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Metallica in Berlin 2026: 95.000 Fans und 360 Grad Wahnsinn

Wenn Metallica in Berlin auftauchen, klingt das selten nach einem normalen Konzertabend. Am Samstag, den 30. Mai 2026, war es im Olympiastadion aber nicht einfach nur laut, groß und erwartbar monumental – es war ein Abend mit Rekordformat. Rund 95.000 Fans strömten in das weite Rund, und damit wurde diese Show nicht nur zu einem der größten Metallica-Momente in Deutschland, sondern auch zu einem neuen Maßstab für Stadionkonzerte hierzulande. Wo sonst Fußballgeschichte, Leichtathletik und gelegentlich sehr teure Halbzeitbratwürste regieren, stand an diesem Abend eine der größten Metalbands der Welt im Zentrum eines 360-Grad-Spektakels. Berlin bekam keine Show von der Stange, sondern eine Metal-Messe im Großformat: mit Kutten, schwarzen Shirts, Familienausflügen, Bierbechern, Nackenmuskulatur und diesem besonderen Kribbeln, das entsteht, wenn schon vor dem ersten Riff klar ist, dass gleich etwas sehr Großes passiert.

Knocked Loose

Knocked Loose eröffneten den Abend mit einem Set, das ungefähr so diplomatisch war wie ein umfallender Presslufthammer. Die Band aus Kentucky um Sänger Bryan Garris, die sich mit ihrem brachialen Mix aus Hardcore, Metalcore und Beatdown-Wucht längst vom Szene-Geheimtipp zur Grammy-nominierten Abrissbirne hochgearbeitet hatte, nutzte die riesige Kulisse nicht für falsche Zurückhaltung. Songs wie „Suffocate“, „Counting Worms“ oder Material aus „You Won’t Go Before You’re Supposed To“ funktionierten im Olympiastadion wie ein Stresstest für alle, die dachten, sie könnten den Konzertabend gemütlich im Sitzen beginnen. Natürlich war dieser Sound für manche Metallica-Puristen erst einmal ein Faustschlag mit Ansage, aber genau das machte den Reiz aus: Knocked Loose wirkten nicht wie eine höfliche Vorband, sondern wie ein Kontrollverlust mit Backstage-Pass. Berlin wurde früh daran erinnert, dass Härte 2026 nicht nur aus Thrash-Riffs bestehen musste.

Gojira

Gojira übernahmen danach und machten aus dem Olympiastadion kurzzeitig ein tektonisches Versuchslabor. Die französische Band um Joe Duplantier, Mario Duplantier, Christian Andreu und Jean-Michel Labadie gehört seit Jahren zu den wichtigsten modernen Metal-Acts Europas, spätestens seit ihrem spektakulären Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2024 in Paris und dem späteren Grammy-Gewinn war sie endgültig im globalen Metal-Olymp angekommen. Ihr Sound aus Technical Death Metal, Progressive Metal, Groove, Naturgewalt und spiritueller Schwere passte erstaunlich gut in diese gigantische Arena. Live wirkten Songs wie „Stranded“, „Silvera“, „Flying Whales“ oder „Amazonia“ nicht wie bloße Vorprogrammnummern, sondern wie massive Naturereignisse mit Doublebass-Fundament. Gojira spielten konzentriert, wuchtig und fast schon stoisch – eine Band, die nicht um Aufmerksamkeit betteln musste, weil ihre Riffs ohnehin wie Betonplatten vom Himmel fielen.

Metallica

Dann war es Zeit für Metallica. Die Band kam im Rahmen der M72 World Tour nach Berlin, jener Tour, mit der James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo ihr 2023 erschienenes Album „72 Seasons“ weiter in die Welt trugen und gleichzeitig den eigenen Klassiker-Katalog auf Stadiongröße neu sortierten. Die Bühne war dabei ein entscheidender Teil des Abends: Metallica spielten „in the round“ auf einer riesigen 360-Grad-Konstruktion, die das Stadion nicht frontal beschallte, sondern umarmte, umkreiste und gelegentlich einfach überrollte. Im Zentrum lag der berühmte Snake Pit, außen herum bewegten sich die Musiker über Laufwege und Spielflächen, sodass selbst die entfernten Plätze nicht nur auf eine weit entfernte Rock-Ikone starren mussten. Diese Bühne war nicht bloß Kulisse, sondern die architektonische Erklärung dafür, wie man 95.000 Menschen in ein Metallica-Konzert hineinzieht, statt sie nur davorzustellen.

Schon der Einstieg machte klar, dass hier keine Band ihren Legendenstatus verwaltete. Metallica sind seit 1981 unterwegs, haben Thrash Metal entscheidend geprägt, den Underground in Arenen getragen und mit Alben wie „Master of Puppets“, „…And Justice for All“, „Metallica“, „Load“, „Reload“ und zuletzt „72 Seasons“ immer wieder bewiesen, dass Härte und Massenwirkung kein Widerspruch sein müssen. Ihre Musik lebt von der Mischung aus messerscharfen Riffs, galoppierenden Rhythmen, Hetfields bellendem Gesang, Hammetts Soli, Ulrichs unverwechselbarem Schlagzeugspiel und Trujillos Bass-Präsenz, die aussieht, als würde jemand einen Verstärker mit bloßen Händen ringen. Es ist diese Kombination aus Präzision und Urgewalt, aus Kontrolle und Kontrollverlust, die Metallica auch nach mehr als vier Jahrzehnten noch zu einer Ausnahmeerscheinung macht.

Berlin bekam eine Setlist, die tief in die Bandgeschichte griff und gleichzeitig das aktuelle Kapitel nicht versteckte. Klassiker wie „Creeping Death“, „For Whom the Bell Tolls“, „The Unforgiven“, „Fuel“, „Sad but True“, „Nothing Else Matters“, „One“, „Seek & Destroy“, „Master of Puppets“ und „Enter Sandman“ standen für jene Metallica-DNA, die längst in die Popkultur eingewandert ist. Mit „72 Seasons“ erinnerte die Band daran, dass sie nicht nur eine Nostalgie-Maschine ist, sondern weiterhin neue Songs mit Stadionanspruch schreibt. Besonders stark war, wie selbstverständlich alte und neue Stücke ineinandergriffen: Da wirkte nichts museal, nichts pflichtschuldig, nichts nach „jetzt noch schnell der neue Song“. Metallica spielten, als sei der eigene Katalog kein Archiv, sondern ein sehr großer Werkzeugkasten für kollektive Erschütterung.

Einer der besonderen Berlin-Momente war das lokale Augenzwinkern im Set: Kirk Hammett und Robert Trujillo bauten eine Metallica-Version von Rammsteins „Sonne“ ein. Das war natürlich ein dankbarer Griff, denn wenn man in Berlin eine deutsche Band covern will, die weltweit für Wucht, Feuer und Stadiongesten steht, landet man ziemlich schnell bei Rammstein. Im Metallica-Gewand klang „Sonne“ weniger industriell-marschierend und mehr nach lockerer Gitarren-Laune zwischen zwei Weltklassemusikern. Das Publikum nahm die Vorlage dankbar an, sang mit und zeigte, dass Berlin bei solchen Momenten keine lange Bedienungsanleitung braucht. Es war ein kurzer, aber wirkungsvoller Gruß an die Stadt – und genau diese kleinen Ortsmarken machen eine globale Stadionproduktion plötzlich persönlich.

Der emotionale Mittelpunkt des Abends war erwartungsgemäß „Nothing Else Matters“. In einem Olympiastadion mit 95.000 Menschen ist diese Ballade kein normaler Song mehr, sondern ein Massenerlebnis mit Handylichtern, Gänsehaut und dem kollektiv verdrängten Gedanken, dass man vielleicht doch sentimentaler ist, als man beim Kauf des schwarzen Shirts zugeben wollte. Hetfield sang nicht gegen das Stadion an, sondern mit ihm, und genau darin lag die Größe dieses Moments. Danach wurde es mit „Sad but True“ wieder schwerer, bevor „One“ die ganze dramatische Bandbreite zwischen Kriegstrauma, Lichtshow und Maschinengewehr-Drums ausspielte. Metallica konnten an diesem Abend beides: intime Wucht und monumentalen Krach.

Natürlich war diese Show auch deshalb besonders, weil die Dimensionen fast absurd waren. 95.000 Fans sind nicht einfach „ausverkauft“, das ist eine eigene kleine Stadt in Schwarz. Die 360-Grad-Bühne machte diesen Rekord überhaupt erst möglich und sorgte dafür, dass das Olympiastadion nicht nur voll, sondern komplett bespielt wirkte. Von den Innenraumflächen bis hinauf in die obersten Ränge sah man Menschen, die bei „Master of Puppets“ die Luftgitarre auspackten, bei „Enter Sandman“ endgültig die Stimme ruinierten und sich zwischendurch gegenseitig angrinsten, als hätten sie gerade etwas Historisches erwischt. Hatten sie ja auch.

Was Metallica im Olympiastadion so sehenswert machte, war nicht allein die Größe, sondern die Souveränität, mit der sie diese Größe füllten. James Hetfield stand im Zentrum wie ein Prediger mit Explorer-Gitarre, Lars Ulrich trieb die Songs mit diesem typischen Mix aus Spielfreude, Chaos und Instinkt nach vorn, Kirk Hammett lieferte die Soli mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass manche seiner Licks längst Kulturgut sind, und Robert Trujillo gab der Show den physischen Tiefdruck. Gemeinsam wirkten sie nicht wie vier Musiker, die einem Mythos hinterherlaufen, sondern wie eine Band, die ihren Mythos noch immer selbst betreibt. Das ist nach über 40 Jahren vielleicht die eigentliche Sensation.

Metallica spielt zwei Termine in 2026 auf „M72 World Tour In The Round“

Wenn Metallica auf Tour gehen, ist das keine gewöhnliche Konzertankündigung – das ist ein globales Ereignis mit Abrissgarantie. Und genau so fühlt sich auch ihre aktuelle Konzertreise an: groß, laut und mit dem selbstbewussten Titel „M72 World Tour In The Round“.

Seit den frühen 80ern stehen Metallica für eine Mischung aus roher Energie, kompromisslosem Songwriting und einer Live-Wucht, die selbst Genrefremde überzeugt. Was einst als Thrash-Metal-Rebellion begann, ist längst zu einem der größten Rock-Exportschlager der Welt geworden.

Die Besetzung ist dabei so ikonisch wie ihre Riffs: James Hetfield – Rhythmusgitarre, Stimme, das markante „Yeah!“, Lars Ulrich – Drums, Taktgeber und Strippenzieher, Kirk Hammett – Soli, die sich ins Gehirn brennen und Robert Trujillo – Groove, Energie und Dauer-Action auf der Bühne. Gemeinsam haben sie ein Vermächtnis geschaffen, das von Klassikern wie „Master of Puppets“ oder „Enter Sandman“ bis hin zu neueren Releases reicht – und dabei Generationen von Fans geprägt hat.

Über 125 Millionen verkaufte Alben, mehrere Grammys und ausverkaufte Stadien rund um den Globus: Metallica sind kein Hype, sie sind Institution. Alben wie „Metallica“ (das „Black Album“) gehören zu den meistverkauften Rockplatten aller Zeiten. Und live? Da sprechen wir von Band und Publikum als kollektive Naturgewalt.

Metallica live zu erleben ist kein Pflichttermin – es ist eher ein Initiationsritus für Musikfans. Diese Tour setzt noch einen drauf: mehr Nähe, mehr Abwechslung, mehr Spektakel. Wer einmal erlebt hat, wie Zehntausende gleichzeitig „Nothing Else Matters“ mitsingen oder bei „Seek & Destroy“ kollektiv durchdrehen, weiß: Das ist mehr als ein Konzert. Das ist ein Ritual mit Verstärkern.

Thrash-Titanen Metallica auf der M72 World Tour 2026 in Frankfurt & Berlin

Wenn James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo an den Start gehen, weiß jeder, dass es kein gewöhnlicher Konzertabend wird: Metallica, die wohl einflussreichste Heavy-Metal-Band aller Zeiten, setzt ihre gigantische M72 World Tour 2026 fort – und Deutschland steht gleich zweimal im Mittelpunkt dieses Monumental-Trecks.

Was Metallica ausmacht, lässt sich am besten mit zwei Worten beschreiben: Brachial und zeitlos. Seit den frühen 80er-Jahren haben sie den Heavy Metal durch zackige Thrash-Riffs, wuchtige Drum-Attacken und markerschütternde Vocals neu definiert. Klassiker wie Enter Sandman, Master of Puppets, One oder Sad But True sind längst mehr als Songs – sie sind Hymnen der Metal-Kultur und gehören zu den Standards jeder Stadion-Playlist.

Metallicas Musik ist nicht nur laut, sie ist leidenschaftlich: Komplexe Songstrukturen treffen auf eingängige Hooks, rohe Wut auf messerscharfe Präzision – und dabei schafft es die Band immer wieder, sowohl alte Fans als auch neue Hörer zu begeistern. Egal ob du deine ersten Metal-Momente mit …And Justice for All erlebt hast oder bei 72 Seasons (ihr elftes Studioalbum aus dem Jahr 2023) feststellst, dass sie auch nach vier Jahrzehnten kreativ bleiben – hier spielt die Band in der Champions League.

Die M72 World Tour ist dabei viel mehr als nur eine weitere Konzertreihe. Sie begann 2023 zur Unterstützung von 72 Seasons, führt durch gigantische Stadien rund um den Globus und setzt 2026 noch einen drauf – mit einer „in-the-round“-Bühne mitten im Stadion und dem legendären „Snake Pit“ im Zentrum, was den Fans ein intensives 360-Grad-Live-Erlebnis beschert.

Was die Tour 2026 besonders sehenswert macht? Metallica bleibt dem Prinzip No Repeat Weekend treu – an einigen Orten gibt es gleich zwei Shows mit komplett unterschiedlichen Setlists (kein Song wird zweimal gespielt), was Hardcore-Fans ins Schwärmen bringt und das Live-Potenzial voll ausreizt. Unterstützt werden sie dabei von hochkarätigen Support-Acts wie Gojira, Knocked Loose, Pantera oder Avatar, was den Abend zu einem echten Festival-Erlebnis macht.

Metallica spielt zwei Termine in 2024 auf „M72 World Tour“

Die Thrash-Metalband Metallica ist bekannt für ihre legendären Liveshows. Im Münchner Olympiastadion stehen in diesem Jahr zwei der letzten Konzerte auf ihrer „M72 World Tour“ an,  am 24. und am 26. Mai 2024. Wer auf legendäre Gitarrenriffs und Schlagzeugsolos steht, die das Herz höher schlagen lassen, der wird sich die Chance auf Tickets nicht entgehen lassen.

Metallica sind absolute Ikonen des Metal – keine Frage. Diese Jungs haben die Bühnen der Welt seit Jahrzehnten dominiert und wissen genau, wie man eine Show abliefert, die man nicht vergessen wird. Ihre Live-Auftritte sind berüchtigt für die rohe Energie und Leidenschaft, die sie ins Spiel bringen. Das ist die Art von Konzert, bei dem man nicht nur die Musik hört, sondern sie am ganzen Körper fühlt! Neue Songs und klassische Hits – Metallica hat sie alle. Erlebt live, wie sie Hits wie „Enter Sandman“, „Nothing Else Matters“ und viele andere live performen, zusammen mit brandneuen Tracks, die sicherlich auch bald zu eueren Favoriten zählen werden. Und die Atmosphäre: Stellt euch vor, ihr steht mitten in einer riesigen Menge von Metallica-Fans, die alle dieselbe Leidenschaft teilen. Die Energie ist ansteckend, und ihr werdet Teil eines unvergesslichen Abends sein. Das wird episch!

Entfesselte Macht: Metallica mit explosiver Liveshow in Hamburg

Metallica sind mit ihrem neuen Album “72 Seasons” auf “M72 World Tour”. In 2023 stehen dabei nur zwei Termine in Deutschland an. Im Rahmen des “No Repeat Weekend” am 26. und 28. Mai 2023 in Hamburg. Am ersten Abend waren wir dabei, ebenso wie Architects und Mammoth WVH. Metallica spielen im Rahmen des “No Repeat Weekend” 32 Songs an zwei Abenden. Kein einziger Song wird doppelt gespielt. Das gibt der Metal Band die Möglichkeit Songs vom neuen Album und einige Raritäten mühelos nebeneinander im Set unterzubringen, ohne die großen Hits auslassen zu müssen.

Mammoth WVH

Um 18:00 Uhr beginnen Mammoth WVH den Abend musikalisch. Die Band um Sänger Wolfgang van Halen (Sohn von Eddie) startet mit fetten Gitarrenriffs in den Abend. Im Volksparkstadion ist es noch recht leer. Viele Konzertbesucher:innen stehen noch auf der Straße im Stau, da auch in der Arena nebenan heute eine Veranstaltung stattfindet. Die Anreise findet also unter erschwerten Bedingungen statt. Auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen, ist an diesem Abend eine sinnvolle Alternative. Aber zurück zur Musik. Mammoth WVH spielen eine gute halbe Stunde lang Songs von ihrem Debütalbum, das vor zwei Jahren erschien. Gleichzeitig ließ die Band aber auch einen neuen Song vom Stapel und kündigte an, dass ein Nachfolger zum selbstbetitelten Debütalbum in Arbeit sei. Grundsolider Auftritt ohne große Begeisterungsstürme zu entfachen.

Architects

Ähnlich ist das im Anschluss bei Architects, wobei die Band deutlich mehr dafür in die Waagschale legt, Stimmung und Begeisterung zu kreieren. Sänger Sam fragt die Hamburger:innen immer wieder, ob sie bereit seien für Metallica. Mit zunehmender Dauer des Auftritts scheint Sams Begeisterung auch etwas auf das Publikum überzugehen. Architects haben letztes Jahr ihr aktuelles Album “The Classic Symptoms of a Broken Spirit” veröffentlicht und präsentieren daraus einige Songs. Generell fokussiert sich die Band auf die letzten drei Veröffentlichungen (von insgesamt zehn) und spielt nur Songs ab 2018. Der Sound ist im Vergleich zu Mammoth WVH etwas besser und klarer abgemischt, sodass der Auftritt der Briten richtig gut rüberkommt. Klar ist aber an diesem Abend auch, dass alle nur auf Metallica warten.

Metallica

Gegen 20:45 Uhr hat das Warten dann (endlich) ein Ende. Vom Band kommen, wie immer, “It’s A Long Way To The Top” und “The Ecstasy Of Gold” bevor Metallica mit “Creeping Death” ihr Konzert starten. “Creep into Harvester into Leper. That has to be the heaviest set of songs to ever kick off a gig…“, bringt es ein Kommentar auf Instagram zur Setlist auf den Punkt. Metallica meinen es heute ernst und fahren die schweren Geschütze auf. Nicht nur im Hinblick auf eine atemberaubende Produktion, sondern auch im Hinblick auf die Auswahl der Songs. Die Bühne befindet sich in der Mitte des Stadions. Wiederum in der Mitte der Bühne ist der bereits bekannte Snake Pit. Somit sind James & Co. von beiden Seiten von Fans umgeben und haben in alle Himmelsrichtungen mehrere Mikrofone platziert, sodass jede Seite des Stadions im Laufe des Abends einen guten Blick auf die Bandmitglieder hat. Umrahmt ist die Bühne von 8 Sound- und Leinwandtürmen, die das Geschehen auf der Bühne ins Stadion transportieren. Schlagzeuger Lars sitzt jeweils für vier Songs an einer Ecke der Bühne, sodass auch hier alle Anwesenden einen Blick auf das Geschehen hinter den Drums werfen können.

Nach dem erwähnten harten musikalischen Einstieg spielen Metallica auch drei Songs vom neuen Album: “72 Seasons”, “If Darkness Had a Son” und “You Must Burn!”. Abgesehen von diesen drei Songs und “Moth Into Flame”, das im späteren Verlauf durch Flammenwerfer auf der Bühne begleitet wird, bewegen sich Metallica weit in die Geschichte ihrer Diskografie zurück. Auch das Instrumental-Opus “The Call Of Ktulu” von “Ride The Lightning” findet seinen Platz in der Setlist. Gänsehaut und vielleicht die ein oder andere Träne in den Augenwinkeln gibt es bei den emotionalsten Momenten des Abends: “The Unforgiven” vom “Black Album” und “One” von “…And Justice For All”.

Wenn man sich überlegt, dass viele der Songs inzwischen 20 bis 30 Jahre (oder noch mehr) auf dem Buckel haben, ist es wirklich herausragend, dass die Metal Band immer noch Stadien füllt. Zuletzt war die Band 2019 für Konzerte in Deutschland. Im Vergleich dazu wirkt die Band am heutigen Abend viel lebendiger und viel agiler. Das zeigt sich insbesondere bei “Battery”, das bei Auftritten aus früheren Jahren schon mal langsamer performt wurde. Ohne echte Zugabe verabschieden sich Metallica nach “Enter Sandman” und insgesamt 16 Songs ausgiebig von den Fans in Hamburg. Während “The Ecstasy Of Gold” erneut vom Band gespielt wird, werden auf den Leinwänden Fotos von vergangenen Konzerten und Fantreffen gezeigt.

Metallica sind wieder da und können die große Stadionshow (immer noch) wie kaum eine andere Band aus dem Heavy Music Bereich. James Hetfield macht einen sehr gesunden Eindruck und singt so kraftvoll wie fast nie zuvor, Kirk Hammett bewegt seine Finger noch immer pfeilschnell über die Gitarrensaiten, Robert Trujillo tigert wie in besten Zeiten in unnachahmlicher Manier mit seinem Bass über die Bühne und Lars Ulrich (der oft für sie sein Schlagzeugspiel kritisiert wird) versprüht eine ansteckende Energie wie kaum ein zweiter Schlagzeuger.

Metallica in Berlin: WorldWired Tour 2019

Die Thrash-Metalband Metallica ist bekannt für ihre legendären Liveshows. 45.000 Metalfans haben am ersten Samstagabend im Juli im Berliner Olympiastadion eines der drei letzten Konzerte auf aktueller „WorldWired Tour 2019“ erlebt. Die zwei weiteren Konzerte finden in München am 23. August und in Mannheim am 24. August 2019 statt.

Ghost

Die schwedische Band Ghost ist schon lange kein Geheimnis mehr. In der Metalszene gibt es im Moment wohl kaum eine Band, die so schnell erfolgreich und groß geworden ist wie Ghost. Viel Platz gibt es auf der Bühne für Sänger Tobias Forge und seine „Nameless Ghouls“ nicht, aber sie nutzen die Gegebenheiten auf ihre eigene Art und Weise. Mit tiefem Blick in die Zuschauerreihen und langsamen Schritt auf der Bühne, tastet sich Forge, heute in Rot gekleidet auf dem Steg vor. Selbst als Vorband lassen Ghost es sich nicht nehmen den einen oder anderen Pyro-Effekt zu zünden.

Metallica

Die Uhr tickt, die Regenponchos sind über die Nase gezogen und Metallica beginnen ihre Show im Regen.

„The Ecstasy of Gold“

Die Gänsehaut bildet einen undurchdringlichen Panzer am ganzen Körper. Was für ein Auftakt! Das Olympiastadion ist vollkommen Nass im Schritt und brüllt von Unter- bis Oberrang. Die ersten Reihen sind ein wildes Gemisch aus allen Herrenländer-Flaggen und durchnässten Menschen, die eine Energie ausstrahlen, die man wohl nur von alten Metallica DVD’s kennt. Die Euphorie in der Luft, lässt für eine kurze Zeit die grausame Außenwelt der Flüchtlingspolitik und den Anblick von Michael Wendler vergessen.

„Sad But True“

Auch Metallica werden älter und damit auch ruhiger. „Das ist die erste Dusche seit vielen Wochen“ erzählt der klitschnasse Papa-Het dem Publikum. Wirklich aufmuntern oder entschuldigen muss sich Metallica für das Wetter nicht. Hier im Stadion meckert niemand, schließlich sind wir hier auf einem fucking Metallica-Konzert und heute ist selbst jeder Neuling ein Teil der Metallica-Familie. In Köln coverten Metallica exklusiv einen Song der Höhner. Was haben sie wohl für Berlin vorbereitet? Robert Trujillo und Kirk Hammett stehen mit einem Notenständer auf dem Bug des Bühnenstegs und tragen mit ihrem sympathischen, amerikanischen Dialekt den Song „Engel“ von Rammstein vor. Die Masse tobt vor der Bühne.

„For Whom The Bell Tolls“

Die gigantische Bühne ähnelt einem geöffneten Fächer, der mit auffälligen weißen Traversen zusammengehalten wird. Zwischen den Traversen wurden riesige LED-Tafeln installiert, aus denen die Bühne zu größten Teilen besteht. Die Videos und Animationen, welche während des Konzerts im Hintergrund ablaufen sind einzigartig und teilweise ergreifend, wie beispielsweise die alten Live-Aufnahmen des verstorbenen Bassisten Cliff Burton.

„St.Anger“

Der Sound ist am heutigen Abend mit dem Wort „windig“ zu beschreiben. Passagenweise ist es schwierig, dem Rahmenprogramm der Legenden Metallica zu folgen.

„One“

Die atemberaubende Übersetzung des „One“-Intros lässt sich sehen. Metallica verwandeln das Olympiastadion zum Kriegsschauplatz. Laserstrahlen interpretieren Gewehrschüsse, Feuer und Pyro aus der Bühne und dem FOH instrumentalisieren Bombenexplosionen. Was für ein Abend.