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Grandiose Doppelshow: Apocalyptica und Epica in Hamburg

Der Samstagabend wurde episch, das lag bereits an den beiden Doppelheadlinern EPICA und APOCALYPTICA, das Package war tatsächlich sehr aufeinander abgewogen und so hatte man die Tour kurzerhand auch „The Epic Apocalypse“ getauft. Nach dem die Tour schon öfters verschoben wurde, ging das Ganze in der Hamburger Großen Freiheit 36 über die Bühne, die nun nach dem Betreiberwechsel wieder als Konzerthalle fungiert. Zur frühen Stunde gingen in der Location die Türen auf, 18.00 Uhr war Einlass und Beginn um 18.20 Uhr. Das war sehr sportlich bei einem ausverkauften Konzert und auch die Doppelbelegung mit einer anschließenden Party am Abend kürzte dann auch etwas die Setlisten der beiden Headliner.

wheel

Die Finnen WHEEL starteten pünktlich mit ihrem Prog-Metal in den Abend, auch wenn sich der Saal gerade erst noch füllte, konnte die Band hier bereits schnell die Halle anwärmen. Mit „Blood Drinker“, „Hyperion“ oder „Wheel“ gelang dies relativ gut, nach 5 Songs war aber schon wieder Schluss. Trotzdem konnte die Band sehr solide vorlegen.

epica

Nun wurde es Zeit für EPICA, die Holländer legten gleich zu Beginn mit „Abyss of Time – Countdown to Singularity“ ihren ersten Brecher hin und verzückten bereits zu Beginn mit einer sehr motivierten Performance. Mit „Essence Of Silence“ und „Victims of Contingency“ ging die epische Walze weiter, untermalt von einer gewaltigen Soundwand hatte die Band das Publikum schnell im Griff. Sängerin Simone führte dabei im fast perfekten Deutsch durch das Programm und man ließ dabei kein Spaß auf der Bühne aus. Spätestens bei „The Final Lullaby“ mit seiner Hymne war der Status Dampfsauna in der Freiheit erreicht, was dem Tempo aber keinen Abbruch bescherte. Hier benötigte auch die Band mal eine kurze Pause, passend dazu folgte nun die Ballade „Rivers“, inklusive Lichtermeer im Publikum und Gänsehautfeeling durch Simones durchdringenden Gesang. Mit „Code Of Life“ wurde dann noch kurz nachgesetzt und in den letzten Teil des Abends geführt. Nach dem neuen „Beyond The Matrix“ legten die Holländer noch einmal mit dem 10 Minuten Monster „Consign to Oblivon“ nach und sorgten so für den perfekten „epischen“ Abgang inklusive einem mehr als glücklichem Publikum.

Setlist Epica in Hamburg 2023

1. Abyss of Time – Countdown to Singularity
2. The Essence of Silence
3. Victims of Contingency
4. Fools of Damnation
5. The Final Lullaby
6. Rivers
7. Code of Life
8. Cry for the Moon
9. Beyond the Matrix
10. Consign to Oblivion

APOCALYPTICA

Nach dem Abgesang von EPICA folgte sogleich die Apocalypse in Form der Finnen von APOCALYPTICA, die Band hatte man zuletzt vor Corona noch sehen können und so war die Vorfreude im Publikum und auf der Bühne sichtlich vorhanden. Das Cello-Inferno startete mit „Ashes of the Modern World“ und „Grace“, dabei war es wieder erstaunlich zu sehen, welche Töne die Finnen wieder aus ihren Instrumenten hervorzauberten. Nach dem neuen „En Route to Mayhem“ und dem Cellogeschredder sorgte „Rise“ nachfolgend für Gänsehautmomente. Dem Publikum gefiel es und nun fehlte nur noch ein motivierender Sänger auf der Bühne, an diesen hat man mit Frank Pérez (Shadowmaker) gedacht. In den nächsten drei Songs lieferte Frank seinen Gesang ab und sorgte für etwas mehr Geschwindigkeit im Publikum, mit „I´m Not Jesus“, „Shadowmaker“ und „I Don`t Care“ gelang das perfekt, inklusive einer kurzen RATM „Killing in the Name Of“ Einlage – grandiose Show. Dann wurde es Zeit für weitere Gänsehautmomente, „Nothing Else Matters“ ließ auch nach so vielen Jahren noch das Blut gefrieren, gefolgt von „Inquisition Symphony“ und „Seek & Destroy“ ließ die Band hier keine Saite trocken, selbst die Einlage mit Thunderstruck gelang. Darauf durfte dann als Abgesang auch „In the Hall of the Mountain“ nicht mehr fehlen, epischer Abend für alle Beteiligten, kostenloser Sauna inklusive.

Setlist Apocalyptica in Hamburg 2023

1. Ashes of the Modern World
2. Grace
3. En Route to Mayhem
4. Rise
5. I’m Not Jesus
6. Shadowmaker
7. I Don’t Care
8. Nothing Else Matters(Metallica cover)
9. Inquisition Symphony (Sepultura cover)
10. Seek & Destroy (Metallica cover)
11. In the Hall of the Mountain King (Edvard Grieg cover)

Rockharz Open Air 2019: Freitag und Samstag

Bereits zwei Tage mit bester Laune, allerbesten Metalklängen und -Bands aber vor allem guten Freunden waren am Festivalfreitag vom Rockharz 2019 nun vorüber. Aber das hieß, es lagen auch noch zwei weitere, hervorragende in Aussicht.

Rockharz Open Air 2019: Freitag

Zum Auftakt des Tages gaben sich Elvellon die Ehre. Stimmgewaltig brachte Frontfrau Nele Messerschmidt die müden Geister wieder zum Kochen und von null auf hundert. Vor der Bühne sammelte sich nach und nach das Feiervolk um wieder Gas zu geben. Es dauerte nicht lange und schon hörte man einen Chor aus Stimmen. Die Symphonic Metaller aus Deutschland sorgten für einen gelungenen Start in den Tag. Ziegenmasken und ein druckvolles Grölen weckte noch die restlichen Schlafmützen. Mit vollem Sound voraus fingen Milking The Goatmachine mit einer Überdosis aus Grindcore gemischt mit Death-Metal los. Besonders die Zwischenspiele sorgten für ausgelassene Heiterkeit! Nailed To Obscurity waren in den letzten Jahren in Sachen Bekanntheit mächtig gewachsen. Die Truppe aus dem Friesland sorgte mit ihrem Doom Detah Metal zwar für eine kurzweilige Beruhigung, zumindest in Sachen Tempo, gefeiert wurde die Kapelle trotzdem. Auch ohne Blödeleien kann eine Band überzeugen.

Mit imposanten Kostümen betraten Warkings die Bühnen. Ein Spartiat, ein Templer und zwei Ringgeister – nicht nur optisch war es mal was Neues. Die Show überzeugte die Partygäste und machte Lust auf mehr. Der True Power Heavy Metal wurde aufs Feinste dargeboten und sorgte für beste Stimmung.

Elvenking. Was erwartete man? Herr der Ringe auf Testosteron? Welches Produkt würde präsentiert werden? Energiegeladener Hard Rock mit diversen Einschlägen aus True und Heavy Metal. Die Italiener aus Sacile, die es bereits seit 1997 gibt, spielten sauber und ohne Fehl ihr Set durch.

Und es folgte Whiskey. Viel davon. Aber bei dem Namen konnte man auch nichts anderes erwarten. Mr. Irish Bastard, mit acht Musikern auf der Bühne vertreten, stimmte mit Folk und klassisch-irischen Tonfolgen ein gewaltiges Trinkgelage an. Mit Tanz und guter Laune wurde das Publikum angeheizt und zum Crowdsurfen animiert. Kein Fuß blieb hier auf dem Boden. Flexibilität ist alles. Egal, in welchen Lebensbereichen. Und so kam es, dass Omnium Gatherum etwas früher spielen mussten. Auf Grund von logistischen Problemen mussten die Finnen mit The Night Flight Orchester ihren Slot tauschen. Zum Glücke sorgte Mutz, der Stage Manager vom Rockharz, mit seiner Ansage für Entwirrung.

Und was nun? The Night Flight Orchester. In Rosa gekleidete Background-Sängerinnen und ein Aufgebot an Musikern, die tatsächlich in ähnlicher Besetzung (mehr oder weniger) später nochmal spielen werden. Aber tatsächlich war der Schwank der 70er Jahre, also das was musikalisch produziert wurde, eine geniale Abwechslung und eine Hommage an die Gründerväter der gestählten Musik.

Publikums-Animation auf dem Höhepunkt erlebte man bei Kissin‘ Dynamite. Mit klaren und stimmigen Riffs kreierten die Hard Rocker einen energetischen Sound. 2018 wurde die Truppe als „Beste Deutsche Band“ ausgezeichnet und erfuhr auch einen gewaltigen Hype von etablierten Kräften. Ihr Gassenhauer „You’re Not Alone“ wurde neben anderen Songs textsicher von tausenden Fans rezitiert – also im Suffkopp mit gedonnert.

Einen gewaltigen Einschlag in Sachen Hardcore tätigten Caliban, weg vom klassischen Rock’n’Roll wurde nun der Fokus auf reine Aggression gelegt. Hasserfüllte Beatdowns wechselten sich mit ohrgängigen Gitarrenparts ab. Die Essener ließen die Bühne beben und überrollten regelrechtes das Infield mit ihrer Brutalität.

Soilwork zählten zu den Mitbegründern einer ganz eigenen Sparte. Und jetzt legten die Süd-Schweden richtig los. Obwohl ein Teil der Band bei The Night Flight Orchester auf der Bühne stand, war es musikalisch eine vollkommen andere Richtung. Wenn es Bands gibt die Melodic Death Metal als Gütesigel tragen dürfen, zählten die partygeilen Schweden dazu. Diesmal komplett ohne Rückenprobleme sorgte Sänger Björn Strid für eine mehr als nur gelungene Animation des Publikums.

Aus Großbritannien kam nicht nur die Eiserne Jungfrau und klassischer Heavy Metal. Die Londoner von Dragonforce könnte man für musikalische Perfektion nennen. Riffs, die selbst etablierte Musiker als schwer bezeichnen, wurden von Hermann Li und Co. vollkommen mühelos abgespielt. Spaß in der Band und Harmonie waren deutlich zu erkennen und sorgten für noch größere Begeisterung im Publikum. Eben alles, was man von Power und Heavy Metal erwartet, wurde hier kanalisiert wieder gegeben.

Peter Tägtgren ist nicht nur einer der besten Metal-Produzenten in Europa, er ist begnadeter Sänger und Gitarrist. Selbstverständlich musste man Hypocrisy nicht groß vorstellen – die schwedische Formation erlangte weltweit Bekanntheit und ihre Auftritte waren legendär. Tatsächlich war es mittlerweile ein regelrechtes Privileg die Truppe live zu erleben, da ihre Konzerte von einer gewissen Seltenheit zeugten. Nicht nur deswegen waren die Massen mehr als begeistert an diesem Abend.

Saltatio Mortis. Was soll man zu dieser Ausnahme Band groß sagen? Das Publikum wurde wie immer mitgerissen und feierte die deutsche Mittelalter Rockband ohne Wenn und Aber. Tatsächlich waren die sympathischen Musiker der heimliche Headliner. Bis weit hinter dem FOH standen die Menschen und gingen auf die Animationen des quirligen Zerberus am Mikrophon ein. Und so flogen nicht nur Haare, sondern auch T-Shirts. Egal ob Männlein oder Weiblein – es wurde blank gezogen und nur noch gefeiert. Alea ritt sogar auf den Schultern eines Fans durch die Menge! Sie brachten uns Feuer und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der folgende Auftritt. Die Schwarzmetall-Fürsten von Dimmu Borgir spielten und lieferten ab! Aber tatsächlich nichts anderes hat man von einer solchen Legende zu erwarten. Seit den 90er Jahren sind die Mannen um Shargat einer der angesagtesten Acts der Black Metal-Kultur. Das Set war gespickt mit Klassikern wie „Kings Of The Cornwall Creation“ oder auch „Puritanier“ wurde den tausenden Zuschauern präsentiert, aber auch einer ihrer Kulthits „Mourning Palace“ durfte nicht fehlen. Alles in Allem hat hier nichts gefehlt. Einen würdigeren Headliner konnte es nicht geben.

Man erlebte eine völlig positive Eskalation bei Russkaja. Das Publikum blieb nicht still bei bekannten Liedern wie „Terror-Traktor“ – trotz der späten Stunde tanzten unzählige Menschen und man lag sich in den Armen. Die Stimmung war ab der ersten Sekunde am kochen. Auch die Animationen der Bigband wurde eins zu eins umgesetzt. Von Umarmung bis hinsetzen war alles dabei. Es war wirklich ein schönes Erlebnis, dass eine Ska Band so dermaßen auf einem Metal Festival abgefeiert wurde. Heidevolk übernahm die Aufgabe des Rauswerfers. Obwohl doch die Müdigkeit bei den meisten Besuchern  langsam aber sicher die Überhand gewann, fanden sich doch diverse Fans vor der Bühne ein. Die hartgesottenen Fans des Pagan Metals ließen es sich nicht nehmen die Niederländer anzufeuern.

Rockharz Open Air 2020: Tickets + Infos

Summer Breeze Open Air 2017 – So war der Freitag

Ohne Pardon, Gnade oder Rücksicht auf einen alkoholgeschädigten Kopf prügelten Aversions Crown am Freitag beim Summer Breeze Open Air 2017 los. Und das zu einer Uhrzeit, bei denen die meisten erst seit kurzem im Schlafsack gelandet sind. Die Musiker prügelten mit ihrem geschulten Deathcore auch der letzten Schnapsleiche den Kater aus dem Kopf (bis auf die, denen alles egal war). Nach diesem brutalen Weckruf begannen Cellar Darling. Vom Stil her wären sie eher der passendere Opener des Tages gewesen. Die Musiker rund um Sängerin Anna waren eher in einer ruhigeren Klasse unterwegs und überzeugten voll und ganz mit ihrem Folk Metal-Show mit eindrucksvollen Clean-Passagen und perfekt abgestimmten Instrumenten.

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Summer breeze Open Air 2018 Tickets + Infos:

Summer Breeze Open Air 2018 / Summer-Breeze 2018 / SBOA 2018

Auf Wiedersehen heile Welt, es war schön mit dir. Memoriam, die indirekten Nachfolger der legendären Bolt Thrower betraten die Hauptbühne. Und wirklich jeder der dem Old School Death Metal anhängt, musste diese Band sehen. Gefestigt und mit ordentlich Feuer unter dem Hintern legte die Truppe los. Klassischer Death Metal donnerte aus den Boxen und ließ zahllose Haare fliegen – Todesmetal-Herz, was willst du mehr?

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Mit Battle Beast wurde es wieder melodischer. Frauenpower mit zünftigem Heavy Metal stand damit auf dem Programm. Noora Louhimo und ihre finnischen Recken feierten eine ausgiebige Metal-Messe mit zahlreichen Besuchern vor der Main Stage. Kein Wunder! Die Show war ein regelrechtes Feuerwerk aus klassischen Power und Heavy Metal Elementen mit einer guten Prise finnischen Charme.

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Wir bleiben in Finnland, zumindest was die Herkunft angeht. Sonata Arctica spielten auf. Die Finnen überzeugen seit etlichen Jahren mit ihrer Mischung aus symphonischen und klassischen Power Metal. Nicht ohne Grund grölten diverse Fans in Fan-Trikots die Ohrwürmer der Nordeuropäer mit. Man konnte es fast mit Fangesängen im Stadion vergleichen – aber es war auf alle Fälle sehr spektakulär. Die Genauigkeit der Musiker war ebenso eindrucksvoll, wie die enorme Stimmgewalt des Sängers. Eine Leerstunde für Fans des Genre.

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Schluss mit Melodie und Power Metal, jetzt wird es räudig. Betontod legte los. Jeder kennt mindestens ein oder zwei Songs der Kapelle aus Rheinberg. Nicht ohne Grund sind sie regelrechte Ikonen in Sachen Punk, Rock’n’Roll und Metal. Wenn man diese Richtungen all in einen Mixer zimmert kommt diese Band dabei heraus. Die Masse tanzte und bewegte sich. Pit folgte auf Pit, Bier auf Bier und die Stimmung passte wunderbar ins Bild des Tages. Diese Band hatte nicht nur Spaß, sie machte es auch.

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Und nun wieder Frauenpower am Mikro. Die mittlerweile sehr bekannte Band Epica betrat die Hauptbühne. Und mit ihnen zog eine gigantische und apokalyptische Regenfront am Festival vorbei. Völlig unbeeindruckt legten die Niederländer rund um Sängerin und Publikumsliebling Simone Simons los. Stilistisch eindeutig im symphonischen Metal auszumachen, ließen sie keine Wünsche offen, denn hier stimmte alles. Timing, Performance und Stimmung! Besonders die Darbietung der Musiker war wirklich fesselnd!

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Nun war es Zeit für die Big Band des Folk Metal – die Rede konnte nur von Eluveitie sein (vom wem auch sonst?). Die Eidgenossen haben sich mittlerweile, dank ihrer zahllosen Konzerte auf dem Globus, einen unerschütterlichen Ruf erspielt und das auch zu recht. Jahrelange Erfahrung zahlt sich eben doch aus. Besonders, als es im Line-up zu einem großem „Aderlass“ kam. Denn das, was an Epica vorbei zog, kam jetzt auch auf dem Summer Breeze Open Air 2017-Gelände herunter. Trotzdem wurde die Band vom einem ausgefülltem Infield abgefeiert und das trotz anhaltenden Regens (Respekt an den Rollifahrer, der das Crowd Surfing durchgezogen hat)!

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Jetzt blieben Dudelsack und Konsorten mal hinter der Bühne. Eine wahre Größe in Sachen Hardcore gab sich die Ehre und rumpelte richtig los. Hatebreed zerlegten seit 1994 weltweit die Bühnen, leider machte ihnen dieses Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, zumindest kurzeitig. Aus Sicherheitsgründen kam es zu einer Unterbrechung wegen einer amtlichen Unwetterwarnung – gehört dazu im Festivalsommer 2017, passiert, egal. Nach der kurzen Zwangspause gaben die US-Amerikaner aber erst richtig Vollgas! So und nicht anders muss Hardcore auf einem Metalfestival ankommen! Kompromisslos und richtig auf die Zwölf.

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Eine richtige Nummer in Sachen Melodic Death Metal war nun an der Reihe. Fucking Children Of Fucking Bodom gaben allen Gitarristen jetzt mal eine Lehrstunde in Sachen Technik und Spielweise. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. Nachdem der kernsympathische Finne Alexei Lahio sein Lieblingswort (damit ist Fuck gemeint) eindrucksvoll auf das Wetter bezogen hatte, ließ er wieder unfassbar schnell seine Finger über das Griffbrett fliegen. Und ein dezent ausgefülltes Infield feierte die Nordeuropäer ohne Ende, trotz des Dauerregens. Metalfans lassen sich halt von keinem Wetter aus der Ruhe bringen.

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Mit Bengalos auf der Bühne wurde die folgende Band eröffnet. Eine teutonische Größe, eine wahre Thrash Metal Institution gab sich ein Stelldichein. Kreator legten gleich mit „Hordes of Chaos“ los und sofort war klar, dass das Set nur die Kauleiste massieren würde. Technisch einwandfrei und gesanglich ein richtiges Brett wurde den zahllosen Besucher vor der Hauptbühne präsentiert. Mille und seine Mannen zelebrierten von Anfang bis Ende eine regelrechte Thrash Metal Messe aus Hass. Allerdings musste man auch nichts anderes erwarten bei einer der größten Thrash Bands der Bundesrepublik.

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Nach dieser geballten Zerstörungswut war es wieder Zeit für melodischere Töne. In Sachen finnischer Melodic Death Metal ist besonders eine Band im Kopf – Wintersun. Jarii und seine Mitstreiter präsentierten sich zur späten Stunde in Höchstform und lieferten eine bombastische Live Show ab. Obwohl den eingefleischten Fans doch auffiel, dass Jarii Ausschließlich den Gesang übernahm und den Posten als Lead Gitarrist räumte. Zumindest stimmten bei den teils höchst anspruchsvollen Riffs und die ganze Sache wirkte Rund. Vor allem bekennende Fans freuten sich darüber Tracks er aktuellen Scheibe „The Forest Season“ live zu erleben. Aber allgemein war der Gig der Finnen ein reiner Genuss.

Der Headliner auf der Mainstage kam ebenfalls aus dem Norden Europas. Das progressive Metal Kommando Amorphis aus Helsinki bat zum Haare schütteln. In einer Best-Of-Show demontierten die Finnen in bester Manier alles, was nicht sturmerprobt war. Mit eingegipstem Arm zeigte sich Sänger Tomi Joutsen in bester Spiellaune und seine Mitmusiker waren nicht minder gut aufgestellt in Sachen Spielfreude und Konstitution. Perfekte Soli und Übergänge flossen reibungslos ineinander über. „Silver Bride“ oder auch „The Smoke“ wurden von den zahllosen Fans und Besuchern vor der Bühne mächtig gefeiert. Bei dem Maß an Perfektion aber auch mehr als verdient. Was eine gewaltige Show!

Text: Jan. N. Ernst
Bilder: Cynthia und Andreas Theisinger

Ein feuriger Abend: Epica und Powerwolf zu Gast in Köln

Es ist eine abwechslungsreiche musikalische Mischung, die die Fans ins Kölner Palladium lockt. Die Power Metaller von Powerwolf ziehen gemeinsam mit den Symphonic Metallern von Epica durch die Lande. Für einen ausverkauften Abend reicht es leider nicht, gut 1.600 Fans trotzen den frostigen Temperaturen um ihre Lieblingsmusiker ordentlich zu feiern. So hätte wahrscheinlich zwar auch das benachbarte E-Werk völlig ausgereicht, das ist aber seit Dezember traditionell mit den Stunksitzungen belegt. Die größere Bühne sei den Künstlern allerdings gegönnt! So ist der hintere Teil der Halle abgehangen, so dass auch kein wirkliches Gefühl der Leere entsteht.

BEYOND THE BLACK

Den Anfang machen Beyond The Black. Die deutsche Symphonic Metal Formation feiert an diesem Tag den Release ihres aktuellen Albums „Lost In Forever“ in der Tour Edition. Entsprechend gut ist die Stimmung bei Frontfrau Jennifer Haben und ihren Jungs. Erst im November 2016 stellte sich die Band mit Stefan Herkenhoff (Bass), Chris Hermsdörfer (Gitarre, Gesang), Tobi Lodes (Gitarre, Gesang), Jonas Roßner (Keyboard, Gesang) und Kai Tschierschky (Schlagzeug) neu auf. Mit viel Begeisterung und Elan präsentieren sich die Musiker dem durchaus schon gut besetzten Publikum. Große Begeisterungsstürme bleiben allerdings leider aus. Lediglich die ersten Reihen zeigen sich motiviert und gehen mit. Das ist schade, denn an Talent, Potential und Elan mangelt es den Musikern keinesfalls. Liebes Publikum – da geht noch was!

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EPICA

Als dann aber Epica die Bühne übernehmen, sieht das schon wieder ganz anders aus. Das gewaltige Bühnen Setup zeigt, dass die Künstler die große Bühne genießen. Mit viel Liebe zum Detail wird so ein gewaltiges Setting erweckt, in dem sich Simone Simons (Gesang), Isaac Delahaye (Gitarre), Rob van der Loo (Bass), Coen Janssen (Keyboard) und Ariën van Weesenbeek (Schlagzeug) frei entfalten können. Eine ausgefeilte Licht- und Feuershow setzt dabei noch das i-Tüpfelchen auf einen großartigen Auftritt. Mit „The Holographic Principle“(VÖ 09/2016) haben die Niederländer ein starkes neues Album am Start, vergessen dabei aber auch alte Klassiker nicht. Vor allem Keyboarder Coen Janssen zeigt sichtlich Spaß an dem großen Podest, das er sich mit Schlagzeuger Weesenbeek teilt. Dank ausgefeilter Rollbretter unter seinem Keyboard skatet er samt Instrument von Bühnenseite zu Bühnenseite und ist vor Energie kaum zu bremsen. Der Hauptfokus der Zuschauer liegt allerdings auf Sängerin Simone Simons, die ganz genau weiß, wie sie die Kölner Fans begeistert und animiert. Mit viel Bewegung und Interaktion mit den anderen Musikern verknüpft sie außerdem die gesamte Band. So entsteht ein musikalisches und visuelles Gesamtkunstwerk, das fasziniert, beeindruckt und den Wunsch nach mehr erweckt. Kein Wunder also, dass Zugaben gefordert werden. Die bringen dann auch die erste Wall of Death und einen kleinen Circle Pit mit sich. Was will das Fanherz mehr?

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