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Rock am Ring 2019 am Sonntag – Unsere Highlights

Am letzten Festivaltag auf der Rennstrecke in der Eifel greift der Wettergott noch ein mal in die Trickkiste und beschert sonnig-warmes Wetter. Was den Abschied am Abend natürlich nicht leichter macht. Nach den beiden windigen, kühleren Tagen, nehmen die 85.000 Festivalbesucher das perfekte Wetter gerne an und präsentieren noch einmal auf der weiblichen Seite die knackigen Hot-Pants und modischen Outfits – auf der Herrenseite gibt es freie Oberkörper und coole Shorts.

Auch an der Musikfront geht es natürlich noch einmal mit Bands der Extraklasse am dritten Festivaltag weiter. An den Start gehen u.a. Atreyu, Alligatoah, Coldrain, Eagles of Death Metal, The BossHoss, Tenacious D, Kontra K und der wohl meist mit Neugierde erwartete Auftritt der Nu-Metal-Legenden und Gruselmaskenträger Slipknot. Sie besetzen die Position des dritten Headliners für den Rock am Ring 2019 am Sonntag. Es ist das dritte Jahr nach ihrem letzten Auftritt zur gleichen Gelegenheit nur an anderer Stelle, denn damals war es der Standort Mendig, an dem die weltberühmte Band um Frontmann Corey Taylor zuletzt aufgetreten ist. Zu guter letzt werden Marteria & Casper mit ihrem gemeinsamen Auftritt das Finale und gleichzeitig Ende des diesjährigen mega Rock-Events am Nürburgring einläuten.

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Atreyu

Auf der Volcano Stage startet am Sonntagnachmittag eine Band, die größtenteils im Metalcore verankert ist. Eingeflogen extra aus Kalifornien, zeigen sich die Coreler voller Spiellaune und Energie. Leider hat die Band Sänger Alex Varkatzas aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig durch Drummer Brandon Saller ersetzen müssen – ob die Band dadurch einen Nachteil hat? Keinesfalls. Als wäre diese Besetzung in ihrem eigentlichen Element, holt der heutige Frontmann stimmlich und die restliche Gruppe alles aus ihren Körpern und Instrumenten heraus. Gepaart mit abwechslungsreichen Elementen aus demUS-Mainstream-Rock, wird es hier auf keinen Fall langweilig. Das zeigt sich auch im Publikum. Anfangs noch etwas verschlafen, ist nach wenigen Minuten der Funke auch im Field übergesprungen. Dort wird nach Herzens Lust gegröhlt und gepogt. Aus dem an sich überfüllten Genre Metalcore stechen Atreyu eindeutig heraus, nicht zu letzt wegen ihrer tiefgründigen Texte und der emotionalen, teils melancholischen Gesangsparts die durch die einmaligen Stimme von Schlagzeuger Brandon Saller perfekt verschmelzen.

DVTCH Norris

DVTCH NORRIS alias Fahad Seriki ist ein Rapper aus Antwerpen/Belgien. Anfang 2016 ist DVTCH mit seiner ersten Single „Caught Up“ in Erscheinung getreten und hat mit der Single „Seeking Closure“ seinen Durchbruch erlebt. Diese Zusammenarbeit mit einer der Schlüsselakteure der belgischen Hip-Hop-Szene – Coely – hat DVTCH seine erste goldene Schallplatte eingebracht. „BLESSED“ feat. Yann Gaudeuille ist eine neue Single und die erste Leistung im aktuellen Jahr. Damitbietet DVTCH eine brillante Reise durch Soul, Trap und orientalische Klänge.

Coldrain

Auf der Alterna Stage bietet sich den Zuschauern am frühen Abend moderner Alternative Rock/Post-Hardcore aus Japan. Von melodisch bis hammerhart hat diese Band alles in ihrer Trickkiste. Sie sind nicht umsonst eine der erfolgreichsten Bands aus Japan. Der ein oder andere kennt Coldrain bereits von ihrer Tourbegleitung bei Bullet for my Valentine. Ihr Sound ist eine gesunde Mischung aus Clean-Vocals und Screams, die für eine ausgewogene Rockmischung sorgen. Die Jungs um Frontmann Masato prügeln ein wahrhaftiges Brett auf die Bühne.

brkn

Weiter geht es mit BRKN – dem deutschen Rapper, Sänger und Musikproduzenten mit türkischen Wurzeln. Der 28-jährige heißt mit mit bürgerlichem Namen Andac Berkan Akbiyik und hat der Einfachheit halber daraus den Namen BRKN gemacht. Der Musiker spielt Klavier und Saxophon seit er sechs ist und hat mit 12 dann begonnen zu rappen und zu singen. BRKN lebt in Berlin-Kreuzberg, wo er geboren und aufgewachsen ist. Bevor er seine Solokarriere begonnen hat, ist er bereits als Produzent und gern gesehener Featuregast tätig gewesen, zB bei Künstlern wie RAF 3.0, K.I.Z, Mach One und Said. Seit 2014 wandelt er auf Solopfaden und seit 2016 macht BRKN monatlich die musikalische Live-Latenightshow im Tiyatrom in Kreuzberg, zu der er prominente Persönlichkeiten einlädt.

KC Rebell

Mit seinem aktuellen, seit April 2019 erschienenen Album „Hasso“, ist KC Rebell am Nachmittag auf der Crater Stage. Fans lieben den Deutsch-Rapper mit kurdischer Abstimmung vor allem wegen seiner extravaganten und exzentrischen Texte sowie die ganz eigenen, abwechslungsreichen Beats und die Stimmung, die er darin transportiert. Das neue Album stößt nicht überall auf Gegenliebe, da KC Rebell den derzeitigen Autotune-Trend mitgemacht. An den Erfolg von Vorgänger „Abstand“ kann er nicht anknüpfen. Bei seinem Liveauftritt merkt man natürlich nichts von einem Zwiespalt in der Fangemeinde. Wer hier heute steht um die Raps des 29-jährigen zu sehen und zu hören, der feiert ausgelassen und gröhlt textsicher jede Zeile mit.

Godsmack

Am frühen Nachmittag warten vor allem die männlichen, bärtigen, eingefleischten Godsmack-Fans auf den langersehnten Auftritt der Bostoner bei Rock am Ring 2019 am Sonntag. Gerade im März auch hierzulande auf Tournee, sind Godsmack nun auch bei RaR und RiP. Nachdem ihre Auftritte letzen Jahres aufgrund eines familiären Todesfalles verschoben wurden, sind Godsmack nun endlich wieder hier und bereit, das Infield zum Beben zu bringen. Auch wenn das neue Album „When Legends Rise“ mit den ursprünglichen Alben von Godsmack nichts mehr zu tun hat und eine andere Richtung einschlägt. Irgendwann hat man eben auch mal Lust etwas anderes auszuprobieren. So oder so – die Fans freuen sich heute auf das knapp einstündige Konzert.

Nach kurzem „We will rock you“– Intro, preschen die vier Hard-Rock-Legenden auf die Bühne und legen mit „When legends rise“ einen starken Auftakt hin. Der Euphorie und Feierwilligkeit vor der Bühne kann man sich nicht mehr entziehen. Jeder Song wird textsicher mitgegröhlt, der eine oder andere Besucher zückt die Luftgitarre und eigentlich sind immer tausende Pommesgabeln in der Luft. „Cryin like a bitch“, „Awake“ – die Live-Setlist lässt keine Wünsche offen. Sogar ein Beatles-Cover von „Come together“ werfen Godsmack mit in den Topf. Schweiß, Bier und Testosteron liegen in der Luft.

Amon Amarth

Mit „Berserker“ ist erst seit 3. Mai 2019 das neuste Werk der Melodic-Death-Metal-Band aus Schweden draußen. Und in der Fangemeinde ist natürlich längst klar, hier sind die Amon Amarth-typischen Heavy Metal-Hymnen, die man hören will. Passend zum Album-Release ist die fünfköpfige Band dieses Jahr auch wieder am Nürburgring. Der letzte Auftritt ist gar nicht so lange her, 2016 haben Amon Amarth noch am Standort Mendig ihren Sound zum Besten gegeben. 1992 zogen Frontmann JohannHegg und seine Mannen aus, um den Metal von Stockholms Vorörtchen Tumba in die große weite Welt hinauszutragen. Neben In Flames und At the Gates zählen Amon Amarth zu den Pionierbands dieses Subgenres, und man kann durchaus behaupten, dass sie es maßgeblich geprägt haben. Was die Fans heute erwarten, bietet das Quintett natürlich auch nur allzu willig: eine geile Mischung aus Death Metal und klassischem Metal, in dem lyrisch die nordischen Mythologie und ihre Vorfahren die Wikingern vorkommen. Die Schweden hauen richtig rein und holzen los. Die Herren Mikkonen und Söderberg überzeugen mit erstklassigen Gitarrenspiel. Die Band steht einfach für unwiderstehliche Melodie-Bögen, gewaltige Wut-Ausbrüche und Gänsehaut-Momente.

The BossHoss

Seit über 15 Jahren existiert The BossHoss mit ihrem Pop-Country-Mix bereits. Dabei sind die Mitglieder Boss – Alec Völkel (Gesang), Hoss – Sascha Vollmer (Gesang, Akustikgitarre) sowie die restlichen fünf Mitglieder Russ (Gitarre), Guss (Kontrabass), Frank (Drums), Hank (Mandoline, Mundharmonika, Waschbrett) und Ernesto (Percussion, Melodika). Mit dem aktuellen Album „Black is Beautiful“ (VÖ 10/2018) sind die Berliner Country-Rocker The BossHoss im Frühling bereits auf großer, gleichnamiger Tournee gewesen. Dabei hat die siebenköpfige Band natürlich wieder alle Erwartungen übertroffen. Klar, dass auch am Nürburgring keine Ausnahme gemacht wird. Mit jeder Menge Pyro und gewohnt energiegeladen zeigt die Band eine mitreißende Show aus Cover-Interpretationen und schlagkräftigen Eigenkompositionen. Vor dem neuem Bühnenbild und mit altbekannten Hits sowie auch Songs des neuen Werks, schmettern Boss, Hoss und Co. über Gitarre, Kontrabass, Posaune, Trompete und einige Instrumenten mehr. Im Publikum kocht derweil die Stimmung nach oben und die beiden Frontmänner ziehen ihre lässige Macho-Cowboy-Nummer durch.

KOntra K

Der charismatische Familienvater, Boxer und Coach schreibt in seinen Songs bekanntlich gern über sich selbst und über sein Leben. Dabei gewährt er tiefe Einblicke in seine Persönlichkeit. Und da liegt auch schon das Geheimrezept seines Erfolges: Identifikation. Denn seine rasant wachsende Hörerschaft findet sich problemlos in seinen Texten wieder. Vor der Crater Stage ist es rappelvoll, als am frühen Abend die Silhouette von Maximilian Diehn auf der Bühne zum Vorschein kommt. Im Publikum herrscht sofort absoluter Ausnahmezustand. Das Gekreische der Frauen übertönt fast die Musik und die unendlich vielen Handykameras starren gespannt auf die Bühne. Energiegeladen, gut gelaunt und natürlich gutaussehend, stürmt Kontra K die Bühne und liefert eine unglaubliche Performance. Für die zahlreichen weiblichen Fans zieht Kontra K natürlich wieder einmal blank und rappt sich oberkörperfrei durch sein Set. Wo andere Rapper eher auf unnahbar machen, lässt Kontra K seine Fans lieber an sich heran. Berührungsängste kennt der Berliner nicht, er reicht den ersten Reihen die Hände, lässt sich auf dem vorderen Wellenbrecher umarmen und anfassen und rappt seine Hits gemeinsam mit den begeisterten Fans.

Tenacious D

Die Band und deren Sounds ist absolut nichts für empfindliche Ohren. Das böse F-Word ist hier allgegenwärtig! Fans der komödiantischen Rockband – bestehend aus Schauspieler + Sänger Jack Black sowie Gitarrist und Sänger Kyle Gass – lieben es. Das ist Musik, die Spaß macht. Was man da zu hören (und zu sehen bekommt), ist lustig, selbstironisch und absolut schonungslos. Für viele ist der bekannte Filmschauspieler Jack Black der Einstieg in das hochgelobte Musikprojekt Tenacious D. Wer kann sich schon vorstellen, das er, gemeinsam mit einem anderen musikalisch begabten Menschen und zwei Akustikgitarren, so deftigen Rock zaubern können.  JB and KG schaffen eine instrumentale Bandbreite und Anzahl an Stilrichtungen, die geradezu überwältigend ist. Ihre Texte sind ein Musterbeispiel für kreatives Fluchen und das elegante aber vor allem witzige Verpacken von Obszönitäten. Und dabei hört es sich noch klasse an und rockt, das sich die Balken biegen. Auf der Bühne geben die Jungs samt Bandbegleitung Gas, im wahrsten Sinne. Vor der Bühne tobt die Masse, während Jack den Mob wild antreibt und Saiten-Hexer Kyle das Instrument bearbeitet.

Alligatoah

Crater Stage frei für den Wortkünstler mit Spaßfaktor. Zum Vorschein kommt ein neues Bühnenbild mit verspielten Tapeten und einem 30er Jahre Charme des Filmsets vom „Grand Budapest Hotel“ angeglichen. Während die Band verteilt auf den Balkonen des Hotels „Kalliforniah“ sitze, nehmen Gitarrist und Klarinettist unten vor dem Hotel Platz. Alligatoah selbstverständlich in der Mitte. Lukas Strobel (so sein richtiger Name) und Fan verrückter Auftritte und Verkleidungen, trägt ein komplett gelbes Outfit, bestehend aus Frack, Pluderhose und Hut. Auch seine Musikerkollegen haben sich farblich angepasst, sie alle tragen gelbe Bademäntel und Rapkollege BattleBoi Basti glänzt im gelben Pagenkostüm.

Von der ersten Sekunde an hat der Deutschrapper, Sänger und Produzent seine Fans „im Griff“. Jubelschreie, Fanchöre und jede Menge glückliche Gesichter. Die meiste Zeit gleicht die Liveshow einem unterhaltsamen Theaterstück. Wer Alligatoah und seine Shows kennt, der weiß natürlich, dass es nie langweilig wird. Da lässt sich der Schnautzbart-Träger mal in einer Mülltonne über die Bühne schieben, die Möbel vom „Hotel Kalliforniah“ werden kurzerhand zerschmettert und es gibt jede Menge theatralischer Moderationen zwischen den Songs. Dank der kurzweiligen Elemente und einem brillanten hin und her zwischen Alligaotah und Rapper Basti, gipfelt alles in einer witzig anzusehenden Show.

Bastille

Das Abendprogramm gestaltet die Indie-Rock-Band Bastille mit. Das Londoner Quartett ist der am meisten verkaufte Debüt-Act aus 2013 und längst nicht nur in England erfolgreich, sondern bricht weltweite Chartrekorde. Vor fünf Jahren etwa haben die Vier mit „Pompeii“ ihren ersten internationalen Top-Ten-Hit gelandet. In den USA hat der Song eine fünffache Platinauszeichnung erhalten, in Großbritannien ist er sogar knapp zwei Jahre ununterbrochen in den Charts hoch und runter gelaufen. Das Debüt „Bad Blood“ ist zum absoluten Hitseller geworden. Als absolutes Kontrastprogramm zu dem auf der Hauptbühne – da prügeln Slipknot sich selbst und den tosenden Massen die Energie aus dem Leib – spielen Frontmann und Sänger Dan Smith und seine Bandkollege auf der Crater Stage – und dort bietet Ihnen das Publikum einen gebührenden, euphorischen Empfang. Das Indie-Quartett erschafft sofort ein atmosphärisches Flair, untermalt durch Farben, Effekte und eine riesengroße Stoffwand, die von einem Beamer bespielt wird. Sie bieten live dynamischen Sound, der von den Drums nur so getrieben wird, ihre Texte und Themen sind vielschichtig, die Melodien eingängig – so schenken Bastille heute Gänsehaut und Glücksgefühle. 

Slipknot

Für den letzten Festivaltage bei Rock am Ring 2019 am Sonntag gibt es nun noch genau zwei große Highlights. Nummer eins hiervon sind Slipknot. Die Nu-Metal-/Alternative Metal-Band ist vor allem auch durch ihre Gruselmasken und das wilde Bühnenkonzept bekannt. Etwas, dass an ihrem weltweiten Erfolg mit Sicherheit eine tragende Rolle spielt und weshalb sich vor der Crater Stage heute noch einmal jede Menge (teils maskierte) Zuschauer versammeln. Zuletzt bei RaR auf der Bühne im Jahr 2009 und dann wieder in 2015 gewesen, haben sich sich die deutschen Fans der schwermetallischen Klänge die Truppe um Frontmann Corey Taylor erneut herbeigesehnt. Schließlich sind ihre Liveshows mehr als sehenswert, wenn die Musik auch nicht etwas für jedermann ist. Slipknot lassen von der ersten Sekunde an eine regelrechte Flut aus Licht- und Farbenspiel über die Massen hereinbrechen – damit geht das energische Konzert los. Ein explosiver Abschluss für Rock am Ring 2019! Völlig wildes Treiben herrscht auf der Bühne, ekstatisch fliegen die Finger über die Saiteninstrumente und drumherum geben die Trommler dem Ganzen ihren Takt vor. Diese prügeln jede noch so tiefsitzende Aggression aus ihren Körpern heraus. Slipknot fackeln gleichermaßen ein Hit-Feuerwerk ab und geizen nicht mit Feuereffekten.

Eagles of Death Metal

Death Metal ist ja eher ein ernster, morbider Musikstil. EODM sind das eigentlich gar nicht. (Selbst)ironisch spielt diese Band mit sämtlichen Rock’n’Roll-Klischees und das zieht sich durch alle bisherigen Alben und Songs. Auf der Alterna Stage ist parallel zu Headliner Slipknot nicht so viel los, wie die Eagles es verdient haben. Immerhin, einige Fans wissen, was ihnen hier live geboten wird und sind Feuer und Flamme für diesen Auftritt. Frontmann Jesse Hughes aka „The Devil“, ist Meister der Grimassen und strotzt nur so vor Energie und Charme. Mit Blues, Boogie und Rockabilly ist der Garage-Rock der Eagles verfeinert und obendrauf gibt es Sexappeal und Testosteron – was die einzelnen Bandmitglieder nur so versprühen. Die Liveshow der Eagles Of Death Metal ist mitreißend und sprüht vor Entertainment und Ekstase. Dabei geben sich die drei Herren plus Dame aus den USA wortgewandt witzig.

Marteria & Casper

Dieser Auftritt von „Cas & Mar“ ist der letzte des gesamten Festivals – schade, nun ist es schon wieder soweit. Natürlich nehme die beiden Deutschrapper die vielen willigen Zuschauer nur allzu gern mit auf gemeinsame Zeitreise durch die gemeinsame Künstler-Diskografie. Spätestens seit ihren beiden letzten Solo-Alben „Lang lebe der Tod“ und „Roswell“ haben sich Marteria & Casper endgültig den unantastbaren Status als zwei der größten und erfolgreichsten Rapper und Live-Künstler unsere Landes erkämpft. Dazu sind „Casperia“ ein  Garant für ausgelassene Stimmung, auf der Bühne und davor. Es gehört zu den Stärken beider, dass keiner dem anderen die Show stiehlt, es ist mehr wie eine perfekte Symbiose. Sie harmonieren auf den Beats und liefern auch stimmlich eine gute Balance. Das Rap-Duo hat aber an vorderster Stelle viel Spaß an der Sache. Am Ende sind Publikum und Künstler gleichermaßen schweißgebadet und sehr sehr glücklich.

When Legends Rise: Godsmack endlich in Hamburg

„Alter, worauf warten die denn?“ Das wird sich vielleicht der ein oder andere Touri-Party-Kiez-Gänger am frühen Freitagabend gefragt haben, falls er am Einlass der Großen Freiheit 36 vorbeiging. Dort wartete nämlich eine echt ansehnliche Schlange aus größtenteils männlichen, bärtigen, eingefleischten Godsmack-Fans auf den langersehnten Auftritt der Bostoner. Nachdem der Gig Ende letzen Jahres aufgrund eines familiären Todesfalles verschoben wurde, war nun endlich der Abend gekommen, an dem Godsmack die Grosse Freiheit zum Beben bringen durften. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Keine Vorband, pünktlicher Beginn: Bei Godsmack wurde nicht lange gefackelt. Nach kurzem „We will rock you“– Intro, preschten die vier Hard-Rock-Legenden auf die Bühne und legten mit „When legends rise“ einen starken Auftakt hin. Wow! War ich anfangs noch skeptisch, ob ich mich inmitten der harten Metaller wohlfühlen würde, war bereits ab Song eins klar: Der Euphorie und Feierwilligkeit um mich herum konnte ich nicht entkommen. Es wurde jeder Song absolut textsicher mitgegröhlt, der eine oder andere Besucher zückte immer wieder die Luftgitarre und eigentlich waren immer ca. 1.000 Pommesgabeln in der Luft. Verständlich, dass die Hard-Rockband aus Boston so gerne in Deutschland auf Tournee geht, so wie sie hier gefeiert werden!

„Cryin like a bitch“, „Awake“ – die Setlist ließ keine Wünsche offen. Sogar ein Beatles-Cover von „Come together“ gaben Godsmack gegen Ende ihrer knapp anderthalb stündigen Show zum Besten. Um 21:00 Uhr war dann die Luft in der Halle so voller Schweiß, Bier und Testosteron, dass der ein oder andere Metaller vielleicht sogar seine Kutte mal kurz gelüftet hat. Godsmack verabschiedeten sich von ihren Hamburger Fans und ich war zwar froh an der frischen Luft zu sein, aber sage Godsmack herzlichen Dank für einen echt beeindruckenden Konzertabend.

Danke an: Hannah Seven (Text)

Rock am Ring 2015 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

Das Unwetter hat sich vollends verzogen. Die Sonne strahlt wie am Eröffnungstag über das ganze Festivalgelände. Der dritte und letzte Rock am Ring-Tag steht ganz im Zeichen des (Hard-)Rock und Metal. Eine Größe nach der anderen gibt sich hier die Klinke in die Hand. Aber irgendetwas ist doch anders… Stimmt, denn von der Bühne aus führt heute ein langer Steg mit einer „T“-Gabelung am Ende in die Menge, der extra für die Headliner Foo Fighters aufgebaut wurde. Und dann sind ja auch noch maskierte Gruselrocker zu später Stunde auf dem Programm.

Die alljährliche Pressekonferenz darf auch bei Rock am Ring 2015 nicht fehlen. Marek Lieberberg steht mit seinem Organisationsteam den Reportern Rede und Antwort und ist sichtlich erleichtert, dass zwei Tage Rock am Ring bis jetzt ein voller Erfolg waren. Aus polizeilicher Sicht gab es Positives zu verzeichnen. Wenig Strafanzeigen und noch weniger Verkehrsunfälle wurden gemeldet. Die Live-Übertragungen um Fernsehen lockten parallel 1 Millionen Zuschauer vor die Fernseher. Veranstalter und Partner und sichtbar auch die Besucher, sind mit dem Ortswechsel zufrieden. Fest steht, es geht 2016 in eine neue Runde und zwar in Mendig.

Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag
Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag

Bildergalerie: Da kommt FESTIVAL-FEELING auf

EAGLES OF DEATH METAL

Die US-Garage-Rockerband um Sänger und Gitarrist Jesse „The Devil“ Hughes tritt an diesem Sonntag als erstes auf der großen Hauptbühne auf. Lässig mit Kippe im Mundwinkel und Beatsteaks-T-Shirt, läuft der Frontmann erstmal den Steg in Richtung Publikum ab. Dann wird auch noch Geburtstagskind und Gitarrist Dave Catching besungen, es gibt Finger-Herzen für die weiblichen Fans, Rockstar-Posen und dazu eine gehörige Portion Rock, ein guter Start in den Tag also.

Bildergalerie: So waren die EAGLES OF DEATH METAL live

FRANK TURNER AND THE SLEEPING SOULS

Geht das eigentlich? Ein Ex-Punker der jetzt auf Folk-Rock macht? Aber ja. Sänger und Songwriter Frank Turner beweist dass seine Wurzeln im neuen Schaffen auch immer wieder positive Wellen schlagen und dass eine Akustikgitarre auch „in“ sein kann. Seine Musik ist für jedermann und das ist auch gut so. Die Einflüsse von früher bleiben, die E-Gitarre hat er mittlerweile abgelegt. Dafür geht er auf der Bühne aber in die Vollen.

Bildergalerie:
So war FRANK TURNER AND THE SLEEPING SOULS live

GODSMACK

Hard-Rock vom Feinsten gibt es aus den Händen von Godsmack. Die aus Boston stammenden Musiker sind bereits seit 1995 in der Musikwelt unterwegs. Sänger Sully Erna und seine 3 Bandmitglieder zeigen, dass sie mit 20 Millionen verkaufter Alben weit oben auf der Beliebten-Liste stehen. Und auf der Crater Stage spielen sie heute vor vollem Haus.

Bildergalerie: So war GODSMACK live

PAPA ROACH

Eine Band, die schon über 20 Jahre die Musikwelt beeinflusst und mit dem Song „Last Resort“ ihren ersten Kracher landete. Es ist aber eben auch nicht mehr der eine Hit, den alle hören wollen. In den letzten Jahren haben Papa Roach mit ihren Alben nachgelegt und viel neues produziert, dass an die alten Erfolge anknüpfen kann. Der Spaßfaktor steht hier an erster Stelle, scheint es doch, als sein die Rocker um keinen Tag gealtert. Sänger und Frauenschwarm Jacoby Shaddix lässt es sich nicht nehmen, in direkten Fankontakt zu treten. Er klettern von der Bühne und begrüsst seine Fans in den ersten Reihen, knipst geduldig Selfies mit deren Handys und setzt zu guter Letzt zum Sprung in die Menge an um sich dann auf Händen wieder zur Bühne tragen zu lassen. Ihr Show ist wie eh und je ein echtes Brett, Rock-Klassiker und neue Hits gibt es wie am Fließband, dazu gibt es die ersten Pits in der Menge.

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BASTILLE

Der smarte Sänger Dan Smith ist sich ganz klar bewusst, mit oder ohne Sonnenbrille, er ist der Schwarm der Mädels. Mit seiner gefühlvollen und gleichzeitig rockigen Stimme schafft er ein Wechselbad der Gefühle. Mit Rückenwind enterten Bastille mehrfach die Charts und tun nun gleiches auf der Rock Am Ring Bühne.

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Rock am Ring 2015 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

BEATSTEAKS

Die Berliner Beatsteaks sind auf Festivals ein Garant für beste Stimmung. Sie gelten in Deutschland als eine der erfolgreichsten Rockbands und sie halten sie immer wieder in den Charts. Sänger und Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß hat sprichwörtlich den Hut auf in der Band. Sein Look ist cool und lässig, die Sonnenbrille zum Strohhut rundet das ab. Er ist ein Wirbelwind auf der Bühne, das Kabel-Mikro lässt er fliegen, er springt in die Höhe und genießt den direkten Kontakt zu seinen Fans in den ersten Reihen. Wie praktisch, dass der Bühnensteg ausgerechnet heute aufgebaut wurde, der wird natürlich gleich mit genutzt. Mit 40 ist der smarte Arnim genau wie seine Kollegen bodenständig und keines Wegs abgehoben. Sie feiern einfach gern und wie ginge das besser als mit ihren Hits „Hand in Hand“ oder dem aktuellsten Ohrwurm „Gentleman of the Year“.

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IN FLAMES

Aus dem schwedischen Göteborg sind In Flames bei Rock am Ring zu Gast. Nach zwei-jähriger Auszeit ging es mit gestärkter Motivation, neuem Album und großer Tour wieder an de Start. Im Bereich des Metal sind sie in Europa mittlerweile eine der bedeutendsten Bands. Was die Jungs ausmacht ist ihre offene Art, auf der Bühne sieht man sie oft im Spiel miteinander und dabei, dass sie Spaß haben, auf der Bühne ihre Songs zu performen.

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FOO FIGHTERS

Für die Foo Fighters stehen sich bereits seit Stunden vor der Volcano Stage die Fans die Beine in den Bauch. Wer diese US-Band kennt, weiß dass sie es sein werden, die die Hauptbühne mit ihrer Rockshow zum Beben bringen werden, wenn gleich es ihr erster Auftritt bei Rock am Ring ist. Mit dem Hit „Everlong“ geht es für Dave Grohl und seine Band auf die Bühne. Sie sind bodenständige Rocker, es gibt keinen Schnick Schnack bei den Foo Fighters. Es gibt die große Videoleinwand im Hintergrund, die Band selbst tritt im legeren Look auf, Sänger Grohl im rotschwarzen Holzfäller-Hemd. Total sympathisch. Vom allerersten Album gibt es extra einen Song, für die Fans, die seit 20 Jahren die Foo Fighters verehren und zu ihnen stehen. An dieser Stelle Glückwunsch zum Jubiläum. Knapp zweieinhalb Stunden wird dem Rockerherz hier viel geboten: Soli jedes einzelnen Bandmitglieds, wobei sich Drummer Hawkins lieber mit der feiernden Menge zum gemeinsamen Singen entschied. Der Steg wird viel genutzt. Frontmann Grohl fegt immer wieder im Laufschritt mit seiner Gitarre zu den Fans, seitlich, vorn, er ist überall und winkt und rockt los. Special Guest war dann auch noch Gitarrist Dave Catching der Eagles of Death Metal, die am nachmittag auf gleicher Bühne ihre Show spielten.

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MOTÖRHEAD

Fast parallel zu den Foo Fighters auf der Volcano Stage, entern die Ur-Rocker Motörhead die Crater Stage an diesem Sonntag Abend. Fans der eher härten Töne stehen also hier, statt nebenan. Und es ist voll vor der Bühne. Motörhead gehören einfach zur Musikgeschichte dieser Welt. Sie waren schon da, bevor der Punk-Rock geboren wurde. Sie spielten Konzerte und lebten die Rocker-Kultur mit langen Bärten und Kutten, lange bevor Motorradclubs überall wie Pilze aus dem Boden sprießten. Sie siedeln sich an, wie sie selbst einmal sagten, im musikalischen Bereich des Speed-Metal. Und das es da mit viel Power zur Sache geht, beweisen die drei Engländer hier und jetzt. Die Zeiten allerdings, in denen man, der korrekten Übersetzung nach einen speedsüchtigen als Motörhead bezeichnet und sich das auch so widerspiegelte, sind für die Band dann aber doch irgendwie vorbei. Der gealterte Ian „Lemmy“ Kilmister ist schwer konzentriert an seinen Bass und bewegt sich kaum über die Bühne, muss er ja aber auch nicht als Rock-Legende. Dafür legt sich Gitarrist Philip „Wizzö“ Campbell  ins zeug und haut seine Riffs nur so heraus, Grimassenschneiden inklusive. Man muss die Herren einfach mal gesehen haben.

Bildergalerie: So war MOTÖRHEAD live

SLIPKNOT

Die letzte band des Tages, nein, des gesamten Festival, sind Slipknot. Die Band wird eigentlich immer zu allererst mit  ihren Gruselmasken und ihren wildem Bühnenkonzept in Verbindung gebracht. Etwas, dass an ihrem Erfolg mit Sicherheit eine tragende Rolle spielt. Zuletzt bei Rock am Ring auf der Bühne im Jahr 2009, sehnten sich die Fans des schwermetallischen die Band um Frontmann Corey Taylor erneut herbei. Sicher ist weder Musik noch Grusel-Image was für jeden. Aber die Show ist mehr als sehenswert. Beim Betreten der Bühne schwappt sogleich eine Flut aus Licht- und Farbenspiel herüber und die energische Show geht los. Es soll ein explosiver Abschluss werden. In den ersten Reihen vor der Bühne sieht man die selben Gesichter, wie schon am frühen Nachmittag. Dort harrte man aus für das bevorstehende Finale mit Slipknot. „New Rock am Ring with the same german motherfuckers“, ist Taylors erste Bemerkung zum Thema Mendig. Was gleich auffällt: er ist mit neuer Maske am Start. Keineswegs weniger gruselig. Reges Treiben herrscht auf der Bühne, wild fliegende Haare der Gitarristen und Bassisten aber die Krönung sind an beiden Bühnenseiten die Trommler. Aufwändig gebaute hochfahrbare und drehbare Konstruktionen beherbergen alte Fässer zum Drumset geschmiedet und natürlich je den Drummer selbst. Und die geben richtig Gas. Und dazu gibt es natürlich Feuereffekte, dass einem warm ums Herz wird. Und das muss es auch, nämlich noch ein letztes Mal in diesem Jahr am neuen Standort Mendig.

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