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Mera Luna 2019 am Samstag – Unsere Highlights

Zwischen den aktuell wechselhaften Gut- und Schlechtwetterfronten, steht das Mera Luna 2019 glücklicher Weise unter einem günstigen Stern. Am Wochenende zuvor hat bspw. das matsch-berühmt-berüchtigte Wacken Open Air mal wieder unter Regen und sogar Evakuierungen gelitten. Umso fröhlicher sind nun 25.000 Gothic-Fans, die bei einem warmen Sonne-Wolken-Mix wieder liebevoll kostümiert den Flugplatz in Hildesheim Drispenstedt zum Schaulauen nutzen. Schließlich geht hier nichts ohne extravagante Kostüme, phantasievolle Roben, mittelalterliche Gewänder, bizarren Accessoires und gruselige Masken. Und wer mag, bummelt über die Shoppingmeile, kleidet und schmückt sich ein im Gothic-Ambiente-Zelt oder genießt Leckereien wie Met und Spanferkel im mittelalterlichen Dorf.

Bereits seit Freitag haben die Fans düsterer Rock- und Elektroklänge die das Festivalgelände umgebenen Campingflächen besiedelt und sind in den Abendstunden mit Workshops und Lesungen in das Wochenende gestartet. Richtig los geht es dann am Samstag mittag mit dem musikalischen Hauptprogramm. Dabei bietet das Maskenfest der Gothicszene ein großartiges Line-up, das mit Main Stage und Hangar gleich auf zwei großen Bühnen stattfindet. Als Headliner für den ersten Festivaltag hat Veranstalter FKP Scorpio die Symphonic-Metal-Größen Within Temptation gewinnen können, hinzu kommen Künstler wie ASP, Oomph!, Lacrimosa, Mono Inc. und viele viele weitere.

Ewigheim

Als erster Akt für uns steht Ewigheim auf dem Plan. Es ist einer der seltenen Live-Auftritte der vierköpfigen Band aus Thüringen. Bemerkenswert ist die Kombination an eher ruhigen und düsteren Texten, mit vorwiegend Gitarren- und Klavier-Sounds. In ihrem kraftvollen und exzellent arrangierten Liedgut geben sich die Thüringer schwarzhumorig und zynisch ihren Todessehnsüchten hin, dazu bieten sie aber auch jede Menge kreatives Reimgut und ruhige Töne zum melancholischem Verweilen an. In ihrer ganzen morbid-rockigen Schönheit spielen Ewigheim ihre Stärken wunderbar aus und besinnen sich auf das, was sie erfolgreich gemacht hat: Die Vertonung des Todes in seiner melancholischen Bedeutung.

Stahlmann

Stahlmann kommen aus Göttingen und haben damit, neben den Kollegen von Oomph! am Abend, fast ein Heimspiel beim Mera Luna 2019 Samstag. Sie repräsentieren eine junge Generation harter, deutschsprachiger Musik und entwickeln jenen kraftvollen Musikstil weiter, der in den 90ern als „Neue Deutsche Härte“ mit Vorreitern wie Die Krupps oder Oomph! begann und etliche Jahre später von Rammstein perfektioniert wurde. Knallharte Stakkato-Gitarren, bedrohlich-tiefer Bassgesang vom smarten Sänger Mart und schnelle Drums, die direkt einschlagen. Die vier silbernen Bandmitglieder kommen am frühen Nachmittag wie die Vorboten der Apokalypse daher und hauen entsprechend energisch ihre düsteren Electro-Rock-Hymnen heraus.

Centhron

Proppenvoll platz der Hangar am frühen Nachmittag bereits fast aus seinen Nähten. Verantwortlich dafür sind Centhron, eine deutsche Electro- und EBM-Band. Die Dreier-Combo aus Bremen ist mit ihrem Aggrotech ein Garant für knallharten Sound. Gnadenlos prasseln Beats und Bässe auf das Publikum ein, während Frontmann Elmar Schmidt die tiefsten Shouts aus seiner Seele und Kehle holt. Seit 18 Jahren ist die Gruppe aktiv, entsprechend bekannt und beliebt ist sie auch hier auf dem Mera Luna.

Deathstars

Als nächstes gibt es Black-Metal auf die Ohren von den Deathstars aus Schweden. Die Band besteht aus vier Mannen, die ausgeflippter nicht sein könnten. Dabei sind ihre blass-weißen Gesichter auf dem Mera Luna ja längst nichts ungewöhnliches oder dass sie alle komplett in schwarz auftreten. Wobei aber jedes kleine Detail perfekt abgestimmt ist: Sonnenbrillen und sonstige Accessoires, aber auch alle Instrumente. Die wirbelnden langen Rastazöpfe von Bassist „Skinny Disco“ stehlen aber allen anderen Bandmitgliedern ganz klar die Show. Zu hören gibt es härte Gitarrenklänge und dazu die tief-dunkle Stimme von Sänger Whiplasher. Das zieht einen in den Bann.

(X)-RX

Seit 2006 musikalisch aktiv, hat sich das Electro-Projekt X-RX des in Braunschweig lebenden Musikers Pascal Beniesch innerhalb kürzester Zeit zum heißgehandelten Tipp in der Cyber-Industrial-Szene entwickelt. Und dieser Erfolg ist nicht abgerissen. Kein Wunder, dass sich die Hangar Stage also in kürzester Zeit in ein Tollhaus verwandelt und die Leute regelrecht ausflippen zu den harten Beats. Jan und Pascal geben ihr Bestes, alle zum Eskalieren zu bringen. Beiden macht ihr Auftritt sichtlich Freude und das Publikum feiert sie und ihren furiosen Mix aus Electro, Industrial und Techno dafür.

Corvus Corax

Die Band Corvus Corax, die selbst ernannten und wohl verdienten „Könige der Spielleute“, sind von keinem Mittelalterfest mehr wegzudenken, schließlich sind sie neben In Extremo oder Tanzwut eine der populärsten Mittelalterbands dieser Szene. Breiten Bekanntheitsgrad erreichten die Spielleute mit ihren in 2005 neu vertonten Songs von Carmina Burana, veröffentlicht als „Cantus Buranus“. Wenn Corvus Corax live auftreten, geben sie alles um die Massen anzutreiben und das ist natürlich auch hier beim Mera Luna der Fall. Der klassische, unverwechselbare Klang, für den Corvus Corax steht, kommt eindeutig nicht zu kurz, mächtig dröhnen die Trommeln und klagen die Dudelsäcke.

Oomph!

Ab Sekunde Eins brennt hier das Feuer im Publikum lichterloh, denn die Menge ist mehr als bereit, um nicht nur aus voller Kehle mitzusingen, sondern auch um unter den Trommelschlägen von Frontsänger Dero Goi zu springen. Seit Januar 2019 ist das neuste Werk „Ritual“ auf dem Markt, daher gibt es auch einiges von diesem Tonträger zu hören. Aber natürlich kommen die beliebten Klassiker wie „Augen aAuf“, „Gott ist ein Popstar“ oder „Gekreuzigt“ aus der umfangreichen Oomph-Diskografie auch nicht zu kurz. Geliebt werden Oomph! vor allem auch wegen ihren unbequemen, sozialkritischen Songs, die gekonnt mit harten Riffs und eingängigen Keyboard-Hintergründe vermischt sind. Ganz deutlich wird wieder, dass die Band nicht nur Gothic Rock und NDH kann, sondern auch EBM in ihr Sortiment gehört. Sänger Dero geht voll in der Stimmung auf und dreht sogar eine große Runde über dem Meer der Hände.

Agonoize

Erste Reihe ohne Gehörschutz undenkbar! Was auch nicht geht ist, erste Reihe und trocken bleiben, ob Schweiß aus den eigenen Poren oder Kunstblut von der Bühne, hier bleibt niemand trocken. Das obligatorische Blutbad zu „Blutrausch“ in dem der Fronter sich mit einem großen Küchenmesser bewaffnet, die Puls- oder Halsschlagadern aufschneidet, ist schon weit bekannt. Chris L. ist heute ist Hochform und macht der Meute ordentlich Feuer unterm Hintern. Es werden keine halben Sachen gemacht, Chris prügelt sein Programm durch. Kurz gesagt, Agonoize veranstalten eine Abrissparty und alle feiern begeistert mit.

Mono Inc.

Mono Inc. wissen was ihre Fans hören wollen und feuern direkt einen Hit nach dem anderen ab. Aber da Mono.Inc natürlich auch mit einem neuen Album „Welcome to Hell“ in den Startlöchern stehen, beglücken sie ihre Fans mit Auszügen aus selbigem. Die neuen Lieder werden begeistert aufgenommen. Die Dark-Rock Band aus Hamburg schmettert ihre harten Sounds mit dunkler Stimme ins Infield. Textsicher singt das Publikum mit, feiert Martin Engler und seine Band in vollen Zügen. Das Quartett aus Nord-Deutschland zählt zu den Größten ihres Genres und füllt stattliche Hallen – kein Wunder also, dass auch die Besucher in Hildesheim Mono Inc liebend gern ihr Gehör schenken.

Lacrimosa

Nur wenige deutschsprachige Bands können auf eine so bewegte, musikalische Schaffensgeschichte wie Lacrimosa zurückblicken. Schon seit mehr als 27 Jahren scharren Tilo Wolff und seine Kollegen die Jünger der schwarze Szene um sich und werfen dem Gothic-Genre immer wieder wichtige Innovationen hinein. Die Relevanz von Lacrimosa ist auch heute noch ungebrochen, denn sie wandeln mühelos zwischen den Genre-Grenzen und bescheren ihren Anhängern einzigartige Momente zwischen Schwermut und Poesie. Gothic-Rock und Sinfonischer Metal gepaart mit Melancholie und Hoffnung – ihr schier unerschöpfliches Repertoire der schwarzen Musikkunst schallt in den frühen Abendstunden über das Festivalgelände.

Within Temptation

Vor anderthalb Jahrzehnten hat die Band um Sängerin Sharon den Adel und Gitarrist Robert Westerholt mit klassischem Gothic Metal begonnen. Mehr und mehr hat sich daraus bis heute DIE Symphonic-Metal-Gruppe schlechthin entwickelt. Und dass, ohne je ihre Wurzeln zu verleugnen oder zu verlieren. Der wunderbare Auftritt von Within Tempation beim diesjährigen Mera Luna ist natürlich genauso gut, wenn nicht noch besser, als all ihre Alben. Das liegt einerseits an dem fantasievollen Dress, den sich die gelernte Modedesignerin Sharon den Adel selbst auf den Leib geschneidert hat, andererseits aber auch an der spektakulären Bühnenshow, die mit Licht und Pyrotechnik besticht. Mit ihrer kraftvollen Stimme singt sich Adel in die Herzen der Zuschauer und legt die Headliner-Latte fürs kommende Jahr weit nach oben. Within Temptation sind und bleiben eben eine Institution in diesem Musikgenre. Sie wissen ganz genau, wie sie sich präsentieren und strahlen dabei wie eh und je eine Leichtigkeit und Spielfreude aus. Ihre Shows sind ein Rundum-Sorglos-Paket für einen guten Konzertabend, der optisch und musikalisch begeistert und überzeugt.

Die Krupps

Unter pompöser Marschmusik kommen Die Krupps auf die Bühne. Was die reine Menge an physischen Musikinstrumenten angeht, können Die Krupps hier die meisten anderen Bands locker abhängen. Den metallischen Klängen folgt auch unmittelbar ein riesiger Moshpit. Die Tontechniker haben zum Glück volle Leistung abgerufen, leiden die Krupps sonst öfter mal an schlecht gemischten Sound, ist davon heute nichts zu merken und das Publikum kann bei Top-Sound die Stimmung genießen. Die Menge lässt es richtig Krachen und singt lautstark mit.

ASP

Der Altmeister ASP bittet zum Stelldichein. Dank der langjährigen Schaffensgeschichte kann ASP auf ein großes Repertoire zurückgreifen und treibt gekonnt sein perfekt ausgewähltes Liveset voran. Die kompletten Mera Luna-Besucher feiert ausgelassen und genießt die letzten Atemzüge des ersten Festivaltages. Und was wäre eine ASP- Show ohne Feuer? „Ihr schönen Menschen. Es ist klasse, dass ihr alle hier seid“ begrüßt ASP die Fans. In schwarz und rot getauchten Farben schwelgen die Zuschauer zu der kraftvollen Stimme von ASP. Gänsehaut-Feeling vermischt sich mit romantischer Stimmung, als das ganze Field die Feuerzeuge und Handytaschenlampen anstellt. Man könnte meinen, ASP sind es nach all den Jahren langsam überdrüssig, aber weder Alexander Spreng, noch die Fans wollen es am Ende missen: „Ich will brennen“. Eine Art Glaubensbekenntnis für ASP, denn für sie entflammen ein weiteres Mal die Stimmen und Körper der schwarzen Seelen. Wieder einmal routiniert eine super gute Show abgeliefert.

Mera Luna 2020: Tickets + Infos

Mera Luna 2020

Düster-Beats locken 4.000 Besucher zum E-tropolis Festival 2019

Am Samstag, den 16. März ist das E-Tropolis Festival 2019 in seine neunte Runde gestartet. Unter dem Motto “Härter, Lauter, Bässer” erwarteten uns 14 Bands, inklusive Aftershow-Party. Auch dieses Jahr kann die Turbinenhalle in Oberhausen gut 4.000 Besucher in den Ruhrpott locken, damit ausverkauft melden und eine Vielzahl an unterschiedlichen Electro- und EBM-Größen präsentieren.

ES23

Zur Eröffnung begrüßt uns ES23 mit “Destiny” auf der Bühne und damit auch schon unsere Überraschung des Festivals. Mit einer unerwarteten Energie haut Daniel P. von Sekunde Null an die Menge um. Der ein oder andere Besucher hat sein persönliches Aufwärm-Programm schon hinter sich und steigt direkt in die Vollen mit ein und nutzt die große Tanzfläche vollständig aus. Letztes Jahr war Sänger Daniel P. noch als Gast hier, heute steht er auf der Bühne und darf voller Stolz das E-Tropolis Festival 2019 eröffnen. Zu „Wake Up“ geht die Stimmung immer weiter nach oben. Der vordere Bereich der Turbinenhalle füllt sich nach und nach, während draußen auf dem Parkplatz im andauernden Nieselregen fleißig die Fahrzeuge rangiert werden.

Priest

Nach einer kurzen Umbaupause dürfen Priest sich auf der Bühne austoben. Nach der Eröffnung durch ihr 8-bit Intro drückt einem der Bass entgegen und treibt neugierig die Menschen aus den Vorbereich der Turbinenhalle vor die Bühne. Im Kontrast sind Priest deutlich andächtiger als ihr Vorläufer. Zur Musik kann man ja sagen, was man will, aber die Show ist nun leider tatsächlich auch für Elektro Bands sehr schwach. Kaum Interaktion mit dem Publikum sorgen dafür, das wir uns früher auf den Weg in die zweite Halle machen.

Rroyce

Schon kurz vor Ende der Show bewegt sich die Menge rüber zur 2nd Stage, denn nebenan geht es nahtlos mit Rroyce weiter. Energiegeladen springt der Funke hier sofort über und die frühen Besucher, die gerade eben noch auf der Stelle hin und her wippten, sind voll dabei. Eine von drei Bands heute, bei denen eine Gitarre auf der Bühne zu sehen ist. Und die einzige, die mit Pyrotechnik einen kleinen Funkenregen erzeugen. Für die erste Band in der kleineren Halle ist es zu so früher Zeit schon sehr gut gefüllt – selbst der Headliner wird später Probleme haben, das zu toppen. Sänger Casi sprüht nur so vor Energie und hat auch mit seinen beiden Mitstreitern auf der Bühne mächtig Spass.

[x]-Rx

Auf der Mainstage bereiten sich derweil [x]-Rx vor. Und bringen nach dem eher ruhigeren Vorläufer wieder richtig Bewegung auf die Tanzfläche der Mainstage. Langeweile kommt hier nicht auf, das lassen Pascal „Cyrex“ Beniesch und Jan „Sine-x“ Teutloff nicht zu. Das Intro zu „Kein Herz“ versetzt auch den letzten Zuschauer in Bewegung und trotz des Hämmerns aus den Boxen sind die Stimmen der Menge noch zu hören. Mit „Gasoline And Fire“ und „Hard Bass Hard Soundz“ sind [x]-Rx eine einzige Aufforderung zu tanzen. Die Show ist schlicht gehalten aber bestens dazu geeignet, die Energie auf das Publikum zu übertragen.

SynthAttack

Das Intro von SynthAttack verspricht schon viel. Als das Dark Electro-Duo die Bühne erklimmt ist der Jubel groß. Mit ihren harten Beats und aggressiven Synth-Klängen gepaart mit einem verzerrten Gesang liefern sie Musik voll auf die Fresse. Aber pronto! Auf der Bühne wir das Duo von zwei Tänzerinnen unterstützt, die die Menge immer wieder animieren, ordentlich mitzumachen. Auch hier ist der Sound ordentlich. Der Bass hat Druck, sodass sich in den vorderen Reihen ein wohliges Gefühl in der Magengegend breit macht, aber auch die Synths sind perfekt abgemischt. Alles in allem eine runde Sache.

Velvet Acid Christ

Velvet Acid Christ auf der Mainstage ist für viele eher eine Pause, vor dem was der Abend noch verspricht. Viele sparen sichtlich Energie oder nutzen die Gelegenheit um etwas Energie nachzutanken.

Apropos Nachtanken. Neben den 2 Stages hat die Turbinenhalle auch noch eine Händlermeile und ein Bistro zu bieten. Die neben einer kleinen Shopping-Tour und einem breiten Angebot an Gerichten auch noch viel Platz bieten, um sich zwischen den Bands noch etwas zu entspannen. Ob der Belastung der Füße oder der Ohren geschuldet kommt wohl auf den persönlichen Geschmack an.

Future Lied To Us

Zurück auf der 2nd Stage erwarten uns Future Lied To Us. Ein Zusammenschluss aus “drei der Rentner des EBM”. Was die alten Herren vielleicht nicht mehr an Energie haben, haben sie an Erfahrung. In ihrer minimal gehaltenen Show laden sie mit sanften Beats zum Träumen und Schwelgen ein. Bei Synthpop benötigt es aber auch keine harten Beats, um die Menge in Tanzstimmung zu bringen. So bewegt sich der eine mehr als der andere im Klangteppich dahin. Aber auch die alte Garde ist vor dem Alten Feind – technische Probleme – nicht gefeit und müssen eine kurze Zwangspause einlegen. Können aber dann direkt wieder durchsteigen und auch beweisen, dass sie nicht nur sanft und weich beherrschen, sondern durch alle Stilrichtungen durch Agieren können.

E-tropolis Festival 2020 Infos & Tickets:

E-tropolis Festival 2020 / etropolis 2020

Plage Noire 2018 – So war der Samstag

Der Samstag beginnt bei uns mit Absurd Minds. Der Salle de Fête ist bei unserer Ankunft schon rappel voll und dann legen die Jungs auch schon los. Wer nicht schon durch die Temperaturen schwitzt, dem geben die harten Beats, die fast schon zum Tanzen zwingen, den Rest um den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Für uns steht aber auch bald der Weg zurück zu La Chapiteau an, wo Unzucht auf uns warten. Im großen Zelt machen sich die langen, nächtlichen Stunden noch deutlich bemerkbar, sodass nur knapp über die Hälfte gefüllt ist. Auch heute zeigen die vier Dark Rocker, dass live einfach viel mehr Power dahinter steht als hinter den ihren Plattenversionen und pfeffern uns „Engel der Vernichtung“ und „Unzucht“ von ihrem ersten Album „Todsünde 8“ um die Ohren. Generell ist der Auftritt mit vielen älteren Titeln gespickt, was beim Publikum sehr gut ankommt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Drinnen machen es sich derweil Centhron im Salle de Fête gemütlich und heizen bei guter Stimmung dem Publikum ordentlich ein. Im La Chapiteau warten danach Lord of the Lost auf uns, die unter tosendem Applaus die Bühne betreten. Sichtlich ein Publikumsmagnet und unüberhörbar besonders beim weiblichem Publikum. Keyboarder Gerrit Heinemann ist aber heute nicht mit dabei. Er ist auf Abwegen mit Kult Darsteller David Hasselhoff auf der Suche nach Freiheit.

Im Salle de Fête mit einer Programmänderung. Diorama ist kurzfristig ausgefallen und so schwingt sich Sänger Felix Marc stattdessen mit dem Electro Pop Duo Frozen Plasma auf die Bühne. Wir beschweren uns nicht und tanzen die Revolution. Zu Titeln wie „Age after Age“, „Foolish Dreams“ und „Eearthling“ wird getanzt was die Füße mitmachen. Mit „Safe. Dead. Harm.“ wird auch die gestern frisch erschienen erschienene Single präsentiert. Nach „Herz“ zieht es uns zurück ins La Chapiteau, wo Blutengel mit ihrer imposanten Bühnenshow, gefüllt mit allen Klischees der Gothic-Szene, auf uns warten.

Schöne Frauen, Feuer und literweise Kunstblut … einzig auf das Feuer müssen wir heute verzichten. Die Brandschutzverordnungen des Zeltes geben das wohl nicht her. Zu den ersten Klängen zu „Gott: Glaube“ bricht das Publikum in tosenden Applaus aus. Die kleineren technischen Schwierigkeiten werden von Chris Pohl mit viel Humor aufgenommen und so geht es weiter durch das Sortiment von Blutengel, sowohl akustisch, als auch visuell, mit Titeln wie „Lucifer“, „Engelsblut“ und „Say Something“. Auch in der Vergangenheit wird ordentlich gegraben und alte Klassiker wie „Bloody Pleasures“, „Children of the Night“ und „Seelenschmerz“ präsentiert. Besondere Mühe bereit sich Chris zu „Leitbild“, wozu er versucht auf unterschiedlichste Arten das Publikum zu motivieren sich lautstark mit „Nein, Nein“ am Refrain zu beteiligen. Den Abschluss setzen sie mit dem Titelsong des Aktuellen Albums „Black“.

Drinnen im Salle de Fête geht es als nächstes weiter mit Die Krupps. Oder soll es zumindest. Mit 15 Minuten Verspätungen und grob 7 Anläufen des Intros, die dann doch immer wieder abgewürgt werden, geht es los. Technische Probleme, schade.

Dann erwartet uns aber auch schon Subway to Sally im La Chapiteau, die mit einem ausgedehnten Händemeer zu „Grausame Schwester“ begrüßt werden. Weiter geht mit „Henkersbraut“, „Kleid aus Rosen“ und „Unsterblich“. Etwas moderner wird es schließlich mit „Eisblumen“, „Falscher Heiland“ und „Tanz auf dem Vulkan“. Nach ihrer Tour durch ihre ältere und jüngere Schaffensgeschichte darf natürlich auch der Publikumsliebling „Julia und die Räuber“ nicht fehlen. Auch wenn man sich durchaus die Frage stellen kann: Singt hier die Band für die Fans oder die Fans für die Band?

Danach geht es auf Selbstmordmission im Salle de Fête, wo Suicide Commando der Luft endgültig den gar ausmachen. Unter der Gewalt ihrer Beats können nur die ganz Hartgesottenen noch tanzen. Ein Tag voller Tanzmusik haben der Luft auch den letzten Rest Sauerstoff abgerungen. Die Verschnaufpausen zwischen den Bands hatten wenige Chancen den Zustand auf ein Normales Niveau zurück anzuheben.

Fürs große Finale geht es zurück in La Chapiteau mit VNV Nation. Unter donnerndem Jubel beginnt der Anfang vom Ende. Das Zelt ist rappel voll und dabei ist Suicide Commando noch nicht einmal mit ihrem Set durch, als es auch schon mit „Joy“ los geht. Weiter geht es danach mit einem Toptitel nach dem anderen, wie „Testament“, „Nemesis“ oder „Legion“. In seiner gewohnt minimalistischen aber energiegeladenen Show entfaltet Ronan Harris sein volles Potenzial. Mit „Honour“ wird es danach auch etwas romantischer, gefolgt von „Primary“. Zu „Illusion“ singt der Großteil des Zeltes mit und erzeugt eine Gänsehautstimmung die man wirklich selten erlebt. Danach wird es wieder etwas aktiver mit „Standing“ und „Space and Time“. Zu „Control“ wurde die mitsingende Menge so gewaltig, dass Ronans Stimme untergehen zu droht. Um das Eindrucksvolle Bild der leuchtenden Lichter zu „Nova“ einzufangen macht Ronan Harris kurzerhand ein Video, dass auch auf der Facebook-Seite von VNV Nation zu bestaunen ist. Den persönlichen Fan-Hochmoment hat zu „Resolution“ dann jemand der gar nicht da ist. Ein Videoanruf aus der ersten Reihe erregt die Aufmerksamkeit von Ronan, der sich kurzerhand das Handy hochreichen lässt und den Anruf von der Bühne aus weiter führt. Mit „Perpetual“ legten VNV Nation unseren persönlichen Abschluss.

Für uns neigt sich das Plage Noire 2018 dem Ende entgegen. Schmerzende Füße und der noch anstehende Heimweg zollen ihren Tribut und wir machen uns auf den Rückweg. Damit verabschieden wir uns und freuen uns darauf, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Zum Glück ist die Pause ja absehbar und dauert nicht noch einmal 9 Jahre an.