Der Abend beginnt mit einem kleinen Déjà-vu. Stand der Junge mit der Gitarre nicht letzte Woche schon auf dieser Bühne? Die Barclaycard Arena zieht diese Spezies Musiker einfach an. Philipp Poisel, Shawn Mendes, demnächst Johannes Oerding und heute schon Tim Bendzko. Sie alle singen sich tief in die Herzen ihrer Fans und ganz nach oben auf die schwarze Liste ihrer Nicht-Fans – und die scheint lang geworden zu sein. Denn die Hälfte der oberen Ränge sind mit schwarzen Vorhängen abgedeckt, im Innenraum hätte man nebenbei Rollschuhfahren können und auch die Unterränge waren teilweise lückenhaft. Trotzdem – etwa 6.000 Fans lassen sich dadurch nicht beirren und sind von Beginn an voll dabei.

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Tim singt die ersten Zeilen hinter einem barocken, violett beleuchteten Vorhang. Seine riesige Silhouette lässt vermuten, dass er die große Bühne alleine und auf Stelzen stehend bespielen wird. Der Vorhang wechselt die Farbe komplementär zu Orange und verschwindet in das Hallendach. Bendzko hat wieder Normalgröße erreicht und steht jetzt lässig und wahrhaftig vor den Hamburgern. Hinter ihm seine Band: ein kleines Orchester. Er selbst hat in einem Interview gesagt, dass er jedes zu hörende Instrument auch auf der Bühne habe. Und das hört sich diesen Abend ganze zwei Stunden lang gut an.

Seine Fans verlassen glücklich, heiser und zufrieden die Arena. Schließlich haben sie alle Songs gemeinsam geträllert. Einfach, ma sagen, ein richtig netter Abend.