Fallback

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Inhalt

Ragnarök Festival 2019: Der Samstag zeigt sich im besten Metalgewand

Nach dem unfreiwillig verkürzten Freitag mit nur neun Bands in ebenso vielen Stunden ist der Samstag dicht gepackt. Und das obwohl zwei Bands (Naglfar und XIV Dark Centuries) kurzfristig absagen mussten. Den beinahe 14-stündigen Metal-Marathon komplettieren Skeleton Witch und Gernotshagen. Letztere erhalten dafür Bonuspunkte, weil sie nur wenige Stunden vor dem Auftritt von ihrem Glück erfahren und spontan alles stehen und liegen lassen, um den Auftritt beim Ragnarök Festival 2019 möglich zu machen. Chapeau!

Munarheim

Mit einer Mischung aus Folk und Black-Metal läuten Munarheim den zweiten Festivaltag ein. Für den Fall, dass es noch nicht genug Metaller aus dem Schlafsack und vor die Bühne holt, bringen die Damen und Herren von Munarheim selbst genug Mitstreiter mit: Mehr als ein halbes Duzend Köpfe zählt die umtriebige Schar auf der Bühne. Natürlich finden sich wie auch 2017 zu dieser frühen Stunde (Punkt 12 Uhr Mittag) genug Metalheads ein, um Munarheim ordentlich zu feiern.

Firtan

Mit Pagan-Black-Metal aus deutschen Landen geht es direkt weiter. Auch Firtan sind Wiederholungstäter beim Ragnrök. Aber wie auch in der Vergangenheit müssen sie arg früh ran. Mit Schwung und Elan rocken sich die vier Jungs aus Baden-Württemberg durch ein abwechslungsreiches Set, das nichts zu wünschen übrig lässt.

Dalriada

Die Ungarn von Dalriada stimmen deutlich melodischere Töne an: Es darf geschunkelt werden. Die Mannen um Sängerin Laura stimmen ungarische Weiseheiten an und vertonen Legenden und Gedichte ihrer Heimat. Neben Flöte, Violine und Dudelsack kommt natürlich auch der Metal-Sound nicht zu kurz. In Summe ergibt sich ein Rundum-Sorglos-Paket für den fröhlichen Metalhead, der zufriedene Mienen zurück lässt.

Ash of Ashes

Das Pagan-Metal-Duo Ash of Ashes spielt auf dem Ragnarök seine erste Live-Show. Unterstützt von routinierten Kollegen zeigt sich jedoch, dass Bühnenerfahrung haufenweise vorhanden ist. Stimmgewaltig und episch kommen die Werke von Skaldir und Morten daher. Ein Hauch von Falkenbach weht durch die Stadthalle Lichtenfels. Gänsehaut inklusive.

Gernotshagen

Trotz des spontanen Auftritts spielen die Thüringer ein solides und routiniertes Brett. Pagan-Metal mit einem ausgeprägtem schwarzmetallischem Einschlag hauen die Jungs dem geneigten Publikum um die Ohren. So machen sie die Absage ihrer Thüringer Kollegen von XIV Dark Centuries schnell vergessen. An dieser Stelle gute Besserung an den Gitarristen und auf nächstes Jahr, für das XIV Dark Centuries bereits zugesagt haben.

Minas Morgul

Die Brandenburger Minas Morgul haben unlängst prominente Verstärkung bekommen. Nach dem Ausstieg von Rico im letzten Jahr, brüllt nun Robse von Equilibrium ins Mikrofon. Natürlich steht damit das letzte Werk „Niedergang“ im Vordergrund. Dennoch mischen die Kollegen aus der Nazghul-Festung ihre Setlist ordentlich durch und zaubern eine gute schwarz-metallische Mischung aus Alt und Neu aufs Parkett.

Mors principium est

Von Mittelerde geht die Reise ins kühle Finnland. Vor einer Erkältung muss sich aber keiner fürchten. Die Melodic-Deather um Frontmann Ville Viljanen haben zwar keine Sauna im Gepäck, heizen dem Publikum dennoch ordentlich ein. Die Griffbrett-Flitzer blicken auf eine 20-jährigen Bandgeschichte zurück und können auf so manchen Nackenbrecher zurückgreifen. Das tut der Fünfer natürlich nur all zu gern, was zu dem einen oder anderen Schleudertrauma und steifen Nacken geführt haben dürfte.

Ragnarök Festival 2020 Infos:

Weltuntergang im fränkischen Lichtenfels: Freitag beim Ragnarök Festival 2019

Prognosen zum Weltuntergang haben alle eines gemeinsam: Kleinlaut muss der Prophet im Nachhinein zugeben, sich geirrt zu haben. Ob Maya-Anhänger oder Scientologen: sie lagen alle bisher ganz daneben … Ganz daneben? Nein! Eine von unbeugsamen fränkischen Metalheads bevölkerte Stadt hört nicht auf, Jahr um Jahr den Weltuntergang zu feiern. Wir befinden uns im Jahr 2019 n. Chr. und ganz Lichtenfels ist von langhaarigen, überwiegend schwarzgewandeten Gestalten besetzt: Es ist wieder eine Woche nach Ostern – Zeit für die Festivalinstitution, wenn es um Folk-, Pagan- und Black-Metal geht: Das Ragnarök.

Die diesjährige Ausgabe ist vom Pech verfolgt. Nicht nur, dass das beinahe sommerliche Osterwetter pünktlich am Freitag nasskaltem Aprilwetter weicht. Nein, es kommt noch schlimmer: Die skandinavische Fluggesellschaft SAS streikt und verhindert so die Anreise von God Dethroned und Naglfar. Skeleton Witch hingegen kommen einen ganzen Tag später als geplant. Glück im Unglück, dass sie ursprünglich den Rausschmeißer für Freitag geben sollten. Nun ersetzen sie Naglfar am Samstag. Der Freitag fällt deutlich kürzer aus als geplant. Aber dabei bleibt es leider nicht. Auch XIV Dark Centuries müssen krankheitsbedingt die Segel streichen. Zum Glück springen die Freunde von Gernotshagen spontan ein.

Freitag beim Ragnarök 2019

Atlas Pain

Die Epic Metaller Atlas Pain aus Bella Italia läuten die 2019er Ausgabe des Ragnarök mit viel Schwung und Spielfreude ein. Mal groovig, mal episch bringt das Mailänder Quartett viel Power aufs Parkett. Trotz der frühen Stunde geht die Meute auch schon gut mit und das neue Album „Tales of a Pathfinder“ findet neue Abnehmer.

Midvinterblot

Deutlich traditioneller, aber ähnlich schwungvoll gehen die Schweden Midvinterblot zu Werke. Mit Flöte und Fidel garniert wird Folk-Metal in bester Schunkelmanier unter das willige Festivalpublikum gebracht. Natürlich kommen auch Nackenbrecher nicht zu kurz. So kann es weitergehen.

Eïs (Galeere – anniversary show)

Nach nun bald 15 Jahren Bandgeschichte legen Alboin und seine Mitstreiter eine bis auf weiteres unbegrenzte Schaffenspause ein. Als wäre das nicht Grund genug, sie entsprechend zu würdigen, jährt sich auch das Erscheinungsdatum des dritten Albums „Galeere“ zum 10. Mal. Seinerzeit noch als Geïst bekannt, erzählt dieses Album von den lichtlosen Tiefen, untoten Kapitänen und dem Zorn Poseidons. In der ersten von zwei Shows an diesem Wochenende nun auch live und in gewohnt epischem Soundgewand.

Nothgard

Die Deggendorfer sind wahrlich keine unbekannten mehr auf dem Ragnarök Festival. Nach 2013 und 2015 schallt nun zum dritten Mal epischer Melodic Death von der Bühne. Das Quartett aus Bayern ist mit viel Spielfreude und druckvollen Riffs ausgestattet und heizt so dem Publikum ordentlich ein.

Agrypnie

Sänger Torsten ist mit Agrypnie und Nocte Obducta quasi Stammgast beim Ragnarök. Dieses Jahr gibt es abgesehen vom Opener „Der tote Trakt“ nur Songs vom letzten Album „Grenzgænger“ zu hören. Das stört keinen, denn auch das 2018er Werk strotzt vor epischen Nackenbrechern wie „Aus Zeit erhebt sich Ewigkeit“ und „In die Tiefe“. Viel zu schnell sind 40 intensive Minuten vorüber.

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Leinen los: Wikinger, Piraten und Freibeuter entern das Ragnarök Festival 2018

Der zweite Tag vom Ragnarök Festival 2018 fährt unter der Jolly Roger – Piraten-Metal ist angesagt. Den Anfang machen Calico aus der Schweiz. Nun sind die Eidgenossen nicht unbedingt für ihre Piraten- oder gar Seefahrer-Tradition bekannt, aber die Jungs und ihr Papagei machen ihre Sache ganz ordentlich. Von der karibischen Schweiz geht es weiter nach Ägypten – zumindest dem Namen nach. Die Löwengötter vom Nil haben kalten, leicht thrashigen Black-Metal im Gepäck. Auch Maahes machen ihre Sache sehr ordentlich und stimmen die sich füllende Stadthalle Lichtenfels auf das folgenden vielseitige Programm ein.

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Ragnarök Festival 2019 / Ragnarök 2019

Bucovina

Mit den Rumänen Bucovina wird es wieder traditioneller. Mustergültiger Pagan-Metal mit vielen Anleihen aus dem klassischen Heavy-Metal einschließlich der Ventilatoren für die fliegende Wallemähne. Sieben Songs hat das Quartett heute im Gepäck und gibt damit einen guten Überblick aus den 3,5 veröffentlichten Langspielern. Vielseitig und druckvoll so kann man den Auftritt beschreiben. Sowohl Trümmerparts als epische Klargesänge sitzen sehr zur Freude der Fans.

Enisum

Von der Donau wechseln wir ins Piemont und werden etwas verträumter. Enisum aus Turin bieten dem geneigten Hörer eine Darbietung aus dem Bereich des atmosphärischen Black-Metal. Ganz fernab des klischeebehafteten, meist etwas schwülstigen italienischem Metals erinnert das ganze eher die großen Wolves in the Throneroom denn an Elvenking. Schon mit dem ersten Song, „Balance of Insanity“ vom letzten Album ‚Seasons of Desolation“ fesseln Enisum ihrer Hörerschaft. In den folgenden gut 35 Minuten geht die Reise durch die letzten drei Alben. Auf „Snowstorm“ folgt „…of Desolation“ und „Still Life“. Um dann mit „The Place where you die“ und „Mountain’s Spirit“ zu beschließen. Ein echtes Highlight.

Harpyie

Stilistisch sind Harpyie eine 180-Grad-Wendung im Vergleich zu Enisum – Spaß machen sie trotzdem. Die Folk-Metaller klingen wie der kleine, dreckige Bruder von Subway to Sally, was irgendwie passt. Harpyien sind in der Mythologie auch eher als hässlich und dreckig bekannt. Mit „Anima“ und „Berserker“ heizen Geigerin Mechthild und ihrer Kollegen dem Publikum auch mächtig ein. Eindrucksvoll ist neben der Spielkunst bei „Anima“ vor allem die gefühlt überlebensgroße Harpyien-Maske von Sänger Aello. Dass der riesige Schnabel nicht beim Singen stört, ist doppelt bemerkenswert. Ebenso bemerkenswert ist, wie Mechthild jeden Ton auf der Geige trifft, obwohl sie gleichzeitig wie ein Derwisch über die Bühne tanzt und springt.

In the Woods

Mit „Heart of Ages“ lieferten In the Woods eines der einflussreichsten Alben der 90er Jahre ab. Leider konnten sie im Folgenden nie wieder ganz an dieses Niveau anknüpfen und lösten sich nach zwei mäßig erfolgreichen Alben folgerichtig mit der Jahrtausendwende auf. Etwas überraschend gab die Band dann vor drei Jahren bekannt, sich wieder zu reformieren. Seit 2016 entern die Bottari-Zwillinge wieder die Bühnen und mit „Pure“ folgte sogar ein weiteres Album. Heute gibt es neben alten Klassikern auch neueres progressiveres Liedgut zu hören. Der Sänger Mr. Fog hat dabei einen wirklichen guten Tag erwischt – ähnlich wie der Soundengineer. Während bei anderen Auftritt gerade die alten Songs nicht wieder zu erkennen waren, entfallen die Klassiker von der „Heart of Ages“ ihre Wirkung. So gerne öfter.

Fejd

Nach der tragisch, elegischen Musik aus Norwegen wird es beschwingt und schwedisch. Die Brüder Patrik und Niklas Rimmerfors bringen mit Bouzouki und Nyckelharpa sehr traditionelle Instrumente mit. Untermalt von groovigen Metal bringen die beiden einen energiegeladenen Song nach dem anderen. Fejd präsentieren Folk-Metal, der direkt in die Beine geht. Wer bei Songs wie „Härjarnen“,“Gryning“, „Trolldom“ oder „Yggdrasil“ stillstehen kann, muss taub sein.

Ragnarök Festival 2018: Pack das Trinkhorn ein, es ist wieder soweit!

Eigentlich ist der Weltuntergang kein Grund zum Feiern. Wenn er jedoch bereits zum 15. Mal friedlich und in diesem Jahr noch dazu im allerbesten Prachtwetter stattfindet, dann fließt der Met in Hülle und Fülle. Und nicht nur der Met. Schon seit vielen Jahren pilgern langhaarige, überwiegend schwarzgewandete Gestalten in das fränkische Lichtenfels. Einige Einheimische fürchten dabei um Haus und Hof. Schließlich sieht doch so mancher Metalhead gar zum Fürchten aus – verglichen mit dem gottesfürchtigen Pilgervolk, was sonst die Gegend zwischen Kloster Banz und Vierzehnheiligen bevölkert. Das schwerwiegendste Vorkommnis ist ein demoliertes Zelt im Rahmen eines alkoholinduzierten Eifersuchtsdramas. Ansonsten melden Polizei und Rettungsdienst Entspannung auf ganzer Ebene.

Das gilt auch für die Festivalbesucher: Nach dem eisigen Gastspiel der Frostriesen im letzten Jahr, erwarten den geneigten Festivalbesucher in diesem Jahr fast sommerliche Temperaturen. Zum gefühlt ersten Mal in diesem Jahr zeigt sich der Frühling in voller Pracht bei Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad. Die Stadthalle Lichtenfels ist dennoch fast durchgehend gut gefüllt, denn beim Ragnarök Festival 2018 spielen alte Szenegrößen (Einherjer, Thyrfing, Equilibrium) neben spannenden Newcomern (Saor, Enisum, Vanaheim) der heidnischen Metalszene – wie jedes Jahr bei perfekter Organisation und überwiegend vernünftigem Sound. Leider bekommt das Catering eher eine 4 minus, denn das Essen macht zwar satt und das Bier löscht den Durst, doch hat Franken eigentlich sehr viel mehr Kulinaritäten zu bieten. Die Welthauptstadt des Bieres, Bamberg, liegt ja quasi um die Ecke. Aber das haben auch einige Einheimische erkannt. Der Grill mit den netten, älteren Herren aus der Region versorgt den Connaisseur mit einheimischen Alternativen.

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Ragnarök Festival 2019 / Ragnarök 2019

Wolves Den

Die Rolle des Festival-Openers ist undankbar und dennoch füllen Wolves Den die Rolle mit Bravour aus. Für die frühe Stunde – sofern man 14 Uhr als früh bezeichnen möchte – ist die Halle schon knacke voll. Die Münchner um den ehemaligen Equilibrium-Sänger zieht deutlich mehr Besucher an als mancher vermeintliche Headliner – und das zu Recht. Geboten wird schnörkelloser Black-Metal, der ins Ohr geht – und in den Nacken. Insbesondere der Title-Track vom Debut-Album „Deus Vult“ ist ein Nackenbrecher. Mangels einer ellenlangen Liste an Veröffentlichungen steht der Auftritt auch ganz im Zeichen des 2015er Erstlingswerks. Auf „Gedeih und Verderb“ und „Schwarzes Firmament“ folgen Dysterborn und das bereits genannte „Deus Vult“. Natürlich hat das Quartett auch einen neuen, noch namenlosen Song im Gepäck. Erstes Fazit: Man darf sich freuen

Dawn of Disease

Weiter geht es nach kurzer Umbaupause auf der Nachbarbühne mit der melodischen Death-Metal-Kombo Dawn of Disease. Der Fünfer aus Osnabrück hat ein paar mehr Alben im Gepäck – kein Wunder es gibt sie auch schon mehr als ein Jahrzehnt länger. Gekonnt groovt sich der Fünfer Tracks des letztjährigen Albums „Ascension Gate“. Aber auch die älteren Alben kommen zu ihrem Recht.

Vanaheim

Die Niederländer Vanaheim borgen heftig in skandinavischen Gefilden. Sollten Wardruna und Finntroll jemals eine Kooperation anstreben, würde es wohl klingen wie Vanaheim. Die Holländer verbinden energiegeladenen Humppa-Metal mit eindrucksvollen, bisweilen epischen Klargesangseinlagen untermalt von traditionellen Instrumenten. Ganz zündet diese Kombination nicht, aber die Spielfreude des Fünfers und die beeindruckende Stimme von Fronter Zino van Leerdam helfen dem geneigten Hörer gern darüber hinweg.

Nailed to Obscurity

Nailed to Obscurity – benannt nach einem Song vom Debütalbum von Hate Eternal – setzen einen gelungenen Kontrapunkt zwischen zwei auf Spaß gepolte Folk- und Pagan-Metalbands. Mit insgesamt drei Alben im Gepäck bringen die Niedersachsen anspruchsvollen Melodic Doom/Death-Metal mit. Nicht immer einfach, aber druckvoll und mit klarem Sound nimmt das Quintett das Publikum schnell für sich ein.

Grimner

Hilfe, die Trolle sind los! Diesmal nicht Finnen sondern die Schweden. Grimner entfesseln auf der Bühne den Folk-Metal-Wahnsinn. Mit dem gleichnamigen Stück vom neuen Album „Vanadrottning“ eröffnet das Sextett den munteren Reigen. Flöter Johan tanzt wie ein Derwisch – ohne dabei einmal daneben zu greifen und Bassist David rollt mit den Augen wie ein Pferd kurz vor dem Durchgehen. 45 Minuten oder sieben Songs voller Spielfreude sorgen für fliegende Mähnen und kleinere Moshpits.

So war das Ragnarök Festival 2017 – Samstag

Munarheim aus Coburg eröffnen den zweiten Tag vom Ragnarök Festival 2017. Obwohl sich der Samstag anschickt, die frostig-nasse Seite des Aprils voll auszuschöpfen, haben sich einige hundert Fans vor der Bühne eingefunden – mehr als so manch spätere Band ziehen kann. Schwarzmetallischer Zorn mit einem großzügigen Schuss Folk bringt gleich mächtig Stimmung und animiert das Publikum zum Tanzen und Feiern.

FERNDAL

Weniger folkig kommen Ferndal aus Münster daher. Der Fünfer um Sänger Sorathiel begibt sich in tiefschwarze Metalgefilde, grenzt sich durch die Cellistin Lestaya deutlich von der Konkurrenz ab. So vielseitig wie die genannten Einflüsse, die von Bach bis Windir reichen, kommt auch die Musik daher. Zwar ist das Repertoire noch nicht so ausufernd – das Debüt ist zufällig am Vortag in den Handel gekommen – aber das Publikum kommt klar auf seine Kosten. Von schwarz-metallischer Raserei zu erhabenen Hymnen ist alles dabei. Klargesang und Gekeife gehen Hand in Hand, immer untermalt von einem melancholischen Violoncello. Ein gelungener erster Auftritt und ein rauschender Auftakt in den Geburtstag von EÏS-Mastermind Albion an den Drums.

Ferndal BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

mallevs maleficarvm

Auch Mallevs Maleficarvm habe ihr gerade mal einen Tag altes Debüt-Album im Gepäck. Sänger Robse bekannt durch die Gassenhauer Equilibrium frönt hier seiner Lust am unverfälschten Black-Metal. Deutlich gradliniger als die gerade verklungenen Ferndal rumpeln sich die Bochholter durch ihr Set. Viel Innovatives gibt es dabei nicht zu hören, aber die Avantgarde strebt das Quintett auch gar nicht an. Stattdessen werden fleißig Riffs zwischen Immortal und alten Amon Amarth geschrubbt. Kreisende Mähnen im Publikum zeugen davon, dass der Hexenhammer deutlich besser ankommt als das spätmittelalterliche Original.

Mallevs maleficarvm BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

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SEAR BLISS

Exotischer wird es im Anschluss mit den Ungarn Sear Bliss. Posaune und Black-Metal – kann das funktionieren? Über 20 Jahre Bandgeschichte sprechen für ein klares Ja. Zwar steht die Posaune erst seit der Jahrtausendwende im Lineup, aber das macht sie nicht weniger stimmig. Zuletzt ist es jedoch etwas still um András Nagy und seine Mitstreiter geworden. Das letzte Album datiert auf das Jahr 2012. Es wird Zeit für ein Lebenszeit und das erschallt in Form von „Two Worlds Collide“ vom 2004er ‚Glory and Perdition‘. Mit Songs wie „A Deathly Illusion“ und „Somewhere“ weisen Sear Bliss eindrucksvoll nach, dass Posaunen auch im Metal ihre Berechtigung haben.

Sear bliss BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

Asenblut

Asenblut sind alles andere als exotisch. Klassischer Pagan-Metal mit je einer Prise Thrash- und Black-Metal. Trotz des fehlenden Bassers ziehen die Jungs um den Muskelberg namens Tetzel eine energiegeladene Show ab. Beide Gitarren spielen sich in eine Raserei und schäumen geradezu vor Spielfreude. Ein Solo jagt das nächste und Fronter Tetzel tobt wie ein Derwisch über die Bühne.

asenblut BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

black messiah

Auch Black Messiah sind keine Exoten, ganz im Gegenteil. Die Urgesteine der Folk-Metal-Szene turnen schon 25 Jahre über die Bühnen dieser Welt. Bewaffnet mit Fidel und dem üblichem Metal-Instrumentarium bieten die Schalker alles zwischen Saufliedern („Wildsau“) und ernstem Pagan-Hymnen wie „Lindisfarne“. Spaß haben die Veteranen des Pagan-Metals allemal und auch der Sound macht mit. „Gulsveig“, „Irminsul“ und „Windloni“ sind die weitere Ziele auf der Reise durch das umfangreiche Repertoire des Fünfers aus Gelsenkirchen, bevor das Finale eingeläutet wird. Nun spätestens macht der Metstand auf dem Ragnarök seinen Rekordumsatz. Wie sonst soll man das „Sauflied“ gebührend abfeiern?

black messiah BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

pillorian

Aus der Asche der Ausnahme-Band Agalloch erhebt sich mit Pillorian ein mehr als würdiger Phönix. Black-Metal zwischen Ambient und Avantgarde ist das erklärte Ziel von John Haughm und seinen Mitstreitern. Zur Freude vieler Agalloch-Fans sind auch Songs aus dieser Epoche angekündigt. Leider bewahrheitet sich dies nicht. Mit „By the Light of a Black Sun“, „Archaen Divinity“, „A Stygian Pyre“, „The Vestige of Thorns“ und „Forged Iron Crucible“ stehen nur Songs vom frisch erschienenen Album ‚Obsidian Arc‘ auf dem Programm. Dank druckvollem und klarem Sound wird der Auftritt ein voller Erfolg.

Pillorian BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

agrypnie

Mit Auftritt Nummer Vier seit 2011 sind Agrypnie alte Bekannte auf dem Ragnarök. Torsten (der Unhold) hat bereits am Vortag einen Auftritt mit Anomalie absolviert, die zeitgleich in Berlin spielen – offensichtlich mit einer Gitarre weniger als bei überzeugenden Auftritt am Vortag. Mit „Der tote Trakt“ vom Erfolgsalbum ‚16[485]‘ eröffnen die Hessen ihren Auftritt. Ob es jedermann erkennt ist fraglich, da der Sound eher breiförmig daherkommt. Auch die folgende Songs „Erwachen“, „Grenzgänger“ und „Schlaf“ wissen daher nur mäßig zu überzeugen. Für die Fans bleibt als Highlight wenigstens das Duett von Sänger Torsten und Eviga von Dornenreich. „Aus Zeit erhebt sich Ewigkeit“ heißt das Stück vom neuen, noch nicht erschienenen Album, auf dem Eviga neben Gesang auch den Text beisteuert.

agrypnie BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

obscurity

Auch Obscurity sind alles andere als Neulinge auf dem Ragnarök. 20 Jahre Bandgeschichte und sieben Studioalben haben die Westfalen vorzuweisen. Album Nummer acht ist schon in Arbeit und die Viking-Metaller verproben heute Abend neues Material am Publikum. Hot or Not ist die Devise, denn Sänger Agalaz fordert aktiv Feedback der Fans ein. Ohnehin pflegt das Quintett einen engen Umgang mit den Seinen. Sehr zum Unbill der Security holen sie sich zum letzten Song Verstärkung aus der ersten Reihe auf die Bühne. Für manche der beste Tag in ihrer Fan-Karriere. Musikalisch gibt es neben den Testkandidaten vom neuen Album auch altbewährtes wie z. B. „Bergischer Hammer“, „Asgard“ und „Schicksal der Götter“

obscurity BEIM RAGNARÖK FESTIVAL 2017

So war das Ragnarök Festival 2017 – Freitag

Prognosen zum Weltuntergang haben alle eines gemeinsam: Kleinlaut muss der Prophet im Nachhinein zugeben, sich geirrt zu haben. Ob Maya-Anhänger oder Scientologen: sie lagen alle bisher ganz daneben… Ganz daneben? Nein! Eine von unbeugsamen fränkischen Metalheads bevölkerte Stadt hört nicht auf, Jahr um Jahr den Weltuntergang zu feiern. Wir befinden uns im Jahr 2017 n. Chr. und ganz Lichtenfels ist von langhaarigen, überwiegend schwarzgewandeten Gestalten besetzt: Es ist wieder die Woche nach Ostern-Zeit für DIE Festivalinstitution, wenn es um Folk-, Pagan- und Black-Metal geht: Das Ragnarök.

Kultasiipi

Nach dem eisigen Gastspiel der Frostriesen im letzten Jahr, ist auch dieses Jahr kaum Besserung zu erwarten. Schon bei der Anreise fährt der ICE an schneebedeckten Mittelgebirgshängen vorbei und es ist Nachtfrost angekündigt. Aus diesem Grund ist die Stadthalle Lichtenfels und der Campingplatz auch etwas leerer als in den Jahren zuvor. Zumal es dieses Jahr nicht gelungen ist, bei den Headlinern den ganz großen Wurf zu landen. Um uns nicht misszuverstehen: Das Billing ist auch heuer wieder stark besetzt und ausgewogen. Allein es fehlen die ganz großen Namen.

Die Südfinnen Kultasiipi aus dem schönen Berlin eröffnen am Freitag den bunten Reigen. Vor bereits mehreren Hundertschaften spielt das Sextett munteren Folk-Metal mit deutlichem Humppa-Einschlag und verbreitet dabei beste Laune. Dass trotz finnischer Texte und Melodien keines der Bandmitglieder finnisch spricht oder gar aus Finnland kommt, bleibt eine Randnotiz. Singen, Trinken und Feiern steht im Vordergrund. Neben klassischen Instrumenten wie Flöte, Harfe und der traditionellen Kantele kommen natürlich auch Metalgitarren nicht zu kurz. Elemente alter finnischer Volkslieder werden mit den verschiedensten Metal-Stilen verwoben – ein würdiger Opener für den diesjährigen Weltuntergang. Umso mehr da der reguläre Gitarrist Olut Tynnyri heute leider passen muss. Nachwuchs kündigt sich an und da hat der junge Vater verständlicherweise wichtigeres im Kopf. Wir drücken die Daumen!

Kultasiipi beim Ragnarök Festival 2017

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firtan

Firtan sind auf dem Ragnarök keine Unbekannten. 2014 durfte das Quartett zu nachtschlafender Mittagszeit den Opener am Samstag geben. Damals wie heute überzeugt das Quartett aus Baden-Württemberg mit heidnischem Black-Metal. Dass die Haare inzwischen etwas kürzer ausfallen als beim letzten Gastspiel wird geschickt mit Kapuzen getarnt. Apropos Gastspiel: Olli von Finsterforst – auch nicht gerade für seine Wallemähne bekannt – unterstützt die Badener Kollegen im Rahmen eines neuen Stücks. FIRTAN werkeln gerade an einem neuen Album und lassen das Lichtenfelser Publikum bereits daran teilhaben.

Firtan beim Ragnarök Festival 2017

Anomalie

Auch bei Anomalie begegnen uns bekannte Gesichter. Mitglieder von Harakiri for the Sky und Agrypnie, die später an diesem Wochenende noch ihr Gastspiel geben, sowie Bifröst bilden das Line-Up. Musikalisch lassen sich die Mannen um Mastermind Marrok schwer einordnen. Post-Black-Metal trifft es wohl noch am besten.  Kraftvoll und bisweilen schwermütig erklingen die Stücke – aber ebenso mal rasend und furios. In Kerzenschein gehüllt präsentiert das Sextett einen umfassenden Einblick in ihr brandneues Album ‚Visions‘. Etliche Tonträger gehen davon später über Merchandise-Ladentheke – verdienterweise.

Anomalie beim Ragnarök Festival 2017

Voltumna

Bei den Italienern Voltumna lichtet sich das Publikum sichtlich. Der etruskische Black-/Death-Metal hat offensichtlich wenig Freunde diesseits der Alpen. Auch der Soundengineer gehört nicht dazu, denn die Songs des in Kutten gehüllten Vierers lassen sich nur entfernt wiedererkennen. Leider ein altbekanntes Problem auf dem Ragnarök und auch nicht das letzte Auftreten von Soundbrei an diesem Wochenende. Vielleicht kommen die Streiter aus dem römischen Umland aber auch zu pathetisch daher. Etwas dick aufgetragen bieten Zilath, Haruspex und Co. die Disciplina Etrusca feil. Auch das Venom-Cover ‚Black-Metal‘ lockt trotz großem Einsatz wenig Festivalbesucher vom Bierstand weg.

Voltumna beim Ragnarök Festival 2017

ellende

Mit der nächsten Band geht die Reise wieder auf die andere Seite der Alpen. Der aus Graz stammende Multi-Instrumentalist und Sänger Lukas bringt sein elegisches Solo-Projekt Ellende auf deutsche Bühnen. Damit der atmosphärische Black-Metal des Österreichers live seine Wirkung entfalten kann, wird er von vier weiteren Mitstreitern unterstützt. Die Saitenfraktion und das Schlagzeug kommen live im gutem Sound daher und allein das Keyboard entstammt der Retorte. Wie man es aus dieser Sparte gewohnt ist, sind die Songs überlang und ausufernd. Gerade mal vier Songs stehen heute auf der Setlist, um die 40 Minuten Spielzeit zu füllen. Dazu Intro und Interludien. Das letzte Album ‚Todbringer‘ stellt mit „Verachtung“ und „Ballande auf den Tod“ die Mehrheit der Setlist. Aber mit „Der letzte Marsch“ und „Zwischen Sommer und Herbst“ kommt die jüngere Vergangenheit nicht zu kurz. Episch, atmosphärisch, überzeugend!

Ellende beim Ragnarök Festival 2017

Ragnarök Open Air 2016 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

Stadthalle Lichtenfels. Am Donnerstag öffnete das Ragnarök bereits für die ersten Frühankömmlinge die Tore, genauso wie am Abend der Himmel die seine. Viele Besucher wurden von der Regenfront regelrecht überrollt und nicht wenige suchten ihr Heil im Auto oder versuchten noch spontan irgendwo anderweitig unter zu kommen – wohl dem, der bereits sein Camp aufgebaut hatte. Am Abend begann im Vorraum der Konzerthalle die Pre-Show-Party der Ragnaröks. Zu lauter Musik wurden die trockenen Kehlen der Besucher mit ausreichend Gerstensaft befeuchtet. Alles in Allem eine durchaus gelungene Party.

Hier geht’s zum Bericht „Ragnarök Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Samstag“

Der Freitag zeigte sich wettertechnisch von der schönsten Frühlingsseite und bereits am Vormittag zeigte das Thermometer schon fast 20°C an. Zeitig um 15.oo Uhr legten die Schwarzmetaller von Thormesis los und zeigten den zahlreichen Besuchern vor der Bühne, dass diese den Besuch nicht bereuen würden. Lieder wie „Mein letztes Lied“ wurden regelrecht aufgesaugt. Gnadenlos prügelten sie ihren melancholischen Schwarzmetall den Zuschauern um die Ohren und ernteten nicht ohne Grund viel Applaus. Der Auftakt war gemacht und machte Lust auf mehr.

THORMESIS

Bildergalerie: So war THORMESIS live

Als nächstes betraten die Männer von Ctulu aus Niedersachsen die Bühne und aus den Speakern donnerten erneut Schwarzmetall Klänge den Besuchern entgegen, aber wesentlich aggressiver. Die Männer aus Delmenhorst zogen ihr Set professionell durch – da merkte man die Erfahrung von 12 Jahren Bandgeschichte. Ein besonderes Augenmerk musste man an dieser Stelle auf das Outfit der Niedersachen legen. Alle Gesichter der Musiker waren mit „Rorschachmasken“ verkleidet, die aus dem Film „Watchman“ bekannt sind. Von Anfang bis Ende eine gelungene schwarze Messe.

CTULU

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Nach dem Doppelpack an Schwarzmetall wurde es nun melodischer – Strydegor legten los. Mit ihrer Mischung aus Viking-Themen und Melodic Death Metal kamen sie gut an und die ersten Hörner wurden zum Gruße erhoben…und zügig geleert. Im Publikum waren nun die ersten Pagan Metaller zu erspähen, da Strydegor doch interessanter für die Met-Trinker war.

STRYDEGOR

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Mit Vargsheim wurde es wieder düster und das nicht zu knapp. Mit eiskalten Black Metal wurde es deutlich kälter in der Halle. Mehr Authentizität konnte man nicht erwarten – das Trio aus Bayern versteht was von ihrer Kunst, was sie auch eindrucksvoll den Zuschauern beweisen konnten. Von Anfang bis Ende wurde dem Ragnarök die destruktive Kunst des Black Metal demonstriert. Den Abschluss machten die Süd-Deutschen mit „Was uns heilig war“ – ein Ende nach Maß.

VARGSHEIM

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Die tödliche Atmosphäre wurde je von den Wahl-Tschechen Welicoruss unterbrochen. Nun wurde es symphonisch, melodisch und auch (wieder) „vikingerlastig“. Das Ergebnis war, dass die Anhänger des Schwarzmetall zügig die Halle verließen und von Männern mit Fellen und großen Methörnern ausgetauscht wurden. Mit ihrer Mischung aus russischen und englischen Texten verstanden sie es zu überzeugen und nach 40 Minuten Spielzeit wurden die Männer mit donnernden Applaus verabschiedet.

WELICORUSS

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Es blieb weiter hin beim Pagan-Thema den Thrudvangar bliesen zum Angriff. 16 Jahre Pagan Metal und ein gern gesehener Act auf dem Ragnarök ließen zahlreiche Köpfe kreisen und viele Rufhörner erklingen. Der größte Bonus den die Männer aus Sachsen-Anhalt hatten nutzten sie auch für sich. Durch ihren hohen Bekanntheitsgrad innerhalb der Szene grölten und donnerten die Zuschauer textsicher die Songs der Band mit und feierten jeden Song.

Gernotshagen sind auch bei weitem keine Unbekannten mehr und spielten schon auf den großen Bühnen der Festivalwelt. Das „Warum“ beantworteten die Thüringer – wie immer – mit einer super aufgezogenen Show. Den Beginn des Sets machte „Weltenbrand“, der bereits mit den ersten Klängen lautstark gefeiert wurde. Den Abschluss machte einer ihrer wohl bekanntesten Songs „Schlachtenbruder“ und ihr Bühnenabgang lies erneut zahlreich Rufhörner erklingen.

Nach der geballten Pagan Action wurde es nun atmosphärisch – Lantlôs aus NRW fielen zwar etwas aus dem Band-Angebot heraus, allerdings sollte das keinesfalls ein schlechtes Omen sein. Ihre Nähe zum atmosphärischen Black Metal lockte dann doch einige Interessierte und auch Fans vor die Bühne. Ihre drei Akte von „Melting Sun“ wurden beispielsweise vom Publikum genussvoll mit dem ganzen Bewusstsein aufgenommen. Letztendlich lässt sich sagen, dass die NRWler jede Minute wert waren, die sie auf der Bühne verbracht haben.

LANTLOS

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Schon während des frühen Abends nahm die Zahl der Marduk-Shirt-Träger innerhalb der Konzerthalle zu und das natürlich nicht grundlos. Denn selbige stellten den Headliner des ersten Festivaltages. Marduk aus Schweden ließen die Schlachttrommeln erklingen und riefen zum Krieg gegen die Welt. Zu ersten Mal an dem Tag war die Halle wirklich vollkommen ausgefüllt, sodass selbst Leute an der Nebenbühne versuchten einen Blick auf das Panzerkommando zu erhaschen. Nach längerer Umbaupause donnerte „Frontschwein“ aus den Speakern – der Krieg begann. Allerdings sollte er auch nicht lange dauern und nach viel zu kurzer Zeit endete Marduk mit „Panzerdivision“. Es kam doch dem einen oder anderen Besucher so vor, dass eine Zahl an Klassikern den Weg auf die Set-Liste nicht schaffte. Trotzdem war die Dominanz der Süd-Schweden mal wieder sehr beeindruckend.

MARDUK

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Der Co-Headliner des Abends hatte sogar ein Jubiläum zu feiern. Ensiferum feiert im Jahr 2016 sein 20-jähriges Bestehen – Herzlichen Glückwunsch zum zwanzigsten Geburtstag! Onnittelut! Mit dem ersten Song „Axe of Judgment“ legten die Finnen ein brutales Tempo vor und die Massen waren in Bewegung. Mit „Guardiens of Fate“ präsentierten sie einen Klassiker von ihrer 2000er Scheibe „Ensiferum“. Als „Wanderer“ angespielt wurde sangen tausende Kehlen die Melodie mit und man freute sich auf eine ihrer weiteren Hymnen. Generell war der Gig der Finnen ein voller Erfolg. Trotz der wie gewohnten guten Show der Finnen wäre es anlässlich ihres Jubiläum schön gewesen, wenn sie mehr von ihren anderen alten Alben gespielt hätten und Songs wie „Lai Lai Hei“ wurden dann doch vermisst. Aber das ist alles in Anbetracht der einstündigen Vollgas-Show vollkommen irrelevant.

ENSIFERUM

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Schwarzlicht, weiße Anzüge – Todtgelichter. Die Band aus Hamburg trat wie immer unverwechselbar auf und obwohl die Stunde schon weit fortgeschritten war, war die Halle alles andere als leer und der After-Headliner verstand es auch um 0.30 Uhr den letzten Rest an Energie aus den Zuschauern heraus zu kitzeln. Von ihrem frischen Werk „Rooms“ präsentierten die Hamburger gleich drei brandneue Songs. „Ghost“, „Zuflucht“ und „Origin“ wurden dem Publikum präsentiert, die diese auch offen aufnahmen. Marta, die bereits seit 2007 mit an Bord des Quintetts ist, zeigte eindrucksvoll, dass sie auch eine absolut großartige Frontsängerin abgeben kann.

TODTGELICHTER

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Danke an:
Hannes Fuchs (Fotos) und Jan N. Ernst (Text)

Im April startet das »Ragnarök Festival« in Lichtenfels

Das Ragnarök-Festival findet seit 2004 jährlich statt. Musikalisch  geht die Stilrichtung in Pagan, Folk, Viking und Black Metal, wobei jedes Jahr auch Bands anderer Stilarten des Metals auftreten. Der Name leitet sich von dem Wort Ragnarök, dem Weltuntergang in der nordischen Mythologie, ab. Es gilt als das größte Festival für Pagan Metal und zieht jedes Jahr weltweit Besucher aus den USA, Mexiko, Russland und ganz Europa an.

Ragnarök Festival 2016