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Unvergesslich laut: A Day to Remember machen in Hamburg ihrem Namen alle Ehre

A Day To Remember machen das, was viele Bands im Sommer machen. Neben den Festivals ein paar eigene Shows in den Tourkalender einstreuen. Für A Day To Remember hieß das, an diesem Dienstag den Abend in Hamburg zu verbringen. Die Band hat hier schon längere Zeit keine Headliner-Show mehr gespielt. Umso gespannter war das Hamburger Publikum auf den Auftritt der Band.

Als Support waren Terror – musikalisch etwas unpassend – an diesem Abend dabei. Aus zeitlichen Gründen verpassten wir die Hardcore-Legenden leider. Sänger Jeremy von A Day To Remember ließ es sich während der Show aber nicht nehmen sich bei der “besten Hardcore-Band” zu bedanken. Doch das war eigentlich nur Nebensache.

A Day To Remember spielten sich knapp 90 Minuten durch ihre Diskografie und boten den Besucher*innen dabei genau das, was man von einer Show der Band erwartet: Den unnachahmlichen Wechsel zwischen Zuckerbrot und Peitsche. Kaum eine Band versteht es, wie die US-Amerikaner zwischen bittersüßen Melodien und hartem Metalcore in Sekunden hin und her zu wechseln. Von Pop-Punk wie bei “LeBron” über Alternative Rock bei “Bad Blood” zu Metalcore bei “2nd Sucks”. A Day To Remember hatten die gesamte Bandbreite und auch einen neuen Bassisten dabei, der eine ganze Menge neue Songs lernen musste. Wünschen durfte er sich dafür aber auch etwas. Er entschied sich für das Kelly Clarkson Cover “Since U Been Gone”, welches von den Hamburger:innen sehr gefeiert wurde.

Special Effects durften natürlich auch nicht fehlen. Neben Flammen und Hochdruck-CO2 auf der Bühne wurde mehrfach Konfetti in die Menge geschossen. Bei “All My Friends” fanden große Plastikbälle den Weg ins Publikum, die neben zahlreichen Crowdsurfer*innen immer wieder den Weg in Richtung Bühne fanden und zum Spielen einluden.

Während des Konzerts gab es nur wenige Unterbrechungen. Selten gab die Band den Fans eine Verschnaufpause. Es wurden keine ausufernden Anekdoten erzählt, sondern das Konzert(erlebnis) stand klar im Vordergrund. Das kam sehr gut an, denn immer wieder zirkulierte der Moshpit durch die Sporthalle. Es gab laute Singalongs und die Security-Mitarbeiter*innen hatten alle Hände voll mit den Crowdsurfer*innen zu tun, und machten dabei einen exzellenten Job, der auch von Sänger Jeremy gewürdigt wurde.

Nach “All I Want”, einem der Klassiker der Band, war das Konzert vorerst beendet, bevor die Band für drei Zugaben zurück auf die Bühne kam. Konfetti-Regen beim emotionalen “If It Means a Lot to You”, dem Lieblingssong der Band vom aktuellen Album, “Flowers”, und das gefeierte “All Signs Point to Lauderdale” bildeten den Abschluss eines kurzweiligen Konzertabends.

Hurricane Festival 2017 – So war der Samstag

Der zweite Festivaltag zeigte sich wetterlich etwas unentschlossen. Nachdem der Freitag trocken und mit sommerlichen Temperaturen zu Ende gegangen ist, startet der Samstag mit einer Mischung aus dunklen Wolken und kleineren Regenschauern. Doch die Festivalgemeinde ist guter Stimmung, Gummistiefel und Regenponchos gehören heute einfach mit dazu, und schließlich stehen u. a. mit Linkin Park, Lorde, Blink-182, Editors, Axwell /\ Ingrosso, Halsey ja ein paar echte Highlights auf den vier Festivalbühnen.

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Hurricane Festival 2018 Tickets + Infos:

Hurricane Festival 2018 / Hurricane 2018 / Hurricane 18

NOTHING BUT THIEVES

Seit der Gründung 2012 in Essex haben sich Nothing But Thieves vom Support von Gerard Way oder Awolnation bis heute in die britischen Charts und aufs Line-Up des Hurricane Festivals 2017 geschlichen. Der Alternative Rock der fünf Briten erklingt am frühen nachmittag wuchtig und dass ohne dabei auf zarte Melodien und groovende Rhythmen zu verzichten. Conor Masons großartige Stimme hallt ungebremst über das noch leicht verschlafende Festivalgelände. Nothing But Thieves bringen einige Songs der neuen Scheibe „Broken Machine“ im Gepäck, die allerdings erst am 8. September veröffentlicht wird.

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RED FANG

Bock auf Stoner-Rock? Unter den Feinschmeckern der Gitarren-Musik ist das immer eine gute Wahl. Normalerweise trifft man sich dafür in irgendeinem verrauchten Keller und bekommt – wie beim Dealer um die Ecke – für ein kurze Zeit das Hirn rausgeballert. Die Variante Stoner ist nur wesentlich gesünder. Red Fang aus Portland/Oregon spielen am frühen Nachmittag auf der Red Stage. Die Musik von Red Fang dümpelt irgendetwo zwischen Stoner-Rock und Sludge mit irgendwelchen psychedelischen Akzenten herum. Viele musikalische Elemente klingen, als hätte man sie irgendwoher schon mal aufgeschnappt, Stoner halt. Bei Red Fang steckt aber mehr Tempo und Energie drin. Sobald die verzerrten Gitarren ausarten und die Stimme von Frontmann Aaron Beam bebt, kehrt alles schnell wieder in das Grund-Schema zurück.

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BARONESS

3 Jahre nach ihrem schweren Busunfall mischen die Metal-Götter Baroness mit frischen Songs wieder die Rockgeschichte auf. Ihr neues Album „Purple“ strotzt vor großen Riffs und Refrains, die seit jeher Baroness auszeichnen. Vielschichtig und emotional mit einem Hang zum Hook, die Band ersteht es gekonnt, ihr intelligente harte Musik an den Mann zu bringen. John Baizley und seine Bandkollegen präsentieren ihre besten Momenten aus Postpunk, Psychedelic, Hardcore und Indie. Eine Liveshow mit infernalischer Gitarrengewalt.

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JP COOPER

JP Cooper ist ein ehrgeiziger Musiker, er ist immer bei der Sache und lebt die Musik. Seine Texte sind teilweise sehr intim, aber keinesfalls schnulzige Rockballaden und rein äußerlich wirkt Cooper eher wie ein Reggae-Liebhaber. Er trägt ein ausgestelltes Hemd, eine lockere Hose und einen Hut, die herausragenden Rastalocken sind sein Markenzeichen. Mit seiner wundervollen Stimmunge gibt sich der britische Newcomer ganz seinen Songs aus Pop, Indie Rock, Dance, Alternative Rock und Tropical House hin und lädt die Fans vor der White Stage ein zum mitsingen, tanzen, abschalten und genießen.

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PASSENGER

In den vergangenen Jahren hat man Passenger allein mit seiner Gitarre und einer Loop-Station auf der Bühne gesehen. Nun hat er tatsächlich eine Band als Unterstützung dabei und sein aktuelles Album „Young as the Morning Old as the Sea“ bietet neues Material. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Passenger mit Band funktioniert genauso gut wie Passenger allein mit seiner Gitarre. Der Sound ist ein wenig fulminanter, die Songs können schneller zünden denn schließlich muss keine Spur mehr live eingespielt werden. Das Zusammenspiel stimmt und das Rampenlicht gehört trotz allem nur Einem. Und der lässt es sich nicht nehmen, auch ausführlich zu erzählen. Kleine Geschichten gehören ebenso zu seinem Auftritt wie die Bekundung seiner Dankbarkeit für seine Fans.

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Blink-182 + A Day To Remember in Berlin

Die Menschen rennen draußen mit ihren Regenschirmen oder eben ohne durch den Regen. Die Hälfte der Stadt ist überflutet, einige Straßen dicht, aber die Menschen, die heute hier sind, haben ein Lächeln auf den Lippen. Blink-182 spielen heute in der Max-Schmeling-Halle und haben die US-Punk-Rocker von SWMRS und das Post-Hardcore-Quintett A Day To Remember mit dabei.

A day to Remember

Ohne überhaupt richtig losgelegt zuhaben, knallen A Day To Remember schon die ersten Konfetti-Schlangen in die Menge. Mit weichgespültem Metal-Core starten die fünf Floridaner auf die Meute steif nach vorn. Die Gitarren hängen tief, das Mikrofon weit im Gesicht, jetzt gibt’s auf die Fresse. Naja sie versuchen es. Mit großem Backdrop und blank polierten Gitarren versuchen ADTR das Publikum zu begeistern. Neben harten, selbstübertönenden Klängen, haben die Weichspüler auch Akustik-Songs in ihrem Repertoire. Zum Abschluss versuchen ADTR mit ihrem Dauerbrenner „The Downfall of us all“ noch einmal zu punkten und schießen erneut Konfetti in die Menge. So ist das mit den Hits, sollte man sich doch vorher überlegen, ob man den auch für immer spielen möchte.

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Die Bühne ist umhüllt von Schall und Rauch. Die Schreie im Publikum verraten, das Blink-182 auf dem Vormarsch sind. Egal ob nun in Originalbesetzung oder mit Matt Skiba von Alkaline Trio an der Gitarre, die Jungs brauchen keine Warmspielzeit, es geht von Anfang an nach vorne und sie tun es auf die Blink-182-Art. Vergessen sollte man nicht, dass die alten Skate-Punker einige Hits in petto haben. Der Zuschauerraum ist dicht besiedelt mit alten und jungen Blink-Fans. Travis Barker sitzt erhöht vor seinen zwei Saitenspielern und scheppert auf sein Drum-Set. Mit Becken-Spielchen und einer beachtlichen Geschwindigkeit zeigt er, das trotz des Älterwerdens noch einiges möglich ist. Das Publikum hat Bock und lässt es sich nicht nehmen, lauter als die Band mitzusingen. Feuer und CO2 Kanonen lassen das Bühnenbild aufregend und lebendig wirken, heute fehlt nur leider das brennende „Fuck“ über der Bühne. Wer weiß, ist wahrscheinlich auf Dauer doch etwas zu heiß.

Solide verbraten die alten Hasen Hits wie „Feeling This“, „First Date“ oder „ I Miss You“ und springen auf der Bühne herum. Die Fans sind zu Frieden und genießen. Zum Abschied kommt dann noch mal Little Barker auf die Bühne und trommelt an Stelle seines Vaters. Travis Barker hat nach dem tragischen Flugzeugabsturz vor einigen Jahren, nicht mehr vor in ein Flugzeug zu steigen und ist daher mit einem Schiff samt seiner kompletten Familie nach Europa gereist. Die Halle bebt und die letzten Töne erklingen, es war ein Fest!

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Crowdsurfen mal anders: A Day To Remember in Köln

Sie sind zurück! Nachdem im September 2016 ihr jüngster Longplayer „Bad Vibrations“ erschienen ist, kommen die Jungs von A Day To Remember auch nach Deutschland zurück. In Nordrhein Westfalen stehen gleich zwei Termine auf dem Programm: Nach Oberhausen dürfen sich auch die Fans in Köln auf die Musiker aus Florida freuen. Zum ausverkauften Abend reicht es leider nicht ganz, zu einem großartigen Konzertabend allerdings allemal.

MOOSE BLOOD

Als Opener begrüßen Moose Blood die noch locker gefüllte Halle. Die vier Jungs aus Kent lassen es ruhig angehen. Mit ihrem Indie Rock treffen sie nicht unbedingt den Nerv der breiten Masse im Publikum, einige Fans haben sich dennoch in den ersten Reihen eingefunden, die die Musiker textsicher und tatkräftig unterstützen. Das ist etwas schade, denn vor genre-nahen Zuschauern könnten die Künstler sicherlich besser zünden. So spielen sie sich leider keine Bälle zu und der Auftritt verhallt in den Gesprächen der Wartenden.

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NECK DEEP

Anders sieht das schon bei Neck Deep aus. Die Pop Punk Formation aus Wales hat deutlich mehr Fans unter den Zuschauern und schafft es mit viel Energie auf der Bühne das Publikum für sich zu gewinnen. Ben Barlow (Gesang) fegt dabei in bester Manier von Bühnenseite zu Bühnenseite und nimmt immer wieder Kontakt zu den Zuschauern auf. Und auch Sam Bodwen (Gitarre), Matt West (Gitarre) und Fil Thorpe-Evans (Bass) stehen kaum still. Dani Washington (Schlagzeug) gibt deutlich den Rhythmus vor, ist allerdings der Ruhigste der Truppe. Die Zuschauer sind nun auf jeden Fall bestens aufgewärmt.

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A DAY TO REMEMBER

Die Wartezeit wird mit wild gemischter Playlist überbrückt. Gipfel des Irrsinns ist dabei eindeutig „I Want It That Way“ von den Backstreet Boys, das nicht nur von den Mädels in der Halle textsicher mitgegröhlt wird. Danach wird es musikalisch allerdings wieder härter und das Publikum freut sich über Hits von Slipknot oder System Of A Down, die gute Laune und Partystimmung verbreiten. Als A Day To Remember die Bühne stürmen, gibt es endgültig kein Halten mehr. Die Crowdsurfer purzeln in Strömen über die Hände der Zuschauer und in den ersten Reihen entbrennt ein ungezügelter Mosh Pit. Und auch auf der Bühne steht niemand still. Allen voran fegt selbstverständlich Sänger und Frontmann Jeremy McKinnon über jeden verfügbaren Meter Fläche und ist von der Bühnenkante kaum weg zu denken. Immer wieder nimmt er mit Blicken und Gesten Kontakt zu den Fans auf. Aber auch die Jungs an den Saiteninstrumenten – Neil Westfall (Gitarre), Joshua Woodard (Bass) und Kevin Skaff (Gitarre) – treiben eigentlich nur die als Effekt genutzten Rauchsäulen in die Bühnenmitte.

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Ein Highlight ist immer wieder ein ganz besonderer Aufruf: Zu „Naivety“ fordert Jeremy die Fans auf, auf Crowdsurfern zu crowdsurfen. Das klingt abenteuerlich und sieht auch genauso aus. Das Beste daran: Es funktioniert! Chapeau in diesem Atemzug auch an das Team von CCS, die wie immer stark für die Sicherheit der Fans sorgen, die ihnen so in wilden Wogen entgegen geschwappt kommen! A Day To Remember steht die große Bühne gut, anders lässt es sich eigentlich nicht formulieren. Sie wachsen mit jedem Album und jeder Tour deutlich über sich selbst hinaus und da macht auch das Konzert in Köln keinen Unterschied. Die Fans danken der Band einen unvergesslichen Abend mit tosendem Applaus.

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Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

Mendig. Am vergangenen Wochenende jährte sich das größte Festival in Deutschland zum 30. Mal. Doch nicht die Rennstrecke am Nürburgring war wie sonst Schauplatz des Ereignisses. Stattdessen zog Rock am Ring nun knappe 40 Kilometer entfernt auf den Flugplatz Mendig. Eine Herausforderung für Veranstalter Marek Lieberberg und sein Team, an diesem Ort nun eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen.

Kurze Wege für die Besucher und ein Rund-Um-Erlebnis werden als Hauptziele für die Planung gesteckt und auch umgesetzt. Wie Lieberberg selbst mitteilt, ist das „neue“ Rock am Ring nun auf 5 Jahre plus konzipiert. Allein der Festivalbereich vor den Bühnen ist viermal so groß, wie auf dem Nürburgring und auch drumherum ist viel mehr Platz als vorher. Alle Campingflächen sind fußnah rund um das Festivalgelände gelegen. Auch anfängliche Engpässe beim Camping konnten gelöst werden, in dem zusätzliche 30 Hektar Land bereit gestellt wurden.

Mit 90.000 Besucher war Rock am Ring bereits einige Monate vorher schon ausverkauft. Das zeigt, dass die Fans mitziehen, ob Nürburgring oder Mendig. Das musikalische Programm an den drei Tagen kann sich absolut sehen lassen und ist mit Bands wie den Foo Fighters, Slipknot, The Prodigy, Die Toten Hosen uvm. eben nicht nur ein typisches Rock-Festival. Mit den zwei großen Open Air-Bühnen in sicht- und gehnähe und den beiden Clubzelten findet jeder Musikfan hier seine Nische. Von Heavy Metal und Rock über Hip Hop und Elektro.

Neben der Musik bietet Rock am Ring in diesem Jahr auch ein grandioses Nebenprogramm mit Kirmes-Flair: Es gibt den traditionellen Bungee-Jumping, aber auch ein Riesenrad, den Auto-Scooter, das Kettenkarussel und einen Break Dancer. Zufriedene Gesichter sieht man jedenfalls überall.

Und wie geht es weiter? „Wir sehen uns vom 3. bis 5. Juni bei Rock am Ring 2016 in Mendig!“ – so verabschiedete sich zumindest Marek Lieberberg bei der diesjährigen Pressekonferenz. Wer die ersten Headliner sein werden und wann der Ticketvorverkauf beginnt, erfahrt ihr bald bei uns.

Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 2: Das ging ab am Samstag
Hier geht’s zum Bericht „Rock am Ring 2015 – Tag 3: Das ging ab am Sonntag

Bildergalerie: Da kommt FESTIVAL-FEELING auf

Um 13:34 Uhr ist das Festivalgelände vor der Hauptbühne, der Volcano Stage, bereits rappelvoll. Die Sonne brennt mit satten 30 Grad herunter und die ersten Überhitzen müssen bereits von Sanitätern versorgt werden. Aber bevor es richtig losgeht, betritt Marek Lieberberg die Bühne um die Zuschauer persönlich am neuen Standort Mendig willkommen zu heißen. Sein 69. Sommer und das 30. Mal Rock am Ring, wie er sagt und er ist froh, dass das Festival nun „eine neue Heimat gefunden habe.“ Auch zur Organisation und den Problemen beim Camping teilt er mit, er habe sich selbst die Probleme hier beim ersten Mal angeschaut und es werde alles noch verbessert. Auch der Bürgermeister der Stadt Mendig kommt auf die Bühne und teilt seine Freude darüber mit, dass hier und heute Rock am Ring an seinem Heimatort stattfinde. Mit einem lauten „Rock On“ machen die beiden den Weg frei für das Opening der Donots.

DONOTS

Die DONOTS stürmen euphorisch und mit großem Beifall auf die Bühne. „Rock am Ring, siehst du gut aus“, bringt Sänger Ingo Donot als Erster überwältigt heraus. Doch ein ansonsten empfängt die Zuschauer ein eher untypisches Bühnenbild, denn im hinteren Bereich stehen gleich drei Schlagzeug-Sets. Und da betreten auch schon die beiden Aushilfs-Drummer „Vom Ritchie“ (Die Toten Hosen) und „Flo Weber“ (Sportfreunde Stiller) die Stage und begleiten den ersten Song mit viel Energie. Auch sonst sind die Donots ein wahrer Garant für Partystimmung und rockige Songs. Ihr neues Album „Karacho“, das als erstes in ihrem Repertoire komplett in deutsch ist, wird natürlich auch abgefeiert. Die Menge tobt, springt und tanzt. Was für ein Auftakt für Rock am Ring 2015.

*Hier seht ihr Gitarrist Guido Knollmann und Bassist Jan Dirk Poggemann von den DONOTS direkt im Anschluss ihres Auftritts im Interview!*

Bildergalerie: So waren die DONOTS live

BAD RELIGION

Wenn die Ur-Väter des Punkrock aus L.A. auf die Bühne gehen, sind ganze Generationen begeistert. Ihre Bandgeschichte reicht zurück bis in Jahr 1980 und so haben sie über die Zeit den Stil des Punkrocks entscheidend geprägt. Zur Feier des 30-jährigen Bestehen ging es auf große Welt-Tournee. Auch heute zeigen sie, auch nach drei Jahrzehnten und trotz Älterwerdens, dass sie die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Der Großteil ihrer Songs stammt vom letzten Album „True North“ und enthält kraftvolle aber auch melodische Nummern. Aber ihr legendärer „Punk-Rock-Song“ darf natürlich auch nicht fehlen.

Bildergalerie: So war BAD RELIGION live

A DAY TO REMEMBER

Die Show der fünfköpfigen Band aus Florida (USA) beschriebt man am besten folgender Maßen: eine Mischung aus Skate-Punk und Metal, dazu viel Action durch Springen und Rennen und als Sahnehäubchen wird alles untermalt von Pyrotechnik. Für sie steht auf der Bühne sozusagen eine kleine Extra-Bühne, auf der das Schlagzeug-Set Platz findet und wo seitlich die Jungs wie auf einer Rampe hochlaufen können. Ihr Songs klingen gleichermaßen hart wie melodisch, dass zeichnet A Day To Remember aus. Natürlich ist im Publikum ordentlich Stimmung und als Sänger Jeremy McKinnon dazu auffordert, schwappt eine Welle an Crowd-Surfern über die Köpf der Besucher.

Bildergalerie: So war A DAY TO REMEMBER live

BROILERS

Der Broilers Noir Beach Club ist eröffnet. Bambus-Matten, Cocktailbar und Strand-Flair zieren das Bühnenbilder der Düsseldorfer Punk-Rocker. Auf die Bühne kommen sie statt üblich zu fünft mit zwei zusätzlichen Trompete- bzw. Saxophon-Spielern. Wobei sich letztere gern mal im Wett-Streit duellieren. Derweil geht langsam die Sonne unter und versetzt die ganze Atmosphäre in ein tolles Dämmerlicht. Eine Stunde lang heizen Sänger Sammy Amara und seine Band dem Publikum ein.

Bildergalerie: So waren die BROILERS live

Rock am Ring 2015 – Tag 1: Das ging ab am Freitag

RISE AGAINST

Zu letzt wurde die Hardcore-Rocker auf der Rock am Ring-Bühne im Jahr 2010 gefeiert. Die politisch-engagierte Truppe kommt auch heute wieder mit ihren Songs aus weltlichen Themen bestens an. Die ersten Circle-Pits formieren sich vor der Volcano-Stage. Satte 90 Minuten spielen die drei Musiker um Sänger Tim McIllrath und zerlegen dabei fast die Bühne. Lead-Gitarrist Zach Blair ist immer ganz vorn dabei, wenn es um wilde Posen und schnelle Gitarrenriffs geht. Aber auch die sanften Momente kehren Rise Against hervor, als „Hero of War“ gespielt wird.

Bildergalerie: So war RISE AIGAINST live:

DIE TOTEN HOSEN

Die Toten Hosen aus Düsseldorf gehören schon traditionell zu Rock am Ring und locken die wohl meisten Zuschauer vor die Hauptbühne. Dass bei ihrem Auftritt wahrlich die Sau rausgelassen wird, war klar. Campino rockt über die Bühne, springt meter hoch mit gegrätschten Beinen in die Höhe, nimmt ein Bad in der Zuschauermenge und klettert am Ende einen Mast hoch (nur wollte leider sein obligatorischer Bengalo nicht zünden) – und was bekommen sie dafür zurück? Einen laut feiernden Chor, der jeden ihrer Songs textsicher mitgröhlt. Doch dieses Konzert ist nicht nur ihr rockigster Auftritt denn je, es gibt auch sehr emotionale Momente. Für sie ist es das erste Mal Rock am Ring ohne Manager Jochen, der im Januar verstarb. Ihm zu Ehren gibt es den Song „Nur zu Besuch“. Auch für den aktuell gegen Krebs kämpfenden ehemaligen Schlagzeuger Wölli nahmen sich die Hosen Zeit. Sänger Campino filmte für ihn das Publikum per Videokamera und zum Song „Steh auf“ saßen erst alle Zuschauer am Boden und sprangen dann gemeinsam auf. Klassiker wie Bonnie und Clyde aber auch 10 kleine Jägermeister, das heute mal zu „7 fah’rn nach Mendig“ umgedichtet wird, werden vom Publikum ordentlich abgefeiert. Leider setzt während der Show der erste starke Regen ein. Und bei den später folgenden Auftritten bleibt es leider nicht nur beim Regen.

CLUESO

Die Fans von Clueso besetzen parallel zum Hosen-Auftritt die Crater Stage. Doch schwer ist es natürlich dagegen anzuspielen. Der Erfurter Clueso nimmt es locker und begeistert sein Publikum mit den typischen ruhigen Hits, geht aber auch gehörig ab, wenn die Gitarrensounds erklingen.

Bildergalerie: So war CLUESO live:

MARILYN MANSON

Das Comeback des Jahres feiert Düster-Rocker Marilyn Manson. Seit kurzem mit neuem Album „The Pale Emperor“ Auf dem Markt, gibt er viele Songs daraus zum Besten. Er ist wieder der Alte, vorbei die schlimme Zeit in der durch Alkohol und Drogen auf der Bühne keine gute Show mehr abgab. Im typischen Lack- und Leder-Look steht, kniet, tanzt und robbt der blasse Künstler samt Band auf der Bühne. Alle Songs, aber vorrangig seine Klassiker „Personal Jesus“ und „Sweet Dreams“ werden von seinen Fans, meist auch im Gothik-Look erschienen, mitgesungen. Wie immer beeindruckt Manson mit seiner Show, setzt aber gern nochmal einen drauf. So auch dieses Mal, er ritzt sich mit einer Bierflaschen-Scherbe selbst die Hand auf, blutet die Bühne voll und lässt sich danach hinter der Bühne erstmal verbinden. Direkt bei den ersten Klängen seiner Musik, zieht in der Ferne ein großes Unwetter herauf. Beschwört der Dunkle es etwa? Die ersten Blitze sind am Himmel zu sehen, so dass ein bizarres Schaubild entsteht. Leider nimmt das Gewitter später direkten Kurs auf Festival- und Campinggelände.

Bildergalerie: So war MARILYN MANSON live: