortis, Versengold, Mr Hurley und die Pulveraffen, Fiddlers Green, Dartagnan, Faun, Heavysaurus, Knasterbart, Ye Banished Privateers, Saor Patrol, Rapalje, Forgotten North, Cobblestones, MacCabe und Kanaka ,Weltenkrieger, Cultus Ferox, Comes Vagantes

So war das Summer Breeze 2018: Freitag

Wer sich nach der Nacht von dem Staub befreien wollte, welcher sich im Laufe des Vortages angesammelt hat, wurde an den Duschen positiv überrascht. Auch diese wurde verbessert, standen auf festen Platten auf dem Boden und wurde in ihrer Anzahl verbessert. Das bedeutet weniger Schlange stehen und nach dem Duschen nicht wieder direkt im Schlamm stehen. Cool, oder? Danach hält einen aber nichts mehr ab sich ein Bier zu schnappen und sich auf den Weg zur Bühne zu machen, wo sich bereits die erste Band bereit macht.

annisokay

11 Uhr am morgen und der Bereich vor der Hauptbühne ist schon gepackt voll. Grade erste sind Annisokay aus den USA zurückgekehrt und feiern nun auf dem Summerbreeeze den Release ihrer neuen und vierten Platte „Arms“. Leider spielt die Band nur die bisher veröffentlichten Singles und geben keinen weiteren Einblick auf den Rest des Albums. Das Publikum ist dennoch begeistert und so schwebt eine konstante Staubwolke über dem Publikum, von welcher auch Sänger Dave beim Crowdsurfen eine tiefe Nase nimmt.

Megaherz

Plötzlich wird es wieder leerer vor der Bühne, was aber bestimmt nur an der knallenden Mittagssonne liegt. Auch der Band, welche Kostümiert ist, geht es nicht besser, welche alles mit „Warum hat keiner unserem Designer gesagt, dass es hier so warm wird“ kommentiert. Entsprechend schweißtreibend ist die Feier vor der Bühne, welche dennoch gut in fahrt kommt, auch wenn die Stimmung erst zu „Miststück“ und „Himmelstürmer“ aufkommen will.

Northlane

Northlane fackeln nicht lange Rum. Ohne Intro und mit der neuen Single „Vultures“ startet die Band in ihr Set und lässt dabei kein Staubkorn an seinem Platz. Die Menge feiert zu alten und neuen Songs gleichermaßen und Sänger Marcus beweist erneut, dass er mehr als nur ein guter Ersatz für den 2014 ausgeschiedenen Adrian ist, obwohl die Band seither sehr kontrovers in der Metalcore-Szene angesehen wird. Die Band überzeugt generell mehr durch Spielfreud als durch Ansagen, denn diese fallen fast komplett aus. Aus dem ganzen Staub, der bei der Band aufgewirbelt wird, bildet sich am Ende sogar noch ein kleiner Tornado, das muss man erstmal nachmachen.

Amaranthe

Es wird Zeit für ein Summerbreeze debut. 2011 erblickte ihr erstes Album das Licht der Welt und noch dieses Jahr steht das fünfte in den Startlöchern. Vor kurzem erschien zu diesem die erste Single, doch leider hat diese seinen Platz nicht in die Setlist geschafft. Die anwesende Menge feiert dennoch, auch wenn diese keine Zeit zum Verschnaufen zwischen den Liedern hat. Drei Sänger bedeutet eben viel gesangliche Vielfalt und minimale Pausen. Generell halten sich die Schweden jedoch bedeckt auf der Bühne und ziehen ihr Set ohne große Besonderheiten durch.

Danko Jones

Weiter geht’s mit Rock‘n’Roll von Danko Jones. Der Bereich vor der Bühne hat sich leider etwas geleert, was aber bestimmt nur der Sonne zuzuschreien ist. Alle gebliebenen werden direkt von dem symphatischen Frontmann in den Bann gezogen und feiern zu jedem passenden und unpassenden Zeitpunkt, ganz so wie es Danko will. Auf der Bühne ist nicht viel Bewegung, aber muss das auch unbedingt sein? Danko Jones spielt ein knackiges Set, bei dem keine Klassiker ausgelassen werden aber auch neues Material seinen Platz findet.

Salatio Mortis

Die nächste Release-Show steht an, nur diesmal mit kühlerem Wetter und sogar einem kurzen Regenschauer. Die Fans kümmert dieser aber immer weniger. Immerhin wissen Saltatio Mortis diesem mit viel Feuer entgegenzuwirken und so sind alle schnell wieder trocken. Neben den Klassikern war vor allem das neue Album stark in der Setlist vertreten und wurde kräftig vom Publikum gefeiert. So kommt dieses auch jeder Aufforderung von Alea nach und springt mit ihm wie Wild um die Wette. Am Ende lässt er sich sogar durch die Menge tragen, während er „Rattenfänger“ performed.

Beartooth

„We are Beartooth and we are here to fuck you up“ – oh ja, das sind sie. Dabei spielen sie Songs aus ihren beiden bisherigen Alben und sogar alle 3 Singles ihrer neuen Platte „Desease“, welche nächsten Monat erscheint. Für die ersten Songs ist es auch gut gefüllt vor der Bühne, dann fangen die ersten Tropfen an, die die Fans noch bewusst ignorieren. Dann werden die Tropfen zu Eimern und es wird immer leerer vor der Bühne, wovon sich die Band aber nicht einkriegen lässt und weiter professionell ihr Set durchzieht. Diesen Regen hat die Band zwar nicht verdient, aber immerhin hat sich jetzt alles etwas abgekühlt und die Staublunge der letzten Tage kann sich zumindest für einen Moment wieder erholen.

Doro

Die Queen of Metal ist zurück auf dem Acker! Auch sie hat ein neues Album am Start und feiert zugleich ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum. Dennoch fiel ihr Auftritt regelrecht ins Wasser, denn durch den Starkregen musste ihr Auftritt etwas verzögert starten. Auch vor der Bühne war entsprechend wenig los, was sich aber schnell änderte, also sich der Regen verzog. Belohnt wurden die Fans vor der Bühne mit einem gewohnt charismatischen Auftritt mit allen Klassiker, wie „all we are“ und „We are the Metalheads“, aber auch neuen Songs wie „All for Metal“.

At The Gates

Auch für die Melodic Death Legenden At the Gates stand der Auftritt durch das Wetter unter einem schlechten Stern. Zu Anfang war es daher sehr leer vor der Bühne, was sich erst nach ein paar Songs ändern sollte. Die Band lässt sich davon aber nicht beirren und zieht ihr Set durch, wie man es von ihnen kennt. Keine große Besonderheiten, aber genau das was man von ihnen erwartet.

Trivium

Spätestens jetzt sind auch die letzten Tropfen verschwunden, die Klamotten gewechselt und der Weg zurück zu Bühne geschafft. Trivium kommen unter viel Nebel auf die Bühne und starten mit dem Titeltrack des letzten Albums. Anfangs kommt die Stimmung leider noch nicht ganz ins Rollen, obwohl Sänger und Gitarrist Matthew alles versucht dies zu ändern, was ihm später auch gelingt. Sonst ist auf der Bühne recht wenig Bewegung, dies liegt aber daran, das alle zwischen 5 Mikros auf der Bühne rotieren müssen. Vor der Bühne sieht das anders aus: Viele Pits und noch mehr Crowdsurfer stellen die Security auf die Probe. Am Ende wird es zu „In Waves“ nochmal richtig voll und es wird klar, dass viele nur auf diesen Song gewartet haben.

Mr. Hurley & die Pulveraffen

Ein Mr. Hurley und die Pulveraffen Auftritt steht immer ganz im Fokus der Crowdsurfer. So ist es auch diesmal wieder und wir können noch vor Beginn des Auftritts die ersten Beobachten. Als die Pulveraffen dann loslegen wird es dann richtig voll über den Köpfen der Anwesenden. Normale Crowdsurfer, Crowdsurfer auf Crowdsurfern und Crowdsurfer in Schlauchbooten. Alles war vorhanden zu den zum Schunkeln einladenden Klängen der Piratenband aus dem karibischen Osnabrück. Auf der Bühne gibt es allerdings ein relativ neues Gesicht zu sehen, denn seit kurzen steht Pegleg Peggy am Bass und unterstützt die Band nicht mehr nur mit Animationen.

Arch Enemy

Arch Enemy lassen schon beim ersten Song erahnen, was kommen soll. Pyro wohin das Auge auch blickt. Dazu eine energetische Alissa, welche, wie gewohnt, wie wild über die Bühne hüpft. Genau dafür sind die Fans gekommen und natürlich für die Musik. Gespielt wird ein buntes Set durch die Jahre, mit einem Fokus auf das letzte Album „Will to Power“. Dazu im Verlauf des Abends immer mehr Pyro. Angefangen von Feuersäulen und -bällen, über Funkenfontainen und Feuerschalen. Ganz am Ende will es die Band zu „Nemesis“ nochmal richtig Wissen und zündet alles, was noch zur Verfügung steht. Schließlich beenden die Band ihr Set unter einem Funkenregen von der Decke, bevor sie sich in einem recht langen Outro von der Bühne verabschieden.

Sick of it All

Was Bewegung auf der Bühne angeht können sich einige Bands etwas von Sick of it All abschneiden. Die NYC-Hardcore Band spring wie wild über die Bühne als gäbe es kein morgen. Vor der Bühne sieht es anfangs etwas anders aus, was sich nach einer Bemerkung von Sänger Lou und dem ersten Klassiker aber schnell ändert. Danach springen Band und Publikum nur so um die Wette und machten den Abend nochmal zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Satyricon

Zur späten Stunde gibt es Black-Metal von Satyricon zu lauschen. Die Band, welche eigentlich nur aus 2 festen Mitglieder besteht, kann sich dabei über recht viel Andrang vor der Bühne freuen, welches ganz im Sinne des Black-Metals vorsichtig hin und her wackeln. Die Bühnenshow dazu ist dabei auch stilecht gehalten. Zurückhaltende Lichtshow und keine übertriebene Elemente ziehen sich durch die Show. Zu dem Song „Mother North“ zeigt sich das Publikum jedoch nochmal von seiner anderen Seite und singt lauthals im Chor

Turisas

Ist Viking-Metal etwas aus der Mode gekommen? Turisas haben seit 2013 keine neue Musik mehr veröffentlicht und auch sonst ist es still um die Band. Entsprechend leer ist es auch vor der Bühne, obwohl die Band mit ihrer Musik an diesem Tag einzigartig ist. Es kann aber wieder am Slot liegen, denn irgendwann ist die Luft einfach raus. Turisas spielt ein Set mit ihren größten und bekanntesten Hits, welche für den ein oder anderen inzwischen jedoch etwas ausgelutscht sind. Stimmung können diese daher nur mäßig aufbauen. Es wird einfach Zeit für etwas Neues. Aber ob Fan oder nicht, es eignet sich auf jeden Fall, um nach einem langen Tag noch einmal abzuschalten, um am nächsten Tag wieder voll Fit zu sein.

Info + Tickets Summer Breeze 2019

Summer Breeze 2019 / Summer Breeze Open Air 2019

Unsere Highlights beim Open Flair Festival 2018 – Tag 1 + 2

Wenn das zweite Augustwochenende vor der Tür steht, ist das Open Flair Festival ganz nah. Und so pilgerten auch dieses Jahr wieder zehntausende Musikfans nach Eschwege. Bereits am Dienstag standen die ersten Zelte, Pavillons und Wohnmobile auf dem Campingplatz. Das Festival selbst startete am Mittwoch auf der Seebühne mit der Band „Passepartout“ und ihrem Mix aus deutschem und französischem Hip-Hop. Konfetti durfte nicht fehlen und die Fans tanzten sich warm. Wie auch die letzten Jahre schon, öffnete das Hauptgelände erst am Freitag seine Pforten. Und so konzentrierte sich alles die ersten zwei Festivaltage lang auf diese eine Bühne.

Die zweite Band das Tages nannte sich selbst in der Ankündigung „Ein Klumpen Hack – die Lumpenpack-Coverband“. Eine Lumpenpack-Coverband? Nein, natürlich waren es Max Kennel und Jonas Meyer höchstpersönlich, die da auf der Bühne standen und das Publikum mit ihren nicht so ernstzunehmenden Texten zum Mitsingen und Feiern brachten. Der Aufforderung zu einem Circle Pit in Zeitlupe kamen die Fans gerne nach und eine extra große Polonaise zog über das Gelände. Auch hier durften Konfetti und Luftschlangen für eine flotte Party natürlich nicht fehlen.

Härtere Töne schlugen dann die „Desasterkids“ aus Berlin an. Sie hatten ihr brandneues Album „Superhuman“ im Gepäck, das gerade erst Anfang August erschienen ist. Bereits die Veröffentlichung des ersten Albums im Jahr 2015 brachte ihnen Shows auf diversen Touren und Festivals ein, unter anderem mit Papa Roach, Soulfly, Eskimo Callboy oder Any Given Day. Im Anschluss spielten „The Menzingers“. Die Punk-Rock-Band aus Philadelphia gastierte bereits vor drei Jahren auf dem Open Flair. Brett Gurewitz, Gitarrist von Bad Religion, sagte einmal über die Band: „Diese Jungs spielen die Art von Punkrock, mit der ich aufgewachsen bin.“ Ihre einstündige Show in diesem Jahr war, obwohl von Sound-Problemen gezeichnet, eine gute Performance, die man sich gern angesehen hat.

„Dritte Wahl“ fühlten sich auf der Bühne wie immer zu Hause. Kein Wunder, seit mittlerweile stolzen 30 Jahren bespielen sie die Bretter der Welt. Da ja sowieso alles Playback sei, wie sie selber mit einem zwinkernden Auge sagten, konnten sie sich ganz auf das Rumblödeln konzentrieren. Ein sehr unterhaltsamer Auftritt und eine gelungene Show.

Für den Abend hatten sich die Macher vom Open Flair Festival 2018 zwei verrückte, bunte Bands herausgepickt. Rockige Elektrobeats peitschten bei „Skindred“ über das Gelände. Als Intro diente „Thunderstruck“ von AC/DC. Frontmann Benji Webbe brachte mit seinem Gesang und seinen starken Gesten das Publikum in Bewegung. Das Gelände der Seebühne war gut gefüllt. Den Abschluss des ersten Abends bildete „Gogol Bordello“ und hier reicht eigentlich ein Zitat aus dem Pressetext, um die Eindrücke genau auf den Kopf zu treffen: „Das sind keine Shows, das sind fröhliche Exzesse, wenn diese Band die Bühnen brennen lässt.“ Mehr ist dem nicht hinzuzufügen. Das Feuerwerk am See rundete dann um 00:00 Uhr den Abend ab.

Infos + Tickets Open Flair Festival 2019Open Flair 2019 / Open Flair Festival 2019

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2018 in Bückeburg

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum geht in seine 25. Runde. Auf ihrer Jubiläumstour 2018 darf natürlich Bückeburg nicht fehlen, das nicht nur eines, sondern gleich zwei Wochenenden nacheinander für euch offen steht. So erwarten euch auch am nächsten Wochenende, 14. und 15. Juli 2018, Saltatio Mortis, Versengold und viele andere Künstler im Schlosspark Bückeburg.

Jetzt aber erstmal dazu, wie es auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2018 Bückeburg Nummer 1 war: An einem sonnigen Samstag Nachmittag erreichen wir das Festivalgelände in Bückeburg. Mit dem dichten Strom an Menschen an der Kasse vorbei, durch den Eingang, und wenige Meter weiter findet man sich in einer ganz anderen Welt wieder. Links und rechts ist der Weg gesäumt mit Buden, Lädchen, Wagen und Zelten. Der Boden ist staubig, am Wegesrand steht Stroh und die Bälle aus dem Bällebad rollen an einem vorbei…ähm warte. Das Motto „Nicht authentisch sonder phantastisch“ ist hier allgegenwärtig. Alles ist zwar im pseudo mittelalterlichen Stil gehalten, aber erlaubt ist alles, was Spaß macht und somit findet man zwischen phantasievoll gekleideten Schaustellern, Besuchern und tierischen Besuchern auch den Otto normal Bürger. Was für die Menschen gilt, das gilt auch für die Stände.

So gibt es viele Händler für mittelalterliche Handwerkswaren oder Fressalien, aber auch Bällebäder für Kinder bis einschließlich zwei Meter Gesamthöhe oder Odins Popel und Elfenhaar für die Süßmäuler der Moderne – Popcorn und Zuckerwatte fallen eindeutig unter die Kategorie phantastisch. Auch für Tierfreunde hat das MPS einiges zu bieten. Neben den unterschiedlichen Reitshows auf der Turnierarena und dem obligatorischen Streichelzoo mit Ziege Wilma und Selma gibt es noch den Falkner der Herzen, der mit einer liebevollen Vorstellung von Raubvögeln zum Bestaunen aus der Ferne und für die Mutigeren auch zum Anfassen und streicheln einlädt. Anmerkung für Hundebesitzer: Das Mitbringen von Hunden ist ausdrücklich erwünscht. So treiben sich neben den festivaleigenen MPS-Hunden auch dutzender anderer Hunde und ihre Herrchen rum.

Kommen wir zu den Bühnen: das MPS Bückeburg besitzt vier Musikbühnen. Die MPS-Bühne und die Festivalbühne bilden die beiden Hauptbühnen und sind umringt von Buden und Ständen. Die Folk Bühne liegt etwas abgelegen davon auf einer Lichtung im Wald und bietet eine etwas gemütlichere Atmosphäre und hautnah geht es auf der Bühne der Spielleute zu.

Bei unserem Eintreffen hören wir die letzten Klänge vom ersten Tages Konzert von Mr. Hurley und die Pulveraffen, auf das sich direkt im Anschluss Waldkauz auf der Festivalbühne bereit machen. Zu ihren mystischen Klängen setzten wir unseren Rundgang über den Markt fort. Vorbei am Mausoleum geht uns für in den Wald durch die Ausläufer des Heerlagers des MPS. Auf der Folk-Bühne wartet auf uns auch schon The Dolmen mit ihrem Celtic Rock. Danach schlendern wir in einem Bogen über die MPS-Bühne auf der Saltatio Mortis ihre Nachmittagsshow beginnen erneut zur Festivalbühne. Dieses Mal drehen wir die volle Runde mit Mr. Hurley und die Pulveraffen.

Auch wenn das Tortuga Inn mit seinen Cocktails lockt, ist es wichtig bei der Hitze viel zu trinken und so sieht man über die Theken nicht nur Met, Bier und Rum wandern, sondern auch literweise Apfelsaft während auf der Bühne „Nüchtern“ geschmettert wird. Nach einer abendlichen Essenspause, wobei man länger dafür braucht, sich zu entscheiden was man will als zum Essen selbst, geht es rüber zu Bühne der Spielleute, wo das zweiköpfige Trio von MacCabe & Kanake mit vier Mann auf den Brettern stand und mit seiner Kombination aus Seemannsliedern und Irischem Folk das Publikum auf ihren Bänken und Strohbänken zum Schunkeln bringen. Zurück geht es dann auf an die Festivalbühne, wo Fiddler’s Green die Folk-Rock-Abrissparty schon angefangen haben und man sich unbedarft auf einmal in ihrer traditionellen Wall of Folk wieder findet.

Nach dieser wilden Fahrt schlendern wir zum Tunierarena zur Nachtfeuershow der Ritter zu Pferde und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Unser persönlicher Abschluss macht das Feuerspektakel des Bruder Rectus letzte Segnung mit Feuervogel und Danse Infernale. So beenden wir mit viel Akrobatik und Feuer unseren diesjährigen Besuch beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2018 in Bückeburg.

Mr. Hurley und die Pulveraffen in Hannover

Bei den letzten Sonnenstrahlen treffen wir am heutigen Hafen ein, dem Capitol in Hannover. Am Pier warten schon die Supportbands MacCabe und Kanaka und laden uns zu Musik und Tanz auf ihr Schiff. Und schon geht es los auf dem Oberdeck. Minimalistisch mit einer Handtrommel und einer Gitarre ausgestattet, bietet das Trio traditionelle Seemanns- und Irish Folk-Stücke. So lassen auch alte Klassiker wie „Ye Jacobites By Name“ nicht lange auf sich warten. Ein Blick an Deck zeigt schnell, der Anteil der Freibeuter und Freibeuterinnen ist erfrischend hoch. Also Segel setzten und weiter geht es mit „Black Velvet Band“. Danach wird „Johnny Jump Up“ zusammen mit der Besatzung angestimmt. Den üblicherweise eher fröhlichen Anti-Kriegs Song „Johnny i Hardly Knew Ya“ gibt es heute dafür deutlich andächtiger. Weiter geht es danach mit „Smith of Bristol“ und die Stimmung hebt sich weiter nach oben, feucht fröhlich. Nur die Landratten, die den starken Seegang noch nicht gewohnt sind, halten sich tapfer an der Reling fest und bestellen was um die Kehle zu ölen. Und dann wird die Crew an Deck auch schon entlassen, mit einem Shanty-Song schlechthin: „Drunken Sailor“. Die Menge hat noch nicht genug, so dass mit „ Whiskey in the Jar“ zum Abschied nochmal nachgelegt wird.

Danach legen MacCabe und Kanaka ab und geben den Pier frei für die Lightning und ihre Kanoniere Mr. Hurley und die Pulveraffen. Nach 20 Minuten durch die wilden 90er, welche durch die Boxen unser Ohr treffen, holt uns Seemacht und setzt Segel Richtung „Tortuga“. Dort statten wir zunächst dem örtlichen Marinestützpunkt einen Besuch ab. Die lauten Rufe der Anwerber „Komm zur Marine“, sind bestimmt bis zu den Straßen draußen zu hören. Auf der A-Tour noch im eher beschaulichen Chez Heinz vor Anker, geht es nun auf der B-Tour in dem bedeutend größeren Saal des Capitols richtig zur Sache. Die Besatzung an Deck besteht aus eingefleischten Veteranen und so ist eine Einweisung durch die Kanoniere nicht weiter nötig. Also ran an die Becher und „Achtung, Fertig, Prost“! Zur Ablenkung von technischen Problemen gibt es heute schöne Frauen mit dem „Plankentanz“. Die Crew ist bunt gemischt und kommt aus den unterschiedlichsten Szenen ob Metal, Mittelalter oder was ganz anderes. Aber in einem sind sie sich scheinbar einig: Nazis gehören dahin wo der Pfeffer wächst. Selbst die Piraten auf dem Oberdeck sind der Meinung, auch wenn Piraten wohl auch ein „Schlechtes Vorbild“ sind.

Der Smutje Fischkopp hat durch Jahre an Experimenten herausgefunden, was das wichtigste ist um die Affen bei Laune zu halten: „Gib dem Affen Zucker“. Um zu zeigen, daas es nicht nur um Schiffe und Alkohol bei den Pulveraffen geht, wird es jetzt sentimental. Ein Ode an Betsy die Bordkanone der Lightning. „Ich Kanone Dich nicht leben“. Weiter geht es auf den Wellen Schnurstracks in der Sturm. Die Crew der Lightning mag zwar nicht die Kampfkräftigste sein, aber manch einer hat sich schon tot gelacht. Also immer mit Vorsicht genießen! Ein Blick auf das schmetternde Stimmungsbarometer zeigt: die Besatzung hat noch lange nicht genug und ist heiß auf mehr. „Ach ja!?“ In kürzester Zeit lieferten sich die Besatzung und Kanoniere einen Pöbelwettstreit, welchem Buckteeth Bannock Einhalt gebietet, in dem er ein Pöbelsolo über Deck schmettert. Leichte Schäden am Schifferklavier werden kurzfristig mit Panzertape repariert. Als letztes wird es brandneu mit „Die Segel hoch“ wird der Kurs wieder Richtung Heimathafen gesetzt. Ohne Zugabe kommen die Piraten aus dem sonnigen Osnabrück aber auch nicht weg vom Pier. Also geht es in die Ehrenrunde mit „Wär‘ ich Gouverneur“.

Nach einer Vorstellung der restlichen Crew der Lightning, einem freundlichen Winken an MacCabe und Kanaka, die Hafenbesatzung des Capitols und schlussendlich auch einem Dankeschön an die heutige Besatzung an Deck, wird der Haken geschlagen zu den frühen Anfängen der Kanoniere. Wer jetzt an „Blau wie das Meer“ denkt, ist noch nicht weit genug zurückgegangen. Der Beginn als Coverband ist noch älter als Saufliedern aus der Kinderstube. Es folgt ein wildes Medley durch die unterschiedlichsten Coversongs bis sie schlussendlich doch bei ihrem persönlichen Klassiker „Blau wie das Meer“ ankommen. Mehr als eine Basedrum brauchen die Veteranen an Deck nicht um Runde um Runde weiter zu drehen. Nach diesem Abschluss gibt’s Kanonensalut und zieht die Lightning aus der Bucht gen Horizont. Und wir verlassen das Capitol durch die Gassen Hannovers. Ahoi und bis zum nächstem Mal!

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017 in Berlin

Zum zweiten Mal in seiner zwei Dekaden umspannenden Historie öffnet das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017 in Berlin seine Pforten. Ob es das größte Mittelalterfest Deutschlands ist, darüber kann man streiten. Das entspannteste ist es sicherlich. Und so mischen sich bei bester Wetterlage Mittelalter-Fans, Cosplayer und Normalsterbliche munter bei Gaukelei, Musik und Unterhaltung vor den Toren Berlins. Wie auch schon im letzten Jahr ist die Rennbahn Hoppegarten der Markt- und Camping-Platz zugleich. Eine fast dreistellige Anzahl an Marktständen versorgt die Freunde des gepflegten Mittelalters mit Flüssigem, Essbarem und einer Vielfalt an Handelsgut. Shopping-Queens (und Kings) kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie Whisky- und Rumenthusiasten.

[slide-gallery title=“Bildergalerie: Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017″ ids=“28134,28123,28127,28124,28135,28131,28137,28130,28125,28136,28126,28122,28129,28132,28128″]
[ad adtype=“mobile_banner_2″]

Cultus Ferox & Weltenrkieger

Wie immer lassen die gute, unauffällige Organisation und Security, den Gästen und Schaustellen maximalen Raum zur Entfaltung. Man vermag nicht zu unterscheiden, wer Gast und wer Schausteller ist. So spielen Cultus Ferox, Weltenkrieger und andere Bands akustische Sets einfach an einem freien Platz auf dem Gelände zwischen Ständen und Tavernen. Die Piratenrocker von Stormfrun spielen gegen Naturalien vom nahegelegenen Rumstand weiter Lied um Lied. Neben zig Kleinstbühnen werden die Besucher von zwei großen Bühnen beschallt – wiederum im Parallelbetrieb. Anders als letztes Jahr überschreien sich die Bühnen dieses Jahr nicht mehr. Entscheiden muss man sich dennoch, wen man sehen will. Die Qual der Wahl wird jedoch abgemildert, da fast alle Bands mehrere Sets zu unterschiedlichen Zeiten an beiden Tagen spielen.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Cultus Ferox“ ids=“28154,28152,28153,28151″]

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Weltenkrieger“ ids=“28155,28159,28157,28156,28158″]

Obwohl die Preise für Eintritt und an so manchem Stand im Vergleich zu anderen Mittelalter-Festen happig sind, gibt es nichts zu meckern. Ein namhaftes Line-up bei erstklassigem Sound auf den Konzertbühnen, die beide mit nur minimalen Pausen bespielt werden. Ritterturniere und der Bärlin Pedal Bättleglänzen mit schöner Choreographie und hohen Unterhaltungswert für Groß und Klein. Die Stimmung ist ausgelassen und die Atmosphäre spätestens mit Einbrechen der Dunkelheit ungeheuer stimmungsvoll – dank einer Vielzahl von Fackeln und Feuern.

Stormfrun

Die Ausgabe des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017 fährt unter der Jolly Roger: Neben den üblichen Verdächtigen hissen die Schweden Stormfrun den Totenkopf. Dass man Skandinavien eher Met trinkende Wikinger verbindet, stört hier niemanden. Mit teils englischen teils schwedischen Texten wird dem Publikum mächtig eingeheizt. Statt kaltem Fjordwasser versprüht die vielköpfige Piraten-Crew karibischen Esprit. Natürlich darf auch Werbung für den bestens ausgestatteten Rum-Stand nicht fehlen – mit Live-Verkostung der Cocktails versteht sich.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Stormfrun“ ids=“28169,28170,28166,28162,28163,28164,28168,28165,28171,28167″]

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Ohne Mr. Hurley und die Pulveraffen ist ein MPS zwar möglich aber sinnlos, sagt man. Auch hier weist das Liedgut hohe Anteile von Freibeutern und Alkohol auf. „Blau wie das Meer“ steht sinnbildlich für die Gute-Laune-Musik der Barden aus Osnabrück. Heute nur als Trio schunkelt man sich mit Gitarre, Akkordeon und Perkussion durch den Abend.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Mr. Hurley und die Pulveraffen“ ids=“28179,28176,28177,28178,28180″]

saor Patrol

Die Schotten von Saor Patrol zitieren eher Braveheart als Fluch der Karibik. Das Quintett bietet Drum & Pipes mit rockiger Prägung. Neben Dudelsack und Les Paul bearbeiten gleich drei stämmige Kilt-Träger die Rhythmusfraktion. Wem die schottischen Hünen bekannt vorkommen, der irrt nicht. Neben der Musik widmet sich der stämmige Bartträger Charlie Allen auch dem Dasein als Stuntman: nicht zuletzt in den Hollywood-Epen „Gladiator“, „Robin Hood“ und „Thor – the Dark Kingdom“. Musikalisch gibt es ein buntes Potpourri ihres Schaffens: von „Outlander“ über „The Gael“ bis zu ganz alten Stücken wie „Weramur“ kommt keine Epoche zu kurz.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Saor Patrol“ ids=“28184,28185,28183,28182,28181″]

Versengold

Versengold eröffnen ihren Auftritt am Nachmittag mit „Sang und Klanglos“ vom im August erscheinenden Album „Funkenflug“. Danach geht es klassisch weiter: Auf „Versengold“ folgen „Verliebt in eine Insel, „Hoch die Krüge“ und „kein Trinklied“. Danach folgen weitere Songs vom neuen Alben und von vergangenen Werken. Energie geladen und routiniert zelebriert das Septett ein gelungenes Set und wird vom Publikum dafür abgefeiert. Dass die Folk-Rocker dabei direkt in die untergehende Sonne blicken müssen, irritiert sie kaum. Sänger Malte borgt sich aus dem Publikum fix eine John-Lennon-Gedächtnisbrille. Ein gelungener Auftritt wird beschlossen mit „In Namen des Folkes“ und „Ihr seid Musik“.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Versengold“ ids=“28199,28195,28189,28194,28198,28192,28191,28190,28193,28196″]

Faun

Mit neuer Sängerin an Bord Faun sind die Mittelalter-Dauerbrenner bereits ein Stammgast auf dem MPS. Die blonde Laura, die auch bei den Schweizer Celtic-Metallern Eluveitie zum erweiterten Line-up gehört, ersetzt seit März ihre Vorgängerin Katja. Auch wenn das Bild nun ein leicht anderes ist, verschmelzen Faun wie eh und je elektronische und mittelalterliche Klänge auf unnachahmliche Weise. Mit dem 2003er „Andro“ eröffnet das Sextett einen vielseitigen Abend und schon beim zweiten Song „Wind und Geige“ frisst ihnen das Publikum aus der Hand. Das ist umso wichtiger, da vor dem Song „Walpurgisnacht“ die Stimmgewalt der Zuschauer geprüft wird. Ein wahrer Wettstreit entbrennt zwischen Sängerin Fiona und Drehleiher-Spieler Stephan, die abwechselnd die weiblichen und männlichen Fans zu einem „Hey-yo“ auffordern. So gesellig und spielwütig geht es weiter. Auf dem Programm stehen von alten Stücke wie „Rhiannon“ bis zu ganz neuen wie „Odin“ von der letztjährigen Scheibe „Midgard“. Auch ohne Einar Selvik von Wadruna, mit dem das Stück aufgenommen wurde, entfaltet der Song seinen vollen Zauber. Viel zu schnell endet der Abend, auch wenn Faun später am Merchandise-Stand noch lange für ihre Fans da sind.

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Faun“ ids=“28225,28215,28216,28217,28230,28218,28228,28222,28229,28221,28232,28235,28237,28223,28224,28226,28236,28233,28227,28234″]

Saltatio Mortis & Knasterbart

Für Saltatio Mortis wird weiträumig abgesperrt. Wo die Mittelalter-Rocker schon am Nachmittag ordentlich abgesahnt haben, legen die Jungs nachts noch eine Schippe darauf. So wird den dankbaren Fans zu Songs „Spiel mit dem Feuer“ mit ebensolchem kräftig eingeheizt. Gigantische Feuersäulen untermalen eine spektakuläre Show. Zeitgleich geben sich noch die Gossenpoeten von Knasterbart die Ehre. Das MPS bietet genug Fans für beide Auftritte. Die Gossenpoeten nehmen dabei das Thema vom Nachmittag wieder: Schmutzige Freibeuter-Lieder und Gassenhauer für ein schunkelndes Publikum.
[slide-gallery title=“Mittelalterliche Phantasie Spectaculum 2017: Saltatio Mortis“ ids=“28204,28200,28201,28202,28203″]

[slide-gallery title=“Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2017: Knasterbart“ ids=“28211,28206,28205,28210,28207,28208,28209″]

Leider kündigt sich in diesem Zeitraum die letzte Bahn ins heimische Berlin an. Mit guter Laune und einer leichten Schlagseite segelt die Piraten-Fregatte somit wieder gen heimische Gewässer. So denn, das MPS macht auch in 2018 wieder halt in Hoppegarten, wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Danke an:
Hannes Fuchs (Dvergir Photography) für Bilder und Text.