Am Dienstag, den 15. Juli 2025, erlebte Wolfsburg einen musikalischen Ausnahmeabend, der in Erinnerung bleiben wird. Im Rahmen des Sommerfestivals der Autostadt gastierte die britische Musikikone Tom Jones auf der Lagunenbühne vor begeisterten Fans und verwandelte die Location in ein episches Klangtheater. Der „Tiger aus Wales“, wie er liebevoll genannt wird, bewies eindrucksvoll, dass seine Stimme selbst mit 85 Jahren noch genauso kraftvoll, facettenreich und zeitlos ist wie eh und je.
Vor der beeindruckenden Kulisse und bei mild-trockenem Wetter zeigte Tom Jones, warum er seit über sechs Jahrzehnten nicht nur als Hitlieferant, sondern als musikalischer Brückenbauer zwischen Generationen gilt. Mit Klassikern wie „Delilah“, „Sexbomb“ und natürlich „It’s Not Unusual“ entfachte er eine elektrisierende Atmosphäre, die zwischen Nostalgie und frischer Vitalität pulsierte.
Was ihn bis heute auszeichnet, ist seine mühelose Genrevielfalt: Ob Soul, Rock, Pop oder Country – Jones bewegt sich souverän durch jede Stilrichtung, als hätte er sie selbst erfunden. Neben seinen Welthits hatte er auch fein ausgewählte Coverversionen im Gepäck, die er mit einer Tiefe und Reife präsentierte, die das Publikum regelrecht fesselte. Besonders seine eindringliche Interpretation von Bob Dylans „Not Dark Yet“ sorgte für Gänsehaut und unterstrich die emotionale Spannbreite seines Repertoires.
Schon der Opener „I’m Growing Old“, eine bewegende Hommage an Bobby Cole, markierte den Einstieg in ein Konzert, das musikalisch wie erzählerisch einer Lebensreise glich. Mit Witz, Charisma und persönlichen Anekdoten führte Jones durch den Abend – mal melancholisch, mal ausgelassen, aber stets mit einer Intensität, die das Publikum tief berührte.
Ein besonderer Moment war die charmant-ironische Performance von „What’s New Pussycat?“, bei der sich das Publikum in kollektiver Heiterkeit und lautem Mitsingen vereinte. Jones schaffte es spielerisch, zwischen Intimität und großer Geste zu wechseln. Stücke wie „Across the Borderline“ oder „Tower of Song“ zeigten eindrucksvoll, wie feinfühlig der Altmeister selbst leise Töne anschlagen kann. Doch auch die energetischen Highlights fehlten nicht: „Sexbomb“ ließ die Menge beben, während „Pop Star“ und „Delilah“ für emotionale Höhepunkte sorgten. In der Zugabe zündete Jones ein rockiges Feuerwerk mit „One Hell of a Life“ und „Strange Things Happening Every Day “ – ein furioses Finale für einen Abend voller musikalischer Magie.
Was diesen Auftritt so besonders machte, war nicht nur die Musik, sondern die spürbare Verbindung zwischen Künstler und Publikum. Jones wirkte trotz seines Legendenstatus nahbar, humorvoll und voller Lebensfreude. Wer an diesem Abend in der Autostadt dabei war, wurde Zeuge eines Künstlers, der nicht von der Vergangenheit lebt, sondern immer noch mit jeder Faser für die Bühne brennt.
Setlist – Tom Jones in Wolfsburg 2025
1. I’m Growing Old (Bobby Cole cover)
2. Tower of Song (Leonard Cohen cover)
3. Not Dark Yet (Bob Dylan cover)
4. It’s Not Unusual (Les Reed cover)
5. What’s New Pussycat? (Burt Bacharach cover)
6. Sexbomb
7. You Can Leave Your Hat On (Randy Newman cover)
8. Pop Star (Cat Stevens cover)
9. One More Cup of Coffee – Valley Below (Bob Dylan cover)
10. Across the Borderline (Ry Cooder cover)
11. The Windmills of Your Mind (Noel Harrison cover)
12. I Won’t Crumble with You If You Fall (Bernice Johnson Reagon cover)
13. Talking Reality Television Blues (Todd Snider cover)
14. This Is the Sea (The Waterboys cover)
15. Delilah (Les Reed cover)
16. Lazarus Man (Terry Callier cover)
17. If I Only Knew (Rise Robots Rise cover)
18. Kiss (Prince cover)
Encore:
19. Green, Green Grass of Home (Claude “Curly” Putman, Jr. cover)
20. One Hell of a Life (Katell Keineg cover)
21. Strange Things Happening Every Day (Sister Rosetta Tharpe cover)


























