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Werner Rennen 2019 am Donnerstag + Freitag

Der große Auftakt in die 2. Auflage des „Brösel“ Festivals am Flugplatz Hartenholm hat begonnen. Bässe, Schreckensnachrichten und Bier, an den ersten beiden Festivaltagen war bereits alles dabei … Wieder einmal ein grandioser Start in Europas größtes Motorsport-Festival am Flugplatz Hartenholm. Beim diesjährigen Rennen dreht sich alles um Andi Feldmann, Bruder vom „Brösel und den bekannten Auswanderer Conny Reimann – beide wollen der schnellste auf der Rennstrecke sein. Doch für Conny sieht das bisher nicht gerade gut aus.

Am Donnerstagabend ging es so richtig los – die zweite Ausgabe von Europas größtem Motorsport-Festival am Flugplatz Hartenholm startete. Diesmal ein wenig anders konzipiert was Fläche, Parkplatzsituation und Bühnenmanagement angeht. Vor 31 Jahren gab es zum ersten großen Rennen ein großes Verkehrschaos. Nach 30 Jahren, zur großen Revanche, hatte man die Bundesstraße 206 zwischen der Autobahn und Hartenholm komplett gesperrt da man auf dem Flugplatzgelände (direkt an der Bundesstraße) und den gegenüberliegenden Grünflachen gecampt hatte. In diesem Jahr hat man die Bundesstraße befahrbar gelassen, und dennoch für ein tolles Festivalgelände gesorgt.

Am Donnerstag ging es für uns zum ersten Konzert auf dem „Kesseldrom“, der großen Hauptbühne. Die rheinischen Rocker von Kärbholz sorgten für richtig Stimmung und bereiteten die Gäste auf ein gigantisches Festival vor. Kurz danach, im perfekten Abendlicht startete Alex Wesselsky mit seinen Jungs von Eisbrecher. Für mich war es das erste Mal, diese großartige Band zu sehen – ein absolutes Spektakel!

Am Freitag folgte um 14.00 Uhr die Pressekonferenz mit Conny Reimann aus Hawaii und seinem Gegner Andi Feldmann. Beide waren unglaublich gut gelaunt, hatten Spaß auf dem Gelände und waren dennoch aufgeregt vor dem großen Rennen am Samstag. Doch dann folgte ein großer Rückschlag – Conny erklärte, dass sein Fahrzeug, mit dem er gegen Andi Feldmann antreten wollte, beim Zoll in Los Angeles hängen geblieben ist. Trotz der Fertigstellung im Mai 2019 war kurz vor dem Rennen das Aus! Sein Wagen blieb in den USA und Conny war in Norddeutschland. Nichtsdestotrotz hat er die Möglichkeit bekommen, einen „Ersatzwagen“ zu fahren, der ihn vielleicht sogar zum Sieg bringt.

Musikalisch war der Freitag ein absolutes Spektakel – gestartet mit der Mallorca-Schlager-Frau Mia Julia Brückner zog es uns vom „Kesseldrom“ zur „Dezibel Stage“ auf der die schwedischen Hardrockerinnern von Thundermother die Traversen abrissen! In der schönen Abendsonne folgte Kim Wilde mit einem richtig guten Portfolio aus alten Klassikern bis hin zu tollen moderneren Stücken. The BossHoss sattelten ein letztes Mal Ihre Pferde für einen Tour-Abschluss beim „Werner Rennen“ in Hartenholm – die „Black is Beautiful“ Tour war nun Geschichte. (wir berichteten)

Am Abend dann der große „Knall“ – H.P. Baxxter mit seinem Electronic Music-Musikprojekt Scooter zerlegten den ganzen Platz, rissen jung und alt mit und zeigten ihr Können mit einer pyro- und energiegeladenen Show und und jeder Menge ihrer beliebten Songs wie „Nessaja“, „Hyper Hyper“ oder „How much is the fish“.

Mia Julia

Die 33-jährige Münchnerin ist bekannt als Schlager-Sängerin der Kultinsel Mallorca. Bereits seit 2013 versorgt sie häufig die junge Feiergemeinschaft des mallorcanischen Bierkönigs mit Hits wie „Mallorca da bin ich daheim“, „M.I.A. Meine Gang“ oder „Scheiss auf Schickimich“. Auf dem diesjährigen „Werner Rennen“ eine große Prämiere für die feierwütigen Gäste.

THUNDERMOTHER

Die vier schwedischen Hard-Rock-Ladies aus Växjö haben mal wieder bewiesen, wie schnell es geht eine Bühne aus Traversen zu „zerlegen“. Nach den ersten drei Songs gingen die Riffs der Gitarristin Filippa Nässil ins Blut über und brachte auch den letzten Fan zum mit rocken und abfeiern. Auch hier waren richtige Hits wie „Revival“, „It’s just a Tease“ oder „Hellevator“ am Start.

Kim Wilde

Die mittlerweile 59-jährige Londonerin Kimberly Smith, besser bekannt als Kim Wilde, war für mich die Überraschung des Tages. Sicherlich kennt jeder mindestens einen Hit wie „Kids in America“ doch die größten Erfolge feierte Kim Mitte der 80er Jahre. Mit zwei Schlagzeugern, Gitarristen, Bassisten und einer Background-Sängerin zerriss Kim Wilde mein erst sehr trüben Eindruck von der folgenden Performance. Jedoch war meine Skepsis nicht begründet – wenn ich Sterne vergeben müsste wären es sicherlich fünf von fünf!

The BossHoss

Bereits im März 2019 berichteten wir von der „Black is Beautiful“ Tour der BossHoss-Sänger Alec und Sascha aus der Barclaycard Arena in Hamburg. Knapp fünfeinhalb Monate später fand das letzte Konzert ihrer Tour auf dem Werner Rennen in Hartenholm statt. Mit richtig guter Laune in der Abendsonne zeigten die Jungs mal wieder, wie grandios sie performen können. Gute Show, tolle Songauswahl und wieder einmal absoluter Publikumsliebling.

Scooter

Als ich vor wenigen Monaten das erste Plakat zur 2. Auflage des „Werner Rennen“ in Hartenholm sah war ich etwas irritiert – Scooter auf einem Festival? Na klar, was passt denn besser als Motorsport, Party und ein wenig Hardcore von Scooter? Mit einigen Tänzern kam der Hamburger H.P. Baxxter auf die Kesseldrom Bühne und ließ alle 35.000 Besucher abzappeln. Große Show mit viel Feuerwerk, Feuer und ordentlich Bass.

Rockharz Open Air 2019: Freitag und Samstag

Bereits zwei Tage mit bester Laune, allerbesten Metalklängen und -Bands aber vor allem guten Freunden waren am Festivalfreitag vom Rockharz 2019 nun vorüber. Aber das hieß, es lagen auch noch zwei weitere, hervorragende in Aussicht.

Rockharz Open Air 2019: Freitag

Zum Auftakt des Tages gaben sich Elvellon die Ehre. Stimmgewaltig brachte Frontfrau Nele Messerschmidt die müden Geister wieder zum Kochen und von null auf hundert. Vor der Bühne sammelte sich nach und nach das Feiervolk um wieder Gas zu geben. Es dauerte nicht lange und schon hörte man einen Chor aus Stimmen. Die Symphonic Metaller aus Deutschland sorgten für einen gelungenen Start in den Tag. Ziegenmasken und ein druckvolles Grölen weckte noch die restlichen Schlafmützen. Mit vollem Sound voraus fingen Milking The Goatmachine mit einer Überdosis aus Grindcore gemischt mit Death-Metal los. Besonders die Zwischenspiele sorgten für ausgelassene Heiterkeit! Nailed To Obscurity waren in den letzten Jahren in Sachen Bekanntheit mächtig gewachsen. Die Truppe aus dem Friesland sorgte mit ihrem Doom Detah Metal zwar für eine kurzweilige Beruhigung, zumindest in Sachen Tempo, gefeiert wurde die Kapelle trotzdem. Auch ohne Blödeleien kann eine Band überzeugen.

Mit imposanten Kostümen betraten Warkings die Bühnen. Ein Spartiat, ein Templer und zwei Ringgeister – nicht nur optisch war es mal was Neues. Die Show überzeugte die Partygäste und machte Lust auf mehr. Der True Power Heavy Metal wurde aufs Feinste dargeboten und sorgte für beste Stimmung.

Elvenking. Was erwartete man? Herr der Ringe auf Testosteron? Welches Produkt würde präsentiert werden? Energiegeladener Hard Rock mit diversen Einschlägen aus True und Heavy Metal. Die Italiener aus Sacile, die es bereits seit 1997 gibt, spielten sauber und ohne Fehl ihr Set durch.

Und es folgte Whiskey. Viel davon. Aber bei dem Namen konnte man auch nichts anderes erwarten. Mr. Irish Bastard, mit acht Musikern auf der Bühne vertreten, stimmte mit Folk und klassisch-irischen Tonfolgen ein gewaltiges Trinkgelage an. Mit Tanz und guter Laune wurde das Publikum angeheizt und zum Crowdsurfen animiert. Kein Fuß blieb hier auf dem Boden. Flexibilität ist alles. Egal, in welchen Lebensbereichen. Und so kam es, dass Omnium Gatherum etwas früher spielen mussten. Auf Grund von logistischen Problemen mussten die Finnen mit The Night Flight Orchester ihren Slot tauschen. Zum Glücke sorgte Mutz, der Stage Manager vom Rockharz, mit seiner Ansage für Entwirrung.

Und was nun? The Night Flight Orchester. In Rosa gekleidete Background-Sängerinnen und ein Aufgebot an Musikern, die tatsächlich in ähnlicher Besetzung (mehr oder weniger) später nochmal spielen werden. Aber tatsächlich war der Schwank der 70er Jahre, also das was musikalisch produziert wurde, eine geniale Abwechslung und eine Hommage an die Gründerväter der gestählten Musik.

Publikums-Animation auf dem Höhepunkt erlebte man bei Kissin‘ Dynamite. Mit klaren und stimmigen Riffs kreierten die Hard Rocker einen energetischen Sound. 2018 wurde die Truppe als „Beste Deutsche Band“ ausgezeichnet und erfuhr auch einen gewaltigen Hype von etablierten Kräften. Ihr Gassenhauer „You’re Not Alone“ wurde neben anderen Songs textsicher von tausenden Fans rezitiert – also im Suffkopp mit gedonnert.

Einen gewaltigen Einschlag in Sachen Hardcore tätigten Caliban, weg vom klassischen Rock’n’Roll wurde nun der Fokus auf reine Aggression gelegt. Hasserfüllte Beatdowns wechselten sich mit ohrgängigen Gitarrenparts ab. Die Essener ließen die Bühne beben und überrollten regelrechtes das Infield mit ihrer Brutalität.

Soilwork zählten zu den Mitbegründern einer ganz eigenen Sparte. Und jetzt legten die Süd-Schweden richtig los. Obwohl ein Teil der Band bei The Night Flight Orchester auf der Bühne stand, war es musikalisch eine vollkommen andere Richtung. Wenn es Bands gibt die Melodic Death Metal als Gütesigel tragen dürfen, zählten die partygeilen Schweden dazu. Diesmal komplett ohne Rückenprobleme sorgte Sänger Björn Strid für eine mehr als nur gelungene Animation des Publikums.

Aus Großbritannien kam nicht nur die Eiserne Jungfrau und klassischer Heavy Metal. Die Londoner von Dragonforce könnte man für musikalische Perfektion nennen. Riffs, die selbst etablierte Musiker als schwer bezeichnen, wurden von Hermann Li und Co. vollkommen mühelos abgespielt. Spaß in der Band und Harmonie waren deutlich zu erkennen und sorgten für noch größere Begeisterung im Publikum. Eben alles, was man von Power und Heavy Metal erwartet, wurde hier kanalisiert wieder gegeben.

Peter Tägtgren ist nicht nur einer der besten Metal-Produzenten in Europa, er ist begnadeter Sänger und Gitarrist. Selbstverständlich musste man Hypocrisy nicht groß vorstellen – die schwedische Formation erlangte weltweit Bekanntheit und ihre Auftritte waren legendär. Tatsächlich war es mittlerweile ein regelrechtes Privileg die Truppe live zu erleben, da ihre Konzerte von einer gewissen Seltenheit zeugten. Nicht nur deswegen waren die Massen mehr als begeistert an diesem Abend.

Saltatio Mortis. Was soll man zu dieser Ausnahme Band groß sagen? Das Publikum wurde wie immer mitgerissen und feierte die deutsche Mittelalter Rockband ohne Wenn und Aber. Tatsächlich waren die sympathischen Musiker der heimliche Headliner. Bis weit hinter dem FOH standen die Menschen und gingen auf die Animationen des quirligen Zerberus am Mikrophon ein. Und so flogen nicht nur Haare, sondern auch T-Shirts. Egal ob Männlein oder Weiblein – es wurde blank gezogen und nur noch gefeiert. Alea ritt sogar auf den Schultern eines Fans durch die Menge! Sie brachten uns Feuer und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der folgende Auftritt. Die Schwarzmetall-Fürsten von Dimmu Borgir spielten und lieferten ab! Aber tatsächlich nichts anderes hat man von einer solchen Legende zu erwarten. Seit den 90er Jahren sind die Mannen um Shargat einer der angesagtesten Acts der Black Metal-Kultur. Das Set war gespickt mit Klassikern wie „Kings Of The Cornwall Creation“ oder auch „Puritanier“ wurde den tausenden Zuschauern präsentiert, aber auch einer ihrer Kulthits „Mourning Palace“ durfte nicht fehlen. Alles in Allem hat hier nichts gefehlt. Einen würdigeren Headliner konnte es nicht geben.

Man erlebte eine völlig positive Eskalation bei Russkaja. Das Publikum blieb nicht still bei bekannten Liedern wie „Terror-Traktor“ – trotz der späten Stunde tanzten unzählige Menschen und man lag sich in den Armen. Die Stimmung war ab der ersten Sekunde am kochen. Auch die Animationen der Bigband wurde eins zu eins umgesetzt. Von Umarmung bis hinsetzen war alles dabei. Es war wirklich ein schönes Erlebnis, dass eine Ska Band so dermaßen auf einem Metal Festival abgefeiert wurde. Heidevolk übernahm die Aufgabe des Rauswerfers. Obwohl doch die Müdigkeit bei den meisten Besuchern  langsam aber sicher die Überhand gewann, fanden sich doch diverse Fans vor der Bühne ein. Die hartgesottenen Fans des Pagan Metals ließen es sich nicht nehmen die Niederländer anzufeuern.

Rockharz Open Air 2020: Tickets + Infos

Summer Breeze 2016 – Tag 2: Das ging ab am Freitag

Nach erfolgreich überstandener Nacht und viel zu wenig Schlaf machen Versengold den Auftakt des Tages auf der Main-Stage. Die gute Stimmung legt einen guten Grundstein für den Rest des Tages.

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„Eine kleine Tragödie“ ereignet sich derweil auf der Pain-Stage. Der Heilige Gral wurde von Dr. Skull gestohlen! Glücklicherweise sind die Grailknights da, um ihn wieder zu erlangen. Mit heldenhaftem Auftreten und glorreichem Powermetal können sie den heiligen Gral retten. Und für die Leute, die zu dieser Zeit noch nicht ganz fit waren oder diejenigen, die auch so heldenhaft werden wollen wie die fünf Hannoveraner, gibt es eine Lehrstunde in Sachen „Heldengymnastik“.

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Feuerschwanz präsentieren auf der Main-Stage ihr neues Album und geben richtig Vollgas um der Vorfreude die ihnen entgegenschallt gerecht zu werden. Den Start des Tages im Pogen legen danach Deadlock auf der Pain-Stage. Auch wenn die Band bereits viele Musikerwechsel hinter sich hat, stehen sie routiniert auf der Bühne. Der letzte Wechsel der Clean-Sängerin zu Margie Gerlitz hat der Band keinesfalls geschadet. Sie ist erst seit diesem Jahr Teil der Band, aber man merkt ihr keinerlei Bühnenangst an und so wurde bei der ein oder anderen Wall Of Death oder den unzähligen Circlepits die letzte Müdigkeit vom Vortag aus den Knochen geschüttelt.

Bildergalerie: So war FEUERSCHWANZ live

Bildergalerie: So war DEADLOCK live

Danach geht’s direkt wieder rüber zur Main-Stage. Die Bengel von Kärbholz reißen einen dort mit, ansteckende Freude, knackige Beats. Authentizität bis auf die Knochen, Fokus auf die Fans. Sänger Torben Höffgen plaudert mit den zahlreich Anwesenden als wären sie alte Freunde. Er erzählt mit sichtbarem Stolz und Ergriffenheit, dass der Band als einzige Deutschsprachige die Ehre zu Teil wird, einen Song zu einem in Kürze erscheinenden Tribute-Album anlässlich Lemmy’s Tods beisteuern zu dürfen. Darauf erst mal einen Jacky! Prost!

Bildergalerie: So war KÄRBHOLZ live

Grindcore … nicht gerade Alltagsmucke, aber wenn es eine Band gibt, die einen in diesem Genre packt, sind es Dying Fetus. Das ist das volle Brett an Wut, Aggression und Intensität. Da sitzt jedes Riff, jeder Blast-Beat, einfach alles. Jeder einzelne Ton, der hier aus der PA dröhnt malträtiert das Trommelfell auf das Feinste, trommelt auf den Brustkorb. Schlicht auf den Punkt gebracht: Geil!

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Queensryche auf der Main-Stage, zuletzt vor zig Jahren (1990) auf dem Monsters of Rock live erlebt und entsprechend groß war die Anspannung – und leider etwas enttäuschend das Ergebnis. So rechte Freude will bei dem zwar sauber gespielten Set nicht aufkommen, die Faszination alter Tage scheint vorüber. Schade um eine Band, die seinerzeit einen überzeugend eigenständigen und innovativen Stil pflegte.

Bildergalerie: So war QUEENSRYCHE live

Auf der Pain-Stage: Soilwork erlöst prompt aus der gerade aufkommenden Lethargie und bohrt sich mit ihrem melodischen Death in den Schädel. Eine Stunde aufgefüllt mit einer gelungenen Mischung aus Melodie und Härte, dargereicht in Perfektion… mehr kann und will man dazu nicht sagen.

Bildergalerie: So war SOILWORK live

Anfänglich haben Arch Enemy offenbar etwas Mühe ihre Anhängerschaft um sich zu scharen, denn erst ab dem dritten Song füllt sich das Feld vor der Main-Stage so richtig, bis man schließlich den Eindruck hat, dass fast mehr Crowd-Surfer in der Luft sind, als Hände darunter, die den unablässigen Strom in Richtung Graben tragen… Und Frontfrau Alissa White-Gluz schafft mit ihrer blauen Mähne und ihrem exzessiven Wirbeln der Haare, heute endlich mal ein Pendant zu den ganzen Männern auf der Bühne. Na also, geht doch!

Bildergalerie: So war ARCH ENEMY live

Progressive Metal hat ja oft den Nachteil, dass die Songstrukturen erst nach mehrmaligem Hören im Kopf hängen bleiben, was live bekanntlich schwer umsetzbar ist … Denn welche Band (außer der Cantina Band natürlich) spielt schon denselben Song einen ganzes Set lang durch. Mastodon auf der Pain-Stage bilden hier eine löbliche Ausnahme. Ihr heutiges Set reißt direkt mit und spricht alle Sinne an. Die Vielseitigkeit und Emotionen überzeugen sofort.

Bildergalerie: So war MASTODON live

Carcass, endlich habe ich es geschafft die Jungs mal live zu erleben! Die ersten beiden Alben waren ja bekanntlich Meilensteine der Metal-Historie und der aktuelle Silberling steht dem in nichts nach. Live ist die Band eine Bank. Aber keine zum Ausruhen und Zeitung lesen. Vielmehr zum gepflegt abmoshen und Kopfschütteln.

Bildergalerie: So war CARCASS live

Auf der Pain-Stage erfreuen sich Eisb(r)echer ungebrochener Beliebtheit. (Die sich mir persönlich leider nicht ganz erschließt …) Liegt es an den deutschen Texten, an der zugegeben charismatischen Stimme von „Alexx“ Wesselsky – oder daran, dass die Jungs ihre Instrumente wirklich sauber beherrschen? Keine Ahnung. Mir jedenfalls wirkt das ganze etwas zu pathetisch, zu einstudiert und inszeniert. Die Masse empfindet es wohl anders, lauscht andächtig, folgt den gegebenen Anweisungen und singt brav mit. Eine Runde Sache also …

Bildergalerie: So war EISBRECHER live

Weiter geht es mit noch mehr alten Helden. Slayer machen die Main-Stage unsicher. Gänsehaut vom ersten Ton an. Die Vergangenheit holt einen direkt ein, man fühlt sich 25 Jahre in die Vergangenheit geschleudert. Liegt bestimmt daran, dass sich die Jungs bei ihrem Set meist auf ihre allseits bekannten Klassiker stützen, die in Reinkultur dargeboten werden. Voll auf den Punkt. Nach dem Prinzip „Steht Slayer drauf, ist Slayer drin“.

Bildergalerie: So war SLAYER live

Satyricon schließen auf der Pain-Stage für heute das Programm der beiden großen Bühnen ab und liefern sozusagen die Gute-Nacht Musik für den Freitag. Diese besteht aus einem bunten Stilmix, was die Sache ziemlich abwechslungsreich gestaltet und somit verschiedenste schwarzen Sehnsüchte anspricht. Satyricons bisweilen eigenwillige Bühnenpräsenz tut dazu ihr Übriges, sodass man anschließend müde und zufrieden in das Reich der düsteren Träume wechseln kann.

Bildergalerie: So war SATYRICON live

Danke an:
·  Florian Schulz, Andreas Theisinger und Cynthia Theisinger für die Fotos
· Rico, Hanah und Dominik für den Text

Übrigens: vom 16. – 19.08.2017 feiert das SUMMER BREEZE
seinen 20. Geburtstag!