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A Summer’s Tale 2017 – die 4-Tage-Burnout-Therapie

Willkommen in Luhmühlen, bei Salzhausen, bei Lüneburg, bei Hamburg, wo das A Summer’s Tale 2017 zu Hause ist. Hier singen sich nicht nur Fuchs und Hase Gutenachtlieder, sondern beginnen den Morgen auch mit Yoga, Mediation oder einer Lesung. Zum dritten Mal findet das A Summer’s Tale Festival statt und ich bin von Anfang an dabei. Denn ich bin Mitte 30, habe ein vernünftiges Einkommen, bin verheiratet, mag es nicht mehr zu wild und trinke lieber guten Wein als Astra. Meine Frau mag Yoga-Kurse, will wissen wie man müllfrei, fleischfrei und stressfrei lebt. Auf alles hat das A Summer’s Tale eine passende Antwort. Blöd nur, dass ich bisher immer zum Arbeiten hier war und das Geschehen nur durch meine Kamera beobachten konnte. Das soll sich im nächsten Jahr ändern und ich will, dass ihr mitkommt, meine lieben Ü-30 Hipster-Freunde (die ihr fast alle irgendwas freiberuflich mit Medien macht).

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5 gute Gründe für das A SUMMER’S TALE:

1. Es steht immer einer deiner Idole von früher auf der Bühne.
Und gäbe es Nirvana oder Joy Division noch – sie spielten hier. In diesem Jahr hat Franz Ferdinand das Publikum zurück auf eine wilde Studentenparty katapultiert. Die Stereo MC’s erinnerten an das Einlegen der Bravo Hits in den CD Player deines Golf II und Judith Holofernes machte aus Millennials wieder Helden.

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2. Die Vier-Tage-Burnout-Therapie.
Dein Tag beginnt mit Qi Gong. Du spürst wie der Stress sich löst, verbindest deine Augen und ziehst die Schuhe aus. Barfuss begibst du dich auf einen Pfad und spürst die natürlichen Bodenbelege. Meditation. Im Tales’s Café lauscht du den Erzählungen der Honigfrau und buchst sofort einen Imker-Kurs mit deinem Smartphone. Bevor die erste Band beginnt, stehen noch Vinyasa Yoga und frische Sommerrollen auf dem Programm. Du bist bereit. Selbst eine Trash-Metal Band kann dich jetzt nicht mehr aus der Ruhe bringen.

3. Saufen mit Genuss.
Der moderne Mittdreißiger schleppt schon lange keinen Astra-Sixpack mehr zu Parties. Ausgewählte Craft-Biere, frische Weine junger Winzer, Mate und Fritz sorgen für den zeitgemäßen Flüssigkeitshaushalt. Hinterm Tresen lächelt die süße Dockville-Generation während sie ein Sommerweizen für dich zapft.

4. Lecker.
Lecker Foodtrucks, lecker Demeter, lecker Falafel, lecker Hausmannskost, leckere, regionale Straußenwurst (ja, echt!). Und das alles zu gesalzenen Preisen – ist geschenkt.

5. Ihr braucht keinen Babysitter.
Denn Kinder sind hier nicht nur willkommen, sondern eine unglaubliche Bereicherung für das Festival. Während die Erwachsenen meist eher höflich klatschend in der ersten Reihe standen, reißten die Kinder die Bühnen mit Acts wie Unter menem Bett oder Pelemele ab. Das inspiriert und es macht glücklich, diese ausgelassen und ehrlich feiernden Mini-Mes zu sehen. Es fehlt nicht an weiteren Beschäftigungen für die Kleinen. In der Zwergstadt kann getobt und gebastelt werden, täglich gibt es Plattdeutsch-Kurse speziell für Kinder und die Rocker Randale zeigen, wie man sich im Moshpit oder beim Stage-Diving richtig verhält.

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Das A Summer’s Tale ist ein extrem nettes Festival. Aber keineswegs uncool. Das Kurs-, Workshop- und Info-Programm ist vielseitig und trifft den Nerv der Zeit. Die Künstler und Performances reichen von kindgerecht bis nicht 100% jugendfrei und so standen Rocko Schamoni, Heinz Strunk oder The Swan Arnsberg Show ebenso auf der Bühne wie auch Elmar, Der bunte Elefant.

PJ Harvey, Feist und Birdy zeigten, dass im Musikgeschäft ganz besondere Frauen in der Chefetage mitmischen. Die Pixies, Johnossi und Conor Oberst gaben ordentlich Gas und mein persönliches, musikalisches Highlight sang kraftvoll und gut gelaunt gegen den kurzen aber heftigen Regen an – Bear’s Den.

Es liegt an euch. Alles kann man auf diesem Festival nicht schaffen. Wer sich das Programm aber nach seinem Geschmack zusammenstellt, erlebt vier extrem kurzweilige, unterhaltsame und friedliche Tage.

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So schön können Lügen sein: Birdy mit „Beautiful Lies“ zurück in Köln

Gerade einmal 19 Jahre alt und bereits das dritte erfolgreiche Studioalbum auf dem Markt, deren Songs aus eigener Feder stammen. Das können nicht viele Künstler von sich behaupten. Jasmine Lucille Elizabeth Jennifer van den Bogaerde, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Birdy, gehört zu diesen seltenen Talenten. Schon in den vergangenen Jahren lag das Kölner Publikum der Musikerin zu Füßen und so ist es kein Wunder, dass auch die Tour zum aktuellen Album „Beautiful Lies“ (03/2016) einen Halt in der Domstadt vorsieht. Die Live Music Hall ist an diesem herrlichen Frühlingstag restlos ausverkauft und probt damit schon einmal für das Sommerklima.

Zunächst allerdings gehört die Bühne Dan Owen, der allein mit seiner Gitarre im bereits für Birdy und ihre Band vorbereiteten Set auftaucht. Das mag auf den ersten Blick verloren wirken. Doch Dan Owen schafft genau das, was einen guten Support ausmacht: Er zieht das Publikum vom ersten Song an in seinen Bann. Seine rauchige, tiefe Stimme verzaubert. Musikalisch wird erstklassiger Blues geboten, der mit seiner Wehmut ans Herz geht. Aber auch die nötige Portion Humor darf nicht fehlen, womit er das Publikum endgültig für sich gewinnt und zum Mitklatschen animieren kann. Gekrönt wird der Auftritt mit einem herausragenden letzten Song, bei dem er mit Mundharmonika und Bassdrum in die Vollen geht. Grandios!

Bildergalerie: So waren DAN OWEN live:

Dann ist es an der Zeit für Birdy. Die wird begeistert auf der Bühne begrüßt und verschwindet auch direkt hinter ihrem Flügel, wo sie den Großteil des Konzertabends verbringt. Das hat leider auch zur Folge, dass Interaktion mit den Zuschauern eher auf der Strecke bleibt. Sie ist keine Künstlerin großer Worte, verliert sich ganz in ihrer Musik und das Publikum lauscht andächtig. Wer Stimmung sucht, ist entsprechend falsch. Das ist schade, denn davon lebt ein Konzert letztendlich auch. Doch es war nie anders und so fehlt ihren Fans auch nichts.

Das musikalische Niveau ist allerdings gewohnt hoch. Birdy präsentiert eine ausgewogene Mischung ihrer drei Alben und verzaubert mit ihrer markanten, filigranen Stimme. Es ist ein Abend zum Träumen, um in die Welt ihrer Musik abzutauchen, so wie sie es selbst mit jedem Song tut. Gut 90 Minuten gelingt so dem Publikum die Flucht in eine Welt gewoben aus Klaviermelodien und einer einzigartigen Stimme bevor Birdy den Kreis passend mit ihrer ersten Single „Skinny Love“schließt und zufriedene Zuschauer in den lauen Frühlingsabend entlässt.

Bildergalerie: So waren BIRDY live: