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Plage Noire 2024 – So war das Festival-Wochenende

Am Wochenende des 29. und 30. November 2024 verwandelte sich das Ferienresort Weißenhäuser Strand wieder in das Epizentrum der d+steren Klänge: Das Plage Noire 2024 feierte seine diesjährige Ausgabe und lockte wieder Tausende von Gothik- und Darkrock-Fans an die Ostseeküste. Die einzigartige Mischung aus Festivalfeeling und Indoor-Komfort bot eine perfekte Kulisse für ein Line-up, das keine Wünsche offenließ.

Freitag

Die kalte Jahreszeit ist angebrochen – und das bedeutet für uns eines: Zeit für das Plage Noire Festival am Weißenhäuser Strand in Ostholstein!

Die Anreise verlief problemlos, doch im Vergleich zu früheren Jahren schienen die Parkplätze dieses Mal etwas knapp zu sein. Trotzdem war während der Konzerte nicht unbedingt das Gefühl von „ausverkauft“ zu spüren.

Ein Besuch auf dem Mittelaltermarkt stand natürlich ganz oben auf der To-do-Liste, genauso wie ein genussvoller Trunk am Whisky-Stand, ein leckeres Fischbrötchen im WHS-Bistro (immer mit Blick auf die Möwen!) oder ein „Fußpils“ vom Edeka. Überall sah man Gleichgesinnte in typischer Gruftie-Manier die lange Galerie entlangschlendern – und ja, dieses Gefühl stimmte einfach: Ich war wieder in meinem zweiten Wohnzimmer.

Da Beasto Blanco in diesem Jahr leider nicht auftreten konnten, war Chrom ein großartiger Ersatz. Für uns eröffneten sie das Festival – eine perfekte Wahl für Fans von Synth-Pop und elektronischen Beats.

Die unsterbliche Seele von L’Âme Immortelle aus Österreich trat im beheizten Zelt auf – ein besonderer Moment, als Sängerin Sonja Kraushofer die Show überraschend mitten im Publikum begann und dort den ersten Song performte. Ein Highlight, das die Fans sichtlich begeisterte, mit „Bitterkeit“ , „Life Will Never Be the Same  Again“ oder  „5 Jahre“ überzeugte die Band sichtlich.

Im kleinen Saal brachte die deutsche Band Agonoize das Publikum mit ihren Industrial-Beats in Stimmung. Zu Beginn mit Kettensäge und ein ganz wenig Kunstblut war die Darbietung doch sehr unterhaltsam. Die Energie war spürbar, und bis zur letzten Minute wurde ausgelassen getanzt – hier war keine Zeit für Langeweile, einzige die Dekodrummerin wirkte mit dem Playback etwas überfordert.

Lord of the Lost boten, wie gewohnt, eine mitreißende Show, bevor sie nächstes Jahr ihre Welttournee antreten, leider ohne Pyros. Trotz ihrer unzähligen Konzerte in diesem Jahr ließen sie keinen Zweifel daran, wie viel Spaß sie auf der Bühne haben, interessant war auch die Auswahl von „Full Metal Whore“ und „Loreley“ zu Beginn, danach folgte eine Abfolge der diversen LotL Hits und Hymnen wie „Die Tomorrow“, „Six Feet Underground“ und natürlich „Blood & Glitter“. Immerhin sorgte die Band so für die erste Bewegung am heutigen Abend.

Zurück im kleinen, mittlerweile gut aufgewärmten Saal warteten wir auf die Mexikaner von Hocico. Die elektrisierende Atmosphäre verwandelte den Raum in eine einzige, unaufhörliche Party – das Publikum feierte jeden Beat und die Motivation von Sänger Erk Aicrag war schon deutlich erkennbar. Er suchte ständig die Nähe zum Publikum, was in dem Saal auch wenig herausfordernd war. Alles in allem überzeugte die Performance komplett.

Auch die Latex-Modenschau in der Galerie ließen wir uns nicht entgehen. Die Models, in bunten Latex-Outfits, präsentierten ihre extravaganten Looks auf Podesten, die perfekt in Szene gesetzt waren.

Das Konzert von Eisbrecher war ein weiteres Highlight: tanzbar, rockig, unterhaltsam und einfach rundum zufriedenstellend. Die Setlist bewegte sich aus einer Sammlung an Best Of Songs der letzten Jahre, das kommende Album Kaltfront wurde heute Abend aber noch nicht angeteasert. Zwischen „Volle Kraft Voraus“, „Eiszeit“ oder „Schwarze Witwe“ führte Sänger Alexx unterhaltsam durch den Abend und machte wieder gekonnt Druck. Interessant Gesangssicher waren alle Anwesenden dann bei dem Schlagercover „Tränen Lügen Nicht“, aber es hat hoffentlich niemand aufgenommen. Der Abschluss war dann „Miststück“ und „Out of the Dark“ wahrlich grandios.

Für die Nachtschwärmer gab es noch die Aftershow-Party. Wir allerdings entschieden uns für ein warmes Bett und einen erholsamen Schlaf – schließlich wartete am Samstag ein vollgepackter Tag auf uns.

SAMSTAG

Der Samstag begann entspannt und gemütlich: Ein Spaziergang am gefrorenen Strand, die Ochsen beim Futtern beobachten und dabei die klare Wintersonne tanken – so konnte der Tag wunderbar starten. Heute waren die Programmüberschneidungen aber deutlich massiver als am Freitag und so zerstreute sich das Publikum auf dem gesamten Gelände. Die Tagesagenda enthielt unter anderem Modeshows, Bands und Lesungen, was stressiger wurde als gedacht.

Ein besonderes Highlight am Vormittag war das Bodypainting in der Galerie mit der Künstlerin Iron Faces. Hier wurde der Körper einer Frau komplett mit Farben und Glitzer bedeckt – ein faszinierendes Schauspiel, das kunstvolle Ästhetik und Performance vereinte.

Musikalisch ging es im kleinen Saal mit Girls Under Glass los. Ihr sanfter, atmosphärischer Sound war der perfekte Einstieg in den Konzerttag und das Publikum trudelte auch so langsam ein.

Melotron, die Götter des Old-School-Dark-Wave, folgten – und wie so oft begeisterten sie mit ihrem unverwechselbaren Sound. Voller Energie und doch melodisch lieferten sie eine Performance, die uns erneut ins Schwärmen brachte. Mit „Maschinen aus Stahl“, „Null“ oder „Sleep Well“ überzeugten sie sehr gut, auch wenn der Saal nur mittelmäßig gefüllt war.

Bei Funker Vogt war es auch gut gefüllt und es wurde getanzt. Weiter wird an dieser Stelle aus guten Gründen nicht berichtet.

Im Zelt rockte Heldmaschine mit ihrer gewohnt unterhaltsamen Show, mit „Flächenbrand“ geht die Sause los und die Band sorgt für ein gutes Warm-Up-Programm bei den kalten Temperaturen. Mit „Sucht“ und „Bestie“ wird noch nachgelegt. Die Band konnte mit den Effekten und Spielfreude das Publikum bestens unterhalten.

Mit Diary of Dreams wurde es dunkel, mystisch und beinahe doomig. Ihre klangliche Tiefe und die intensiven Texte sorgten für eine magische Stimmung, die den Saal in ihren Bann zog. Mit einer Menge Nebel und der authentischen düsteren Show kamen musikalische Perlen wie „Epicon“, „Amok“ oder „Endless Night“ perfekt zur Geltung.

Um 20 Uhr stand das Finale der Mode-Show auf dem Programm. Hier wurde eine beeindruckende Mischung aus allen präsentierten Outfits während des zweitätigen Festivals gezeigt: Kettentextilien, Federn, Latex, viktorianischen Designs und Baumwollstoffen – für jeden Geschmack gab es etwas zu sehen. Die extravagante High-Couture war ein wahres Fest für die Sinne und eine Augenweide für alle Modebegeisterten.

Mit ein bisschen Eile waren wir pünktlich in der Hütte, wo Absurd Minds auftrat. Wenn man ein Konzert in der Hutte sehen möchte, musste man Zeit in Anspruch für die Warteschlange nehmen. Kurz reingegangen und die Hütte wurdeschnell sehr voll. Besonders im Gedächtnis blieb der Keyboarder Andy, der mit Krücken auf die Bühne kam. Trotz seines verletzten Beins gab er alles – bei einigen Songs stand er sogar auf, um zu tanzen und das Publikum mitzureißen. Seine Mühe wurde von den Fans mit tosendem Applaus belohnt.

Im Saal ging es nun stampfend mit Rabia Sorda weiter, die Bühnenperformance der Mexikaner ist wie auch am Vortag bei Hocico grandios und schnell. Sowohl auf der Bühne, als auch musikalisch legte die Band die Messlatte sehr hoch und konnte durch tatsächliche Livemusik überzeugen (leider war der Teilplayback bei etlichen anderen Bands doch schon sichtbar erkennbar).

Zurück im großen Zelt wartete dann ein weiteres Highlight: Project Pitchfork. Es war das erste Mal, dass wir über sie berichten konnten, und die elektrisierende Performance bei Ohrwürmern wie „Rain“ ließ uns glücklich und ausgelassen tanzen. Allgemein sorgte die Band für eine Menge Druck und hatte sichtlich Spaß auf die Performance, gleich zwei Drummer untermalten den Beat am Abend.

Als krönender Abschluss des Abends feierten Subway to Sally ihr Ü30-jähriges Jubiläum. Die unverzichtbare Show der deutschen Rockband mit mittelalterlichen Elementen war ein voller Erfolg und ein unvergesslicher Moment für alle Fans. Die Setlist bewegte sich hier wieder durch die Jahrzehnte der Band. Der Beginn wurde mit „Henkersbraut“ makellos eingeleitet und dann perfekt mit „Leinen Los“ fortgeführt. Nach etlichen bekannten Hits gab es mit „Post Mortem“ auch noch eine kleine Livepremiere vom neuen Album, die gut beim Publikum ankam. Last but not at least durften Subway To Sally nicht von der Bühne gehen ohne „Julia und die Räuber“ gespielt zu haben.

Auf dem Rückweg zu den Apartments warteten noch tierische Begegnungen: Zahlreiche Rehe huschten durch die Nähe der Wege, und man musste aufmerksam bleiben, um sicher nach Hause zu kommen. Diese Begegnungen unterstrichen die unberührte Schönheit der Umgebung – ein perfekter Abschluss für dieses besondere Festival.

Fazit: Wir kommen immer wieder gerne an den Weißenhäuser Strand, um die Musik, den Aufenthalt und vor allem die einzigartige Stimmung des Plage Noire zu genießen. Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Erlebnis möglich gemacht haben!

Text: Helga Königshügel und Birger Treimer

Metal Hammer Paradise 2024 – So war das Festival-Wochenende

Am Wochenende des 22. und 23. November 2024 verwandelte sich das Ferienresort Weißenhäuser Strand wieder in das Epizentrum der harten Klänge: Das Metal Hammer Paradise feierte seine diesjährige Ausgabe und lockte wieder Tausende von Metal-Fans an die Ostseeküste. Die einzigartige Mischung aus Festivalfeeling und Indoor-Komfort bot eine perfekte Kulisse für ein Line-up, das keine Wünsche offenließ. So wurde das Resort bereits am Donnerstag Abend von zahlreichen Metallern gekapert, die Abends über das Gelände schwadronierten und sich neben aller Freizeitaktivitäten auch noch in die Mötorhutt zur Warm Up Party trafen. Bei dem Schnee- und Matschsturm draußen war man tatsächlich etwas froh über das Indoor Festival.

Freitag

Der Freitag begann mit leichten Schneefall, einen Spaziergang am Strand oder dem Schwimmbadbesuch mit Dampfsauna, bei unfreundlichen 2 bis 3°Grad und leichten Sturmböen war dies am sinnvollsten. Zum Beginn der ersten Bands gingen nun auch noch etliche Regenschauer auf das Resort nieder. So bekamen wir noch den Rest der energiegeladenen Show von Voodoo Kiss im Baltic Ballroom mit, die hier die Anwesenden verzückten.

Den Beginn im Zelt machten Anvil betraten die Bühne im Zelt mit ungebremster Energie und eröffneten ihr Set mit dem Klassiker „March of the Craps“, der das Publikum in leichte Bewegung setzte, was bei der Zelttemperatur sicherlich sinnig war. Von Anfang an war die Interaktion zwischen der Band und den Fans recht intensiv. Lips sorgte mit seinen charismatischen Ansagen und spontanen Gitarrensolos für einen authentischen Metal-Abend. Mit „Free As The Wind“, „On Fire“ und dem Hit „Metal on Metal“ kann die Band gut überzeugen und so langsam taut das Publikum auf.

Im Baltic Ballroom betrat nun die Thüringer Band Deserted Fear die Bühne mit der Wucht eines heranrollenden Sturms und lieferte ein Set, das sowohl mit technischer Präzision als auch mit roher Energie beeindruckte. Mit Songs wie „Reborn Paradise“ und „The Final Chapter“ brachten sie das Publikum sofort auf Betriebstemperatur. Besonders hervorzuheben war die Bühnenpräsenz von Sänger und Gitarrist Manuel Glatter, dessen Growls die Wände der Halle erzittern ließen. Unterstützt von einer dichten, kraftvollen Rhythmussektion schafften Deserted Fear es, sowohl Melodie als auch Brutalität nahtlos zu vereinen, dem Publikum gefiel das Geschredder am Abend und verausgabte sich auch gleich im kleinen Moshpit.

Leider sorgte der Sturm von Deserted Fear für ein geräumtes Zelt im Außenbereich, Aufgrund einer Unwetterwarnung wurde das Zelt kurzzeitig geräumt und im Vorbereich gab es hier etliches Gedränge und wenig Informationen zu dem Vorfall. Nach einiger Zeit in der Kälte konnte Equilibrium deutlich verspätet in den Abend starten, die Band startete mit dem mitreißenden „Legends“, das die Menge von der ersten Sekunde an in Bewegung brachte. Mit Klassikern wie „Blut im Auge“ und neueren Hits wie „Shelter“ bot die Band eine vielseitige Setlist, die sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer begeisterte. Sänger Fabian Getto überzeugte mit kraftvollen Vocals, während die Gitarrenriffs von René Berthiaume die epische Grundstimmung untermalten.

Nach der Erfrischung im Zelt sorgten Burning Witches für ein munteres Aufwärmen im Baltic Ballroom, was zudem probevoll war. Mit ihrem Mix aus klassischem Heavy Metal und modernen Einflüssen starteten Burning Witches mit „Unleashed the Beast“, einem hymnischen Opener, der die Energie der Menge sofort entfesselte. Frontfrau Laura Guldemond beeindruckte mit ihren kraftvollen Vocals und einer charismatischen Bühnenpräsenz, während die Gitarrenduelle von Romana Kalkuhl und Larissa Ernst ein Highlight für alle Gitarrenfans waren. Die Setlist umfasste sowohl Songs ihres aktuellen Albums als auch Fan-Favoriten wie „Hexenhammer“ und „The Witch of the North“, die von den Anwesenden begeistert mitgesungen wurden. Besonders hervorzuheben war der Song „Dance with the Devil“, der mit seinem eingängigen Refrain für ausgelassene Stimmung sorgte.

Der Delay von Equilibrium verschiebt nun die nachfolgenden Bands um ca. 15 Minuten, im eiskalten Zelt geht es dann aber irgendwann weiter mit U.D.O , wenn es um echten, unverfälschten Heavy Metal geht, führt kein Weg an U.D.O. vorbei – und genau das bewies die Band um Metal-Legende Udo Dirkschneider eindrucksvoll auf dem Metal Hammer Paradise. Mit einer energiegeladenen Show hat die deutsche Kultband gezeigt, dass sie auch nach Jahrzehnten im Geschäft nichts von ihrer Power eingebüßt hat. Die Bühne war noch in Dunkelheit gehüllt, als die ersten Takte erklangen, die Botschaft des Abends klar machte: Heavy Metal lebt – und wie! Mit seiner markanten Reibeisenstimme und einer charismatischen Bühnenpräsenz führte Udo Dirkschneider das Publikum souverän durch eine Setlist, die sich wie eine Zeitreise durch die Geschichte des Genres anfühlte. Es dürfen natürlich die zahlreichen Klassiker aus U.D.O.s umfangreicher Diskografie nicht fehlen. „Animal House“ und „Man and Machine“ wurden vom Publikum lautstark mitgesungen, während die härteren Nummern wie „They Want War“ die Köpfe zum Bangen brachten. Einen besonderen Höhepunkt stellte die kleine Hommage an Dirkschneiders Vergangenheit dar: Mit „Balls to the Wall“ und „Princess of the Dawn“ griff die Band tief in die ACCEPT-Schatzkiste und löste wahre Begeisterungsstürme aus. Es war ein Moment, der bewies, wie zeitlos diese Songs sind – und wie sehr sie mit Udos unverwechselbarer Stimme verbunden bleiben.

Back to the 80´s geht es auch mit Enforcer die Spielfreude der Band war ansteckend. Die beiden Gitarristen, Olof und sein Bruder Jonas Wikstrand, lieferten sich in bester Tradition der großen Metal-Duos ein spannendes Wechselspiel aus harmonischen Leads und donnernden Riffs. Bassist Tobias Lindqvist und Schlagzeuger Jonas Wikstrand hielten mit unermüdlichem Tempo das Rhythmusfundament, das bei Songs wie „Run for Your Life“ das Publikum in eine einzige Welle aus Headbangen und Fäuste-Recken verwandelte. Wenn die Band nicht am Posen und mit Publikumsmotivation beschäftigt war, gingen sie zudem direkt auf Tuchfüllung mit der ersten Reihe, leider geil.

Saltatio Mortis haben ihre Pyros heute leider zuhause gelassen, schade dies hätte eventuell das Zelt ein wenig beheiz. Mit „Wo sind die Clowns“ eröffnete die Truppe das Set und sorgte sofort für ausgelassene Stimmung. Frontmann Alea der Bescheidene überzeugte mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz und seiner einzigartigen Fähigkeit, die Fans mit einzubeziehen. Besonders auffällig war die kraftvolle Symbiose aus Dudelsäcken, Drehleiern und den modernen Metal-Elementen, die Saltatio Mortis ihren unverwechselbaren Sound verleihen. Die Setlist bestand aus einer Mischung wie „Eulenspiegel“ und „My Mother Told Me“, und neueren Hits wie „Nie wieder Alkohol“, die das Publikum zum Mitsingen und Feiern animierten.

Der Höhepunkt des Sets war eindeutig „Echo“, das mit seiner tiefgründigen Botschaft und epischen Melodie die Fans emotional berührte. Bei diesem Song war der gesamte Saal in lauten Gesang eingebunden, was die starke Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Fans unterstrich. Saltatio Mortis glänzte jedoch nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihre Interaktion mit dem Publikum. Alea forderte die Fans regelmäßig zu Mitmach-Aktionen auf und sorgte so für eine außergewöhnlich persönliche Atmosphäre, ebenso ließ er es sich nicht nehmen nebenbei noch zu Crowdsurfen. Nach dem intensiven Abschluss verabschiedete man sich in den feuchtfröhlichen Abend oder in die Mötorhut.

SAMSTAG

Am Samstag war der Tag deutlich freundlicher und sogar etwas sonnig, da hieß es noch etwas im Schwimmbad ausruhen und im Ruhebereich den Rausch der Musik vom Vortag ausschlafen und schon geht es nach dem Mittagsschlaf weiter, oder ist es schon Nachmittag immer dieser Urlaubstress.

So beginnt der Konzerttag mit Moonspell und die das Zelt in eine mystische Kathedrale durchdrungen von Dunkelheit und Emotionen verwandelten Mit „Opium“ starteten Moonspell direkt mit einem Klassiker und katapultierten die Zuhörer in ihre düster-romantische Welt. Frontmann Fernando Ribeiro, füllte die Location mit seiner tiefen, charismatischen Stimme und einer unaufdringlichen, aber kraftvollen Präsenz. Die Setlist war eine gelungene Mischung aus frühen Meisterwerken und neueren Hymnen. Klassiker wie „Finisterra“ und „Alma Mater“ wurden ebenso gefeiert wie neuere Stücke wie „The Future Is Dark“ vom aktuellen Album Hermitage. Besonders eindrucksvoll war „Night Eternal“, das mit seinem mächtigen Refrain und dem düsteren Arrangement für Gänsehaut sorgte. Musikalisch präsentierte sich die Band in Bestform und ein Highlight des Abends war zweifellos „Full Moon Madness“, das als Abschluss dargeboten wurde, heute Nacht heulen die Wölfe!

Im Baltic Ballroom wirbelt nun Fronterin Lex von League Of Distortion die Köpfe und Ketten mächtig durcheinander. Mit „Apathy“, einem der stärksten Songs des Debütalbums, starteten sie das Set und sorgten sofort für eine intensive Atmosphäre. Sängerin Lex zeigte dabei ihre beeindruckende Stimmgewalt, die zwischen kraftvollen Shouts und melodischen Gesangslinien pendelte. Ihre Bühnenpräsenz, gepaart mit der energiegeladenen Performance der Band, brachte die Fans schnell zum Mitfeiern. Songs wie „Strange Freaks“ und „The Age of Insanity“ zeigten die Vielseitigkeit der Band und fanden großen Anklang beim Publikum. Besonders die atmosphärischen Passagen, die mit kraftvollen Breakdowns kombiniert wurden, sorgten für einige der lautesten und emotionalsten Momente des Abends.

Auf der Seitenbühne Riff Alm ziehen sich bereits über den ganzen Tag Delays, hier ist eine Berichterstattung durch den Einlassstopp nun mehr als schwierig geworden. Dafür geht es im Zelt nun weiter mit Grave Digger. Mit „The Grave Digger“ starteten die Band um Frontmann Chris Boltendahl in ihre Setlist, und sofort war klar, dass dieser Auftritt ein Klassiker werden würde. Die Fans, die die Band über Jahre hinweg begleitet haben, sangen die Refrains lautstark mit und feierten jedes Solo und jeden treibenden Rhythmus. Die Setlist beinhaltete nicht nur Highlights ihrer neuesten Alben, sondern auch zeitlose Klassiker wie „Heavy Metal Breakdown“ und „Excalibur“, die in die Geschichte des Genres eingegangen sind. Besonders beeindruckend war der Song „The Last Supper“, bei dem Grave Digger ihre epische Seite perfekt zur Geltung brachten.

Im Baltic Ballroom wurde es nun Zeit für Evergrey, die schwedischen Meister des Progressive Metals beweisen einmal mehr warum sie seit Jahren zu den Größen der Szene zählen. Bereits mit den ersten Klängen von „Falling From Sun“ überzeugte die Band in dem vollen Saal deutlich . Die charismatische Bühnenpräsenz von Frontmann Tom S. Englund war wie gewohnt das Herzstück des Auftritts, ergänzt durch die präzise Arbeit von Jonas Ekdahl an den Drums und Henrik Danhage an der Gitarre. Gerade Danhages Soli waren ein Fest für Liebhaber technischer Raffinesse. Die Setlist bot eine gelungene Mischung aus alten Klassikern wie „Eternal Nocturnal“ und neueren Stücken wie „Midwinter Calls“. Dabei gelang es Evergrey, den komplexen und melancholischen Sound ihrer Studioaufnahmen perfekt auf die Bühne zu übertragen, ohne dabei an Dynamik einzubüßen.

Dark Tranquillity gilt eine der einflussreichsten Bands des Melodic Death Metal und die Band um Frontmann Mikael Stanne lieferte im Zelt anschließend wieder einen epischen Auftritt, der sowohl Fans der ersten Stunde als auch neue Hörer überzeugte. Das Set begann mit dem kraftvollen und tiefgründigen „The Last Imagination“, Stanne’s markante Stimme, die zwischen aggressiven Growls und klaren Gesangslinien schwankte, fügte sich perfekt in die atmosphärischen Arrangements der Band ein. Besonders bei Songs wie „Lost to Apathy“ und „ThereIn“ zeigte sich die meisterhafte Kunst der Band, subtile Melodien und harte, treibende Rhythmen miteinander zu verweben. Die Setlist bot eine hervorragende Mischung aus Klassikern wie „The Wonders at Your Feet“, und neueren Hits wie „Phantom Days“, die das Publikum gleichermaßen mitnahmen. Die Atmosphäre war sehr intensiv was die melancholische, aber kraftvolle Stimmung der Band verstärkte. Dark Tranquillity bewiesen, dass sie nach fast 35 Jahren Bandgeschichte immer noch zu den größten Namen im Melodic Death Metal gehören und gehörten zu unseren musikalischen Highlights auf dem Festival das mit „Misery’s Crown“ beendet wurde.

Oh mein Glory Unicorn, nun wird es Zeit für Gloryhammer, die Show begann mit dem knallharten „Holy Flaming Hammer of Unholy Cosmic Frost“, das sofort die Massen zum Toben brachte. Frontmann Sozos Michael überzeugte mit seiner Bühnenpräsenz und Stimme, unterstützt von seinen Bandkollegen und einer imposanten Lichtshow, die das epische Setting perfekt ergänzte, wurde jeder Song zu einem kleinen Spektakel. Mit Hits wie „The Land of Unicorns“, „Universe on Fire“ und „Gloryhammer“ ließen sie es ordentlich krachen. Besonders die mitreißenden Refrains und die eingängigen Melodien luden das Publikum immer wieder zum Mitsingen und Mitfeiern ein. Die Band trat in mittelalterlich-fantastischen Kostümen auf, was die Storys ihrer Alben noch lebendiger machte und die Fans noch tiefer in die Welt von Gloryhammer eintauchen ließ.

Im Baltic Ballroom eröffneten Grand Magus mit „I, the Jury“ ihr Set und brachten sofort die typischen schweren, groovenden Riffs zum Einsatz, die ihre Musik auszeichnen. Frontmann J.B. (Janne Christoffersson) überzeugte mit seiner tiefen, rauen Stimme und seiner markanten Bühnenpräsenz, die perfekt mit der dichten Atmosphäre ihrer Songs harmonierte. Die Songs, die sowohl von klassischen Metal-Einflüssen als auch von modernen Doom-Metal-Elementen geprägt sind, sorgten für eine dichte, kraftvolle Stimmung in der Halle. Songs wie „The Hunt“ und „Hammer of the North“ wurden mit Begeisterung gefeiert und ließen die Fans mitsingen und mitfiebern.

Die Finnen von Wolfheart befanden sich wahrscheinlich gerade im Fellwechsel, daher wurden bei dem Konzert keine Fotografen zugelassen. Die Finnen sorgten aber in der Riff Alm für eine restlos volle Halle und alle Anwesenden genossen „Strength and Valor“, „Burning Sky“ oder „Ghost of Karelia“ mit finsteren eiskalten Riffs und epischer Atmosphäre.

Mit einem donnernden „Stahlvorhang“ und jeder Menge Power Metal im Gepäck haben Accept beim Metal Hammer Paradise erneut ihre unangefochtene Stellung als eine der größten und beständigsten Heavy-Metal-Bands unter Beweis gestellt. Die deutsche Kultband lieferte eine Show, die sowohl Veteranen als auch jüngere Fans begeisterte – ein wahrer Triumphzug des Heavy Metal.
Von der ersten Sekunde an war klar, dass Accept keine Gefangenen machen würden. Mit „The Reckoning“ startete die Band direkt mit voller Wucht. Frontmann Mark Tornillo, dessen unverwechselbare Stimme die Klassiker ebenso mühelos meistert wie die neueren Songs, dominierte die Bühne mit einer Präsenz, die niemanden kalt ließ.

Die Setlist war eine perfekte Mischung aus neuen Hits und zeitlosen Klassikern. Hymnen wie „Restless and Wild“, „Princess of the Dawn“ und natürlich „Balls to the Wall“ brachten die Menge zum Kochen. Besonders „Fast as a Shark“ – mit seinem ikonischen Schreieinstieg jagte die Krabben aus der Ostsee. Die Fans, die jede Zeile lautstark mitsangen, zeigten, wie tief diese Songs in der Metal-Geschichte verwurzelt sind. Die Gitarrenarbeit von Wolf Hoffmann war – wie erwartet –wieder godlike, mit seinen präzisen Riffs und melodischen Soli bewies er einmal mehr, warum er als einer der besten Gitarristen der Metal-Szene gilt. Als Zugabe durfte natürlich „Metal Heart“ nicht fehlen. Der ikonische Gitarrenpart wurde von Wolf Hoffmann meisterhaft in Szene gesetzt und sorgte für einen epischen Moment, der die Fans mit Gänsehaut und erhobenen Fäusten zurückließ.

Helga Königshügel / Birger Treimer

Metal Hammer Paradise 2019 – Indoor-Metal-Festival mit Komfort

Knapp 4.000 Fans haben bereits zum siebten Mal den gesamten Ferienpark Weissenhäuser Strand an der Ostsee zu einem Treffpunkt der Metal-Szene verwandelt. Bereits Donnerstagabend stieg die riesige Sause vom Metal Hammer Paradise 2019 bei der Warm-Up Party des Ballroom Hamburg. Die folgenden zwei Tage übertrafen viele Erwartungen der Festivalbesucher. Wir waren live dabei!

Nachdem wir uns am Freitag einen ersten Eindruck des Indoor-Festivals und die Locations der Bühnen ausfindig machten. danach die ersten Metalheads zum Wochenende befragt haben – stieg die große Metalparty im Ferienpark Weissenhäuser Strand. Tausende Besucher, von jung bis alt, hatten nach ihrem Einzug in die Appartements richtig Lust auf guten und heißen Metal – das berichteten alle innerhalb weniger Minuten bei den ersten Gesprächen. Mir war wichtig zu erfahren, was dieses Festival so besonders macht, denn schließlich läuft dieses Event bereits zum siebten Mal! Alle Besucher berichteten von einer tollen Organisation, ausgelassener Stimmung, perfekte Abläufe und viele gute Gespräche – diesem können wir zu 100 % zustimmen! Alle waren gut drauf, hatten richtig Spaß und wollten ausgelassen Heavy Metal hören. Ein kleines Manko war der Aufbau der Gräben an den jeweiligen Bühnen, diese waren zu klein und schmal weshalb man wenig Platz mit der Anzahl an Fotografen hatte – aber das ist ja das kleinste Übel.

Metal Hammer Paradise 2019 – Freitag

Kissin Dynamite
Freitagabend war es zum erneuten Male Zeit für die schwäbische Heavy Metal-Band Kissin‘ Dynamite. Die fünf Jungs hatten bereits nach wenigen Sekunden Schweiß auf der Stirn – denn die Fans jubelten und feierten jedes Riff von Andre Braun und Jim Müller. Als Hannes, Sänger und Frontmann der Band, nach dem ersten Song nicht mehr wusste, was alles um ihn herum geschieht, startete die Ekstase im vollen Umfang! Immer wieder ein Muss die Jungs aus Burladingen und Münsingen zu sehen!

Saltatio Mortis
Die Spielmannsleute rund um Alea, waren bereit für den Abriss des Herbstes – nachdem die Jungs in der vergangenen Woche, über Instagram, ankündigten im Jahr 2020 ein neues Album zu veröffentlichen waren viele Fans bereits im Voraus aufgeregt und feierten umso mehr ausgelassen und ungehalten die Mittelalter-Rocker! Songs wie „Wo sind die Clowns“, „Brot und Spiele“ und „Nie wieder Alkohol“ fehlten jedenfalls nicht – einfach grandios.

RAGE
Als Ersatz für den erkrankten Metaller Ralf Scheepers der Band „Primal Fear“ sprangen die NRWler von RAGE ein. Die drei wussten ebenfalls innerhalb weniger Minuten, wie man die Besucher mitreist, gute Musik spielt und vor allem Entertainment bietet wie die des Gitarristen Marcos Rodriguez. Songs wie der aus dem Film „Schuh des Manitu“ bekannte „Straight to Hell“ konnte jeder mit grölen und Gas geben. Bier fehlte natürlich an keiner Stelle.

Steel Panther
Bereits am Nachmittag liefen viele Fans in hautengen Leggings, Perücken und Handschuhen auf dem Ferienpark herum und freuten sich bereits ausgiebig auf die Musiker von Steel Panther. Mit viel Spaß und witzigen Gags kamen Michael Starr, Satchel, Lexxi Foxx und Stix Zadinia auf die Bühne und verließen diese als Headliner des Freitagabends ungern.

Metal Hammer Paradise 2019 – Samstag

Grand Magus
Feinster Heavy-Metal aus Stockholm wurde uns geliefert von den drei Musiker der Band Grand Magus“. Die bereits im Jahr 1996 gegründete Gruppe war mir nicht ganz unbekannt, jedoch auch nicht auf der Prioritätenliste vertreten. Dies hat sich bereits nach den ersten drei Songs vollkommen geändert. Wirklich gute Musik von absolut überzeugenden Musikern mit viel Herzblut und Liebe zum Detail.

Gloryhammer
Nachdem auf dem diesjährigen Wacken Open Air, aufgrund einer Unwetterwarnung, das Konzert der Gloryhammer-Musiker vorzeitig beendet werden musste, holten sie gefühlt alles verlorengegangene nach und hauten ein Brett nach dem anderen raus. Energiegeladene Show, musikalische Höchstleistung und vor allem Spas stand hier an erste Stelle. Bereits vor dem Konzert konnte man einige Fans mit Einhörnern, Hämmern und Schwerter aus Plastik sehen, bei einer phänomenalen Schlacht zu Gloryhammer-Gesängen. Metaller sind da einfach unkompliziert und nicht schüchtern!

The New Roses
Auch die Jungs von The New Roses mussten vor wenigen Wochen ein soeben gestartetes Konzert in der Hamburger Markthalle abbrechen und nun Anfang 2020 wiederholen – auch hierfür gab es eine Entschädigung. Die Jungs rund um Tommy Rough waren richtig rockig unterwegs und schmetterten mit warmer Kehle und ordentlich Gitarre an das gesamte Publikum der Baltic Ballroom Bühne.

J.B.O.
Das erste Mal vor einigen Jahren auf dem Wacken Open Air gesehen war es bei mir ruhig mit J.B.O. geworden – irgendwie war mir nicht mehr so der „Drang“ danach, neues zu hören oder alte Kamellen aus dem Keller zu holen. Doch nach langer Abstinenz konnte ich 2019 auf der Maximum Metal Stage endlich erneut ordentlich Spas und Freude an den sehr alten, aber auch neuen Songs verspüren. Danke für dieses grandiose Fest.

Amorphis
Die finnischen Metaller rund um Tomi Joutsen sind nach wie vor einer meiner liebsten Bands – damals als Vorband von Volbeat in Hamburg war ich das erste Mal enttäuscht worden, aber gestern, war ich im wahrsten Sinne des Wortes weggeblasen worden! Richtig phänomenale Performance, stimmliche Glanzleistung und absolut textsichere Fans waren ausschlaggebend für meine „Bewertung“ des besten Konzertes des Abends.

Powerwolf
Wer kennt Sie nicht? Die Saarländer hatten erst am Freitag den 08. November ihren aktuellen Tour-Auftakt in Luxemburg – so konnten Fans das erste deutsche Konzert der Powerwolf-Tour am Weissenhäuser Strand erleben. Nachdem Attila Dorn vor ziemlich genau einem Jahr das Hamburger Mehr! Theater förmlich abriss performte er auch dieses Jahr wieder innerhalb weniger Minuten in gewohnter Qualität bei einer absolut genialen Song-Auswahl. Wir wünschen Ihnen eine tolle Tour mit grandiosen Erinnerungen an die heilige Heavy-Metal Messe der Ostsee!

Metal Hammer Paradise 2019 Tickets + infos

Metal Hammer Paradise 2019

Plage Noire 2018 – So war der Samstag

Der Samstag beginnt bei uns mit Absurd Minds. Der Salle de Fête ist bei unserer Ankunft schon rappel voll und dann legen die Jungs auch schon los. Wer nicht schon durch die Temperaturen schwitzt, dem geben die harten Beats, die fast schon zum Tanzen zwingen, den Rest um den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Für uns steht aber auch bald der Weg zurück zu La Chapiteau an, wo Unzucht auf uns warten. Im großen Zelt machen sich die langen, nächtlichen Stunden noch deutlich bemerkbar, sodass nur knapp über die Hälfte gefüllt ist. Auch heute zeigen die vier Dark Rocker, dass live einfach viel mehr Power dahinter steht als hinter den ihren Plattenversionen und pfeffern uns „Engel der Vernichtung“ und „Unzucht“ von ihrem ersten Album „Todsünde 8“ um die Ohren. Generell ist der Auftritt mit vielen älteren Titeln gespickt, was beim Publikum sehr gut ankommt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Drinnen machen es sich derweil Centhron im Salle de Fête gemütlich und heizen bei guter Stimmung dem Publikum ordentlich ein. Im La Chapiteau warten danach Lord of the Lost auf uns, die unter tosendem Applaus die Bühne betreten. Sichtlich ein Publikumsmagnet und unüberhörbar besonders beim weiblichem Publikum. Keyboarder Gerrit Heinemann ist aber heute nicht mit dabei. Er ist auf Abwegen mit Kult Darsteller David Hasselhoff auf der Suche nach Freiheit.

Im Salle de Fête mit einer Programmänderung. Diorama ist kurzfristig ausgefallen und so schwingt sich Sänger Felix Marc stattdessen mit dem Electro Pop Duo Frozen Plasma auf die Bühne. Wir beschweren uns nicht und tanzen die Revolution. Zu Titeln wie „Age after Age“, „Foolish Dreams“ und „Eearthling“ wird getanzt was die Füße mitmachen. Mit „Safe. Dead. Harm.“ wird auch die gestern frisch erschienen erschienene Single präsentiert. Nach „Herz“ zieht es uns zurück ins La Chapiteau, wo Blutengel mit ihrer imposanten Bühnenshow, gefüllt mit allen Klischees der Gothic-Szene, auf uns warten.

Schöne Frauen, Feuer und literweise Kunstblut … einzig auf das Feuer müssen wir heute verzichten. Die Brandschutzverordnungen des Zeltes geben das wohl nicht her. Zu den ersten Klängen zu „Gott: Glaube“ bricht das Publikum in tosenden Applaus aus. Die kleineren technischen Schwierigkeiten werden von Chris Pohl mit viel Humor aufgenommen und so geht es weiter durch das Sortiment von Blutengel, sowohl akustisch, als auch visuell, mit Titeln wie „Lucifer“, „Engelsblut“ und „Say Something“. Auch in der Vergangenheit wird ordentlich gegraben und alte Klassiker wie „Bloody Pleasures“, „Children of the Night“ und „Seelenschmerz“ präsentiert. Besondere Mühe bereit sich Chris zu „Leitbild“, wozu er versucht auf unterschiedlichste Arten das Publikum zu motivieren sich lautstark mit „Nein, Nein“ am Refrain zu beteiligen. Den Abschluss setzen sie mit dem Titelsong des Aktuellen Albums „Black“.

Drinnen im Salle de Fête geht es als nächstes weiter mit Die Krupps. Oder soll es zumindest. Mit 15 Minuten Verspätungen und grob 7 Anläufen des Intros, die dann doch immer wieder abgewürgt werden, geht es los. Technische Probleme, schade.

Dann erwartet uns aber auch schon Subway to Sally im La Chapiteau, die mit einem ausgedehnten Händemeer zu „Grausame Schwester“ begrüßt werden. Weiter geht mit „Henkersbraut“, „Kleid aus Rosen“ und „Unsterblich“. Etwas moderner wird es schließlich mit „Eisblumen“, „Falscher Heiland“ und „Tanz auf dem Vulkan“. Nach ihrer Tour durch ihre ältere und jüngere Schaffensgeschichte darf natürlich auch der Publikumsliebling „Julia und die Räuber“ nicht fehlen. Auch wenn man sich durchaus die Frage stellen kann: Singt hier die Band für die Fans oder die Fans für die Band?

Danach geht es auf Selbstmordmission im Salle de Fête, wo Suicide Commando der Luft endgültig den gar ausmachen. Unter der Gewalt ihrer Beats können nur die ganz Hartgesottenen noch tanzen. Ein Tag voller Tanzmusik haben der Luft auch den letzten Rest Sauerstoff abgerungen. Die Verschnaufpausen zwischen den Bands hatten wenige Chancen den Zustand auf ein Normales Niveau zurück anzuheben.

Fürs große Finale geht es zurück in La Chapiteau mit VNV Nation. Unter donnerndem Jubel beginnt der Anfang vom Ende. Das Zelt ist rappel voll und dabei ist Suicide Commando noch nicht einmal mit ihrem Set durch, als es auch schon mit „Joy“ los geht. Weiter geht es danach mit einem Toptitel nach dem anderen, wie „Testament“, „Nemesis“ oder „Legion“. In seiner gewohnt minimalistischen aber energiegeladenen Show entfaltet Ronan Harris sein volles Potenzial. Mit „Honour“ wird es danach auch etwas romantischer, gefolgt von „Primary“. Zu „Illusion“ singt der Großteil des Zeltes mit und erzeugt eine Gänsehautstimmung die man wirklich selten erlebt. Danach wird es wieder etwas aktiver mit „Standing“ und „Space and Time“. Zu „Control“ wurde die mitsingende Menge so gewaltig, dass Ronans Stimme untergehen zu droht. Um das Eindrucksvolle Bild der leuchtenden Lichter zu „Nova“ einzufangen macht Ronan Harris kurzerhand ein Video, dass auch auf der Facebook-Seite von VNV Nation zu bestaunen ist. Den persönlichen Fan-Hochmoment hat zu „Resolution“ dann jemand der gar nicht da ist. Ein Videoanruf aus der ersten Reihe erregt die Aufmerksamkeit von Ronan, der sich kurzerhand das Handy hochreichen lässt und den Anruf von der Bühne aus weiter führt. Mit „Perpetual“ legten VNV Nation unseren persönlichen Abschluss.

Für uns neigt sich das Plage Noire 2018 dem Ende entgegen. Schmerzende Füße und der noch anstehende Heimweg zollen ihren Tribut und wir machen uns auf den Rückweg. Damit verabschieden wir uns und freuen uns darauf, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Zum Glück ist die Pause ja absehbar und dauert nicht noch einmal 9 Jahre an.

Plage Noire 2018 – So war der Freitag

Nach unserer Ankunft beim Plage Noire 2018 gibt es für uns erst einmal die Location zu begutachten, den Ferienpark Weißenhäuser Strand. Der Park vereint jede Menge Apartmenthäuser und Ferienwohnungen, die als Unterkunft für die Besucher bereitstehen. Für wen der Komfort eher zweitrangig ist, der hat nebenan auch die Wahl, auf dem Campingplatz zu nächtigen. Allerdings ist es Ende April und draußen noch entsprechend kühl. Hardcore-Camper schreckt das ja aber selten ab. Ergänzt werden die Apartmentblocks durch eine abwechslungsreiche Restaurantmeile und es bieten sich eine Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen an. Vom Kinderspielplatz, Abenteuer- Dschungelland bis zur Kegelbahn gibt es hier alles.

In Bezug auf die Familienfreundlichkeit und den Komfort sucht das Plage Noire 2018 im Vergleich mit anderen Festivals seinesgleichen. Des weiteren gibt es in unmittelbarer Nähe natürlich den Ostseestrand mit wunderbarem Blick aufs Meer inklusive. Da es zum Baden noch viel zu kalt ist, gibt es hier anderweitig Abhilfe, denn das subtropische Badeparadies lädt zum Abschalten oder Spaß haben im Wasser ein. Das Hauptaugenmerk liegt an diesem Wochenende aber natürlich auf dem musikalischen Programm. Für die verschiedenen Künstler sind drei Bühnen aufgebaut: La Chapiteau – die gewaltige Zeltbühne, Salle de Fête – der Veranstaltungssaal der Ferienanlage und La Rotonde – eine kleinere Bühne etwas abseits. Aber nicht nur auf den Bühnen gibt es Shows zu begutachten, der Catwalk für die Modeshows ist mitten in der Galerie zwischen den Restaurants aufgebaut. Genretypische Mode wird dort hautnah erlebt.

Plage Noire 2019 Infos + Tickets

Das Festival beginnt für uns mit Ost+Front. Nach einem langem Intro zum Einzug geht es direkt in die Vollen mit „Adrenalin“ über „Fiesta de sexo“ und „Afrika“. Nicht lange kommen wir in den Genuss der Berliner Neue-Deutsche-Härte-Band, denn nebenan wartet schon das nächste Highlight auf uns. Während Herrmann Ostfront und Co. noch rocken, geht es für uns weiter zu Noisuf-x im Salle de Fête. Das Ein-Mann-Electro-Projekt sorgt für Club-Feeling und bringt langsam Fahrt in die noch etwas von der Anreise erschöpften Musikbegeisterten. Also ab dafür und schwingt das Tanzbein.

Derweil bereiten sich Megaherz im La Chapiteau auf ihr Konzert vor. Das Zelt sieht noch etwas leer aus. Aber die Gesamtmaße sind so geplant, dass zu Stoßzeiten sämtliche Besucher des Festivals bequem dort Platz finden können. Apropos bequem Platz finden: Dort wo die anderen Bühnen nur eine bzw. mehrere Theken zu bieten haben, gibt es im La Chapiteau neben einer Rollibühne auch noch weitere Tribünen mit Sitzgelegenheiten – es sind war nur Klappstühle, aber jeder Festivalgänger freut sich nach einiger Zeit auf den Beinen er jegliche Sitzmöglichkeit. Hier befindet sich auch die VIP-Bühne, ausgestattet mit gemütlicheren Sitzgelegenheiten und eigener Theke. Durch die große Weite im Saal lässt leider die Stimmung am Anfang noch etwas auf sich warten. Megaherz lassen sich davon aber nicht beirren, also „Vorhang auf“ und Bühne frei.

Im dagegen winzigen La Rotonde ist die Stimmung bei Apron richtig am Kochen. Kein Wunder, in der ersten Reihe ist man nahezu auf Tuchfühlung mit Frontsänger Till Herence. Die Bands der kleineren Hallen lassen sich aber auch außerhalb der Hallen über Monitore live mitverfolgen, für Besucher denen es dort drinnen zu eng ist. Zurück zu Megaherz, wo es beim Hit „Zombieland“ endlich voller und voller wird. Die Hits zum Mitsingen „Glorreiche Zeiten“ und „Himmelsstürmer“ gibt es direkt hinterher. Auffällig und eindeutig positiv beim Plage Noire 2018 ist: Die Setlist aller Bands sind sehr lang und haben mit 75 Minuten – eher Konzert-Ausmaße. Für uns geht es nun aber wieder Richtung Salle de Fête zu Solar Fake. Auch hier machen sich die kühleren Außentemperaturen bemerkbar. Wo bei Noisuf-x der Saal „nur“ voll war, platzt er jetzt bald aus allen Nähten. Aber Platz zum Tanzen finden die begeisterten Fans immer. Und so verlangt Sänger Sven Friedrich nicht nur den Fans eine Menge ab, sondern lässt auch den Sauerstoffgehalt der Luft schwinden.

Nach einigen tiefen Atemzügen an der frischen Luft geht es zurück ins La Chapiteau, wo sich Mono Inc. schon mal bereit machen. Die Menge nach dem Auftritt von Megaherz hat sich mittlerweile ordentlich vergrößert. Die fallenden Temperaturen draußen scheuchen auch die letzten unentschlossenen vor die Bühnen. Mono Inc. eröffnen ihr Programm mit „Together Till the End“ und bieten  weiterhin „The Banks of Eden“ und „Arabia“ dar. Freudig verkündet Frontmann Martin Engler, dass die Band einen speziellen Gast mitgebracht habt – Roland Zeidler, mit dem sie „Potter’s Field“ und „Wonderful Life“ stimmstark zum Besten geben.

Nach dieser Show genehmigen wir uns erstmal eine kurze Pause und gesellen uns danach wieder ins große Zelt, vor die Bühne des Headliners am ersten Festivalabend. ASP eröffnen ihre Show mit „Mondscheinsirenade“, weiter geht es mit „Duett“, „Eisige Wirklichkeit“ und „20.000 Meilen“. Zu „Werben“ serviert Gitarrist Sören Jordan ein exzellentes Solo. Dies ist der letzte Live-Auftritt für ASP, nun gönnen sie sich eine Pause nach der letzten Tournee. Im Oktober diesen Jahres geht es für die Rockband allerdings auch schon wieder weiter. „Wir sind unbequem und weil ihr heute alle so schön im Hotel schlaft, hier etwas was euch das unbequemer macht“ und mit dieser Aussage von ASP geht es weiter mit „Astoria verfallen“. Auch das der Location angemessene Strandthema wird aufgegriffen und so wird uns „Bernsteinmeerengel“ voller Gefühl präsentiert. Weiter geht es mit „Wechselbalg“ durch „Die Untiefen“ und immer weiter vorwärts und abwärts mit „Schwarzes Blut“.

Nach vielen Jahren hat ASP es erfolgreich in ein Schulbuch geschafft. Ein Ethik-Schulbuch mit einem Zitat aus dem Lied „Ich bin ein wahrer Satan“. Traurig dabei ist, dass hier ein Lyrik-Wiki zitiert wird und das auch noch falsch. So steht dort Ziegenruf statt Ziegenhuf. Nach einer exemplarischen Darbietung des richtigen Textes, geht es weiter mit „Und ich tanzte“ und schließlich noch der Dauerbrenner „Ich will brennen“. Etwa 30 Minuten nach der Geisterstunde schlendern wir den kürzesten Weg in unserem Festivaldasein gen Unterkunft und freuen uns schon auf den kommenden Tag.