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So war das Full Force 2019: Ein bunter Strauss aus Core-Sounds

Bei brütender Hitze feierten 16.000 Fans der härteren Genres Metal, Hardcore und Punk beim Full Force Festival 2019 in der Eisenstadt Ferropolis. Das Kultfestival in Sachen „Core“ ging am idyllischen Gremminer See in seine 26. Runde. Am Donnerstag konnten sich die Besucher bei der Warm-Up Party in der Open Air-Disco mit Hits aus Hardcore, Metal und NDH in Stimmung für das bevorstehende Wochenende bringen. Von Freitag bis Sonntag fanden täglich unzählige Konzerte statt, die verteilt auf drei verschiedenen Bühnen liefen (Mad Max Mainstage, die Hardbowl Tentstage sowie die Medusa Seebühne direkt am Strand). Alles harmonisch integriert in die imposante Tagebau-Kulisse und mit jeder Menge Pyrotechnik ausgestattet. Musikalisch ging es natürlich in die Vollen, verschiedene Genre-Vertreter wie Limp Bizkit, Parkway Drive, Arch Enemy, Behemoth, Flogging Molly, Knorkator, Lamb Of God, Terror, Kadavar, Zeal and Ador, Jinjer, While She Sleeps und viele mehr sorgten an allen Festivaltagen für beeindruckende Shows, außergewöhnliche Klänge und ausdauernde Bühnenperformance.

In diesem Jahr bot das das Full Force Festival auch viel Neues zu entdecken und das nicht nur in Bezug auf das musikalische Programm. Themen wie Nachhaltigkeit und respektvoller Umgang miteinander aber vor allem mit dem Veranstaltungsort selbst, wurden in den Vordergrund gerückt und durch die Festivalbesucher positiv angenommen. Mit dem neuen Projekt (FAIR)OPOLIS haben Organisationen u. a. wie dem Foodsharing und der Hardcore Help Foundation einen Ort geschaffen, wo die Festivalfans auf Sitzbänken und Hängematten entspannen und sich über interessante Themen informieren sowie an Workshops teilnehmen konnten. Vor Ort sammelten Teams während der Festivaltage Müll ein. Die große Discokugel auf dem Gelände wurde mit Wasser gefüllt und versprühte eine willkommene Abkühlung beim Tanzen.

An den ersten zwei Festivaltagen sorgten zu wenig Shuttlebusse zum und vom Gelände weg für längere Wartezeiten und bei den hochsommerlichen Temperaturen scheuten viele den Fußweg von knapp 30 Minuten bis zum Zeltplatz. Am Sonntag entspannte sich die Shuttlesituation aber deutlich, es wurden mehr Busse eingesetzt.

Der direkt ans Festivalgelände angrenzende Gremminer See wurde natürlich täglich zum Baden (und vor allem auch zum Nacktbaden) genutzt. Die Hitze ließ bei vielen Besuchern Hemmungen und Hüllen gleichermaßen fallen. So wurden im Publikum doch recht häufig Männer auch nur mit Schuhen an den Füßen gesichtet.

Bands am Full Force 2019 Freitag:

Mit der Band Bleeding Through startete das Festivalprogramm am Freitagnachmittag um 16:00 Uhr auf der Mainstage. Die US-Metalcore-Band aus Orange County/Kalifornien, die seit 1999 existiert, bot eine Dreiviertelstunde lang ein energisches Startprogramm, um in Stimmung zu kommen. Die Band hatte einige Jahre Pause und kündigte in 2018 ihre Reunion und ein neues Album an. Beim Full Force 2019 konnte das Core-Sextett um Frontmann Brandan „Sheep“ Schieppati mit ihrer genialen Mischung der beiden Metalstile Death und Black Metal punkten.

Mit Wolfheart startete auch endlich das Programm auf der Seebühne. Was hätte man sich bei den heißen Temperaturen besseres wünschen können, als direkt am Badesee mit Strand die besten Sounds des Tages zu genießen. Leider musste die Band aus Finnland mit Startschwierigkeiten beim Sound loslegen, zum Glück ging es dann aber schnell besser weiter. Tuomas Saukkonen und seine vier Mannen gaben alles an der doomlastigen Metalfront – ein atmosphärisches, emotionales und melodisches Konzerterlebnis.

Zurück auf der Hauptbühne ertönten kaum die ersten Klänge durch die Boxen, schon konnte man beim Auftritt von Any Given Day die ersten Crowdsurfer beobachten. Aber auch sonst gab es Pits wohin das Auge reichte. Die deutschen Metaller sorgten unaufhörlich, u.a. mit grandiosen Hits wie „Home Is Where The Heart Is“ dafür, dass die Securitys vor der Bühne kaum eine Atempause hatten. Fünf progressive Musiker, die vor allem an der Front mit Dennis Diehl eine starke Besetzung vorweisen konnten und durch die tief gestimmten Gitarren und schmetternden Drums die Hölle im Field losbrechen ließen.

Was Bewegung auf der Bühne angeht konnten sich jede Menge Bands etwas von Sick of it All abschneiden. Die NYC-Hardcore Band sprang wie wild über die Mainstage als gäbe es kein morgen. Vor der Bühne war der Hitze geschuldet zuerst wenig los, was sich nach einer Bemerkung von Sänger Lou und dem ersten ihrer energiegeladenen Klassiker schnell änderte. Danach sprangen Band und Publikum nahezu um die Wette und machten die Show zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Kein Wunder, denn 30 Jahre lang brettern Sick of It All schon erfolgreich durch die Hardcore-Landschaft.

Mit den Black Metallern von Behemoth ging die Mainstage wortwörtlich in Flammen auf. Die polnische Band um Frontmann  Adam Darski („Nergal“) zeigte direkt im Intro mit Fackeln, in welche Richtung es gehen würde. Feuersäulen bzw. Feuerbällen, brennende Mikros und ein regelrechtes Flammenmeer gab es hier zu bestaunen. Und das bei den bereits sommerlich-hohen Temperaturen. Mit neuen wie auch altbekannten Songs ließen Behemoth und vor allem Nergal in perfekter, düsterer Inszenierung und mit Kunstblut ihre großartige Musikmischung aus epischem Black Metal, atmosphärischer Schwarzkunst und Gothic-Rock auf das Publikum einprasseln.

Was das Finale am Freitagabend auf der Mainstage anging, war das nichts für zarte Ohren. Dort gaben sich die Australier von Parkway Drive die Ehre. Ihr Sound hatte es in sich – Hardcore, Death Metal, Metalcore, im proppenvollen Infield warteten die Zuschauer willig, um sich eine Rundum-Schelle von den fünf Down Under-Dudes abzuholen. Frontmann Winston stellte wieder einmal unter Beweis, wie vielseitig er ist und das er seiner Rolle als Vokalist ernst nahm. Hinzu kam die perfekt eingewobene Instrumentalisierung, die mit voller Wucht in Ohren und Herzen der Zuschauer ballerte. Die Truppe ließ es krachen und schonte die feierwütige Meute vor der Bühne keine Sekunde.

Full Force 2020: Infos + Tickets

So war das Rockharz Open Air 2018 am Samstag

Der Tag beginnt und schon fragt man sich, wo die Zeit geblieben ist. Man selber ist noch nicht wirklich wach und die ersten Nachbarn beginnen ihr Zelt abzubauen, um heute noch das Festival zu verlassen. Gefühlt ist man doch erst seit gestern hier und hat es noch nicht geschafft alle seine alten Freunde wieder zu treffen, die sich auch hier irgendwo herum treiben. Aber warum ewig der Zeit hinterher trauern? Lieber das erste Bier in die Hand und Richtung Bühne gepilgert, denn am letzten Tag holt das Rockharz 2018 nochmal alles aus der Bandreserven-Kiste.

Walking Dead On Broadway sind genau das Richtige am frühen Morgen. Death-Metal, der nicht nur gut klingt, sondern dabei auch noch richtig wach macht. Danach geht es weiter mit Erdling. 2015 von ehemaligen Stahlmann-Mitgliedern gegründet und noch jung, aber eine sehr fleißige Band. Drei Alben in 3 Jahren veröffentlicht zu haben, kann nicht jeder von sich behaupten. Auch auf der Bühne wirken die Jungs routiniert, was ihnen viel Applaus einbringt. Ahab bringen danach das Pubikum wieder etwas runter. Die Funeral Doom-Band hat ein Problem: Ihr Konzept wird von den meisten nicht verstanden, was dazu führt, dass wenige feiern und die meisten Besucher die Zeit für eine verfrühte Bierpause nutzen. Schade eigentlich. Serenity holt genau diese Leute aber wieder zurück an die Bühne. Dazu zeigt sich auch die Sonne mal wieder und wir können Symphonic-Metal bei bestem Wetter genießen.

Rockharz 2018 / Rockharz Open Air 2018

Skyclad

17 Jahre ist der letzte Rockharz-Auftritt von Skyclad schon her, da darf man zum Jubiläum schon mal wieder kommen. Die Briten spielen damit auch ihren ersten Aufritt auf dem Flughafen. Das muss doppelt gefeiert werden. Die richtige Grundlage liefert die Band mit ihrem Heavy-Metal mit starken Folk-Einflüssen auf jeden Fall. Und das Publikum? Das tut genau das, was es soll. Feiern als gäbe es kein morgen, auch wenn das, zumindest für das Festival, die bittere Wahrheit ist.

Trollfest

Luftballons? Eine Polonäse durch die Menge angeführt von einem Troll? Und noch mehr Trolle auf der Bühne? Das kann nur Trollfest sein! Die Norweger schreiben Party groß und das Publikum zieht mit. Ein schöner Anblick, egal ob von außen oder mitten im Getümmel. Mit Avatarium kommt es danach zu einer kurzen Unterbrechung im Spaß-Band-Marathon. Die schwedische Doom-Metal-Rock-Band schafft es dabei aber die Stimmung oben zu halten, bevor es weiter zu Gloryhammer geht. Gestern noch mit Alestorm auf der Bühne und heute ähnlich schräg. Christopher Bowes hat einfach einen Hang zu schrägen Bands, aber damit macht er alles genau richtig. Die Konzeptband kommt sehr gut an, sodass man sich über viele Crowdsurfer zu dem Power-Metal der Band freuen kann.

Goitzsche Front

Den wohl umstrittensten Auftritt auf dem Festival haben Goitzsche Front. Deutschrock kommt in den meisten Köpfen mit einem Unterton an, der rechts sagt. Und das auf einem Festival, das vor 25 Jahren als „Rock gegen Rechts“ gegründet wurde – es ist also fragwürdig und merkt man auch am Publikum. Es wird plötzlich leerer vor der Bühne. Auch die Stimmung will nicht ganz aufkommen.

Exodus

Ganz anders sieht das bei Exodus aus. Die Pioniere des Thrash-Metals, welche seit 1981 bestehen und seitdem einige Besetzungswechsel und zwei Auflösungen hatten, ziehen das zahlreich versammelte Publikum direkt auf ihre Seite. Harte Riffs, aggressive Vocals, die Amerikaner haben ihren Sound über die Jahre fast schon perfektioniert. Entsprechende Begeisterung zollt ihnen auch das Publikum, welches schon etwas traurig ist, als die Band die Bühne verlässt.

Cannibal Corpse

Cannibal Corpse haben das große Glück und beginnen mit ein paar Soundproblemen, welche aber nur wenige Sekunden anhalten. Auf der Bühne wirkt die Band recht monoton, mit niemandem der sich großartig bewegt. Musikalisch ist aber das Gegenteil der Fall. Sehr hochwertiger, detailreicher Death-Metal, welcher von stetigen Rhythmus und Taktwechseln geprägt ist. Dazu aggressive Texte und die Party kann beginnen. Aber auch hier liegt alles wieder im Ohr des Betrachters, denn für viele Stellt die Musik doch nur Krach dar, wovon sich die Fans und vorallem die Band nicht unterkriegen lassen.

Die Apokalyptischen Reiter

Die Reiter sind zurück auf dem Rockharz – und das sagt auch direkt der erste Song. „Wir sind zurück“ schallt es durch das Infield und die Menge kennt kein halten. Aber auch sonst hält die Band ihr Publikum auf Trab. Große Laufballons sorgen immer für Spaß, auch wenn dieser aufgrund des starken Windes nur kurz ist. Sonst gestalten die Reiter ihre Show wie auch schon auf der letzten Tour. Weniger Spektakulär, aber das muss es auch nicht immer sein. Jeder der Anwesenden hat zumindest seinen Spaß und darauf kommt es an.

Paradise Lost

Paradise Lost hatten wohl nicht nur Einfluss auf die Entstehung von Death-Doom und Gothic-Metal, sondern auch auf die Jugend vieler Anwesenden. Zu dem ersten Auftritt der Band auf dem Festival haben sich einige Versammelt und bei der geballten Ladung an Nostalgie stören auch immer wiederkehrende Soundprobleme weniger. In ihrer Laufzeit kann die Band auf 15 Alben zurückblicken, aus welchen die Band einen bunten Mix spielt. Klassiker dürfen natürlich auch nicht Fehlen.

Knorkator

Bevor der Spaß ein Ende hat, soll er nochmal richtig hoch leben. Knorkator ist fast jedem ein Begriff und so hat es die Band auch verdient, einen Headliner Slot zu spielen. Sehr zur Freude der Fans, den diese lassen nochmal richtig die Sau raus. Sportlich wird es diesmal für die Fotografen, denn diese werden für einen Song kurzerhand auf die Bühne gebeten. Sonst spielen Knorkator eine Show, wie man sie von ihnen kennt. Stumpen wird immer nackter und die Texte immer sinnloser. Aber bei dem aktuellen Pegel im Publikum ist dies wohl genau das Richtige.

Bevor der letzte Headliner auf die Bühne kommt, spricht der Veranstalter noch ein paar Worte zum Jubiläum. Es gibt einen kurzen Rückblick der letzten 25 Jahre und anschließend wird sich kräftig bedankt. Bei allen Bands und Fans welche über die Jahre da war und besonders bei allen Arbeitern, welche Jahr für Jahr das Festival zusammenhalten. Vereinzelt werden diese auch nochmal besonders Hervorgehoben und bekommen ein kleines Andenken in Form einer Fotocollage überreicht.

In Flames

Und da sind sie nun. Viele wirken erstmal etwas geflashed als In Flames ihr Set beginnen, was aber nicht nur an der Lichtshow liegt. Viele LED-Säulen können schon einiges hermachen. Aber auch die Stimme von Sänger Anders Fridén kann einen von den Socken hauen. Clean fast unerreichbar und auch die Growls sind auch wieder das, was sie mal waren. Eine Ruhepause wird dem Publikum nur selten gegönnt, denn Ansagen sucht man fast vergeblich. Die einzigen Verschnaufpausen bekommt man bei den ruhigeren Songs, welche über das ganze Set verteilt sind. Das Publikum, welches sich fast vollständig vor der Bühne versammelt hat, gibt nochmal alles bevor einige die Heimreise antreten. Stimmungseinbrüche sucht man vergebens. Wenn es nach dem Publikum ginge, könnte die Band noch die ganze Nacht durch spielen, aber alles hat ein Ende und so beenden In Flames ihr Set passend mit dem Song „The End“.

Wer nach vier anstrengenden Tagen noch Kraft hat, kann diese noch bei den Folk-Rockern von Mantra loswerden. Die Kroaten spielen sich die Seele aus dem Leib und können das Publikum nochmal anheizen, auch wenn diese von den kroatischen Texten wahrscheinlich nichts versteht. Als Special Guest wird noch ein Song zusammen mit Michael Rhein von In Extremo zum Besten gegeben, welcher auf dem letzten Album der Band ein Feature hat.

Und dann ist es vorbei. Die 25-Jahrfeier vom Rockharz sind vorüber und man hat, wie jedes Jahr, wieder eine Lachende und eine weinende Träne im Gesicht. Einerseits ist es schade, alle seine Festival Freunde wieder verlassen zu müssen, aber andererseits freut man sich schon auf eine warme Dusche und sein eigenes Bett. Spätestens am nächsten Morgen freut man sich dann aber doch langsam wieder aufs nächste Jahr um erneut in die gleichen Gesichter, wie die Jahre zuvor, zu schauen.

Infos + Tickets Rockharz Open Air 2018

Rockharz 2019 / Rockharz Open Air 2019

Reload Festival 2017 – So war der Samstag

Das Reload Festival 2017 ist jeden Cent der Eintrittskarte sowie die Fahrt nach Sulingen (halt irgendwo im nirgendwo von Niedersachsen) Wert gewesen. Wenn man bedenkt, dass man sich den Platz vor der Bühne mit nur wenigen Gästen teilen muss – was natürlich Fluch und Segen sein kann – darf man ruhig sagen, dass das Festival im Rahmen der Möglichkeiten am aktuellen Gelände gerne noch ein wenig wachsen könnte. Denn Bands wie Heaven Shall Burn bringen ja eigentlich erst richtig Bock, wenn der Circle-Pit nicht nur groß, sondern riesig ist. Aber auch wenn der „Bards Song“ (Blind Guardian wäre doch mal was für 2018), aus wenigen tausend Kehlen vielleicht leiser erklingen mag, so ist man doch irgendwo näher an seiner Lieblingsband und kommt gar nicht erst in die Situation das Ganze am Ende nur über Videowalls zu sehen.

Die Organisation vom Reload 2017 hat mit seinem Team aus ehrenamtlichen Helfern hervorragend geklappt, obwohl man auch etwas Verbesserungspotential herausstellen kann. An den Bierwagen am Hauptweg zwischen Bühne und Zeltplatz möge man appellieren, die musikalische Geschmacksverirrung aus Weihnachtsliedern wie „Last Christmas“ etwas herunterzufahren. Vielleicht streut man doch lieber ein wenig mehr Slayer oder Motörhead in die Playlist. Das Reload Festival ist mittlerweile über den Status „Geheimtipp“  hinaus und dennoch ist die familiäre Atmosphäre nicht verloren gegangen. Rock- und Metalfans können sich hier ordentlich die Hörner abstoßen.

reload Festival 2018 Tickets + Infos:

Reload Festival 2018 / Reload 2018

of colours

Die Gewinner des diesjährigen Bandwettbewerbs dürfen den Festival-Samstag offiziell eröffnen: Of Colours. Die Female-Fronted Metalcore-Kombination muss sich wohl recht eindeutig durchgesetzt haben, denn das Infield ist für einen Opener schon beachtlich voll. So dauert es auch nicht lange bis die ersten Circle-Pits und Walls of Death entstehen. Aber nicht nur die Besucher haben Spaß, auch der Band sieht man die Freude an dem Auftritt an. Of Colours spielen eine so großartige Show, dass sie bestimmt nich nur mich als neuen Fan begeistert haben

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the charm the fury

Da man eigentliche nie genug Metalcore Bands á la Female-Fronted haben kann, geht es direkt weiter bei The Charm The Fury mit einer Frau am Mikrofon. Die Niederländer fallen optisch sofort auf, im Hintergrund prangt ihr Banner in grellem gelb und lila und davor wirbelt die leichte bekleidete Sängerin Caroline Westendorp herum. Das ist aber leider auch alles was bei diesem Auftritt etwas hervorgestochen ist, denn Das Quintett aus Amsterdam spielt ein recht unauffälliges Set ohne größere Überraschungen. Insgesamt schön anzuhören – aber „Sex Sells“ funktioniert nunmal nicht immer.

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bury tomorrow

Inzwischen versucht die Mittagssonne wieder die Menschen aus dem Infield hin zu schattigeren Plätzchen, an denen es natürlich Bier gibt, zu verdrängen. Trotz der Hitze harren aber etliche Besucher vor der Bühne aus, um Bury Tomorrow zu genießen. Die Briten spielen ein Brett nach dem anderen – es kann also eigentlich niemand mit der Setlist unzufrieden sein. Sonst sind die Jungs aber ebenfalls eher unauffällig. Gute Show, aber einfach nichts besonderes. Das Publikum stört das weniger, denn das ist ordentlich am Abfeiern. Trotz aller Belanglosigkeit ist es schon ein bisschen schade, dass der Auftritt nach nur 40 Minuten vorbei ist.

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massendefekt

Defekt sind hier die Massen. Beziehungsweise die nicht vorhandenen Massen. Ja, Massendefekt gehen direkt in die vollen und reißen auch alle anwesenden Fans mit, aber wie schon bei Bury Tomorrow, fehlt das gewisse Etwas. Wobei es vielleicht ja auch gar nicht am Auftritt liegt, sondern einfach an der allgemeinen Müdigkeit, die die Hitze einfach mit sich bringt. Massendefekt machen in unseren Augen also nichts falsch, müssen aber leider einsehen, dass schweißtreibende Bewegungen gerade nicht von allen Besuchern als erstrebenswert angesehen wird.
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knorkator

Wenn es eine Band gibt die sich selbst ankündigt, bevor sie die Bühne betritt, ist es Knorkator. Wenn der Sänger, Stumpen, dann auch noch in einem Ghillie-Suit auf die Bühne kommt um sich innerhalb der ersten Lieder bis auf ein Minimum auszuziehen, weiß man: Bei dieser Band ist gar nichts normal. Da wundert es auch keinen, wenn kurzerhand alle Fotografen für einen Song auf die Bühne geholt werden, um diese dann mit den Worten “verpisst euch, haut ab!” kurz darauf wieder zu verscheuchen. Natürlich darf auch Tim Tom bei dem Auftritt nicht fehlen, der den Song “Böse” performt. Unterm Strich wieder ein sehr guter Auftritt von Knorkator, den man lieben oder hassen kann. Für Knorkator gibt es eben kein Mittelmaß.

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Knorkator – im subtropischen Klima der Columbiahalle

Gute Abende beginnen meist nach den Hauptstadt Sightseeing-Touren, nach Aufenthalten in Fahrzeugen mit schlecht gelaunten Taxifahrern oder da wo ein Arsch auf Glatteis tritt, wenn er Kindl im Gepäck hat und das Glas nach dem Fall im Gesäß zersplittert. Abseits dieser Wege kann man auch einfach auf ein Konzert von Knorkator gehen. Die Fans haben jetzt in Berlin zwei Mal die Gelegenheit in Folge.

In der Columbiahalle herrscht ein subtropisches Feuchtklima mit einem Gasgemisch aus Furz und Bierfahne. Ganz in Weiß tritt die Trödeltruppe Knorkator mit Kippe im Maul auf, bis auf Frontmann Stumpen mit bürgerlichen Namen Gero Ivers, der in einem Gewand aus Gras und Moos überdeckt an einem Krückstock gefesselt erscheint. „Alter Mann“ ist der erste Song der Opener der Berliner Kapelle.

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Doch bei diesen Temperaturen hält auch der Schlüpfer-Träger Stumpen es nicht lange aus, also fällt förmlich in jedem Song ein Kleidungsstück, bis der gewohnte Alltags-Badeanzug zum Schlüpfer wird. Diese Truppe ist der Inbegriff der Antithetik. Die Gegensätze der Band häufen sich nur so an, wie ein Furz in der Brandung. Der äußerliche Wahn nach Veränderung von halb tätowierten Körpern, über Samurai-Zöpfe auf einer Glatze, bis hinzu Klobürsten statt Drumsticks.

Die Setliste ist vollgepackt mit eigenen Hits und selbst interpretierten Coversongs, wie „Highway To Hell“ von ACDC und „Geh zu ihr“ von den Puddys. Vom klassischen Gesang über tiefgründiges Meckern mit den Bandkollegen ist alles beisammen was zusammengehört, Gitarrist Sebastian Baur aka „Buzz Dee“ ist dabei ein gern gesehenes Opfer.

Trotz der guten Show und der unterhaltsamen Ansagen zwischen den Songs, machen sich einige Zuschauer unfreiwillig schon vorher auf den Heimweg. Der Sauerstoffgehalt in der Halle wird knapp und die Temperaturen sind kaum noch auszuhalten. Columbiahalle, der Sommer naht. Aber was soll man sagen, der Sound ist gut, die Leute haben Bock oder sind besoffen und auch die neuen Songs wie „Ich bin der Boss“ und „Sie kommen“ sind schon in den Mäulern der Bierbecher-Werfer angekommen und sitzen. Mit dem Song „Wir werden alle sterben“ verabschieden sich die Berliner Sabbelköppe für diesen Abend. Großartiger Abend.

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Knorkator freuen sich, euch zu sehen – Tour Teil 2

Von Oktober bis Dezember 2016 war Deutschlands meiste Band der Welt bereits auf großer Tour. Jetzt im Februar 2017 geht’s weiter für Knorkator. Aber es ist keine normale Tour. In den Monaten zuvor haben die Mitglieder der Band daran gearbeitet, untereinander austauschbar zu sein. Jeder kann jetzt singen und auch Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard spielen. Und zwar meisterhaft! Vor jeder Show wird ausgelost, wer an dem Abend welche Aufgabe bekommt. Die Fans können sich also auf völlig absurde Bandbesetzungen freuen. Aber natürlich kann es auch sein, dass gerade DU ausgerechnet einen Abend erwischst, wo zufällig jeder sein ursprüngliches Instrument bedient.

Des Weiteren haben Knorkator von verschiedenen Herstellern die Ehre erhalten, neue, innovative Instrumente erstmalig exklusiv auf ihre Live-Tauglichkeit zu testen. Da sich die meisten dieser Geräte aber noch in der Entwicklungsphase befinden und die Hersteller sehr auf ihre Firmengeheimnisse bedacht sind, werden diese Instrumente schwarz angestrichen und schlecht ausgeleuchtet sein, um Industriespionage zu verhindern. Jede Show wird außerdem 24 Stunden dauern, aber nur ein Zwölftel davon wird der Öffentlichkeit zugänglich sein. 😉

Das aktuelle Album von Knorkator gibt’s bei Amazon:
Audio-CD „Ich bin der Boss“Vinyl-LP „Ich bin der Boss“ oder MP3-Download „Ich bin der Boss“

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