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Highfield Festival 2017 – So war der Samstag

Das Highfield Festival 2017 hatte nochmal Glück. Nach dem starker Regen und Gewitter am Freitagabend zur Unterbrechung führten, konnte am Abend das Programm wieder aufgenommen werden, wenn auch mit einigen Ausfällen wie z.B. dem Headliner-Autritt von Billy Talent oder Casper. Veranstalter Semmel Concerts und FKP Scorpio gaben über Nacht und noch am frühen Morgen mit vereinten Kräften alles, um das Festivalgelände am Störmthaler See wieder begehbar zumachen. Der zweite Tag lockte mit sonnig-warmen Temperaturen und insgesamt 17 Bands und Künstlern, darunter Milky Chance, Biffy Clyro, Kraftklub und Casper.

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highfield Festival 2018 Tickets + Infos:

Highfield Festival 2018 / Highfield 2018 / Highfield18

turbostaat

Im Januar 2016 ist mit „Abalonia“ das 6. Studioalbum der Husumer Band Turbostaat erschienen. In der Ur-Besetzung, die bereits seit über 17 Jahren besteht, sind Turbostatt dem Punkrock und vor allem sich selbst immer treu geblieben. Jan singt, Marten und Rotze spielen Gitarre, Tobert ist Bass und Peter an den Drums. Mit ihren voll-aufgedrehten Amps und der einzigartigen Mischung aus Punk und Melancholie bleiben die Nordlichter eine feste Größe in der deutschsprachigen Alternative-Welt. Das minimalistische Auftreten und die Bescheidenheit der Band überzeugt. Hier gibt es keine ständigen Gitarren oder Bass-Wechsel, sondern nur ein und die selbe Klampfe! Die Turbostaat-Fans haben Bock und sind textsicher. Die Setlist vergeht so schnell, dass man die Zeit komplett vergisst während Bassdrum und Bass so tight sind, dass der Punkrock einem regelrecht um die Ohren knallt.

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sxtn

Nura und Juju sind die Frontfrauen des Hip-Hop-Duos SXTN. Als weiblicher Pendant zu Aggro Berlin haben sich die beiden Berlinerinnen in den letzten beiden Jahren einen Namen gemacht. Sie rappen und nehmen dabei wie ihre männlichen Kollegen Haftbefehl oder Kool Savas eigentlich gar kein Blatt vor den Mund. Mit ihren Texten, die nicht immer frauenfreundlich gehalten sind, finden die selbsternannten Fotzen aber vor allem bei der weiblichen Zuhörschaft Anklang. Dass Frauen bei Texten wie „Hass Frau – du nichts, ich Mann“, der sie als reine Lustobjekte abstempelt lauthals mitgröhlen sieht man wirklich nicht alle Tage. Doch gerade durch diese Provokationen machen sie sich natürlich immer bekannter. Ihre Songs spiegeln das Leben beider Mädels wieder, mal wild, mal nachdenklich – aber ungefiltert und ehrlich. SXTN sind bereits das Sprachrohr einer Generation, die sich keine Gedanken über Morgen machen will und nur den Moment in vollen Zügen auskostet.

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fatoni

Fatoni steht für echtes Multi-Talent – und zwar als (Theater-)Schauspieler, Songwriter und Sänger. Den Wort-Sport betreibt er auf hohem Leistungs-Level! Unter seinem Decknamen, bürgerlich aber Anton Schneider, ist der Münchener mit seinen Songs „32 Grad“ und „Schlafentzug“ schon in den ein oder anderen Gehörgang eingedrungen. Seine Musik ist nicht gerade der typische Rap-Style von der Straße, Fatoni hat seinen ganz eigenen Stil mit originellen, deutschsprachigen Texten und frischen Beats. Im März hat er gerade erst sein Mixtape „Im Modus“ veröffentlich und zieht im Oktober schon wieder nach, mit einem Kollabo-Album mit Sängerin Mine namens Alle Liebe nachträglich“ .

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feine sahne fischfilet

Deutschlands Punkband Nummer 1 aus Mecklenburg Vorpommern spielt Punkrock. Unüberhörbar. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und all das sind auch Themen ihrer Musik. Seit ihrem umstrittenen Auftritt im Münchner Z-Bau sind sie deutschlandweit bekannt geworden. Ja, die Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi genaue Worte, was von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird eine gewaltige Party gefeiert, bei der niemand trocken bleibt. Schweiß- und Biergeruch liegt in der Luft und Bassist Kai surft im Bananaboot über die Crowd. Ein unglaubliches Bild. Manche Bands schaffen es einfach in Sekunden die Massen in Bewegung zu setzen.

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Mad caddies

Die Mad Caddies gibt es seit 1995. Und gerade die Mischung aus Ska-Punk mit Elementen aus Reggae, Dixie, Country, Pop und Swing sorgt für beständigen Erfolg. Hier wird keinesfalls gekuschelt, wenn die US-Band aus Kalifornien auf der Bühne steht. Fröhliche Klänge werden zum ausgelassenen Getöse. Hier wechselt der ganz harte Punk immer wieder zum entspannten Ska-Reggae. Da schwappt die kalifornische Relaxtheit, die Surfer-Attitüde und musikalische Fantasie regelrecht über.

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milky chance

Milky Chance verschachteln Pop, Folk und Reggae wirklich unverschämt gut miteinander. Und dabei sind die zwei Jungs absolut bodenständig. Der große Erfolg hat sich längst eingestellt. Und so zündet der Sound von Milky Chance direkt ein emotionales Feuerwerk in all den Synapsen der Zuschaue. Die Endorphin-Ausschüttung der Mädels in den ersten Reihen tourt auf Maximalleistung. Clemens Rehbeins sexy-soulige Stimme verschmilzt mit seiner Gitarre und dabei klingen die sonnigen Grooves im Hintergrund wie das Rezept zum Glücklich sein.

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sdp

SDP haben wieder einmal die Massen mobilisiert. Das Altersdurchschnitt im Publikum ist deutlich jünger geworden, als noch bei den Bands zuvor. Und dabei gilt Berlin-Spandau nicht gerade als musikalischer In-Bezirk der deutschen Hauptstadt. Aber die beiden Allround-Musiker Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin sind selbstbewusst und wissen genau, wie sie ihren angesagten Deutschrap-Funk ans Publikum rausjagen. Die Texte sind einfach gehalten, gehen ins Ohr und sind leicht zu merken. Hier steht mehr die Party und die Eskalation im Vordergrund, nicht das mit den Songs etwas bewegt wird, bis auf die Körper der Fans. Es geht ordentlich ab! Riesige Ballons werden in die Crowd geworfen, Tshirts werden abgefeuert, CO2-Fontänen und Flammen schießen in die Luft.

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biffy clyro

Nachdem Biffy Clyro in 2016 das aktuelle Album „Ellipsis“ veröffentlicht haben, musste natürlich auch eine Tour her und nun sind sie beim Deichbrand 2017 als Headliner zu sehen. Mit einem gewaltigen Lichtgewitter kommen Biffy Clyro auf die Bühne und zerreißen direkt mit dem ersten Song „Wolves of Winter“ von ihrem aktuellen Album „Ellipsis“ den Laden. Die Röhren der Fender-Amps laufen bei den derben Anschlägen der Saiten-Vergewohltätiger heiß. Sparsam gehen die drei Schotten mit ihrer Energie nicht um. Sie springen, treten in die Luft und holen alles aus ihrem Körper heraus. Vor der Firestage ist es proppenvoll und der stechende Strat-Sound von Frontmann Simon hagelt durch die PA. Mit sanften und harten Progressiv-Rock-Sounds, schmettern Biffy Clyro immer weitere Fetzen Seele in die Herzen der Fans. Die Lieder der drei halbnackten Schotten erinnern an einen guten Highschool Film mit einer schönen Prise schottischer Stahlsaiten zum Nachtisch. Die erfrischende Abwechslung zwischen gepfefferten Rocksongs und ruhigen Balladen, streuen eine große Portion Salz in die Wunde, wenn es heißt, dass das der letzte Song an diesem Abend ist – nach 1,5 Stunden Programm immerhin. Biffy Clyro haben einfach einen großen Vorteil vielen Bands gegenüber, sie sind nämlich eine verdammt gute Live-Band und ihr Repertoire an Hits wird von Album zu Album größer. Biffy’s Sound ist einzigartig und lebendig.

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kraftklub

Der Vorhang fällt und die Meute dreht durch … Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band. Es wird deutlich, bei diesem Headliner hat Veranstalter ESK Events auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Vor wenigen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub nun wirklich gemausert. Sänger Felix Brümmer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und einen ganzen Haufen junger Mädels, die über die gesamte Show hinweg mit auf der Bühne tanzen. Ein wenig politisch wird es aber auch, als Brümmer von seiner Strafanzeige in Verbindung mit einem AfD-Politiker berichtet, denn er habe die Partei als „Vollidioten“ bezeichnet. Das Publikum steht hinter dem KK-Frontmann, tausende Stimmen brüllen „AfD-Vollidioten“.

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casper

Deutschlands Ausnahme-Indie-Rapper Casper als abendlicher Headliner beim Highfield? Und ob! Zuletzt spielte Casper entweder auf den kleineren Stages oder früheren Slots, der Platz für die vielen Fans reichte damals kaum aus. Gut 2 Jahre später ist Benjamin Griffey noch erfolgreicher. Sein angekündigtes neues Album „Lang lebe der Tod!“ (VÖ 9-2017) wird bereits seit 1 Jahr sehnlichst von der Musikwelt erwartet, das Veröffentlichungsdatum verschob sich leider immer wieder. Ein neuer Zyklus im künstlerischen Schaffen von Casper ist bereits eingeläutet. Dunkel und eindringlicher geht es jetzt zu bei dem gebürtigen Extertaler und trotzdem hat er alles in unwiderstehliche Songs verpackt, die am heutigen Sonntag  gemeinsam mit der Bühnen-Pyrotechnik wie Zunder brennen. Mit aller Wucht ist Casper zurück, er sprintet und springt nur so über die Bühne und wird dafür vom Publikum ordentlich gefeiert.

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Hier geht’s lang zum Freitag und Sonntag beim Highfield Festival 2017!

Turbostaat: Auf dem Weg nach Abalonia, Klappe die Zweite

Nicht eins, nicht zwei, sondern drei Konzerte an der Zahl spielen Turbostaat in diesem Jahr in Berlin nacheinander. Nachdem sie im vergangenen Jahr ihr bis dato, größtes Clubkonzert in der Huxleys Neuen Welt am Hermannplatz gespielt haben, machen sie in diesem Jahr drei Mal das SO36 in der Oranienstraße voll. Kann man machen. Für jeden Tag haben Turbostaat eine andere Band im Vorprogramm eingestellt.

DIE TUNNEL

Pünktlich beginnt der Freitagabend mit einer Verspätung. Den heutigen Opener-Slot belegen „Die Tunnel“ aus Ort unbekannt. Ein bisschen Punk, ein bisschen Psychedelic und ein bisschen was Ranziges. So richtig kommen die Band und das Publikum nicht in Fahrt. Der Dampfer fährt also wenn dann erst bei Turbostaat ab. Trotz der öffentlichen Probe, finde ich haben die Jungs etwas – der Groove, der Genren-Mix und die Strukturen der jeweiligen Songs finde ich gar nicht mal so fehl am Platz. Ich würde mich freuen, wenn ich noch einmal etwas von euch hören würde.

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TURBOSTAAT

Einer von drei Tagen in Berlin liegt bereits hinter den Flensburgern Turbostaat. Nun folgt der zweite Tag. Es werden nur noch schnell der Ton und das Licht gecheckt und dann kann es auch schon losgehen. Der Platz zwischen den ersten Reihen wird so langsam eng. Ohne Graben geht es in die zweite Runde für Turbostaat an diesem Wochenende, Ring frei für „Ruperts Grün“. Der Song ist definitiv ein weiterer Meilenstein in der Turbostaat-Saga. Ich hasse es mittlerweile, ohne Fotograben zu fotografieren aber heute ist es eine ganz nette Angelegenheit. Das Publikum ist zwar außer sich aber dennoch sehr freundlich und vorsichtig im Umgang mit mir, in diesem Fall bekomme ich nur jeden zweiten Schlag in den Rücken, vielen Dank dafür. Die Fans haben Bock und sind textsicher. Die Setlist vergeht so schnell, sodass man die Zeit komplett vergisst.

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Der Gesang der Zuschauer ist so laut, dass es für Frontman Jan Windmeier ein Leichtes ist, seinen Fans die Hooks zu überlassen, um derzeit die Batterien seiner Technik zu überprüfen. Die Stimmung im SO36 ist überwältigend. In der Hälfte des Sets kommt dann endlich der lang ersehnte Song „Insel“. Die Stagediver surfen, die Biertrinker genießen und die Liebhaber halten die Augen geschlossen. Die Bassdrum und der Bass sind so intim tight, dass der Punkrock bis zur Pforte des Punk-Olymps knallt. Ich liebe den Sound der Husumianer.

Wenn es unter den Lesern auch keiner mehr so lange aushalten kann, es beginnt bald die Festivalsaison! Danke Turbostaat für den gelungenen Abend.

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Turbostaat touren ab Februar durch ganz Deutschland

Im vergangenen Jahr kam mit „Abalonia“ das neuste Album von Turbostaat auf den Markt. Seit 1999 gibt es die norddeutsche Punk-Rock-Band nun schon und insgesamt sechs Studioalben sind seither erschienen. Und weil es nun auch mal wieder Zeit für eine große Deutschlandtour ist, werden Turbostaat ab Februar 2017 bei über 30 Live-Shows und einigen Sommer-Festivals für gute Laune bei den Fan sorgen.

Wenn wir mal ehrlich sind, ist es gar nicht so einfach Musik mit deutschen Texten zu machen. Oft klingt man wie ein Zweitklässler bei einem Diktat oder eine betrunkene Mischung aus Goethe und Tocotronic. Umso erstaunlicher ist es, wie Turbostaat es schaffen ihr Kribbeln hinter den Augen in die richtigen und vor allem unprätentiösen Worte zu kleiden. Immer in Balance zum Instrumentarium sind die fünf Flensburger auf ihrer eigenen Spur unterwegs, deren Richtung nicht nur immer aufs Neue zu überraschen, erstaunen und aufzuzeigen weiß. Kompromisslose Liebe, träge Rastlosigkeit und kalte Wut ballt sich zum Monster im Wandschrank. Und da waren sie wieder, die besoffenen Goethe und Tocotronic. Turbostaat, verdammt!

Was Turbostaat aber wirklich ausmacht, erklärt euch die Band am Besten mit ihren eigenen Worten: „Was hätten wir wohl vor 15 Jahren geantwortet, hätte man uns damals danach gefragt, wie es in 15 Jahren mit der Band aussähe? „Keine Ahnung! – Wir brannten damals so dermaßen für die „Sache“, dass wir nur bis zur nächsten Probe, zum nächsten Konzert, zur nächsten Tour planten und keinen Gedanken an die Zukunft verschwendeten – geschweige denn, was in 15 Jahren passieren würde. Heute, nach 15 Jahren, 5 Platten, unzähligen Konzerten, Festivals und Touren ist die Band immer noch am Leben und aktiver als je zuvor.“

Das aktuelle Album von Turbostaat bekommt ihr bei Amazon:
„Abalonia“ Audio-CD, „Abalonia“ Vinyl-LP oder „Abalonia“ MP3-Download

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Weitere Informationen

Turbostaat – 17 Jahre Punkrock und eine Menge Berliner Freunde

Viele Punk- und Musikfans freuen sich schon eine halbe Ewigkeit auf diesen Abend. Schon ein paar Seitenstraßen vor dem Huxleys sieht man kleine Grüppchen mit Turbostaat-Merchandising. Heute können die Flensburger hoffentlich mehr Zuschauer in ihren Bann ziehen als am 31.01.2016, wo Turbostaat eine kleine Hörprobe des frisch veröffentlichten Albums „Abolonia“ in Tommys Weissbecker Haus in Berlin-Kreuzberg präsentierten. Leider gab es zu diesen Gig nur eine begrenzte Anzahl von Tickets, so dass viele Fans auf den heutigen Tag warten mussten.

Heute dürfen um Punkt 21 Uhr zwei Männer aus Berlin und München unter den Namen The Dope den Abend eröffnen. Schwere Gitarren-Rhythmen knallen durch den Saal, nicht wie bei den üblichen Doom oder Stoner-Bands, hier ist ein gewaltiger Touch Indie-Punkrock mit im Spiel. Es ist wirklich schwer die Musik von Gitarrist Rudi Maier und Schlagzeuger Franz Neugebauer zu beschreiben, zu mal ich das Konzept nicht ganz verstehe. Wer die Band zum ersten Mal sieht, ist sicher genau so verwirrt wie ich heute. Oftmals kommen andere Instrumente zum Vorschein, die gar nicht sichtbar wahr genommen werden. Gitarrist Rudi simuliert gelegentlich andere Instrumente wie Bass oder Geigen mit seiner Fender Squire, allerdings ist mir an diesem Abend nicht klar wie genau er das macht. Vielleicht Midi’s, Loops oder einfach nur ein polyphoner Octaver? Wer weiß, jedenfalls würde ich die Jungs gerne erneut besuchen. Trotz der leichten Verwirrung spielen The Dope eine wirklich interessante Mischung aus verschiedenen Genren.

Bildergalerie: So war THE DOPE live:

Das Publikum fühlt sich angesprochen und feiert das Duo. Nach ca. 30 Minuten ist das Set auch schon vorbei, aufgeregt geben sie nun die Bühne für Turbostaat frei. Umbaupause. Ich liebe es wenn Musiker, egal ob Headliner oder Vorband ihr Equipment selbst auf und abbauen. Punk! So stehen also die Flensburger Jungs bereits auf der Bühne und legen noch die letzten Kabel zu recht. Das Saal färbt sich schwarz und Turbostaat kommen auf die Bühne. Halbaufgeregt stehen sie vor der Berliner Menschenkulisse. Mit „Ruperts Grün“ starten die gezeichneten Flensburger in den Abend. Vollkommen egal welchen Song Turbostaat spielen, das Publikum ist textsicher. Der ganze Saal tanzt, springt und feiert.

Der siebente Song „Insel“, mein persönlicher Lieblingssong, reist die tanzwütige Punkrock-Meute förmlich auseinander. Die leichte Melancholie der Gitarrenmelodien und die lebendige, leicht kratzende Stimme, verpacken den grandiosen Stimmungsaufbau und Erhalt des walzenden Songs, der für mich die Band Turbostaat perfekt darstellt. „Habt ihr Bock zu singen“ schreit Sänger Jan in die Runde! Mit „Husum verdammt“ antwortet der Berliner Tanzsaal.

Bildergalerie: So war TURBOSTAAT live:

Das minimalistische Auftreten und die Bescheidenheit der Band überzeugt das Publikum mit tollem Sound an diesem Abend. Hier gibt es keine ständigen Gitarren oder Bass-Wechsel, sondern nur ein und die selbe Klampfe! Punk! Damit die Zuschauer Zeit zum Luft holen bekommen, kontert die Kapelle den Song „Wolter“ von der neuen Platte „Abolonia“ die Turbostaat im Januar veröffentlicht hat. Aber bevor sich der Song dem Ende zu neigt, baut sich ein Heer von alten Männern in Matrosen-Anzügen an linken Bühnenseite auf. Der alt Männerchor Shanty-Chor Reinickendorf, der bereits auf der Circus Halligalli Aufzeichnung in diesem Jahr, ihr Debüt mit Turbostaat und dem Titel Wolter feierte.

Auch wenn die Herren den Einsatz verpassen, stehen sie voller stolz und wirklich niedlich vor dem Berliner Publikum. „Das Durchschnittsalter liegt ca. bei 78 und wer dann noch auf ein Punkrock-Konzert geht, ist verdammt gut drauf!“ schreit Sänger Jan durch sein Mikrofon. Was mich an Turbostaat nach vielen Jahren begeistert ist der Umgang in der Band. Sie wirken immer noch so vorsichtig zueinander und sie gehen sehr behutsam miteinander um. Und das strahlt unglaublich viel Zufriedenheit aus. Und natürlich gehe ich auch wegen der Musik auf die Konzerte. haha. Trotz der ruhigen Ader spielen sie sehr intensiv, konzentriert und vertieft in ihre Musik. Die Zusammenstellung der Set-Liste finde ich heute toll, eine Mischung aus alten und neuen Songs, die dem Zuschauer auch eine kurze Pause von dem Tanzen und Springen bietet.

Mit den Worten „Mit Berlin verbinden wir viel“ starten Turbostaat ein Cover! Nicht irgendein Cover, sie spielen“ Frieda und die Bomben“ von den Lokalmatadoren Beatsteaks. Aber auch alte Stücke wie der fast ein Akkord-Riese „Sohnemann Heinz“ und „Alles bleibt konfus“ oder der Klassiker „Harm Rochel“ finden heute eine perfekte Platzierungen auf der Titelliste. „Ich weiß gar nicht wie man sich als Fan einer Punkrock-Band bedankt, aber wir machen das jetzt schon 17 Jahre, und ihr kommt und hört sogar zu. Danke dafür… Abalonia und Tschüss“! Kurzzeitig verlassen Turbostaat die Bühne. Nach einer kurzen Pause kommt das fünfer Quartett wieder zurück auf die Bretter! Sänger Jan Windeier möchte noch etwas loswerden “ ich habe mir heute Abend vorgenommen das hier zu genießen und es hat funktioniert, danke.“ Auf den Punkt genau starten Turbostaat mit „Geistersau“.

Nachdem sie nun das dritte Mal wieder zurück auf die Bühne kommen fragt Frontmann Jan „seid ihr mit alten Songs vertraut“? „Wir hatten gerade drei!“ 24 Songs, 110 Minuten später sind die Besucher vollkommen erledigt aber glücklich, dass Wochenende kann jetzt beginnen. Es ist sehr schwer über eine Band wie Turbostaat zu schreiben, denn alles was sie angehen, setzen sie wirklich einzigartig um. Sie bleiben sich und ihrem Weg extrem treu. Seien wir doch mal ehrlich, wer kann heut zutage noch in besetzen Häusern, Clubs und Festivals spielen? Turbostaat.

Das aktuelle Album von Turbostaat bekommt ihr bei Amazon:
„Abalonia“ Audio-CD„Abalonia“ Vinyl-LP oder „Abalonia“ MP3-Download

Mehr Informationen unter: turbostaat.de
oder auf Facebook und Twitter

Danke an:
Christoph Eisenmenger (Text und Fotos)

Punkrocker Turbostaat mit neuem Album »Abalonia« auf Tour

Was Turbostaat ausmacht erklärt euch die Band am Besten mit ihren eigenen Worten: „Was hätten wir wohl vor 15 Jahren geantwortet, hätte man uns damals danach gefragt, wie es in 15 Jahren mit der Band aussähe? „Keine Ahnung!“ – Wir brannten damals so dermaßen für die „Sache“, dass wir nur bis zur nächsten Probe, zum nächsten Konzert, zur nächsten Tour planten und keinen Gedanken an die Zukunft verschwendeten – geschweige denn, was in 15 Jahren passieren würde. Heute, nach 15 Jahren, 5 Platten, unzähligen Konzerten, Festivals und Touren ist die Band immer noch am Leben und aktiver als je zuvor.

Und sein wir mal ehrlich: es ist gar nicht so einfach Musik mit deutschen Texten zu machen. Entweder klingt man wie ein Zweitklässler bei einem Diktat oder eine betrunkene Mischung aus Goethe und Tocotronic. Umso erstaunlicher, wie Turbostaat es schaffen nun seit Jahr und Tag ihr Kribbeln hinter den Augen in die richtigen und vor allem unprätentiösen Worte zu kleiden. Immer in Balance zum Instrumentarium sind die fünf Flensburger auf ihrer eigenen Spur unterwegs, deren Richtung nicht nur immer aufs Neue zu überraschen, erstaunen und aufzuzeigen weiß. Kompromisslose Liebe, träge Rastlosigkeit und kalte Wut ballt sich zum Monster im Wandschrank. Und da waren sie wieder, die besoffenen Goethe und Tocotronic. Turbostaat, verdammt.

Das nagelneue Album von Turbostaat bekommt ihr bei Amazon:
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