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Rockharz Open Air 2019: Mittwoch und Donnerstag

Das Rockharz Open Air 2019 beginnt auf dem Flughafen in Ballenstedt im Harz wieder mit dem besten Festivalwetter. Keine 30 Grad und die leichte Abkühlung durch den Wind kommt den 20.000 Besuchern und Fans der härteren Genres sehr zu Gute.

Rockharz Open Air 2019: Mittwoch

Das Rockharz 2019 wurde am Mittwochnachmittag von einem richtigen Newcomer eröffnet. 2017 gegründet und frisch an Tatendrang toben sich From North aus Schweden auf der Bühne aus. Tatsächlich war es schön anzuhören und zu sehen, dass eine neue Band, sowohl was Gründung und Aufenthalt auf dem RHZ angeht, hunderte Leute vor der Bühne fesselte. Moonsorrow gab Einherjer ein Stelldichein. Eine gelungene Mischung aus Viking und Folk Metal.

Wir blieben im Norden. Sowohl thematisch und auch stilistisch. Turisas mit Nightwish und ganz viel Manowar. Brothers Of Metal aus Schweden lieferten eine gewaltige True Metal-Show und begeisterten tausende Besucher. Tatsächlich Tausende! Es war erst Mittwoch und das Rockharz zeigte, dass es sich nicht mehr hinter dem Summer Breeze oder dem W:O:A verstecken muss!

Und dann wurden sämtliche heroische Attitüden ausgeklammert. Neben Behemoth müssten Vader genannt werden, wenn es um große Bands aus Polen geht – denn so viel Hass erlebt man sonst nur durch die etablierten Bands wie Slayer. Die Dynamik des 80er Giganten war eines der vielen Merkmale der Band. Dementsprechend peitschte die Todeskapelle ihre Energie den zahllosen Menschen ins Gesicht. Auch die neuen Songs ihrer aktuellen EP „Thy Messenger“ wurden exzessiv bejubelt.

Nach dieser geballten Hassentladung fand, zumindest tempotechnisch, eine Entschleunigung statt. Aber Vorweg: woran denkt man zuerst, wenn es um Bands aus Norwegen geht? Richtig! Galle spuckende Schwarzmetall Kapellen. Combichrist kamen zwar aus selbigem Land, waren aber definitiv nicht im Black Metal verwurzelt. Fans der elektronischen Musik kannten die Band in erster Linie von Festivals wie dem Amphi und ähnlichen Vertretern. Mittlerweile waren die Ausnahmekünstler allerdings auch in der Metal Szene angekommen – besonders ihre aktuelle Scheibe war eine deutliche Annährung zum harten Genre. Jedoch erklangen auch hier die EBM-Sounds heraus die durch die Gitarren unterstrichen wurden. Den Einstieg in die Szene hatten sie am ersten Tag des Rockharz gemeistert und neue Eindrücke hinterlassen.

Ein gern gesehener Gast auf dem Rockharz und eine wahrhafte Stimmungskanone legte nach dem elektronisch-metallischem Exkurs los. Die Blödel-Metaller von JBO, die sich selber als Verteidiger des wahren Blödsinns sehen, überzeugten (wieder mal) mit ihren Ohrwürmern. Schlussendlich wurde der Festivalground ein Männerchor der den Freudengöttern Gaudin und Ulkohr frönten und das ganze ohne Kitzmann Bier. Die Süddeutschen rissen die Massen mit und sorgten für eine ausgelassene Stimmung am späten Abend. Obwohl der Headliner des ersten Tages mit der Scheibe „Deutsche Vita“ durchaus neues (geklautes) Material aufzuweisen hatte, griffen die Erlanger auf ihre altbewehrten Hits zurück. Bolle, ein Fest – man kannte die Hits der Franken.

Kultig wurde es dann zum Abschluss des ersten Tages. Ein regelrechter Metal-Dino ergötzte das Publikum. U.D.O., seit 1987 in der Heavy Metal-Szene verwurzelt und nicht mehr weg zu denken, legte traditionell rhythmisch und kraftvoll los. Der ehemalige Accept-Sänger Dirk Schneider rockte routiniert und sicher sein Set runter. Im Stil der alten Schule war es eine Unterrichtsstunde in Sachen Rockkultur. Aber wenn man über 30 Jahre im Business unterwegs ist, dann weiß man was man tut. Auch die aktuelle Platte „Steel Factory“ bestach ganz im Sinne des Hard Rocks.

Rockharz Open Air 2020: Tickets + Infos

Stahlharter Sound – Dirkschneider mit U.D.O. in Hamburg

„Was für ein Brett“, so ein Konzertbesucher des am Dienstag stattfindenden U.D.O.-Konzertes im Hamburger Grünspan. Gemeint waren die australischen Rocker der Band „Dead City Rocks“ die Dirkschneider aktuell auf Ihrer Tour begleiten. Nach einer knappen halben Stunden Spielzeit, vielen feiernden Besuchern und den ersten Bieren folgte nach einer kurzen Umbaupause die Band „Reece“. Der Frontmann David Reece, bekannt aus der Bank Accept, ist mit seinem Herzstück, der eigenen Band, ebenfalls Supporter für die deutschen Metaler.

Gegen 21:15 Uhr war es dann so weit, die Bühne war bereit, die Musik der Boxen wie Metallica, Judas Prost oder gar Accept verstummte. Sven Dirkschneider, Schlagzeuger und Sohn des Frontmannes Udo Dirkschneider stand auf der Bühne, begrüßte die Hamburger Metaler und startete mit einem kleinen Solo in den Dienstagabend. Nur wenige Zeit später füllte die komplette Band die mit jeder Menge Instrumenten bestückte Bühne aus. Mit Songs wie „Tongue Reaper, „Make The Move“, „24/7“ und Mastercuter“ brachten die Musiker das Publikum auf lodernde Betriebstemperatur. Gut gelaunt – und trotz Verletzung am linken Bein auch energiegeladen, widmete sich der ehemalige „Accept“-Rocker fast zwei Stunden lang seiner über 40 Jahre währenden Obsession: dem Heavy Metal. Als Dirkschneider trieb es den 66-Jährigen in all den Jahren immer wieder auf die Bühne, um mit alten Accept-Songs und neuen eigenen Kreationen die Konzert- und Festivalbühnen zu rocken. Frontmann und Band traten in Hamburgs beliebtem Musikclub das Gaspedal ordentlich durch und lieferten eine gelungene Show.