Am 13. Januar 2026 machte die aktuelle Europa-Tour von Architects ihren Auftakt in der Swiss Life Hall Hannover. Unterstützt wurden die Briten von President als Opener, sowie Landmvrks als direktem Support. Schon knapp einen Monat vorher vermeldete der Veranstalter: ausverkauft! Die Halle war prall gefüllt, die Erwartungen entsprechend hoch.
President – Mysteriöse Energie zu Beginn
Den Auftakt übernahmen President, die als erste Vorband “die Halle voll” spielten. Ein lautes Dröhnen kündigte die maskierten Musiker an – ohne großen Schnickschnack, sondern nur mit einem kleinen LED Logo auf der Bühne ging es ohne Ansagen direkt mit “Fearless” in die Vollen. Musikalisch bewegte sich das Set im modernen Metalcore-Bereich mit elektronischen Elementen und klar strukturierten Breakdowns. Die Band agierte – untypisch für eine Truppe, die es noch nicht mal ein Jahr in der Form gibt – konzentriert und routiniert, auch wenn das Publikum zu diesem frühen Zeitpunkt noch eher zurückhaltend reagierte. Dennoch gelang es President, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und einen soliden Einstieg in den Abend zu liefern.
Landmvrks – Französischer Metalcore mit Vollgas
Mit Landmvrks kam nach kurzer Umbaupause spürbar mehr Dynamik in die Halle. Die Franzosen präsentierten ein druckvolles Set, das Härte und eingängige Passagen gut miteinander verband. Frontmann Florent Salfati suchte regelmäßig den Kontakt zum Publikum und sorgte dafür, dass sich die Stimmung weiter aufgelockerte. Erste Moshpits entstanden und wie auf Kommando prallte nach einem an die Menge gerichteten “Are you ready guys?” die erste Wall of Death aufeinander. Auch die ersten Crowdsurfer fanden ihren Weg nach vorn. Immer wieder betonte Sänger Florent, wie froh er doch sei, hier zu sein und forderte die Menge immer stärker auf. Landmvrks bestätigten ihren Ruf als zuverlässiger Live-Act und erwiesen sich als passendes Warm-Up für den Headliner.
Architects – Zerreißende Wucht & Emotion
Architects betraten die Bühne ohne großen Knall und starteten ihr Set fokussiert und präzise. Die Band wirkte eingespielt und präsentierte eine ausgewogene Mischung aus neueren Songs und älterem Material. Sound und Licht waren gut abgestimmt, sodass die einzelnen Songs klar zur Geltung kamen.
Sam Carter zeigte sich stimmlich konstant auf hohem Niveau und suchte immer wieder den Austausch mit dem Publikum, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Direkt zum zweiten Song forderte er das Publikum auf, in die Knie zu gehen – und es funktionierte auf Anhieb. Jeder Song wurde lautstark und textsicher mitgesungen und dabei konnte man fast keinen Unterschied zwischen älteren oder neueren Stücken spüren. Auch hier war die Energie in der Menge direkt greifbar – ein Pit nach dem anderen öffnete sich, und nach Sams Aufforderung gab es direkt eine Crowdsurfer Welle, die nicht mehr so wirklich enden wollte.“It’s leg day today” witzelte Sam, als er das Publikum aufforderte, jemanden auf die Schultern zu nehmen. Nach dem Fast schon Höhepunkt – “Doomsday” gab es eine Erklärung, wie man sich denn bei einer Wall of Death zu verhalten hat – natürlich inklusive Haftungsausschluss mit einem Augenzwinkern, bevor zur “Blackhole” fast der vollständige Innenraum sich in der Mitte teilte und aufeinander zu stürmte. Als Zugabe gab es nach diesem wilden Ritt noch “Seeing Red” und “Animals” auf die Ohren. Letzteres widmete Sam seinem im letzten Jahr verstorbenen Opa, der heute Geburtstag gehabt hätte und ein “cooler Motherfucker“ war. Technisch bewegte sich der Auftritt auf dem Niveau, das man von Architects erwartet: sauber, druckvoll und ohne größere Überraschungen. Dennoch – die Show spielt sich auf einem sehr hohen Niveau ab und das Publikum feierte von der ersten bis zur letzten Note ordentlich mit – wie Sam selbst feststellte – es ist ein Verbrechen, dass diese Band in fast 20 Bandjahren erst das zweite Mal überhaupt in Hannover war – und beide Konzerte innerhalb eines halben Jahres stattfanden.
Der Tourstopp in Hannover erwies sich als runder Konzertabend, bei dem alle drei Bands ihren Platz fanden. President boten einen ordentlichen Einstieg, Landmvrks steigerten die Intensität, und Architects überzeugten mit einer professionellen, gut durchdachten Show. Kein spektakulärer Ausreißer nach oben, aber ein solider und gelungener Auftritt, der alle zufrieden nach Hause schickte.
























































