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Marteria und Casper Live in Hannover

Seit ca. 30 Minuten stehen Marteria & Casper – zwei der derzeit beliebtesten Deutsch-Rapper – auf der Bühne vom Expo-Plaza Gelände in Hannover. Sie läuten damit ihren Tourauftakt für die „Champion Sound Open Airs 2019“ ein. Gleich zu Beginn eröffnen die beiden mit einem Knaller-Intro und dem Song „Champion Sound“ und machen weiter mit „Adrenalin“ und „Endboss“. Vor 22.000 Fans performen die beiden noch bis ca. 23:00 Uhr. Weiter geht es für das Hip-Hop-Duo dann am 20. Juli 2019 in Dresden auf der komplett ausverkauften Tour. Mit dem Album „1982“ (veröffentlicht im August 2018) haben sich die beiden Kollegen und Freunde Casper und Marteria nicht nur ihren Fans, sondern auch sich selbst einen großen Wunsch erfüllt. Und dass das Album auf massig Anklang stößt, sieht man an seiner 1.-Platzierung in den deutschen Charts für mehr als 14 Wochen!

Marteria und Casper Tourauftakt in Hannover – Was ihr wissen solltet

Am Freitag, den 31. Mai 2019 starten Marteria und Casper in Hannover ihre Tournee unter dem Namen „Champion Sound Open Airs 2019“. Hier findet ihr einen Überblick über Anfahrt, Einlass, Vorgruppe und weitere hilfreiche Informationen. Insgesamt fünf Open Air-Konzerte stehen für die beiden Deutsch-Rapper auf aktueller Tour deutschlandweit auf dem Plan. Darunter der Tourauftakt auf der Expo-Plaza in Hannover, gefolgt von den Filmnächten am Elbufer in Dresden, der Waldbühne in Berlin, der Trabrennbahn Bahrenfeld in Hamburg und zu guter letzt am Baldeney See in Essen. Das aktuelle Collabo-Album „1982“ (Erscheinungsdatum: 31. August 2018) steht natürlich im Mittelpunkt der Show.

Wenn ihr bereits vorab ein Ticket für die Marteria und Casper-Show ergattert habt, könnt ihr jetzt die Planung für das heutige Konzert starten. Hier findet ihr übersichtlich und auf einen Blick alle wichtigen Infos, damit ihr euch voll und ganz auf das große Konzerterlebnis konzentrieren könnt.

Anreise

Es wird empfohlen, nach Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, um zur EXPO-Plaza zu gelangen. Die Eintrittskarten gelten ab drei Stunden vor Veranstaltungseinlass bis 5:00 Uhr des Folgetages als Fahrausweis im GVH. Wer dennoch mit dem Auto kommt, kann sich die kostenlose und werbefreie Navi-App „NUNAV“ herunterladen. Einfach Veranstaltung als Fahrtziel eingeben, dann werdet ihr stauvermeidend direkt auf einen freien Parkplatz geführt. Kostenloser Download: Android oder Apple iOS

Progamm-Übersicht

Der Einlass am heutigen Freitagabend startet voraussichtlich um 17:00 Uhr. Das Programm startet etwa um 20:00 Uhr mit Support-Act „Felly“. Den 25-jährigen Münchner kennt man bereits durch seinen Hit „Ibrahimovic“ aus dem letztem Jahr, produziert von den Drunken Masters. Gegen 21:00 Uhr soll es dann soweit sein: Bei ihrem Tourauftakt werden euch Marteria und Casper in Hannover knapp zwei Stunden lang energiegeladen und mit jeder Menge bekannter Hits aus ihrer umfangreichen Künstler-Diskografie bespaßen.

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Sicherheitshinweise – was darf mit

Plant ein wenig Zeit für die Sicherheitsmaßnahmen ein, es wird Taschenkontrollen und Bodycheck geben. Handtaschen, Clutches, Turnbeutel, Bauchtaschen und sonstige Taschen bis maximal DIN A4-Format (ca. 21 cm x 30 cm) sind erlaubt. Größere Taschen könnt ihr leider nicht mit auf das Veranstaltungsgelände nehmen. Beschränkt euch am besten auf wesentliche Gegenstände wie Handy, Schlüssel oder Portemonnaie.

Nicht erlaubt sind:

  • Waffen aller Art
  • Bengalos/Feuerwerkskörper oder ähnliches
  • Kameras/Kamera-Equipment/Selfie-Sticks/Stative
  • Videokameras/Tonrekorder
  • Taschengrößer als A4
  • PET-Flaschen/TETRA-Packs/Glas/Dosen
  • Regenschirme (auch Knirpse)
  • Klapp- und Campingstühle, Hocker
  • Picknickkörbe/Kühlboxen
  • sonstige sperrige Gegenstände
  • Tiere
  • Megaphone/Vuvuzelas
  • Haarspray

Heimspiel: Marteria und Gäste in Rostock

Wir in Rostock werden uns gegenseitig noch lange fragen: Wo warst du eigentlich am 1. September 2018? Warst du dabei? Wer dann mit nein antworten muss, hat definitiv einen Meilenstein in der Rostocker Livemusik-Szene verpasst. Ob man nun auf Hip-Hop steht oder nicht ist dabei gänzlich einerlei. Marteria mit dem Support Feine Sahne Fischfilet sowie den Gästen Arnim Teutoburg-Weiß (Beatsteaks), Casper und Miss Platnum hat für eines der emotionalsten und gleichzeitig ausgelassensten Konzerte der letzten Jahre gesorgt. Übrigens: Es ist das erste Stadionkonzert eines deutschen Solo-Rappers! Vor 33.000 Zuschauern!

Feine sahne fischfilet

Zunächst betritt Paul Ripke, Fotograf und enger Freund von Marteria, die Bühne und informiert das Publikum über die Filmaufnahmen, die in seiner Regie laufen werden. Auf den Konzertmitschnitt darf man gespannt sein … Feine Sahne Fischfilet geben danach den Auftakt mit gewohnter Punk-Attitüde. Eine Batterie Bierflaschen steht vorbereitet am Bühnenrand um, in schöner Regelmäßigkeit ins Publikum zu fliegen. Bengalos brennen nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne wird mit Rauchpatronen hantiert. Der Herzlichkeit von Sänger „Monchi“ kann man sich kaum entziehen, selbst wenn man musikalisch nicht unbedingt auf Wellenlänge liegt. Mit diesen Jungs das Warm-up für Marteria zu feiern ist ein Fest und gleichzeitig ein Bekenntnis. Die 2016 gestartete Kampagne „Noch nicht komplett im Arsch. Zusammenhalten gegen den Rechtsruck“ ist aktueller denn je, leider. Das 60-minütige Set schlägt voll ein und Feine Sahne ist an diesem Abend definitiv mehr als nur eine „Vorband“. Natürlich lässt „Monchi“ es sich nicht nehmen, auf seine bodenständige, ehrliche Art jeglicher Form von Rassismus eine Abfuhr zu erteilen. Mit glänzenden Augen erzählt „Monchi“ dann noch, wie Marteria ihm offerierte, dass sie den Support spielen werden. Die Freude in seinen Augen ist förmlich spürbar! Und – ihr habt es absolut gerockt!

MaRteria

Bevor der Vorhang mit dem Marteria-Logo fällt, laufen zu pathetischer Musik Bilder vom Bau des „alten“ Ostseestadions (vor dem Neubau im Jahr 2000) über die Videoleinwände. Das Besondere des Baus ist die Tatsache, dass die Rostocker Bevölkerung Anfang der 50er Jahre Unterstützung in Form von freiwilliger Arbeit und Spenden leistete. Tausende Menschen halfen mit 230.000 Arbeitsstunden, die Kosten um fast 1 Million DDR-Mark zu senken. Heute nahezu unvorstellbar. Marten „Marteria“ Lacinys tiefes Verhältnis zum Ostseestadion basiert auf seiner jugendlichen Fußballkarriere. Er war Kapitän der Jugendmannschaften des F.C.Hansa Rostock, zu dem er heute noch eine enge Verbindung pflegt.

Der Vorhang fällt und eine 2,5-stündige Show mit allen Hits wie „Kids“, „Aliens“, „OMG“ oder „Welt der Wunder“ nimmt ihren Lauf. Der Sound stimmt, was für Stadionkonzerte nicht unbedingt selbstverständlich ist. Gleich im zweiten Song springt Arnim Teutoburg-Weiß von den Beatsteaks auf die Bühne und rappt sichtlich fröhlich mit. Auch bei den Gästen Caspar und Miss Platnum wird klar – hier sind Freunde am Werk und haben riesigen Spaß, an diesem event mitzuwirken. Selbstverständlich schaut auch Alter Ego Marsimoto vorbei und taucht die Bühne in grünes Licht. Neben all der ausgelassenen Partystimmung ist es Marteria zum Song „Links“ ein Bedürfnis, ein klares statement gegen „Faschos, Homophobe, und Menschen, die Gewalt gegen Andersdenkende ausüben“ abzugeben.

Die Freude über das Konzert in „seinem“ Ostseestadion versucht Marten „Marteria“ immer wieder zu beschreiben. Und –ja, man nimmt sie ihm ab. Spätestens bei der Anmoderation der Zugabe „Mein Rostock“ überwältigen ihn die Tränen. Ich glaube, bei „Mein Rostock“ gibt es kaum einen Zuschauer ohne Gänsehaut und ebenfalls einer Träne im Augenwinkel. Komisch, bis gestern mochte ich den Song gar nicht so besonders…. Aber auch mir ist gestern echt warm ums Herz geworden. DANKE Marteria, denke ich, als ich mit 32.999 anderen Rostockern und Zugereisten zum Ausgang stolpere …

So war das Highfield Festival 2018

Am mittleren Augustwochenende haben 35.000 Festivalfans beim der 21. Ausgabe vom ausverkauften Highfield Festival 2018 gefiert. Wie immer lud dabei der angrenzende, idyllische Störmthaler See bei Größpösna nahe Leipzig als perfekte Festival-Location ein. Beim bisherigen Super-Sommer-Verlauf lag es nahe, hat sich dann aber auch für die Highfield-Besucher bewahrheitet: makelloses Festivalwetter mit sommerlichen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Darüber war die Freude natürlich groß, vor allem da im vergangenen Jahr einige Shows dem schlechten Wetter zum Opfer fielen. Zum Glück hat Veranstalter FKP Scorpio die Idee umgesetzt, drei spezielle Gäste aus dem letzten Jahr einfach wiederzuholen. Die Auftritte von Billy Talent, Bosse und Clueso konnten allesamt endlich unter klarem Himmel nachgeholt werden. Auch sonst tummelten sich jede Menge nationale und internationale Künstler auf dem diesjährigen Line-up, an dessen Spitze (neben Billy Talent) Broilers, Marteria und Die Fantastischen Vier standen.

„Das Highfield 2018 war so reich an Emotionen und besonderen Momenten auf und neben den Bühnen, dass die Energie auf dem Festivalgelände förmlich greifbar wurde“, sagt Stephan Thanscheidt, CEO des Veranstalters FKP Scorpio. „Unser Dank gilt daher vor allem unseren Künstlern, die das Highfield mit ihrer Musik und zahllosen verrückten Einfällen unvergesslich gemacht haben. Unsere Gäste haben ihnen das mit einer Euphorie gedankt, die bei vielen Künstlern selbst Gänsehaut verursacht hat. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr!“

Freitag beim Highfield Festival 2018

Wie wird man eigentlich Headliner eines großen Festivals? Vielleicht, weil man seit über 21 Jahren – so wie Billy Talent – ein Garant für ein großartiges Punkrock-Konzert ist. Und in diesem Fall, im vergangenen Jahr leider nicht beim Highfield Festival auftreten konnte, weil das Wetter einen anderen (deutlich schlechteren Plan) verfolgte. Mit dem aktuellen Album „Afraid Of Heights“ (VÖ 7/2016) haben sie vor allem live nochmal eine Schippe drauf gelegt und das kommt bei den Fans an. Die neuen Songs, das neue Bühnenbild und eine Menge cooler Lichteffekte haben Billy Talent auch mit über den großen See geschleppt. An der Punkrock Front haben im Laufe des Tages aber auch Itchy – die dreifach besetzte Band aus dem schönen Schwabenländle mit den sympathischen Mitgliedern die allesamt gleich mehre Aufgaben übernehmen: Frontmann Sibbi und Kollege Panzer spielen beide Gitarre und Bass und geben abwechselnd den Sänger – Max ist ebenfalls für den Gesang zuständig, ist aber auch ein Ass an den Drums. Gogol Bordello haut in eine ähnliche Kerbe, aber eher wie Zigeunerpunk mit einem Mix aus Reggae und Rock’n’Roll bis hin zu spanischen Flamenco-Einflüssen und slawischen Klängen. Die New Yorker Band bestand früher nur aus Sänger Eugene Hütz und seiner Gitarre, schnell entstand daraus ein Trio und bis heute ist man auf neun Musiker angewachsen.

Wer es gern durchgeknallt mochte, der war am Nachmittag mit der Hip Hop-Crew aus dem Kohlenpott bestens bedient. 257ers spielten ein ausgelassenes Partydoppel mit Schaumkanonen und jeder Menge Unfug und Spaß. Das britische Duo The Subways begeisterte als Energiebündel mit ihrem Indie-Rock genau wie der smarte Erfurter Clueso, der mit seinem „Neuanfang“ einfach jeden inspiriert hat, es ihm nachzumachen. Und auch der nächtliche Auftritt von Herrn Gator aka Lukas Strobel begeisterte die Massen. Denn er hat es verstanden, die Menschen mit seiner Musik und seinen Texten gnadenlos zu unterhalten. Alligatoah – der junge Mann mit Schnauzer erzählte gutgelaunt seine Geschichten, er rappte, sag, blödelte und übte geschickt Kritik an der Gesellschaft.

 

Infos + Tickets Highfield Festival 2019
Highfield 2019 / Highfield Festival 2019

Unsere Highlights beim Open Flair Festival 2018 Tag 4

Auch am Samstag ging es wieder heiß her auf dem Open Flair. Man hatte das Gefühl, dass die Freibühne beziehungsweise der Platz vor der Freibühne an diesem Nachmittag vorrangig vom jüngeren Publikum besetzt war. Bereits bei „Naked Superhero“ aus München vereinte sich melodischer Punkrock mit tanzfreudigen Fans. Fast schon obligatorisch ist ein Auftritt der „Monsters of Liedermaching“, die dieses Jahr auf der großen Radio BOB!-Bühne spielten. Nach fünfzehnjähriger Bandgeschichte haben sie es geschafft, ein Album aufzunehmen. Das Publikum zeigte sich sehr textsicher.

„Drangsal“, mit bürgerlichem Namen Max Gruber, spielt mit dem Sound der 80er, mischt eine Brise Intensität und Explosivität hinzu und kreiert so seine eigene Musik. Gemeinsam mit seiner Live-Band lieferte er eine Show ab, bei der es Spaß machte, zuzusehen.

Die aus Florida stammenden „Hot Water Music“ brachten feinsten Post-Hardcore nach Eschwege. Die Band, die seit 1994 existiert, zwischenzeitlich Pausen einlegte, ist nun mit neuer Platte „Light It Up“ sehr erfolgreich unterwegs. Sänger und Gitarrist Chuck Ragan gastierte bereits 2013 als Solo-Künstler auf dem Open Flair.

„Faber“ spielte als nächstes auf der Freibühne. Seine Kompositionen mit Posaunen, Gitarren, Klavier und vor allem seiner Stimme sind absolut hörens- und sehenswert. Der junge Schweizer ist im Herbst auf Deutschlandtour. Wer seinen Auftritt auf dem Open Flair gesehen hat, kann sicher nachvollziehen, warum viele Konzerte bereits ausverkauft sind.

Seit 10 Jahren gibt es „DeWolff“, die damals über einen Talentwettbewerb einen Plattenvertrag gewonnen haben. Gerade ist ihr siebtes Studioalbum erschienen. Und wenn man sie auf der Bühne stehen sieht, denkt man, man sieht eine Psychedelic- und Blues-Rock-Kombo, die aus Mitt-Vierzigern besteht. Aber nein, die Herren sind allesamt in ihren Zwanzigern. Der Sound ist ausgereift, die Show ist gut. Da passte einfach alles zusammen.

Headliner des Abends war „Marteria“, bei dessen Auftritt auch „Casper“ zu späterer Stunde vorbei schaute. Die beiden Künstler standen bereits am Nachmittag für ihre Fans für Autogramme und Fotos am Eingangsbereich des Geländes zur Verfügung. Und wenn Marteria auf der Bühne steht, dann sieht man natürlich den Rapper, aber man sieht auch den Typen von nebenan, so sympathisch wie er wirkt.

Die Seebühne, die sonntags nicht mehr geöffnet hat, feierte einen fulminanten Abschied vom diesjährigen Festival mit „Feine Sahne Fischfilet“. Da wurden Bengalos gezündet, getanzt und man könnte auch von einem Abriss reden, so ausgelassen war die Stimmung. Ehrengast auf der Bühne war Katharina König-Preuss, welche Mitglied der NSU-Untersuchungsausschüsse des Thüringer Landtags ist und sich in der Aufklärungsarbeit zu rechtsextremen Terrorgruppen engagiert. Ihr ist das Lied „Angst frisst Seele auf“ gewidmet, der Titel vermutlich angelehnt an den Film „Angst essen Seele auf“. Zur Zugabe kamen dann auch noch Marteria und Casper auf die Bühne.

Infos + Tickets Open Flair Festival 2019Open Flair 2019 / Open Flair Festival 2019

So war das Deichbrand Festival 2018 am Freitag

50.000 festivalbegeisterte Musikfans sind an diesem Wochenende bei der 14. Ausgabe vom Deichbrand – dem beliebten Rockfestival an der Nordsee. Zur Festivalcity umfunktioniert, bietet der Seeflughafen Nordholz bei Cuxhaven – den Veranstalter ESK Events & Promotion GmbH  gerade frisch mit einer weiteren Nutzungsdauer für 10 Jahre ergattert hat – den musikbegeisterten Campern wieder fünf Tage lang eine Heimat. Bereits seit Mittwoch hat das Deichbrand 2018 für Besucher geöffnet, allerdings nur für die Maincamp-Anreisenden, die das im Vorfeld angemeldet haben. Haupt-Anreisetag und der Beginn des eigentlichen Programms ist Donnerstag. Hier sind aber erstmal nur die zwei kleineren Bühnen (Palastzelt und Electric Island) bespielt wurden. Mr. Hurley und die Pulveraffen, Versengold, Kadavar, Zebrahead, Lexer und weitere Künstler haben sich die Klinke in die Hand gegeben.

Erst am Deichbrand Festival 2018 Freitag fließen dann die zwei Hauptbühnen mit ins musikalische Programm. Wo bei vielen Sommerfestivals die Liveshows parallel stattfinden gibt es hier einen großen Vorteil: die Fire und Water Stage werden nacheinander bespielt, so dass man bestmöglich die vielen Acts auch sehen kann. Das Konzept des Veranstalters, für das Line-Up viele deutsche Künstler zu engagieren, geht schon seit einigen Jahren bestens auf und wird nicht durchbrochen. Die Toten Hosen, Casper (Headliner des 1. Tages), SDP, Bosse, Clueso, Freundeskreis, Kontra K – um nur einige der Beliebtesten 2018 am gesamten Wochenende zu nennen. An internationalen Acts werden es The Killers, Mando Diao, The Hives, Wolfmother, Bilderbuch und natürlich noch viele weitere sein. Auch das Wetter ist perfekt auf Festival eingestimmt und bietet am ersten Festivaltag Sonne, Sonne und noch mehr Sonne.

The Subways

Die Eröffnung der Hauptbühnen gebührt einer Band aus England, um 14:00 Uhr geht es auf der Fire Stage los. Endlich ist mal wieder eine Frau mitten im Indie-Rock-Zirkus zu sehen. Und die gibt wirklich alles an ihrem Bass. Daneben sehen wir die Brüder Billy und Josh, die schon im Kindesalter auf eigene Faust ihre Instrumente erlernt haben. The Subways musizieren schon viele Jahre in dieser gekonnten Zusammensetzung und haben einige Erfolge geeiert. Zu dritt ist die Band mit ihrem Indie-Rock jedenfalls eine perfekte musikalische Mischung für den Nachmittag. Das sympathische Trio steht fetten Sound mit jeder Menge Energie.

Chefboss

Hier gibt es knallharte Girlpower aus Hamburg vor den Latz. Das Duo, bestehend aus Alice Martin und Maike Mohr, hat in 2017 z.B. ihren Song „Insel“ veröffentlicht, ein absoluter Ohrwurm, der wie ihre anderen Songs vor Energie und guter Laune strotzt – und vor allem die Stile Dancehall, Electro und Hip-Hop mit einander kombiniert. Vor drei Jahren haben Chefboss mit ihrer EP „Blitzlichtgewitter“ erstmals auf sich aufmerksam gemacht, im März 2017 dann endlich das Chefboss-Debüt-Album „Blitze aus Gold“. Gemeinsam mit einer Horde Tänzer/innen definieren die Hamburger Girls das Twerken mal neu und versorgen die Menge mit einer fetten Ladung Bass, Rhymes und steilen Beats. Komplettes Ausrasten ist angesagt, wenn T-Shirts und Handtücher durch die Luft wedeln.

SSIO

Weiter geht es mit Deutsch-Rap von SSIO. Vor allem viele Mädels haben sich in die Crowd gemischt. Der deutsche Rap hat sich halt etwas verändert – hat man ja an den Mädels von Chefboss schon sehr schön gesehen. Die Texte von SSIO werden auch vom weiblichen Geschlecht gut und gerne toleriert und das für SSIO typische „Nuttööö“ wird umso lauter mitgegröhlt. Mit Battle-Rap und Ganster-Rap haben seine Texte aber gar nichts zu tun. SSIO schafft es gleichzeitig witzig aber auch total authentisch rüberzukommen. Es klingt mehr nach funky Straßenrap, der sich einen dicken Mantel Ironie drüber gezogen hat. Erinnere dich z. B. an sein Video „Nullkommaneun“, da hat SSIO schnuckelig mit einem Schaf an der Leine posiert – nicht mit einem Pitbull oder Tiger wie einige seine Kollegen… Während des gesamten Livesets gibt er sich auch zwischen den Songs als lässiger, witziger Typ und die Zuschauer bouncen, rappen und pogen zu seinen Beats.

257ers

Wer es durchgeknallt mag, der ist mit den 257ers – der Hip-Hop-Crew aus dem Kohlenpott prima bedient. Das Duo liefert nämlich derben Sound und dazu eine ausgeflippte Liveshow. Dabei kann wirklich jeder mitgröhlen und feiern, das ist ein einfaches Motto. Mit ihrer sehr eigenen Definition vom Deutsch-Rap haben die zwei Jungs ihr Markenzeichen geschaffen: völlig bekloppte Texte mit Banalitäten als Ausgangspunkt, immerhin mit geballtem, selbstironischem Wortfeuerwerk. Die Rap-Parts geben Daniel „Shneezin“ Schneider und Mike Rohleder, die beide während der gesamten Show wie bei einem Kirmesbesuch auf LSD wirken. Mit Wortwitz wird hier endlos gereimt und jedes noch so trashige Musikgenre oder deutsche Liedgut als kleine Hommage umgewurschtelt. Macht Laune.

So war das Kosmonaut Festival 2018

Nachdem im vergangenen Jahr der fünfte Geburtstag am Stausee Rabenstein nahe Chemnitz gefeiert wurde, steht in diesem Jahr am letzten Juni-Wochenende nun die sechste Ausgabe vom Kosmonaut Festival an. Bei absolut festivaltauglichen, hochsommerlichen Temperaturen haben sich die meisten Musikfans längst auf den Campingflächen eingerichtet und zwecks Abkühlung ist der Stausee natürlich in Dauernutzung. Wo kann man sonst mitten im See stehen und von dort auf die Hauptbühne schauen? Kraftklub persönlich sowie die Künstler RAF Camora, Milky Chance, Feine Sahne Fischfilet, UFO361, Kat Frankie, Faber, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi, Sofi Tukker, Drunken Masters, Idles und viele weitere Top-Acts zieren als Highlights Wochenend-Line-Up. Das von der Band Kraftklub und Landstreicher Booking liebevoll ins Leben gerufene Festival zeichnet sich in jedem Jahr durch ein junges, frisches Programm aus, dass mit leichtem Hang zur Ekstase immer ein besonderes Sahnehäubchen oben draufsetzt, denn das Konzept des Geheimen Headliners ist auch weiterhin Bestandteil des Kosmonaut Festivals.

freitag beim kosmonaut 2018

Die Festivalorganisatoren haben es mal wieder geschafft den Headliner bis zur letzten Minute geheim zu halten. Kurz vorm Fall des Vorhangs zeigen sich Kraftklub auf der Bühne und kündigen an, dass es sich dieses Mal um eine sehr spezielle Ausgabe des „Geheimen Headliners“ handelt. Nach langen Spekulationen ob K.I.Z oder gar Die Ärzte auftreten würden, lüftet sich dann endlich das Geheimnis: Fünf Top-Acts – darunter Cro, RIN und Bausa sowie Marteria und Casper crashen das diesjährige Kosmonaut Festival als Gesamtpaket. Wobei Letztere ihr neues gemeinsames Album „1982“ ankündigen, das am 31. August 2018 erscheint. Zuhören gibt es aber lediglich die erste Single „Champion Sound“, die die zwei Deutsch-Rapper zum allerersten Mal live auf der Bühne zum Besten geben. Alle anderen Acts präsentieren die besten Hits ihres Live-Repertoires  unter frenetischem Jubel von 15.000 Festivalbesuchern.

HAIYTI

Am frühen Nachmittag ist Deutsch-Rap aus Hamburg angesagt, aber nicht wie die meisten es erwarten würden von der männlichen Fraktion. Stattdessen präsentiert sich die unter bürgerlichem Namen lebende Ronja Zschoche mit ihrem Pseudonym Haiyti. Sie rappt bereits seit vielen Jahren und das im immer populärer werdenden Südstaaten-Style. Bisher hat die innovative Haiyti aka Robbery aka Ovadoze aka Miami (ja, sie hat wirklich so viele Psyeudonyme!) über Hamburgs Grenzen noch nicht so viel Beachtung gefunden, obwohl wir finden, dass sie diese eindeutig verdient. Letzte Woche noch beim Hurricane Festival 2018 und nun ihr Auftritt beim Kosmonaut 2018 – hoffentlich ist das der Grundstein von jeder Menge Aufmerksamkeit.

CRO

Nach drei Jahren musikalischer Pause hat sich Cro aka. Carlo Waibel, der Raop-Rapper und Panda-Maskenträger, im vergangenen Jahr endlich wieder zurückgemeldet. Der Stuttgarter schenkte uns im September sein neues Album „Fake you“, sein bisher persönlichstes Album. 2011 hat die großartige Karriere des Rappers begonnen,  sein Debüt-Mixtape „Meine Musik“ ist noch im selben Jahr erschienenen und er unterschrieb beim independent Label Chimperator. Ohne es zu wollen, prägt er mit seiner Musik und seinem Look eine ganze Generation. Die Panda-Maske ist seither Cro’s Markenzeichen, auch zum Schutz, um im privaten Leben unerkannt zu leben. Der Rapper scheint inzwischen gereift und hat verarbeitet, was in den Jahren alles um ihn herum geschehen ist. Ein Imagewechsel der ihm gut tut und bei dem die Fans ihm vollen Rückhalt geben. Beim Kosmonaut 2018 kann der Panda-Rapper völlig überzeugen, gibt sich fannah und präsentiert einen perfekten Mix quer durch das Cro-Hit-Imperium, inklusive dem neuem Material.

Feine Sahne Fischfilet

Da sind sie wider, Meck-Pomms Punkband Nummer 1, lautstark und unüberhörbar dröhnt ihr Punksound. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und das sind auch die Themen ihrer Musik. Derzeit wandern FSF über den deutschen Festivaljahrmarkt. Und ja, ihre Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi gerne direkte Worte, was er zB. von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird auf der Bühne und natürlich davor eine enorme Party gefeiert, bei der keiner trocken bleiben kann. Schweiß- und Biergeruch erfüllt die Luft, es wird im Bananaboot über die Crowd gesurft, Rauchbomben nebeln in bunten Farben das gesamte Infield ein und der Pfeffi fließt in Strömen. Feine Sahne Fischfilet schaffen es spielend, binnen weniger Sekunden die Massen in Bewegung zu setzen.

Marteria + CAsper

Ein gemeinsames Album von Casper und Marteria – diese Idee steht schon etwas länger im Raum. Nach gemeinsamen Songs auf Samplern und Soloalben ist jetzt aus dem einstigen Aprilscherz endlich die Realität geworden. Ganze neun Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Song „Rock’n’Roll“ stehen Casper und Marteria am 31. August 2018 nun mit ihrem langerwartete Collabo-Album „1982“ in den Startlöchern. Schließlich ist diese Paarung die logische Konsequenz zwei der ruhmreichsten Rap-Karrieren dieses Landes. Spätestens mit ihren beiden letzten Soloalben „Lang Lebe Der Tod“ und „Roswell“ haben sich die zwei Deutschrapper im letzten Jahr endgültig einen unantastbaren Status als zwei der erfolgreichsten Rapper Deutschlands erkämpft. Ihre erste Single „Champion Sound“ ist Einlaufmusik par excellence, ein Big-Band-Bläsersound mit lockerem Basslauf, der auch einem Jay Z gut gestanden hätte. Nicht durch uninspiriertes Aufzählen von Designern und Automarken, sondern mit sympathischen Querverweisen auf geschichtsträchtigen Sportgrößen von Wayne Gretzky bis Walter Frosch. Die Neugierde auf den neuen Sound ist geweckt und der Auftritt der Herren Griffey und Laciny, je auch mit ihren eigenen Livesets, gipfelt als grande finale vom ersten Kosmonaut Festivaltag.

Das neue Marteria + Casper-Album erscheint am 31. August 2018 z. B. auf Amazon:
Audio-CD „1982“ oder Vinyl-LP „1982“

Samstag beim kosmonaut 2018

Hier in Chemnitz sind wirklich alle unglaublich freundlich und hilfsbereit, wie in einem kleinen Dorf. Zudem wird im Vergleich zu anderen Festivals so gut wie gar kein Müll hinterlassen, selbst der Zeltplatz ist zur Abreise fast wie geleckt. Was nicht mehr benötigt wird, landetet entweder ordentlich in der Mülltonne oder wird zum Foodsharing gebracht, wo es an andere Menschen weiterverteilt wird. Großartiges Konzept. Gleich am frühen Morgen wird die Campingplatzidylle von lautem Rumpeln gestört.

Ein großer Truck fährt vor, auf diesem sitzen Marteria und Casper und schlagen Alarm. Binnen weniger Sekunden strömen noch verschlafene, restalkohlisierte und bereits hellwache Menschen heran. Ein ekstatisches Campingplatz-Konzert feiern die zwei Deutschrapper mit den Fans, so nah kommt man sonst nie heran. Die Handykameras laufen heiss und hunderte trockene Kehlen gröhlen jede Textzeile mit. Marteria spricht ein Mädel namens Karo, das am Vorabend ihren 27. Geburtstag gefeiert hat: „Du siehst aber ganz schön müde aus“. Sie daraufhin: „Ja toll, weil Du mich nicht schlafen lässt und hier früh am Morgen ein Konzert spielen musst.“

SIND

Beinahe zufällig wurde die Berliner Gruppe SIND zur interessantesten neuen deutschen Rockband. Das in diesem April erschienene Debütalbum „Irgendwas mit Liebe“ erzählt von gewaltigem Lebenshunger, der Suche nach Liebe und einer großen Freundschaft. Es ist Musik, die nicht nach links oder rechts guckt – und vielleicht gerade deshalb alles über das Hier und Jetzt sagt. Release-Konzerte in Hamburg und Berlin hat es bereits gegeben, nun stehen die Sommerfestivals auf dem Plan und eine Tour im Herbst ist auch schon angekündigt.

Milliarden

Die Rockband aus Berlin besteht im Grund aus Frontmann Ben Hartmann und Johannes Aue. Das Rock-Duo genießt noch den Newcomer-Status, hat aber vor, die deutschsprachige Musiklandschaft so richtig aufzumischen. Sie wollen mit ihrer Musik etwas (er)schaffen, etwas teilen, etwas verändern. Kantige deutsche Lyrics prallen auf eingängige Harmonien und einen rebellischen Punk-Spirit– roh, bittersüß, ungeschönt, leidenschaftlich und vor allem tief berührend. Sie wollen sich nicht zwischen Deutschrock, Liedermachertum und Pop entscheiden, sondern singen stattdessen von Freiheit, Schmerz, Liebe, Sehnsucht, Wut – eben all den Emotionen, die wir alle auch gut kennen.

Olli Schulz

Der Entertainer ist beliebt und bekannt aus dem Fernsehen (Circus Halli Galli) und aus seiner Radio-Show mit Jan Böhmermann. Zwischen poppiger, handgemachter Musik baut Olli immer wieder unterhaltsame Geschichten ins Set ein. Er ist ein wahrer Entertainer und macht sich selbst und seine Backing Band auch gerne mal zum Opfer seiner Witze. Musikalisch wird gespielt, was Olli selbst gut gefällt und dabei schreckt er auch nicht zurück, Ikonen wie U2 charmant zu covern. Oben drauf fliegt Konfetti durch die Menge und die Stimmung ist ausgelassen.

TRETTMANN

Der gebürtige Chemnitzer freut sich heute über ein Heimspiel. Er ist der Lieblingssänger der Deutschrapper: Gzuz, Marteria, Jan Delay, Sido, Samy Deluxe – sie alle zogen öffentlich den Hut vor dem Mann, der klingt wie nichts und niemand sonst. Mit seinen Songs vom neuen Album „#DIY“ setzt er statt auf Gangstergesten lieber  Herzlichkeit. Mit Basecap und Sonnenbrille tritt Trettmann und entgeht so ein kleinen wenig der großen Aufmerksamkeit seiner Persönlichkeit. Die Singstimme verzerrt er konsequent und mutig mit Autotune und klingt dabei fast wie der kiffende Musiker-Kollege Marsimoto, der Sound drum herum versetzt das Infield abwechselnd in Gänsehaut- und Abrissstimmung.

KAT FRANKIE

Kat Frankie singt schöne und eingängige Melodien mit einer Stimme, die so klar und zugleich aufregend rätselhaft ist, so beeindruckend reif und zugleich, dass sie einem schon nach der ersten Strophe nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Sie singt von Liebe und um dem Leiden an eben dieser, vor allem aber über die Freude am Lieben. Ohrwurmpotenzial.

RAF CAMORA

RAF Camora, der Wiener-Berliner ist heute mit seinem Kumpel von der (187ner) Straße Bonez MC am Start. Wer 187 Strassenbande kennt, weiß, dass RAF Camora und Kollege Bonez MC eigentlich kaum noch alleine durch die Lande ziehen. Noch während Bonez MC mit den 187ern in einem Zug Szene und Land übernimmt und RAF Camoras „Ghøst“ durch die Top Fünf geistert, ist das Strassenbanden-Oberhaupt und der Indipendenza-Chef schon wieder ganz woanders: unter Palmen, in der Karibik, weiter „Geschichte“ schreiben. Auf YouTube sorgten die beiden mit „Palmen aus Plastik“ für einen wahren Sturm und das gemeinsame, gleichnamige Album ist ebenfalls von Erfolg gekrönt. Bonez und RAF machen Dancehall auf Deutsch endlich mal cool. Heute begibt sich RAF Camora, der singende Produzent von Reggae-beeinflussten Trap-Brettern auch einfach mal ohne seine bessere Hälfte auf die Bühne – und das funktioniert mindestens genauso gut. Mit Songs von seinem neuesten Werk „Anthrazit“ zeigt er verschiedene Facetten seiner musikalischen Identität.

milky chance

Milky Chance verschachteln Pop, Folk und Reggae wirklich unverschämt gut miteinander. Und dabei sind die zwei Jungs absolut bodenständig. Der große Erfolg hat sich längst eingestellt. Und so zündet der Sound von Milky Chance direkt ein emotionales Feuerwerk in all den Synapsen der Zuschaue. Die Endorphin-Ausschüttung der Mädels in den ersten Reihen tourt auf Maximalleistung. Clemens Rehbeins sexy-soulige Stimme verschmilzt mit seiner Gitarre und dabei klingen die sonnigen Grooves im Hintergrund wie das Rezept zum Glücklich sein.

Kraftklub

Der Vorhang fällt und die Massen drehen durch. Wie immer eigentlich, wenn Kraftklub irgendwo auftreten. Gleich die ersten Songs sind Top-Hits der Band. Es wird deutlich, bei dieser Band hat Veranstalter Landsteicher Booking wie immer auf’s richtige Pferd gesetzt. Die fünfköpfige Band Kraftklub aus Chemnitz ist energiegeladen und zieht auch den letzten Festivalgänger aufs Gelände. Voller wird es kaum woanders. Vor wenigen Jahren selbst noch als Support-Act, haben sich Kraftklub inzwischen aber aber wirklich gemausert. Sänger Felix Brümmer und seine Gang setzen auf Action, Crowdsurfen, fliegende Mikros und einen ganzen Haufen junger Mädels, die mit auf der Bühne tanzen.

Infos + Tickets Kosmonaut Festival 2019

Kosmonaut 2019 / Kosmonaut Festival 2019

Unsere Highlights: Hurricane Festival 2018 am Freitag

Den offiziellen Startschuss für ein gut gelauntes Festival-Wochenende haben die Besucher beim Hurricane Festival 2018 bereits am Donnerstag gelegt. Nach wechselhaftem Wetter spielt ein Sonne-Wolken-Gemisch nun doch in die Karten der Camper und Musikfans. Da kann man den Festival-Alltag auf dem Eichenring nahe Scheeßel mit geselligen Bierlaunen, musikalischen Glücksgefühlen und extrovertierter Weltoffenheit begehen. Traditionell bietet Veranstalter FKP Scorpio an diesem dreitätigen Open-Air-Event einen Musikgenuss mit über 100 Bands und Künstlern verschiedenster Musikgenres, das sich auf insgesamt vier Bühnen (darunter einer im Zelt) abspielt. Tolle Acts eröffnen den Hurricane Festival 2018 Freitag, darunter sind Emil Bulls, George Ezra, The Offspring, Chvchres, Feine Sahne Fischfilet, Donots und viele viele mehr. Am späten Abend gibt sich dann die creme de lá creme des ersten Tages die Ehre, beginnend mit London Grammar, Broilers, Two Door Cinema Club, Pennywise, Boysetsfire sowie den beiden Hautgranaten Billy Talent und Marteria.

Tom Walker

Britischer Singer-Songwriter der Ende 2017 mit dem Hit „Leave a Light On“ in die Ohren seiner internationale Hörerschaft gelangte. Der in Schottland geboren, aber in Manchester aufgewachsene Musiker hat mit seinem Welthit einen echten Senkrechtstart hingelegt: Millionen Views im Netz, Support-Act bei der Tour von The Script und zwischendurch lässt er es sich nicht nehmen, auch immer wieder Solo-Gigs zu spielen. Verschiedene Stimme vergleichen Tom Walker gern mit Ed Sheeran, was laut Walker selbst bereits dem geschuldet sei, das eine Gitarre und das Schreiben von Songs genüge, um wie sein Landsmann wahrgenommen zu werden. Wobei dieser dem smarten 27-jährigen in Sachen Songwriting eindeutig als Vorbild diene. Aus Musikgrößen wie Bob Marley, Ray Charles oder The Police hat Tom Walker seinen ganz eigenen Stil mitten zwischen Soul-Stimme, Reggae-Feeling und elektronischen Beats und Hip-Hop-Sounds gefunden. Vor allem live entfalten die gefühlvollen, aber keinesfalls schnulzigen Songs ihre ganze, wunderbare Wirkung.

Donots

Die Donots sieht man in diesem Jahr wieder auf den Bühnen der Republik. Grund dafür ist das neue Album „Lauter als Bomben“ (VÖ: 1/2018), von dem sie natürlich auch live überzeugen wollen. Und das tun sie, keine Frage. Das Intro „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones ertönt, danach geht’s richtig los. Die Donots sind klassisch. Keine besondere Bühnenshow mit Pyro, oder Video-Bildschirmen, einfach nur ein Banner im Hintergrund und die richtig gute Band davor. Fertig. Jede „Gegen Nazis-Ansprache“ von Frontmann Ingo wird seitens des Publikums sofort mit einem lauten „Nazis raus“ beantwortet. Die Donots stehen für absolute Abrissstimmung, die beiden Knollmann-Brüder sind unentwegt in Bewegung. Es wird gesprungen, getobt, die Grimassen sind wild. Bei ihren Megahits „We‘re not gonna take it“ oder „Wake the Dogs“ werden die Donots fast vom Publikum übertönt.

CHVRCHES

2012 ist die schottische Elektropop-Band Chvrches zum ersten Mal in Erscheinung getreten, mit einem kurzen Post bei Facebook und ihrem Song „Lies“. Seither ist einiges passiert. Wie ein Raketenstart ist es für die Schotten immer nur nach oben gegangen und derzeit hat die Formation um Frontsängerin Lauren Mayberry (30), Iain Cook (43) und Martin Doherty (35) ihr ganz frisches Album „Love Is Dead“ herausgebracht. Für ihr drittes Werk hat sich das Synthpop-Trio erstmals einen Produzenten geholt, der mit Stars wie Adele und Sia zusammengearbeitet hat. Und dank ihrer markanten Markenzeichen – dem präzise gemischten Synthesizer, den Stakkato-Hooks und Mayberrys Zauber-Stimme – wird die Chvrches-Liveshow für jeden Zuschauer zum tanzbaren, fröhlichen Hörerlebnis.

Feine Sahne Fischfilet

Aus Mecklenburg Vorpommern kommt Deutschlands Punkband Nummer 1. Unüberhörbar dröhnt ihr Punksound. Die Band engagiert sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus und all das sind auch Themen ihrer Musik. Seit ihrem umstrittenen Auftritt im Münchner Z-Bau sind sie deutschlandweit bekannt geworden und wandern jetzt neben eigenen Headliner-Touren auch über den deutschen Festivaljahrmarkt. Ja, ihre Texte sind mehr als politisch angehaucht und auch in den Pausen zwischen den Songs findet Sänger Monchi direkte Worte, was er beispielsweise von Nazis hält. Beim Auftritt der Punker wird auf der Bühne und davor eine gewaltige Party gefeiert, bei der niemand trocken bleibt. Schweiß- und Biergeruch erfüllt die Luft und Bassist Kai surft im Bananaboot über die Crowd. Manche Bands schaffen es einfach, in wenigen Sekunden die Massen in Bewegung zu setzen.

George Ezra

Der englische Singer-Songwriter George Ezra, der vor allem durch seinen Song „Budapest“ bekannt wurde, leitet mit seinem Auftritt in eine romantische Abendstimmung ein. Das Gedränge vor der Bühne ist groß, vor allem weibliche Fans sind nun in den ersten Reihen zu entdecken. Schon beim ersten Lächeln von Ezra schmelzen die ersten Frauen-Herzen dahin. Mit witzigen Anekdoten und Entstehungsgeschichten zu manchen Songs führt der 25-jährige durch sein Set, dass er mit unglaublich viel Lebensfreude spielt. Mit der Live-Präsentation seiner Songs vom neuen Album „Staying at Tamara’s“ (VÖ: 3/2018) berührt der charismatische Sänger die Zuschauer.

emil bulls

An Bühnenerfahrung mangelt es dem Quintett nicht, ganz im Gegenteil. Sie blicken bereits auf eine 22-jährige Laufbahn als Musiker zurück. Ihr Stil ist allerdings hart, richtig hart. Und sie kennen keine Gnade, wenn die Double-Bass von Drummer Fab im fliegenden Wechsel mit den Gitarrenriffs von Moik und Bocko losdonnern. Ihr Sound ist aber nicht nur knüppelhart, sondern liefert auch den ein oder anderen, charmanten Pop-Moment. Mit kräftiger Stimme verschenkt der smarte Frontmann Christoph von Freydorf dazu aber auch fantastisch-tighte Breakdowns. Er ist ein echtes Energiebündel, sucht aber auch gerne die Nähe zu den Fans und gibt sich seinen musikalischen Emotionen kniend, bebend und rockend ganz und gar hin.

Hurricane Festival 2019 Infos + Tickets

Hurricane 2019 / Hurricane Festival 2019

Marteria wieder zuhause: Mega-Fete zum Tourabschluss in Rostock

Heimspiel – 5.500 Besucher in der ausverkauften Rostocker Stadthalle sind die wunderbare Bestätigung dafür, dass „unser Marteria“ irgendwie irgendetwas richtig macht. Die „Roswell Tour“ 2017 ist in den meisten deutschen Großstädten enorm erfolgreich angelaufen, aber die langjährigste Fanbase hat Marten Laciny aka Marteria nun einmal in Rostock, seiner Heimatstadt. Hier leben Familie sowie Freunde aus Kindheit und Jugend – seine Fans der ersten Stunde und natürlich all die Anhänger des FC Hansa Rostock, dem Marteria verbunden ist, seit er dort als Kind angefangen hatte zu kicken. Und so hat der mittlerweile in Berlin lebende Rapper als besonderen Dank gleich zwei Konzerte als Abschluss an seine aktuelle Tour gehängt.

Doch bevor es mit der Marteria-Show losgeht, liefert der spanische Musiker und Produzent Kid Simius (ebenfalls ein enger Freund und Crewmitglied in der Show von Marteria) ein solides DJ-Support-Set ab. Nach kurzer Umbaupause tobt die Stadthalle vor Begeisterung über den „heimgekehrten Sohn“.

Das ändert sich für die nächsten fast 2,5 Stunden nicht. Die Setlist besteht aus einer sehr guten Mischung aus dem fast kompletten „Roswell“-Album und älteren, aber nicht weniger bekannten Hits wie „Marteria Girl“, „Lila Wolken“, „Kids“ (Zwei Finger an den Kopf), „Bengalischer Tiger“ und „Endboss“. Marteria fegt wie ein Derwisch über die Bühne und hat den Saal komplett in der Hand. Und das auf seine so angenehme, sympathische Art. Klar, warum jeder in der Halle heute wieder bestätigt: Das ist einer von uns!

Wie in jeder Show des Deutsch-Rappers hat auch ein ganz spezieller Gast seinen Auftritt: Marsimoto – der kiffende Grünling ist Marterias Alter Ego und hypt mit seinen THC-lastigen, aber vor allem ironischen Songs jeden Zuhörer mit. Eingeleitet mit „Grüner Samt“ taucht die Stadthalle in komplettes Grün und gleitet in Marsis Welt. Die ausgezeichnete Lightshow gibt hin und wieder einen Lichtblick in die Halle und auf die Hansa Rostock-Schals und T-shirts. Gefühlt strahlt der halbe Saal in Blau-Weiß. „Unsere Heimat-unsere Liebe“ der Hansa Fangesang leitet über in das Grande Finale mit „Mein Rostock“, der Liebeserklärung an Marterias Heimat in allen Facetten, denn es reduziert Rostock nicht nur auf touristische Highlights. Das „Die letzten 20 Sekunden-Spiel“ kennt mittlerweile natürlich jeder Marteria-Fan. Ich habe aufgehört, zu zählen, wie viele „letzte 20 Sekunden“ abfeiert werden, Marteria gibt einfach alles für sein Publikum. Auch einen Crowdsurf durch die gesamte Halle lässt er nicht aus.

Marteria – Du hast (wieder) ordentlich abgeliefert!

Lollapalooza Berlin 2017 – Festival mit Achterbahngefühlen

Ein wenig schwer gemacht hat es das Lollapalooza Berlin in diesem Jahr seinen Besuchern. Gleich am Samstag wurde der Veranstalter ordentlich auf die Probe gestellt, während knapp 80.000 Musikbegeisterte sich in Geduld üben mussten. Lange Schlangen vor den Getränke- und Essenständen, vor allem aber den Toiletten – und bei der An- und Abreise am Samstag gab es dann Probleme beim Schleusen und Transport der großen Menschenmengen. An der Spitze des Line-Ups in diesem Jahr: Foo Fighters, The xx, Mumford & Sons, Marshmello, Galantis, Hardwell, London Grammar, Marteria, Beatsteaks, Cro, Annenmaykantereit sowie ca. 30 weitere Bands und Künstler.

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Das Musikfestival, nach dem gleichnamigen US-Vorbild aus Chicago, wurde bereits oft schon skeptisch beäugt – auf Grund der jährlichen Standortwechsel (erst Tempelhofer Flughafen, dann Treptower Park und jetzt Galopprennbahn Hoppegarten), sowie Schwierigkeiten mit Genehmigungen und Anwohnern. Und obwohl das Line-Up in allen drei Festivaljahren mit namhaften Headlinern der internationalen und nationalen Musikszene bestückt wurde, liegt das Programm der globalen Ausgaben in den USA, Argentinien, Chile, Brasilien und Frankreich im Vergleich noch etwas darüber. Wie auch immer: Das Lollapalooza Berlin 2017 war restlos ausverkauft und dank beständigem Wetter, konnte man alles in allem zwei schöne Festivaltage verleben.

Für das Lollapalooza Berlin 2018 heißt es nun: Alles auf Neuanfang. Im vierten Jahr wird das Musik-Open-Air-Event erneut den Standort wechseln – es geht zurück in die Landeshauptstadt, in den zentral gelegenen Berliner Olympiapark.

lollapalooza berlin 2018 Tickets + Infos:

Lollapalooza Berlin 2018 / LollaBerlin 2018 / Lollapalooza 2018

Lollapalooza Berlin 2017 – Samstag
Mit Betsy, Roosevelt und der Indie-Folkband Bear’s Den aus England startete am frühen Samstagmittag das Programm auf der Galopprennbahn östlich von Berlin. Bei leichten Regenschauern pilgerten die Besucher allerdings nur nach und nach auf das Gelände (auch wegen des oben genannten Anreiseprobleme). Es folgten u. a. Wanda, Mike Perry und der 24-jährige britische Sänger George Ezra, der mit seinen selbstgeschriebenen Popsongs und dem smarten Auftreten endlich das Infield füllte und einige Mädchenherzen höher schlagen ließ.

The Vaccines
Auf der Alternative-Stage begeisterte die ebenfalls aus UK-stammende Indie-Rock-Band The Vaccines. Ihre eingängigen und gleichzeitig kurzweiligen Songs bedienten sich keiner großen Theatralik, auf der Bühne gab es keine imposanten Arrangements sondern ein einfaches Set-Up aus Gitarre, Schlagzeug und Bass. Und dennoch war ihr Liveauftritt beste Indie-Ohrwurm-Qualität die sich deutlich vom Einheitsbrei manch anderer Bands abhebt.

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Beatsteaks
Die Beatsteaks waren auf Festivals schon immer ein Garant für gute Stimmung und nicht umsonst gelten sie als eine der erfolgreichsten Live-Rockbands des Landes. Eine gut gemischte Setlist aus 16 Songs präsentierten die Berliner, auch mit frischem Beiwerk vom nagelneuen Tonträger „YOURS“ (vorletzte Woche erschienen). Sänger Arnim Teutoburg-Weiß und Co. sorgten dafür, dass ordentlich Bewegung in die Menge kam.

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Marteria
Deutsch-Rapper Marteria hatte sein Publikum sofort im Griff – beim druckvollen „Roswell“ (zur neuen, gleichnamigen Platte), „Endboss“, „Scotty Beam mich ab“ oder dem Charterfolg „Aliens“, bei dem Musikerkollege Arnim Teuteborg-Weiß von den Beatsteaks direkt dazukam. Marteria stand aber auch seit eh und je für geniale Video, Licht- und Laser-Shows. Und als Special Guest gab es den obligatorischen Auftritt von Marteria’s Altem Ego, dem kiffenden Grünling Marsimoto. Der hypte mit seinen THC-lastigen, ironischen Songs jeden Zuhörer mit, dazu Rauchbomben und Pengalos. Eben ein typischer Marteria-Abriss. Ab Ende November 2017 ist der gebürtige Rostocker wieder auf ausgiebiger Deutschland-Tour zu erleben.

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Mumford & Sons und Marshmello
Als weitere Tages-Höhepunkt spielten die vier Londoner von Mumford & Sons zur absoluten Prime Time. Die britische Folk-Rock-Band zog fast jeden Lollapalooza-Besucher vor die Bühne, der sich nicht lieber parallel zu den Electro-Pop-Beats von Galantis die Seele aus dem Leib zappeln wollte. Folk, Bluegrass, Rock und Country hatten Mumford & Sons wieder perfekt verwoben. Die Blasinstrumente verschmolzen wie selbstverständlich mit Banjo, Geige und Gitarre – und die Zuschauer blieben glücklich und fast atemlos zurück. Einfach eine Musik mit Rückgrat von Jungs mit eigenen Stil, der unverbraucht und trotzdem wunderbar gewohnt ist. Future Bass-DJ Marshmello sorgte danach mit ekstatischen Klängen, druckvollem Bass und zuckender Lichtshow für die nächtliche Feierabend-Sause auf der Perry’s Stage.