Heimspiel mit ordentlich Feuer – Scooter im Hamburg


Scooter im Hamburg 2024
Am 30. März 2024 gaben Scooter im Hamburg ein Konzert. (Bild: Cynthia Theisinger)

Zwei Wochen ist es her, dass H.P. Baxxter 60 Jahre alt wurde. Eine Woche ist es her, dass das neuste Scooter Album “Open Your Mind and Your Trousers” erschien. Zeit, gleich doppelt zu feiern, mit einer großen Tour, die auch in der Barclays Arena in Hamburg Halt macht.

Den Anfang des Abends macht Neptunica, ein DJ und Produzent aus Hamburg. Mit seinen Remixen bekannter Songs, primär aus den 80ern und 90er, heizt er der Menge ordentlich ein, die währenddessen laut Mitsingen oder die Schlangen an den Bierständen verlängert. Oder auch beides.

Pünktlich um 21 Uhr ist es dann so weit. Wer nun einen Blick in die Menge um sich wirft, findet keinen freien Platz mehr. Als die Lichter dunkel werden, wird es laut im Publikum und jeder erhebt sich von seinem Platz. Alle gucken gespannt Richtung Bühne, die aus vier großen Leinwänden besteht und einem großen Podest in der Mitte. Daneben befinden sich zwei weitere kleinere Podeste, auf denen Jay Frog und Marc Blou kurz danach Platz finden. Mit den ersten Tönen von “Rave & Shout“ kommt H.P. Und eine Hand voll Tänzerinnen dazu und die Party kommt ins Rollen. Letztere sollten uns auch den ganzen Abend begleiten. Kein Song vergeht, bei dem nicht zumindest zwei in stetig wechselnden Outfits unterstützen und Dynamik auf die Bühne bringen.

Aber auch sonst gibt es viel zu sehen. Sei es auf den Leinwänden, Pyro oder die gewaltige Lichtshow, die aus unzähligen Scheinwerfern und LED-Leisten besteht und einen einen zeitweise fast erblinden lässt. Schon beim zweiten Song wird es schlagartig heiß in der Halle. Danach lassen uns immer wieder Feuersäulen, Feuerwerk, CO2 Kanonen oder kleine und große Explosionen hochschrecken. Dazu gibt es auch ab und an weitere Special Effekte wie Flammenwerfer, eine funken speiende Gitarre, Feuerschwerter oder Laser Masken. Schwitzen steht heute definitiv an der Tagesordnung und dabei ist die durchgehend tanzende und ausrastende Menge noch nicht berücksichtigt.

Dennoch heizt H.P. immer weiter ein. “Hallo Hamburg, wie ist die Stimmung seid ihr bereit? Are you ready to rock? Are you ready to rave? Kick some ass? The sound of scooter?”, fragt H.P. und bekommt eine laute und eindeutige Antwort. “I’ve got some good messages: techno is back!”, führt er fort. Im Verlauf des Abends dürfen wir uns immer wieder anhören, wie wahnsinnig wir sind, oder ob das nicht lauter geht. Oder auch ein „Ach übrigens frohe Ostern”.

Auch wenn viele Scooter Songs Features beinhalten, schafft es heute keiner davon live auf die Bühne. Zumindest die Parts von Finch kommen dabei nicht vom Band, sondern werden von Jay Frog live performed. Mitsingen tut aber auch das Publikum, besonders bei “How Much Is the Fish?” und “One (Always Hardcore)”.

Inklusive Zugabe spielt Scooter über 100 Minuten und lässt ein durchgeschwitztes Publikum zurück, nachdem in den letzten Minuten nochmal alles gegeben wurde. Ein Klassiker nach dem anderen und auch der Bass wurde nochmal eine Runde höher gestellt, während eine Pyro nach der anderen in die Luft flog. Bevor H.P. aber schlussendlich die Bühne verlässt stellt er uns die Tänzerinnen und bandmitglieder vor, “new guy” und “old guy”, bevor er sich bei seiner crew und natürlich uns bedankt und uns zurück in das Kühle Hamburg schickt.