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Hurricane Festival 2019 am Sonntag – Unsere Highlights

Am letzten Festivaltag beim Hurricane Festival 2019 schenkt der Wettergott zum Abschied nochmal sonnig-heißes Wetter an die Besucher. Bevor es also aufs Gelände geht, werden in Ruhe noch die letzten Würste vergrillt, geduscht und relaxt. Die 68.000 Zuschauer haben schließlich noch einmal einen musikalisch vollgepackten Tag vor sich. Mit Bands der Extraklasse geht es auch am dritten Festivaltag weiter. An den Start gehen u. a. Bausa, Christine and the Queens, Lauv, Interpol, Wolfmother, Faber, Royal Republic, Bear’s Den, Yung Hurn und die beiden wohl am meisten erwarteten Auftritte von The Cure und den Foo Fighters. Letztere besetzen die Position des letzten Headliners bei der diesjährigen Ausgabe des Hurricane. Ihr Auftritt ist das Finale des Festivals am Eichenring und soll gegen 00:00 Uhr das Ende einläuten.

mavi phoenix

Die 24 Jahre junge Mavi Phoenix ist eine österreichische Popmusikerin und Rapperin. Sie liefert hochmoderne Popmusik auf Englisch mit smoothem Hip-Hop- und RnB-Einschlag, die locker auch aus Los Angeles kommen könnte. Sie ist gleichzeitig Produzentin, Songwriterin und Performerin und hat schon auf jeder Menge großen Festivals der Welt mit ihren Liveauftritten überzeugt. Mavi Phoenix (eigentlicher Name: Marlene Nader) schreibt Songs, die wie Soundtracks zur introvertierten Selbstfindung sind – ihre Songs laufen im Radio hoch und runter, im Web ist sie der neue Star. Die junge Linzerin ist auf dem besten Wege, sich nach ganz oben zu katapultieren und umso schöner ist es, dass sie beim Hurricane zeigt, was sie drauf hat. Das Infield vor der River Stage füllt sich trotz der frühen Zeit, die Neugierde auf den Sound der Österreicherin ist groß.

skinny lister

Wenn Lona Thomas Frontfrau und Sängerin von Skinny Lister, mit ihrem „Listermania“ Schnapskrug auf die Bühne kommt, wird aus der sonnenbeschienenen Fläche vor der Forest Stage ein gemütlicher aber richtig dreckiger Pub. So wie jede Location, wo das Sextett bisher aufgetreten ist – sei es auf eigener Tour oder als Vorband der Dropkick Murphys. Akkordeon, Gitarre und Kontrabass begleiten die gut gelaunte Sängerin, die in ihrem Hosenanzug und roten Schuhen an Dorothy aus dem berühmten Musical „The Wizard of Oz“ erinnert. Die anderen Bandmitglieder stehen natürlich auch nicht einfach nur herum. Im Gegenteil, die Spiellaune der Band ist ansteckend, allen voran Akkordeonspieler Max Thomas (Bruder der Sängerin), er ist auch ein Wirbelwind auf der Bühne. Kaum jemand vor der Bühne kann sich dieser ansteckend-positiven Stimmung entziehen.

sookee

Politik und Party? Queerfeminismus durch Hip-Hop? Subkultur im Mainstream? Rapperin Sookee ist seit 15 Jahren in der Rap-Szene aktiv und schafft durch mehrere veröffentlichte Alben, unzählige Kollabos, Auftritte bei öffentlichen Podien, an Universitäten und in Workshops Räume, die aktiv Antworten auf die Frage suchen, wie gesellschaftliche Veränderung geht. Ihren Bekanntheitsgrad und ihre große Außenwirkung nutzt sie, um Dialoge zu begünstigen. Als Musikerin und Aktivistin ist sie u. a. die aktuelle Trägerin des Louise-Otto-Preises und engagiert sich politisch als bekennende Antifaschistin für weitere zahlreiche Initiativen. Ihre gesellschaftskritische Musik wird einerseits mit hohen Klickzahlen im Netz belohnt, aber auch vor der Bühne scharrt Sookee eine breite Masse um sich. Vor allem junge Mädels kennen ihre Texte in und auswendig und für alle, die die Rapperin noch gar nicht auf dem Schirm hatten, die erwartet hier guter Sound, guter Beat und extrem clevere Texte.

grossstadtgeflüster

Grossstadtgeflüster sind elektronisch, wüst und auch nach 16 Jahren im Musikbusiness immer noch ein Garant für eine gute Liveshow – schweißgeladenen und durchgeknallt! Sängerin Jen Bender und ihre zwei Bandkollegen Raphael Schalz und Chriz Falk bezeichnen sich selbst gern als leidenschaftliche Verweigerer – getreu dem Motto „Ich muss gar nichts“, einer der ersten Hits des Elektropunk-Pop-Trios aus Berlin. Nichts ist ihnen zu derb, um nicht ausgesprochen und vertextet zu werden und dem Drang nach Freiheit ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Normen Ausdruck zu verleihen. Ohrwürmer fühlen sich bei dieser Band eher an wie Orhfeigen, zumindest flasht es jeden Zuschauer/Zuhörer genauso. Scharf, lustig, ehrlich, authentisch – Grossstadtgeflüster sorgen mit ihrem Auftritt auf der River Stage für schrägen Kurzweil und zaubern jedem Besucher ein Schmunzeln auf die Lippen.

you me at six

Die fünf Briten aus Surrey stehen für eine gute Musikmischung aus Pop, Disco und Indie. Wo würde das besser hinpassen, als ins abendliche Programm beim Hurricane? Zielsicher ballern die Jungs um Frontmann Josh Franceschi mit ihren Melodien auf den Pop-Nerv im Hirn und füttern die Zuschauer mit süßesten Hymnen – so dass kaum noch jemand still stehen kann. Treibende Gitarrenmelodien treffen hier auf dynamische Drums, die sich mit eingängigem, aber nicht langweiligem Songwriting und großen Refrains ergänzen. Josh’s einzigartige Stimme gibt den Wiedererkennungswert und begeistert vor allem bei gefühlvollen Songs. Gut, dass You Me At Six ihre Emo- und Punk-Jahre hinter sich gelassen haben und sich kopfüber auf die großen Melodien gestürzt haben. Der melodische, frische Poprock steht der Band außerordentlich gut.

bear’s den

Die drei Londoner von Bear’s Den sind definitiv der Headliner der Herzen an diesem Nachmittag. Nicht nur weil sie eine fantastische musikalische Leistung liefern, ihre bekanntesten Folk-Songs zum Besten geben und natürlich den Bereich vor der Bühne ordentlich ausfüllen – nein, sie setzen immer wieder noch eins drauf und man weiß gar nicht mehr, wie es um einen steht. Andrew Davie, Kevin Jones und Joey Haynes von Bear‘s Den verfügen über die wunderbare Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, ohne dabei laut zu werden.  Harmonie und Zurückhaltung strahlen sie aus, auch wenn sie von Trennung, Abschied und Schmerz berichten. Die Instrumentalisierung, die den rauchigen Folk-Gesang umgibt, ist reduziert, aber nicht spärlich, sodass ein Ganzes entsteht, das es bewusst zu genießen gilt. Bei diesem Auftritt wünscht man sich, gekniffen zu werden – schließlich könnte das alles nur ein wunderschöner Traum sein, den man gerade miterleben darf. 

royal republic

Royal Republic haben ihr aktuelles Werk „Club Majesty“ endlich auf dem Markt. Schon der Vorgänger „Weekend Man“ aus 2016 und die erfolgreiche, gleichnamigen Tour hat die Schweden auf dem Weg in den Musikolymp weiter nach oben gebracht. Ihr lässiger Funk mit deluxem Arschwackel-Faktor und tightem Rock’n’Roll zeigt wieder einmal mehr, dass Royal Republic geniale Musiker sind. Von der Sekunde an, in der Adam Grahn samt Kollegen einen Fuß auf die Forest Stage setzen, geht die Rock-Show direkt los.

Die Gitarrensaiten kreischen und die Bassdrum wummert, schnell entpuppt sich Grahn als regelrechte Frontsau mit markant-royaler Stimme. Er ist ein echter Charmebolzen, schwingt lasziv die Hüften, spielt gekonnt mit den (gern weiblichen) Fans. Das Publikum springt, tanzt, singt, feiert und lässt immer wieder „Royal Republic“-Chöre bis in die letzte Reihe auflodern. Auf der Bühne ist die Stimmung bei Grahn und Hannes Irengård (Gitarre), Jonas Almén (Bass) und Per Andreasson (Schlagzeug) ähnlich ausgelassen. Nicht nur das musikalische Niveau ist hoch, der Unterhaltungsfaktor tut dazu sein übriges. So schaukeln Musiker und Zuschauer gegenseitig die Stimmung von Song zu Song weiter nach oben.

the streets

Im Frühling 2002 hat ein der breiten Masse bis dato völlig unbekannter 21-jähriger Solo-Künstler aus UK die Garage-Szene völlig auf den Kopf gestellt. Mit seinen Chart-Erfolgen „Has It Come To This“, „Let’s Push Things Forward“, „Weak Become Heroes“ und „Don’t Mug Yourself“ hat er den Puls der Zeit getroffen und ist schnell zu einer der bekanntesten Sprachrohre der „Generation X“ geworden. Seither hat Mike Skinner a.k.a. „The Streets“ jede Menge Arbeit in seine Musik gesteckt und schreckt nicht zurück vor einer vollen Bandbreite an Einflüssen. Egal der Sound vom Band kommt oder wie hier und heute live dargeboten wird, The Streets ist steht für unterhaltsame und abwechslungsreiche Musik mit feinem Humor und alltäglichen Problemen, mit denen sich jeder Jugendliche und Junggebliebene identifizieren kann. Dazu gibt es hämmernde Beats, phänomenale Hooks und wahnwitzige Wortspiele.

So war das Deichbrand Festival 2018 am Freitag

50.000 festivalbegeisterte Musikfans sind an diesem Wochenende bei der 14. Ausgabe vom Deichbrand – dem beliebten Rockfestival an der Nordsee. Zur Festivalcity umfunktioniert, bietet der Seeflughafen Nordholz bei Cuxhaven – den Veranstalter ESK Events & Promotion GmbH  gerade frisch mit einer weiteren Nutzungsdauer für 10 Jahre ergattert hat – den musikbegeisterten Campern wieder fünf Tage lang eine Heimat. Bereits seit Mittwoch hat das Deichbrand 2018 für Besucher geöffnet, allerdings nur für die Maincamp-Anreisenden, die das im Vorfeld angemeldet haben. Haupt-Anreisetag und der Beginn des eigentlichen Programms ist Donnerstag. Hier sind aber erstmal nur die zwei kleineren Bühnen (Palastzelt und Electric Island) bespielt wurden. Mr. Hurley und die Pulveraffen, Versengold, Kadavar, Zebrahead, Lexer und weitere Künstler haben sich die Klinke in die Hand gegeben.

Erst am Deichbrand Festival 2018 Freitag fließen dann die zwei Hauptbühnen mit ins musikalische Programm. Wo bei vielen Sommerfestivals die Liveshows parallel stattfinden gibt es hier einen großen Vorteil: die Fire und Water Stage werden nacheinander bespielt, so dass man bestmöglich die vielen Acts auch sehen kann. Das Konzept des Veranstalters, für das Line-Up viele deutsche Künstler zu engagieren, geht schon seit einigen Jahren bestens auf und wird nicht durchbrochen. Die Toten Hosen, Casper (Headliner des 1. Tages), SDP, Bosse, Clueso, Freundeskreis, Kontra K – um nur einige der Beliebtesten 2018 am gesamten Wochenende zu nennen. An internationalen Acts werden es The Killers, Mando Diao, The Hives, Wolfmother, Bilderbuch und natürlich noch viele weitere sein. Auch das Wetter ist perfekt auf Festival eingestimmt und bietet am ersten Festivaltag Sonne, Sonne und noch mehr Sonne.

The Subways

Die Eröffnung der Hauptbühnen gebührt einer Band aus England, um 14:00 Uhr geht es auf der Fire Stage los. Endlich ist mal wieder eine Frau mitten im Indie-Rock-Zirkus zu sehen. Und die gibt wirklich alles an ihrem Bass. Daneben sehen wir die Brüder Billy und Josh, die schon im Kindesalter auf eigene Faust ihre Instrumente erlernt haben. The Subways musizieren schon viele Jahre in dieser gekonnten Zusammensetzung und haben einige Erfolge geeiert. Zu dritt ist die Band mit ihrem Indie-Rock jedenfalls eine perfekte musikalische Mischung für den Nachmittag. Das sympathische Trio steht fetten Sound mit jeder Menge Energie.

Chefboss

Hier gibt es knallharte Girlpower aus Hamburg vor den Latz. Das Duo, bestehend aus Alice Martin und Maike Mohr, hat in 2017 z.B. ihren Song „Insel“ veröffentlicht, ein absoluter Ohrwurm, der wie ihre anderen Songs vor Energie und guter Laune strotzt – und vor allem die Stile Dancehall, Electro und Hip-Hop mit einander kombiniert. Vor drei Jahren haben Chefboss mit ihrer EP „Blitzlichtgewitter“ erstmals auf sich aufmerksam gemacht, im März 2017 dann endlich das Chefboss-Debüt-Album „Blitze aus Gold“. Gemeinsam mit einer Horde Tänzer/innen definieren die Hamburger Girls das Twerken mal neu und versorgen die Menge mit einer fetten Ladung Bass, Rhymes und steilen Beats. Komplettes Ausrasten ist angesagt, wenn T-Shirts und Handtücher durch die Luft wedeln.

SSIO

Weiter geht es mit Deutsch-Rap von SSIO. Vor allem viele Mädels haben sich in die Crowd gemischt. Der deutsche Rap hat sich halt etwas verändert – hat man ja an den Mädels von Chefboss schon sehr schön gesehen. Die Texte von SSIO werden auch vom weiblichen Geschlecht gut und gerne toleriert und das für SSIO typische „Nuttööö“ wird umso lauter mitgegröhlt. Mit Battle-Rap und Ganster-Rap haben seine Texte aber gar nichts zu tun. SSIO schafft es gleichzeitig witzig aber auch total authentisch rüberzukommen. Es klingt mehr nach funky Straßenrap, der sich einen dicken Mantel Ironie drüber gezogen hat. Erinnere dich z. B. an sein Video „Nullkommaneun“, da hat SSIO schnuckelig mit einem Schaf an der Leine posiert – nicht mit einem Pitbull oder Tiger wie einige seine Kollegen… Während des gesamten Livesets gibt er sich auch zwischen den Songs als lässiger, witziger Typ und die Zuschauer bouncen, rappen und pogen zu seinen Beats.

257ers

Wer es durchgeknallt mag, der ist mit den 257ers – der Hip-Hop-Crew aus dem Kohlenpott prima bedient. Das Duo liefert nämlich derben Sound und dazu eine ausgeflippte Liveshow. Dabei kann wirklich jeder mitgröhlen und feiern, das ist ein einfaches Motto. Mit ihrer sehr eigenen Definition vom Deutsch-Rap haben die zwei Jungs ihr Markenzeichen geschaffen: völlig bekloppte Texte mit Banalitäten als Ausgangspunkt, immerhin mit geballtem, selbstironischem Wortfeuerwerk. Die Rap-Parts geben Daniel „Shneezin“ Schneider und Mike Rohleder, die beide während der gesamten Show wie bei einem Kirmesbesuch auf LSD wirken. Mit Wortwitz wird hier endlos gereimt und jedes noch so trashige Musikgenre oder deutsche Liedgut als kleine Hommage umgewurschtelt. Macht Laune.

Hurricane Festival 2017 – So war der Sonntag

Seit Samstag Nacht hat es immer wieder geregnet beim Hurricane Festival 2017. Nach dem Unwetter vom Donnerstag und wiederholten Regengüssen während der letzten zwei Tage, ist der Boden nun wirklich durch. Zelt- und Parkplätze sowie das Festivalgelände gleichen einem Matschfeld. Heute braucht keiner der Besucher ohne Gummistiefel oder Regenjacke aufs Field kommen. Wetterbedingt zeigt sich aber auch bereits der erste Abreiseverkehr oder es wird zumindest gepackt. Nach Headliner Casper wird ein ganzer Track Autos von den verschlammten Plätzen gen Heimat fahren. Die gute Laune der Festivalbesucher ist aber ungebrochen.

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Hurricane Festival 2018 Tickets + Infos:

Hurricane Festival 2018 / Hurricane 2018 / Hurricane 18

Kakkmaddafakka

Was nach derbem Hip-Hop-Shit klingt, bedeutet eigentlich etwas wie Partytier oder Partylöwe. Auf der Green Stage ist am frühen Sonntagnachmittag also Wohlfühl-Indie statt krassem Diss aus den Blocks angesagt. Schnell kommt ein Gefühl von Freiheit und guter Laune auf, wenn die Musik der sechs Künstler einsetzt. Schon seit 2004 gibt es die Band: ihre Fanbase wuchs schneller und schneller, auch international begeisterten sie schnell. Witzige Sprüche gehören mit zu der gelungenen, musikalischen Performance. Sympathisch, die Jungs von Kakkmaddafakka.

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seasick steve

Handgefertigte 3-saitige E-Gitarre und eine einzigartige Klangkulisse, Seasick Steve ist bereits über 70 Jahre alt. Das hält den Blues-Musiker aber nicht davon ab, seine rhythmischen Kompositionen in Form einer Live-Show beim Hurricane 2017 zum Besten zugeben. In seinen Songs erzählt Seasick Steve alias Steve Wold seine eigene, nicht immer leichte Lebensgeschichte. Poetisch und authentisch ist seine Musik, die ihn erst spät im Leben zu der populären Figur gemacht hat, die er heute verkörpert.

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257ers

Wer es durchgeknallt mag, ist am Nachmittag mit der Hip Hop-Crew aus dem Kohlenpott bestens bedient. Das Duo liefert derben Sound und eine wilde Live-Show. Mitgröhlen kann dabei jeder, das ist ein einfaches Motto. Mit ihrer ganz eigenen Definition von deutschem Rap haben die 257ers ihr Markenzeichen geschaffen: bekloppte Texte mit Banalitäten als Ausgangspunkt für selbstironische Wortfeuerwerke. Dazu gibt es von aniel „Shneezin“ Schneider und Mike Rohleder Beats, die einem Kirmesbesuch auf LSD gleichen. Mit Wortwitz wird endlos gereimt und jedes noch so trashige Musikgenre oder deutsche Liedgut wird als liebgemeinte Hommage umgewurschtelt.

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Gogol Bordello

Die New Yorker Band bestand früher lediglich aus Sänger Eugene Hütz und seiner Gitarre, schnell entstand daraus ein Trio und bis heute ist man auf stattliche neun Musiker angewachsen. Gogol Bordello stehen für einen vollkommen neuen Sound, einige bezeichnen es als Zigeunerpunk mit einem Mix aus Reggae und Rock’n’Roll bis hin zu spanischen Flamenco-Einflüssen und slawischen Klängen. Eine wilde Mischung also und ein einzigartiger Stil, der vor allem hier beim Hurricane 2017 auf viele Fans stößt. Live ist die Band ein echtes Highlight.

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Die Kassierer

Über Die Kassierer muss man eigentlich nicht viel sagen, außer vielleicht: Wölfi for President! 1985 erblickte die Punkband in Wattenscheid das Licht des Bieres… äh … der Welt. Seither lebten die (alten) durstigen Männer für ihre Musik und tun das hoffentlich auch noch lange Zeit. Versucht man die Musik der Herren zu definieren, muss man zwangsweise das Wort Bier drin vorkommen lassen. Aber auch ihre Bühnenshow lässt sich herrlich mit dem Gerstensaft definieren. Diese Band sorgt für viel Spaß und das Infield vor der Red Stage feiert die Punklegenden, vor allem für ihre Hits „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, „Besoffen sein“ und „Blumenkohl am Pillemann“.

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Sonne, Rock & Wolfmother in Berlin

Derjenige, der das Fest zum ersten Mai überlebt hat und wieder nüchtern ist, oder auch nicht, genießt wohl heute die Australier Wolfmother. Nachdem Wolfmother vor zwei Jahren ihr letztes Studioalbum New Crown“ über Bandcamp rausfeuerte, ohne große Töne im Vorfeld zu spucken, haben sie nun endlich die Frage, ob es sie nun noch gäbe oder nicht, geklärt und schmeißen jetzt ihre Röhren-Amps für Berlin an.

Bevor aber das Trio Wolfmother auf die Bühne kommen, heizen Electric Citizen aus Ohio der Berliner-Crowd ein. Pünktlich um 20:00 Uhr kommen Electric Citizen auf die Bühne und liefern von der ersten Sekunde an ihre eigene Show überzeugend ab! Schlaghosen-Parade. Mit frischem Woodstock-Sound starten die Amerikaner mit straighten Stoner-Rock-Riffs in ihr erstes Berlin-Abenteuer. Die charismatische Frontfrau Laura Dolan, schafft es bereits mit dem ersten Stück, das Publikum um ihren Finger zu wickeln. Mit ausgewählten Blicken, catched sie viele Männer im Publikum. Im ersten Augenblick ist diese warme leicht kratzende Stimme aus so einer jungen Dame nicht zu erwarten, aber sie zieht es mit voller Überzeugung durch. Der tighte Drummer, der heute auch seinen Geburtstag mit uns feiert, spielt zusammen mit einem knurrigen Bassklang und der Gitarre entgegen. Aber um dem Ganzen die richtige Note zu verpassen, rundet die Keyboarderin den Lärm mit leisen, psychedelischen Rhythmen im Hintergrund ab. Der leicht angezerrte 69er Gitarren-Sound, gibt dem einen oder anderen Besucher das Feeling, live in Woodstock dabei gewesen zu seien. Nach dreißig Minuten beenden Electric Citizen ihr Set und werden mit einem gewaltigen Applaus belohnt. Jetzt heißt es nur noch abbauen und dann kommen hoffentlich gleich Wolfmother!

Bildergalerie: So war ELECTRIC CITIZEN live:

Da sind sie! Sie kommen mit einem breiten Grinsen auf die Bretter der Columbiahalle. Ohne großen Schnick-Schnack, hauen Wolfmother als erstes den gleichnamigen Albumtitel der aktuellen Platte Victorious aus ihrer Hit-Marathon-Tasche. Hit? Wie? Jetzt schon? Wer Wolfmother heute zum ersten Mal live sieht, weiß noch nicht, dass sich eigentlich jeder Song wie ein Hit anhört. Wie bei vielen Musikern ähneln sich eine Vielzahl der Stücke, aber Wolfmother haben irgendwie geschafft, die Büchse der Pandora mit ihrer Stoner-Blues-Rock-Schiene zu öffnen.Diese Drei-Mann-Formation um Andrew Stockdale, reißt die Halle ohne großen Aufwand und Feuer-Show komplett ab. Nicht nur die Zuschauer im Saal vor der Bühne beben, springen, tanzen und grölen! Nein, auch in dem oberen Rang rasten alle völlig aus. Geile Stimmung.

In den vorderen Reihen entdecke ich einen jungen Mann, der in diesem Moment mit seinem Smartphone einen Titel mitfilmt und dabei von „Mausi“ angerufen wird. Zeitgleich drückt er die Anruferin weg und filmt einfach weiter. Da gibt es heute Nacht sicher noch ein Gespräch. Haha. Seit Micky Dee, der im vergangenen Dezember mit Motörhead Berlin zum letzten Mal besuchte, habe ich keinen derart impulsiven Schlagzeuger mehr gesehen! Klein aber fein. Dickes großes Set, bei dem die tiefen Toms und die großen Becken Sinn machen. Groß und laut. Rock. Zwischen psychedelischen Rock-Tönen und Blues-Stoner-Gitarrenlärm, findet sich hier auch noch eine E-Orgel an. Ian Peres der seit 2009 in dieser Formation angehört, spielt diese im schnellen Wechsel mit seinem Bass.

Bildergalerie: So war WOLFMOTHER live:

Seitdem ich in Berlin lebe und fotografiere, habe ich noch nie soviel Frontlicht angeboten bekommen wie heute und ich liebe Frontlicht. Liebe Herr Lichtmacher, die Fotografen mögen dich. Wolfmother liefern eine atemberaubende, kraftvolle Rock-Show ab, die den Eintrittspreis von rund 30 Euro mehr als rechtfertigen. Lang ist es her, dass ich das Trio live gesehen habe und dabei fast vergessen hätte, wie geil diese Band live ist. Auch wenn ich nicht alle Songs der Band kenne, finde ich die komplette Aufführung ihres Repertoires genial. Selbst im Publikum kommen auch die neuen Kompositionen der Retro-Band sehr gut an. In einigen Rockhymnen wie z. B. Dimension höre ich oft die Ähnlichkeiten mit den Urvätern Black Sabbath heraus. Jeder Sound hört sich an wie ein Meilenstein der Rock-Geschichte. Titel wie Woman, White Unidorn oder wie der Höhepunkt Joker& The Thief, fehlen an diesem Abend nicht. Und wer heute noch nicht die Schnauze voll hatte, sollte sich auf keinen Fall den Auftritt auf dem Highfield Festival, kurz hinter Leipzig entgehen lassen!

Das neue Album von Wolfmother erhaltet ihr bei Amazon:
Audio-CD „Victorious, Vinyl-LP„Victorious“ oder MP3-Download „Victorious“

Danke an:
Christoph Eisenmenger von Basslord Pictures (Text und Fotos)

»Wolfmother« ab April auf Konzert- & Festival-Tour

Die Grammy-Gewinner Wolfmother sind wieder da mit ihrem neuen Album „Victorious“, das am 19. Februar erscheint. Bereits jetzt kursieren die Vorabtracks „Victorious“ und „City Lights“ und zeigen, wo es lang geht bei den Australiern. Mastermind Andrew Stockdale hat wie in den Anfangstagen wieder alle Instrumente bei allen Stücken als Demo eingespielt, bevor er mit der Band ins Studio ging, um intensiv an den Arrangements zu arbeiten. Dadurch ist der Sound auf der einen Seite runder und schlüssiger – auch dank des Produzenten, dem zweifachen Grammy-Gewinner Brendan O’Brien (Pearl Jam, AC/DC, Chris Cornell, Bruce Springsteen) –, auf der anderen ist das Ergebnis spannend, originell, kompromisslos: Ohne Zweifel enthält die neue Platte einige der besten Songs der gesamten Bandgeschichte. „Victorious“ ist die Rückkehr zu diesem großen Sound, mit einer guten Balance zwischen einer Garage-artigen Energie und einer satten Produktion. Das Album ist wild, energiegeladen und wie gemacht für heiße Clubs, volle Hallen und große Festivalbühnen gleichzeitig.

Seit Wolfmother vor gut zehn Jahren mit ihrem gehaltvollen, tanzbaren, großen und aufgedrehten Debütalbum der Rock’n’Roll-Welt den dringend benötigten Energiestoß versetzt haben (und gleich für die erste Single „Woman“ den Grammy entgegennehmen durften), beherrschen sie die „Balance zwischen astreinem Vintage Metal und knackigen Stonerrock-Melodien“ wie es Pitchfork mal formulierte. Platten wie „Cosmic Egg“ gehören schon jetzt zum Kanon. Entscheidend aber für Stockdale und Wolfmother ist, dass die Songs auch auf der Bühne ihre volle energetische Wirkung entfalten. Dass das auch für die neuen Stücke wieder einmal voll gilt, wollen die Jungs bei ihrer Frühjahrs-Tour erneut unter Beweis stellen.

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