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Rock am Ring 2026 am Samstag: Halbzeit? Jetzt wird erst richtig gezündet

Rock am Ring zeigte auch am zweiten Tag wieder, warum es nicht einfach ein nur großes Open Air ist, sondern ein eigener Aggregatzustand zwischen Campingplatz-Mythos, Eifelwetter, Gitarrenlärm und generationenübergreifender Eskalation. Nach der Ankündigung des neuen Termins für 2027 (4. bis 6. Juni und dem ersten Headliner Blink-182), ging der erste Tag mit einem Megaabriss von Linkin Park und nachfolgend mit Limp Bizkit quasi in die RaR-Geschichte ein. 

Mit einem angenehmen Sonne-Wolken-Mix startete am frühen Nachmittag das Programm auf der ikonischen Rennstrecke in der Eifel. Der Samstag und damit zweite Festivaltag war dabei bemerkenswert modern: Alternative Rock, Metalcore, Rap, Horror-Metal, Partycore, dänischer Elvis-Metal und ein Headliner, der Social-Media-Ästhetik und düstere Härte auf Arenaformat zog.

Es war ein Tag, der nicht so sehr eine Stilrichtung feierte, sondern die Gegenwart des Rock in all ihren seltsamen, lauten und sehr unterhaltsamen Ausprägungen. Wer am Freitag noch dachte, nach Linkin Park und Limp Bizkit sei der Nürburgring bereits komplett leergebrüllt, wurde am Samstag eines Besseren belehrt: Die Eifel hatte noch Stimme. Die Besucher gingen an ihre Grenzen und zwar mit Stimmbändern, Nackenmuskeln und der Akkus von sehr vielen Handys. Genau dafür fährt man zu Rock am Ring: weil die Eifel an solchen Wochenenden nicht einfach laut ist, sondern legendär.

Ecca Vandal

Ecca Vandal eröffnete am Samstag mit ihrem Auftritt die Hauptbühne und schon nach wenigen Songs wusste man nicht mehr, ob man gerade bei Punk, Hip-Hop, R&B, Elektro oder einem sehr gut gelaunten Kontrollverlust gelandet war. Die australische Künstlerin, die solo unter dem Namen Ecca Vandal auftritt und live von ihrer Band flankiert wurde, sprengte mit ihrer Mischung aus roher Punk-Energie, Rap-Attitüde, souligen Melodien und elektronischem Druck jede hübsch sortierte Genre-Schublade. Mit ihrem Debütalbum „Ecca Vandal“, dem 2026 erschienenen „Looking For People To Unfollow“ und Songs wie „Your Orbit“, „Broke Days, Party Nights“, „Bleed But Never Die“ oder „Cruising To Self Soothe“ hatte sie sich längst als Künstlerin etabliert, die lieber Türen eintritt, als höflich anzuklopfen. Am Nürburgring wirkte diese Rastlosigkeit besonders stark, weil Ecca Vandal zwischen all den großen Gitarren- und Metalcore-Namen nicht um Aufmerksamkeit bat, sondern sie sich mit Stimme, Körpersprache und Bühnenpräsenz einfach nahm.

Paleface Swiss

Paleface Swiss hatten am Samstag bei Rock am Ring 2026 keinen Auftritt gespielt, sondern eher eine Abrissgenehmigung in Deathcore-Form eingereicht. Die Band aus Zürich um Sänger Marc „Zelli“ Zellweger, Gitarrist Yannick Lehmann, Bassist Tommy Lee und Drummer Cassiano „Cassi“ Toma steht für eine brutale Mischung aus Beatdown-Hardcore, Deathcore und Nu-Metal-Wucht, bei der Breakdowns nicht fallen, sondern einschlagen. Mit Alben wie „Fear & Dagger“, dem 2025 erschienenen „Cursed“ und Songs wie „The Orphan“, „Please End Me“, „Best Before: Death“ oder „Hatred“ hatten sich Paleface Swiss längst vom Szene-Geheimtipp zu einer der kompromisslosesten europäischen Heavy-Bands hochgearbeitet. Am Nürburgring wirkte ihr Sound wie ein Vorschlaghammer mit Schweizer Präzisionsmechanik: gnadenlos, finster, körperlich und trotzdem erstaunlich kontrolliert. Besonders sehenswert war die Show, weil Paleface Swiss nicht versuchten, das große Festivalpublikum freundlich abzuholen, sondern es frontal in ihren eigenen Albtraum zogen.

The Pretty Reckless

The Pretty Reckless eröffneten den Samstag mit jener Mischung aus Hard Rock, Grunge und Alternative, die seit der Bandgründung 2009 ihr Markenzeichen war. Im Zentrum stand Taylor Momsen, früher Schauspielerin, längst aber vor allem eine Rockfrontfrau mit markanter Stimme und ordentlich Ruß im Timbre. Zur Band gehörten neben Momsen Gitarrist Ben Phillips, Bassist Mark Damon und Drummer Jamie Perkins, also eine Besetzung, die den Sound nicht polierte, sondern schön schmutzig ließ. Mit Songs wie „Make Me Wanna Die“, „Heaven Knows“, „Going to Hell“ und „Messed Up World“ hatten The Pretty Reckless bewiesen, dass moderner Hard Rock auch ohne Retro-Kostüm funktionieren konnte. „Heaven Knows“ und „Messed Up World“ erreichten wichtige Rockchart-Spitzenplätze und machten die Band endgültig zu mehr als einer Promi-Nebengeschichte. Besonders sehenswert war ihr Ring-Auftritt, weil Momsen die große Bühne nicht anschrie, sondern beherrschte.

Bilmuri

Bilmuri war danach einer dieser Acts, bei denen man erst lachte, dann nickte und am Ende merkte, dass hier ziemlich klug an Genregrenzen gesägt wurde. Hinter dem Projekt stand Johnny Franck, früher Gitarrist und Clean-Sänger bei Attack Attack!, der Bilmuri seit 2016 als eigensinnige Mischung aus Post-Hardcore, Pop, Funk, Emo und Humor aufgebaut hatte. Die Musik klang, als hätte jemand Metalcore, Schlafzimmerpop, Saxofon-Seligkeit und Internet-Meme-Kultur in einen Mixer geworfen und danach erstaunlich sorgfältig produziert. Songs wie „ABSOLUTELYCRANKINMYMF’INHOG“, „BETTER HELL“ oder Material aus „American Motor Sports“ zeigten, wie charmant überdreht dieses Projekt sein konnte. Live war das besonders, weil Bilmuri die sonst oft bierernste Core-Welt mit einem Grinsen betrat, ohne musikalisch weich zu werden. Der Nürburgring bekam hier keinen klassischen Bandauftritt, sondern einen hochsympathischen Kontrollverlust mit Refraingefühl. Genau solche Slots machen Festivaltage interessant: Man geht aus Neugier hin und kommt mit einem neuen Lieblingswitz samt Breakdown zurück.

Bury Tomorrow

Bury Tomorrow brachten anschließend Metalcore aus Southampton auf die Bühne, und zwar in jener robusten, melodischen Form, die sich live sofort bezahlt macht. Die Band bestand aus Daniel Winter-Bates, Davyd Winter-Bates, Adam Jackson, Kristan Dawson, Ed Hartwell und Tom Prendergast. Ihr Sound lebte vom Wechselspiel aus wütenden Shouts, klaren Refrains, präzisen Gitarren und einer Rhythmussektion, die Breakdowns nicht spielte, sondern in den Boden schraubte. Mit Alben wie „The Union of Crowns“, „Black Flame“, „Cannibal“, „The Seventh Sun“ und dem 2025 erschienenen „Will You Haunt Me, with That Same Patience“ hatten sie sich als verlässliche Größe des europäischen Metalcore etabliert. Besonders sehenswert war ihre Show, weil Bury Tomorrow nie den Eindruck machten, sie müssten das Publikum erst überzeugen. Sie kamen, spannten die Nackenmuskulatur der ersten Reihen an und lieferten ein Set, das gleichermaßen hymnisch und brutal funktionierte.

Tom Morello

Tom Morello war am Samstag der Mann, bei dem Gitarren plötzlich nach Sirenen, Maschinen, Plattenspielern und Aufstand klangen. Berühmt wurde er vor allem mit Rage Against the Machine und Audioslave; sein Stil verband Rock, Metal und Hip-Hop mit Effekten, ungewöhnlichen Spieltechniken und einem sofort erkennbaren Sound. Auf der Bühne stand hier nicht nur ein Gitarrist, sondern ein musikalischer Aktivist, dessen Riffs seit Jahrzehnten Protestplakate mit Strom versorgten. Klassiker aus seinem Kosmos, Solo-Material und die unvermeidliche Rage-DNA machten den Auftritt zu einem Brückenschlag zwischen Rockgeschichte und Gegenwart. Besonders war diese Show, weil Morello am Nürburgring nicht nostalgisch wirkte, sondern weiterhin gefährlich wach. Er spielte, als wolle er beweisen, dass eine Gitarre auch 2026 noch ein politisches Werkzeug sein konnte.

Landmvrks

Landmvrks lieferten danach modernen Metalcore aus Frankreich, der nicht zwischen Härte und Eingängigkeit wählen wollte. Die Band aus Marseille wurde 2014 gegründet; besonders Sänger Florent Salfati und Gitarrist Nicolas Exposito prägten den explosiven Mix aus Melodie und Druck. Ihr Sound verband Metalcore, Hardcore, Rap-Anflüge, melodische Refrains und eine Live-Energie, die sofort in die Beine ging. Songs wie „Lost in a Wave“, „Rainfall“, „Creature“ und „Self-Made Black Hole“ hatten Landmvrks in der europäischen Core-Szene weit nach vorn geschoben. Besonders sehenswert war der Auftritt, weil Salfati zwischen Gesang, Shouts und Rap-Phrasierung mit beeindruckender Leichtigkeit wechselte. Die Band klang nicht wie ein weiterer Metalcore-Export, sondern wie ein Act, der genau wusste, wie man moderne Härte fürs Festivalformat schärft.

Three Days Grace

Three Days Grace brachten am Samstag kanadischen Alternative Metal und Post-Grunge in einer Konstellation auf die Bühne, die viele Fans lange nicht für möglich gehalten hätten. Adam Gontier war 2024 zur Band zurückgekehrt und teilte sich nun die Gesangspflichten mit Matt Walst, der nach Gontiers Ausstieg 2013 Frontmann geworden war. Diese Zwei-Sänger-Dynamik machte Songs aus verschiedenen Bandphasen plötzlich zu einem gemeinsamen Live-Katalog. Mit „I Hate Everything About You“, „Animal I Have Become“, „Pain“, „Never Too Late“, „Riot“ und neuerem Material aus der Walst-Ära hatte die Band genug Stoff für ein sehr lautes Therapiezelt. 2026 war zudem das Album „Alienation“ Thema der laufenden Tour, während Klassiker von „One-X“ und „Life Starts Now“ weiter zentrale Rollen spielten. Besonders war die Show, weil Three Days Grace nicht einfach Nostalgie servierten, sondern ihre eigene Bandgeschichte sichtbar versöhnten. Das Publikum bekam große Refrains, dicke Gitarren und den seltenen Eindruck, dass eine Rockband live gerade wirklich ein neues Kapitel schrieb.

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills verwandelten den Nürburgring anschließend in ein sehr lautes Splatter-Kino mit Gitarren. Die US-Band um Sänger Spencer Charnas hatte sich mit ihrem Horror-Metal-Konzept eine eigene Nische gebaut, in der Metalcore, Theater, Slasher-Ästhetik und cineastischer Größenwahn zusammenwohnten. 2026 arbeitete die Band weiter an neuen Horrorprojekten, darunter Musik rund um „Scream 7“ und das eigene Filmprojekt „The Slashin’ Of The Christ“. Zum Live-Kosmos gehörten Songs wie „A Grave Mistake“, „Hip to Be Scared“, „The American Nightmare“, „Stabbing in the Dark“ und „Welcome to Horrorwood“. Musikalisch war das präziser Metalcore mit viel Melodie, aber die Inszenierung machte daraus ein Ereignis zwischen Konzert, Gruselkabinett und Nerd-Fest. Besonders sehenswert war die Show, weil Ice Nine Kills nie nur Songs spielten, sondern Szenen.

Electric Callboy

Electric Callboy waren der große deutsche Partycore-Moment des Tages und bewiesen einmal mehr, dass Metalcore und Eurodance nicht Feinde, sondern offenbar sehr betrunkene Cousins sind. Die Band aus Castrop-Rauxel bestand aus Kevin Ratajczak, Nico Sallach, Daniel Haniß, Pascal Schillo, Daniel Klossek und David-Karl Friedrich. Ihr Sound verband Metalcore, EDM, Pop-Hooks und Comedy-Timing zu einer Formel, die in den vergangenen Jahren international erstaunlich durch die Decke ging. Die Band verweist selbst auf goldzertifizierte Hymnen wie „Hypa Hypa“, „We Got The Moves“ und „Pump It“ sowie auf das chartstürmende, ebenfalls goldzertifizierte Nummer-eins-Album „TEKKNO“. Live war das natürlich kompletter Wahnsinn: Breakdowns, Rave-Momente, Aerobic-Vibes und eine Menge Menschen, die gleichzeitig headbangten und grinsten. Besonders war ihr Ring-Auftritt, weil Electric Callboy längst nicht mehr als Spaßnummer funktionierten, sondern als extrem professionelle Festivalmaschine. Der Nürburgring wurde für eine Stunde zur Dorfdisco mit Weltklasse-Produktion – und ja, das war ausdrücklich ein Kompliment.

Marteria

Marteria brachte danach deutschen Rap auf den Ring, ohne wie ein Fremdkörper zwischen all den Gitarren zu wirken. Der Rostocker Künstler heißt bürgerlich Marten Laciny, ist auch als Marsimoto bekannt und gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Rap- und Pop-Crossover-Acts. Seine Musik verband Rap, elektronische Flächen, Stadionrefrains, Ostsee-Melancholie und diese leicht vernebelte Euphorie, die zwischen „alles egal“ und „alles bedeutet etwas“ pendelt. Mit Yasha und Miss Platnum landete er 2012 mit „Lila Wolken“ auf Platz eins der deutschen Singlecharts, dazu kamen Live-Favoriten wie „Kids“, „OMG!“, „Verstrahlt“, „Niemand bringt Marten um“ und „Welt der Wunder“. 2026 stand außerdem „Zum Glück in die Zukunft III“ im Raum, die Fortsetzung seiner prägenden Albumreihe. Besonders sehenswert war sein Auftritt, weil Marteria die Metal- und Rock-Menge nicht anbiederte, sondern mit eigener Sprache abholte.

Volbeat

Volbeat kamen, sahen und machten aus der Eifel wieder eine Rockabilly-Metal-Tankstelle mit Stadionbetrieb. Die dänische Band bestand 2026 aus Michael Poulsen, Jon Larsen, Kaspar Boye Larsen und dem inzwischen fest bestätigten Leadgitarristen Flemming C. Lund, der nach Rob Caggianos Ausstieg dauerhaft zur Band gestoßen war. Musikalisch blieben Volbeat diese wunderbar eigenartige Mischung aus Heavy Metal, Hard Rock, Rock’n’Roll, Punkkante und Elvis-Schattenboxen. Hits wie „Still Counting“, „For Evigt“, „Lola Montez“, „A Warrior’s Call“, „The Devil’s Bleeding Crown“ und „Fallen“ hatten sie längst zu einem der zuverlässigsten Festival-Headliner Europas gemacht. 2025 erschien ihr neuntes Studioalbum „God of Angels Trust“, dessen Singles „By a Monster’s Hand“, „In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom“ und „Time Will Heal“ den neueren, dunkleren Volbeat-Kurs markierten. Besonders war die Show, weil Volbeat am Ring nie wie Gäste wirken, sondern wie eine Band, die hier schon immer ein Ferienhaus aus Verstärkern besessen hat. Poulsens Stimme, die irgendwo zwischen Metalfrontmann und Rockabilly-Prediger wohnt, trug auch diesmal mühelos über das Gelände.

Bad Omens

Bad Omens beschlossen den Samstag mit einem Auftritt, der zeigte, wie moderner Metalcore 2026 auf ganz großer Bühne aussehen konnte. Die Band aus Richmond, Virginia, wurde 2015 von Sänger und Produzent Noah Sebastian mitgegründet; zur aktuellen Besetzung gehörten außerdem Nicholas Ruffilo, Nick Folio und Joakim „Jolly“ Karlsson. Ihr Sound verband Metalcore, Alternative Metal, elektronische Elemente, R&B-Anklänge und eine dunkle, hochästhetische Live-Inszenierung. Mit „THE DEATH OF PEACE OF MIND“ und Songs wie „Just Pretend“, „The Death of Peace of Mind“, „Like a Villain“, „Nowhere to Go“ und neueren Singles wie „Dying To Love“, „Impose“ und „Specter“ hatten Bad Omens den Sprung vom Szenehype zum internationalen Großformat geschafft. Offiziell wurden sie für Rock am Ring 2026 als einer der spannendsten aufstrebenden Acts des modernen Metalcore beschrieben, angeführt von Noah Sebastian und getragen von einem emotionalen, atmosphärischen Sound zwischen Melodie und Härte. Besonders sehenswert war diese Show, weil Bad Omens nicht einfach lauter wurden, sondern größer: mehr Raum, mehr Dunkelheit, mehr kontrollierte Spannung. Als der letzte Refrain über den Nürburgring zog, fühlte sich der Samstag weniger beendet als versiegelt.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Bad Omens bei Rock am Ring 2026 zu fotografieren.

Volbeat bei Rock am Ring 2026 am Samstag

Volbeat kamen, sahen und machten aus der Eifel wieder eine Rockabilly-Metal-Tankstelle mit Stadionbetrieb. Die dänische Band bestand 2026 aus Michael Poulsen, Jon Larsen, Kaspar Boye Larsen und dem inzwischen fest bestätigten Leadgitarristen Flemming C. Lund, der nach Rob Caggianos Ausstieg dauerhaft zur Band gestoßen war. Musikalisch blieben Volbeat diese wunderbar eigenartige Mischung aus Heavy Metal, Hard Rock, Rock’n’Roll, Punkkante und Elvis-Schattenboxen.

Hits wie „Still Counting“, „For Evigt“, „Lola Montez“, „A Warrior’s Call“, „The Devil’s Bleeding Crown“ und „Fallen“ hatten sie längst zu einem der zuverlässigsten Festival-Headliner Europas gemacht. 2025 erschien ihr neuntes Studioalbum „God of Angels Trust“, dessen Singles „By a Monster’s Hand“, „In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom“ und „Time Will Heal“ den neueren, dunkleren Volbeat-Kurs markierten. Besonders war die Show, weil Volbeat am Ring nie wie Gäste wirken, sondern wie eine Band, die hier schon immer ein Ferienhaus aus Verstärkern besessen hat. Poulsens Stimme, die irgendwo zwischen Metalfrontmann und Rockabilly-Prediger wohnt, trug auch diesmal mühelos über das Gelände.

Rock am Ring 2027 – Neuer Termin und erste Band bestätigt

Deutschlands größtes Rockfestivals geht auch 2027 wieder an den Start und zwar mit einem großen Jubiläum – dem 40.! Der neue Termin wurde inzwischen bestätigt und zwar wird Rock am Ring vom 4. bis 6. Juni 2027 starten. Als erste Top-Acts für das Rock am Ring 2027 Line-up sind Blink-182 bestätigt. Schon in Kürze werden weitere Künstlernamen genannt. Natürlich wird das Rockfestival wieder am traditionellen Standort, der populären Rennstrecke Nürburgring in der Eifel an den Start gehen. Drei Tage und Nächte lang gibt es dann für alle Fans von Rock, Hardrock, Metal, Indie- und Poprock sowie Hip-Hop und Electronic Music alles, was das Herz begehrt. 

Rock am Ring 2027 – TICKETINFOS

Für alle Fans von Rock am Ring 2027 gibt es ab Dienstag, den 9. Juni 2026 wieder die begehrten Weekend Festival-Tickets – ihr könnt aber auch das Wochenende-Tickt mit Camping buchen. Ihr habt die Wahl zwischen General Camping oder Green Camping. Das perfekte Rundum-Sorglos-Rockerlebnis könnt ihr im Rock’n’Roll Camp erleben. Eure Karten bekommt ihr z. B. auf der Veranstaltungswebsite: Rock am Ring oder bei Eventim.

Rock am Ring 2026 am Freitag: Eifel-Extase zwischen Dosenbier und Dezibel

Noch vor vier Wochen bretterten am Nürburgring GT3-Boliden die Nordschleife entlang, Bremsen glühten und Motorsportbegeisterte genossen das 24h Rennen. Doch am Mittwoch, den 3. Juni 2026 öffneten sich die Park- und Geländeflächen nun für Rockfans aus aller Welt. Bei milden Temperaturen reisten die Besucher in die Eifel und mussten sich allerdings bereits am Donnerstagabend wetterfest machen. Dank Starkregen und Gewitter verwandelten sich einige Campingplätze direkt in Schlammflächen. Bei der kleinen aber feinen Warm-up Party konnte man sich aber ordentlich ablenken und das Rock-Wochenende in Schwung bringen.

Am Freitag, den 5. Juni 2026, ging es aber richtig los. Bei wechselhaftem Wetter, mal mit ein wenig Regen, mal Sonne-Wolkenmix, blieb der Lärm der Automotoren aber auf der Rennstrecke, tauschte sich lediglich gegen Gitarrenwände, Doublebass, Rap-Metal und Festivalchöre. Rock am Ring 2026 hatte übernommen: jenes Festival, das seit Jahrzehnten nicht einfach „in der Eifel stattfindet“, sondern dort mit Campingstühlen, Dosenbier, Regenponchos, Sonnenbrand und heiligen Moshpit-Ritualen fast eine Parallelgesellschaft bildet. Der Nürburgring wurde dabei erneut mehr als eine Kulisse sondern Mythosverstärker: Wer hier ein Konzert gibt, tritt nicht nur auf einer Bühne auf, sondern in einem Popkultur-Biotop zwischen Rennstrecke, Asphalt und kollektiver Eskalation.

Dass Rock am Ring 2026 bereits früh ausverkauft war, passte zum Line-up wie der Circle Pit zum letzten Refrain: 90.000 Wochenendtickets waren verkauft, laut Berichten des Veranstalters der früheste Ausverkauf in der Festivalgeschichte. Schon der erste Festivaltag war dabei ein Brett mit Ansage: Offiziell standen Limp Bizkit, Linkin Park, Papa Roach, Architects, Babymetal, The Hives, Trivium, Within Temptation, Bush, Mastodon, Mehnersmoos, Loathe, The Plot In You, We Came As Romans und viele mehr auf dem Plan. Was folgte, war ein Tag zwischen Genre-Grenzverkehr und Vollkontakt-Nostalgie – mal finster, mal absurd, mal riesengroß, aber fast immer genau richtig für diesen Ort.

Loathe

Loathe eröffneten den Freitag mit einem Sound, der sich anfühlte, als hätten Metalcore, Nu Metal, Shoegaze und Industrial gemeinsam in einem kaputten Tunnel übernachtet. Die Band aus Liverpool bestand aus Kadeem France, Erik Bickerstaffe, Sean Radcliffe und Feisal El-Khazragi und hatte sich seit 2014 einen Ruf als eine der atmosphärisch interessantesten heavy Bands Großbritanniens erspielt. Mit Songs wie „Gored“, „Aggressive Evolution“ und „Is It Really You?“ hatten Loathe längst bewiesen, dass Härte nicht immer frontal prügeln muss, sondern auch wie eine Panikattacke in Zeitlupe wirken kann. Besonders war der Auftritt, weil die Band kurz vor der Veröffentlichung ihres angekündigten Albums „A Stranger to You“ im Juli 2026 stand und neues Material wie ein schwarzes Versprechen in die Eifel warf. Rock am Ring bekam damit keinen gemütlichen Start, sondern ein kontrolliertes Gewitter. Wer zu früh am Gelände war, wurde belohnt – oder mindestens fachgerecht durchgeschüttelt.

Mehnersmoos

Mehnersmoos waren danach der Beweis, dass Rock am Ring auch dann funktionieren konnte, wenn plötzlich zwei Frankfurter Rapper die Metal-Community zum kollektiven Grinsen zwangen. Das Duo bestand aus MadFred, bürgerlich Frederik Moos, und Maydn, bürgerlich Tobias Mehner – ein Name, der so charmant zusammengeschustert war wie manche ihrer Punchlines. Musikalisch lieferten sie Deutschrap zwischen Suff-Humor, bewusstem Kontrollverlust, absurden Reimen und einer Live-Energie, die irgendwo zwischen Abrissparty und Klassenfahrt ohne Aufsicht lag. Mit Alben wie „Pennergang“ und Tracks aus ihrem derben, selbstironischen Kosmos hatten sie sich längst eine treue Fanbase erspielt. Sehenswert war das, weil Mehnersmoos inmitten all der ernsten Riffs wie ein schlecht erzogener, aber sehr unterhaltsamer Cousin wirkten. Die Eifel lachte, pöbelte und rappte mit – und danach brauchte vermutlich irgendjemand eine Entschuldigungsmail.

We Came as Romans

We Came as Romans brachten den US-Metalcore mit jener Mischung aus Druck und Pathos auf die Bühne, die seit Jahren ihre Visitenkarte war. Die Band aus Michigan bestand aus Dave Stephens, Joshua Moore, Lou Cotton, Andy Glass und David Puckett. Ihre Musik lebte von melodischen Gitarrenlinien, hymnischen Refrains, elektronischen Texturen und Breakdowns, die nicht nur in die Magengrube, sondern auch in die Erinnerung zielten. Songs wie „Hope“, „Tracing Back Roots“, „Cold Like War“ und neueres Material zeigten, wie die Band nach dem Tod von Kyle Pavone weitergemacht hatte, ohne ihre emotionale Mitte zu verlieren. Besonders war ihr Ring-Auftritt, weil er nicht bloß Härte demonstrierte, sondern Gemeinschaft: Diese Band klang live immer dann am stärksten, wenn Wucht und Verletzlichkeit gleichzeitig auftraten.

Bush

Bush wirkten auf dem Nürburgring wie ein Gruß aus jener Zeit, als Alternative Rock noch nach Flanell, MTV und ernst gemeinten Stirnfalten roch. Die britische Band um Gavin Rossdale spielte 2026 mit Chris Traynor, Corey Britz und Nik Hughes; gegründet wurde Bush Anfang der Neunziger in London. Ihr Debüt „Sixteen Stone“ machte sie Mitte der Neunziger groß, und Songs wie „Machinehead“, „Everything Zen“, „Comedown“ und natürlich „Glycerine“ gehören bis heute zum Post-Grunge-Grundwortschatz. Rossdale hatte live weiterhin diese Mischung aus Rockstar-Eleganz und leicht zerknitterter Melancholie, die gut auf große Open-Air-Bühnen passte. Besonders sehenswert war die Show, weil Bush zwischen all den härteren modernen Acts einen warmen, rauen Erinnerungsraum öffneten. Das war nicht retro um des Retros willen, sondern Gitarrenrock mit Haltung und gut gealterten Refrains.

Mastodon

Mastodon kamen nicht, um einfache Antworten zu geben – sie kamen, um tonnenschwere Riffs in verschachtelten Formen über den Ring zu walzen. Die Band aus Atlanta bestand nach dem Ausstieg von Brent Hinds aus Troy Sanders, Brann Dailor und Bill Kelliher, live ergänzt unter anderem durch Leadgitarristen-Unterstützung. Ihr Sound verband Sludge, Progressive Metal, Stoner-Wucht und psychedelische Komplexität zu einer Musik, die gleichzeitig nach Sumpf, Weltraum und sehr teurem Verstärker roch. Mit Alben wie „Leviathan“, „Crack the Skye“, „Emperor of Sand“ und „Hushed and Grim“ hatten Mastodon längst bewiesen, dass Metal auch dann brutal sein kann, wenn er Hirnwindungen fordert. Für „Sultan’s Curse“ gewann die Band 2018 den Grammy in der Kategorie Best Metal Performance.

The Hives

The Hives waren an diesem Freitag das beste Argument dafür, dass Rock’n’Roll nicht kompliziert sein muss, solange er perfekt angezogen ist und komplett durchdreht. Die Schweden bestanden aus Howlin’ Pelle Almqvist, Nicholaus Arson, Vigilante Carlstroem, Chris Dangerous und The Johan and Only. Musikalisch lieferten sie Garage Rock, Punk-Spirit und Bühnenentertainment mit der Präzision eines Uhrwerks, das heimlich Red Bull getrunken hatte. „Hate to Say I Told You So“, „Main Offender“, „Tick Tick Boom“ und neueres Material aus „The Death of Randy Fitzsimmons“ sowie „The Hives Forever Forever The Hives“ funktionierten live wie Zündschnüre. Pelle Almqvist dirigierte das Publikum einmal mehr wie ein größenwahnsinniger, aber erstaunlich charmanter Sportlehrer.

The Plot in you

The Plot in You brachten einen modernen Metalcore-Sound auf die Bühne, der sich nicht mehr brav in Genre-Schubladen einsortieren ließ. Die Band aus Ohio bestand aus Landon Tewers, Ethan Yoder, Josh Childress und Michael Cooper. Ihre Musik bewegte sich zwischen Metalcore, Post-Hardcore, Alternative, elektronischen Texturen und emotionaler Selbstzerlegung – mal brutal, mal fast poppig, aber selten bequem. Songs wie „Feel Nothing“, „Disposable Fix“, „Left Behind“ oder Material aus den Vol. 1–3-EPs zeigten, wie stark die Band mit Kontrasten arbeitete. Besonders sehenswert war der Auftritt, weil Landon Tewers’ Stimme sowohl verletzlich als auch gefährlich klingen konnte. Zwischen all den großen Namen war The Plot in You einer dieser Acts, bei denen man merkte: Hier wächst gerade keine Vorband, hier steht längst ein eigenes Kraftzentrum.

Architects

Architects übernahmen den Ring mit jener Mischung aus technischer Präzision, politischem Unterton und emotionaler Wucht, die sie zu einer der wichtigsten britischen Metalcore-Bands gemacht hatte. Die Band aus Brighton bestand aus Sam Carter, Dan Searle, Alex Dean und Adam Christianson. Ihr Sound hatte sich von chaotischem, mathematisch scharfkantigem Metalcore hin zu großen, dunklen, stadiontauglichen Metal-Hymnen entwickelt. Mit Alben wie „Holy Hell“, „For Those That Wish to Exist“ und dem 2025 erschienenen „The Sky, the Earth & All Between“ hatten Architects bewiesen, dass Härte und Botschaft sich nicht ausschließen. Songs wie „Doomsday“, „Animals“, „Black Lungs“ und „Seeing Red“ wirkten auf dem Nürburgring wie Betonplatten mit Refrain.

Within Temptation

Within Temptation brachten Bombast, Melodie und dramatische Eleganz in einen Festivaltag, der bis dahin schon ordentlich Asphalt gefressen hatte. Die niederländische Band um Sängerin Sharon den Adel gehörte seit den späten Neunzigern zu den wichtigsten Namen des Symphonic Metal; zur aktuellen Besetzung zählten unter anderem Robert Westerholt, Jeroen van Veen, Ruud Jolie, Mike Coolen, Stefan Helleblad und Vikram Shankar. Ihre Musik lebte von großen Refrains, orchestralen Arrangements, Metal-Gitarren und einer Stimme, die selbst gegen Festivalwind gewann. „Ice Queen“ war der frühe Durchbruch, später kamen Songs wie „Stand My Ground“, „Faster“, „Mother Earth“ und „Paradise“ dazu. Besonders sehenswert war der Auftritt, weil Within Temptation das große Drama nicht peinlich, sondern majestätisch machten.

Trivium

Trivium lieferten danach den Metal für Leute, die ihre Riffs gern messerscharf, ihre Refrains groß und ihre Gitarrensoli nicht als ausgestorbene Kunstform betrachten. Die Band aus Orlando wurde 1999 gegründet und hatte bis 2026 zehn Studioalben veröffentlicht. Zum Kern gehörten Matt Heafy, Corey Beaulieu und Paolo Gregoletto; nach Jahren mit Alex Bent am Schlagzeug hatte es 2025 Bewegung auf der Drummer-Position gegeben. Musikalisch verband Trivium Metalcore, Thrash, Heavy Metal und melodische Refrains zu einem Sound, der gleichzeitig modern und klassisch wirkte. „Pull Harder on the Strings of Your Martyr“, „In Waves“, „The Heart from Your Hate“ und „Strife“ waren dabei längst Ring-kompatible Brecher. Besonders war die Show, weil Trivium an diesem Tag wie eine Band klangen, die jedes Festivalgelände als Trainingslager für den nächsten Weltuntergang versteht.

Papa Roach

Papa Roach lieferten am Abend den großen emotionalen Knotenlöser – und ja, natürlich warteten alle auf „Last Resort“, aber diese Band war längst mehr als ein einziger Meme-Refrain. Die Kalifornier bestanden aus Jacoby Shaddix, Jerry Horton, Tobin Esperance und Tony Palermo. Seit „Infest“ hatten sie Nu Metal, Alternative Rock, Rap-Rock und moderne Hardrock-Hooks immer wieder neu zusammengerührt. „Last Resort“, „Between Angels and Insects“, „Scars“, „Getting Away with Murder“, „Help“ und „Leave a Light On“ zeigten, wie sehr Papa Roach zwischen Wut, Verletzlichkeit und Gemeinschaft funktionierten. Besonders war ihr Rock-am-Ring-Auftritt, weil Jacoby Shaddix die Menge nicht nur anfeuerte, sondern emotional anfasste.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Papa Roach bei Rock am Ring 2026 zu fotografieren. Hier seht ihr stattdessen Fotos von Rock am Ring 2024.

Babymetal

Babymetal wirkten auf dem Nürburgring wieder wie ein Betriebsunfall im besten Sinne: J-Pop-Ästhetik, Metal-Riffs, Choreografie und absolute Ernsthaftigkeit in einem Paket, das eigentlich nicht funktionieren dürfte – es aber seit Jahren spektakulär tut. Das japanische Trio bestand aus Su-metal, Moametal und Momometal. Mit „Gimme Chocolate!!“ wurden Babymetal weltweit bekannt; der Song ging viral und öffnete der Band internationale Festival- und Arenatüren. Musikalisch verbanden sie Kawaii Metal, Power Metal, Industrial, J-Pop und Live-Band-Druck zu einem sehr eigenen Spektakel. Songs wie „Karate“, „PA PA YA!!“, „Megitsune“ und „RATATATA“ funktionierten live wie eine Manga-Seite, die plötzlich Feuer spuckt. Besonders war die Show, weil Babymetal erneut bewiesen, dass Metal-Tradition und Pop-Inszenierung keine Feinde sein müssen, sondern zusammen verdammt viel Lärm machen können.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Babymetal bei Rock am Ring 2026 zu fotografieren.

Linkin Park

Linkin Park waren einer der emotionalen Fixpunkte des ersten Tages, weil ihr neues Kapitel immer noch größer war als eine normale Headliner-Show. Die Band trat in der neuen Ära mit Mike Shinoda, Dave „Phoenix“ Farrell, Joe Hahn, Brad Delson im Bandgefüge sowie Emily Armstrong als Co-Sängerin und Colin Brittain am Schlagzeug auf; live wurde Gitarrist Brad Delson durch Alex Feder vertreten. Nach Chester Benningtons Tod war jede Rückkehr dieser Band mit Erwartung, Skepsis, Liebe und Schmerz aufgeladen. Mit „From Zero“ hatte Linkin Park ein neues Kapitel begonnen, während Klassiker wie „In the End“, „Numb“, „Somewhere I Belong“, „What I’ve Done“, „Faint“ und „Bleed It Out“ längst zur DNA einer ganzen Rockgeneration gehörten. Besonders war der Auftritt, weil die Band nicht versuchte, die Vergangenheit zu ersetzen. Sie stellte sie neben die Gegenwart – und genau dadurch wurde dieser Ring-Moment so groß.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Linkin Park bei Rock am Ring 2026 zu fotografieren.

Limp Bizkit

Limp Bizkit beschlossen den ersten Tag so, wie man einen Rock-am-Ring-Freitag mit diesem Line-up beschließen musste: laut, albern, überdreht und gleichzeitig erstaunlich präzise in seiner Wirkung. Die Band aus Jacksonville bestand nach dem Tod des langjährigen Bassisten Sam Rivers aus Fred Durst, Wes Borland, John Otto und DJ Lethal, live ergänzt durch Bass-Unterstützung. Ihr Sound war und blieb Nu Metal in seiner effektivsten Form: Rap, Metal, Groove, Turntables, Trotz und Refrains, die man auch dann noch mitbrüllt, wenn man es eigentlich besser wissen wollte. „Break Stuff“, „Nookie“, „My Generation“, „Rollin’“, „Take a Look Around“ und „My Way“ waren keine Songs, sondern kollektive Kurzschlussreaktionen. Besonders sehenswert war der Auftritt, weil Limp Bizkit 2026 nicht mehr beweisen mussten, dass sie cool waren – gerade deshalb waren sie es wieder. Fred Durst moderierte den Wahnsinn, Wes Borland sah aus wie ein Kunstprojekt mit Verzerrerpedal, und der Nürburgring tat, was er tun musste: Er drehte noch einmal komplett durch.

Sleep Token bei Rock am Ring 2025 am Sonntag

Sleep Token verabschieden in der Sonntagnacht als glorreicher Headliner das 40. Jubiläum von Rock am Ring mit einem epischen Ritual, das düster-atmosphärischen Alternative Metal mit emotionaler Tiefe verknüpft. Die anonym maskierte Band um Vessel und Schlagzeuger II präsentiert Songs vom neuen Album Even in Arcadia, das jüngst weltweit auf Platz 1 der Charts stürmte – inklusive ihres ersten UK Top‑10‑Singles „Caramel“ und dem viralen „Emergence“.

Live beweisen sie erneut ihre Ausnahmestellung: Sleep Token gelten als „Real Live Certified“, mit Shows, die laut Kritikern zu den besten 5 Prozent zählen. Neben hypnotischer Licht‑ und Nebelinszenierung bewegt sich das Set fließend zwischen sphärischer Pop-Intimität, progressivem Metal‑Donner und hypnotischen Cleans – ein klangliches Wechselbad der Gefühle. Die Masken, die theatralische Zurückhaltung von Vessel und die grenzaufhebende Interaktion mit dem Publikum machen das Konzert zu einem tief berührenden Erlebnis. Mit diesem Headline-Set verabschieden sie das Festival nicht nur stilvoll, sondern hinterlassen eine kollektive Still & Shiver‑Stimmung unter den Zuschauern. Sleep Tokens Sound ist jenseits von Genre-Grenzen – und ihre Live‑Show ein emotionales Finale, das man nie vergisst.

Hier seht ihr Fotos von Sleep Token beim Jera on Air Festival 2019. Fotos: stagr/Jana Boese

Korn bei Rock am Ring 2025 am Sonntag

Wenn Korn auf der Bühne stehen, dann brennt der Boden – und bei Rock am Ring 2025 am Sonntag haben sie anlässlich des 40. Festivaljubiläums wieder eindrucksvoll gezeigt, warum sie die unangefochtenen Könige des Nu-Metal sind. Frontmann Jonathan Davis, mit seinem markanten Gesang irgendwo zwischen Wut und Wahnsinn, jagte das Publikum durch eine Setlist aus Klassikern wie „Freak on a Leash“, „Falling Away from Me“ und „Got the Life“ – Songs, die ganze Generationen geprägt haben. Die Gitarristen James „Munky“ Shaffer und Brian „Head“ Welch lieferten die gewohnt schweren, verzerrten Riffs, während Fieldy am Bass für den nötigen Groove sorgte und Ray Luzier an den Drums das Gaspedal durchdrückte.

Korn wissen eben, wie man aus düsterem Sound, dicken Breakdowns und einem Schuss Wahnsinn einen mitreißenden Abriss fabriziert. Ihr aktuelles Album „Requiem“ knüpft an ihre düstere Klangwelt an und liefert neue Hymnen für die Fans. Besonders: Korn schafften es, die Festivalmassen von der ersten bis zur letzten Minute in den Bann zu ziehen – mit einer Performance, die rohe Energie und emotionale Tiefe perfekt vereinte. Wer Korn live verpasst hat, hat was verpasst.

Hier seht ihr Fotos von Korn auf aktueller Tour in Hannover in der ZAG Arena 2025. Fotos: stagr/Rüdiger Knuth

Rock am Ring 2025 am Sonntag: Jubiläumsmodus auf Hochturen

Der dritte Festivaltag am Nürburgring hätte leicht zum Durchhänger werden können – Staub in der Lunge, drei Tage Dosenravioli und ein Schlafdefizit, das selbst ein Energy-Drink nicht mehr weglächelt. Aber nicht bei diesem Jubiläum. Nicht bei 40 Jahren Rock am Ring. Statt Festivalmüdigkeit gibt es am Sonntag nochmal ein Line-up, das klarmacht: Der Ring hört nicht leise auf – er geht mit Nachdruck in die Verlängerung. Und auch das Wetter hält sich an sommerliche Regeln – oder wenn schon mit kühleren Temperaturen zumindest ohne Regen.

Korn liefern den nötigen Tritt in den Magen – Nu-Metal in Reinform, roh und druckvoll. Wer denkt, man hätte “Freak on a Leash” schon zu oft gehört, wird hier eines Besseren belehrt. Powerwolf wiederum zelebrieren ihre Gothic-Power-Metal-Messe mit Weihrauch, Orgel und Pyro – irgendwo zwischen Oper und Höllenritt. The Ghost Inside schieben emotionalen Hardcore mit Herz und Wucht auf die Bühne, Falling in Reverse tanzen gewohnt selbstbewusst zwischen Rap, Metal und Popkulturreferenz – und Sleep Token verwandeln die Nacht schließlich in ein düsteres Ritual zwischen Post-Rock, R’n’B und Metalgewittern. Wer bis dahin noch stehen kann, wird spätestens hier weggebeamt. Der Sonntag ist keine Abschiedsveranstaltung – er ist ein letzter, epischer Akt. Und Rock am Ring? Feiert 40 Jahre, als hätte es gerade erst angefangen. Im nächsten Jahr geht die wilde Reise natürlich weiter, der Termin steht bereits für den 5. bis 7. Juni 2026 und Tickets gibt es ab Dienstag, den 12. Juni 2025.

Dead Poet Society

Dead Poet Society setzen gleich zu unserem Tagesstart ein Statement – roh, hypnotisch und herrlich unkonventionell. Die Band um Sänger und Gitarrist Jack Underkofler, begleitet von Jack Collins (Gitarre), Will Goodroad (Drums) und Dylan Brenner (Bass), überzeugt mit ihrem genreübergreifenden Sound aus Alternative Rock, Blues, Grunge und einer Prise Kunsthochschul-Attitüde. Mit Songs wie „.CoDA.“, „intoodeep“ und neuen Tracks vom aktuellen Album „Fission“ zeigen sie, dass man auch ohne klassische Gitarrenriffs und mit offenen Stimmbändern eine riesige Bühne dominieren kann. Ihr Liveset ist eine intensive Mischung aus musikalischer Präzision und emotionalem Drahtseilakt – rau, kantig und doch eingängig. Wer eine Band sucht, die sich nicht in Schubladen stecken lässt und trotzdem jede Menge Ohrwurmqualitäten mitbringt, wird hier definitiv fündig.

Polaris

Polaris fackeln nicht lange und zeigen gleich, warum sie zu den spannendsten Metalcore-Acts der Gegenwart zählen. Mit einer energiegeladenen Performance präsentieren Jamie Hails (Vocals), Rick Schneider (Gitarre), Jake Steinhauser (Bass/Vocals) und Daniel Furnari (Drums) eine Mischung aus brachialen Breakdowns und melodischen Hooks, die das Publikum begeistert. Besonders emotional ist der Auftritt, da es der erste Festival-Sommer ohne ihren verstorbenen Gitarristen Ryan Siew war; seine Parts werden von Jesse Crofts übernommen. Das aktuelle Album Fatalism, das posthum mit Siews Beiträgen veröffentlicht wurde, erreichte Platz 1 der australischen Charts und enthält Highlights wie „Nightmare“ und „Inhumane“ . Polaris kombinieren technische Raffinesse mit emotionaler Tiefe und schaffen so eine einzigartige Live-Erfahrung. Wer sie verpasst hat, sollte die nächste Gelegenheit nutzen – diese Band ist auf dem besten Weg, die großen Bühnen dauerhaft zu erobern.

The Warning

The Warning powern ein mitreißendes Rock-Statement ab, das zeigt, wie viel Power in einem Trio stecken kann. Die drei Schwestern aus Mexiko – Dany (Gitarre, Gesang), Pau (Drums, Gesang) und Ale Villarreal (Bass) – überzeugen mit tightem Zusammenspiel, rauem Sound und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Mit Songs wie „CHOKE“, „MONEY“ und neuen Tracks vom aktuellen Album „Keep Me Fed“ beweisen sie, dass moderner Rock auch ohne Klischees funktioniert. Ihr Mix aus Alternative, Hard Rock und Grunge-Elementen wirkt frisch, authentisch und doch druckvoll genug, um die große Festivalbühne zu füllen. Das Konzert ist nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die nächste Rockgeneration längst angekommen ist – und verdammt gut klingt.

Jerry CAntrell

Jerry Cantrell kann nicht nur mit seiner Grunge-Band Alice in Chains, sondern auch solo ein Publikum magnetisch anziehen. Mit einer Setlist, die sowohl Klassiker von Alice in Chains als auch Songs seines aktuellen Albums I Want Blood umfasst, begeistert er die Fans. Seine charakteristischen düsteren Riffs und melancholischen Melodien, wie in „Vilified“ und „Afterglow“, zeigen, dass er nichts von seiner kreativen Kraft eingebüßt hat. Beeindruckend ist die emotionale Tiefe seiner Performance, die das Publikum spürbar bewegt. Mit I Want Blood, seinem vierten Soloalbum, das am 18. Oktober 2024 erschienen ist, kehrt Cantrell zu seinen Wurzeln im Alternative Metal zurück und liefert gleichzeitig neue Impulse. Sein Auftritt ist ein Highlight des Festivals und unterstreicht seine Bedeutung als Solokünstler in der Rockszene. Für Fans von grungigem Gitarrenrock ist diese Show ein absolutes Muss.

Idles

Die Idles beweisen einmal mehr, dass Wut, Haltung und Schweiß eine verdammt gute Mischung für ein unvergessliches Live-Erlebnis sind. Die britische Post-Punk-Dampfwalze um Frontmann Joe Talbot brüllt sich mit Songs wie „Never Fight a Man With a Perm“, „Danny Nedelko“ und neuem Material vom aktuellen Album „TANGK“ kompromisslos in die Gehörgänge des Publikums. Angetrieben von der unbändigen Energie von Mark Bowen (Gitarre), Lee Kiernan (Gitarre), Adam Devonshire (Bass) und Jon Beavis (Drums) verwandeln sie die Bühne in ein anarchisches Kraftfeld – irgendwo zwischen politischer Predigt und Punkrock-Pogo. Die Musik der Idles ist laut, wütend, kathartisch – aber immer auch von einer tiefen Menschlichkeit durchzogen, die live besonders greifbar wird. Talbot predigt gegen Gleichgültigkeit, für Mitgefühl und zerlegt dabei fast das Mikro – ein Akt der Selbstentladung, der unter die Haut geht. Wer denkt, dass Haltung in der Rockmusik passé ist, wird hier eines Besseren belehrt: Idles sind laut, unbequem – und genau das macht sie so wichtig.

Jinjer

Jinjer zeigen eindrucksvoll, warum sie zu den innovativsten Kräften im modernen Metal zählen – technisch brillant, stilistisch vielseitig und mit einer Frontfrau, die Bühnen im Sturm erobert. Tatiana Shmayluk schaltet stimmlich wie gewohnt mühelos zwischen glasklarem Gesang und tiefen Growls, während Roman Ibramkhalilov (Gitarre), Eugene Abdukhanov (Bass) und Vladislav Ulasevich (Drums) ein rhythmisches Gewitter entfesseln, das irgendwo zwischen Djent, Groove Metal und Prog angesiedelt ist. Mit Klassikern wie „Pisces“, „Vortex“ und neuen Tracks vom aktuellen Album „Wallflowers Deluxe“ ziehen sie das Publikum in ihren Bann. Besonders live wird spürbar, wie fein austariert Jinjer ihre Aggression mit Atmosphäre verbinden – mal brachial, mal fast jazzig, aber immer auf den Punkt. Die Ukraine-Flagge auf der Bühne ist nicht nur Statement, sondern Ausdruck einer Band, die Haltung und künstlerische Vision eindrucksvoll vereint. Wer bei diesem Auftritt nicht zumindest kurz den Nacken strapaziert, ist definitiv auf dem falschen Festival.

Beatsteaks

Die Beatsteaks sorgen für ein mitreißendes Heimspiel der Extraklasse – voller Energie, Charme und treibender Punkrock-Hymnen. Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Alternative Rock, Punk, Pop und einer ordentlichen Portion Berliner Schnauze bringen sie die Menge zum Tanzen, Pogen und Mitsingen. Arnim Teutoburg-Weiß (Gesang), Bernd Kurtzke und Peter Baumann (Gitarren), Thomas Götz (Drums) und Torsten Scholz (Bass) zeigen sich gewohnt spielfreudig und nahbar – ein Kollektiv, das live einfach immer zündet. Klassiker wie „Hand in Hand“, „Let Me In“ und „I Don’t Care As Long As You Sing“ dürfen ebenso wenig fehlen wie Songs vom aktuellen Album „Please„, das 2025 erschienen ist  und mit seinem Sound zwischen Reife und Rotz punktet. Besonders ist die Show nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen der spürbaren Verbindung zwischen Band und Fans – hier trifft echte Leidenschaft auf generationsübergreifende Festival-Euphorie. Die Beatsteaks beweisen einmal mehr: Sie gehören auf große Bühnen, weil sie sie wie kaum eine andere Band in Deutschland mit Leben füllen.

The Ghost Inside

The Ghost Inside liefern emotional aufgeladenes Metalcore-Brett ab, das gleichermaßen Wucht und Hoffnung ausstrahlte. Die Band um Frontmann Jonathan Vigil, bestehend aus Zach Johnson (Gitarre), Chris Davis (Gitarre), Jim Riley (Bass) und Andrew Tkaczyk (Drums), zeigte eindrucksvoll, warum sie seit Jahren zu den eindrucksvollsten Comeback-Stories der Szene zählen. Mit Songs wie „Engine 45“, „Avalanche“ und neuen Tracks vom aktuellen Album „Searching for Solace“ verwandelten sie die Bühne in ein Ventil für kollektive Katharsis. Ihr Mix aus harten Breakdowns, melodischen Hooks und aufrichtigen Texten über Schmerz, Heilung und Stärke schlug beim Publikum direkt ins Herz. Besonders berührend war der Moment, als Vigil inne hielt, um den Support seit dem schweren Busunfall 2015 zu würdigen – Gänsehaut pur. Dieses Konzert war mehr als nur ein Abriss: Es war ein Triumph über Widrigkeiten und eine Erinnerung daran, wie kraftvoll Musik sein kann.

Falling in Reverse

Falling in Reverse reissen die Bühne mit einer Mischung aus Größenwahn, Genre-Bending und gnadenloser Bühnenenergie ab. Frontmann Ronnie Radke präsentiert sich einmal mehr als schillernder Antiheld des Modern Rock, während die Band – bestehend aus Christian Thompson (Gitarre), Tyler Burgess (Bass), Max Georgiev (Gitarre) und Luke Holland (Drums) – musikalisch zwischen Metalcore, Rap, Pop-Punk und Stadionrock jongliert. Mit Hits wie „Popular Monster“, „Voices in My Head“ und der neuen Single „Ronnie’s Revenge“ vom aktuellen Album „Neon Necropolis“ liefern sie eine Show, die so exzentrisch wie durchchoreografiert ist. Radkes Bühnenpräsenz, gepaart mit Pyroeffekten und bombastischem Sound, macht den Auftritt zu einem Konzerterlebnis im XXL-Format. Trotz aller Skandale und Kontroversen beweisen Falling in Reverse, dass sie live nicht nur provozieren, sondern auch musikalisch abliefern können. Dieses Konzert ist laut, wild, überdreht – und genau deshalb sehenswert.

Lorna Shore

Lorna Shore stehen für ein apokalyptisches Deathcore-Donnerwetter, das selbst hartgesottene Metalheads ehrfürchtig zurücklässt. Die Band um Shouter Will Ramos, bekannt für seine unmenschliche Vocal-Range, wurde von Adam De Micco (Gitarre), Andrew O’Connor (Gitarre), Michael Yager (Drums) und Gary Herrera (Bass) mit chirurgischer Präzision unterstützt. Mit epischen Tracks wie „To the Hellfire“, „Pain Remains I–III“ und neuem Material vom aktuellen Album „Soulless Divine“ verweben sie orchestrale Düsternis mit technischer Brutalität. Die Kombination aus symphonischem Bombast, tiefen Growls und einer düsteren Lichtshow verwandelt die Bühne in ein musikalisches Armageddon. Wer denkt, Deathcore könne nicht erhaben klingen, wird hier eines Besseren belehrt – Lorna Shore spielen nicht einfach ein Set, sie entfesseln einen Mahlstrom.

Powerwolf

Powerwolf verwandeln das Infield in eine bombastische Metal-Messe voller Pyrotechnik, Pathos und geballter Power. Die Band um Frontmann Attila Dorn – unterstützt von den Falk-Maria Schlegel (Keyboard), Charles und Matthew Greywolf (Gitarren) sowie Roel van Helden (Drums) – inszeniert sich wie gewohnt als sinfonische Macht mit Hang zur theatralischen Übertreibung. Mit Klassikern wie „Amen & Attack“, „Demons Are a Girl’s Best Friend“ und neuen Stücken vom aktuellen Album „Wake Up the Wicked“ zünden sie ein Feuerwerk aus Hymnen und Headbang-Momenten. Die Mischung aus sakralem Bombast, eingängigen Refrains und metallischer Wucht macht das Konzert zu einem Spektakel, das irgendwo zwischen Metal-Oper und Fantasyfilm angesiedelt ist. Wer Powerwolf live erlebt hat, weiß danach: Hier wird nicht einfach nur Musik gespielt – hier wird gefeiert, gepredigt und gebrüllt.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Powerwolf bei Rock am Ring 2025 zu fotografieren. Hier seht ihr Powerwolf in Hamburg im Jahr 2024. Foto: stagr/Birger Treimer

Korn

Wenn Korn auf der Bühne stehen, dann brennt der Boden – und bei Rock am Ring am Sonntag zeigen sie wieder eindrucksvoll, warum sie die unangefochtenen Könige des Nu-Metal sind. Frontmann Jonathan Davis, mit seinem markanten Gesang irgendwo zwischen Wut und Wahnsinn, jagt das Publikum durch eine Setlist aus Klassikern wie „Freak on a Leash“, „Falling Away from Me“ und „Got the Life“ – Songs, die ganze Generationen geprägt haben. Die Gitarristen James „Munky“ Shaffer und Brian „Head“ Welch liefern die gewohnt schweren, verzerrten Riffs, während Fieldy am Bass für den nötigen Groove sorgte und Ray Luzier an den Drums das Gaspedal durchdrückt. Korn wissen eben, wie man aus düsterem Sound, dicken Breakdowns und einem Schuss Wahnsinn einen mitreißenden Abriss fabriziert. Ihr aktuelles Album „Requiem“ knüpft an ihre düstere Klangwelt an und liefert neue Hymnen für die Fans. Besonders: Korn schaffen es, die Festivalmassen von der ersten bis zur letzten Minute in den Bann zu ziehen – mit einer Performance, die rohe Energie und emotionale Tiefe perfekt vereint. Es ist tatsächlich so, wer Korn live verpasst, hat was verpasst.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Korn bei Rock am Ring 2025 zu fotografieren. Hier seht ihr dafür Korn am Dienstag, den 3. Juni 2025 in Hannover. Foto: stagr/Rüdiger Knuth

Sleep Token

Sleep Token verabschieden in der Sonntagnacht als glorreicher Headliner das 40. Jubiläum von Rock am Ring mit einem epischen Ritual, das düster-atmosphärischen Alternative Metal mit emotionaler Tiefe verknüpft. Die anonym maskierte Band um Vessel und Schlagzeuger II präsentiert Songs vom neuen Album Even in Arcadia, das jüngst weltweit auf Platz 1 der Charts stürmte – inklusive ihres ersten UK Top‑10‑Singles „Caramel“ und dem viralen „Emergence“. Live beweisen sie erneut ihre Ausnahmestellung: Sleep Token gelten als „Real Live Certified“, mit Shows, die laut Kritikern zu den besten 5 Prozent zählen. Neben hypnotischer Licht‑ und Nebelinszenierung bewegt sich das Set fließend zwischen sphärischer Pop-Intimität, progressivem Metal‑Donner und hypnotischen Cleans – ein klangliches Wechselbad der Gefühle. Die Masken, die theatralische Zurückhaltung von Vessel und die grenzaufhebende Interaktion mit dem Publikum machen das Konzert zu einem tief berührenden Erlebnis. Mit diesem Headline-Set verabschieden sie das Festival nicht nur stilvoll, sondern hinterlassen eine kollektive Still & Shiver‑Stimmung unter den Zuschauern. Sleep Tokens Sound ist jenseits von Genre-Grenzen – und ihre Live‑Show ein emotionales Finale, das man nie vergisst.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Sleep Token bei Rock am Ring 2025 zu fotografieren. Hier seht ihr Sleep Token beim Jera On Air Festival 2019. Foto: stagr /Jana Bose

Slipknot bei Rock am Ring 2025 am Samstag

Die Samstagnacht bei Rock am Ring 2025 wurde zur Maskenmesse, als Slipknot als Headliner die Hauptbühne in einen albtraumhaften Moshpit-Kult verwandelten. Die Nu-Metal-Veteranen und immer wieder gern gesehenen Gäste um Frontmann Corey Taylor, mit Unterstützung von Shawn Crahan, Jim Root, Mick Thomson und ihrer maskierten Chaos-Truppe, lieferten eine Show, die an Intensität kaum zu überbieten war.

Mit Hits wie Duality, Psychosocial und Wait and Bleed rissen sie das Publikum mit – brutal präzise, laut und visuell überwältigend. Slipknot stehen für kontrolliertes Chaos, kathartische Aggression und eine Bühnenshow, bei der selbst die Pyros schwitzen. Besonders war die Nacht nicht nur wegen der puren Energie, sondern auch, weil die Band neues Material vom aktuellen Album The Nameless Code präsentierte – düsterer, experimenteller und trotzdem hundert Prozent Slipknot. Trotz über 25 Jahren Bandgeschichte wirken sie live kein bisschen

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Slipknot bei Rock am Ring 2025 zu fotografieren. Hier seht ihr dafür Slipknot bei Rock am Ring im Jahr 2019. Foto: stagr/Julia Langmaack

Rock am Ring 2025 am Samstag: RaR feiert sich selbst – besser und lauter denn je

Tag zwei beim 40. Rock am Ring und der Samstag macht schnell klar: Wer hier durchs Jubiläumswochenende will, braucht Kondition und ein stabiles Nervenkostüm. Statt sich auszuruhen, zünden die Veranstalter gleich mehrere Überraschungsraketen – und das Publikum? Liebt’s.

Los gehts dort, wo man eigentlich am meisten mit Kater, aber am wenigsten mit Krawall rechnet: auf dem Campground. Punkt 13 Uhr schallen die ersten Akkorde von Feine Sahne Fischfilet über die Zeltplätze. Die Punkband aus Mecklenburg-Vorpommern spielt einen unangekündigten Special-Gig – mitten zwischen Zaltplanen, Raviolidosen und Palettenbier. Politisch, laut, ehrlich. Gänsehaut, Circle Pit, Festivalherz. Und als wär das nicht schon genug, setzen Kraftklub um 18 Uhr einen drauf: Mit Countdown und einem kollektiven “Was zur Hölle geht denn jetzt ab?” stürmen sie als geheimer Jubiläumsact die Bühne. Pure Energie, Hits wie “Songs für Liam” oder “Kein Liebeslied” – und eine Crowd, die jede Textzeile mitbrüllt, als wär es das letzte Konzert der Menschheit.

Doch auch der reguläre Spielplan hat keine Schwachstellen: Airbourne servieren trotz Mega-Regenguss ihren High-Voltage-Rock’n’Roll mit Schweißgarantie, In Flames liefern melodischen Death Metal auf Champions-League-Niveau, Kontra K kommt mit Boxring-Pathos und Pyro im XXL-Format und Rise Against schieben die Punkrock-Kurve wieder in Richtung Emotion. Der Abend gehört dann einem Titanen: Slipknot. Masken, Wahnsinn, Maschinengewehr-Drums – die US-Legenden lassen keinen Zweifel daran, warum sie Headliner sind. Der Ring bebt, der Moshpit ist ein schwarzes Loch und als “Duality” in die Nacht donnert, ist klar: Dieses Jubiläum schreibt Geschichte. Und wir sind mittendrin.

Kittie

Kittie feiern am frühen Samstagnachmittag mit einem wuchtigen Set auf der Mandora Stage ihr Comeback in Deutschland. Eindrucksvoll ist, dass sie nach über einem Jahrzehnt Pause nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren haben. Das kanadische Quartett – bestehend aus Morgan Lander (Gesang, Gitarre), Mercedes Lander (Schlagzeug), Tara McLeod (Leadgitarre) und Ivy Jenkins (Bass) – präsentiert eine explosive Mischung aus Nu Metal, Groove Metal und Hardcore-Elementen, die sowohl alte Hits wie „Brackish“ und „Charlotte“ als auch neues Material vom aktuellen Album Fire umfasst. Besonders hervorzuheben ist die Performance von „We Are Shadows“, die das Publikum mit ihrer Intensität und Emotionalität fesselt. Die Rückkehr von Kittie auf europäische Bühnen nach langer Abwesenheit wird von den Fans mit Begeisterung aufgenommen und zeigt, dass die Band nach wie vor eine feste Größe in der Metal-Szene ist. Mit ihrer energiegeladenen Show und der gelungenen Mischung aus Nostalgie und frischem Sound setzen Kittie ein starkes Zeichen für ihre Zukunft.

Nothing More

Nothing More liefern direkt ein energisches Feuerwerk ab, das irgendwo zwischen Wahnsinn, Genie und purem Adrenalin pulsiert. Frontmann Jonny Hawkins, bekannt für seine wilden Tanzeinlagen auf dem selbstgebauten „Scorpion Tail“, ist wie gewohnt der unbestrittene Wirbelwind des Abends. Die US-Band, zu der außerdem Mark Vollelunga (Gitarre), Daniel Oliver (Bass) und Ben Anderson (Drums) gehören, zeigt mit einer explosiven Setlist, warum sie zu den spannendsten Acts des modernen Alternative Metal zählen. Mit Hits wie „This Is the Time (Ballast)“, „Go to War“ und neuen Krachern vom aktuellen Album „Carnal“ treffen sie den Nerv des Publikums zwischen Wut, Hoffnung und hymnischer Ekstase. Besonders beeindruckend: die Mischung aus technischer Raffinesse, emotionaler Wucht und einer Bühnenshow, die mehr Theater als Konzert ist. Wer denkt, Nothing More seien nur Studio-Giganten, wird hier eines Besseren belehrt – live sind sie eine Naturgewalt.

Imminence

Imminence entfachen ein wahres Klanggewitter – und das mit Stil, Geige und ordentlich Gänsehautgarantie. Die Schweden rund um Sänger und Violinist Eddie Berg zeigen, warum ihr Mix aus Metalcore, orchestralen Elementen und emotionaler Tiefe so einzigartig ist. Mit im Gepäck: ihr aktuelles Album „The Black“, ein düster-episches Meisterwerk, das die Festivalbühne in ein musikalisches Fegefeuer verwandelt. Songs wie „Come Hell or High Water“, „Paralyzed“ und „Lament“ lassen die Menge toben – und gleichzeitig innehalten. Zur Band gehören neben Berg auch Gitarrist Harald Barrett, Alex Arnoldsson, Bassist Christian Höijer und Drummer Peter Hanström – ein eingespieltes Team mit beeindruckender Live-Energie. Wer Imminence bis dahin noch nicht auf dem Radar gehabt hat, dürfte spätestens jetzt wissen: Diese Band spielt nicht nur Konzerte, sie erschafft Erlebnisse.

Skillet

An nächster Position erleben wir Skillet, deren christlich geprägter Hardrock alles andere als brav ist – stattdessen sind sie laut, episch und voller Energie. Die US-Band um das Ehepaar John (Gesang, Bass) und Korey Cooper (Gitarre, Keys) feuert zusammen mit Jen Ledger (Drums, Gesang) und Seth Morrison (Leadgitarre) eine mitreißende Show ab, die von der ersten Minute an zündet. Mit Klassikern wie „Monster“, „Hero“ und „Feel Invincible“ sowie frischem Material vom aktuellen Album „Dominion: Day of Reckoning“ liefern sie einen Soundtrack zwischen Stadionrock, Synth-Bombast und hymnischem Pathos. Besonders bemerkenswert: die starke Bühnenpräsenz und das perfekte Zusammenspiel aus harter Gitarrenarbeit und eingängigen Refrains, die das Publikum textsicher und begeistert mitnimmt. Skillet bleiben eine feste Größe im Festivalzirkus – und stehen dafür, dass Glauben und Gitarrenriffs ziemlich gut zusammenpassen.

Me first and the gimme gimmes

Me First and the Gimme Gimmes verwandeln das Infield in eine schräge Punkrock-Karaoke-Party der allerbesten Sorte – mit Hawaiihemden, Klamauk und Vollgas. Die Allstar-Coverband um Sänger Spike Slawson, NOFX-Bassist Fat Mike (wenn er gerade mitspielt), Joey Cape von Lagwagon und Gitarren-Ass CJ Ramone zeigen einmal mehr, dass man mit ordentlich Humor und noch mehr Tempo selbst I Believe I Can Fly oder Country Roads in Moshpit-Material verwandeln kann. Ihr Markenzeichen: Pop-, Rock- und Country-Klassiker im rotzigen Punk-Gewand – immer mit einem Augenzwinkern, aber musikalisch erstaunlich tight. Besonders ist die Show durch ihren Mix aus Anarchie und Entertainer-Qualitäten, bei dem selbst die Security mitschunkelt. Mit dem aktuellen Album Blowin’ It – Again! liefern sie erneut eine wilde Sammlung völlig überdrehter Cover-Versionen, die live wie eine mit Bier übergossene Jukebox wirken. Kein Band-Shirt ist sicher, kein Refrain zu kitschig – Hauptsache laut, schnell und mit Spass. Me First and the Gimme Gimmes sind der beste Beweis, dass Punkrock auch einfach mal nur Bock machen darf.

Kraftklub

Am Samstagabend um 18:05 Uhr verwandeln Kraftklub die Umbaupause zwischen Me First and the Gimme Gimmes und Airbourne auf dem Platz vor der Mandora Stage in einen unvergesslichen Secret Gig. Bereits am Vortag ist im Hintergrund das Kraftklub-Logo riesen groß mit einem Kran heraufgezogen wurden, am Samstag zeigt dann ein Countdown den zeitlichen Weg zum Gig. Mitten im Festivaltrubel, umringt von tausenden überraschten Fans, liefern die Chemnitzer eine energiegeladene Show, die Spontaneität und musikalische Präzision vereint. Die Band, bestehend aus Felix Brummer (Gesang), Karl Schumann (Gitarre), Till Brummer (Bass), Steffen Israel (Gitarre, Keyboard) und Max Marschk (Schlagzeug), präsentiert eine explosive Mischung aus Indie-Rock, Punk und Rap, die sie seit ihrem Debütalbum Mit K aus dem Jahr 2012 auszeichnet. Mit Hits wie „Ich will nicht nach Berlin“ oder „Songs für Liam“  oder auch Songs vom kommenden Album Sterben in Karl-Marx-Stadt (VÖ: 28. November 2025) bringen sie die Menge zum Kochen. Der Überraschungsauftritt untersteicht einmal mehr, warum Kraftklub als eine der spannendsten Live-Bands Deutschlands gelten. Ihre Fähigkeit, politische Statements mit mitreißender Musik zu verbinden, macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Musikszene. Dieser Secret Gig ist nicht nur ein Highlight des Festivals, sondern auch ein Vorgeschmack auf ihre große Tour im Jahr 2026. Wer hier dabei ist, wird diesen Moment so schnell nicht vergessen.

Spiritbox

Spiritbox gehen mit einem intensiven Sound an den Start, der irgendwo zwischen ätherischer Schönheit und metallischer Zerstörung changiert – ein Gewitter, das live noch eindringlicher wirkt als auf Platte. Frontfrau Courtney LaPlante beweist, warum sie als eine der eindrucksvollsten Stimmen im modernen Metal gilt: Growls wie aus der Hölle, Gesang wie aus einem Traum. Gemeinsam mit Gitarrist Mike Stringer, Bassist Josh Gilbert und Drummer Zev Rose bringen Spiritbox Songs wie Holy Roller, Circle With Me und The Summit in absoluter Präzision und mit emotionaler Wucht auf die Bühne. Ihre Show besticht durch den Kontrast aus Härte und Verletzlichkeit – keine Show für Nebenbei, sondern ein Erlebnis, das unter die Haut geht. Spiritbox verbinden Prog, Djent, Metalcore und Pop-Elemente so eigenständig, dass man sie schwer einordnen, aber sofort widererkennen kann. Mit ihrem aktuellen Album Eternal Blue: Reimagined zeigen sie sich experimentierfreudiger denn je und beweisen, dass moderner Metal auch zart sein darf. Fazit: Wer das verpasst hat, verpasst die Zukunft des Genres.

Airbourne

Airbourne hauen am Samstagabend eine Show raus, die so klingt, als hätten AC/DC zu viel Bier und Adrenalin intus – und das ist durchweg als Kompliment gemeint. Die Australier um Frontmann Joel O’Keeffe, gemeinsam mit seinem Bruder Ryan am Schlagzeug, Justin Street am Bass und Gitarrist Harri Harrison, zelebrieren ehrlichen, bier- und schweißgetränkten Hard Rock ohne Schnickschnack. Songs wie Runnin’ Wild, Live It Up und Too Much, Too Young, Too Fast werden vom Publikum gefeiert wie eine einzige, laute Liebeserklärung an den Rock’n’Roll. Airbourne stehen für kreischende Gitarren, fliegende Bierdosen und eine Attitüde, die man eher in verrauchten Clubs als auf großen Festivalbühnen vermutet – genau deshalb ist diese Show so mitreißend. Mit ihrem aktuellen Album Back in the Game, das gewohnt riffstark und voller Energie daherkommt, beweisen sie, dass schnörkelloser Rock noch lange nicht tot ist. Das ist zwar keine Revolution, aber verdammt viel Rock.

Bullet for my Valentine

Bullet for My Valentine sind endlich wieder einmal auf der Utopia Stage (zuletzt erst in 2023 , aber von BFMV kann man nie genug bekommen). Und sie liefern eine Lehrstunde in melodischem Metalcore – druckvoll, tight und mit genau der richtigen Mischung aus Härte und Gefühl. Die Waliser um Frontmann Matt Tuck, Gitarrist Michael Paget, Bassist Jamie Mathias und Drummer Jason Bowld reissen mit Klassikern wie Tears Don’t Fall, Waking the Demon und Your Betrayal das Publikum aus der Abenddämmerung direkt in den Moshpit. Ihr Markenzeichen: eingängige Refrains, rasende Riffs und eine fast schon chirurgische Präzision beim Breakdown. Besonders beeindruckend ist, wie nahtlos neue Songs vom aktuellen Album Godspeed Inferno in die Setlist passten – moderner, düsterer, aber mit der gewohnten BFMV-DNA. Die Band zeigt sich spielfreudig und hungrig, als hätte sie etwas zu beweisen – und beweist es mit Nachdruck. Wer denkt, BFMV seien nur Nostalgie für 2000er-Emo-Kids, wird hier klar mit einem musikalischen Roundhouse-Kick aufgeweckt. Ein Gitarrenfeuerwerk, Growls mit Gefühl und ein Publikum, das bis zur letzten Note nicht stillsteht.

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn lassen die Erde beben – mit einem Auftritt, der eher wie ein Aufstand als ein Konzert wirkt. Die Thüringer Metalcore-Veteranen um Frontmann Marcus Bischoff, Gitarrist Maik Weichert, Bassist Eric Bischoff, Drummer Christian Bass und Gitarrist Alexander Dietz liefern politisch motivierten Dampfhammer-Sound mit maximaler Wucht. Doch schon nach einem Song ist leider Schluss mit brachialen Riffs, klugen Botschaften und einer kompromisslosen Live-Energie – die Band bricht den Auftritt kurzfristig ab – leider hat Sänger Bischoff Stimmprobleme. Schade.

In Flames

In Flames zünden ein melodisches Death-Metal-Feuerwerk, das eindrucksvoll ist und klar macht, warum die Schweden seit Jahrzehnten zu den stilprägenden Größen ihres Genres zählen. Frontmann Anders Fridén führt die Band – mit Björn Gelotte, Chris Broderick, Tanner Wayne und Bryce Paul – mit unerschütterlicher Energie durch ein Set voller Klassiker wie Only for the Weak, Take This Life und Cloud Connected. In Flames schaffen den Spagat zwischen Härte und Melodie wie kaum eine andere Band, und genau das macht auch diesen Auftritt so besonders. Mit hymnischen Refrains, technischer Präzision und einem druckvollen Livesound lässt die Band keine Wünsche offen. Besonders stark: die neuen Songs vom aktuellen Album Foregone II, das live genauso wuchtig und facettenreich rüberkommt wie die alten Bretter. Das Publikum feiert, bangt und grölt mit – ein Beweis dafür, dass Göteborg-Metal auch 2025 nichts von seiner Wucht verloren hat. In Flames liefern ein Statement für die Gegenwart des Metal.

Kontra K

Kontra K beweist bei Rock am Ring 2025 wieder einmal (er ist 2023 schon mal hier gewesen), dass harter Rap und ein Rockfestival kein Widerspruch sein müssen – im Gegenteil: Sein Auftritt schlägt überraschend kraftvoll ein. Mit seiner Mischung aus Straßenrap, Motivationshymnen und Live-Band-Backing bringt er das Publikum zwischen Moshpit und Mitgrölen ordentlich ins Schwitzen. Hits wie Erfolg ist kein Glück, Warnung und Letzte Träne sorgen für Gänsehaut und geballte Fäuste in der Luft. Zwar ist Kontra K nicht der klassische Act für ein Gitarrenfestival, doch seine Energie, Bühnenpräsenz und musikalische Wucht passen erstaunlich gut ins Line-up. Besonders ist seine Show durch seine direkte Art, seinen unverkennbaren Drive und die nahtlose Verbindung von Beats, Band und Botschaft. Mit dem aktuellen Album Augen eines Tigers, das erneut in die Topcharts schoss, zeigt Kontra K, dass er längst genreübergreifend funktioniert – und live sowieso.

Rise Against

Rise Against liefern ihre typisch-energiegeladene Mischung aus Politpunk, Melodie und Haltung – ganz in der Manier, die sie seit zwei Jahrzehnten auszeichnet. Frontmann Tim McIlrath, zusammen mit Zach Blair, Joe Principe und Brandon Barnes, präsentiert ein Set voller Klassiker wie Prayer of the Refugee, Savior und Give It All, die das Publikum von der ersten Sekunde an zum Mitsingen, Springen und Nachdenken bringen. Die Band überzeugt live nicht nur durch tightes Zusammenspiel und eingängige Hooks, sondern auch durch klare Botschaften gegen soziale Ungerechtigkeit und politische Gleichgültigkeit. Besonders stark ist die Verbindung zum Publikum, das jede Zeile mit Inbrunst zurückschmettert – eine echte Einheit aus Bühne und Menge. Mit ihrem aktuellen Album Nowhere Generation II, das textlich genauso bissig und musikalisch noch fokussierter daherkommt, zeigen sie, dass Punkrock mit Haltung auch 2025 dringend gebraucht wird. Rise Against liefern kein bloßes Nostalgie-Set, sondern eine mitreißende Mahnung im Soundgewand. Fazit: Laut, ehrlich und verdammt relevant.

Slipknot

Die Samstagnacht bei Rock am Ring 2025 wird zur Maskenmesse, als Slipknot als Headliner die Hauptbühne in einen albtraumhaften Moshpit-Kult verwandeln. Die Nu-Metal-Veteranen und immer wieder gern gesehenen Gäste um Frontmann Corey Taylor, mit Unterstützung von Shawn Crahan, Jim Root, Mick Thomson und ihrer maskierten Chaos-Truppe, liefern eine Show, die an Intensität kaum zu überbieten ist. Mit Hits wie Duality, Psychosocial und Wait and Bleed reißen sie das Publikum mit – brutal präzise, laut und visuell überwältigend. Slipknot stehen für kontrolliertes Chaos, kathartische Aggression und eine Bühnenshow, bei der selbst die Pyros schwitzen. Besonders ist die Nacht nicht nur wegen der puren Energie, sondern auch, weil die Band neues Material vom aktuellen Album The Nameless Code präsentiert – düsterer, experimenteller und trotzdem hundert Prozent Slipknot. Trotz über 25 Jahren Bandgeschichte wirkten sie live kein bisschen müde – eher wie ein Orkan auf Speed. Wer danach noch stehen konnte, war entweder taub oder verdammt glücklich.

Aufgrund von Foto-Restriktionen war es uns leider nicht möglich Slipknot bei Rock am Ring 2025 zu fotografieren. Hier seht ihr dafür Slipknot bei Rock am Ring im Jahr 2019. Foto: stagr/Julia Langmaack

Rise Against bei Rock am Ring 2025 am Samstag

Rise Against lieferten ihre typisch-energiegeladene Mischung aus Politpunk, Melodie und Haltung – ganz in der Manier, die sie seit zwei Jahrzehnten auszeichnet. Frontmann Tim McIlrath, zusammen mit Zach Blair, Joe Principe und Brandon Barnes, präsentierte ein Set voller Klassiker wie Prayer of the Refugee, Savior und Give It All, die das Publikum von der ersten Sekunde an zum Mitsingen, Springen und Nachdenken brachten.

Die Band überzeugt live nicht nur durch tightes Zusammenspiel und eingängige Hooks, sondern auch durch klare Botschaften gegen soziale Ungerechtigkeit und politische Gleichgültigkeit. Besonders stark war die Verbindung zum Publikum, das jede Zeile mit Inbrunst zurückschmetterte – eine echte Einheit aus Bühne und Menge. Mit ihrem aktuellen Album Nowhere Generation II, das textlich genauso bissig und musikalisch noch fokussierter daherkommt, zeigten sie, dass Punkrock mit Haltung auch 2025 dringend gebraucht wird. Rise Against lieferten kein bloßes Nostalgie-Set, sondern eine mitreißende Mahnung im Soundgewand. Fazit: Laut, ehrlich und verdammt relevant.