Fallback

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Equilibrium auf Renegades-Tour im Hirsch in Nürnberg

Die bayerische Metalband Equlibrium befindet sich seit Januar diesen Jahres sich auf europaweiter Tour namens „Renegades“. Das letzte gleichnamige Album ist im August 2019 veröffentlicht wurden und ist das erste mit englischsprachigen Texten. Equilibrium hat damit eine neue Richtung eingeschlagen und erfreut sich damit über mehr Erfolg außerhalb des deutschsprachigen Raums. Volle Konzerthallen in Frankreich, Skandinavien und Spanien haben das bereits belegt. Die Bands Lord of the Lost und Nailed to Obscurity unterstützen die Band auf aktueller Tour und teilweise sogar bei Gitarrenparts. Denn der eigentliche Equilibrium-Gitarrist Dominik Crey ist seit 9. Februar aufgrund einer Lungenentzündung krank geschrieben. Das bedeutet für ihn erstmal aussetzen und gesund werden. Dafür springen einige Freunde und Mittourende ein, damit zwischenzeitig die Tour weitergehen kann – Pi Stoffers von Lord of the Lost, Volker Dieken und Jan-Ole Lamberti von Nailed to Obscurity sowie Heiko Domeier, der Sound-Engineer auf Tour.

Der Konzertabend im Nürnberger Hirsch in der Vogelweiherstraße startet schon früh am Mittwochabend – es sind nämlich vier Bands auf dem Programm. Jede der Bands hat einige Lieder im Repertoire und aus diesem Grund geht es pünktlich um 18:00 Uhr schon los. Die erste Band, Oceans aus Franken, ist auf der Tour in Deutschland und der Schweiz mit dabei. Sie werden auch von typischen Winterkrankheiten geplagt und mussten sogar die letzte Show in Saarbrücken komplett absagen. Für das Publikum in Nürnberg aber haben die Bandmitglieder letzte Kräfte gesammelt und stsnden mit voller Power auf Bühne. Das Publikum unterstützt die Progressive-Metal-Band u. a. beim Singen vom Song „Icarus“.

Nailed to Obscurity

Weiter geht es mit den Ostfriesen Nailed to Obscurity. Ihr Melodic-Doom-Metal und die dabei eingebauten langen Instrumentals ist die perfekte Vorlage fürs Headbangen – die erste Reihe beginnt schon bei ersten Lied die Haare ordentlich abzufeiern. Die nahezu theatralische und emotionale Performance von Sänger Raimund Ennenga passt sehr gut zum mehrdimensionalen Crowl-Gesang (keine Back-Vocals) der Gruppe. Die begleitende Musik ist stark von Gitarrenriffen und Bass geprägt.

Lord of the Lost

Nahtlos ist der Übergang zu den Gothic-Metaller aus Hamburg Lord of the Lost. Sänger und Gründer Chris Harms ist ein echtes Energiebündel auf der Bühne – springt mehrfach ins Publikum und singt gemeinsam Strophen mit der ersten Reihe. Später nimmt er sich das Handy von einem weiblichen Fan, die gerade filmt und er selbst filmt sich beim Singen und seine Bandmitglieder damit weiter und gibt anschließend das Smartphone seiner Besitzerin zurück. Erstklassig! Mit leuchtender Gitarre in der Hand und seiner tiefen Stimme stimmt Harms später mit ein paar Songs an. Das Publikum flippt regelrecht aus und sogar Chris merkt begeistert an, dass die Atmosphäre im Hirsch sich eher wie an einem Wochenende anfühlt. Hits wie „Die Tomorrow“ und „La Bomba“ kommen erst zum Schluss und lassen die Fans von der ersten Reihe bis hinten zur Treppe springen. Das Publikum zeigt sich über den gesamten LOTL-Auftritt textfest und singt nahezu alle Texte mit. Wer die Band gerne erneut oder erstmal zu sehen bekommen möchte, der hat dieses Jahr noch Gelegenheit, denn Lord of the Lost sind im Sommer mit Iron Maiden noch einmal auf Tour!

Equilibrium

Die aus München stammende Gruppe Equilibrium ist aus der deutschen Modern-Metalszene längst nicht mehr wegzudenken. Sie erweitern ganz klar den Metalszene-Horizont mit Crowl-Stimme, Folk-Elementen und melodisch-elektronischem Keyboard-Sound – vor allem auch bei den Liedern vom neuen Album. Das Publikum hat nun geduldig die Zeit bis hierher ausgehalten und noch genug Reserven für den letzten Akt des Konzertes aufgehoben. Zwischen den Songs plaudert der Sänger Robse Dahn charmant mit dem Publikum und stößt genüsslich mit einem Hirsch-Bier an. Während sich alle Bandmitglieder an ihren Instrumenten verausgaben, spornen immer wieder Fans aus dem Moshpit die Band zur Höchstleistung an. Die größte Überraschung des Abend ist Bassistin Sandra van Eldik, die zu den Gründungsmitgliedern der Band gehört. Sie tauscht den Platz mit dem jetzigen Bassist Skar Berger während die Band „Blut im Auge“ performt. Skar verfolgt das Geschehen auf der Bühne ab da von der ersten Reihe aus. Für die Equilibrium-Fans gibt es Hits wie „Born to be Epic“ und „Prey“, so etwas darf bei einem solch turbulenten Konzert auch nicht fehlen.

Großartiger Glamrock-Abend – The Darkness in Nürnberg

Für alle Nürnberger, die auf zeitlosen Rock mit Charme und Witz sowie gnadenlose Ohrwurm-Refrains stehen, kann es am Dienstagabend in der Februarmitte nur einen Ort zum Abrocken geben: Den Musikclub Hirsch in der Vogelweiherstraße. Denn hier präsentiert sich eine ganz besondere britische Band, die mit ihrem coolen 70er-Jahre-Glam-Rock-Style und der unvergleichlichen, freaky Stimme von Frontmann Justin Hawkins punktet. Die Rede ist von The Darkness aus Lowestoft/Suffolk. Zwar ist der Saal nicht ausverkauft, aber es ist von Beginn an so proppenvoll, dass die heiße Luft auch für einen Saunagang ausreichen würde. Mittlerweile ist die Band stolze 20 Jahre in der Musikszene unterwegs und hat schon einige Jahre bevor das erste Album aufgenommen wurde, große Konzertsäle gefüllt.

Ganze 17 Jahre nach ihrem Erfolgs-Album „Permisson To Land“ (VÖ 2003) und dem glamourösen Ohrwurm „I Believe in a Thing Called Love“ hallt der Sound von The Darkness immernoch in aller Ohren. Und da die Briten beschlossen haben, auch zukünftig nicht in Vergessenheit zugeraten, ist mit „Easter Is Cancelled“ (VÖ 4/2019) endlich auch wieder ein frisches The Darkness-Album auf dem Markt, das nahtlos an die sechs Vorgänger anknüpft. Gleichzeitig sind die kaum gealterten Musiker nun auf Europatournee.

Der Hirsch ist der Nürnberger Rockszene für das breitgefächerte Veranstaltungsprogramm bekannt. Hier finden neben überfüllten und intimen Rockkonzerten, auch die in der Frankemetropole legendäre Maximum-Rock-Party statt. Auch beim The Darkness-Konzert versorgen zwei Bartheken die Besucher mit hauseigenem und gleichnamigem Bier und natürlich auch anderen Erfrischungsgetränken. Pünktlich um 20:00 Uhr kommen aber erstmal die Australier von DZ Deathrays auf die Bühne. Das Trio befindet sich mit den Headlinern des Abends auf Tour. Ihr Sound und der Auftritt vermittelt eher das Gefühl, als wäre man bei einer guten Jam-Sessions dabei, die zwischen mit Emotionen gefülltem Gesang, schneller Dance-Punk-Begleitung und langsamen Instrumentals wechseln. Eine Musik, die gleichzeitig zu wilden und mal harmonischen Tanzbewegungen verleitet.

Und dann geht es los: The Darkness sind für die Bühne geboren! Die schicken Spandex-Schlaghosen-Einteiler und ihr charmantes Auftreten erinnern an Glamrock-Legenden wie Queen oder Kiss. Die zahlreichen Interaktionen mit dem Publikum animieren die Fans zwischen den Songs immer wieder dazu, die Namen der Bandmitglieder zu schreien. Das scheint Sänger und Gitarrist Justin Hawkins zu gefallen und als Antwort fragt er schmunzelnd nach den Namen der Fans, die ihn angesprochen haben.

Das Quartett aus England startete das Set im Hirsch mit Songs aus der neuen Platte „Easter Is Cancelled“, darunter „Rock and Roll Deserves to Die“, „How Can I Lose Your Love“, „Live ‚Til I Die“. Zwischendurch gibt Hawkins eine akustische Performance zum Lied „Deck Chair“ und sorgt für kuschelige Atmosphäre.

The Darkness sind ein gut aufeinander eingestimmtes Team. Die beiden Brüder Justin und Dan Hawkins (Gitarre), Bassist Frankie Poullain und Schlagzeuger Rufus Tiger Taylor blicken auf eine zum Teil mit Dramen gefüllten Karriere. Auf der Bühne ist davon jedoch keine Spur zu sehen, stattdessen stecken die Musiker ihr Publikum mit guter Laune an. Man könnte meinen, der Name The Darkness ist das Gegenteil davon, wie sich das Quartett auf der Bühne verhielt. Demnach sollten sie „The Brightness“ vielleicht getauft werden.

Nach einem schnellen Kostümwechsel fahren The Darkness mit einer Best-Of-Zusammensetzung fort. Hierbei kommen Hits aus der allerersten Platte wie „Growing on me“, „Love is only a Feeling“ und „Givin‘ up“, die die Fans noch einmal ausflippen lassen. Publikumslieblinge wie „Black Shuck“ und „I Believe In A Thing Called Love“ dürften natürlich auch nicht fehlen und sorgen ganz zum Schluss für höchste Töne, nicht nur in Bezug auf Justins Stimme – auch aus dem Publikum. The Darkness haben Nürnberg mit einer bombastischen Rock-and-Roll-Performance am Dienstagabend geehrt. Eine Erlebnis zum Weiterempfehlen!