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Inhalt

Summer Breeze 2019: So war der Samstag

Jeden Tag das gleiche ist ja langweilig. Also wacht man heute nicht durch den Regen oder zu viel Sonne, sondern durch seine Nachbarn auf, die ihre Zelte abbauen. Der letzte Tag bricht an und wenn man aus seinem Zelt guckt sind für 10 Uhr schon viel zu viele Zelte abgebaut. Immerhin waren diese noch schnell genug um dem ersten Regen zu entwischen. Dieser meldet sich pünktlich zur ersten Band und möchte heute irgendwie auch nicht ganz wieder gehen. Der ganze Tag bleibt kühl und nass und nur ab und zu lässt sich die Sonne für einen kurzen Moment blicken. Dann ebend einen Pulli mehr übergezogen wenn es zur Bühne geht.

MAIN STAGE

12:55 – 13:40 Uhr
BRAINSTORM
Heute machen Evergreen Terrace den Anfang und müssen sich mit viel Regen zufrieden geben. Besser wird es im Anschluss bei Brainstorm. Diese starten zwar auch im Nieselregen, können aber immer mehr Fans vor der Bühne begrüßen. Dennoch sieht man vielen den Samstag ins Gesicht geschrieben. Die Luft ist bei den meisten langsam raus, was die vordersten Reihen jedoch nicht aufhält weiter alles zu geben. Das Set besteht zum Großteil aus ihrem letzten Album “Midnight Ghost”. Zwischendurch kommt noch eine Schulklasse durch den Graben, welcher der Gelände gezeigt wird. Sänger Andy B. Franck bezeichnet diese als den “Heavy Metal Nachwuchs”.

13:50 – 14:35 Uhr
VAN CANTO

Als Van Canto mit den Worten “Hallo Wacken” auf die Bühne kommt, blickt man in einige verdutzt Gesichter. Die fehlenden Instrumente verstärken das bei vielen, die die Band bisher noch nicht kannten. Van Canto ist wohl die einzige A-capella-Heavy-Metal-Band der Welt. Es folgt eine Bunte Mischung aus eigenen und Cover-Songs, die doch fast jeder im Publikum mitgrölen kann. Highlight des Auftritts sind jedoch die letzten drei Songs “To Sing A Metal Song”, “The Mission” und “Fear Of The Dark” bei welchen sich die Band unterstützung auf die Bühne holt, was bei einigen Freudentränen bringt. Kein geringer als der ehemalige Lead Sänger Philip Dennis “Sly” Schunke ist mit von der Partie und bringt den Auftritt so zu einem ganz besonderen Abschluss.

14:45 – 15:45 Uhr
BURY TOMORROW

Wenig später haben wir wieder Gitarren auf der Main-Stage. Bury Tomorrow sind in der Metalcore Szene schon lang kein unbeschriebenes Blatt mehr. Es ist entsprechend kuschelig vor der Bühne, wovon Sänger Daniel Winter-Bates deutlich beeindruckt ist. “We played here two times before but i didn’t expected this shit” sagt er uns. Auch der Regen hält die Fans dabei nicht auf um die Wette zu Crowdsurfen. Besonders nicht, als bei “Man On Fire” danach ausgerufen wird. Beim letzten Song, dem Titeltracks des letzten Albums “Black Flame”, klettert Winter-Bates förmlich über der Publikum und heizt es so noch einmal an. Anschließend bleibt er vor der Bühne und nimmt sich viel Zeit für jeden einzelnen Fan, der ein Foto oder ähnliches mit ihm möchte.

15:55 – 16:55 Uhr
EQUILIBRIUM
Bei Equilibrium ist in letzter Zeit einiges passiert. Zwei neue Gesichter haben sich dazu gesellt und das neue Album steht kurz bevor. Dennoch wird sich heute auf das alte konzentriert. Auf der Bühne ist nur der neuzugang am Bass, Martin „Skar“ Berger Enerstvedt zu erkennen. Skadi Rosehurst, die ab sofort Keyboard spielt, ist nicht dabei. Der stimmung tut dies aber keinen Abriss. Es dauert nicht lange bis der Staub durch die Luft fliegt, auch wenn es kurz vorher noch geregnet hat. Hat hier eventuell die Pyro geholfen? Davon hat die Band nämlich einiges dabei. Der einzige neue Song ist der Titeltrack des kommenden Albums “Renegades”. Auf dem kommenden Album wird Bassist Skar auch eine große Rolle bei der Gesanglichen Unterstützung spielen. Eine Kostprobe gibt uns die Band schon mal als Equilibrium “Johnny B” von The Hooters covert, welcher von Skar fast alleine gesungen wird.

17:05 – 18:20 Uhr
LORDI

An dieser Band für kein Weg vorbei. 2006 sorgen sie für einen der spektakulärsten Auftritten beim Eurovision Song Contest und sind spätestens seit dem nicht mehr aus der Szene weg zu denken. Aber die Maskierte Band um Sänger Mr. Lordi kann deutlich mehr. Das beweisen sie auch heute erneut, wo sie nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen bieten. Dennoch herrscht auch ein trauriger Unterton. Es ist eins der letzten Konzerte mit Bassist Samer “Ox” el Nahhal, der sich nach dem Sommer von der Band trennt. In den Vordergrund gerät dies aber dennoch nicht. Lieber einfach die letzten Momente zusammen lachend verbringen als weinend.

18:35 – 19:50 Uhr
ELUVEITIE

Zum (Regen-)Tanz bitten anschließend Eluveitie. Los geht es mit vorwiegend alten Songs, die die Stimmung des Auftritts direkt richtig setzen. Darauf folgt eine Mischung aus Folk Metal und Melodic Death Metal und alten sowie neuen Songs. Aber egal wann, die Grabenschlampen haben einiges zu tun. Es vergeht kein Moment, wo nicht zumindest eine Person auf Händen getragen wird. Alternativ wird sich im Circle Pit die Beine vertreten, welcher auch trotz des Regens Staub nach oben wirft. Zum Ende gibt es den ewigen Klassiker “Inis Mona”, zu welchem alles nochmal richtig eskaliert.

20:10 – 21:25 Uhr
SUBWAY TO SALLY

Anfang des Jahres erschien der 14. Studioalbum “HEY!” von Subway To Sally. Dies ist heute der Dreh- und Angelpunkt des Auftritts. Mit Perücke und Goldjacke begrüßt uns Frontmann Eric Fish von der Bühne. Man fühlt sich für einen Moment wieder in den 80ern, bevor man von einem der neuesten Songs “Messias” wieder geweckt wird. Es folgt eine bunte Mischung aus alt und neu, die den ein oder anderen “Tanz Auf Dem Vulkan” auslöst. Die Band klingt heute nicht mehr ganz wie früher, was die Songauswahl besonders betont. Auch das viel gewünschte “Julia Und Die Räuber” hat keinen Platz mehr gefunden. Ausgelassen gefeiert wurde der Auftritt dennoch von Anfang bis Ende.

21:45 – 23:15 Uhr
BULLET FOR MY VALENTINE
Bullet For My Valentine ist eine der Bands, die eine ganze Generation und Szene geprägt hat. Auf diesem Erfolg haben sie sich jedoch nie ausgeruht. Inzwischen hat die Band sechs Alben veröffentlicht, das letzte, “Gravity”, im Juni 2018. Um ihren Idolen zu huldigen haben sich viele versammelt, wofür sich Frontmann Matthew Tuck direkt bedankt: “Thank you all for sticking around in this shitty weather”. Durchgehend fallen vereinzelt Tropfen auf das Publikum, ein richtige Regen bleibt jedoch zum Glück aus. Während auf der Bühne durch die Gebundenheit an die Mikrofone nicht viel passiert, bricht im Publikum die volle Party aus. Ist eine bunte Mischung aus Circle Pit, Crowdsurfen und mitsingen, die sich jeweils die Klinke in die Hand geben. Gerade bei “Tears don’t Fall” is das Publikum laut zu hören. Aber nicht nur die Fans haben viel Spaß, auch die Band. So sagt uns Tuck gegen Ende der Show “This is one of the best fucking shows we have ever done, no fucking bullshit”, bevor sie sich mit “Waking The Demon” verabschieden.

23:30 – 00:45 Uhr
DIMMU BORGIR
„It’s the last breeze of the summer. Are you alive?“ mit diesen Worten begrüßt uns Stian Tomt „Shagrath“ Thoresen, während es passend zu regnen anfängt. Der Bereich vor der Bühne kommt dabei auf seine Kapazitätsgrenzen. Der Regen stört in diesem Moment niemanden. Immerhin ist es ganze 16 Jahre her, dass man die Band das letzte mal auf dieser Bühne bestaunen konnte. Der ganze Auftritt wirkt schon etwas episch, so wie die Band gekleidet ist und zum Teil mit Fackeln über die Bühne schleicht. Aber auch hier steht das neuste Werk der Band “Eonian” stark im Fokus. Über die Hälfte der Songs stammen von diesem Album, können einen aber Live sofort überzeugen. Der Sound ist perfekt und treibt so alle dazu nochmal richtig die Sau raus zu lassen und sorgt für viele dadurch für einen perfekten Abschluss des Festivals.

01:00 – 02:00 Uhr
LEPROUS
Wer es doch noch etwas ruhiger mochte, fand sich im Anschluss bei Leprous wieder. Aufgrund technischer Schwierigkeiten kommen diese rund 20 Minuten später auf der Bühne und finden nicht mehr allzu viele Leute vor der Bühne wieder. Es ist auch schwer ein Festival zu beenden. Die Luft ist bei den meisten raus und treibt es eher zu einem letzten Campingplatz runde. Die Band lässt sich davon aber nicht beunruhigen und lassen den Abend für die verbliebenen mit einer aufwendigen Lichtshow langsam ausklingen.

T-STAGE

17:10 – 17:55 UHr
NASTY
Nasty ist nicht nur die Band auf der Bühne, sondern ist auch das, womit sich der Pit am besten beschreiben lässt. Es ist wahrscheinlich der Größte des Festivals und zeitgleich auch der Gemeinste. Hier wird sich absolut nichts geschenkt. Sänger Matthias Tarnath spornt das Publikum dabei immer weiter an und geht auch selber in der Menge baden. Eine Hardcore Show die es in sich hat und auch vor politischen Ansprachen nicht halt macht. Generell redet Tarnath zwischen den Songs recht viel, was aber auch genau zur Band, die mit ihren Texten die gleiche Schiene fährt.

18:35 – 19:35 Uhr
GRAND MAGUS
Anschließend wird es auf der T-Stage etwas ruhiger. Grand Magus sind zwar auch nicht die entspannteste Band, aber nicht so hektisch wie die Metal- und Hardcore Bands zuvor. Vom ersten Song an singen die Fans lautstark mit. Das Wikinger-Trio feuert einen Klassiker nach dem anderen ab und gibt dem Publikum kaum Zeit zum durchatmen. Zwischen den Songs gibt es jedoch immer wieder Ansprachen von Frontmann Janne Christoffersson, die mit trockenem Skandinavischen Humor punkten konnten. Ein Feuerwerk des Heavy Metal, das mit dem letzten Song “Hammer Of The North” seinen Höhepunkt findet.

20:30 – 21:30 Uhr
SOEN
Experimenteller wird es bei Soen. Die Band schafft es Progressiv Metal anspruchsvoll und gleichzeitig catchy zu gestalten. Jeder Refrain geht ins Ohr und die Gitarren Rhythmen bringen einen auf einen anderen Planeten. Anfang des Jahres erschien ihr neustes Album “Lotus”, aus welchem heute vorwiegend gespielt wird. Die Fans lassen sich dabei auch das feiern nicht von etwas Regen vermiesen und schwingen weiter ihr Haar im Takt der Musik.

22:25 – 23:25 Uhr
HÄMATOM
15 Jahre treibt es Hämatom schon durch die Musikwelt. Dies wird nun ausgiebig gefeiert, mit einer großen Party und einem neuen Album. Zum gratulieren sind einige Leute vor die Bühne bekommen. An ihrer Show hat sich in den letzten 1,5 Jahren nicht viel geändert. Der Elektrische Stuhl auf dem Nord bei einem Song sitzt oder auch das Süd, wenn er mit einem Mini-Drumkit Stagediven geht. Alles hat man zwar schon gesehen, es wird aber dennoch nicht langweilig. Die Himmelsrichtungen trotzen einfach vor Energie, die in Windeseile das Publikum ansteckt. Neben den eigenen Songs finden sich auch einige Cover-Songs in der Setlist wieder, die vom Publikum lautstark mitgegrölt werden

Und so geht es vorbei, das Summer Breeze 2019. Für viele wieder das absolute Highlight des Festival Sommers. Das Wetter war zwar etwas durchwachsen, aber nur Sonne oder nur Regen wäre noch schlimmer gewesen. Das Line-up ließ auch dieses Jahr wieder kaum Wünsche offen, sodass jeder auf seine Kosten kam. In der nächsten Ausgabe wird dies garantiert nicht anders. Der Vorverkauf hat bereits begonnen und wer schon weiß, dass er sich das Spektakel auch nächstes Jahr nicht entgehen lassen möchte, sollte sich schon jetzt mit einem Blind-Ticket eindecken. Alle anderen haben noch Zeit, denn aktuell sind noch keine Bands bestätigt, was sich spätestens im Dezember ändern sollte, wenn der Weihnachtskalender jeden Tag eine neue Band enthüllt.

Summer Breeze 2020: Tickets + Infos

Summer Breeze 2020

Summer Breeze Open Air 2017 – So war der Freitag

Ohne Pardon, Gnade oder Rücksicht auf einen alkoholgeschädigten Kopf prügelten Aversions Crown am Freitag beim Summer Breeze Open Air 2017 los. Und das zu einer Uhrzeit, bei denen die meisten erst seit kurzem im Schlafsack gelandet sind. Die Musiker prügelten mit ihrem geschulten Deathcore auch der letzten Schnapsleiche den Kater aus dem Kopf (bis auf die, denen alles egal war). Nach diesem brutalen Weckruf begannen Cellar Darling. Vom Stil her wären sie eher der passendere Opener des Tages gewesen. Die Musiker rund um Sängerin Anna waren eher in einer ruhigeren Klasse unterwegs und überzeugten voll und ganz mit ihrem Folk Metal-Show mit eindrucksvollen Clean-Passagen und perfekt abgestimmten Instrumenten.

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Summer breeze Open Air 2018 Tickets + Infos:

Summer Breeze Open Air 2018 / Summer-Breeze 2018 / SBOA 2018

Auf Wiedersehen heile Welt, es war schön mit dir. Memoriam, die indirekten Nachfolger der legendären Bolt Thrower betraten die Hauptbühne. Und wirklich jeder der dem Old School Death Metal anhängt, musste diese Band sehen. Gefestigt und mit ordentlich Feuer unter dem Hintern legte die Truppe los. Klassischer Death Metal donnerte aus den Boxen und ließ zahllose Haare fliegen – Todesmetal-Herz, was willst du mehr?

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Mit Battle Beast wurde es wieder melodischer. Frauenpower mit zünftigem Heavy Metal stand damit auf dem Programm. Noora Louhimo und ihre finnischen Recken feierten eine ausgiebige Metal-Messe mit zahlreichen Besuchern vor der Main Stage. Kein Wunder! Die Show war ein regelrechtes Feuerwerk aus klassischen Power und Heavy Metal Elementen mit einer guten Prise finnischen Charme.

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Wir bleiben in Finnland, zumindest was die Herkunft angeht. Sonata Arctica spielten auf. Die Finnen überzeugen seit etlichen Jahren mit ihrer Mischung aus symphonischen und klassischen Power Metal. Nicht ohne Grund grölten diverse Fans in Fan-Trikots die Ohrwürmer der Nordeuropäer mit. Man konnte es fast mit Fangesängen im Stadion vergleichen – aber es war auf alle Fälle sehr spektakulär. Die Genauigkeit der Musiker war ebenso eindrucksvoll, wie die enorme Stimmgewalt des Sängers. Eine Leerstunde für Fans des Genre.

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Schluss mit Melodie und Power Metal, jetzt wird es räudig. Betontod legte los. Jeder kennt mindestens ein oder zwei Songs der Kapelle aus Rheinberg. Nicht ohne Grund sind sie regelrechte Ikonen in Sachen Punk, Rock’n’Roll und Metal. Wenn man diese Richtungen all in einen Mixer zimmert kommt diese Band dabei heraus. Die Masse tanzte und bewegte sich. Pit folgte auf Pit, Bier auf Bier und die Stimmung passte wunderbar ins Bild des Tages. Diese Band hatte nicht nur Spaß, sie machte es auch.

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Und nun wieder Frauenpower am Mikro. Die mittlerweile sehr bekannte Band Epica betrat die Hauptbühne. Und mit ihnen zog eine gigantische und apokalyptische Regenfront am Festival vorbei. Völlig unbeeindruckt legten die Niederländer rund um Sängerin und Publikumsliebling Simone Simons los. Stilistisch eindeutig im symphonischen Metal auszumachen, ließen sie keine Wünsche offen, denn hier stimmte alles. Timing, Performance und Stimmung! Besonders die Darbietung der Musiker war wirklich fesselnd!

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Nun war es Zeit für die Big Band des Folk Metal – die Rede konnte nur von Eluveitie sein (vom wem auch sonst?). Die Eidgenossen haben sich mittlerweile, dank ihrer zahllosen Konzerte auf dem Globus, einen unerschütterlichen Ruf erspielt und das auch zu recht. Jahrelange Erfahrung zahlt sich eben doch aus. Besonders, als es im Line-up zu einem großem „Aderlass“ kam. Denn das, was an Epica vorbei zog, kam jetzt auch auf dem Summer Breeze Open Air 2017-Gelände herunter. Trotzdem wurde die Band vom einem ausgefülltem Infield abgefeiert und das trotz anhaltenden Regens (Respekt an den Rollifahrer, der das Crowd Surfing durchgezogen hat)!

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Jetzt blieben Dudelsack und Konsorten mal hinter der Bühne. Eine wahre Größe in Sachen Hardcore gab sich die Ehre und rumpelte richtig los. Hatebreed zerlegten seit 1994 weltweit die Bühnen, leider machte ihnen dieses Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, zumindest kurzeitig. Aus Sicherheitsgründen kam es zu einer Unterbrechung wegen einer amtlichen Unwetterwarnung – gehört dazu im Festivalsommer 2017, passiert, egal. Nach der kurzen Zwangspause gaben die US-Amerikaner aber erst richtig Vollgas! So und nicht anders muss Hardcore auf einem Metalfestival ankommen! Kompromisslos und richtig auf die Zwölf.

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Eine richtige Nummer in Sachen Melodic Death Metal war nun an der Reihe. Fucking Children Of Fucking Bodom gaben allen Gitarristen jetzt mal eine Lehrstunde in Sachen Technik und Spielweise. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. Nachdem der kernsympathische Finne Alexei Lahio sein Lieblingswort (damit ist Fuck gemeint) eindrucksvoll auf das Wetter bezogen hatte, ließ er wieder unfassbar schnell seine Finger über das Griffbrett fliegen. Und ein dezent ausgefülltes Infield feierte die Nordeuropäer ohne Ende, trotz des Dauerregens. Metalfans lassen sich halt von keinem Wetter aus der Ruhe bringen.

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Mit Bengalos auf der Bühne wurde die folgende Band eröffnet. Eine teutonische Größe, eine wahre Thrash Metal Institution gab sich ein Stelldichein. Kreator legten gleich mit „Hordes of Chaos“ los und sofort war klar, dass das Set nur die Kauleiste massieren würde. Technisch einwandfrei und gesanglich ein richtiges Brett wurde den zahllosen Besucher vor der Hauptbühne präsentiert. Mille und seine Mannen zelebrierten von Anfang bis Ende eine regelrechte Thrash Metal Messe aus Hass. Allerdings musste man auch nichts anderes erwarten bei einer der größten Thrash Bands der Bundesrepublik.

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Nach dieser geballten Zerstörungswut war es wieder Zeit für melodischere Töne. In Sachen finnischer Melodic Death Metal ist besonders eine Band im Kopf – Wintersun. Jarii und seine Mitstreiter präsentierten sich zur späten Stunde in Höchstform und lieferten eine bombastische Live Show ab. Obwohl den eingefleischten Fans doch auffiel, dass Jarii Ausschließlich den Gesang übernahm und den Posten als Lead Gitarrist räumte. Zumindest stimmten bei den teils höchst anspruchsvollen Riffs und die ganze Sache wirkte Rund. Vor allem bekennende Fans freuten sich darüber Tracks er aktuellen Scheibe „The Forest Season“ live zu erleben. Aber allgemein war der Gig der Finnen ein reiner Genuss.

Der Headliner auf der Mainstage kam ebenfalls aus dem Norden Europas. Das progressive Metal Kommando Amorphis aus Helsinki bat zum Haare schütteln. In einer Best-Of-Show demontierten die Finnen in bester Manier alles, was nicht sturmerprobt war. Mit eingegipstem Arm zeigte sich Sänger Tomi Joutsen in bester Spiellaune und seine Mitmusiker waren nicht minder gut aufgestellt in Sachen Spielfreude und Konstitution. Perfekte Soli und Übergänge flossen reibungslos ineinander über. „Silver Bride“ oder auch „The Smoke“ wurden von den zahllosen Fans und Besuchern vor der Bühne mächtig gefeiert. Bei dem Maß an Perfektion aber auch mehr als verdient. Was eine gewaltige Show!

Text: Jan. N. Ernst
Bilder: Cynthia und Andreas Theisinger

Rockharz Open Air 2017 – So war der Samstag

Eine warme und angenehme Sonne weckte die Besucher des Rockharzes am letzten Festivaltag. Man kroch (mehr oder weniger) lebendig aus dem Zelt, es kamen Urlaubsgefühle hoch und es wirkte wie eine entspannte Campingatmosphäre.

Diese fand allerdings ad hoc ein je es Ende. Dawn Of Disease zertrümmerten ohne Vorwarnung die Stille und zwar wie! Härtester Todes Metal und das als Opener. Mit der ersten Sekunde war es vorbei mit der trauten Gemütlichkeit und die Schädel rotierten von Beginn an – nett ist anders, aber es war geil!

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Rockharz open air 2018 Tickets + Infos:

Rockharz Open Air 2018 / Rockharz 2018 / RHZ 2018deserted fear

Das Gaspedal blieb durchgetreten – DIE Newcomer aus der Death Metal Sparte aus Deutschland folgten ihren Kollegen. Die Rede kann nur von Deserted Fear sein – von wem auch sonst! Innovativer Old School Death Metal paarte sich mit modernen Elementen. So und nicht anders läutet man den letzten Tag ein eines Festivals ein.

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dew-scented

Man blieb nicht minder aggressiv, denn die Mannen rund um Dew-Scented präsentierten feinsten Thrash Metal mit einer ganz gehörigen Ladung Destruktivität. Zumindest für die Fans der härteren Gangart war das ein Stelldichein, wie es im Buche steht. Besonders Letztere rissen nochmals ordentlich die Regler hoch kannten weder Freund noch Feind.

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Es folgte ein Stilbruch, der erst für Verwirrung und dann für Begeisterung sorgte. Nach der gehörigen Ladung Zerstörungswut folgte mit Tank eine Kapelle, die besonders die Old School Heavy Metal Fans auf das Äußerte begeisterte. NWoBHM wie er im Buche steht! Dementsprechend nahm auch die Zahl der Kuttenträger innerhalb des Publikums drastisch zu. Danach kam etwas ganz spezielles. The Vintage Caravan aus Island demonstrierte, dass weder Blues noch Rock’n’Roll keine Abnehmer im Metal findet. Der Platz vor der Bühne war absolut ausgefüllt und selbst neben dem FOH standen die Leute um die, vergleichsweise jungen, Isländer zu feiern. Und trotz des jungen Alters muss an der Stelle gesagt werden, dass sie es einfach drauf haben!

Serum 114

Die Männer von Serum 114 schlugen mit ihrem Punkrock in eine ähnliche Bierlaune und passten wirklich sehr gut in das Line Up des Tages. Mit eingängigen Melodien und Refrains verpassten die Süd Hessen dem Event eine Art Stadionflair, der aber wirklich super ankam. Hoch motiviert zerlegten die Frankfurter die Bühne und brachten die Stimmung zum kochen.

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asphyx

Ladet eure Mörser, stecht mit dem Schlachtschiff in See und schwingt den Hammer des Todes! Asphyx rollte auf die Bühne und entfachte einen vollkommenden Krieg! Todesgewaltig wie gewohnt erschütterte das Panzerkommando aus den Niederlanden das Rockharz Openair und es war wieder Zeit für Metal. Spielfreudig, wie eh und je, und in bester Laune zertrümmerte man mit Hits wie „Death – The Brutal Way“ Köpfe und zermalmte Knochen.

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Wacken Open Air 2016 – Tag 2: Epischer Aufruf zum Crowdsurfen

Der Wacken-Freitag begann mit kräftigen Regenschauern die Erinnerungen ans Vorjahr weckten. Die Wolken zogen jedoch gegen Mittag von dannen, so dass Nachmittags wieder die Sonne schien und man trocken über das Gelände kam – außer an den Füßen.

Während der Donnerstag noch von den 80er-Jahre-Bands dominiert wurde, standen heute auf den großen Bühnen Bands wie Beyond the Black, Equilibrium, Eluveitie, Tarja Turunen (mit Gastauftritt von Arch Enemy-Sängerin Alyssa) und Blind Guardian. Sie setzten einen epischen Gegenakzent zum Gute-Laune-Rock’n’Roll des Vortags und dem „klassichen“ Heavy Metal von Iron Maiden.

Ergänzt wurde das Line Up durch schnelle Rhythmen und kräftige Stimmen von Bands wie The Haunted und Bullet For My Valentine. Wer am Vortag angereist war um den 80er-Jahre-Rock zu hören, war heute Fehl am Platz und musste sich einen weiteren Tag gedulden.

Die Anzahl der Besucher wurde weniger, die von der Security wegen Taschen, Patronengurten und Waffen-Nachbildungen zum Campingplatz zurückgeschickt wurden, aber nach wie vor kam es zu zahlreichen Diskussionen an den Einlasspunkten.

An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an die netten Kollegen in den blauen Hemden, die von früh bis spät im Einsatz waren, um das Event abzusichern. Einer von ihnen beschwerte sich direkt beim Sänger von Equilibrium, dass er schon jahrelang auf Konzerten im Graben arbeitete, aber bisher nur einen einzigen Crowdsurfer aus der Menge geholt hatte. Equilibrium rief daraufhin aktiv zum Crowdsurfen auf und am Ende des Konzerts hatte das Team vor der Bühne über 50 Leute herausgezogen.

Auch auf den anderen Konzerten im Infield wurde intensiv gesurft, was dafür sorgte dass man immer mal wieder von hinten angestoßen wurde, um die Schulter oder die matschigen Gummistiefel eines Surfers entgegenzunehmen und nach vorne durchzureichen. Das macht man beim ersten mal noch gerne, nach einer Weile auch gern wieder, aber wenn einer nach dem anderen von hinten kommt, hat man vorne kaum noch die Möglichkeit, das Konzert zu genießen. Und hat ziemlich viel Matsch an den Fingern und auf dem Kopf abbekommen.

Daher mein Appel an Crowdsurfer: Kommt gerne, aber bitte nicht alle auf einmal von dem selben Ausgangspunkt. Verteilt euch nach links und rechts, damit nicht immer die selben euch nach vorne weiterreichen müssen. Gebt den Besuchern vorne auch mal eine Verschnaufpause. Auch wenn die Security vorm Konzert mit einem Megafon zum Surfen aufruft.

Hier gehts zum Bericht: „Wacken Open Air 2016 – Tag 1
Hier gehts zum Bericht: „Wacken Open Air 2016 – Tag 3

THE HAUNTED

Die schwedische Trash-Metal Band The Haunted eröffnete das Infield mit Hits von ihrem neuen Album „Exit Wounds“. Sänger Marco Aro (der zweite und vierte Sänger, der mittlerweile zweimal der Nachfolger von Gründungsmitglied Peter Dolving ist) heizte der noch ein wenig regennassen und nicht ganz ausgeschlafenen Masse mit seinem Gesang ein und trieb sie zum Hüpf- und Headbang-Frühsport.

Bildergalerie: So war THE HAUTED live

BEYOND THE BLACK

Bereits 2014 traten Beyond The Black beim Wacken Open Air auf – damals ihr allererster Live-Auftritt. Seitdem hat die Band zahlreiche weitere Auftritte absolviert, war mit Metal-Legende Saxon auf Tour und hat mit dem Album „Songs of Love and Death“ einen Metal Hammer Award für das beste Debüt-Album gewonnen. Sängerin Jennifer Haben war auch 2015 bei „Rock mit Classics“ dabei, so dass dies ihr dritter W:O:A-Auftritt in Folge war. Die restliche Besetzung vom W:O:A 2014 wurde jedoch ausgetauscht, so dass Beyond The Black mit einer komplett neuen Besetzung das neueste Album „Lost in Forever“ präsentierten. 

Bildergalerie: So war BEYOND THE BLACK live

EQUILIBRIUM

Die von der Band selbst als „Epic Metal“ bezeichnete Stilrichtung zeichnet sich durch die gelungene Mischung aus melodischer Instrumentalmusik und der grollenden Stimme von Frontmann Robert Dahn aus. Große Überraschung war der neuen Song „Born To Be Epic“ der beim Wacken Open Air 2016 seine Premiere feierte.

Bildergalerie: So war EQUILIBRIUM live

BULLET FOR MY VALENTINE

Diese walisische Band hat schon auf jedem Festival und in jedem Ort gespielt und bedarf wahrscheinlich keiner Vorstellung. Mit ihrem letztem Album „Venom“ kehrte Bullet For My Valentine wieder zu den Wurzeln zurück und hat sich vom Hardrock wieder in Richtung Heavy Metal orientiert. Dabei bleibt die Band ihrer Kombination von tiefen Gitarrenriffs des Gitarristen Michael Paget mit dem klaren, melodischen Gesang von Frontmann Matthew Tuck (beides Gründungsmitglieder) seit 18 Jahren treu. Wie sagt man so schön: Never Change A Running System. Und BFMV läuft!

Bildergalerie: So war BFMV live

ELUVETIE

 „E … was?“ „El veiti“ „Elu …“ – „E-L-U-V-E-I-T-I-E …“ ah, ok, ich hab’s. So oder so ähnlich hört es sich an, wenn man sich als Redakteur oder Fotograf für die Band anmelden möchte und sie noch nicht kannte. Die Schweizer Band aus Winthertur füllt das Infield mit ihrer Mischung aus keltischer Folklore und harten Metal-Klängen und selten passen E-Bass und E-Gitarre so gut zu Musikinstrumenten wie  Drehleier, Geige und Flöte wie den Songs „The Siege“ oder „Neverfold“. Für „The Call Of The Mountains“ und „A Rose For Epona“ holte die Band noch Sängerin Liv Kristine auf die Bühne.

Bildergalerie: So war ELUVEITIE live

BLIND GUARDIAN

 „Guar-di-an! Guar-di-an!“ rief die Masse bereits seit einer Viertelstunde, bevor der Vorhang viel, das Licht gedimmt wurde und die ersten Klänge von „The Nith Wave“ ertönten. Nach und nach, auf einer dunklen, nur von einigen runtergedimmten Strahlern beleuchteten Bühne, tauchten die Silhouetten der Band-Mitglieder auf.

Bild Guardian, dass ist kein lautes Gekreische, kein pompöses Feuerwerk, keine blendende Lichtshow und kein langes blah blah mit dem Publikum. Die vor über 30 Jahren von Frontmann Hansi Kürsch gegründete Metal-Band, ist ein Urgestein der deutschen und auch internationalen Metal-Szene. 

Bei einem Blind Guardian-Konzert weiß man immer was einen erwartet und wird nie enttäuscht. Harter Metal und sanfte Melodien, eine hypnotische Bühnenshow und epische Gesänge mit Fantasy-Themen. Natürlich wurde „Lord of the Rings“ gespielt, natürlich Sang das ganze Publikum bei „The Bard’s Song“ mit und natürlich hörte niemand auf „Valhalla“ zu singen, auch wenn die Bühnenzeit von Guardian abgelaufen war und die Jungs sich verabschieden mussten. Und natürlich war es schade, dass es nach zwei Stunden schon vorbei war.

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Ragnarök Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Samstag

Stadthalle Lichtenfels. Der Zweite Tag begann genauso, wie schon der Freitag – Sonne satt. Bei frühlingshaften Temperaturen trockneten auch nach und nach die seeartigen Pfützen auf dem Campingplatz und auch die Lederjacken wurden im Auto und im Camp gelassen. Um 12.oo Uhr war es dann aber auch mit der Ruhe vorbei, denn Rabenwolf eröffnete den letzten Festivaltag. Mit einer Mischung aus traditionellen Instrumenten und Melodien, kombiniert mit treibenden Pagan-Rhythmen, prügelten die sieben Musiker den restlichen Alkohol aus den Köpfen der Festivalbesucher und machte Platz für neues Bier – spätestens nach dem Konzert waren wieder alle wach.

Hier geht’s zum Bericht „Ragnarök Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Freitag“

Wind Rose aus Italien stimmte einen anderen Ton an. Power Metal mit Bums, der für einige Besucher dann doch etwas zu speziell war, wurde präsentiert. Trotz des etwas speziellen Genere wurde ihr Set von den Power Metal Fans zünftig gefeiert und auch ihre neuen Songs wie „The Wolves Call“ und „Fallen Timbers“ wurden von ihren Fans begeistert gefeiert.

Mit der dritten Band des Tages wurde es dann erneut pechschwarz. Aeba aus Schleswig Holstein gaben sich die Ehre. Die Show war soweit interessant, da sich die Band 2013 zunächst aufgelöst hatte und nun 2016 sich wieder vereinigte. Nun spielten die Kieler also zum zweiten Mal nach ihrer Reunion live und zu diesem Anlass fanden sich nicht wenige Anhänger des Black Metal vor der Bühne ein, um diese Besonderheit zu feiern. 40 Minuten dauerte das Inferno aus Hass und Finsternis und mit viel Applaus verließen die Nord-Deutschen die Bühne.

Nach der Phase der Dunkelheit wurde es nun wieder heiter und nordischer. Mit den Schweden Grimner erklangen Flötenmelodien, gepaart mit knackigen Viking Metal Gitarren. Eine Mischung aus Týr, Fintroll und Korpiklaani war nun zu hören und die Halle erklang wieder unter den lauten Rufen der Pagan Anhänger. Eine halbe Stunde lang verwöhnten die Schweden ihre Anhänger mit Viking Metal.

Am Nachmittag betrat mit Ereb Altor die erste bekanntere Band die Bühne. Die vier Schweden präsentierten mit ihrer Mischung aus Doom, Viking und Black Metal eine Kreation, die stark an Bathory und Falkenbach erinnerte. Besonders Bathory ist hier zu betonen, da sie ihnen zu ehren den Song „Twilight oft the gods“ coverten. Mit Begeisterung wurde diese Hommage an die legendäre schwedische Band gefeiert, aber auch ihre eignen Songs wie beispielsweise „Niefelheim“ kamen bei ihren Fans und den übrigen Besuchern gut an.

Nun kam eine echte Größe des deutschen Black/Pagan Metal auf die Bühne. Die Todesdivision Minas Morgul war an der Reihe. Seit fast zwanzig Jahren existiert nun die Band und dass sie sich einen Namen gemacht haben, zeigte sich (auch) eindrucksvoll an den zahlreichen „Division 1313“ Backpatches im Publikum. Routiniert wurden Songs wie „Minas Morgul“ oder „Todesschwadron Ost“ vom Publikum mit gesungen. Obwohl Minas Morgul auch nicht zum ersten Mal auf dem Ragnarök auftrat, sind sie immer noch ein gern gesehener Gast.

Saille (dt. Weide) aus Belgien zündeten ebenfalls eine Black Metal Bombe. Mit ihren kombinierten Opener „Emerald“ und „Walpurgis“ ließen die Belgier nichts anbrennen und gaben mit dem ersten Ton sofort Vollgas. Mit eingespielter Einfachheit zockten die sechs Männer ihren tempogeladenen symphonischen Schwarzmetall durch. Fans von den frühen Dimmu Borgir Platten kamen voll und ganz auf ihre Kosten. Dem Abschluss des Sets machte ihre Hymne „Eater of Worlds“ der noch einmal zünftig vom Publikum gefiert wurde.

SAILLE

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Nach der geladenen Black Metal Walze war es nun wieder Zeit für die Methorntrinker. Wolfchant bauten sich auf. Auch diese Band spielte nicht zum ersten Mal auf den Ragnarök. Die sieben Musiker aus dem tiefsten Süd-Ost-Bayern präsentierten ein Set vollgepackt mit Klassikern und luden regelrecht zum mit grölen und trinken ein. Von „Eremit“ bis „Pagan Storm“ und „Never Too Drunk“ war alle dabei, was da Paganherz begehrte. Und mit ihrem Gig zeigten die Bayern, wie man das Publikum zum Mitmachen animiert. Eine durchweg gelungene Show.

WOLFCHANT

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Nach der geballten Ladung an Pagan Metal wurde en nun „speziell“, aber nicht im negativen Sinne. The Vision Bleak brachten einen düsteren Gothic Metal zu Tage, der wirklich aus dem bestehenden Spektrum des Line Up‘s heraus fiel. Aber wie schon gesagt: Diese „kulturelle Exkursion“ war alles andere als negativ. Das bayrische Duett wusste zu gefallen und es fanden sich auch zahlreiche Besucher vor der Bühne ein, als sie mit dem Intro „Spirits Of The Dead“ anfingen. Ihr durchaus durchdachtes Set hob sich ihre beiden absoluten Hymnen (natürlich) bis zum Schluss auf. „Kutulu!“ und „By Our Brotherhood With Seth“ kamen ganz zum Schluss dran und wurden von den zahlreichen Begeisterten textsicher mitgesungen. Hut ab vor den diesjährigen Exoten des Ragnaröks.

THE VISON BLAEK

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Es war jetzt aber wieder Zeit für ein gewohntes Genre. Skyforger aus Lettland waren an der Reihe. Auch die Letten sind keine Unbekannten auf dem Ragnarök, allerdings sind auch diese Männer sehr gern gesehene Gäste. Ihr Set – dieses Mal komplett aus Liedern in ihrer Muttersprache bestehend – hatte mächtig Feuer und schon mit dem ersten Song „Melnās Buras“ von ihrer aktuellen Scheibe „Senprūsija“ wurde ein temporeiches Feuerwerk abgebrannt. Einen echten Klassiker präsentierten die Letten mit dem Titelsong ihres gleichnamigen Albums aus dem Jahr 1998 „Kauja pie Saules“. Kurz: Das Set war gespickt mit neuen und alten Material und kam absolut fantastisch beim Publikum an.

SKYFORGER

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Nach der lettischen Lehrstunde präsentierten sich Nocte Obducta. Seit nun mehr 21 Jahren existiert die Kapelle aus dem Rheinland und warum sie sich über die Jahre halten konnten zeigte die gut gefüllte Halle. Der Rückhalt aus dem Publikum war da und eine nicht gerade kleine Anzahl an treuen Fans drängte sich in den ersten Reihen. Ein Ausflug in die Vergangenheit erlebten die Besucher des Konzertes mit Liedern wie „Der Durst In Meinen Augen“ oder „Prinzessin Der Nachtschatten“, aber auch neues Material wie „Waldrand“ wurde präsentiert, der von ihrem neusten Werk „Mogontiacum – Nachdem die Nacht herabgesunken“ stammt.

NOCTE OBDUCTA

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Månegarm. Eine Band, die wirklich zu den großen der etablierten Metalszene Europas zählt, gab sich nun die Ehre. Ganz im Zeichen des aktuellen Albums, welches auch den Bandnamen trägt, war das Set der Schweden aufgebaut. Anhand der vergangenen Alben der Schweden lässt sich eine gewisse Entwicklung hin zum melodischen Viking Metal, weg vom rauen schwarzmetallastigen Metal, nicht abstreiten. Es wäre allerdings alles andere als gerechtfertigt den Männern aus Nord-Europa zu unterstellen, sie würden „Pop Metal machen“, da sie ihrer Linie dennoch treu bleiben. Auch wenn man vergebens auf „Sons Of War“ wartete, kamen genug gleichwertige Songs wie „Oden owns ye all“ zum Einsatz. Wie immer ein episches Konzert!

MANEGARM

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Headliner des letzten Tages war keine geringe Band als Eluveitie. Die Eidgenossen – eine der erprobtesten Tourbands unserer Zeit – sind eine Band von Welt und sie spielten auch schon vor mehreren tausend Fans, beispielsweise auf dem Wacken Openair oder auf dem Rockharz. Umso so schöner ist es, dass auch Bands dieser Größe auf vergleichsweise kleineren Festivals spielen. Mit einem Set der Kategorie „Full Metal“ zeigten die Schweizer, dass traditionelle Instrumente durchaus mit harten Metalgitarren harmonieren können. Exemplarisch dafür war die Metal Version von „Omnos“. Honoriert wurden die Schweizer mit einer bis zum Anschlag gefüllten Konzerthalle. Selbst die Tribüne war bis auf den letzten Platz gefüllt. Beendet wurde ihr Konzert (natürlich) mit ihrem Ever-Green „Inis Mona“. Ein würdiger Headliner für den letzten Festivaltag – ohne Frage.

ELUVEITIE

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Nach der Folk Metal Show wurde es wieder brutaler. Thyrfing zückten das Blutschwert. Ein (fast)komplett schwedisches Set wurde von den Männern aus Nord-Europa durchgezogen. Allerdings merkte man, dass einige Besucher bereits ihr meistes Pulver verschossen hatten. Dennoch waren immer noch nicht wenige Zuschauer vor der Bühne und gaben ihr Bestes. Thyrfing brachten in ihrer jahrelangen Banderfahrung sehr gekonnt ihre Show über die Bühne. Ein besonderes Erwachen gab es im Publikum, als die Schweden „Storms of Asgaard“ zum Besten gaben. Eine wirklich imponierende Show, auch wenn der Slot vielleicht etwas ungünstig gewählt war.

THYRFING

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Den aller letzten Slot für das Ragnarök bekamen die Männer Rund um die Band Eis. Der Name war Programm – es wurde menschenfeindlich kalt. Gleich zu Beginn präsentierten die Männer aus dem Nord-Westen der Republik den Opener ihres aktuellen Albums „Ein letztes Menetekel“, obwohl einige Fans das ein oder andere Gesicht vermissten. Sowohl Schlagzeuger, als auch der zweite Gitarrist wurden jeweils von Gernotshagen gestellt (weitere Infos findet ihr auf der Hompage der Band). Eine gewaltige Atmosphäre baute sich sofort auf, die bis zum Schluss anhalten sollte. Seit 11 Jahren existiert die Schwarzmetall Truppe und kann bereits auf 5 Alben zurückblicken, die allesamt von der Qualität als sehr gut bezeichnet werden können und sie steigt von Album zu Album. Und so war der Folge Song „Erben aller Einsamkeit“ der Opener ihres ersten Werkes „Kainsmal“. Live war da kein Unterschied aus zu machen – einfach nur gewaltig. Den Abschluss des Sets und somit auch den Abschluss des Ragnarök Openairs 2016 machte der Song „Mann aus Stein“ einer der bekanntesten Songs der NRWler.

EIS

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Und so endete ein durchaus gut gelungenes Festival und nicht wenige läuteten damit ihre persönliche Festivalsaison ein. Alles in allem ein Auftakt nach Maß und man sieht sich garantiert nächstes Jahr wieder wenn es in Lichtenfels wieder Zeit für die Götterdämmerung ist.

Notiz am Rande:
Was absolut positiv auffiel war die enorme Aufwertung des Sounds am Freitag. Die Jahre zuvor konnte man diesen bei vielen Bands als regelrecht unterirdisch bezeichnen – Lob an die Veranstalter, dass sie sich die Kritik zu Herzen genommen haben. Leider nahm die Qualität am Samstag wiederum ab. Warum, wäre eine interessante Frage an die Veranstalter – trotzdem war er besser, als die Jahre zuvor. Für alle Fußballinteressierten eine nützliche Info: Am Samstagnachmittag spielte der 1. FC Lichtenfels gegen den 1. FC Oberhaid. Wer Lust auf Fußball und kühles Flaschenbier hat, der sollte nächstes Jahr mal einen Blick ins Stadion riskieren. Der Einlass ist kostenlos und Stimmung absolut genial, da eine Handvoll Festivalbesucher sich spontan zu glühenden Lichtenfels Fans entwickelten und mit Gesängen wie in der Bundesliga die Roten anfeuerte.

Danke an:
Hannes Fuchs (Fotos) und Jan N. Ernst (Text)