Thrash-Inferno in Hamburg: Kreator reißen mit Gepäck die Bühne nieder


Thrash-Inferno in Hamburg: Kreator reißen mit Gepäck die Bühne nieder
(Bild: Birger Treimer)

Am Freitagabend, pünktlich zum Start ins Wochenende, fand in der Inselpark Arena in Hamburg ein hochkarätig besetztes Metalkonzert mit Nails, Exodus, Carcass und Kreator statt.

Bereits vor Beginn hielten sich zahlreiche Metalheads vor der Halle auf, während sich im inneren Bereich lange Schlangen am Merchandising-Stand bildeten. Die T-Shirts kosteten diesmal stolze 35 Euro. Die Show war nicht ausverkauft, weshalb die Arena als sogenannte „Blackbox“ genutzt wurde und viele Sitzplätze gesperrt blieben. Zu Beginn war die Halle dennoch zu etwa 75 % gefüllt.

Nails

Den Auftakt machten die Band Nails aus Kalifornien, die mit ihrem extremen Sound überzeugten. Stilistisch bewegte sich ihr Auftritt zwischen brutalem Death Metal und technisch anspruchsvollen Grindcore-Elementen. Trotz ihrer minimalistischen Besetzung als Trio lieferten sie eine enorm druckvolle Performance ab. Besonders der Schlagzeuger stach durch seine Präzision und Energie hervor. Nach rund 30 Minuten intensiver Nackengymnastik war das Publikum bestens aufgewärmt und bereit für den nächsten Act.

Exodus

Pünktlich um 19:10 Uhr erklang als Intro „We Will Rock You“ von Queen, was die Stimmung im Publikum spürbar anheizte. Kurz darauf betraten Exodus – erneut mit Rob Dukes am Gesang – die Bühne, um ihr neues Album „Goliath“ zu präsentieren. Von Beginn an dominierten schnelle Riffs und klassische Thrash-Attitüde das Geschehen. Spätestens bei Klassikern wie „Bonded by Blood“ und „Strike of the Beast“ sang das Publikum lautstark mit. Die Spielfreude der Band war deutlich spürbar, und auch optisch präsentierte sie sich in starker Form. Gegen 19:55 Uhr verabschiedeten sich Exodus mit dem Outro „We Are the Champions“ von Queen. Der Auftritt wirkte insgesamt etwas kurz – oder verging zumindest wie im Flug.

Carcass

Im Anschluss wartete das Publikum gespannt auf den besonderen Gast des Abends Carcass, deren Europatour bereits zur Hälfte absolviert war. Um 20:15 Uhr begann ihr Set mit einem überraschend klaren und druckvollen Sound. Frontmann Jeff Walker trat mit neuer, kürzerer Frisur auf. Die Band konzentrierte sich vor allem auf ältere Stücke, die klanglich nah an den Studioaufnahmen lagen. Im Publikum herrschte durchgehend Bewegung: Zahlreiche Crowdsurfer nutzten die Gelegenheit, sich auf die kommende Festivalsaison einzustimmen. Insgesamt lieferten Carcass eine starke Performance ab, die durchaus zu ihren besten der letzten Jahre gezählt werden kann.

Kreator

Gegen 21:30 Uhr kündigte sich schließlich der Headliner Kreator an. Die Vorfreude im Publikum war deutlich spürbar und entlud sich, sobald die Band die Bühne betrat. Die Bühnendekoration bestand aus zwei aufblasbaren Gargoyles an den Seiten sowie aufgespießten Köpfen in der Bühnenmitte. Bereits beim dritten Song forderte Frontmann Mille Petrozza die erste „Wall of Death“.

Das Set bot eine ausgewogene Mischung aus melodischen und aggressiven Stücken, darunter Klassiker wie „Enemy of God“, „Betrayer“, „Hordes of Chaos“ und „Satan Is Real“. Auch neuere Songs wie „Loyal to the Grave“ wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Das aktuelle Album „Krushers of the World“ scheint insgesamt gut anzukommen. Mehrere Crowdsurfer gleichzeitig und eine durchgehend ausgelassene Stimmung sorgten für einen der Höhepunkte des Abends. Der Auftritt überzeugte durch Präzision, Energie und eine intensive Interaktion mit dem Publikum. Klassiker und neue Songs wechselten sich gelungen ab und ergaben eine abwechslungsreiche Setlist. Gegen 23:00 Uhr endete das Konzert schließlich unter großem Applaus.

Insgesamt war es ein intensiver und gelungener Konzertabend, der durch starke Auftritte aller Bands und ein begeistertes Publikum geprägt wurde.

Autor: Helga Königshügel