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Eiszeit im Frühling: Eisbrecher in Hannover

Samstagabend um 18.30 Uhr vor der Swiss Life Hall in Hannover, heißt es erstmal anstehen. Die Schlange ist beträchtlich lang und so reiht man sich in die schon wartende Menschenmenge ein. Was als erstes auffällt ist, dass die Eisbrecher-Fans ein bunt gemischtes Völkchen sind. Von aufgestylten Damen im Gothicgewand, Metallern mit Kutte, bis hin zum Familienverband mit Mama, Papa und Kids. Eisbrecher wissen anscheinend genreübergreifend zu begeistern. Man ist gespannt auf das Konzert und der Einlass geht dann auch recht zügig voran, so dass pünktlich begonnen wird.

Faelder

Faelder sind in Hannover als Vorband mit dabei. Aber noch bevor die Band, die sich aus Mitgliedern von In Extremo und Unheilig zusammensetzt, die Bühne betreten darf, wird es „poetisch“: Eisbrecher-Frontmann Alexx betritt die Bühne – noch in zivil gekleidet – um ein kleines Gedicht über „Faelder“ vorzutragen. Eine nette Idee um die Vorband zu begrüßen. Und dann geht’s auch schon los. Mit einer Mischung aus Electro-Beats und Gothic-Pop mit deutschen Texten, spielen Faelder Songs von Ihrem Debütalbum „Unheilbar“ – welches im letzten Jahr veröffentlicht wurde. Sänger Kai Niemann ähnelt in seinem schwarzen Anzug und seiner Gestik irgendwie einem jungen Roland Kaiser. Die Songs sind schwer-düster und balladig aufgemacht und handeln von den nicht so schönen Momenten im Leben. Aber trotz der eher düsteren, melancholischen Stimmung der Texte, werden Faelder von den Besuchern mit viel Applaus geehrt. Da fällt es wohl auch nicht ins Gewicht, dass die Stimme von Niemann ab dem dritten Song merklich schwächer geworden ist.

Eisbrecher

In der etwas länger andauernden Umbaupause fällt einem auf, dass die Halle nicht ganz voll ist. Die Bühne wurde vor eine der Tribünen gebaut, so dass nur ein Teil mit Sitzplätzen genutzt wird. Diese ist allerdings voll belegt. Der Innenraum dagegen ist etwas sporadischer gefüllt. Aber so hat jeder Gast auch genug Platz und am Bierstand muss man nicht lang warten. Dennoch ist dieses Konzert am besten besucht auf der aktuellen „Ewiges Eis Tour“, denn in Hannover sind 3.000 Besucher zu verzeichnen.

Und nun geht’s endlich los. Das Saallicht geht aus und das Bühnenlicht, rote Spots hinter einem riesigen Banner, gehen an. Das Banner fällt zu Boden und Eisbrecher beginnen gleich mit „Zwischen uns“. Von der ersten Minuten an ist die Stimmung in der Swiss Life Hall voll da. Alle singen und tanzen mit. Ein gut gewählter Song zum Einstieg. Alexx singt den ersten Song vom hinteren Bühnenpodest aus. Die Bühne ist mit zwei Podesten und einem höheren Drumpodest in der Mitte ausgestattet. Ein Steg geht nach vorne ins Publikum. Dort begibt sich Alexx nach dem ersten Song hin, um das Publikum zu begrüßen. Gekleidet ganz in schwarz, mit Sonnenbrille und Nietengürtel, macht er wie immer eine gute Figur.

Nach ein paar Worten an die Besucher und ein paar Witzen über seine Sehstärke, kündigt er den zweiten Song an und vertut sich auch prompt in der Setlist, nimmt dieses aber mit Humor. Weiter geht’s mit Songs wie „Prototyp“, „Leider“, „1.000 Narben“, „Himmel Arsch und Zwirn“ und damit begeistern Eisbrecher alle angereisten Fans. Bei „Amok“ werden von den marineähnlich-gekleideten Bühnenhelfern vier Eisentonnen auf die Bühne geholt, hinter denen alle Mitmusiker Platz nehmen um dann wie bei der „Blue Man Group“ zu trommeln, während Alexx singt. Pünktlich zu „Eiszeit“ beginnt von der Hallendecke Kunstschnee hinab zu rieseln und alle Bandmitglieder kommen in dicker Winterjacken gehüllt auf die Bühne. Respekt, denn in der Halle ist es zu dieser Zeit schon wie in einer Sauna.

Zwischen den Songs wird das Publikum mit Sprüchen, Witzen und Mitmachaktionen bei Laune gehalten. Um seinen Kollegen eine kleine Pause hinter der Bühne zu gönnen, stellt sich Alexx dann mit einer Akustikgitarre bewaffnet in die Bühnenmitte, um mit dem Publikum den „Biene Maja Song“ zu singen, bevor es dann mit „This is deutsch“ weitergeht. Bei „Miststück“ darf dann auch jeder, der das Glück hat in der ersten Reihe zu stehen, auch mal ins Mikro singen, da Alexx in den Graben gewechselt ist. Nach gut 90 Minuten ist dann auch schon wieder alles vorbei. Wenn man sich umschaut, sieht man  durchweg strahlende und glückliche Gesichter. Die Leinestadt hat an diesem Abend wieder einmal mehr bewiesen, dass Konzerte in Hannover auch für die Zuschauer als auch die Band zu einem großen Highlight werden können.

Danke: Katrin Truckenbrodt (Text)

Trauerbewältigung auf Tour: Linkin Park’s Mike Shinoda in Hannover

Jeder Mensch geht mit dem Verlust geliebter Menschen anders um. Im Falle von Mike Shinoda hat dieser den Verlust seines Freundes und Linkin Park Co-Frontmann Chester Bennington über neue Musik verarbeitet. Im Juni 2018 ist sein Solo-Album „Post Traumatic“ erschienen, auf dem er mit dem Suizid seines Bandkollegen umzugehen versucht. Nachdem in 2018 nur vereinzelte Deutschlandtermine stattgefunden haben, steht nun die große Europa-Tournee an. Dabei wird Shinoda stets von Don Broco begleitet, die das Publikum im Vorprogramm auf Betriebstemperatur bringen sollen.

Don Broco

Als Don Broco auf die Bühne kommen, fallen einem direkt die Outfits der Band ins Auge. Einen Rollkragenpulli und eine Mischung aus Tank-Top und T-Shirt sieht man nicht täglich, auch nicht auf der Bühne. Die britische Rockband starte sofort voll durch. Frontmann Rob Damiani springt wild über die Bühne. Die Energie, die von der Band ausgeht, springt schnell auf das Publikum über. Der Sänger berichtet, in England sei es Tradition, wenn das „Baywatch Theme“ gespielt wird, dass man sein T-Shirt schnell auszieht um es über sich zu schwenken um für einen Moment seine Sorgen zu vergessen. Dies war z. B. auch der Anlass für Don Broco, den Song „T-Shirt Song“ zu schreiben. Nach einer knappen halben Stunde verabschiedet sich die Band unter tosendem Applaus von der Bühne.

Mike Shinoda

Das Licht geht aus und alle Smartphones gehen in die Luft. Ein Lächeln von Mike Shinoda reicht, um die Menge zum Kochen zu bringen. Ab der ersten Sekunde ist das Publikum stimmlich laut und deutlich zu hören. Dabei ist es egal, ob gerade ein Song von Shinodas Soloprojekt Fort Minor oder Linkin Park gespielt wird. „You guys know the new stuff, but do we have some Linkin Park-Fans here as well?“ Diese Frage kann ganz klar mit JA beantwortet werden. Es braucht nur die ersten Töne von „Castle Of Glass“, damit man sein eigenes Wort vor Jubel nicht mehr verstehen kann. Die Emotionen kochen hoch. Generell befinden wir uns auf einer Reise durch das gesamte Songrepertoire, welches sich Mike Shinoda über seine gesamte Künstlerkarriere aufgebaut hat. Auch dabei: „Prove You Wrong“, ein Song der bis vor kurzem nur auf Vinyl verfügbar gewesen ist. Auf einen Zuruf vom Publikum, den er nicht richtig verstanden hat, nimmt er kurzerhand seinen Lautsprecher aus dem Ohr und hält sein Ohr an das Mikrofon, um den Fan besser verstehen zu können. Direkt fällt ihm auf: „Why did I put my ear to the microphone? That was the weirdest I have ever done“. Damit hat der charismatische Sänger die Lacher auf jeden Fall auf seiner Seite.

„Yesterday was a weird day, we lost Keith Flint from The Prodigy. That Music wasn‘t around in the US at the time and ‚Firestarter‘ was so awesome to hear, it fucked my neck pretty bad from all the headbanging. It influenced me a lot“ sagt Mike sichtlich mitgenommen. „If you have suicidal thoughts talk to someone about it. There is so much to live for. At the same time, can you make some noise for Chester?“ – nach einem langen Applaus geht es weiter – „Don’t just remember the sad things, remember all the good memories you have with these songs. Now sing this song with me“.

Anschließend stimmt Mike Shinoda „In the End“ an. Nur auf dem Klavier begleitet, singt er seine Parts und das Publikum übernimmt lautstark die Parts von Chester. Ein Moment, der bei vielen Besuchern Gänsehaut auslöst. Nun neigt sich das Konzert dem Ende, es gibt aber noch eine Zugabe, die es in sich hat. Ganze sechs Songs werden gespielt. Darunter „Running From My Shadow“, bei welchem Mike es sich nicht nehmen lässt kurz zu Crowdsurfen. Zu „A Place for My Head“ wird es nochmal voll auf der Bühne. Der Song wird zusammen mit Don Bronco performed und lässt zum Schluss nochmal richtiges Linkin Park-Feeling aufkommen. Anschließend verabschiedet sich Mike unter verdientem Applaus von der Bühne, während im Hintergrund aus gegebenen Anlass „Smack My Bitch Up“ von The Prodigy läuft.

Aktuelle Tour: Max Giesinger auf (Durch-)Reise in Hannover

Der deutsche Sänger, Songwriter und Musikproduzent Max Giesinger ist nach zwei Jahren endlich wieder in Hannover zu Gast. Die Swiss Life Hall ist am ersten Freitagabend im März restlos ausverkauft. Zuletzt hat er im Mai 2017 beim NDR 2 Plaza Festival in der Nachmittagssonne die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert. Da hat man den smarten Sänger aus Baden-Württemberg noch getrost als Newcomer bezeichnet. In der Zwischenzeit ist jede Menge passiert. Dank großem Durchhaltevermögen und seinen zwei Alben „Laufen lernen“ und „Der Junge, der rennt“ schwimmt Giesinger verdient auf der Erfolgswelle. Mit seinem neuesten Werk „Reise“ (VÖ 11/2018) setzt der 30-jährige nun den musikalischen Aufstieg fort und befindet sich seit Mitte Februar auf gleichnamiger (und bisher größte) Tournee durch Deutschland. Insgesamt 15 Deutschlandkonzerte spielt Giesinger dabei mit seiner Band. Und dass der ehemalige Teilnehmer von The Voice of Germany (2012) eine aufregende Reise im Musikbusiness hinter sich hat, dürfte jedem klar sein, der Radio hört oder seine Hits in den sozialen Medien oder auf Spotify verfolgt. Kein Zweifel, Max Giesinger hat es geschafft, seine Songs werden im mehrstelligen Millionenbereich gehört.

Hinter Max Giesinger liegen drei verrückte Jahre. In 2016/17 hat er über dreihundert Konzerte gespielt. Auf Marktplätzen, in Burgen und Clubs, in Schlossparks und Stadien. Millionen Zuschauer haben seine Liveshows besucht. Doch auf dem Weg dahin ist nicht alles von vorne herein glatt gelaufen. Nach seiner Teilnahme bei TVOG und dem vierten Platz, ist die erste Single“Dach der Welt“ herausgekommen, der Hype um den smarten Sänger nimmt Fahrt auf. Doch leider sollte es zu diesem Zeitpunkt mit dem weiteren Erfolg und den Plattenfirmen noch nicht klappen. Entmutigt? Fehlanzeige. Sein 1. Album „Laufen Lernen“ hat Giesinger dann über eine Crowdfunding- Kampagne finanziert, danach aber endlich eine Plattenfirma gefunden, die seine Musik unterstützt. Mit den Nachfolger Album „Der Junge, der rennt“ kommt der den Durchbruch. Mit der Single „80 Millionen“ gelingt Max ein Ohrwurm und die Sommer-Hymne 2016. Sein unermüdlicher Antrieb zahlt sich aus, es folgen unzählige Festivalauftritte und eine Tour zum zweiten Album. In 2018 nimmt sich Giesinger eine sechswöchige Auszeit auf einer thailändischen Insel, nimmt sich Raum für neue Songs (zu hören auf „Reise“) und findet die Balance um den künstlerischen Erfolg zu verarbeiten.

Die Hannoveraner empfangen den Musiker herzlich. Und dieser fühlt sich im Scheinwerferlicht sichtlich wohl. In Begleitung seiner Liveband gibt es heute zwei Stunden lang Songs querbeet aus Giesingers musikalischer Schaffensgeschichte zu hören. Doch nicht nur auf der Bühne findet das Geschehen statt, bereits beim zweiten Song steigt Max von der Bühne, begrüßt per Handschlag die Fans in den ersten Reihen und mischt sich dann kurzerhand in die Menge. Ein Star zum Anfassen. Für viele der jungen Mädchen oder Familien mit Kids geht ein Traum in Erfüllung, sogar für ein Selfie ist hier und da Zeit. Etwa in der Mitte des Livesets wechselt erst Max ans Klavier ins Zentrum der Halle, wo ein extra Bereich abgetrennt ist. Danach folgt auch seine Band und gemeinsam musiziert die Gruppe dort einen stimmungsvolles Akustikteil, der mit vielen Smartphone-Lichtern begleitet wird. Die Stimmung steigt über den Abend immer höher. Wo zu Beginn auf den Tribünen überall die Menschen saßen, spätestens beim kreativen Medley aus 70/80/90er Jahre-Hits von Coolio, Take That und Cindy Lauper wird überall ausgelassen gefeiert und mit gesungen. Passender Weise hat Giesinger seine großen Hits „Wenn sie tanzt“ und später „80 Millionen“ auch eher ans Ende der Liveshow gelegt. Mit insgesamt 19 Songs und davon drei Zugaben beglückt er an diesem Abend jung und alt gleichermaßen. Max Giesinger selbst sagt über diesen Abend, es wäre für ihn das schönste Konzert auf der gesamten Tour gewesen.

Always Hardcore mit Scooter in Hannover

Seit über 25 Jahren heißt es für Scooter „Always Hardcore“ und getreu diesem Motto wird Anfang Dezember in der restlos ausverkauften Swiss Life Hall alles gegeben. Sowohl von H.P. Baxxter als auch den Hannoveraner Fans, doch der Reihe nach.

Schon am Einlass wird klar, dass Scooter während ihrer 25-jährigen Bandgeschichte nicht nur alte Fans halten können, sie begeistern auch heute noch viele jüngere Fans. So tummeln sich unter den Zuschauern am Dienstagabend nicht nur Männer mittleren Alters mit neonfarbenen „Hyper Hyper-Shirts“ bekleidet, auch Familien mit Großeltern, Eltern und Kindern scheinen sich auf EDM einigen zu können. Los geht die viertletzte Liveshow der derzeitigen „100 % Scooter – 25 Years Wild & Wicked“-Tournee mit DJ Jerome, der die Besucher mit aktuellen, elektronischen Chartstürmern für Scooter vorheizt.

Gegen halb zehn wird das Licht gedimmt und ein Bühnenblitz kündigt die Stars des Abends an. H.P. Baxxter betritt die Bühne und schreitet auf einer Show-Treppe hinab. Parallel dazu wird eine große silberne Hand enthüllt und Richtung Bühnendecke gezogen. Währenddessen erhebt die Hand langsam ihren Mittelfinger. Direkt zum Showbeginn zeigen Scooter, auf was sich die Massen in den nächsten zwei Stunden einstellen können. Zu „One (Always Hardcore)“ brennt gefühlt die halbe Bühne, H.P. springt in bester Laune quer über die Bühne, während ein Pyroeffekt nach dem nächsten abgefeuert wird.

Etwas im Hintergrund befinden sich auf der mehrstufigen Bühne die beiden Bandkollegen (Etnik Zarari und Michael Simon), die wie in Trance auf Synthesizer und Keyboards einhämmern. Was dazu bei keiner Scooter-Show fehlen darf, sind die Tänzer. Vier Mädels und zwei Jungs begleiten fast jeden Song mit stets wechselnden, heißen Bühnenoutfits. Nun könnte man vermuten, das H.P. mit seinen über 50 Jahren die Tänzer als Verstärkung braucht, um selbst etwas kürzer zu treten, aber weit gefehlt. Baxxter nutzt die volle Bühne aus und springt wie wild durch die Gegend. Er hat sogar jede Menge Moves einstudiert, die er synchron mit seinen Tänzer ausführt. Hut ab!

Neben allen Künstlern auf der Bühne ist ganz klar die Licht- und Pyroshow ein weiteres Highlight. Was hier an CO2, Feuereffekten und Bühnenblitzen abgefackelt wird, kann sich wirklich sehen lassen und durchaus mit einem Auftritt wie bei einem der großen EDM-Festivals mithalten. Scooter spielen ihre rund 2-stündige Show so routiniert runter, wie man das von einer Band mit über 25 Jahren Erfahrung erwarten kann. Jeder einzelne Song wird neu inszeniert und auch das Publikum wird stets mit eingebunden. Was bei den eingängigen „Lyrics“ auch nicht verwundert. Mit der Zugabe und dem Abschluss-Song „Hyper Hyper“, kocht der Saal noch einmal über und die knapp 5.000 Fans treten beseelt von den Beats ihre Heimreise an.

Harte Riffs und feuchte Hosen – Stone Sour in Hannover

Die letzte Europatour ist gerade erst vorbei, da treibt es Stone Sour schon wieder über den großen Teich. Dieses Mal stehen die Sommerfestivals im Vordergrund, aber auch die ein oder andere Clubshow steht auf dem Tour-Programm. Unterstützt werden die US-Alternative-Metaller bei letzteren stets von Nothing More. Dabei treibt es die beiden Bands auch nach Hannover, wo sie trotz des hochkarätigen Line-ups leider kein Sold-Out melden konnten.

Nothing More

Die Swiss Life Hall füllt sich, die Temperaturen steigen. Grund genug für Sänger Jonny Hawkins die Bühne um Punkt 20:00 Uhr oberkörperfrei zu erstürmen. Die Alternative-Metal-Band aus Texas heizt dem Publikum gleich ordentlich ein, sodass nicht nur auf der Bühne wild hin und her gesprungen wird, sondern auch das Publikum weiter auf Betriebstemperatur kommt. In einer sonst recht unspektakulären Show gibt es zum Ende aber nochmal ein Highlight: Das Schlagzeug wird in luftige Höhen gefahren, auf dem sich dabei besagter Sänger befindet und sich davon nicht weiter beirren lässt, die Stimmung anzufachen.

Stone Sour

Dann wird es kurz dunkel und wir können den Klängen der Blues Brothers lauschen. Kaum ist dies vorbei, legen Stone Sour mit “Whiplash Pants” und “Absolute Zero” kräftig los. Die anschließende Pause nutzt das Publikum, um den vermeintlichen Star des Abends zu huldigen: Corey Taylor. Laute “Corey”-Chöre, viel Geschrei und noch mehr Applaus – man merkt sofort für wen viele an diesem Abend den Weg auf sich genommen haben. Dieser zeigt sich gerührt, bedankt sich bei allen und stimmt professionell den nächsten Song, “Knievel has Landed”, an, zu dem es ordentlich Pyro gibt. Etwas ruhiger wird es kurz danach bei “Bother”, das Corey alleine mit einer Gitarre und einem textsicheren Publikum als Unterstützung performed.

Spätestens jetzt fällt auf, was Corey für eine wahnsinnige Stimme hat, bei der wirklich jeder Ton genau sitzt. Aber er ist auch ein guter Alleinunterhalter und sucht immer wieder die Nähe zu seinen Fans, wodurch er während der Show sogar nach einem Autogramm gefragt wird. Er fragt kurz in die Runde, was das soll, gibt aber schließlich nach, lässt die ganze Band unterschreiben und gibt es mit den Worten “We’re never doing that again” zurück. Beendet wird das Set anschließend mit “Song #3” und “Through Glass” und nochmal viel Pyro. Um eine Zugabe kommen aber auch Stone Sour nicht drum herum und so geben sie noch “RU486” und “Fabuless”, mit Unterstützung von Skydancern zum besten, bevor sich Stone Sour schließlich nach einem viel zu kurzen Set mit 75 Minuten komplett von ihren Fans verabschieden. Aber das ist wohl auch der einzige Kritikpunkt des Abends.

Dropkick Murphys in Hannover

Es ist Mittwoch Abend in der Swiss-Life-Hall. Die irisch-amerikanische Folk-Punk-Band Dropkick Murphys lädt zu einer rauschenden Party ein. Ein anfänglicher Blick durch die Menge zeigt, dass es heute nicht ganz ausverkauft ist. Was vielleicht auch besser so ist, schließlich ist man hier zum Tanzen und dafür kann man bei Klängen jeden auch etwas mehr Platz gebrauchen. Nach einem langen Intro geht es dann auch endlich los. Der Vorhang fällt zu „The lonesome Boatman“ und es wird mitgesungen was das zeugt hält. Ohne auch nur einen Moment Pause zu machen, leitet die Band direkt über zu „Rebels with a Cause“. Sänger Al Barr zeigt sich wenig gesprächig heute. Bei der Entscheidung, ob es Ansagen geben soll oder einfach mehr erstklassige Songs, haben die Songs scheinbar klar gewonnen. Gut für uns. Das Sextett nimmt uns weiter mit auf ihrer Reise in die Vergangenheit mit ihrem Hit „Sunday Hardcore Matinee“. Es geht aber auch noch weiter zurück mit „The Warrior’s Code“ und einem weiteren Abstecher in „The State of Massachusetts“. So schwelgt man doch gerne in Erinnerungen. Die Rocker geben alles und schieben uns mit Tempo wieder zurück ins hier und heute mit „I Had a Hat“.

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Richtig laut und ausgelassen wird es in der Swiss-Life Hall, als die ersten Takte von „Johnny, I hardly knew Ya“ ertönen. Textsicher schallt der Chor aus den Kehlen hunderter Fans. Kein Wunder, wurde doch neben zwei weiteren Songs, dieser Klassiker einer großen aber eher untypischen Fangemeinde zugänglich, als vor Jahren ein „Dropkick Murphys Track Pack“ für Guitar Hero 3 auf Xbox-360 und Playstation erschien. Nicht wenige der heute hier feiernden Zuschauer, haben diesen Song sicher selbst viele Male hoch- und runtergespielt.

Ruhiger, zumindest was das Tanzen angeht, wird es dann mit „Blood“ und geht über in ein schunkelndes Meer mit „First Class Loser“. Bis Al Barr und Co. ganz tief in ihrer Klassikerkiste graben. Herausgezogen wird „Wild Rover“, das mögen die Fans. Weiter geht es dann mit einem Song für alle die, die ihren Mut auch mal zusammen nehmen sollten. „Paying my Way“ ist ein Aufruf niemals aufzugeben, egal wie schlecht es einem geht oder aussieht. Es muss ja auch mal nachdenklich zu gehen. Aber eigentlich auch nur, umso fröhlicher danach weiterzumachen.Der Abend neigt sich dem Ende mit „Rose Tattoo“. Hier zeigen sich die Jungs aus Boston wieder von ihrer besten, musikalisch-handwerklichen Seite. Was dann folgt, kann wirklich von jedem Zuschauer an diesem Abend mitgegröhlt werden. „You’ll Never Walk Alone“ ist ein ikonisches Lied des britischen Fußball Clubs Liverpool. Er läutet sozusagen das Ende ein, um danach bei „I’m Shipping Up to Boston“ noch einmal richtig die Sau rauszulassen.

Nach mittlerweile zwei Konzertstunden und über zwanzig Hits aus dem großartigen Dropkick Murphys-Katalog, lassen sich die sechs Musiker doch noch eine Zugabe abschwatzen. Natürlich bleibt es nicht bei einem Song. Die Punkrocker schütteln sich einfach nochmal sieben weitere Hits aus den Ärmeln. „The Boys are Back“ on Stage und haben nichts anderes vor, als „Going out in Style“! Zu „Kiss me, I’m Shitfaced“ zieht es dann viele – vor allem weibliche Fans – auf die Bühne zum gemeinsamen Tanzen mit der Band. Das ist Fannähe! Mit „Until the Next Time“ verabschieden sich die Bostoner hier in Hannover. Hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen.

Wir machen die beste Hip-Hop Show Deutschlands – K.I.Z in Hannover

Hannover. Bereits vor einem knappen halben Jahr gab sich der Hip-Hop-Vierer K.I.Z in Hannover die Ehre. Damals spielten sie, ebenfalls auf ihrer „Hurra, die Welt geht unter“-Tour vor 1.000 Fans im ausverkauften Capitol. Auch nach so kurzer Zeit zeigen sich die Hannoveraner nicht müde, die Berliner Rüpel-Rapper gebührend zu empfangen. Nachdem die Zusatzshow für das Capitol in Linden-Mitte geplant war, verlegte man das Konzert schnell in die deutlich größere SwissLife Halle hoch. Zwischen St. Patricks Day und Ferienanfang verhalten sich die Fans zu Beginn der Show fast euphorisch. So ist auch am vergangenen Donnerstagabend das Konzert in der SwissLife Hall Hannover mit 5.000 Zuschauern, schon seit Wochen, bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Im Vorprogramm gibt es Deutsch-Rap zum Warmwerden. Genau wie K.I.Z stammt Rapper Flexis aus der Landeshauptstadt und auch er zeigt sich als echter Rotzlöffel, wenn auch als pfiffiger. Denn auch wenn der junge Mann bereits mit 13 seine ersten Zeilen schrieb und der Musik verfallen war, setzte er ein Jura Studium en top. Sicher ist sicher.

Die deutsche Hip-Hop-Formation K.I.Z aus Berlin steht bei Universal unter Vertrag. Ihre eingängigen Texte sind gespickt mit viel schwarzem Humor und Sarkasmus über das deutsche Vaterland. Maxim, Nico, Tarek und DJ Craft haben Deutschland mit ihrem „Charme“ regelrecht angesteckt und zeigen, dass man auf einem Deutschrap – Konzert auch mal richtig pogen kann. Weiter geht es provkoant und in bekannter K.I.Z. Manier wird alles abgewertet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Baum hin oder her, eigentlich machen die Berliner vor nichts Halt. Damit scheinen sie den Zahn der Zeit getroffen zu haben. Fast blind wirkend, folgen ihre vermehrt sehr jungen Fans und gröhlen mit, was das Zeug hält. Da scheint es auch nicht schlimm, dass K.I.Z. sich immer wieder über ihre Zuhörerschaft lustig machen.

Die Vierer-Formation hat dank dem neuen und erfolgreichem Album „Hurra, die Welt geht unter“ und ihrer großen Festival-Sommer-Tour 2015 ihre Fangemeinde mindestens verdoppelt. Auf der Bühne prangt ein großer weißer Vorhang auf dem ein kurzer Backstage-Film läuft. Natürlich gewohnt derb und frisch gedreht, nur wenige Stunden zuvor. Sex, Gewalt und Abwertung – scheint alles völlig normal.

Bildergalerie: So war K.I.Z live:

Als der Vorhang endlich fällt, sind die Fans ganz schön aus dem Häuschen. Hämmernder Bass dröhnt aus den Lautsprechern und schon fegen die vier K.I.Z-ler über die Bühne. Orangefarbende Fahnen mit dem K.I.Z-Logo wabern über die Menge. Der Blick ist nun frei für das imposante Bühnenbild der Berliner. Vier riesige Führer-Statuen (als Abbild der einzelnen K.I.Z-Mitglieder) stehen im Hintergrund und DJ-Craft hat seine Turntables hinter zwei Panzer-Attrappen eingebaut. Die drei Rapper Maxim, Tarek und Nico marschieren im Vordergrund im Militär-Look auf. Es gibt Hits der letzten Alben, wie das melodische „Urlaub fürs Gehirn“ oder die Klassiker „Ein Affe und ein Pferd“ und „Hurensohn“. In der Menge ist ein solcher Tumult, die Fans springen und pogen, gröhlen und feiern.

Auf welchem Rap-Konzert sieht man das sonst? Wer nach diesem Konzert mit trockenem Shirt oder ohne blaue Flecken seinen Heimweg antritt, der kann sich nur auf dem Klo versteckt haben. Da wird dann auch mal „Adolf Hitler“ als deutscher Bad-Boy besungen und man fragt sich, ob das alles so noch richtig ist. Bei dem Song „Abteilungsleiter der Liebe“ gibt es dann auch eine tolle Überraschung: Tarek, Maxim und Nico haben sich dafür, hinter Rednerpulten, mitten im Publikum positioniert. DJ Craft gibt derweil am Pult alles. Dass die Herrschaften immer wieder noch einen Draufsetzen können, zeigt Maxim dann bei „Käfigbett“, als er nur mit einer Windel bekleidet und Blut überströmt einen ungewöhnlichen Auftritt hinlegt.

Knappe zwei Stunden liefern die Hip-Hopper eine ernergiegeladene Show und dazu gibt es immer wieder krachende Effekte. Zu ihrem musikalischen Ohrwurm „Geld“ ballern die Vier mit zwei Konfetti-Kanonen Papiergeld mit ihrem Konterfei in die Menge. Vor allen Dingen gibt es aber viel Neues vom aktuellen Studioalbum. Natürlich derbe Schimpfwörter und Mitgröhl-Parolen inklusive. Ob „Ariane“,„Hurra die Welt geht unter“ oder „Wir“, die Stimmung in der SwissLife Hall ist auf dem Höhepunkt, vom Mush-Pit über die Wall of Death – dieses Konzert macht jeden feierwütigen Fan glücklich und pünktlich zum Ferienstart, darf der Kopf endlich abschalten.

Das aktuelle Album von K.I.Z bekommt ihr bei  Amazon:
„Hurra die Welt geht unter“ als Limitiere Special Box, als Standard Edition oder als Vinyl LP

Hier geht’s zum Interview mit K.I.Z:

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Weitere Informationen

Danke an:
Maria Graul für Bilder und Text

Fear never wins. Keep this in your mind – Deep Purple & Rival Sons in Hannover

Hannover. Es ist der Mittwoch nachdem ein mulmiges Gefühl in Hannover einzog und es wäre gelogen zu sagen, dass der Weg zum Konzert so unbeschwert wie immer gewesen sei. Es ist eine nachdenkliche Ruhe, die über die Stadt gezogen ist und lauscht man den Passanten, kann man immer wieder Gesprächen über die Geschehnisse um das abgesagte Länderspiel und die Anschläge in Paris lauschen. Natürlich hat sich das Bewusstsein der Stadtgesellschaft verändert und umso schöner ist es, sehen zu können, dass es rund 3.000 Musikbegeisterte nicht davon abhält, gemeinsam mit den Rockgiganten Deep Purple ein Zeichen für die Freiheit und das Leben zu setzen.

Ordentlich verspätet starten die Kalifornier Rival Sons mit wenigen, jedoch eindrucksvollen Worten ihr Set: „Fear never wins. Keep this in your mind! Something’s gonna happen tonight“. Der Vierer um Sänger Jay Buchanan gibt ordentlich Gas und beweist sich als perfekter Support-Act.

Bildergalerie: So waren RIVAL SONS live

Unter tosendem Applaus betreten gegen 21:45 Uhr die Classic-Rock-Helden Deep Purple die Bühne der SwissLife Hall. Sofort fällt auf, dass die Magie des Klanges einer Hammond-Orgel heutzutage eher selten durch die Konzertsäle dieser Welt schwebt. Hoch beeindruckt verteilt sich Gänsehaut auf dem gesamten Körper, spätestens aber, als Don Aireys –während seines Solos – die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ anspielt. Es ist ein starkes Symbol, was ganz offensichtlich keine Worte benötigt. Es ist in höchstem Maße Ausdruck von Freiheit, Frieden, Solidarität und Vielfalt.

Bildergalerie: So war DEEP PURPLE live

Die Band hat sichtlich Spaß. Es scheint, als würden alle fünf Musiker ihrem Publikum durchgehend hocherfreut entgegen grienen. Eine riesige Videoleinwand, welche die Bühne nach hinten begrenzt, ermöglicht es, dass jeder Besucher die Musiker ganz genau betrachten kann. Das Publikum heute Abend ist sowohl vom Altersschnitt, als auch charakterlich mehr als bunt gemischt. Die Ränge an beiden Seiten der ehemaligen Stadionsporthalle sind gut gefüllt und im Innenraum findet man, vom eleganten Fußwipper, über diverse grauhaarige Rockexperten, bis zum wilden Luftgitarrenvirtuosen, einfach alles.

Ian Gillan überzeugt stimmlich auf ganzer Linie. Der – unmerklich – 70-jährige trifft nicht nur die ganz hohen Töne auf den Punkt. Chapeau für diese musikalische Leistung. Den Hut allerdings, kann man vor allen Musikern dieser Show ziehen. Das war – völlig zu Recht – Rockmusik der Spitzenklasse! Besonderen Ausdruck fand dies während diverser Soli der fünf Künstler um Deep Purple.

Eine so authentische und ehrliche Musik bekommt man nicht alle Tage. Ein großartiger Abend der mit einem ungewohnten Gefühl begann und tief zufrieden endete.

Danke an Maria Graul für Bilder und Text.

Geballte Ladung Metal – Five Finger Death Punch und Papa Roach in Hannover

Hannover. Am Sonntag Abend steht ein außergewöhnliches Programm für Rock- und Metalfans auf dem Plan. Die Bands Five Finger Death Punch und Papa Roach aus den USA machen auf ihrer gemeinsamen Tour auch halt in Hannover. Mit im Gepäck haben sie, wie es sich für so ein kleines Mini-Rockfestival gehört, noch zwei weitere Bands ihres Genres. Da ist einmal die Metal- & Trancecore-Band Eskimo Callboy aus Deutschland und dann spielt noch Devil You Know, ebenfalls aus den USA angereist. Für dieses Spektakel sind 5.000 Zuschauer in die ausverkaufte SwissLife Hall in Hannover gepilgert.

Um 18:45 Uhr eröffnet die US-Metalcore Band Devil You Know aus Los Angeles mit einer kurzen aber wilden Show das abendliche Programm. Dabei stellen sie ihre neues Album „They Bleed Red“ vor und ernten ordentlich Applaus.

Danach wärmt die sechsköpfige Combo Eskimo Callboy mit ihren harten Gitarrenriffs und melodischen Klängen die Menge vor der Bühne auf und bringen das Publikum schonmal zum Abrocken. Ihr Musikmix vereint Metal- und Hardcore-Sounds gemeinsam mit Elektronik zu tanzbarer, moderner Gitarrenmusik. Die Band selbst existiert zwar erst seit 5 Jahren, ihre bisherigen drei Alben waren aber neben Deutschland auch in Nordamerika, Russland und Asien erfolgreich. Ihr aktuellstes Album „Crystals“ ging in die Top 10 der Albumcharts. Sänger Kevin Ratajczak und Partner Sebastian „Sushi“ Biesler batteln stimmlich um die Wette und legen einen perfekten Grundstein für zwei noch kommenden Headliner-Shows.

Das aktuelle Eskimo Callboy-Album bekommt ihr bei Amazon:
Audio-CD „Crystals oder MP3-Download „Crystals

Bildergalerie: So war ESKIMO CALLBOY live

Papa Roch – schon über 20 Jahre tummeln sie sich in der Rock-Musikwelt. Mit ihrem Hit „Last Resort“ landeten sie ihren ersten richtigen Kracher. In den letzten Jahren legten Papa Roach mit ihren neuen Alben ordentlich nach und produzierten viel neues, dass an die alten Erfolge anknüpfen kann. Der Spaßfaktor steht hier an erster Stelle, scheint es doch, als wären die vier US-Rocker um keinen Tag gealtert. Noch im Sommer rockte Papa Roach auf der GildePark-Bühne und nun lassen sie es zum zweiten Mal in diesem Jahr in Hannover krachen. Sänger und Frauenschwarm Jacoby Shaddix lässt es sich nicht nehmen, in direkten Fankontakt zu treten. Beim Song „Warriors“ klettern er von der Bühne und begrüsst seine Fans in den ersten Reihen. Dann fordert er die Massen bei den ersten zarten Klängen von „Blood Brothers“ zu einer großen Wall of Dead auf, die sich fast durch die gesamte SwissLifeHall öffnet und zum harten Refrain in wildem Tumult wieder schließt. Als großes Highlight gibt es dann eine sanfte Akkustik-Interpretation von „Scars“ bei der Jacoby’s gefühlvoll-raue Stimme von Jerry Horton’s Gitarre begleitet wird. Zu guter Letzt setzt der Frontmann zum Sprung in die Menge an um sich auf Händen durch die Massen und wieder zur Bühne tragen zu lassen. Die Liveshow von Papa Roach ist wie eh und je ein echtes Brett! Rock-Klassiker und neue Hits hauen sie wie am Fließband heraus und dazu gibt es Mush-Pits in der Menge. Am Ende bedankt sich Shaddix bei den Hannoveranern: „Thanks again for your love tonight“.

Das aktuelle Papa Roach-Album bekommt ihr bei Amazon:
Audio-CD „F.E.A.R. oder LP Vinyl + CD „F.E.A.R. oder MP3-Download „F.E.A.R.

Bildergalerie: So war PAPA ROACH live

Die US-amerikanische Metal-Band Five Finger Death Punch aus Las Vegas gibt es seit 2005. Dennoch sind sie seitdem zu einem der gefeiertsten Acts der Hardrock-Szene aufsteigen. Der Sound der fünfköpfigen Gruppe liegt irgendwo zwischen Alternative-, Heavy- und Groove-Metal. Ihr Debütalbum „The Way of the Fist“ (2007) stürmte die Charts und gewann Gold-Status. „Got Your Six“, mittlerweile das sechste Album, erschien Ende August 2015. Als um 22: 15 Uhr Headliner 5 Finger Death Punch die Bühne entern, gehen in der SwissLifeHall alle Hände zur „Fünf“ nach oben. Die Stimmung ist auf dem absoluten Höhepunkt. Frontmann Ivan „Ghost“ Moody hat sich zuvor einen silber-glänzenden Fantasy-Mikrofonständer bauen lassen, an und um den er sich an diesem Abend regelrecht herumschlingt. Man sieht des US-Metalern ihre Freude darüber an, wieder hier in Deutschland spielen zu können. Einfach ansteckend, wenn die Musiker nur so über die Bühne wirbeln und springen oder die Gitarren über dem Kopf gespielt werden, wild die Haare fliegen. Da kommen die Crowd-Surfer natürlich auf ihre Kosten. Five Finger Death Punch spielen ihre älteren aber vor allem die neuen Songs abwechslungsreich hart, härter und noch härter. An diesem Abend sollte kein T-Shirt trocken geblieben sein, weder vor noch auf der Bühne.

Das neue Album von Five Finger Death Punch bekommt ihr bei Amazon:
Audio-CD „Got your Six oder LP Vinyl + CD „Got your Six oder MP3-Download „Got your Six

Bildergalerie: So war FIVE FINGER DEATH PUNCH live

Rise Against, Refused und Great Collapse heizen Hannover ein

Hannover. Am vergangenem Sonntag zündeten Rise Against in der ausverkauften SwissLife Hall Hannover ein Punk-Rock-Feuerwerk der Superlative. Als Support – wenn man das in dieser Größenordnung überhaupt so nennen darf – eröffneten Great Collapse und Refused den Abend vor 5.000 feierwütigen Fans. Während sich die Temperaturen um die Nullgrad-Grenze bewegten und der Herbst in seiner ganzen Pracht in der Stadt an der Leine eingezogen war, pilgerten tausende punkbegeisterte Rise Against-Anhänger in die ehemalige Stadionsporthalle.

Pünktlich 18:30Uhr legen Great Collapse los. Es dauert keine zehn Minuten, bis die Temperaturen merklich steigen. Wen wundert das auch, immerhin besteht die Combo aus Mitgliedern einschlägiger Bands wie Strike Anywhere, Rise Against, Set Your Goals und Comeback Kid. Da schlägt das Hardcore-Herz schnell höher. Besonders wenn kurz danach mit Refused, eine der wichtigsten europäischen Punk-Hardcorebands der Neunziger Jahre ablöst. Es wird politisch und radikal, denn Refused sind – auch nach all den Jahren in den es ruhig um das Quartett war – ihrer Sache treu geblieben.

Die politischen Botschaften reißen auch bei Rise Against nicht ab und ganz ehrlich, in dieser so verrückten Zeit, schadet es wahrlich nicht, den Mund einmal mehr aufzumachen. Genau das ist es eben auch, was Rise Against ausmachen. Mit ihren zeitlosen Texten bewegen sie sich im Auge des gesellschaftskritischen Hurrikans. Aber neben all der Unzufriedenheit über geschlossene Grenzen und unmenschliche Zustände, hebt Sänger Tim McIlrath die deutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft mehr als hervor.

Durch eine gebrochene Hand ist es McIlrath an diesem Abend nicht möglich selbst die Gitarre zu spielen. Da er aber unter keinen Umständen eine Deutschlandshow absagen wollte, wird er durch The Lawrence Arms Schlagzeuger Neil Hennessy an den Saiten vertreten. Für eingefleischte Fans ist es vermutlich immer eine schwierige Nummer, wenn eine der führenden Punk-Hardcore Institutionen melodiöser und dadurch massentauglicher wird. Rise Against jedoch beweisen einmal mehr, dass in ihrem Erbgut das Punk-Rock-Gen fest verankert ist. So präsentiert sich uns eine abwechslungsreiche Show zwischen altbekannten Hymnen, mitreißenden Protestsongs und aktuellem Material des 2014 erschienenen Albums „The Black Market“.

Spätestens bei dem Akustik-Song „Hero of War“ verwandelt sich die Halle in einen gigantischen grölenden und schunkelnden Chor. Mit dem Klassiker „Savior“ endet die Zugabe und die Besucher werden mehr als glücklich in die Kälte der Nacht entlassen.

Das Rise Against-Album gibt’s bei Amazon:
Audio-Doppel-CD The Black Market oder LP Vinyl The Black Market

Bildergalerie:  So war GREAT COLLAPSE live

Bildergalerie:  So war REFUSED live

Bildergalerie:  So war RISE AGAINST live

Danke an Maria Graul für Bilder und Text.