Fallback

Stagr Theme Skeleton

Diese Standardansicht dient als Fallback, bis fuer jeden Seitentyp eine spezifische Vorlage greift.

Inhalt

Madsen im Lokpark Braunschweig 2026: Indie-Rock mit Dampf auf dem Kessel

Der Braunschweiger Lokpark war am Samstagabend, den 6. Juni 2026, genau die richtige Kulisse für eine Band, die seit über zwei Jahrzehnten weiß, wie man aus ehrlichen Gitarren, großen Refrains und einem ordentlich pochenden Herzen einen Konzertabend baut. Zwischen Industriekulisse, Open-Air-Luft und diesem besonderen Sommerabend-Gefühl traten Madsen im Rahmen ihrer Album-Tour Sommer 2026 auf – mit neuem Material im Gepäck und der Erfahrung einer Band, die längst nicht mehr beweisen musste, dass sie live funktioniert. Der Ort passte dabei erstaunlich gut: Lokpark, das klang schon vor dem ersten Akkord nach Dampf, Bewegung und Schubkraft – und genau davon hatten Madsen reichlich dabei.

Madsen, das sind Sebastian Madsen an Gesang und Gitarre, Johannes Madsen an der Gitarre, Sascha Madsen am Schlagzeug und Niko Maurer am Bass – eine Band aus dem Wendland, die seit Anfang der 2000er-Jahre ihren eigenen Platz zwischen Indie-Rock, Punk-Energie, Pop-Appeal und deutschsprachiger Direktheit gefunden hat. Ihre Musik hatte immer diesen besonderen Dreh: Sie konnte melancholisch sein, ohne im Selbstmitleid zu versinken, politisch klar, ohne Parolen-Laminat zu verteilen, und euphorisch genug, um selbst skeptische Arme nach dem zweiten Refrain in die Luft zu zwingen. Genau deshalb wirkten Songs wie „Du schreibst Geschichte“, „Lass die Musik an“, „Nachtbaden“, „Sirenen“, „Mein Herz bleibt hier“, „Goodbye Logik“ oder „Vielleicht“ im Lokpark nicht wie Pflichtprogramm, sondern wie alte Bekannte, die man gern wiedertrifft – leicht zerzaust, aber sofort textsicher.

Dass Madsen kurz zuvor ihr neues Album „Smile“ veröffentlicht hatten, gab dem Abend eine zusätzliche Frische. Die neuen Songs standen nicht peinlich zwischen den Klassikern herum wie ungeladene Gäste auf einer Familienfeier, sondern fügten sich erstaunlich selbstverständlich in den Madsen-Kosmos ein: nach vorn gespielt, melodisch stark, mit jener Mischung aus Trotz, Wärme und Aufbruch, die diese Band seit Jahren auszeichnet. Gerade live zeigte sich, warum Madsen in Deutschland zu den beständigsten Gitarrenbands gehören: Sie haben keine Angst vor großen Gefühlen, aber sie verpacken sie lieber in Stromgitarren als in Kitsch.

Sebastian Madsen war dabei einmal mehr der Sänger, der nicht auf Rockstar-Distanz setzte, sondern das Publikum direkt ansprach, als stünde man gemeinsam vor der Bühne und nicht getrennt durch Graben, Licht und Monitorboxen. Johannes, Sascha und Niko lieferten dazu das Fundament: präzise, druckvoll und mit genug Schmutz im Sound, damit der Abend nicht zu glatt wurde. Besonders stark war, wie die Band zwischen hymnischen Momenten und punkiger Schubkraft wechselte – eben erst kollektives Mitsingen, kurz darauf wieder Gitarrenbrett mit erhöhter Betriebstemperatur. Der Lokpark nahm das dankbar auf: Wo sonst alte Industriekulisse steht, rollten an diesem Abend Refrains wie Güterzüge durch die Menge.

Sehenswert war diese Show vor allem, weil Madsen im Lokpark nicht nach Routine klangen. Nach 20 Jahren Bandgeschichte, mehreren prägenden Alben und einem Nummer-eins-Erfolg mit „Hollywood“ hätte man sich bequem auf Nostalgie ausruhen können – stattdessen spielte die Band, als sei jeder Auftritt weiterhin eine Einladung zum gemeinsamen Ausrasten mit Haltung. Das Publikum bekam keine Hochglanzshow mit künstlichem Stadionpathos, sondern ein ehrliches, sehr lebendiges Rockkonzert: laut, nahbar, melodisch und im besten Sinne ungekünstelt. Madsen zeigten in Braunschweig, dass deutschsprachiger Indie-Rock auch 2026 noch Druck machen kann – besonders dann, wenn er aus dem Bauch kommt, über die Gitarre läuft und im Refrain plötzlich alle erreicht.

Am Ende blieb ein Konzertabend, der nicht durch große Effekthascherei glänzte, sondern durch Songs, die tragen, und eine Band, die weiß, wie man sie auf die Bühne bringt. Der Lokpark wurde für ein paar Stunden zum perfekten Ort für Wendland-Rock mit Industriekante: rau genug für die Gitarren, offen genug für die großen Melodien und charmant genug für diese kleine Live-Magie, die man nicht planen kann. Madsen hatten Braunschweig nicht überrollt, sondern mitgenommen – und zwar mit viel Herz, viel Krach und der schönen Erkenntnis, dass manche Bands nicht älter, sondern einfach nur besser eingespielt werden.

Mein Lieblingsfestival: Das Open Flair dieses Mal als Insel Flair 2021

Auch in diesem Jahr fanden und finden weiterhin keine Festivals im gewohnten Rahmen statt, das ist wohl keine große Überraschung. Umso schöner war es, dass da dennoch etwas so wunderbares wie das coronataugliche “Insel Flair” vom 12. bis 15. August 2021 unter Einhaltung von gut geplanten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen auf die Beine gestellt wird. Statt 20.000 Besuchern passten so maximal 1.500 Fans auf das Gelände der Werdchen-Insel in Eschwege. Die Bühne war etwas kleiner als sonst, davor standen Bierzeltgarnituren. Vier Abende lang spielten jeweils drei verschiedene Bands.

donnerstag – Tag 1

Traditionsgemäß wurde das Festival von Alexander Feiertag, dem Chef des Open Flairs, auf der Bühne eröffnet. Kopfecho war die erste Band am Donnerstag. Die Düsseldorfer Gruppe rund um Sängerin Amy sorgte sofort für gute Stimmung. Das Publikum war hungrig nach Konzerten und Livemusik. Das merkte man sofort. Die Zuschauer feierten und hatten Spaß. 

Bei der Band Milliarden aus der deutschen Hauptstadt Berlin, die in diesem Jahr ihr drittes Studioalbum veröffentlicht hatten, wurde kaum noch eine Bank zum Sitzen verwendet. Die Mehrheit der Besucher hielt sich natürlich an die geltenden Vorschriften und blieben am eigenen Tisch und trugen dort, wo es enger wurde, eine Maske. Alles unter den zumeist strengen Augen der Secus – der “Heavy Secure Rocking Crew”, teils auch Polizei und dem Gesundheitsamt.

Ebenfalls aus Berlin stammte die dritte Band des Abends: Grossstadtgeflüster. Das Duo bestehend aus Jen Bender und Raphael Schalz brachte mit ihrem Elektropop den ersten Festivaltag des Insel Flairs gebührend und gut gelaunt zu Ende.

freitag – Tag 2

Der Freitag wurde von den Monsters of Liedermaching eröffnet, die auf keinem Open Flair fehlen dürfen. Dieses Jahr wurde auch wieder die Nasenflöte gespielt, welche beim letzten Mal bitter von den Fans vermisst wurde. Mit ihrem Lied “Katz und Hund” begeisterten die Hamburger Liedermacher mich auf jeden Fall: “Katzen sind voll Punkrock”. Haha. Jawohl! 

Die Donots waren zweiter Act des Abends. Gut gewählt wurde “Calling” als erste Song, ein absoluter Live-Kracher. An diesem Tag wurde zwar alles akustisch gespielt, dies machte aber eindeutig nicht weniger Spaß – und es ging mindestens genauso steil nach vorne. Nach vier Songs wurde es etwas gemütlicher auf der Bühne. Die Donots haben gerade ihr Buch veröffentlicht “Die Geschichte der Donots: Heute Pläne, morgen Konfetti”. Autor Ingo Neumayer und die fünf Herren aus Ibbenbüren saßen bequem auf Sofas. Es wurden Auszüge aus dem Buch vorgelesen, die Fans gaben die jeweilige Seitenzahl an. Nach 15 Minuten wurde das Publikum dann aber ungeduldig: viel zu lange haben alle die letzten Monate darauf gewartet, endlich wieder Livemusik erleben zu dürfen. Das merkten die Donots auch und so wurde noch ein Weilchen Musik gespielt. Klassiker wie “Whatever happened to the 80s”, “Stop the clocks” oder “So long” durfte schließlich nicht im Repertoire fehlen. Mit Letzterem war das Konzert dann auch – leider 15 Minuten zu früh – zu Ende. 

Letzter Act des Abends: WiebuschBosseUhlmann. Was fast wie ein Zungenbrecher klingt, war der Zusammenschluss von Marcus Wiebusch (bekannt als Sänger der Band “Kettcar”), Axel Bosse und Thees Uhlmann (bekannt als Solo-Künstler und Sänger der Band “Tomte”). Die drei Sänger sind aktuell gemeinsam auf kleiner Tour und spielten zusammen mit einer Liveband ihre Lieblingslieder. Aki Bosse wirkte zwischendurch extrem konzentriert, schaute fast schon nervös auf seinen Notenständer. Das macht ihn aber irgendwie noch sympathischer. Ein tolles Konzert mit großartigen Nummern zum Nachdenken, Mitsingen und Tanzen.

samstag – Tag 3

Manche bezeichnen die Musik von Lonely Spring aus Passau als Rock oder Emo-Rock. Fakt ist, dass die 4 Musiker aus Bayern in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben und somit zurecht auf dem diesjährigen Insel Flair spielen durften. Auch an Tag 3 hatte das Publikum noch extrem viel Lust auf Musik und so wurde auch hier wieder kräftig mitgesungen und getanzt.

Ganze 12 Jahre haben Planlos, die zweite Band des Tages, kein Konzert mehr gespielt. Das Comeback sollte im März 2020 stattfinden. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Und so kam es nun, dass dies das erste Konzert nach all den Jahren war. Die Band klang alles andere als eingerostet. Die Stimmung war fantastisch, auf und vor der Bühne. Für eine Coverversion von “Verdammt ich lieb‘ dich” kam dann auch Matthias Reim kurz auf die Bühne, wenn auch nur als Pappaufsteller. Das Publikum feierte so ausgelassen, wie schon die beiden Abende zuvor. 

Madsen haben schon oft auf dem Open Flair gespielt und so waren sie auch in diesem Jahr ein gern gesehener und gehörter Gast auf dem Insel Flair. Ihre eingängigen Lieder trotzten vor Mitsing-Potential. Hier war gute Laune das Motto. Als letztes Lied lief wie meistens bei der Band aus Prießeck der Song  “Lass die Musik an” in Dauerschleife. Da fiel der Abschied gar nicht so leicht.

Vielleicht könnte man in diesen aktuellen Zeiten das Ganze auch noch symbolischer deuten, als das Lied vermutlich ursprünglich gedacht war. Ja, auch ich hoffe, dass die Musik an bleibt. Ich merkte, wie sehr ich Konzerte vermisst habe, wie sehr das Open Flair und all das Drumherum.

Zum Abschluss des Abends gab es noch ein tolles Feuerwerk zu bestaunen und so ging mein dritter und leider letzter Tag beim Insel Flair zu Ende. Danke, dass es dich – liebes Open Flair – gibt und es sich immer wieder wie ein Nach-Hause-Kommen anfühlt. Ich hoffe auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. In welcher Form auch immer.

Infos und Tickets: Open Flair Festival 2022

Madsen in Hamburg: 15. Geburtstag wird zum Abriss der Alsterdorfer Sporthalle

Am Freitag, den 29. November 2019 war es endlich so weit – Fans und Freunde der Band Madsen warteten gefühlte Ewigkeiten auf diesen Tag, um endlich den 15. Geburtstag der Band zu feiern! Die ausverkaufte Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg wurde zu einer absoluten Tanzfläche mit vielen Gästen und vor allem Spass!

Als Fotograf an verschiedenste Locations zu besuchen, um dort musikalische Highlights und Künstler zu fotografieren, ist immer ein ziemliches Highlight. Doch als ich für mich die Bestätigung kam, die Band Madsen bei ihrem Jubiläum in Hamburg fotografieren zu dürfen, ging ein absoluter Traum in Erfüllung. Seit knapp 10 Jahren begleitet mich die deutsche Band nämlich in vielen Lebenslagen.

Doch fangen wir bei den Highlights des frühen Abends an und kommen dann zum absoluten Abriss. Lampe kamen als Vorband auf die Bühne und sorgten innerhalb weniger Minuten für schwingende Tanzbeine und den ersten Durst nach einem kühlen Bier. Ein sehr guter Einstieg in einen unvergesslichen Konzertabend.

Friska Viljor

Bereits im Vorfeld bekannt war, das an diesem Abend die Band FRISKA VILJOR auf die Bühne kommen wird, um im Vorprogramm ordentlichen Indie-Rock zu präsentieren. Die vor einiger Zeit von Madsen selbst live erlebte Band, sollte unbedingt zum Geburtstag spielen, dies berichtete Schlagzeuger und Gründungsmitglied Sascha Madsen. Es war faszinierend wie FRISKA VILJOR, die für viele noch recht unbekannt war, es schaffte, das wirklich jeder seine Gespräche mit dem Nachbarn einstellte und wirklich gebannt zugeschaut hatte. Ein perfekter „Special Guest“ für das Bandjubiläum von Madsen!

Madsen

Kommen wir nun zu den eigentlichen „Stars“ des Abends. Die fünf Herren von Madsen und Lisa Who standen hinter dem Vorhang, die ersten Scheinwerfer richteten sich auf drei Bläser und danach direkt auf Sebastian, Frontmann, Sänger und Gitarrist der Band, als die ersten Klänge von „Wo es beginnt“ durch die Sporthalle Hamburgs dröhnten! Ab der ersten aufhellenden Bühnenleuchte war das Publikum nicht zu halten – es wurde gesprungen, gesungen und alles gegeben für einen einmaligen Abend!

Bereits Stunden vor dem Konzert waren die Fans dabei, am Merch-Stand oder den Bierständen zu singen, um sich ordentlich einzustimmen. Man merkte der Band nur in den ersten Sekunden an wie „angespannt“ sie waren, ob wirklich alles glattgehen würde. Da sie nun aber bereits 15 Jahre Erfahrung sammeln konnten und ihr bisher größtes Konzert am Abend zuvor spielten, war mit unfassbarer Professionalität die Aufregung schnell verflogen und so feierten Band und Zuschauer von Anfang an mit voller Energie!

Während des Konzertes wurden immer wieder alt bekannte Statements gesetzt gegen Faschismus und Rassismus in unserer Welt. Bei Songs wie „Macht euch laut“ kamen Gäste wie Ferris MC, bei „Dann schlägt dein Herz“ kam Olli Schulz dazu, „Wenn ich wollte“ wurde mit Jan Plewka von Selig performt und zu guter letzt, innerhalb der Zugabe bei „Alter Strand“ kam ein weiterer Freund der Band: Axel Bosse.

Wirklich ein gelungenes Konzert. Wir wünschen der Band weiterhin alles Gute, Zusammenhalt und vor allem immer viel Spass auf der Bühne!

Taubertal Festival 2019 am Samstag: Zum Glück geht es weiter

Der Sturm war vorbei! Die Luft fühlte sich frischer an und bis auf ein paar Pfützen und auf den Weg gefallene Äste, war keine Spur mehr von dem Unwetter am Tag zuvor zu sehen. Die vielen Besucher auf dem Festivalgelände vermittelten den Eindruck, als wäre es nun auch deutlich voller als am Vortag – was später auch den Wechsel zwischen den zwei Bühnen etwas erschwerte. Auf dem Programm des zweiten Festivaltags beim Taubertal 2019 standen so jede Menge großartige Acts aus verschiedensten Musikrichtungen – Donots, Madsen, Barns Courtney, Von Wegen Lisbeth, Frank Carter & the Rattlesnakes und das Beste kommt natürlich zum Schluss – Die Fantastischen Vier!

Apropos Vielfalt – die Geschäfte auf der Food Meile des Festivals boten viele leckere, festivaltypische Gerichte für an, für den kleinen Hunger zwischendurch oder das ausgiebige Mittag-/Abendessen. Hier konnte jeder etwas für sich finden – vom Handbrot mit Käse und Schinken/Pilzen über selbstgemachte, vegane Flammkuchen und Kartoffelchips mit Knoblauchsoße bis zum knusprigen Spanferkel am Spieß. Und dazu konnten die Festivalbesucher auch ein ganz besonders Highlight genießen: exzellente Sanitäranlagen, wovon die meisten Festivalgäste nur träumen können – mit Waschbecken, Seife und sogar mit Fön!

barns courtney

Nun aber zum musikalischen Programm. Mit roter Lederjacke und Aufnähern, dem wilden Lockenkopf und einem einzigartigen Indiesound ging es für uns los – Barns hatte einiges anzubieten. Da er aktuell eh um die Welt tourte, machte er zum Glück auch er einen Zwischenstopp beim diesjährigen Taubertal Festival. Auf der Bühne sang er voller Inbrunst, spielte dazu die akustische Gitarre und tanzte energiegeladen im Takt seiner Musik. Im nächsten Moment sprang er unerwartet ins Publikum und ließ sich dort auf den viele, willigen Händen der Fans tragen. Dabei gab der britische Singer-Songwriter weiterhin seine Songs zu Besten und das Publikum sang lautstark mit. Leider war sein Auftritt doch sehr kurz, aber immerhin bleibt uns der Lichtblick, dass Barns Courtney im Herbst 2019 mit seiner Band noch einmal zurück nach Deutschland kommt!

Donots

Das komplette Jahr 2019 stand und steh bei der Ibbenbürener Band Donots unter dem Motto „Silberhochzeit“! Die Punkrocker waren am Samstag die ersten auf der Hauptbühne, aber das man als Festivalgänger weiß, dass hier die Post abgeht, war das Infield schon gerappelt voll zu dieser Zeit. Kurz nach den ersten Klängen eskalierte die Stimmung im Publikum euphorisch. Nur die Musikfans auf dem Hügel mussten erst noch richtig wache werden und die Donots forderten sie auf, aufzustehen und mitzutanzen. Es dauerte nicht lange, bis auch sie ins Schwingen kamen. Später machte ein Fan sogar einen Purzelbaum und rollte den Berg herunter. Natürlich durften keine der unzähligen Hits aus ihrer 25-jährigen Bandgeschichte fehlen, „Stop the Clocks“, „We’re not gonna take it“, „We got the noise“ oder „So Long“ wurden mit viel Leidenschaft von Ingo Knollmann, Bruder Guido und dem Rest der Band präsentiert. Danach durchquerte der Sänger kurzerhand das Publikum für einen wilden Ritt im größten Circlepit des Festivals. Nach diesem einstündigen Auftritt gröhlte das Publikum nach einer Zugabe, leider vergeblich. Die Bühne wurde schon für die nächste Band vorbereitet.

von wegen lisbeth

Die Berliner Band um Sänger und Gitarrist Matthias Rohde brachte mit ihren dynamischen Klängen das Publikum schnell in Bewegung. Jedes der sechs Bandmitglieder entlockte den vielen Instrumenten auf der Bühne den bandtypischen locker-rockigen Rhythmus. Dabei hüpften die Musiker zwischen Gitarre, Keyboard, Zupfbrett und Xylofon hin und her. Das Publikum tanzte und sang zu den fröhlichen Indie-Pop-Sounds der Berliner. Von Wegen Lisbeth waren zum zweiten Mal auf dem Taubertal Festival und schienen sich sehr zu freuen, wieder hier sein zu dürfen. Nach einer energiegeladenen Show mit vielen iher beliebten Hits verabschiedeten sie sich dann mit den Worten „Es war extrem nice mit euch“ und dem bekannten Lied „Bitch“. Daraufhin mobilisierte das Publikum nochmal alle Energiereserven und bewies, dass man sich im Moshpit nicht nur bei harten Rocknummern austoben kann.

madsen

Anfangs waren erst nur ein paar harmonische Klänge zu hören, als die Band auf die Bühne kam. Diese wurden aber ruckzuck von Bassschwingungen und Gitarrenriffen überlagert. Madsen startete mit ihrer Punk-Hymne aus dem letzten Album „Macht euch laut“. Von Gitarrensolos bis hartem Punkrock bedienten Madsen einen enormen Facettenreichtum. Die Band feierte inzwischen ihr 15. Jubiläum und spielte in nun schon zum zweiten Mal auf dem mittelfränkischen Festival. Das aber auch nur, weil zwei Wochen vor dem Festival die bereits gebuchte US-Kultband Good Charlotte aus familiären Gründen den Gig absagen musste. Dafür brach Schlagzeuger Sascha sogar kurzfristig seinen Urlaub ab. Frontmann Sebastian Madsen und seine Kollegen sprangen gerne ein und noch lieber spielten sie als kleinen Trost Good Charlotte’s „Anthem“. Später im ihrem Liveset tauchten auch Songs von Feine Sahne Fischfilet und The Offspring auf. Ihr wunderbarer Ohrwum „Lasst die Musik an“ dröhnte als letztes über das Festivalgelände und dann verschwanden Madsen hinter der Bühne.

frank carter

Passend zum neuen Album „The End Of Suffering“ aus Mai 2019 war Frank Carter bereits im Frühjahr auf Tour in Deutschland, nun im Festivalsommer wurde es wieder Zeit für den Punkrocker, die Festivalbühnen des Landes aufzumischen. Vor der Bühne wartete schon ein feierwütiger Mob. Der Brite und seine Rattlesnakes versteckten sich zu Beginn der Show aber noch hinter dichtem Nebel und Bühnengegenlicht. Derweil sang das Publikum die Lieder „Kitty Sucker“ und „Lullaby“ schon mal energisch mit. Sie freuten sich natürlich tierisch, als Frank Carter kurzerhand mitten ins Publikum sprang um dort gemeinsam im riesigen Moshpit mitzutanzen und Selfies mit den Fans zu machen. Gitarrist Dean Richardson folgte dem Beispiel des Frontmannes und spielte ein Gitarrensolo, während er sich rücklings von der Menschenmenge auf Händen tragen ließ. Das war mal ein Auftritt mit viel Power.

die fantastischen vier

Eine Band, die auf 30 Jahre Bandgeschichte, neun Studioalben, unzählige Preise und Live-Shows zurückblick konnte, das sind Die Fantastischen Vier. Seit 1989 rappten sich Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon aufstrebend durch die Musikwelt. Den vier Stuttgartern ging trotz des Älterwerdens aber zum Glück einfach nicht die Luft aus.

Durch den Nebel erschien der Headliner des Abends dann auch endlich auf der Hauptbühne fragte das Publikum sogleich „Was geht“. Zwischen bekannten Hip-Hop-Hits ließen sich die Vier Zeit, mit dem Publikum zu interagieren. Neben aktuellen Themen wie der politischen Situation in Deutschland, sprachen sie auch über die Ungleichheit in der heutigen Gesellschaft. Die Stuttgarter fegten mit ihrer sechsköpfigen Liveband nur so über die Bühne. Ohne ihre Klassiker ging es natürlich nicht: „Sie ist weg“, „Troy“, „Gebt uns ruhig die Schuld“, „MFG“, „Die Da“ oder auch der aktuelle Radio-/Chart-Ohrwurm „Zusammen“ hauten die drei Frontmänner locker heraus. Mittlerweile wurden die „Fantas“ zu richtigen Taubertal-Veteranen, sie waren nämlich zum sechsten (!) Mal dabei! Hut ab! Eine coole Überraschung kam dann noch zum Schluss – Porky von der Band Deichkind kam in Bademantel auf die Bühne und spielte Schlagzeug.

pottinger

Zu guter letzt stand Alternative Rocker Pottinger auf der Bühne. Die deutsche Rockband überzeugte mit markantem Gesang und starken Gitarrenriffs, die an Alice in Chains erinnerten. Das Publikum schien kein bisschen müde zu sein und flippte noch einmal völlig aus. Die erste Reihe tanzte im Takt der Musik, BHs wedelten in der Luft. Ab und zu wurden die Dessous sogar nach vorne geworfen, aber anstatt der Bühne wurden die Security- oder Kameramänner getroffen. Ob die sich gefreut habe? Zum Schluss wurden CDs des aktuellen Pottinger-Albums im Publikum verteilt. Das Publikum war schnell verliebt – alle verlangten nach einer Zugabe. Ein echter Knaller als Abschluss des Abends!

Taubertal Festival 2019: Tickets + Infos

Taubertal 2020

Open Flair 2019 – Von Mittwoch bis Freitag

Ich könnte diesen Bericht über das Open Flair Festival 2019 ähnlich wie die letzten Berichte über das Open Air-Event beginnen: dass es in Eschwege, inmitten der hessischen Kleinstadt stattfindet und und und. Nein, dieses Jahr möchte ich direkt am Anfang einfach sagen: Happy 35th Birthday, Lieblingsfestival! Vielleicht verstehen wir uns so gut, weil wir vom Alter her nicht so weit auseinander liegen. Vielleicht bin ich aber auch einfach immer wieder gern bei dir, weil du es mir so leicht machst, dich zu mögen.

Jedes Jahr schaffen es die Macher des Open Flair, sowohl große nationale und internationale Acts zu buchen als dann auch wieder kleinen, unbekannten Bands und Künstlern eine Bühne zu geben. Überraschungen hinsichtlich Musik und Performance gibt es immer.

Mittwoch

Aber es gibt auch Bands, die scheinen fast Pflichtprogramm zu sein, wie z. B. Das Pack, die direkt als zweite Band des diesjährigen Festivals auf der Seebühne spielten. Wie bereits die letzten Jahre öffnete das Hauptgelände am Werdchen erst am Freitag seine Tore. Pensen Paletti und Flozze von Das Pack animierten das Publikum direkt zum Mitsingen und Klatschen. Da ließen sich die Fans nicht zweimal bitten. Schon jetzt herrschte gute Stimmung.

Direkt im Anschluss spielte ein erstes internationales Highlight mit The Subways. „You are the sun, you are the only one. Be mine, be mine like a Rock’n’Roll Queen“. Na, wer hat jetzt direkt einen Ohrwurm? Aber es wäre schade, die Band auf nur diesen einen Song zu reduzieren, auch wenn es ihr bisher erfolgreichster Hit ist. Die drei Briten lieferten eine richtig gute Show ab. Das war sympathisch, voller Energie und hat einfach nur Spaß gemacht.

Als die Alex Mofa Gang die Bühne betrat, konnte sie direkt das tanzende Publikum übernehmen. Sänger Sascha Hörold setzte sich mitten in den Kreis seiner Fans und surfte später auf einem Brett erst ein wenig über die Köpfe ehe er sich voll ins Geschehen stürzte zum Crowdsurfen. Neben ihm ein Rolli-Fahrer. Ja, die Band aus Berlin hatte Bock. Sascha sagte einmal in einem Interview “Die Konzerte sind das, wofür wir die Musik machen.” Da kann ich nur sagen: Jungs, macht weiter so. Das funktioniert gut!

Den persönlichen Abschluss des Tages bildeten für uns die Österreicher Russkaja. Polka-Beats gepaart mit Rock und folkloristischen Klängen begeisterten das Publikum. Ein gelungener erster Tag am Werratalsee neigte sich somit dem Ende.

Donnerstag

Und auch der Donnerstag zeigte ein extrem feierfreudiges Publikum und Bands, die sichtbar Lust darauf hatten, hier zu spielen. Da waren beispielsweise Shame aus England. Rotzig und rockig. Bei dem Bassisten Josh Finerty fragte man sich, wie er die Show überhaupt durchsteht: er flitzte permanent von links nach rechts und zurück und sprang, was das Zeug hielt. Und auch hier gönnte sich Sänger Charlie Steen ein Bad in der Menge. Ganz im Gegensatz zum agilen Shame-Bassisten passierte bei The Intersphere in dieser Hinsicht nicht so viel auf der Bühne, aber der volle, gute Sound animierte dennoch das Publikum zum Abgehen.

Das Debüt-Album „Cheeky Heart“ von City Kids Feel The Beat hat lange auf sich warten lassen. Die Platte ist erst im Oktober 2018 erschienen, aber die Ulmer Band gibt es bereits seit 2011. Sie traten bisher mit u.a. Anti Flag, Zebrahead oder auch den Deez Nuts auf. Recht erfolgreich war ihre Coverversion des Lady Gaga Hits “Applause”. Das durfte natürlich gegen Ende des Auftritts nicht fehlen. Der Berliner Rapper Megaloh stach im Anschluss musikalisch etwas hervor. Seit mehr als 20 Jahren ist er allerdings schon in der Rap-Szene aktiv und bekannt und so verwunderte es nicht, dass er auch das Eschweger Publikum im Griff hatte.

Ganz klarer Headliner des Abends waren die Donots. Und dieser Aufgabe wurden sie mehr als gerecht. Niemand hätte wohl auch etwas anderes erwartet. Die fünfköpfige Band aus Ibbenbüren feiert in diesem Jahr ihr 25-Jähriges Jubiläum. Ihre Hits, eigentlich egal, ob in Deutsch oder Englisch, kennen viele der Anwesenden und man muss nicht mal ein Album zu Hause haben, um hier und da lauthals mitsingen zu können. Die Donots überzeugen. Immer wieder. So auch an diesem Abend. Und so versammelten sich gefühlt alle Festivalbesucher des Wochenendes vor der Seebühne und feierten mit den Donots. Spätestens jetzt wurden die Tanzschuhe ausgepackt. Ingo Donot ging so weit und schuf den Begriff der „Eschweger Peitsche“: 20.000 Menschen hauen sich friedlich gegenseitig auf die Fresse gegen Nazis. Gibt es eigentlich mittlerweile einen Wikipedia-Eintrag dazu, wie ihn Ingo gefordert hat?

Freitag

Am Freitag wurde traditionell das Hauptgelände am Werdchen eröffnet. Nachdem Spit direkt die große Radio Bob-Bühne bespielten, eroberten die Franzosen von Ze Gran Zeft, deren Name zum Schmunzeln verleitet, die Freibühne. Sie zeigten sich exzentrisch und brachten mit ihrem Alternative Crunk Rock – wie sie es selbst nennen – das Publikum in Bewegung.

Nachdem im Dezember 2016 der frühere Sänger Austin Carlile von Of Mice And Men aus gesundheitlichen Gründen leider seine Karriere beenden musste, war sicher erst einmal unklar, wie es wirklich weitergeht mit der Band. Doch ein neuer Frontmann wurde mit Aaron Pauley gefunden. Harte Töne peitschten über das Werdchen, es bildeten sich Circlepits.

“Kafvka” überzeugten bereits 2016 das Publikum des Open Flair. Bereits damals konnten sie sicher neue Fans dazu gewinnen und so wunderte es nicht, dass beim diesjährigen Auftritt beste Stimmung herrschte. Makabar eröffneten währenddessen das Gelände an der Seebühne an diesem dritten Tag, gefolgt von Deaf Havana. Leider war das Areal am Werratalsee nicht so gut besucht, aber die Fans, die da waren, feierten die Band. Ein kurzer Sprint führte mich zurück zum Hauptgelände am Werdchen, um die Show von Nothing But Thieves zu sehen. Die Briten veröffentlichten 2015 ihr Debütalbum und machten durch Songs wie „Amsterdam“ Lust auf einen Live-Einblick. Das Publikum wurde nicht enttäuscht.

„Madsen“ gehören auch zu den Dauergästen auf dem Open Flair. Ursprünglich waren sie allerdings gar nicht geplant für dieses Jahr, aber als Good Charlotte aufgrund eines Todesfalls in der Familie ihre gesamten Auftritte abgesagt hatten, darunter auch den in Eschwege, war man froh, mit Madsen noch einen so guten „Ersatz“ gefunden zu haben. Und auch Madsen selbst haben sich sehr über die Einladung gefreut. Zu Ehren von Good Charlotte gab es einen Coversong und auch „Basket Case“ von Green Day wurde zum Besten gegeben.

Und dann kam einer dieser Momente, die man auf einem Festival vermeiden möchte: die Überschneidung zweier Bands, die man eigentlich beide unbedingt sehen will. So geschehen dieses Jahr mit den Stuttgarter Kult-Hip Hoppern Die Fantastischen Vier und der kalifornischen Punkrock-Band Zebrahead. Hier hat sich mein Fan-Herz zugunsten der Kalifornier entschieden. Die ersten paar Minuten der Fanta 4 konnte ich dennoch kurz genießen und ein wenig zu beispielsweise „Was Geht“ mit dem Kopf nicken. Ja, die Klassiker gehen immer.

Dann hieß es: schnell zur Seebühne, denn dort fingen gerade Zebrahead mit ihrer Show an. Die Kalifornier nehmen sich selbst überhaupt nicht ernst auf der Bühne, sie blödeln herum. Im Gegensatz zu den bisherigen Konzerten auf der Seebühne an diesem verregneten Freitag war der Platz zum ersten Mal richtig gut gefüllt. Zebrahead sind Garanten für gute Laune. Ein Konzert ohne ihre Einlage von “drink drink my germans” ist fast nicht mehr vorstellbar. Auch der obligatorische Ritt auf dem Schlauchboot über die Menge durfte nicht fehlen. Und der Regen? Der wurde einfach weggetanzt.

Open Flair 2020: Tickets + Infos

Deichbrand Festival 2019 am Sonntag – Unsere Highlights

Der dritte und letzte Festivaltag ist in vollem Gange und nach dem gestrigen, kurzen Unwetter hat der Wettergott sich doch als Festivalfan geoutet und dem Seeflughafen Cuxhaven noch einmal Sonne-Wolken und warme Temperaturen geschickt. Nun die 15. Ausgabe vom Deichbrand Festival neigt sich dem Ende. Schade! Das musikalische Programm beginnt auch am Sonntag wieder zur Mittagszeit, den Startschuss legen Watch Out Stampede, gefolgt on den Arkells, Swiss und die Ander, Tom Walker, Kodaline, Madsen, Fil Bo Riva, Juju und viele weitere. Zur Prime Time geht es dann ins große Finale – Cro läutet es ein, Alligatoah folgt und zu guter letzt sagt Marsimoto gut Nacht. Im kommenden Jahr steht übrigens schon der neue Termin fest, vom 16. bis 19. Juli geht das Deichbrand Festival 2020 in seine 16. Runde!

Watch Out Stampede

Gleich um 12:00 Uhr geht es mit dem Programm am letzten Festivaltag los. Und warum sollt da nicht gleich eine Band auftreten, die die Fire Stage wahrlich in Schutt und Asche legen könnte… Mit Watch Out Stampede, der 2011 gegründeten Post-Hardcore-Band aus Deutschland, gibt es eine gekonnte Mischung aus Core und melodischen Parts. Für ihre Live-Setlist können sie aus  drei erfolgreichen Album-Veröffentlichungen schöpfen und das tun sie auch. Frontmann Andreas „Ando“ Hildebrandt liefert knallende Breakdowns und wütende Shouts – der Rest der Band tobt in Ekstase über die Bühne. Ganz klar ein Auftritt, der sich zum Schubsen schwitzender Männer und Frauen bestens bewährt.

arkells

In ihrer Heimat Kanada sind die Arkells bereits als beste Rockband 2015 ausgezeichnet wurden und das da wirklich etwas dran ist, davon können sich die Deichbrandler am Sonntagnachmittag direkt überzeugen. Seit 2006 gibt es die Band schon, aber erst vor vier Jahren ist der Durchbruch mit ihrem 3. Album „High Noon“ gelungen. Poppige Rocksongs haben sie ebenso in ihrem Repertoire wie knarzige Indie- und Soul-Nummern. Sänger und Charmebolzen Max Kerman kann die erste Zurückhaltung der Zuschauer schnell brechen, denn er stürmt gleich beim dritten Song in die Menge, singt und tanzt im Field mit seinen Fans um die Wette.

swiss und die andern

Schon wieder soll sie brennen, die Fire Stage. Heute ist hier das musikalische Programm vom Fokus her eindeutig auf Aggressionsbewältigung gelegt. Dazu kommen Swiss und Die Andern als deutsche Punkrock-Band aus Hamburg gerade recht. Die Formation besteht aus dem Frontmann Swiss, sowie dem Bassisten Matze Grimm, dem Gitarristen Jakob Schulze, dem Schlagzeuger Tobias Gerth und dem DJ Da Wizard. U.a. haben sie Hits ihres aktuellen Albums „Randalieren für die Liebe“ mit am Start. Der Sound und die forschen, auch oft gesellschaftskritischen Töne werden einem hier nur so um die Ohren gedrescht. Aber klar, das will da Publikum auch so, denn dazu kann ordentlich abgefeiert werden.

tom walker

Der britischer Singer-Songwriter gelangte in 2017 mit dem Hit „Leave a Light On“ erstmal in die Ohren seiner internationale Hörerschaft. In Schottland geboren, aber in Manchester aufgewachsene, hat der Musiker mit seinem Welthit einen echten Senkrechtstart hingelegt. Millionen Views im Netz, Support-Act bei der Tour von The Script und zwischendurch lässt er es sich nicht nehmen, auch immer wieder Solo-Gigs zu spielen. Verschiedene Stimmen vergleichen Tom Walker gern mit Ed Sheeran, was laut Walker selbst bereits dem geschuldet sei, das eine Gitarre und das Schreiben von Songs genüge, um wie sein Landsmann wahrgenommen zu werden. Wobei dieser dem smarten 28-jährigen in Sachen Songwriting eindeutig als Vorbild diene. Aus Musikgrößen wie Bob Marley, Ray Charles oder The Police hat Tom Walker seinen ganz eigenen Stil mitten zwischen Soul-Stimme, Reggae-Feeling und elektronischen Beats und Hip-Hop-Sounds gefunden. Vor allem live entfalten die gefühlvollen, aber keinesfalls schnulzigen Songs, ihre ganze wunderbare Wirkung.

our mirage

Im Palastzelt geht wieder die Post ab. Post-Hardcore um es genauer zu sagen. Die noch frische Band aus Nordrhein-Westfalen hat sich erst in 2017 gegründet. Umso großartiger, dass sie nun am Nachmittag einen Slot beim Deichbrand Festival 2019 besetzen können. Noch als Geheimtipp aber dennoch mit einer Vielzahl an Fans vor der Bühne, geht der Auftritt im Zelt los. Es gibt ehrliche und schmerzerfüllte Lyrics und dazu knallharten Sound, der die Besucher direkt abholt.

kodaline

Das irische Quartett Kodaline sieht in ihrer Musik zugleich auch eine Therapie. Zur Bandbegründung halfen sich damals Sänger Steve Garrigan und Gitarrist Mark Prendergast über die Trennung der jeweiligen Partnerinnen hinweg. Emotionen in Songs über Liebe und Verlust wurden geboren. Mit Bassist Jason Boland und Schlagzeuger Vinny May ist es nun ein herrlich vielschichtiger Sound aus breiten Gitarrensounds, aufsteigenden Refrains und der charakteristisch hohen Stimme von Frontmann Steven. Kodaline erschaffen am frühen Abend einen unwiderstehlichen Sog, der die Festivalbesucher regelrecht in ihren Bann hineinzieht.

madsen

Knapp 15 Jahre ist es her, dass das Debütalbum von Madsen auf den Markt gekommen ist. Mit ihrem aktuellen Album „Kompass“ haben sich die Jungs auf eine Zeitreise zurück in die eigene Jugend begeben und dabei bleiben Madsen dem Indie-Rock weiterhin treu, jetzt vielleicht ein wenig mehr im Stil der 80er/90er. Auf der Bühne zeigt sich Frontmann Sebastian Madsen wie immer als charmant-witziger Blickfang, daneben etwas zurückhaltender Bruder Nummer 1 Johannes an der Gitarre, dann ist da noch Bassist Nico, sowie Bruder Nummer 2 Sascha, der das Drumset prügelt. Das Quartett bekommt nur live weibliche Gesangs-Unterstützung und zwar von Lisa am Keyboard. Sympathisch, wie Madsen ihre gute Laune und Lust auf Musik an die Zuschauer weiterreichen. Echter Madsen-Sound dem nicht nur treue Fans verfallen. Tanzbares und poppiges, rockiges und gefühlvolles, das liefert Madsen auch am Deichbrand Festival 2019 ab. Zum Ende des Sets gibt es noch den Hit und Ohrwurm „Lass die Musik an“ in Dauerschleife – prima Statement!

MaRvin Game

Wer Marvin Game durch sein eigenes Interviewformat „Hotbox“ kennt, dürfte nicht nur wissen, dass er regelmäßig Szenegrößen unter den Autositz kifft, sondern auch nie darum verlegen ist, spontan einen Song zu performen. Der Chimperator-Angehörige hat sich daher zurecht einen Platz beim Deichbrand erarbeitet. Im Palastzelt bietet er all denjenigen etwas, die Deutsch-Rap ohne großes rumgeprolle mögen. Sein Sound lädt eher zum Mitwippen und Chillen ein. Was Flow und musikalisches Gespür angeht, hat Marvin einiges auf dem Kasten und kombiniert alles gekonnt mit grandiosen Beats. Hier wird nicht einfach nur sinnfrei grappt – Wortwahl und Themen seiner Songs sind intelligent gewählt.

Cro

Drei Jahre pausiert hatte Cro aka. Carlo Waibel zwischendurch, der Raop-Rapper und Panda-Maskenträger, bevor er sich dann endlich wieder zurückgemeldet hat. Der Stuttgarter hat dann mit seinem Album „Fake you“ sein bisher persönlichstes Album geschaffen. 2011 hat die großartige Karriere des Rappers begonnen, sein Debüt-Mixtape „Meine Musik“ ist noch im selben Jahr erschienenen und er unterschrieb beim independent Label Chimperator. Ohne es zu wollen, hat er mit seiner Musik und seinem Look eine ganze Generation geprägt. Die Panda-Maske ist seither Cro’s Markenzeichen, auch zum Schutz, um im privaten Leben unerkannt zu leben. Der Rapper ist inzwischen gereift und hat verarbeitet, was in den Jahren alles um ihn herum geschehen ist. Ein Imagewechsel der ihm gut tut und bei dem die Fans ihm Rückhalt geben. Beim Deichbrand 2019 kann der Panda-Rapper völlig überzeugen, gibt sich fannah und präsentiert einen perfekten Mix quer durch das Cro-Hit-Imperium, inklusive dem neuem Material.

Alligatoah

Fire Stage frei für den Wortkünstler mit Spaßfaktor. Zum Vorschein kommt ein Bühnenbild mit verspielten Tapeten und einem 30er Jahre Charme des Filmsets vom „Grand Budapest Hotel“ angeglichen. Während die Band verteilt auf den Balkonen des Hotels „Kalliforniah“ sitzt, nehmen Gitarrist und Klarinettist unten Platz. Alligatoah selbstverständlich in der Mitte. Lukas Strobel (so sein richtiger Name) und Fan verrückter Auftritte und Verkleidungen, trägt ein gelbes Outfit – Frack, Pluderhose und Hut. Auch seine Musikerkollegen haben sich farblich angepasst, sie tragen gelbe Bademäntel und Rapkollege BattleBoi Basti glänzt im gelben Pagenkostüm. Von der ersten Sekunde an hat der Deutschrapper, Sänger und Produzent seine Fans im Griff. Jubelschreie, Fanchöre und jede Menge glückliche Gesichter. Die meiste Zeit gleicht die Liveshow einem unterhaltsamen Theaterstück. Wer Alligatoah und seine Shows kennt, weiß natürlich, dass es nie langweilig wird. Da lässt sich der Schnautzbart-Träger mal in einer Mülltonne über die Bühne schieben, die Möbel vom „Hotel Kalliforniah“ werden kurzerhand zerschmettert und es gibt jede Menge theatralischer Moderationen zwischen den Songs. Dank der kurzweiligen Elemente und einem brillanten hin und her zwischen Alligaotah und Rapper Basti, gipfelt alles in einer witzig anzusehenden Show.

Marsimoto

Längst der Mann hinter der grünen Maske kein Unbekannter mehr im deutschen Musikbusiness. Der deutsche Rap- und Popmusiker Marten Laciny besser bekannt als Marteria, steckt hinter dem grünen Marsianer. Jede Menge Gastauftritte hat der Maskierte mit der charakteristischen Pitch-Stimme bereits während der Liveshows von Marteria gehabt und ist so einem breiten Publikum bekannt geworden. So bekannt, dass der Grünling bereits mit fünf Alben auf dem Markt steht und in diesem Jahr auch auf eigener Headliner-Tour durch Deutschland gereist ist.

Nun ist er am Sonntagabend beim Deichbrand Festival 2019 und dabei ist er nicht allein: Seine Marsi-„Fuckin“-Moto-Crew unterstützt ihn instrumental und unterlegt seine thc-lastigen Texte mit perfekten Beats und jeder Menge Bass. Die Bühne hüllt sich binnen weniger Sekunden in dichten Rauch und natürlich, in welcher Farbe auch sonst, grün angestrahlt wird. Die Instrumentalisten betreten die Bühne und aus dem Hintergrund ertönt die helium-ähnliche Digitalstimme von Marsimoto. Energiegeladen bewegt sich der Rapper von da an in seinem Wirkungsbereich, der während der gesamten Liveshow mit Licht und Laser sowie dichten Nebelschwaden eingehüllt ist. Die Setlist bietet neues Material satt, aber auch ältere Hits kommen nicht zu kurz. Für alle Marsi-Fans und die, die es heute noch werden, gibt es dabei den Sound aus dreizehn Jahren Marsimoto-Schaffensgeschichte auf die Ohren.

Deichbrand Festival 2020 tickets + Infos

Deichbrand Festival 2020

Danke: Theresa Friedenstab (redaktionelle Mitarbeit)

So war das Highfield Festival 2018

Am mittleren Augustwochenende haben 35.000 Festivalfans beim der 21. Ausgabe vom ausverkauften Highfield Festival 2018 gefiert. Wie immer lud dabei der angrenzende, idyllische Störmthaler See bei Größpösna nahe Leipzig als perfekte Festival-Location ein. Beim bisherigen Super-Sommer-Verlauf lag es nahe, hat sich dann aber auch für die Highfield-Besucher bewahrheitet: makelloses Festivalwetter mit sommerlichen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Darüber war die Freude natürlich groß, vor allem da im vergangenen Jahr einige Shows dem schlechten Wetter zum Opfer fielen. Zum Glück hat Veranstalter FKP Scorpio die Idee umgesetzt, drei spezielle Gäste aus dem letzten Jahr einfach wiederzuholen. Die Auftritte von Billy Talent, Bosse und Clueso konnten allesamt endlich unter klarem Himmel nachgeholt werden. Auch sonst tummelten sich jede Menge nationale und internationale Künstler auf dem diesjährigen Line-up, an dessen Spitze (neben Billy Talent) Broilers, Marteria und Die Fantastischen Vier standen.

„Das Highfield 2018 war so reich an Emotionen und besonderen Momenten auf und neben den Bühnen, dass die Energie auf dem Festivalgelände förmlich greifbar wurde“, sagt Stephan Thanscheidt, CEO des Veranstalters FKP Scorpio. „Unser Dank gilt daher vor allem unseren Künstlern, die das Highfield mit ihrer Musik und zahllosen verrückten Einfällen unvergesslich gemacht haben. Unsere Gäste haben ihnen das mit einer Euphorie gedankt, die bei vielen Künstlern selbst Gänsehaut verursacht hat. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr!“

Freitag beim Highfield Festival 2018

Wie wird man eigentlich Headliner eines großen Festivals? Vielleicht, weil man seit über 21 Jahren – so wie Billy Talent – ein Garant für ein großartiges Punkrock-Konzert ist. Und in diesem Fall, im vergangenen Jahr leider nicht beim Highfield Festival auftreten konnte, weil das Wetter einen anderen (deutlich schlechteren Plan) verfolgte. Mit dem aktuellen Album „Afraid Of Heights“ (VÖ 7/2016) haben sie vor allem live nochmal eine Schippe drauf gelegt und das kommt bei den Fans an. Die neuen Songs, das neue Bühnenbild und eine Menge cooler Lichteffekte haben Billy Talent auch mit über den großen See geschleppt. An der Punkrock Front haben im Laufe des Tages aber auch Itchy – die dreifach besetzte Band aus dem schönen Schwabenländle mit den sympathischen Mitgliedern die allesamt gleich mehre Aufgaben übernehmen: Frontmann Sibbi und Kollege Panzer spielen beide Gitarre und Bass und geben abwechselnd den Sänger – Max ist ebenfalls für den Gesang zuständig, ist aber auch ein Ass an den Drums. Gogol Bordello haut in eine ähnliche Kerbe, aber eher wie Zigeunerpunk mit einem Mix aus Reggae und Rock’n’Roll bis hin zu spanischen Flamenco-Einflüssen und slawischen Klängen. Die New Yorker Band bestand früher nur aus Sänger Eugene Hütz und seiner Gitarre, schnell entstand daraus ein Trio und bis heute ist man auf neun Musiker angewachsen.

Wer es gern durchgeknallt mochte, der war am Nachmittag mit der Hip Hop-Crew aus dem Kohlenpott bestens bedient. 257ers spielten ein ausgelassenes Partydoppel mit Schaumkanonen und jeder Menge Unfug und Spaß. Das britische Duo The Subways begeisterte als Energiebündel mit ihrem Indie-Rock genau wie der smarte Erfurter Clueso, der mit seinem „Neuanfang“ einfach jeden inspiriert hat, es ihm nachzumachen. Und auch der nächtliche Auftritt von Herrn Gator aka Lukas Strobel begeisterte die Massen. Denn er hat es verstanden, die Menschen mit seiner Musik und seinen Texten gnadenlos zu unterhalten. Alligatoah – der junge Mann mit Schnauzer erzählte gutgelaunt seine Geschichten, er rappte, sag, blödelte und übte geschickt Kritik an der Gesellschaft.

 

Infos + Tickets Highfield Festival 2019
Highfield 2019 / Highfield Festival 2019

Open Flair Festival 2017 – Von Mittwoch bis Freitag

Das begehrte und mittlerweile auf 20.000 Besucher angewachsene Open Flair Festival 2017 fand in diesem Jahr zum 33. Mal statt. Viele Musikfans pilgern schon einige Jahre immer wieder in die Kleinstadt Eschwege im Nordosten Hessens. Bereits am Dienstag konnte angereist werden um am Mittwoch um Punkt 15:00 Uhr gemeinsam mit der Oberhausener Ska-Punkband Sondaschule das Open Flair 2017 Festival auf dem Gelände an der Seebühne zu eröffnen. Zwischen die Besucher mischten sich vereinzelt auch schon einige der Walk-Acts.

[slide-gallery title=“Open Flair Festival 2017 – Impressionen“ ids=“33356,33359,33355,33353,33352,33357,33354,33358,33392,33393,33394,33395,33396,33397,33398″]
[ad adtype=“mobile_banner_2″]

open flair Festival 2018 Tickets + Infos:

Die Abstürzenden Brieftauben und Marathonmann spielten bei bestem Festivalwetter das Publikum warm. Danko Jones brachten etwas internationales Flair mit. Besonders Bassist John Calabrese sprühte vor Energie, sehr zur Freude der Fotografen. Die Kanadier, die ihr frisches Album vom Jahresanfang „Wild Cat“ im Gepäck hatten, bewiesen, dass drei Mann völlig ausreichen, um eine geballte Ladung Rock unters Volk zu mischen. Leider ging ihr Backdrop auf dem Flug nach Deutschland verloren, ausgerechnet bei einer deutschen Fluggesellschaft, die nur wenige Tage später Insolvenz anmeldete.

Den ersten Abend schlossen die Indie-Rocker von Madsen ab. Schließlich gehören Sebastian Madsen und Co. schon fast zum Inventar beim Open Flair Festival 2017. Das Quintett lieferte auch dieses Jahr wieder eine solide Show ab. Wer Madsen will, bekommt eben Madsen. Und das bereits zum 7. Mal auf dem Open Flair.

Das Wetter war fantastisch an diesem Mittwoch und man wünschte sich nichts sehnlicher, als dass es so bleiben würde. Leider wurde dieser Wunsch nicht vom Wettergott erhört. Bereits Donnerstagabend setzte starker Regen ein und so richtig verschwinden wollte er erst wieder am frühen Sonntagnachmittag.

[slide-gallery title=“Open Flair Festival 2017 – Madsen“ ids=“33381,33374,33380,33379,33376,33378,33375,33377″]

[slide-gallery title=“Open Flair Festival 2017 – Danko Jones“ ids=“33367,33371,33372,33369,33370,33373,33368″]

[slide-gallery title=“Open Flair Festival 2017 – Marathonmann“ ids=“33384,33387,33388,33383,33385,33382,33386″]

[slide-gallery title=“Open Flair Festival 2017 – Abstürzende Brieftauben“ ids=“33364,33365,33362,33366,33363″]

Musik-Erholungs-Urlaub beim Helene Beach Festival 2017 – 1

Wie die meisten Festivals in diesem Sommer, hat auch das Helene Beach Festival 2017 am letzen Juliwochenende mit schlechten Wetterprognosen begonnen, zuerst sogar mit starken Regenfällen und Anreise-Problemen bei den Besuchern. Der Wettergott entschied sich aber dann doch für gnädigeres Wetter und der Festivalveranstalter sorgte kurzfristig für trockene, befestigte Wege. So konnten knapp 25.000 Musikbegeisterte ein verlängertes Urlaubs-Wochenende bei sommerlichen Temperaturen am idyllischen Helenesee bei Frankfurt/Oder erleben. Regenponcho und Gummistiefel konnten gar nicht schnell genug gegen Badehose und Schirmchen-Drink getauscht werden, als sich pünktlich zum Festivalstart am Freitag ein wolkenloser Himmel zeigte. Am Donnerstag Abend gab es wie in jedem Jahr üblich, die Warm-Up-Party am Strand mit elektronischen Klängen und Beats direkt von den Turntables verschiedener DJs wie Drunken Masters, Alle Farben oder Bassraketen.

[slide-gallery title=“Helene Beach Festival 2017 – Impressionen Donnerstag“ ids=“31986,31989,31990,31995,31987,31988,31996,31983,31984,31985,31991,31994,31997,31998,32005,31999,32003,32009″]

[slide-gallery title=“Helene Beach Festival 2017 – Impressionen Freitag“ ids=“31946,31928,31940,31952,32236,32237,31945,31953,31942,31939,32238,32239,32240,31948,31936,31943,31938,31949,31932,31944,31935,31937,31931,31947,32232,32233,32235,31951,31929,31930,31934,31933,31950,31955″]

Helene beach festival 2018 Tickets + Infos:

Helene Beach Festival 2018 / Helene Beach 2018 / Helenesee

Grossstadtgeflüster

Grossstadtgeflüster sind elektronisch, wüst und auch nach 13 Jahren in der Musikwelt immer noch ein Garant für eine gute Liveshow, schweißgeladenen und durchgeknallt! Sängerin Jen Bender und die beiden Bandkollegen Raphael Schalz und Chriz Falk bezeichnen sich selbst als leidenschaftliche Verweigerer – getreu dem Motto „Ich muss gar nix“, einer der ersten Hits des Elektropunk-Pop-Trios aus Berlin. Ohrwürmer sind bei dieser Band eher Orhfeigen, zumindest flasht es einen genauso. Scharf, lustig, ehrlich, anders – Grossstadtgeflüster sorgen für schrägen Kurzweil und bringen jedem Besucher ein Schmunzeln auf die Lippen.

[slide-gallery title=“Grossstadtgeflüster beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32044,32040,32043,32041,32038,32036,32037,32039,32042″]
[ad adtype=“mobile_banner_2″]

[slide-gallery title=“Chefboss beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32048,32046,32050,32047,32049″]

Madsen

12 Jahre ist es bereits her, dass das allererste Album von Madsen erschien. Mit ihrem aktuellen Werk „Kompass“ sind sie auf Zeitreise zurück in die Jugend. Dem Indie-Rock bleiben Madsen immer treu, jetzt vielleicht ein wenig mehr im Stil der 80er/90er. Auf der Bühne ist Frontmann Sebastian Madsen wie immer der charmant-witzige Blickfang, eher zurückhaltend daneben Bruder Nummer 1 Johannes an der Gitarre, Bassist Nico, sowie Bruder Nummer 2 Sascha an den Drums. Weibliche Gesangs-Unterstützung gibt’s von Lisa am Keyboard. Es ist einfach sympathisch, wie die Band ihre Lust auf Musik an alle Zuschauer weiterreicht. Echter Madsen-Sound dem nicht nur treue Fans verfallen. Tanzbares und poppiges, rockiges und gefühlvolles, das liefert Madsen auch beim Helene Beach Festival 2017 ab. Zum Abschluss des Sets gibt es noch ihren Ohrwurm „Lass die Musik an“ in Dauerschleife – ein echtes Statement!

[slide-gallery title=“Madsen beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32057,32053,32054,32056,32055,32052,32058″]

Die Orsons

Bekannt sind Die Orsons vor allem für kreative Songs und Texte, gute Laune und Live-Auftritte, die mit ohrenbetäubenden Bässen dafür sorgen, dass kein Zuschauer mit trockenem T-Shirt nach Hause geht. Die Die deutsche Hip-Hop-Crew – bestehend aus Maeckes, Tua, Bartek und Kaas – bringt auch am Freitagabend auf der Red Stage ordentlich Schwung in die Kiste. Und obwohl nebenan Imagine Dragons einen großartigen Auftritt hinlegen, hat sich eine große Fangemeinde des schwäbischen Quartetts angesammelt. Mit ihren positiven Vibes, explosiven Beats und ihren aufrichtigen Songtexten machen Die Orsons den Deutschrap absolut massenkompatibel. Live geben sich die Jungs dann eher wie eine rappende Boygroup, im absolut positiven Sinne: choreografisch bewegen sie sich im Takt und Tua haucht den Sounds an den Turntables Leben ein. Die Orsons hauen eben nicht einfach mit Phrasen um sich, sondern kitzeln die Originalität aus sich selbst heraus.

[slide-gallery title=“Die Orsons beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32064,32063,32067,32065,32062,32066″]

[slide-gallery title=“Herzog + Sadi Gent / Bombenprodukt beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32076,32078,32077,32071,32074,32073,32079,32072,32075,32070″]

RAF Camora (+ Bonez MC)

Eigentlich erwartet wird auf der Hip-Hop-Stage an diesem Abend nur ein Gast, die Fans bekommen aber Zwei. Und warum ist das so? Wer 187 Strassenbande kennt, weiß, dass RAF Camora und Kollege Bonez MC eigentlich kaum noch alleine durch die Lande ziehen. Noch während Bonez MC mit den 187ern in einem Zug Szene und Land übernimmt und RAF Camoras „Ghøst“ durch die Top Fünf geistert, ist das Strassenbanden-Oberhaupt und der Indipendenza-Chef schon wieder ganz woanders: unter Palmen, in der Karibik, weiter „Geschichte“ schreiben. Auf YouTube sorgten die beiden mit „Palmen aus Plastik“ für einen wahren Sturm und das gemeinsame, gleichnamige Album ist ebenfalls von Erfolg gekrönt. Bonez und RAF machen Dancehall auf Deutsch endlich mal cool. Auf der Bühne ergänzt sich das Duo perfekt – RAF Camora, der Wiener-Berliner, als singender Produzent von Reggae-beeinflussten Trap-Brettern – Bonez, dessen Grime-Flows und Hooks an die chattenden Deejays der jamaikanischen Soundsystem-Kultur erinnern. Die beiden Freunde haben da ein wirklich krasses Feature geschaffen.

[slide-gallery title=“RAF Camora (+ Bonez MC) beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32083,32081,32085,32082,32084″]

Bosse

Mit „Engtanz“ feiert Axel Bosse sein erstes Nummer-Eins-Album. Bereits das Vorgängeralbum „Kraniche“ mit den Songs „Schönste Zeit“ und „So oder so“ erhielt eine Gold-Auszeichnung und stand 38 Wochen in den Charts. Vor allem wird Bosse für seine Live-Shows, in denen er sich komplett verausgabt, geliebt. DieBesucher vom Helene Beach Festival 2017 sind am frühen Abend ganz aus dem Häuschen, als Bosse gut gelaunt die Bühne in Beschlag nimmt. Mit seiner charismatischen Art und seiner kongenialen Band begeistert Aki Bosse die Zuschauer am Helenese von der ersten bis zur letzten Reihe.

[slide-gallery title=“Bosse beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32088,32089,32086,32091,32087,32090″]

Kool Savas

20 Jahre im Musikgeschäft, 3 Nummer-1-Alben in Folge, Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz und seit Jahren ausverkaufte Tourneen. Sich auf den Lorbeeren ausruhen kommt für Kool Savas nicht in Frage. Dass er den Titel des King of Rap völlig zurecht trägt und er mit Abstand der beste Live-MC des Landes ist, stellt Kool Savas eindrucksvoll auf der Hop-Hop-Stage unter Beweis. Er stürmt die Bühne und rappt den neuen Titelsong vom gemeinsamen neuen Album „Royal Bunker“ mit Sido, das ab 29.09.2017 erhältlich sein ist. 14 Tracks sind auf dem Album und für Sido und Savas geht es im Januar 2018 auf gemeinsame Deutschlandtour. Aber auch „Rhythmus meines Lebens“, „Mona Lisa“ und „Alle schieben Optik“ ist im Set des gebürtigen Aacheners dabei. Klar ist, die Savas-Fans sind danach mindestens so durchgeschwitzt und heiser wie der Rapper selbst.

[slide-gallery title=“Kool Savas beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32095,32103,32098,32101,32093,32094,32102,32096,32097,32104,32099,32100,32105,32106″]

k.I.Z

Bereits vor 2 Jahren gab sich der Hip-Hop-Vierer K.I.Z beim Helene Beach die Ehre auf der Mainstage. Damals spielten die Berliner Rüpel-Rapper passend zum Album-Release der aktuellen Scheibe „Hurra, die Welt geht unter“. Eingängige Texte, gespickt mit viel schwarzem Humor und Sarkasmus über das deutsche Vaterland. Maxim, Nico, Tarek und DJ Craft haben Deutschland mit ihrem „Charme“ regelrecht angesteckt und zeigen am Helenesee, dass man zu Deutschrap richtig pogen kann. Provkoant und in bekannter K.I.Z.-Manier wird alles abgewertet, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Eigentlich machen die Berliner eh vor nichts Halt. Fast blind wirkend, folgen ihre vermehrt jungen Fans und gröhlen mit, was das Zeug hält. Die Headliner des Freitagabends spielen eine sensationelle Show.

[slide-gallery title=“K.I.Z beim Helene Beach Festival 2017″ ids=“32113,32108,32114,32118,32109,32115,32116,32111,32112,32117″]

Hier gehts zum Samstag beim Helene Beach Festival 2017

Deichbrand Festival 2016 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

Auch am zweiten Festivaltag klettern die Temperaturen nach oben, fast an die 30°-Grenze. Lediglich am frühen Abend setzt kurzer Nieselregen ein, der von der Band Madsen aber direkt mit Gebeten wieder vertrieben wird. Das musikalische Programm startet nachmittags mit Bands wie dem Hip-Hop Duo 257ers, Rapper Maeckes auf Solopfad statt mit seinen Orsons, dem Dancehall-Musiker RAF Camora, dem ehemailigen VIVA/MTV-Moderator und jetzt DJ Markus Kavka oder Newcomer-Rocker Daniel Wirtz.

Aber auch abseits des musikalischen Programms wird beim Deichbrand Festival einiges geboten. Man kann auf dem angrenzenden Flugplatz Hubschrauber-Rundflüge über das Festival-Gelände machen, ein wirklich toller Ausblick, es lohnt sich. Wer nicht ganz so hoch hinaus möchte, kann sich auf dem bunten Riesenrad einen Überblick verschaffen. Und tagsüber? Dank Nordseenähe kann man Kite Surfen, Watt wandern oder an den Cuxhavener Strand fahren (es gibt Shuttlebusse).

Hier geht es zum Bericht „Deichbrand Festival 2016 – Aufwärm-Runde am Donnerstag
Hier geht es zum Bericht „Deichbrand Festival 2016 – Tag 2: Das ging ab am Samstag
Hier geht es zum Bericht „Deichbrand Festival 2016 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

JOHNOSSI

Die schwedische Indie-/Alternative Rock-Band Johnossi stammt aus Stockholm. Bekanntermaßen ist die Liste an guten Bands aus Schweden ja lang, da wären z. B. ABBA, Mando Diao oder The Hives. Das Land Schweden fördert speziell junge Musiktalente und so es gelangen auch die beiden Indie-Rocker John Engelbert und Oscar „Ossi“ Bonde auf den musikalischen Weg. Das Duo kennt sich bereits aus Schulzeiten, gemeinsam entstehen Songs und beide haben Spass an der gemeinsamen Musik. Der Gitarrist und der Drummer harmonieren einfach perfekt und so entsteht auch ihr Bandname. Unkompliziert und schlicht, aber gerade das macht die beiden Mittdreißiger aus. Auf der Bühne ist deswegen aber nicht weniger los als bei einer Band mit mehreren Mitgliedern. An den Drums fliegen Johns Haare und Drumsticks im Wechsel und Sänger Oscar springt wild über die Bühne. Uns gefällt’s!

Bildergalerie: So war JOHNOSSI live

SDP

Berlin-Spandau gilt nicht gerade als musikalischer In-Bezirk der deutschen Hauptstadt. Aber die beiden Musiker Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin sind selbstbewusst und wissen, wie sie am besten ihren Deutschrap-Funk direkt ans Publikum rausschicken. Aber wer genau sind diese beiden Jungs auf der Bühne? Einmal ist da der smarte Vincent Stein, der neben SDP bereits als Songwriter und Produzent für einige große Künstler wie in Bushido, Sido, Prinz Pi oder Ich+Ich in Erscheinung getreten ist. Er ist ein Allrounder, spielt Gitarre und Klavier, hält sich mit seinen Fähigkeiten aber live immer gern etwas im Hintergrund. An seiner Seite ist der flippige Dag-Alexis Kopplin, auf der Bühne mehr im Vordergrund springt und polarisiert er, an der Gitarre ist er ein As und zeigt auch gern mal seine Muskeln. Gemeinsam sind sie SDP und das steht für „Stonedeafproduction“. Dahinter versteckt sich eine verrückte Mischung aus Hip-Hop, Elektro und einem Schuss Rockmusik, die SDP so einzigartig macht.

Bildergalerie: So war SDP live

MADSEN

11 Jahre ist es bereits her, dass das allererste Album von Madsen erschien. Mit ihrem neusten Werk „Kompass“ geht es auf Zeitreise zurück in die Jugend. Dem Indie-Rock bleiben Madsen aber treu, jetzt vielleicht ein wenig mehr im Stil der 80er/90er Jahre. Auf der Bühne ist Frontmann Sebastian Madsen wie immer der charmant-witzige Blickfang, eher zurückhaltend daneben Bruder Nummer 1 Johannes an der Gitarre, Bassist Nico, sowie Bruder Nummer 2 Sascha an den Drums. Weibliche Gesangs-Unterstützung gibt es noch von Lisa am Keyboard.
Es ist einfach sympathisch, wie die Band ihre Lust auf Musik an alle Zuschauer weiterreicht. Echter Madsen-Sound dem nicht nur treue Fans verfallen. Tanzbares und poppiges, rockiges und gefühlvolles, das liefert Madsen auch beim Deichbrand Festival wieder ab. Zum Abschluss des Sets gibt es noch ihren Ohrwurm „Lass die Musik an“ – ein echtes Statement

Bildergalerie: So war MADSEN live

ALLIGATOAH

Mal ist er mit seiner Band „Trailerpark“ zu sehen, heute ist der Rapper, Sänger, DJ undProduzent wieder allein unterwegs – ach Quark, da ist ja noch sein Bulterboy Basti. Und wen hat der immer fröhliche und gleichzeitig bös’ unberechenbare Alligatoah dieses Mal noch dabei? Das Bühnenbild lässt uns in ein himmlische Kulisse blicken: mittig befindet sich ein Ballonkorb von dem aus bunte Stoffbahnen zum Bühnendach gespannt einen Heißluftballon erahnen lassen. Im Korb sitzen, stehen, tanzen, hüpfen und wirbelnd Alligatoah und Basti und stacheln sich gegenseitig zu Rap-Höchstleistungen an. Musikalisch untermalt wird das Schauspiel von vier Engeln, die „gefallene“ Terroristen darstellen, kleine Bomben-Attrappen inklusive. Zeitlich parallel findet in München ein Amoklauf statt, der diese grandiose, selbstironische Show natürlich etwas überschattet.

Bildergalerie: So war ALLIGATOAH live

DIE FANTASTISCHEN VIER

Seit mehr 25 Jahren gibt es die Fantastischen Vier bereits und aus diesem Anlass erschien 2014 ihr Album Rekord . Und den vier Stuttgarter geht trotz des Älterwerdens längst nicht die Luft aus. Sie haben Spass auf der Deichbrand Bühne und setzen diese förmlich unter Strom. Smudo, Michi Beck, Thomas D. und And.Y sind generationen-übergreifend bekannt und beliebt, was man auch im Infield bei den Zuschauern sehen kann. Die Show des Quartetts schauen an diesem Freitag Abend auch viele Eltern mit ihren Kids gemeinsam, denn bei einer so langen Musik-Geschichte wie bei den Fantastischen Vier kennt auch jeder ihre Songs. Mittlerweile aber auch, da einige Mitglider abseits der Musik aktiv sind: in der Gesangs-Show The Voice im TV oder als Synchronsprecher der Pinguine im Film Madagaskar. Als Deichbrand Freitags-Headliner geben die Fantas jedenfalls alles – viele Songs vom aktuellen Album, aber ohne ihre Klassiker geht’s bei diesem grandiosen Headliner natürlich nicht. Sie ist wegMFG und Die Da hauen die drei Frontmänner locker raus und der Deichbrand-Chor singt ebenso textsicher mit.

Bildergalerie: So waren FANTA 4 live

Übrigens: Die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen natürlich schon.
Das Deichbrand Festival findet dann vom 21. – 24. Juli 2017 wieder in Cuxhaven statt.