Mit der Rückkehr von Adam Gontier und der neuen Dual-Frontmann-Formation liefern Three Days Grace im ausverkauften Zenith ein kraftvolles Statement ihrer Bandgeschichte und Zukunft.
Es war ein Abend, der bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff sorgte: Seit Three Days Grace im Oktober kryptische „2X“-Teaser veröffentlichten, überschlugen sich die Spekulationen, doch die letztliche Enthüllung toppte alles. Nach fast zwölf Jahren kehrte Adam Gontier als Sänger zurück, ohne dass Matt Walst die Band verließ. Zwei Stimmen, zwei Ären, ein gemeinsames Kapitel. Am 2. Dezember 2025 feierte die kanadische Alternative-Rockband nun ihre neue Formation im ausverkauften Zenith in München – ein Abend, an dem Vergangenheit und Zukunft auf eindrucksvolle Weise zusammenfanden.
Badflower
Dem Münchner Publikum wurde zunächst ordentlich eingeheizt durch die USamerikanische Band Badflower, die sich längst ihr eigenes Standing in der internationalen Rockszene geschaffen hat. Sie überzeugen als solides Warm-Up, besonders als Frontsänger Josh Katz sich zum Crowdsurfen in die Menge begibt und sich dort von der Euphorie eines ausverkauften Zeniths tragen lässt. So richtig zu Brennen beginnt die Halle allerdings erst, als Three Days Grace selbst die Bühne erobern.
Three Days Grace
„Here we fucking go“, flackert als riesiges Banner über die LED-Bildschirme, begleitet von einem vibrierenden Bass, der den Beginn der neuen Ära signalisiert. Mit „Dominate“ eröffnet die Gruppe ihr Set und sofort zeigt sich der entscheidende Unterschied dieser Tour. Zwei Sänger, zwei Stile, ein harmonisches Gesamtbild. Gontiers kantige, rauchige Vocals harmoniert mit Walsts klarer, etwas höherer Stimme, die er immer wieder mit Screams akzentuiert. Ein Duo, das sich nicht Konkurrenz macht, sondern perfektioniert. Im weiteren Verlauf wechseln die beiden sich häufig ab, es wirkt, als hätte die Band nie in einer anderen Konstellation existiert. Alle Mitglieder haben sichtlich Spaß auf der Bühne, was vom Publikum mit immenser Energie belohnt wird. Immer wieder skandiert die Menge den Namen der Band, angestachelt von Matt Walst. Belohnt werden die Fans fast ununterbrochen mit einer atemberaubenden Menge an Plektrons, die von allen Bandmitglieder regelmäßig in die Crowd geworfen werden.
„You always make us feel like home“, lobt Walst die Münchner Fangemeinde, bevor er den gleichnamigen Song anstimmt. Neben den altbekannten Klassikern performte die Band ganze fünf Songs des neuen gemeinsamen Albums „Alienation“, die live ihre Stärke unter Beweis stellten.
Three Days Grace lieferten in München ein Konzert ab, das mehr war als nur ein Auftritt: Es war ein Statement. Ein Beweis dafür, dass künstlerische Weiterentwicklung und die Wertschätzung der eigenen Geschichte kein Widerspruch sein müssen. Die Chemie zwischen Gontier und Walst ist spürbar stark, die Band wirkt erneuert, hungrig und ideenreich.
Es bleibt offen, ob dieses mutige Projekt Bestand hat – denn so, in dieser spannenden und kraftvollen Doppelbesetzung, präsentieren sich Three Days Grace so eindrucksvoll wie selten zuvor.
























