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Rockharz Open Air 2019: Freitag und Samstag

Bereits zwei Tage mit bester Laune, allerbesten Metalklängen und -Bands aber vor allem guten Freunden waren am Festivalfreitag vom Rockharz 2019 nun vorüber. Aber das hieß, es lagen auch noch zwei weitere, hervorragende in Aussicht.

Rockharz Open Air 2019: Freitag

Zum Auftakt des Tages gaben sich Elvellon die Ehre. Stimmgewaltig brachte Frontfrau Nele Messerschmidt die müden Geister wieder zum Kochen und von null auf hundert. Vor der Bühne sammelte sich nach und nach das Feiervolk um wieder Gas zu geben. Es dauerte nicht lange und schon hörte man einen Chor aus Stimmen. Die Symphonic Metaller aus Deutschland sorgten für einen gelungenen Start in den Tag. Ziegenmasken und ein druckvolles Grölen weckte noch die restlichen Schlafmützen. Mit vollem Sound voraus fingen Milking The Goatmachine mit einer Überdosis aus Grindcore gemischt mit Death-Metal los. Besonders die Zwischenspiele sorgten für ausgelassene Heiterkeit! Nailed To Obscurity waren in den letzten Jahren in Sachen Bekanntheit mächtig gewachsen. Die Truppe aus dem Friesland sorgte mit ihrem Doom Detah Metal zwar für eine kurzweilige Beruhigung, zumindest in Sachen Tempo, gefeiert wurde die Kapelle trotzdem. Auch ohne Blödeleien kann eine Band überzeugen.

Mit imposanten Kostümen betraten Warkings die Bühnen. Ein Spartiat, ein Templer und zwei Ringgeister – nicht nur optisch war es mal was Neues. Die Show überzeugte die Partygäste und machte Lust auf mehr. Der True Power Heavy Metal wurde aufs Feinste dargeboten und sorgte für beste Stimmung.

Elvenking. Was erwartete man? Herr der Ringe auf Testosteron? Welches Produkt würde präsentiert werden? Energiegeladener Hard Rock mit diversen Einschlägen aus True und Heavy Metal. Die Italiener aus Sacile, die es bereits seit 1997 gibt, spielten sauber und ohne Fehl ihr Set durch.

Und es folgte Whiskey. Viel davon. Aber bei dem Namen konnte man auch nichts anderes erwarten. Mr. Irish Bastard, mit acht Musikern auf der Bühne vertreten, stimmte mit Folk und klassisch-irischen Tonfolgen ein gewaltiges Trinkgelage an. Mit Tanz und guter Laune wurde das Publikum angeheizt und zum Crowdsurfen animiert. Kein Fuß blieb hier auf dem Boden. Flexibilität ist alles. Egal, in welchen Lebensbereichen. Und so kam es, dass Omnium Gatherum etwas früher spielen mussten. Auf Grund von logistischen Problemen mussten die Finnen mit The Night Flight Orchester ihren Slot tauschen. Zum Glücke sorgte Mutz, der Stage Manager vom Rockharz, mit seiner Ansage für Entwirrung.

Und was nun? The Night Flight Orchester. In Rosa gekleidete Background-Sängerinnen und ein Aufgebot an Musikern, die tatsächlich in ähnlicher Besetzung (mehr oder weniger) später nochmal spielen werden. Aber tatsächlich war der Schwank der 70er Jahre, also das was musikalisch produziert wurde, eine geniale Abwechslung und eine Hommage an die Gründerväter der gestählten Musik.

Publikums-Animation auf dem Höhepunkt erlebte man bei Kissin‘ Dynamite. Mit klaren und stimmigen Riffs kreierten die Hard Rocker einen energetischen Sound. 2018 wurde die Truppe als „Beste Deutsche Band“ ausgezeichnet und erfuhr auch einen gewaltigen Hype von etablierten Kräften. Ihr Gassenhauer „You’re Not Alone“ wurde neben anderen Songs textsicher von tausenden Fans rezitiert – also im Suffkopp mit gedonnert.

Einen gewaltigen Einschlag in Sachen Hardcore tätigten Caliban, weg vom klassischen Rock’n’Roll wurde nun der Fokus auf reine Aggression gelegt. Hasserfüllte Beatdowns wechselten sich mit ohrgängigen Gitarrenparts ab. Die Essener ließen die Bühne beben und überrollten regelrechtes das Infield mit ihrer Brutalität.

Soilwork zählten zu den Mitbegründern einer ganz eigenen Sparte. Und jetzt legten die Süd-Schweden richtig los. Obwohl ein Teil der Band bei The Night Flight Orchester auf der Bühne stand, war es musikalisch eine vollkommen andere Richtung. Wenn es Bands gibt die Melodic Death Metal als Gütesigel tragen dürfen, zählten die partygeilen Schweden dazu. Diesmal komplett ohne Rückenprobleme sorgte Sänger Björn Strid für eine mehr als nur gelungene Animation des Publikums.

Aus Großbritannien kam nicht nur die Eiserne Jungfrau und klassischer Heavy Metal. Die Londoner von Dragonforce könnte man für musikalische Perfektion nennen. Riffs, die selbst etablierte Musiker als schwer bezeichnen, wurden von Hermann Li und Co. vollkommen mühelos abgespielt. Spaß in der Band und Harmonie waren deutlich zu erkennen und sorgten für noch größere Begeisterung im Publikum. Eben alles, was man von Power und Heavy Metal erwartet, wurde hier kanalisiert wieder gegeben.

Peter Tägtgren ist nicht nur einer der besten Metal-Produzenten in Europa, er ist begnadeter Sänger und Gitarrist. Selbstverständlich musste man Hypocrisy nicht groß vorstellen – die schwedische Formation erlangte weltweit Bekanntheit und ihre Auftritte waren legendär. Tatsächlich war es mittlerweile ein regelrechtes Privileg die Truppe live zu erleben, da ihre Konzerte von einer gewissen Seltenheit zeugten. Nicht nur deswegen waren die Massen mehr als begeistert an diesem Abend.

Saltatio Mortis. Was soll man zu dieser Ausnahme Band groß sagen? Das Publikum wurde wie immer mitgerissen und feierte die deutsche Mittelalter Rockband ohne Wenn und Aber. Tatsächlich waren die sympathischen Musiker der heimliche Headliner. Bis weit hinter dem FOH standen die Menschen und gingen auf die Animationen des quirligen Zerberus am Mikrophon ein. Und so flogen nicht nur Haare, sondern auch T-Shirts. Egal ob Männlein oder Weiblein – es wurde blank gezogen und nur noch gefeiert. Alea ritt sogar auf den Schultern eines Fans durch die Menge! Sie brachten uns Feuer und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der folgende Auftritt. Die Schwarzmetall-Fürsten von Dimmu Borgir spielten und lieferten ab! Aber tatsächlich nichts anderes hat man von einer solchen Legende zu erwarten. Seit den 90er Jahren sind die Mannen um Shargat einer der angesagtesten Acts der Black Metal-Kultur. Das Set war gespickt mit Klassikern wie „Kings Of The Cornwall Creation“ oder auch „Puritanier“ wurde den tausenden Zuschauern präsentiert, aber auch einer ihrer Kulthits „Mourning Palace“ durfte nicht fehlen. Alles in Allem hat hier nichts gefehlt. Einen würdigeren Headliner konnte es nicht geben.

Man erlebte eine völlig positive Eskalation bei Russkaja. Das Publikum blieb nicht still bei bekannten Liedern wie „Terror-Traktor“ – trotz der späten Stunde tanzten unzählige Menschen und man lag sich in den Armen. Die Stimmung war ab der ersten Sekunde am kochen. Auch die Animationen der Bigband wurde eins zu eins umgesetzt. Von Umarmung bis hinsetzen war alles dabei. Es war wirklich ein schönes Erlebnis, dass eine Ska Band so dermaßen auf einem Metal Festival abgefeiert wurde. Heidevolk übernahm die Aufgabe des Rauswerfers. Obwohl doch die Müdigkeit bei den meisten Besuchern  langsam aber sicher die Überhand gewann, fanden sich doch diverse Fans vor der Bühne ein. Die hartgesottenen Fans des Pagan Metals ließen es sich nicht nehmen die Niederländer anzufeuern.

Rockharz Open Air 2020: Tickets + Infos

Intimer Abend mit den deutschen Metalcore Vorreitern – Caliban in Hannover

Nachdem die Releaseshows zu dem letzten Album „Elements“ (Vö: 06.04.18) von Caliban restlos ausverkauft waren, lassen sie es sich nicht nehmen zu Beginn des Festivalsommers noch zwei Konzerte hinter zu schieben. So kommt die deutsche Metalcore-Ikone auch ins Musikzentrum Hannover, um in intimer Atmosphäre ihr Album zu feiern. Mit dabei sind die Bands Die Heart und A Traitor like Judas, die dem Publikum vorab schon mal ordentlich einheizen.

Die Heart

Die noch recht junge Band aus Hamburg hat direkt mit mehreren Problemen zu kämpfen: Es ist jetzt schon verdammt warm im Musikzentrum, es sind noch nicht viele Leute gekommen und die, die da sind, werden irgendwie noch nicht ganz warm mit der Band. Die deutschen Texte, die teilweise gerappt sind, sorgen leider eher dafür, dass mancher Besucher noch einmal vor dir Tür geht und seinen Frust dabei laut kund tut. Es ist eben alles Geschmacksache. Es gibt aber auch genügend Zuschauer, die sich auf die Musik einlassen und einfach feiern. So ist der Pit zwar nicht so groß, aber immerhin ist einer da und alle Beteiligten haben ihren Spaß.

A Traitor like Judas

Nach einer Pause, die gerade mal reicht um sein Bier aufzufüllen, stürmen die Lokalmatadore A Traitor Like Judas die Bühne. Die Band aus Hannover und Umgebung holt ihr Publikum genau da ab, wo sie vorher stehen geblieben sind, bis auch der letzte zumindest mit dem Kopf nickt. Man merkt sofort, dass die Jungs den Kontakt mit ihren Fans suchen. Sie fordern quasi ihr Publikum auf, mit auf die Bühne zu kommen um von dort zu stagediven. Umso trauriger ist es, dass sie sich aktuell auf ihrer Abschiedstour befinden und Ende des Jahres ihre Gitarren an den Nagel hängen. Schade. Aber nicht nur musikalisch geben A Traitor Like Judas Vollgas: Je eine Ansprache gegen Trump und gegen Nazis steht mit auf dem Programm und wird positiv von der Menge empfangen. Entsprechende Liedwidmungen gibt es jeweils auch.

Caliban

Caliban starten ihr Set mit dem Opener von „Elements“: „This Is War“. Genau das könnte auch der Untertitel des Abends sein. Auch wenn es immer noch recht leer ist, stört das niemanden. Im Gegenteil: Weniger Leute heißt größerer Pit – und genau das ist es, was Caliban brauchen. Die Stimmung ist direkt da und sollte sich den restlichen Abend auch nicht mehr abkühlen. Auch Caliban sind sehr nah an ihrem Publikum gebaut, was durch den fehlenden Bühnengraben weiter bestärkt wird. „Wer es zu uns auf die Bühne schafft darf gerne stagediven“ – ein Angebot, das rege genutzt wird, auch wenn es ab und zu durch Salto-Einlagen fast in die Hose geht. Technische Defekte in Form eines ausfallenden Mikros sind auch nicht weiter tragisch und werden professionell überspielt und schnell behoben. Allgemein spielen Caliban zwar primär Songs vom letzten Album, aber auch Klassiker, wie „Devils Night“ und „Davy Jones“ dürfen natürlich nicht fehlen.

Die Jungs haben richtig Lust zu spielen, daher verzichten sie auch auf das ewige hin und her einer Zugabe und beschließen diese einfach direkt an ihr Set zu hängen. Hier können sich die Fans auf eine Überraschung freuen: Zu „We Are The Many“ kommt Bryan der befreundeten Band Until The Moment Comes auf die Bühne, um den Song als zweiten Sänger zu unterstützen. Abgeschlossen wird der Abend mit dem Song „Memorial“. Im Anschluss wird sich noch bei allen Anwesenden und den anderen Bands bedankt, bevor sich alle nach draußen in die angenehm kühle Hannoversche Luft begeben.

Reload Festival 2017 – So war der Samstag

Das Reload Festival 2017 ist jeden Cent der Eintrittskarte sowie die Fahrt nach Sulingen (halt irgendwo im nirgendwo von Niedersachsen) Wert gewesen. Wenn man bedenkt, dass man sich den Platz vor der Bühne mit nur wenigen Gästen teilen muss – was natürlich Fluch und Segen sein kann – darf man ruhig sagen, dass das Festival im Rahmen der Möglichkeiten am aktuellen Gelände gerne noch ein wenig wachsen könnte. Denn Bands wie Heaven Shall Burn bringen ja eigentlich erst richtig Bock, wenn der Circle-Pit nicht nur groß, sondern riesig ist. Aber auch wenn der „Bards Song“ (Blind Guardian wäre doch mal was für 2018), aus wenigen tausend Kehlen vielleicht leiser erklingen mag, so ist man doch irgendwo näher an seiner Lieblingsband und kommt gar nicht erst in die Situation das Ganze am Ende nur über Videowalls zu sehen.

Die Organisation vom Reload 2017 hat mit seinem Team aus ehrenamtlichen Helfern hervorragend geklappt, obwohl man auch etwas Verbesserungspotential herausstellen kann. An den Bierwagen am Hauptweg zwischen Bühne und Zeltplatz möge man appellieren, die musikalische Geschmacksverirrung aus Weihnachtsliedern wie „Last Christmas“ etwas herunterzufahren. Vielleicht streut man doch lieber ein wenig mehr Slayer oder Motörhead in die Playlist. Das Reload Festival ist mittlerweile über den Status „Geheimtipp“  hinaus und dennoch ist die familiäre Atmosphäre nicht verloren gegangen. Rock- und Metalfans können sich hier ordentlich die Hörner abstoßen.

reload Festival 2018 Tickets + Infos:

Reload Festival 2018 / Reload 2018

of colours

Die Gewinner des diesjährigen Bandwettbewerbs dürfen den Festival-Samstag offiziell eröffnen: Of Colours. Die Female-Fronted Metalcore-Kombination muss sich wohl recht eindeutig durchgesetzt haben, denn das Infield ist für einen Opener schon beachtlich voll. So dauert es auch nicht lange bis die ersten Circle-Pits und Walls of Death entstehen. Aber nicht nur die Besucher haben Spaß, auch der Band sieht man die Freude an dem Auftritt an. Of Colours spielen eine so großartige Show, dass sie bestimmt nich nur mich als neuen Fan begeistert haben

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the charm the fury

Da man eigentliche nie genug Metalcore Bands á la Female-Fronted haben kann, geht es direkt weiter bei The Charm The Fury mit einer Frau am Mikrofon. Die Niederländer fallen optisch sofort auf, im Hintergrund prangt ihr Banner in grellem gelb und lila und davor wirbelt die leichte bekleidete Sängerin Caroline Westendorp herum. Das ist aber leider auch alles was bei diesem Auftritt etwas hervorgestochen ist, denn Das Quintett aus Amsterdam spielt ein recht unauffälliges Set ohne größere Überraschungen. Insgesamt schön anzuhören – aber „Sex Sells“ funktioniert nunmal nicht immer.

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bury tomorrow

Inzwischen versucht die Mittagssonne wieder die Menschen aus dem Infield hin zu schattigeren Plätzchen, an denen es natürlich Bier gibt, zu verdrängen. Trotz der Hitze harren aber etliche Besucher vor der Bühne aus, um Bury Tomorrow zu genießen. Die Briten spielen ein Brett nach dem anderen – es kann also eigentlich niemand mit der Setlist unzufrieden sein. Sonst sind die Jungs aber ebenfalls eher unauffällig. Gute Show, aber einfach nichts besonderes. Das Publikum stört das weniger, denn das ist ordentlich am Abfeiern. Trotz aller Belanglosigkeit ist es schon ein bisschen schade, dass der Auftritt nach nur 40 Minuten vorbei ist.

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massendefekt

Defekt sind hier die Massen. Beziehungsweise die nicht vorhandenen Massen. Ja, Massendefekt gehen direkt in die vollen und reißen auch alle anwesenden Fans mit, aber wie schon bei Bury Tomorrow, fehlt das gewisse Etwas. Wobei es vielleicht ja auch gar nicht am Auftritt liegt, sondern einfach an der allgemeinen Müdigkeit, die die Hitze einfach mit sich bringt. Massendefekt machen in unseren Augen also nichts falsch, müssen aber leider einsehen, dass schweißtreibende Bewegungen gerade nicht von allen Besuchern als erstrebenswert angesehen wird.
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knorkator

Wenn es eine Band gibt die sich selbst ankündigt, bevor sie die Bühne betritt, ist es Knorkator. Wenn der Sänger, Stumpen, dann auch noch in einem Ghillie-Suit auf die Bühne kommt um sich innerhalb der ersten Lieder bis auf ein Minimum auszuziehen, weiß man: Bei dieser Band ist gar nichts normal. Da wundert es auch keinen, wenn kurzerhand alle Fotografen für einen Song auf die Bühne geholt werden, um diese dann mit den Worten “verpisst euch, haut ab!” kurz darauf wieder zu verscheuchen. Natürlich darf auch Tim Tom bei dem Auftritt nicht fehlen, der den Song “Böse” performt. Unterm Strich wieder ein sehr guter Auftritt von Knorkator, den man lieben oder hassen kann. Für Knorkator gibt es eben kein Mittelmaß.

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Highfield Festival 2016 –Tag 2: Das ging ab am Samstag

Der zweite Tag beim Highfield Festival versprach DAS Highlight für schätzungsweise 95 % der Besucher zu werden. Ist ja aber auch kein Wunder, wenn die bekannteste Berliner Neue Deutsche Härte-Band Rammstein als Headliner auf dem Plan steht. Das restliche Tages-Line Up war bunter, als eine Türe Gummibären. Von Deutschrap, Rock und Rock’n’Roll, über Punk-Rock bis Metalcore: Musikalisch konnte jeder Besucher etwas nach seinen Geschmack finden. Das Wetter spielte auch wieder mit, lediglich nachts bei Rammstein gab es einen Regenguss, der aber leicht zu verschmerzen war. Und Bands wie Haftbefehl, Die Orsons, Eagles of Death Metal oder Annenmaykantereit brachten die Festivalgänger für das nächtliche Highlight ordentlich auf Betriebstemperatur.

HAFTBEFEHL

„Lasst die Affen aus dem Zoo“. Wenn ein Rapper es in letzter Zeit geschafft hat, die deutschen Charts und auch den Feuilleton nachhaltig zu beeindrucken, dann ist es wohl der Offenbacher Haftbefehl. Das Jugendwort des Jahres 2013, Babo, stammt von ihm. Mit seinem aktuellen Album „Russisch Roulette“ im Gepäck, bringt Hafti sogleich Action ins Publikum, die Arme gehen nach oben, die Köpfe hoch und runter. Dazu gibt es harte Beats und präzise Lyrics, die auf ihre eigene Art die Straßenrapszene der „Azzlackz“ beschreiben. Eines ist sicher: die Leipziger wissen, wer der Babo ist!

Bildergalerie: So war HAFTBEFEHL live

CALIBAN

Auf eine 20-jährige Bandgeschichte blicken Caliban zurück und sind damit eher „Neulinge“ in der Metal Szene. Dennoch gelten sie neben Heaven Shall Burn als wichtigste deutsche Vertreter ihrer Szene. Trotzdem stehen sie seither für Apokalypse, Rache und Emotionen, die sie immer gut verpacken – rasiermesser-scharfe Riff und dazu die von Frontmann Andreas Dörner gebrachten, dem Erdboden gleichmachende Breakdowns. Das Ganze immer im Wechselspiel aus fein-melodischen Hooks und brachialen Shouts. Was heißt das fürs Highfield Infield? Es ist wieder Zeit zum Moshen.

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DIE ORSONS

Mit dem letzten Album „What’s goes“ der vier Jungs aus Stuttgart ging es 2015 geradewegs an die Spitze der Hip Hop-Charts. Die Rapper Tua, Kaas, Bartek und (Mädchenschwarm) Maeckes bringen wie immer Schwung in die Kiste und wirbeln wie Ventilatoren über die Bühne. Ihr Auftritt ist eines der Highlights an diesem Samstag beim Highfield Festival, denn das schwäbische Quartett sorgt mit ihrer positiven Attitüde für Furore. Und was die Orsons noch ausmacht: da wo andere Künstler „nur“ Bass haben, da haben die Jungs „Bässer“.

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EAGLES OF DEATH METAL

Death Metal ist ja eher ein ernster, morbider Musikstil. EODM sind das eigentlich gar nicht. (Selbst)ironisch spielen sie mit sämtlichen Rock’n’Roll-Klischees und das zieht sich durch alle bisherigen Alben und Songs. Frontmann Jesse Hughes, aka „The Devil“, ist Meister der Grimassen und strotzt nur so vor Energie und Charme. Mit Blues, Boogie und Rockabilly ist der Garage-Rock der Eagles verfeinert und obendrauf gibt es viel mit Sexappeal und Testosteron. Die Show der Eagles Of Death Metal ist mitreißend und sprüht vor Entertainment und Ekstase und dabei sind die Herren aus den USA auch noch richtig witzig.

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ROYAL REPUBLIC

Das dritte Studio-Album „Weekend Man“ der schwedischen Rockband ist frisch auf dem Markt. Und ihr lässiger Funk mit deluxem Arschwackel-Faktor und tightem Rock’n’Roll zeigt wieder einmal mehr, dass Schweden geniale Musiker hervorbringt. Von der Sekunde an, in der Adam Grahn samt Kollegen einen Fuß auf die Highfield-Bühne setzt, geht die Rock-Show direkt los. Die Gitarrensaiten kreischen und die Bassdrum wummert und schnell entpuppt sich Sänger Adam als regelrechte Frontsau mit markant-royaler Stimme. Er ist ein echter Charmebolzen, schwingt lasziv die Hüften, spielt gekonnt mit den (gern weiblichen) Fans.

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GENETIKK

Das voodoomaskierte Alien-Duo erkennt man zu allererst an den schwarz-weißen Kapuzen über dem Kopf. Krasse Rhymes gibt es von Karuzo, der konstant zwischen Ironie, Streetslang und Wahnsinn pendelt und dazu kommen die Beats von Sikk, der den Gangsta-Rapper mimt. Das Bühnenbild auf der Blue Stage ist mit einem alten, ausgebrannten Auto dekoriert, auf dem die Hip Hop-Crew auch gerne mal rumhüpft oder von dort Rauchkanonen abschießt. Apropos Crew, bei diesem Auftritt sind nur 2 oder 3 weitere Kollegen auf der Bühne zu sehen, oft tummeln sich bei Genetikk-Konzerten dort noch mehr Maskierte. Die Zuschauer sind bester Laune und zeigen sich lautstark und textsicher, vor allem Genetikk ihre Toten Hosen-Interpretation „Wünsch dir was“ auflegen.

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AIRBOURNE

Um einen typischen Vergleich mit AC/DC kommt die australischen Band Airbourne selten herum. Klirrende Gitarrenriffs und dazu der ausdrucksstarke Gesang von Joel O’Keeffe, der mit voller Dröhnung nach vorne geht. Airbourne führen wahrlich das Erbe in Sachen lautem, krachendem Hardrock in perfekter Manier fort. Joel greift getrost zum Bier, schüttet es auch mal in die Menge und schüttelt dazu die lange lockige Matte nach Herzenslust. Souverän und ihrer Linie treu begeistert die Band schon seit 2003 Metalfans weltweit und auch heute beim Highfield werden Fanwünsche wahr und vielleicht wächst die Fangemeinde auch direkt noch an.

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NOFX

Das kleine gelbe Banner mit den vier Buchstaben kündigt die US-Punkrocker NOFX an. Die vier Bandmitglieder Fat Mike (Gesang), Eric Melvin (E-Gitarre), El Hefe (Gitarre) und Erik Sanin (Drums) sind wahre Urgesteine ihres Musikgenres. Fat Mike steht sein neuster Entzug richtig gut und es ist überraschend, wann man ihn das letzte Mal so witzig erleben konnte. Im Duell mit Eric Melvin und El Hefe stellt der Kalifornier einige Comedians in den Schatten. Auch die Zuschauer bekommen immer mal wieder einen auf den Deckel. NOFX spielen klare Hits wie „Linoleum“, „Idiots Are Taking Over“, „Six Years On Dope“, „Bottles To The Ground“ oder „The Separation Of Church And Skate“ und erheitern das Highfield mit selbstironischen Scherzen. So macht Punkrock doppelt Spass!

Bildergalerie: So war NOFX live

ANNENMAYKANTEREIT

Derzeit gibt es deutsche Künstler und Bands wie Sand am Meer. Und auch die Themen Melancholie oder die Probleme und Träume des Erwachsenwerdens werden immer wieder besungen. Doch Annenmaykantereit haben einfach eine herrlich erfrischende Art, dies alles in ihre Songs zu verpacken. Die Ruhrgebietler musizieren irgendwo zwischen Rio Reiser und Gisbert zu Knyphausen und treffen mit ihrem Indie-Rock genau die Herzen der Fans und davon haben sie mittlerweile richtig viele. Nicht von ungefähr spielen Christopher, Henning und Severin direkt vor Rammstein auf der anderen Bühne! Von der Schülerband über den Support von Clueso und den Beatsteaks, bis hin zum Headliner eigener ausverkaufter Tourneen und einem Plattenvertrag bei Universal. Läuft. Vor allem berührt die tiefe, harte Stimme von Sänger Hennig May gepaart mit schönen Melodien.

Bildergalerie: So war ANNENMAYKANTEREIT live

RAMMSTEIN

Wer auf der Hauptbühne am Samstag Abend als Headliner die Bühne entert, das liegt schon den ganzen Tag über in der Luft. Alles dreht sich um die Ausnahmemusiker von Rammstein. Fans sind weltweit angereist, T-Shirts und Fan-Merch jeder Art tragen viele Festival-Besucher am Körper und eine 3 Meter hohe Fahne vom Rammstein-Fanclub ist bereit für den Einsatz. Bereit ist auch die Green Stage um Punkt 0:00 Uhr, dessen Bühnenbild sich zu erst hinter einem Vorhang versteckt. Und dann geht’s los: Ganze 17 Songs haben Rammstein im Gepäck, bei dem jeder einzelne mit individueller Licht- und Pyro-Show (und unzähligen weiteren Effekten) zelebriert wird. Den Auftakt machte der neue Song „Ramm4“, der eine völlige Neukomposition ist (bestehend aus allen Namen ihrer Songs!) und trotzdem vom gesamten Highfield textsicher mitgesungen wird. Gänsehaut also ab der ersten Minute des Abends. Frontmann Till Lindemann ist in seinem Element und bekommt am Ende sogar Engelsflügel aus Metall angelegt, woraufhin er sich kurzerhand in die Lüfte erhebt und Feuer aus den Enden der Flügel speit. Ein eindrucksvolles Abschiedsbild, dass man noch lange im Kopf und im Herzen bei sich tragen kann.

Hier geht es zum Bericht: Highfield Festival 2016 – Tag 1 und
Highfield Festival 2016 – Tag 3