DJ BoBo in Hannover 2026: Die 90er tanzen wieder im Rampenlicht
Ein buntes Publikum strömte am 4. Juni 2026 in die ZAG Arena für ein Konzert, das einem Schauspiel glich. DJ Bobo ging auf „THE GREAT ADVENTURE“-Tour und nahm uns mit auf diese Reise. Das erste, was uns erwartete, war ein wunderschöner grüner Dschungel. Der Wasserfall im Hintergrund hatte fast etwas Meditatives. Aus dieser Meditation riss uns dann eine Ansprache von DJ BOBO himself, mit dem Hinweis, dass gefilmt wird und der Bitte: „Wer nicht gefilmt werden will, versteckt sich bitte unter dem Stuhl“. Zur Einstimmung konnte das Publikum sich in der Dance-/Kiss-/Sing-Cam selbst begutachten und machte den Spaß begeistert mit.
Während DJ BOBO auf den Screens auf einem verstaubten Dachboden in einer Videosequenz eine alte Truhe fand, die das Abenteuer eröffnen sollte, füllte sich die noch dunkle Bühne mit Menschen und mit einem furiosen Start, der eines Musicals würdig gewesen wäre, begann die „The Great Adventure“ Tour mit dem gleichnamigen Song.
Von den warmen Gefilden aus „El Dorado“ ging es dann direkt in eine Schneelandschaft und es folgte nicht nur musikalisch eine Reise „Around the World“. Aber nicht nur verschiedene Orte auf unserer Erde sollten wir kennenlernen, sondern auch die Menschen um uns herum, wie es auf DJ BoBo Konzerten Sitte ist.
Neben der Reise um die Welt, gab es auch eine durch die Zeit. Wir erhielten einen Blick ins Jugendzimmer und zu den Anfängen seines Projektes, als der Starschnitt von Kim Wilde sein ganzer Stolz war. Dank tatkräftiger Fan-Hilfe konnte er diesen zu Anfang dieser Tour noch einmal in Gänze nachbasteln und in Nostalgie schwelgen. Genau so wie wir bei den Klängen von „I believe“, erstmals mit Kims Stimme, wenn auch nur vom Band.
Diese Show nahm das Publikum in jedem Song aufs Neue mit und bot viele Möglichkeiten zum Mitfeiern und Staunen. Seien es die Artisten an den Ringen bei „Queens and Kings“, eine menschliche Diskokugel während „Without You“ oder fliegende Skelett Geister bei „Shadows of the Night“.
Nach Düsternis und Macht kam Licht – viel Licht. Der Song „Pray“ versammelte DJ BOBO samt seiner Zweitstimmen in einem Quartett auf dem Steg der Bühne und mit jedem lautem „Pray“ umringten sie Flammen und Feuerfontänen. Darauf folgte Licht in den Rängen, bei der schönsten Laola-Welle aus Handylichtern, die ein ums andere Mal durch das Publikum ging in verschiedenen Tempos, kommentiert mit „Ich liebe es, wie ihr in Zeitlupe schreit!“.
In der Kulisse von Miami erhielt die Tanzcrew ihr Solo, bei dem jede Person einzeln vorgestellt wurde. Es folgten geliebte Klassiker wie „It’s my Life“ und „Chihuahua“, bevor der Abend mit „There is a Party“ und „Freedom“ in Südamerika endete – im von einem riesigen Adler überwachten Konfettiregen.
Als schließlich das Hallenlicht wieder angeging und der letzte Glitzerstaub zu Boden sank, war klar: Unter den Stühlen hatte sich an diesem Abend garantiert niemand versteckt. Es war die perfekte Symbiose aus musikalischer Nostalgie, atemberaubender Kulisse und purer Lebensfreude, die die ZAG Arena zum Beben brachte. DJ BoBo mag seine Karriere einst auf einem verstaubten Dachboden begonnen haben, doch auf der Bühne ist er auch nach über drei Jahrzehnten ein absoluter Ausnahmekünstler, der sein Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Hannover feierte ein bildgewaltiges Pop-Märchen, das die Menschen glücklich, geflasht und garantiert tanzwütig in die Nacht entließ. Ein großartiges Abenteuer, das noch lange nachklingen wird.
Text: Lisa Klaus