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So war das Reload Festival 2019 am Freitag

Die Festivalsaison 2019 ist fast schon fast wieder vorüber. Aber auch nur fast. Am 23. und 24. August ist es endlich wieder einmal soweit: das Reload Festival 2019 öffnet seine Tore. Es ist bereits das 13. Mal und auch dieses Jahr wird mit dem Line-up wieder Gas gegeben. Es stehen Sabaton, Bullet For My Valentine, Airbourne, Hatebreed und jede Menge weitere Hochkaräter auf dem Plan. Auch wenn die Namen ein großes Festival vermuten lassen, ist das Reload mit rund 15.000 Besuchern immer noch familiär. Außerdem spielen alle Bands auf der gleichen Bühne, das bedeutet keine Überschneidungen und damit auch keine Angst, auf eine seiner Lieblingsband verzichten zu müssen. Abgerundet wird das alles aber durch das sommerliche Wetter. Auf dem Reload regnet es eigentlich eh nur selten und wenn, dann nur kurz. So bleibt es auch in diesem Jahr bei besten Temperaturen, was im Gegenzug viel Staub bedeutet. Inzwischen ist der viele Staub aber auch mehr oder weniger ein Markenzeichen des Festivals.

Pressure Recall

Die erste Band des diesjährigen Festivals hat direkt mit Verspätungen zu kämpfen. Sollte diese ursprünglich um 11:20 Uhr starten, wird zu dieser Zeit erst das Infield geöffnet. Damit verschiebt sich das Programm um 20 Minuten nach hinten. Als die Band dann anfängt, ist einiges los vor der Bühne. Sehr zur Freude der Band, die ihren ersten Auftritt nach über 4 Jahren spielt und ihren Auftritt auf Facebook streamed. Der Nu-Metal der Band ist der perfekte Opener für das Festival und den Tag. Pressure Recall rüttelt einen nach dem ersten Song wach und setzt damit schonmal die passende Stimmung für das, was noch kommen sollte.

Evergreen Terrace

Langsam wird es voller in den hinteren Reihen. Evergreen Terrace hätte die Leute aber lieber vorne. So sagt uns Sänger Andrew „Drew“ Carey “we brushed our teeth, we have good breathe, so come closer” was dann auch passiert. Allgemein ist dieser erst wieder seit zwei Jahren Teil der Band, nachdem dieser zwei weitere Jahre zuvor austrat. Neues Material der Band gibt es seither nicht. Das letzte Album ist von 2013. Dies braucht es aber auch nicht. Zu altem kann genauso gut gefeiert werden wie zu neuen. So sehen wir auch beim zweiten Song schon den ersten Circle Pit des Tages. Staub inklusive.

Thundermother

“Alright Reload, are you ready for some Rock ‘n’ Roll?” – mit diesen Worten begrüßt uns Sängerin Guernica Mancini und bekommt dafür viel Applaus. Zwar wurde 2017 fast die ganze Band ausgetauscht, merken tut man davon aber nicht viel. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Schuld daran ist auch das einzige verbliebene Gründungsmitglied und Gitarristin Filippa Nässil, die neben dem spielen auch einfach mal ein Bier leert und im Anschluss mit der leeren Flasche in der Hand weiter spielt. Erst zum Gitarrensolo danach stellt sie die Flasche wieder ab. Das einzige Manko an der Show is etwas, wofür die Band nichts kann. Die Sonne knallt auf die Köpfe der Fans und versucht diese vergeblich in den Schatten zu schicken. Abhilfe wird hier jedoch durch die Security mit einem Wasserschlauch geschaffen, der zugleich auch den Staub in Maßen hält.

Dog Eat Dog

“We are Dog Eat Dog and you are in the dog house” sagt uns Sänger John Connor als die Band die Bühne betritt. Einem Ort in dem wir gerne erstmal bleiben. “I think it time to go back to the 90s” führt er fort. Zurück in die Zeit, in der die Band den Grundstein für eine ganze Musikrichtung legte. Mit ihrer Mischung aus Punk, Metal, Hip-Hop und einem Saxophon gelten sie als die Pioniere des Crossovers, was sich deutlich bemerkbar macht. Man könnte meinen die Bühne ist eine Hüpfburg, so wie die Musiker konstant auf und ab springen. Vor der Bühne ist dies nicht anders. Und wird mal nicht gehüpft wird der Staub im Circle Pit aufgewirbelt. Zu “No Fronts” kommt dann noch Evil Jared auf die Bühne und springt mit umher bzw. mit Sänger John Conner ins Publikum. Hat zwar keinen tieferen Sinn, aber macht ordentlich was her.

Nasty

Wo Nasty drauf steht, ist auch Nasty drin. Wie auch die Woche zuvor beim Summer Breeze, werden hier keine Gefangenen genommen. Der Pit stellt einen neuen Größenrekord auf dem Festival auf. Der komplette Bereich vor der Bühne wirbelt so durchgehend staub auf. Schuld daran ist nicht nur die Musik, sonder auch Sänger Matthias Tarnath, der das Publikum immer wieder zum bewegen auffordert. “Four dudes doing fucked up music for a fucked up world” – so beschreibt sich die Band selbst, was auch zutrifft. Nicht nur in den Songs wird es sozialkritisch, sondern auch in den Ansprachen dazwischen.

Backyard Babies

Entspannter wird es im Anschluss bei Backyard Babies. Die Security sorgt dabei weiterhin für Abkühlung, sonst wäre es vor der Bühne auch nicht auszuhalten. 30 Jahre steht die Band inzwischen auf der Bühne. Die Erfahrung sieht man ihnen an. Routiniert spielt diese ihr Set runter, ohne dabei viele Worte zu verlieren. Darunter leidet leider auch etwas die Show. Auf der Bühne passiert nicht wirklich viel. Ein paar Schritte vor und zurück sind hier das Maß aller Dinge. Im Publikum ist das fast genauso. Ein Pit ist eher selten zu sehen. Hier wird eher im Rhythmus sein Kopf geschwungen. Vollgas muss ja auch nich immer sein, dafür ebnet Backyard Babies den Weg für die folgenden Bands.

Sondaschule

Diesen Weg nehmen Sondaschule direkt für sich ein. Voller kann es vor der Bühne wohl kaum noch werden. Ebenso so die Party. Vom ersten Song an “Sondaschule” ist das Publikum voll dabei unter eröffnet sofort den Pit. Spätestens bei “Amsterdam” ist es dann auch lautstark zu hören. Der ständige Wechsel zwischen Pit und Mitsingen zieht sich über den ganzen Auftritt und lässt damit wenig Zeit zum durchatmen. Lediglich die Ansprachen von Sänger Costa Cannabis Sorgen für ein wenig Pause. Den Abschluss macht der Song “Bist du glücklich?” was wir uns natürlich auch fragen. Die Lösung der Frage gibt uns die Security, die mit am feiern ist. Nach diesem Auftritt ist wohl wirklich jeder glücklich.

Soilwork

Soilwork haben an diesem Tag etwas Pech. Ihr Sound ist an diesem Tag etwas matschig und der dröhnende Bass aus den Boxen fehlt fast komplett. Dies ist besonders beim zweiten Song “Like the Average Stalker” auffällig. Der Party nimmt es dennoch nicht den Wind aus den Segeln. Auf der Bühne wird sein Bestes gegeben, dem Publikum immer wieder eingeheizt und gepost, als hätte man sein Leben lang noch nichts anderes getan. Das Set besteht dabei zum Großteil aus dem neuesten Werk der Band “Verkligheten”, was zusätzlich gut ankommt. Im Publikum gibt es daher ein Pit nach dem anderen und ab und an lässt sich auch ein Crowdsurfer blicken.

Lordi

Wer nicht nur was fürs Ohr sondern auch fürs Auge möchte, ist bei Lordi genau richtig aufgehoben. Im letzen Jahr erschien ihr aktuelles Album “Sexorcism”, wessen Titeltrack auch der erste des frühen Abends ist. Die ganze Show ist eine Augenweide. Immer wieder wechselt Mr. Lordi das Kostüm und seine die Accessoires und heizt dem Publikum weiter ein. Der letzte Song ist, natürlich, “Hard Rock Hallelujah”, bei dem das Publikum nochmal alles gibt. Dennoch kann der Auftritt mit einem weinenden Auge betrachtet werden. Es ist das letzte Konzert mit dem langjährigen Bassisten Samer „Ox“ el Nahhal, welcher die Band verlassen wird. Bei einem langen Bass solo wird er nochmal ordentlich gefeiert. Plötzlich steht auch das Outro der Band mit dem Titel “The Night the Monsters Died” unter einem anderen Stern, denn dieses Monster werden wir so schnell nicht wieder sehen.

Of Mice And Men

Wie man ein Show auf einen Schlag sehr viel interessanter machen kann, zeigen uns Of Mice And Men. Bei der aktuellen Tour hat Neu-Frontmann Aaron Pauley seien Doppelbelastung mit Singen und Bass spielen abgegeben und ist nur noch mit Mikrofon bewaffnet zu finden. Den Bass spielt aktuell Raad Soudani aus der befreundeten Band Volumes. Diese “kleine” Änderung sorgt für erheblich mehr Bühnendynamik. Pauly springt durchgehend über die Bühne und auch seine Stimme wirkt viel präziser und allgemein besser. Das ist genau das, was die Band gebraucht hat um ihre Show wieder auf das Level von vor wenigen Jahren zu heben, als der ehemalige Sänger Austin Carlile aufgrund Herzproblemen die Band verlassen musste. All dies merkt man auch im Publikum sofort. Es ist viel aktiver als man es von den letzten Auftritten der band gewohnt ist, sodass auch hier der Staub nicht mehr auf dem Boden landet. Und er in der Luft wird verbrannt. Die Pyro Show lässt sich am besten mit den Worten eines Fans beschreiben: “Mega geil”.

Airbourne

Wer vor dem Headliner nochmal entspannen wollte, hat die Rechnung ohne Airbourne gemacht. Es ist unglaublich was für eine Energie von den Australiern ausgeht. Und mitten drin ist Gitarrist und Sänger Joel ‚Keeffe, die wohl größte Rampensau des Festival. Eine Pose jagt die nächste und zwischen de ganzen schafft er es auch noch zu singen. Dazu gibt es immer wieder ein Gitarren Solo und Feuer wo man hinschaut. Die Show is damit genau das, was man von der Band erwartet. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Der Höhepunkt mit einer Klettereinlage auf die Bühne von O`Keeffe fällt jedoch aus. Man wird ja eben auch nicht jünger, auch wenn das neuste Album der Band “Breakin’ Outta Hell” dies nicht vermuten lässt.

Sabaton

Den ganzen Tag war die Bühne nur halb benutzbar, weil Sabaton ihre Bühnenshow schon aufgebaut hatten. “We are Sabaton and this is Ghost Division” – diese Worte von Joakim Brodén sind wohl jedem Fan der Band geläufig. Auch heute sind es wieder diese Worte, mit denen Sabaton mit einem Knall auf die Bühne stürmt und den Song anstimmt. Die Bühne ist übersät mit Sandsäcken, Stacheldraht und einem Panzer, auf dem das Schlagzeug steht. Aber dies ist nur Nebensache. Sabaton wäre nicht Sabaton wenn sie nicht Unmengen an Pyro dabei hätte. So auch heute, wo diese im Sekundentakt zündet. Zünden tut auch das Publikum. Von Beginn an wird laut mitgesungen und immer wieder ein “noch ein Bier”-Chor angestimmt. Das Set ist nicht auf das kürzlich erschienene Album “The Great War” beschränkt, sondern ist ein bunter Mix der letzten 15 Jahre. Eine grandiose Show, die den Abend passend beendet.

Das war der Reload Festival 2019 Freitag und damit ist die Hälfte dieses genialen Festivals auch schon wieder rum. Die Nacht treibt einen anschließend auf den staubigen Acker zu einem letzten Bier mit den neuen Zeltnachbarn, bevor es am nächsten Morgen dann fast schon wieder heißt „Zelt abbauen“. Aber dies ist ein Gedanke für einen anderen Moment, nun freuen wir uns erstmal auf den letzten, mit Programmpunkten vollgepackten Tag.

Reload Festival 2020: Tickets + InfosReload Festival 2020

Summer Breeze 2019: So war der Samstag

Jeden Tag das gleiche ist ja langweilig. Also wacht man heute nicht durch den Regen oder zu viel Sonne, sondern durch seine Nachbarn auf, die ihre Zelte abbauen. Der letzte Tag bricht an und wenn man aus seinem Zelt guckt sind für 10 Uhr schon viel zu viele Zelte abgebaut. Immerhin waren diese noch schnell genug um dem ersten Regen zu entwischen. Dieser meldet sich pünktlich zur ersten Band und möchte heute irgendwie auch nicht ganz wieder gehen. Der ganze Tag bleibt kühl und nass und nur ab und zu lässt sich die Sonne für einen kurzen Moment blicken. Dann ebend einen Pulli mehr übergezogen wenn es zur Bühne geht.

MAIN STAGE

12:55 – 13:40 Uhr
BRAINSTORM
Heute machen Evergreen Terrace den Anfang und müssen sich mit viel Regen zufrieden geben. Besser wird es im Anschluss bei Brainstorm. Diese starten zwar auch im Nieselregen, können aber immer mehr Fans vor der Bühne begrüßen. Dennoch sieht man vielen den Samstag ins Gesicht geschrieben. Die Luft ist bei den meisten langsam raus, was die vordersten Reihen jedoch nicht aufhält weiter alles zu geben. Das Set besteht zum Großteil aus ihrem letzten Album “Midnight Ghost”. Zwischendurch kommt noch eine Schulklasse durch den Graben, welcher der Gelände gezeigt wird. Sänger Andy B. Franck bezeichnet diese als den “Heavy Metal Nachwuchs”.

13:50 – 14:35 Uhr
VAN CANTO

Als Van Canto mit den Worten “Hallo Wacken” auf die Bühne kommt, blickt man in einige verdutzt Gesichter. Die fehlenden Instrumente verstärken das bei vielen, die die Band bisher noch nicht kannten. Van Canto ist wohl die einzige A-capella-Heavy-Metal-Band der Welt. Es folgt eine Bunte Mischung aus eigenen und Cover-Songs, die doch fast jeder im Publikum mitgrölen kann. Highlight des Auftritts sind jedoch die letzten drei Songs “To Sing A Metal Song”, “The Mission” und “Fear Of The Dark” bei welchen sich die Band unterstützung auf die Bühne holt, was bei einigen Freudentränen bringt. Kein geringer als der ehemalige Lead Sänger Philip Dennis “Sly” Schunke ist mit von der Partie und bringt den Auftritt so zu einem ganz besonderen Abschluss.

14:45 – 15:45 Uhr
BURY TOMORROW

Wenig später haben wir wieder Gitarren auf der Main-Stage. Bury Tomorrow sind in der Metalcore Szene schon lang kein unbeschriebenes Blatt mehr. Es ist entsprechend kuschelig vor der Bühne, wovon Sänger Daniel Winter-Bates deutlich beeindruckt ist. “We played here two times before but i didn’t expected this shit” sagt er uns. Auch der Regen hält die Fans dabei nicht auf um die Wette zu Crowdsurfen. Besonders nicht, als bei “Man On Fire” danach ausgerufen wird. Beim letzten Song, dem Titeltracks des letzten Albums “Black Flame”, klettert Winter-Bates förmlich über der Publikum und heizt es so noch einmal an. Anschließend bleibt er vor der Bühne und nimmt sich viel Zeit für jeden einzelnen Fan, der ein Foto oder ähnliches mit ihm möchte.

15:55 – 16:55 Uhr
EQUILIBRIUM
Bei Equilibrium ist in letzter Zeit einiges passiert. Zwei neue Gesichter haben sich dazu gesellt und das neue Album steht kurz bevor. Dennoch wird sich heute auf das alte konzentriert. Auf der Bühne ist nur der neuzugang am Bass, Martin „Skar“ Berger Enerstvedt zu erkennen. Skadi Rosehurst, die ab sofort Keyboard spielt, ist nicht dabei. Der stimmung tut dies aber keinen Abriss. Es dauert nicht lange bis der Staub durch die Luft fliegt, auch wenn es kurz vorher noch geregnet hat. Hat hier eventuell die Pyro geholfen? Davon hat die Band nämlich einiges dabei. Der einzige neue Song ist der Titeltrack des kommenden Albums “Renegades”. Auf dem kommenden Album wird Bassist Skar auch eine große Rolle bei der Gesanglichen Unterstützung spielen. Eine Kostprobe gibt uns die Band schon mal als Equilibrium “Johnny B” von The Hooters covert, welcher von Skar fast alleine gesungen wird.

17:05 – 18:20 Uhr
LORDI

An dieser Band für kein Weg vorbei. 2006 sorgen sie für einen der spektakulärsten Auftritten beim Eurovision Song Contest und sind spätestens seit dem nicht mehr aus der Szene weg zu denken. Aber die Maskierte Band um Sänger Mr. Lordi kann deutlich mehr. Das beweisen sie auch heute erneut, wo sie nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen bieten. Dennoch herrscht auch ein trauriger Unterton. Es ist eins der letzten Konzerte mit Bassist Samer “Ox” el Nahhal, der sich nach dem Sommer von der Band trennt. In den Vordergrund gerät dies aber dennoch nicht. Lieber einfach die letzten Momente zusammen lachend verbringen als weinend.

18:35 – 19:50 Uhr
ELUVEITIE

Zum (Regen-)Tanz bitten anschließend Eluveitie. Los geht es mit vorwiegend alten Songs, die die Stimmung des Auftritts direkt richtig setzen. Darauf folgt eine Mischung aus Folk Metal und Melodic Death Metal und alten sowie neuen Songs. Aber egal wann, die Grabenschlampen haben einiges zu tun. Es vergeht kein Moment, wo nicht zumindest eine Person auf Händen getragen wird. Alternativ wird sich im Circle Pit die Beine vertreten, welcher auch trotz des Regens Staub nach oben wirft. Zum Ende gibt es den ewigen Klassiker “Inis Mona”, zu welchem alles nochmal richtig eskaliert.

20:10 – 21:25 Uhr
SUBWAY TO SALLY

Anfang des Jahres erschien der 14. Studioalbum “HEY!” von Subway To Sally. Dies ist heute der Dreh- und Angelpunkt des Auftritts. Mit Perücke und Goldjacke begrüßt uns Frontmann Eric Fish von der Bühne. Man fühlt sich für einen Moment wieder in den 80ern, bevor man von einem der neuesten Songs “Messias” wieder geweckt wird. Es folgt eine bunte Mischung aus alt und neu, die den ein oder anderen “Tanz Auf Dem Vulkan” auslöst. Die Band klingt heute nicht mehr ganz wie früher, was die Songauswahl besonders betont. Auch das viel gewünschte “Julia Und Die Räuber” hat keinen Platz mehr gefunden. Ausgelassen gefeiert wurde der Auftritt dennoch von Anfang bis Ende.

21:45 – 23:15 Uhr
BULLET FOR MY VALENTINE
Bullet For My Valentine ist eine der Bands, die eine ganze Generation und Szene geprägt hat. Auf diesem Erfolg haben sie sich jedoch nie ausgeruht. Inzwischen hat die Band sechs Alben veröffentlicht, das letzte, “Gravity”, im Juni 2018. Um ihren Idolen zu huldigen haben sich viele versammelt, wofür sich Frontmann Matthew Tuck direkt bedankt: “Thank you all for sticking around in this shitty weather”. Durchgehend fallen vereinzelt Tropfen auf das Publikum, ein richtige Regen bleibt jedoch zum Glück aus. Während auf der Bühne durch die Gebundenheit an die Mikrofone nicht viel passiert, bricht im Publikum die volle Party aus. Ist eine bunte Mischung aus Circle Pit, Crowdsurfen und mitsingen, die sich jeweils die Klinke in die Hand geben. Gerade bei “Tears don’t Fall” is das Publikum laut zu hören. Aber nicht nur die Fans haben viel Spaß, auch die Band. So sagt uns Tuck gegen Ende der Show “This is one of the best fucking shows we have ever done, no fucking bullshit”, bevor sie sich mit “Waking The Demon” verabschieden.

23:30 – 00:45 Uhr
DIMMU BORGIR
„It’s the last breeze of the summer. Are you alive?“ mit diesen Worten begrüßt uns Stian Tomt „Shagrath“ Thoresen, während es passend zu regnen anfängt. Der Bereich vor der Bühne kommt dabei auf seine Kapazitätsgrenzen. Der Regen stört in diesem Moment niemanden. Immerhin ist es ganze 16 Jahre her, dass man die Band das letzte mal auf dieser Bühne bestaunen konnte. Der ganze Auftritt wirkt schon etwas episch, so wie die Band gekleidet ist und zum Teil mit Fackeln über die Bühne schleicht. Aber auch hier steht das neuste Werk der Band “Eonian” stark im Fokus. Über die Hälfte der Songs stammen von diesem Album, können einen aber Live sofort überzeugen. Der Sound ist perfekt und treibt so alle dazu nochmal richtig die Sau raus zu lassen und sorgt für viele dadurch für einen perfekten Abschluss des Festivals.

01:00 – 02:00 Uhr
LEPROUS
Wer es doch noch etwas ruhiger mochte, fand sich im Anschluss bei Leprous wieder. Aufgrund technischer Schwierigkeiten kommen diese rund 20 Minuten später auf der Bühne und finden nicht mehr allzu viele Leute vor der Bühne wieder. Es ist auch schwer ein Festival zu beenden. Die Luft ist bei den meisten raus und treibt es eher zu einem letzten Campingplatz runde. Die Band lässt sich davon aber nicht beunruhigen und lassen den Abend für die verbliebenen mit einer aufwendigen Lichtshow langsam ausklingen.

T-STAGE

17:10 – 17:55 UHr
NASTY
Nasty ist nicht nur die Band auf der Bühne, sondern ist auch das, womit sich der Pit am besten beschreiben lässt. Es ist wahrscheinlich der Größte des Festivals und zeitgleich auch der Gemeinste. Hier wird sich absolut nichts geschenkt. Sänger Matthias Tarnath spornt das Publikum dabei immer weiter an und geht auch selber in der Menge baden. Eine Hardcore Show die es in sich hat und auch vor politischen Ansprachen nicht halt macht. Generell redet Tarnath zwischen den Songs recht viel, was aber auch genau zur Band, die mit ihren Texten die gleiche Schiene fährt.

18:35 – 19:35 Uhr
GRAND MAGUS
Anschließend wird es auf der T-Stage etwas ruhiger. Grand Magus sind zwar auch nicht die entspannteste Band, aber nicht so hektisch wie die Metal- und Hardcore Bands zuvor. Vom ersten Song an singen die Fans lautstark mit. Das Wikinger-Trio feuert einen Klassiker nach dem anderen ab und gibt dem Publikum kaum Zeit zum durchatmen. Zwischen den Songs gibt es jedoch immer wieder Ansprachen von Frontmann Janne Christoffersson, die mit trockenem Skandinavischen Humor punkten konnten. Ein Feuerwerk des Heavy Metal, das mit dem letzten Song “Hammer Of The North” seinen Höhepunkt findet.

20:30 – 21:30 Uhr
SOEN
Experimenteller wird es bei Soen. Die Band schafft es Progressiv Metal anspruchsvoll und gleichzeitig catchy zu gestalten. Jeder Refrain geht ins Ohr und die Gitarren Rhythmen bringen einen auf einen anderen Planeten. Anfang des Jahres erschien ihr neustes Album “Lotus”, aus welchem heute vorwiegend gespielt wird. Die Fans lassen sich dabei auch das feiern nicht von etwas Regen vermiesen und schwingen weiter ihr Haar im Takt der Musik.

22:25 – 23:25 Uhr
HÄMATOM
15 Jahre treibt es Hämatom schon durch die Musikwelt. Dies wird nun ausgiebig gefeiert, mit einer großen Party und einem neuen Album. Zum gratulieren sind einige Leute vor die Bühne bekommen. An ihrer Show hat sich in den letzten 1,5 Jahren nicht viel geändert. Der Elektrische Stuhl auf dem Nord bei einem Song sitzt oder auch das Süd, wenn er mit einem Mini-Drumkit Stagediven geht. Alles hat man zwar schon gesehen, es wird aber dennoch nicht langweilig. Die Himmelsrichtungen trotzen einfach vor Energie, die in Windeseile das Publikum ansteckt. Neben den eigenen Songs finden sich auch einige Cover-Songs in der Setlist wieder, die vom Publikum lautstark mitgegrölt werden

Und so geht es vorbei, das Summer Breeze 2019. Für viele wieder das absolute Highlight des Festival Sommers. Das Wetter war zwar etwas durchwachsen, aber nur Sonne oder nur Regen wäre noch schlimmer gewesen. Das Line-up ließ auch dieses Jahr wieder kaum Wünsche offen, sodass jeder auf seine Kosten kam. In der nächsten Ausgabe wird dies garantiert nicht anders. Der Vorverkauf hat bereits begonnen und wer schon weiß, dass er sich das Spektakel auch nächstes Jahr nicht entgehen lassen möchte, sollte sich schon jetzt mit einem Blind-Ticket eindecken. Alle anderen haben noch Zeit, denn aktuell sind noch keine Bands bestätigt, was sich spätestens im Dezember ändern sollte, wenn der Weihnachtskalender jeden Tag eine neue Band enthüllt.

Summer Breeze 2020: Tickets + Infos

Summer Breeze 2020

Impericon Festival 2019 in Oberhausen

Das Impericon Festival 2019 in Oberhausen ist in diesem Jahr das zweite von fünf Festivals und das erste Festival der Reihe, welches auf deutschem Boden stattfindet. 4.000 Menschen. Ausverkauft im Vorverkauf! Die Erfolgsgeschichte der Festivals setzt sich also fort, denn auch das Festival in Wien hat bereits im Vorfeld den Ausverkauf vermeldet. München und Leipzig bewegen sich zudem auf der Zielgeraden was den Ticketverkauf angeht. Doch es ist – wie man so schön sagt – nicht alles gold was glänzt.

Die Fakten des Tages: 17 Bands, zwei Acoustic Sessions, 4.000 (größtenteils junge) Männer und Frauen, zwei Bühnen, fast zehn Stunden Live-Musik, Turbinenhalle, Oberhausen.

Um 13:00 Uhr öffneten sich die Pforten der Turbinenhalle, um 14:00 Uhr stand mit Holding Absence die erste Band auf der Bühne. Zu den letzten Minuten dieser betrat ich die noch spärlich gefüllte Turbinenhalle zum ersten Mal an diesem Tag. Im Vorraum der Halle am Einlass herrschte Hochbetrieb, die Organisation schien jedoch gut zu funktionieren. Allzu lange musste man am Eingang der Halle nicht warten. Zunächst verschafften wir uns einen Überblick und nach langer Fahrt blieb auch der Gang zur Toilette nicht aus. Dort die erste unangenehme Überraschung: Schlangenbildung. Vielleicht nicht ungewöhnlich und trotzdem nervig, zumal die Fußböden der Toiletten unerklärlicherweise mit einer Wasserschicht überzogen waren. Rucksack auf den Boden stellen? Lieber nicht. Zudem waren zumindest auf dem Männer-WC einigen Türen nicht verschließbar. Naja.

Auf in den den Nebenraum der Halle. Hier warteten auf die Gäste Signing Sessions, Schließfächer, Essen, Getränke, Merch, eine Karaoke-Bühne und Sitzplätze für die Pause zwischendurch. Sofort fiel auf: Nur drei kleine Stände, die Essbares anbieten. Dazu der Waffel-/Brezelstand im Eingangsbereich. Ist das alles? Für 4.000 Menschen, die 10 Stunden in dieser Halle verbringen sollen? Wie sich herausstellte wurde diese Befürchtung wahr und die Schlangen im Laufe des Tages immer länger. Schnell mal zwischendurch was zu essen holen? Keine Chance! Stattdessen also zwischendurch zum Auto: ein bisschen Schokolade, ein paar Kekse, eine Banane. Eine Fast-Food-Kette direkt neben der Halle hatte zudem den ganzen Tag über alle Hände voll zu tun.

Getränke und Essen wurde mit Bons bezahlt. 1 Bon = 1 Euro. 1 Bier = 3 Bons. 1 Cola = 3 Bons. In Ordnung für ein Festival dieser Größenordnung. Aber Einweg-Plastikbecher? Das geht besser! Der Boden der Halle füllte sich von Minute zu Minute mit den Plastikbechern. Nicht, weil die Besucherinnen und Besucher diese ohne zu hinterfragen auf den Boden fallen ließen, sondern vielmehr weil es keine Mülleimer gab und man nicht wusste wohin mit den Dingern. Klar, Pfand ist immer nervig, aber diesen unnötigen Plastikmüll kann man sich in 2019 echt sparen.

Für mich die erste Band des Tages: Alpha Wolf. Waren mir bisher total unbekannt, machten aber einen soliden Eindruck und wärmten den Circle Pit vor der “Monster Stage” (die größere der beiden Bühnen) schon mal auf für Bands wie Deez Nuts, Bury Tomorrow und Headliner Stick To Your Guns. Durch die beiden Bühnen, die abwechselnd bespielt wurden, konnte man, wenn man es denn wollte, von Band zu Band laufen und sich den ganzen Tag über musikalisch beschallen lassen. Um möglichst viele Fotos und Eindrücke zu sammeln war das auch unser Plan für diesen Samstag. Nach Alpha Wolf wurde allerdings noch eine kleine Orientierungs- und Getränkepause eingelegt, wodurch Counterparts an gleicher Stelle
die nächste musikalische Station waren. Wie schon im Dezember (als Support von Stick To Your Guns in Köln) überzeugte die Melodic-Hardcore-Band aus Ontario auf ganzer Linie.