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Anti-Flag im Nürnberger Löwensaal und zwischen Vinyls im Mono-Ton

Der Schallplattenladen Mono-Ton in der Färberstraße in Nürnberg hat nur wenige Stunden vor dem Anti-Flag-Konzert eine intime akustische Session zwischen Vinyls veranstaltet. Die Bandmitglieder Justin Sane und Chris Barker (Chris#2) sind hier mit wenig Drum und Dran gewesen, nur mit Gitarren und ganz menschlich ohne Audio-Verstärker. Wer hätte gedacht, das Punk auch gut in akustischer Form zu genießen ist? Die größten Fans haben hier schon lange bevor es losging bis nach draußen angestanden. Drinnen hat die Band wie in einem „Fish Tank“ performt, also in der würfelförmigen Vitrine des Geschäfts, und Songs wie „The American Attraction“ und das neue Lied „20/20 Vision“ aus der gleichnamigen Platte, hat man von der Straße aus laut hören können. Das Publikum im Laden unterstützt die Musiker mit dem Gesang. Auch Sänger Derek Zanetti ist dabei, der hinter dem Musikprojekt The Homeless Gospel Choir steht, und mit dem sie aktuell touren. Auch von ihm hat man ebenfalls ein paar Songs in dieser kleinen Runde erleben können. Anschließend haben sich Chris und Justin Zeit für Autogramme genommen und ließen sich mit Fans fotografieren.

Am 17. Januar diesen Jahres haben Anti-Flag ihre neue Platte „20/20 Vision“ veröffentlicht. Anstatt gewöhnlicher Pop-Art auf dem Cover, ist darauf das Gesicht von Präsident Trump zu sehen. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts traut sich die Band zum ersten Mal in ihrer Karriere, eine Staatsverwaltung von den Vereinigten Staaten direkt zu kritisieren und namentlich in Interviews zu erwähnen. Obwohl sie immer extrem kritisch gegenüber Krieg, Gesundheitssystemen sowie der Wall Street angetreten sind, haben sie bis jetzt keine konkreten Personen aus dem Weißen Haus kritisiert, sondern das System an sich. Nun haben sie genug vom „Status Quo“.

Anlässlich dieses neuen Albums sind sie nun auf Tour, auch in Deutschland. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der neuen Songs sind sie auch hier im Nürnberger Tiergarten, im Löwensaal genauer gesagt. Der per Zufall in 1993 entstandene Eventsaal ist kreisförmig entworfen und besteht aus zwei Ebenen, die mit Treppen verbunden sind, die sich links und rechts von der Bühne erheben. Das Design der Konzerthalle ermöglicht nicht nur einen genialen Blick auf die Bühne aus allen Betrachtungspunkten, sondern sorgt überall im Raum für einen gleichmäßig-guten Sound.

The Homeless Gospel Choir

Die One-Man-Band aus Pittsburgh, Pennsylvania, begleitet Anti-Flag auf ihrer Tour und ist als erstes an der Reihe. Bassist und Sänger Chris#2 von Anti-Flag hat Derek Zanettis letzte zwei Alben produziert. Derek aka. The Homeless Gospel Choir kommt aus der Folk-Punk-Ecke und aus diesem Grund passt seine „Begleiterin“, die akustische Gitarre, sehr gut zu seinen „Protest-Songs“, wie er sie immer vorstellt. Jedes davon ist textlich tatsächlich auch ein Protest – mal gegen das Gesundheitssystem („Crazy“), mal gegen den Krieg („When The War Is Over“) oder mal gegen Normalität („Normal“). Eine klare Message, sei du selbst und mach das Beste aus deinem Leben! Chris#2 schaut ab und zu aus dem Backstage heraus und bewegt sich im Takt der Musik.

The Creepshow

Die kanadische Band The Creepshow sangen von Horrorfilmen und Monstern. Ihr Psychobilly Musikstil ist eine Kombination aus einer Powerfrau-Stimme und harten, aber melodischen Tönen. Kontrabass, Keyboard, elektrische Gitarren und Powerdrums trugen dazu bei. Die Sängerin Kenda Legaspi hüpfte auf der Bühne herum, sprang auf Soundboxen und steigt sogar auf den Kontrabass vom Kollegen Sean McNab, während er spielte. Anschließend schenkte sie auch der ersten Reihe Aufmerksamkeit, sprang singend auf die Absperrung und umarmte Fans.

Anti-Flag

Die Punkrocker Anti-Flag erscheinen nach einer kurzen Umbauphase auf der Bühne. Fans aller Altersgruppen sind hier im Publikum zu sehen. Für diese Diversität sorgt vermutlich die Band selbst, denn sie sind mittlerweile stolze 25 Jahre in der Punk-Szene unterwegs (oder „Community“ wie sie selbst sie nennen). An diesem Abend spielen sie unter anderem „Broken Bones“, „1 Trillion Dollars“, „This is the End“ und „Trouble Follows Me“. Von Anfang bis Ende des Konzerts ist das Publikum aufgrund des Platzmangels wie in einem riesen Moshpit, denn alle tanzen, hüpfen, crowdsurfen und schreien gemeinsam die Songtexte hinaus, bis die Stimmen weg sind. Pfandbecher fliegen nur so durch den Raum und auf die Bühne. Die Bitte nach einer Zugabe ist gegen Ende natürlich zu erwarten.

Anti-Flag sind dafür bekannt, dass sie ihre Fans lieben und sie auch gerne überraschen. Mal mit einem intimen, akustischen Konzert zwischen Schallplatten, mal mit einem Umzug des Schlagzeugers ins Publikum und einem Auftritt mitten im Moshspit (während „Die For Your Government“). Rockbands dieser Größe sind normalerweise eher beim Festival Rock im Park in Nürnberg zu sehen. Es ist zu hoffen, dass sie auf der nächsten Tour auch wieder an die Frankenmetropole denken und andere Rocker mit sich ziehen.

Danke für die Einladung! Der Donots Birthday Slam in Hamburg

Am 16. April 1994 spielten die DONOTS ihre Konzertpremiere. Und wir waren 25 Jahre danach zum Nachfeiern eingeladen. Die Birthday Slam-Tour hat sich vier Städte ausgesucht, um das Beste aus einer einzigartigen Bandgeschichte zu präsentieren.Eine davon – die schönste Stadt der Welt. Des Universums. Oder des Nordens?

An einem sonnigen Abend im Hamburger Mehr! Theater fragten wir uns zunächst, ob das noch Vorgruppen sind oder schon ein kleines Festival Line-Up ist. Denn keine geringeren als die deutsche Punk Band Itchy und die US-Rocker Anti-Flag sollten den Abend eröffnen. Und was war das für ein Start. Es war laut, wurde gesprungen und geschwitzt. Natürlich wurde es auch politisch. Anti-Flag greift mit „American Attraction“ die Waffenlobby, die vergiftete Lebensmittel Industrie, Homophobie und Rassismus in den USA an. Auch ein Info- und Merchstand der Gruppe KEIN BOCK auf NAZIS ließ auf die positiv gesinnte Stimmung schließen.

Doch bevor Itchy loslegen konnten, kam Ingo der Donots auf die Bühne um seine langjährigen Freunde vorzustellen. Mit dem ersten oh ohohoh stieg die Temperatur gewaltig. Die Hamburger waren da. Plötzlich stoppte die Musik und Itchy holte einen Jungen aus dem Publikum auf die Bühne. Sein Job: Partymaus! Danach gab es kein Halten mehr und schon um 19:45 lockten Itchy die letzten Scratchys aus der Sonne und die Mausefalle. Die Halle war voll!

Übrigens. Wie im Mehr! Theater üblich, gab auch bei Punkkonzerten Sitzplätze. SITZplätze. Ist das nicht das Gegenteil von Punk? Oder gerade das, was Punks ausmacht? Einfach nur sitzen? Egal. Anti-Flag betraten die Bühne.

Die Anti-Flag gehisst und los gehasst. Gegen all das, was Amerika und die Welt so krank macht. Justin lies sich nicht anmerken, dass er schon seit 1993 auf der Bühne rockt. Er sah aus, wie ein junger Hüpfer der Zuhause war: mitten auf einer 1,2,3,4 fucking ohoh ohohoh Punkrockbühne. Merkt man mir eigentlich an, dass ich nicht wirklich auf Punk stehe? Ich finde Punk ja leider echt etwas platt. So viele oh’s und gemeinsames 4/4 Geklatsche hat man sonnst nur bei Menschen, Leben, Tanzen, Welt. Aber das ist mein Problem. Die Halle ist seit Itchy nicht aufzuhalten und ich bin mir bewusst, dass alle super happy sind. Was will man mehr?

Weiter mit dem Gastgeber. Ein Vorhang verdeckte die Bühne und stimmte alle auf die DONOTS SILVERHOCHZEIT ein. Und tatsächlich ist es denkbar, dass das eine oder andere Punk-Pärchen sich vor 25 Jahren zu den Donots das Ja-Wort gaben und inzwischen zu eben den alles bedeutenden Songs zur Silberhochzeit tanzten. An diesem Abend fanden sich sicher auch einige neue Liebschaften. Aber zurück zur Show. Die Herren gaben Gas, als gäbe es keine Bandscheiben. (Ich darf das – bin fast genauso alt.) Die Donots spielten eine gelungene Zusammenfassung ihrer besten Songs. Und das bei ihrer größten Show die sie jemals in Hamburg gespielt haben. Morgen geht es nach Berlin und ganz sicher wird da noch eine Schippe draufgelegt. Wenn das überhaupt möglich ist. Alles, alles, alles Gute zum Geburtstag!

ANTIfest in Wiesbaden – Anti-Flag‘s Antwort auf Trump

Von der Location, dem Schlachthof in Wiesbaden, bis zu den acht Bands, die am 28.10. live gespielt haben. Vom lieben, aber aufgeweckten Publikum bis zur umgedrehten amerikanischen Flagge hinter den Jungs von Anti-Flag. Alles schrie dieselbe Message – wir sind gegen Rassismus und Verbreiten von Hass. Zum zweiten Mal in diesem Monat fand das Festival in dieser Form dank der Band Anti-Flag statt, die das Ganze gleich zweimal an einem Wochenende auf die Bühne… ähh Beine gestellt hat (das Zwillingsfestival wurde zwei Tage davor in Haarlem in den Niederlanden veranstaltet).

Am ANTIfest 2018 haben sich Bands aus aller Welt beteiligt, die dieselben moralischen Werte teilen. Auf der Main-Stage in der großen Halle sind Reel Big Fish, Less than Jake, Silverstein und Anti-Flag aufgetreten. Wer auf eine eher intimere Atmosphäre steht, konnte sich ins Kesselhaus zurückziehen und die Bands Tusky, Worriers, Eskalation und Cancer Bats ganz nah erleben. Der Spielplan war gestaffelt aufgebaut, sodass das Publikum alle Bands nacheinander genießen konnte.

Kesselhaus-Stage

Tusky

Die Nachbarn aus den Niederlanden waren als erste dran. Sie hatten die schwierige Aufgabe, das Publikum aufzuwärmen. Mit frischen Punk-Beats und viel Power ist denen dies gut gelungen und sie kamen sehr gut an.

Worriers

Die New Yorkers Worriers haben nach Tusky übernommen. Ihr melodischer Punk und ihre aussagekräftige Songtexte hinterlassen einen starken Eindruck und viele offene Frage über Gleichberechtigung.

ESKALATION

Die einzige deutsche Band auf diesem Fest stammte aus Nürnberg und hat die einheimische Alternativeszene gut vertreten. Gute Songtexte auf Deutsch sind Seltenheit und kombiniert mit rhythmischen Ska-Beats haben sie das Event vervollständigt. Die Franken stahlen positive Energie und Akzeptanz aus.

Cancer Bats

Die Kanadier von Cancer Bats sind eine Handvoll energische Jungs, die das Publikum vom ersten Ton an im Bann hatten. Die ersten Reihen singen ins Mikrofon vom Frontsänger. Der ganze Club, rappelvoll, tanzt im Pogo ohne Aufforderung, dabei wird kaum jemand gedrängt oder eingeengt.

Main-Stage

Reel Big Fish

Eine weitere Ska-Band, diesmal aus Amerika. Trompeten, Saxophone und Posaunen, alles dabei. Vor allem gute Laune.

Less than Jake

Bei der amerikanischen Band Less than Jake gibt es Saxophone und Posaunen auf der Bühne, sogar eine Pistole geladen mit Toilettenpapier, die in Richtung Publikum „geschossen“ wird.

Silverstein

Die Kanadier aus Silverstein bringen das ganze Publikum in Bewegung. Die Zuschauer bekommen langsam einen Anti-Flag-Vorgeschmack und sogar die Schlafmützen tanzen los.

Anti-Flag

Das Beste kommt zum Schluss. Dass alle Anti-Flag erwartet haben, zeigte sich als der Saal schon eine halbe Stunde vor dem Gig sich lückenvoll gefüllt hat. Jeder kennt deren Namen und vielleicht sind auch die meisten wegen ihnen hergekommen. Und trotzdem sind sie so bodenständig. Der Sänger Justin Sane verbringt mehr Zeit unter Fans als im Backstage-Bereich. Er nimmt sich die Zeit für alle, die ihn erkennen und begrüßen. Der Bassist Chris Barker ist energievoll wie immer und macht seine typische Bodengymnastik während des Gitarrensolos. Sie spielen neue Songs aus dem letzten Album, aber auch Klassiker wie „Die for your goverment“ aus dem ersten Studioalbum (1996). Anti-Flag‘s Schrei nach Gerechtigkeit und Frieden ist in Zeiten von Trump‘s Präsidentschaft besonders laut und spiegelt sich in jedem Song aus der neusten Platte „American Fall“ wieder.

Ein empfehlenswertes Fest mit aussagekräftiger Music und liebstem Publikum. So lieb, dass fast jeder Pfandbecher bei „Viva con Aqua“ als Spende abgegeben wird.

So war das Nova Rock 2018 am Freitag

Trocken und so ganz ohne Regen ging es am Freitag bei strahlendem Sonnenschein weiter. Die Sonne knallte bereits morgens so schon sehr, dass einige der Matschstellen direkt vertrockneten. So konnte man gut gelaunt in den zweiten Festivaltag starten, der wieder voll gepackt mit großartigen Bands war. Den Auftakt machte die finnische Powermetal-Band „Beast in Black“ auf der Blue Stage und parallel auf der Red Stage gab’s ein bisschen Glamrock von „The Struts“ auf die Ohren. Bereits mit der zweiten Band auf der Blue Stage wurde es chartverdächtig, als „Nothing But Thieves“ einige ihrer bekanntesten Lieder zum besten gaben. Fast zeitgleich feierten die Besucher die einheimische, österreichische Rockband Krautschädl aus Wels. Krautschädl spielen Alternative Rock mit einschlägigen Einflüssen aus dem Ska, Punk und Metal-Bereich. Und natürlich werden die Texte im oberösterreichischen Dialekt gesungen. Weiter ging es mit Eisbrecher, einer deutschen Rockband gegründet von Frontmann Alexander Wesselsky, auch bekannt als „Alex“ und ebenfalls Gründer der Band Megaherz. Zwischen den Songs huldigte er den vorangegangen „Nothing But Thieves“ und beteuerte nun Fan zu sein. Mit knalligem Politikpunk aus Pittsburgh, USA ging es auf der Red Stage mit Anti-Flag weiter.

Gewohnt aktienreich auf der Bühne wurde viel gerannt und gesprungen. Und das Publikum tat es ihnen gleich. Etwas entspannter wurde es mit der US-amerikanischen Ska-Punk Band „Mad Caddies“. Für die einen eine Band zum durchatmen, für die anderen die perfekte Aufforderung zum ausgelassenen tanzen. Auf dem Nova Rock ist eben für jeden etwas dabei. Mit feinstem Metal ebenfalls aus Amerika wurde die andere Hälfte der Besucher auf der Blue Stage von „Life of Agony“ versorgt. Passend zur Haarfarbe der charismatischen Frontfrau Alissa White-Gluz spielten „Arch Enemy“ ebenfalls auf der Blue Stage. Wie gewohnt wurde es zu Arch Enemy wieder etwas voller als sonst. Jeder will sie sehen, diese Powerfrau, die den gutturalen Gesang so gut beherrscht, dass einige Männer dagegen ziemlich blass vor Neid werden. Doch wer dieser Frau hinterher schmachtet, hat schlechte Karten, denn die gut aussehende Kanadierin ist mit dem bekannten Gitarristen Doyle Wolfgang von Frankenstein – Gitarrist von Misfits – zusammen. Komplettes Kontrast-Programm spielten auf der Red Stage „OK Kid“, eine deutsche Pop-Band, die 2006 von Jonas Schubert gegründet wurde. Quasi im Ping-Pong-Wechsel spielten die nächsten 6 Bands auf den beiden Hauptbühnen. Darunter auch Jonathan Davis, Frontmann und Sänger der Nu-Metal-Band Korn, der aktuell Solo unterwegs ist. Alte bekannte ließen sich auf der Red Stage blicken. Die 1980 gegründete Punk-Rock-Band Bad Religion aus L.A. ließ es trotz höherem alter ordentlich krachen. Mit sagenhaften 16 Studioalben habe sie auch mehr als genug Material für ein ordentliches Set.

Nach den alten Herren wurde es mit dem deutschen Reggae-Sänger „Gentleman“ ziemlich groovig. Völlig entspannt und mit Joint in der Hand betritt der Osnabrücker die Bühne und performt gemeinsam mit zwei hübschen Damen einen Song nach dem anderen. Wem das zu viel entspannte, groovige Musik ist, der ist bei „Rise Against“ auf der Blue Stage definitiv besser aufgehoben. Und hier ging es ordentlich rund – kennt man aber auch nicht anders bei den Punk/Hardcore Jungs aus Chicago. Damit war der Tag auch schon fast wieder vorbei. Nach sagenhaften 14 Bands ging es in den Endspurt mit den zwei Headlinern „Avenged Sevenfold“ und „The Prodigy“. Zwei völlig unterschiedliche Musikrichtungen, die die Entscheidung für eine Bühne den Besuchern wohlmöglich deutlich erleichterten. Doch auf beiden Bühnen wurde ordentlich aufgetischt. „The Prodigy“ begeisterten mit eine gigantischen Lichtshow, während „Avenged Sevenfold“ auf eine gute Portion Feuer und Flammen setzte und ihr Konzert mit einem fulminanten Feuerwerk beendeten. Wer es bis hier her geschafft hatte, war entweder todmüde und glücklich oder aber bereit für Late Night Act „Otto und die Friesenjungs“. Kurz vor seinem Auftritt gab es noch ein schönes Feuerwerk. Der deutsche Komiker, Musiker und Schauspiel zog noch so einige Zuschauer an, teilweise mehr Zuschauer als manche Band an diesem zweiten Tag. Und auch die Textsicherheit war verblüffend gut. Es wurde mitgesungen, mitgesprochen und viel gelacht und auch Otto hatte sichtlich Spaß an seinem Auftritt. Ein wirklich gelungener Late Night Act im Vergleich zu David Hasselhoff im vergangenen Jahr.

Nova Rock 2019 Infos + Tickets

Nova Rock 2019 / Nova Rock Festival 2019

Reload Festival 2017 – So waren Donnerstag + Freitag

In der deutschen Festivallandschaft noch durchaus als junges Festival anzusehen, ist das Reload Festival 2017 doch inzwischen vielen ein Begriff. Etwas mehr als 10.000 Besucher zählt die Buchführung in diesem Jahr an verkauften Wochenend- und Tagestickets, was den Veranstalter durchaus zufrieden stellt und das Vorhaben seines Teams bekräftigt, in die Infrastruktur des Geländes zu investieren. Soll heißen: Das Reload findet auch in 2018 (24. und 25. August) wieder am bekannten Standort in Sulingen statt. Wer also in einem Jahr von der auslaufenden Festivalsaison noch nicht genug hat, sollte sich das Reload definitiv notieren, ist doch mit einem gleichermaßen überzeugendem Line-Up zu rechnen. Definitiv wird es auch in 2018 wieder eine Warm-Up-Party am Donnerstag geben, die, nach den Erfahrungen aus 2017, in einem größeren Zelt stattfinden wird.

Die ersten Bands, As We Rise, Antillectual und First Blood, haben das Zelt schon gut gefüllt und aufgewärmt. Zu Rogers macht es schon Sinn etwas früher am Zeltplatz zu starten, aber While She Sleeps bringen das Zelt zum überkochen. Sowohl Zahlenmäßig, als auch auf dem Thermometer. Viele Besucher müssen draußen bleiben, da im Zelt kein Bein mehr an die Erde zu bekommen ist und die Security aus Sicherheitsgründen den Eintritt verwehrt. Dafür entgehen diejenigen, die draußen bleiben müssen, dem Regen im Zelt! While She Sleeps feiern mit Ihren Fans einen so krassen Abriss, dass der Schweiß von der Zeltplane wieder auf die Besucher regnet. So muss „Warm-Up“!

reload Festival 2018 Tickets + Infos:

Reload Festival 2018 / Reload 2018

max rapor

Den ersten offiziellen Festivaltag eröffnen pünktlich Max Raptor. Diese werden zwar nur von einem recht kleinem Publikum in Empfang genommen, können jedoch nicht nur uns direkt in ihren Bann ziehen, sondern noch den ein oder anderen Besucher aus seinem Zelt vor die Bühne bewegen. Dort erwartet sie dann eine sehr solide Punkrock Show, bei denen auch die ersten Walls of Death und Circle Pits nicht lange auf sich warten lassen.

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the new roses

Nach einer zeitig sehr sportlich gehaltenen Umbaupause betreten The New Roses die Bühne. Die Wiesbadener wissen direkt zu überzeugen, sodass die ersten sofort ihr Tanzbein schwingen. Andere scheinen jedoch noch nicht ganz vom Anreisetag erholt und wollen lieber noch etwas entspannen, bevor der Tag volle Fahrt aufnimmt, was bei dem Rock’n’Roll der Jungs und den für diese Festivalsaison überraschend sommerlichen Temperaturen durchaus machbar ist.

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mr. irish bastard

Wer es bis jetzt immer noch nicht aus seinem Zelt vor die Bühne geschafft hat, wird dies spätestens jetzt bereuen: Die zum Trinken einladenden Mr. Irish Bastard stürmen die Bühne. Hier bleibt wohl vor, wie auch auf der Bühne keine Kehle trocken und es gibt eine Party, die auf dem Reload noch Ihresgleichen sucht. Wer hier nicht tanzt, hat die Musik nicht verstanden. Auch als während eines Liedes kurz die Gitarren umgestimmt werden müssen, wird die Stimmung nicht schlechter. Hier singt das Publikum zur Überbrückung einfach im Chor weiter und der Tag ist gerettet. Dem Publikum ist durchaus eine überdurchschnittliche Textsicherheit nicht abzuschreiben.

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Any given day

Als nächstes stehen Any Given Day auf der Bühne. Die durch ihr Cover des Rihanna Songs „Diamonds“ bekannt gewordenen Gelsenkirchener zeigten sofort, dass sie auch mehr als nur den einen Song drauf haben, was durch einen großen Zustrom an Besuchern vor der Bühne honoriert wird. Belohnt wurden diese mit einem sehr soliden Auftritt, der erneut unterstreicht warum Any Given Day zu der Oberliga der Deutschen Metalcore Szene gehören. Wo wir grade schon bei Belohnungen sind: Sänger Dennis Diehl lässt es sich nicht nehmen, zum letzten Song ein Bad in der Menge zunehmend, während auf der Bühne die letzten Töne langsam leiser werden.

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august burns red

Etwas weniger vor der Bühne ist im Anschluss bei August Burns Red los. Dies ist zwar etwas schade, liegt aber ganz sicher nicht an der Band, sondern an der Sonne, die zu diesem Zeit besonders auf unsere Köpfe scheint. Die, die trotzdem bleiben, werden nicht nur mit guter Musik, sondern auch mit Wasser von der Security belohnt (Vielen Dank dafür!). Ansonsten spielten die die Jungs aus Lancaster, Pennsylvania, ein gutes Set, bei welchem das Drum-Solo besonders hervorzuheben ist. Dies wurde nicht nur vom Drummer, sondern vom Drummer Mat Greiner und seinem Bandkollegen auf zwei Schlagzeugen gespielt und machte wirklich Lust auf mehr

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Open Flair Festival 2017 – Von Samstag auf Sonntag

Your Prophecy eröffneten den Samstag auf dem Hauptgelände. Während das Programm an der Seebühne erst später startete, ging es am Werdchen schon heiß her. Elfmorgen, die letztes Jahr noch für viel Stimmung auf dem Campingplatz sorgten, durften dieses Jahr gleich auf die HR3-Bühne. Feuchtfröhlich und mit bester Laune ging es dann weiter mit ITCHY. Itchy who? Nein, nicht Poopzkid. Einfach nur noch „ITCHY“. Die dreiköpfige Band hatte sich Anfang des Jahres umbenannt, gab aber natürlich trotzdem alle Hits von früher bis heute zum Besten. Der obligatorische Ritt auf dem Guitarcase von Sebastian „Sibbi“ Hafner übers Publikum fiel zwar etwas kurz aus, wurde aber immerhin von viel Konfetti begleitet.

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open flair Festival 2018 Tickets + Infos:

The Amity Affliction, die leider gut eine Viertelstunde kürzer spielten als geplant, sorgten an diesem Tag wohl für die härtesten Klänge am Werdchen. Die 4 Australier hatten ihre Open Flair-Premiere. Shouter Joel Birch schrie sich in bekannter Manier die Texte aus dem Leib, während Sänger und Bassist Ahren Stringer für die melodiösen Parts sorgte. Skinny Lister versprühten ebenfalls jede Menge Energie auf der Bühne. Frontfrau Lorna Thomas sang sich durch das Programm, aber sie tanzte und lachte dabei auch so viel, dass es eine wahre Freude war, ihr dabei zuzusehen. Und auch ihre Band feierte.

SDP gelten wohl schon eine Weile nicht mehr als „bekannteste unbekannteste Band der Welt“. Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin zeigten die „bunte Seite der Macht“ auf dem Open Flair und zogen damit viele Festivalbesucher vor die Hauptbühne.

Billy Talent stellten das Highlight für viele an diesem Samstagabend dar. Die Kanadier, deren letzte Alben alle Platz 1 u.a. der deutschen und kanadischen Albumcharts erklimmen konnten, stellten unter Beweis, dass dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt. Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis sie ihr Publikum voll im Griff hatten.

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Punk-Rock Hoch Vier – Anti-Flag, Trophy Eyes, Red City Radio & The Homeless Gospel Choir

Hannover. Knapp einen Monat vor Konzerttermin meldet Living Concerts den Ausverkauf. Wenige Tage vor der Show wird mehr als deutlich: Wer kein Ticket bekommen hat, wird an diesem 7. November kaum eine Chance haben die Polit-Punks von Anti-Flag in Hannover sehen zu können.

Mit The Homeless Gospel Choir, Trophy Eyes und Red City Radio im Gepäck reißt der Vierer aus Pittsburgh die 60er-Jahre-Halle des Kulturzentrum Faust in Hannover in bester Punk-Rock Manier ab. Das Ganze wirkt wie eine perfekt aufeinander abgestimmte Konstellation von Bands und Publikum. Zufall? Definitiv nicht! Alle Bands sind nicht nur einfach Musiker der selben Szene, ganz im Gegenteil es sind Menschen vom gleichen Schlag, ein vertraulich eingespieltes Team und augenscheinlich vordergründig gute Kumpels. Das ihnen besonders heute und sehr sicher für eine schier nie endende Zeit ein weiterer guter Kumpel fehlen wird thematisieren sie alle: „Rest in peace, Brandon“. Und es scheint, als würden sie ihm diesen Abend widmen:„This night will be the party of our lives“.

Anti-Flag beweisen einmal mehr, dass hinter ihrer Attitüde und dem damit einhergehenden Image nicht nur blinder Aktionismus steckt. Somit macht Bassist Chris#2 nicht ohne Grund ordentlich Werbung für die mitreisende Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Das ist ganz eindeutig eine Herzenssache. Und den Fans scheinen Anti-Flag auch mehr als am Herzen zu liegen. Schon ewig nicht mehr – vielleicht sogar noch nie– reichte der Circle Pit bis kurz vor das Mischpult, recht selten wird dieses Venue so zerfeiert. Und mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit wurde die hochgesteckte Latte, die beste Nacht unseres Lebens zu feiern, ordentlich überboten. Punk sei Dank! Anti-Flag, Red City Radio, Trophy Eyes und The Homeless Gospel Choir sei Dank!